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Die
vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen ein neues Verfahren
für die
Produktion einer Zusammensetzung, welche das Wachstum von Tumorzellen
inhibiert und die Fortpflanzung normaler Zellen stimuliert. Die
Erfindung betrifft desweiteren die Verwendung einer solchen Zusammensetzung
in der Herstellung eines Medikamentes zur Vorbeugung und Behandlung
verschiedener bösartiger
Zustände und
Erkrankungen, wie auch in Kombination mit chemotherapeutischen Behandlungen.
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GLOSSAR
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Im
folgenden werden Begrifflichkeiten dargelegt, welche über die
Beschreibung hinweg und die Ansprüche verwendet werden und welche
in Übereinstimmung
mit der Erfindung so verstanden werden sollen, dass sie folgendes
bedeuten:
Biologisch aktiv – Aufweisend die folgenden
biologischen Aktivitäten:
Inhibierung der Fortpflanzung von Tumorzellen, Stimulation der Fortpflanzung
von Leukozyten, hauptsächlich
von Neutrophilen, antimetastatische Effekte in vivo und Reduktion
der cytotoxischen Nebenwirkungen der chemotherapeutischen Behandlungen.
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Zusammensetzung
aus Materie – eine
Zusammensetzung umfassend eine oder mehrere Substanzen, welche jeweils
eine oder mehrere biologische Aktivitäten aufweisen.
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Muskelgewebe – Muskelgewebe
oder Zellen, direkt erhalten von einem Tier. Zur Herstellung der
biologisch aktiven Zusammensetzung von dem Muskelgewebe oder der
Zelle kann das Muskelgewebe oder die Zelle unmittelbar verwendet
werden, nachdem sie von dem Tier erhalten werden oder sie können für variable
Zeiträume
beibehalten werden unter Bedingungen, welche eventuell ermöglichen, die
Zusammensetzung der Erfindung daraus herzustellen.
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Target-Zellen – Die Zellen
betroffen durch die Zusammensetzung.
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Anti-metastatischer
Effekt – Effekt
des Vorbeugens oder Reduzierens des metastatischen Prozesses in
einem Subjekt. Der Effekt kann manifestiert werden beim Vorbeugen
der Erscheinung des metastatischen Focus, in einer Verminderung
der Rate des Auftretens der metastatischen Tumore oder einer Verminderung
in der Anzahl der metastatischen Tumore, welche in einem Individuum
erscheinen, oder in der Verminderung in der Rate von Krebs-verwandter
Mortalität.
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Chemoschützende Wirkung – Verminderung der
cytotoxischen Nebenwirkung der Chemotherapie und insbesondere der
Verminderung der Anzahl der weißen
Blutzellen und Neutrophile in einem Individuum, behandelt mit einer
chemotherapeutischen Behandlung.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Kleine
Moleküle
mit einem Molekulargewicht von weniger als 3 kD, welche desweiteren
die Fortpflanzung verschiedener Tumorzellen inhibieren, wurden zuvor
bereits beschrieben in der internationalen Anmeldung mit der Veröffentlichungsnummer
WO 96/09060. Diese Moleküle
wurden als "Muskelfaktor" (MF) bezeichnet
und für
sie wurde auf der einen Seite gezeigt, dass sie eine inhibitorische
Aktivität
auf Tumorzellen ausüben
und auf der anderen Seite, dass sie die Fortpflanzung auf Nicht-Tumorzellen
vorantreiben, normalen Zellen, wie z. B. Fibroblasten und Knochenmarkszellen
in vitro. Darüber
hinaus wurde für
die MFs gezeigt, dass sie eine chemoschützende Wirkung in vivo verleihen
dahingehend, dass sie die Reduktion in der Anzahl an Leukozyten
sowie dem Prozentsatz an Neutrophilen in einem Individuum, welcher
eine Chemotherapie empfängt,
vermindern oder vorbeugen. Die MFs, wie oben beschrieben, wurden
erzeugt aus einem kultivierten Medium an Muskelzellen oder Leukozyten,
gezüchtet
in Kultur.
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ALLGEMEINE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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In Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung wurde gefunden, dass eine sehr potente
biologisch aktive Zusammensetzung an Materie relativ leicht hergestellt
werden kann in großen
Mengen aus Muskelgewebe, erhalten von verschiedenen tierischen Quellen.
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Die
vorliegende Erfindung stellt zu diesem Zweck ein Verfahren zur Verfügung zum
Herstellen einer biologisch aktiven Zusammensetzung an Materie,
welches folgendes umfasst:
- (i) Behandeln des
Muskelgewebes, erhalten von verschiedenen tierischen Quellen in
einem flüssigen
Medium unter Bedingungen, in welchem besagte Zusammensetzung an
Materie, enthaltend innerhalb des Gewebes, in das Medium als ein Überstand
freigesetzt wird;
- (ii) Abtrennen des Überstandes
von der Zellmaterie; und
- (iii) Abtrennen von dem Überstand
einer Fraktion, welches Substanzen umfasst, welche ein Molekulargewicht
von unter ungefähr
10.000 Dalton haben, vorzugsweise unter ungefähr 3.000 Dalton, wobei
besagte
Fraktion die biologisch aktive Zusammensetzung darstellt und eine
chemo-schützende Wirkung
aufweist oder in der Lage ist, die Fortpflanzung (Proliferation)
von bösartigen
Zellen zu inhibieren.
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Das
Muskelgewebe, von welchem die biologisch aktive Zusammensetzung
an Materie der Erfindung hergestellt wird, kann beispielsweise Hühnerfleisch
sein, Truthahnfleisch, Rindfleisch, Schweinefleisch etc. Die biologisch
aktive Zusammensetzung an Materie der Erfindung zeigt seine Wirkung über Spezies
hinweg. Folglich wird besagte Zusammensetzung an Materie, welche
aus Hühnermuskeln
hergestellt wird, Targetzellen von Säugetieren, einschließlich Menschen,
beeinflussen.
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Die
Zusammensetzung der Materie der vorliegenden Erfindung kann hergestellt
werden aus dem Muskelgewebe, unmittelbar folgend auf die Extraktion
an Muskelgewebe von dem Tier. Alternativ kann das extrahierte Muskelgewebe
beibehalten werden für
verschiedene Zeiträume,
welche auf die Extraktion an Muskelgewebe aus dem Tier folgen, und
zwar unter solchen Bedingungen, welche nicht die eventuelle Herstellung
der biologisch aktiven Zusammensetzung an Materie daraus ausschließen. Solche
Bedingungen können
beispielsweise Speichern in der Kälte, ggf. mit einem Konservierungsmittel
darstellen. Desweiteren kann das Fleisch zusätzlich gekocht werden, typischerweise
mild, um zu einem Zeitraum in der Brühe, in welcher es gekocht worden
ist, gelagert werden. Solches Kochen setzt selbst die Zusammensetzung
an Materie in das umgebende Medium frei und folglich kann die Brühe zu Zeiten
für die
Herstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
an Materie eingesetzt werden.
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Die
biologisch aktive Zusammensetzung an Materie, erhalten aus Muskelgewebe,
kann in der Form von einem natürlichen
Rohextrakt vorliegen. Der natürliche
Rohextrakt kann beibehalten werden in seiner ursprünglichen
flüssigen
Form oder kann getrocknet werden, beispielsweise durch Lyophilisierung.
Darüber
hinaus kann die Zusammensetzung an Materie der Erfindung auch in
einer Form eines aufgereinigten Extraktes vorliegen. Um eine besser
aufgereinigte Zusammensetzung zu erhalten, kann die Fraktion, abgetrennt
von dem Überstand,
wie oben beschrieben, weiteren Aufreinigungsschritten unterzogen
werden, wie z.B. Fraktionierung durch Chromatographie, typischerweise
Hochdruckflüssigkeits-Chromatographie
(HPLC, high pressure liquid chromatography), beispielsweise reverse
phase HPLC. Darüber
hinaus kann die ursprüngliche
Präparation
weiteren Filtrationsstadien unterzogen werden, desweiteren durch
Dialyse aufgereinigt werden.
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Die
biologisch aktive Zusammensetzung an Materie der Erfindung, erhalten
durch das obige Verfahren, hat sich als aufweisend mehrere biologische Aktivitäten herausgestellt.
Zuerst inhibiert die Zusammensetzung die Fortpflanzung von bösartigen
Zellen. Demgegenüber
inhibiert die Zusammensetzung an Materie der Erfindung nicht die
Proliferation von nicht bösartigen
Zellen und darüber
hinaus stimuliert sie die Fortpflanzung von weißen Blutzellen, speziell Neutrophilen.
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Eine
zusätzliche
biologische Aktivität
der Zusammensetzung an Materie der Erfindung ist ihr anti-metastatischer
Effekt in vivo. Die Verabreichung der Zusammensetzung an Materie
in einer Vielzahl von tierischen Modellen zeigte, dass sie die Anzahl an
metastatischen Foki in den getesteten Tieren reduzierte im Vergleich
zu Tumor-tragenden Tieren, welche nicht mit der Zusammensetzung
an Materie der vorliegenden Erfindung behandelt wurden.
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Zusätzlich zu
den oben genannten Aktivitäten
weist die Zusammensetzung an Materie der Erfindung auch einen chemoschützenden
Effekt in einem Individuum auf, welches chemotherapeutische Behandlung
empfängt.
Solche therapeutischen Behandlungen haben ernste zytotoxische Nebenwirkungen
auf eine Vielzahl von Zellen, einschließend hematopoietische Zellen,
wie z.B. Knochenmarkszellen, Leukozyten, insbesondere Neutrophile
und andere. Die Zusammensetzung an Materie der Erfindung vermindert
oder inhibiert einige der toxischen Effekte solcher therapeutischen
Behandlung, was in einer stärker
eingeschränkten
Reduktion der Anzahl von nicht bösartigen
Leukozyten resultiert und ggf. sogar in einer Zunahme in der Anzahl
von weißen Blutzellen,
hauptsächlichen
Neutrophilen, in Individuen, welche die Zusammensetzung der Erfindung
in Kombination mit der therapeutischen Behandlung empfangen.
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Die
Zusammensetzung an Materie der Erfindung verleiht ihre biologische
Aktivität
sowohl, wenn sie parenteral verabreicht wird, als auch wenn sie oral
verabreicht wird. Die orale Verabreichung der Zusammensetzung an
Materie der Erfindung ist ein bevorzugter Modus der verabreichenden Übereinstimmung
mit der Erfindung, wie auch unten erläutert wird.
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Die
vorliegenden Erfindung stellt auch die Verwendung einer biologisch
aktiven Zusammensetzung an Materie mit den folgenden Eigenschaften
zur Verfügung:
- (i) sie ist abgeleitet von Muskelgewebe;
- (ii) sie filtriert sich durch einen Filter mit einem maximalen
Molekulargewicht-Cut-off
von ungefähr 10.000
Dalton, vorzugsweise als 3.000 Dalton;
- (iii) sie weist eine biologische Wirkung auf des Inhibierens
der Proliferation von Tumorzellen sowie der Stimulation der Proliferation
von Leukozyten und Neutrophilen; diese Substanz ist zum Herstellen
eines Medikaments zum Inhibieren von toxischen Effekten von Individuen,
welche eine chemotherapeutische Behandlung empfangen.
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Der
Begriff "effektive
Menge", wie hier
verwendet, sollte sich verstehen als eine Menge der Zusammensetzung
an Materie der Erfindung, welche hinreichend ist, einen gewünschten
therapeutischen Effekt zu erzielen.
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Die
biologisch aktive Zusammensetzung der Erfindung weist ein geringes
Molekulargewicht auf und ist löslich
in Wasser. Der Begriff "geringes
Molekulargewicht" sollte
sich verstehen als ein Molekulargewicht einer Substanz, welche durch
einen Filter filtriert mit einem maximalen Molekulargewiczhts-Cut-off
von ungefähr
10.000 Dalton. Vorzugsweise weist die Zusammensetzung ein maximales
Molekulargewicht von 5.000 Dalton auf und am meisten bevorzugt weist
sie ein molekulares Gewicht von ungefähr 3.000 Dalton auf.
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Zum
Verhindern von Krebs kann die Zusammensetzung verabreicht werden
an Individuen, welche keinen Krebs aufweisen und speziell an Individuen,
welche ein hohes Risiko tragen, Krebs zu entwickeln. In diesem Fall
wird die Zusammensetzung an Materie typischerweise über einen
verlängerten
Zeitraum in einer einzelnen täglichen
Dosis verabreicht, in mehreren Dosen pro Tag, als eine Einzeldosis
und in mehreren Tagen etc. Zur Behandlung von Krebs kann die Zusammensetzung
an Materie der Erfindung an Individuen zu verschiedenen Stadien
des Krebs verabreicht werden. Typischerweise wird die Zusammensetzung
an Materie als eine Nachfolgebehandlung einer ursprünglichen
Behandlung des primären
Krebses, beispielsweise einer Chemotherapie oder Strahlentherapie
oder einem chirurgischen Eingriff zum Verhindern des Entwickelns
der Tumormetastasen, verabreicht werden. Jedoch kann die Zusammensetzung
an Materie der Erfindung auch verabreicht werden an Individuen,
welche Krebs im Frühstadium
aufweisen, um das Tumorwachstum zu vermindern oder zu verhindern.
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Der
Begriff "effektive
Menge" wird eine
Menge sein einer biologisch aktiven Zusammensetzung an Materie in
einem gegebenen therapeutischen Verabreichungsplan, welcher hinreichend
ist, dass Wachstum und die Fortpflanzung von Tumorzellen zu inhibieren
oder zu reduzieren. Wo die Zusammensetzung an Materie zur Behandlung
von Krebs verabreicht wird, ist die effektive Menge eine Menge von besagter
Zusammensetzung, welche beispielsweise im Eindämmen des Wachstums der Primärtumors
resultieren wird, in einer Abnahme in der Rate des Auftretens von
metastatischen Tumoren oder einer Abnahme in der Anzahl an metastatischen
Tumoren, welche in einem Individuum erscheinen oder in einer Abnahme
in der Rate an krebsverwandter Mortalität. Wenn eine Zusammensetzung
zur Krebs-Prävention verabreicht
wird, wird eine effektive Menge von besagter Zusammensetzung sein,
welche hinreichend ist, das Auftreten von primären Tumoren in dem behandelten
Individuum zu inhibieren oder zu vermindern.
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In Übereinstimmung
mit einer Ausführungsform
der Erfindung wird die Zusammensetzung an Materie verwendet zur
Herstellung eines Medikaments, um einige der zytotoxischen Nebenwirkungen der
chemotherapeutischen Wirkstoffe zu inhibieren (d.h. zu verhindern
oder zu reduzieren). Wie oben erwähnt, besteht der hauptsächliche
zytotoxische Effekt solcher Wirksubstanzen in der Reduktion der Leukozytenzahlen,
insbesondere der neutrophilen Zahl in Individuen, welche solch eine
Behandlung empfangen. Das Ergebnis der Verabreichung der biologisch
aktiven Zusammensetzung an Materie der Erfindung in Kombination
mit solchen chemotherapeutischen Wirksubstanzen ist eine stärker eingeschränkte Reduktion
in der Anzahl an Neutrophilen in dem behandelten Individuum im Vergleich
zu der Anzahl von solchen Zellen in einem krebsfreien Individuum
und ggf., sogar eine Zunahme in der Anzahl dieser Zellen über normale
Niveaus.
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In Übereinstimmung
mit dieser Ausführungsform
sollte der Begriff "effektive
Menge" sich so verstehen,
dass er die Menge der biologisch aktiven Zusammensetzung an Materie
bedeutet, welche ein Individuum schützt, welche chemotherapeutische
Behandlungen gegen die Wirksubstanz-induzierte Reduktion in der
Anzahl von Leukozyten, insbesondere Neutrophilen schützt. Solch
eine Menge an Zusammensetzung an Materie kann entweder die geringe Anzahl
solcher Zellen in einem behandelten Individuum vergrößern, um
sie auf die Anzahl an Zellen in einem krebsfreien Individuum zu
regenerieren, oder ggf. das Niveau solcher Zellen sogar über die
Anzahl von Zellen in einem krebsfreien Individuum zu steigern.
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Die
Zusammensetzung an Materie der Erfindung zeigt zur gegebenen Zeit
auch eine spezifische potenzierende Wirkung für die chemotherapeutische Wirksubstanz
auf die Krebszellen. Diese Zunahme an Effizienz kann in einer deutlich
hervortretenden Zerstörung
von Tumorzellen bei einer gegebenen Dosis der Wirksubstanz, verabreicht
in Kombination mit der Zusammensetzung an Materie der Erfindung resultieren
oder in einer Reduktion der benötigten Dosis
der Wirksubstanz, welche benötigt
wird, um einen bestimmten therapeutischen Effekt zu erzielen, wenn
sie in Kombination mit der Zusammensetzung der Erfindung verabreicht
wird. Die Zusammensetzung an Materie der Erfindung kann verwendet
werden, um den therapeutischen Index einer chemotherapeutischen
Wirksubstanz zu verbessern. Für
den Zweck des Verbesserns eines therapeutischen Index eines chemotherapeutischen
Wirkstoffes wird die effektive Menge der biologisch aktiven Zusammensetzung
der Erfindung eine Menge der Zusammensetzung sein, welche entweder
die krebsspezifische Toxizität
der chemotherapeutischen Behandlung steigert, oder eine Menge der
Zusammensetzung, welche effektiv ist in der Verminderung der Menge
der chemotherapeutischen Wirksubstanz oder die Wirksubstanz-Kombination, benötigt, um
eine gewünschte
Wirkung der chemotherapeutischen Wirksubstanz oder Wirksubstanz-Kombination
zu erzielen, d.h. die Reduktion der Tumorlast.
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Die
Zusammensetzung an Materie der Erfindung kann verabreicht werden
an ein Individuum durch irgendeines der Verabreichungsmittel, die
im Stand der Technik bekannt sind. Durch eine Ausführungsform – in Übereinstimmung
mit dieser wird eine Zusam mensetzung zur parenteralen Verabreichung formuliert
(bzw. zur intravenösen,
intramuskulären, subkutanen
oder intraperitonealen Verabreichung) – wird die Zusammensetzung
typischerweise zur Verfügung
gestellt als flüssige
Mischung, welche fertig ist zur Verwendung oder alternativ als ein
Pulver oder Lyophilisat zum Vermischen mit einer physiologischen
Flüssigkeit
(beispielsweise Salzlösung)
vor der Verwendung.
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In Übereinstimmung
mit einer weiteren Ausführungsform
wird die pharmazeutische Zusammensetzung oder die Herstellung, welche
die biologisch aktive Zusammensetzung der Erfindung umfasst, zur Verfügung gestellt
als eine inhalierbare Zusammensetzung in der Form eines Sprays oder
Aerosols. Die Zusammensetzung kann auch zur Verfügung gestellt werden in der
Form eines Patches für
die transdermale Verabreichung.
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In Übereinstimmung
mit der Erfindung wurde festgestellt, dass die biologische Aktivität der Zusammensetzung
an Materie selbst dann ausgeübt
wird, wenn die Zusammensetzung oral dem behandelten Individuum verabreicht
wird. Folglich wird im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung die Zusammensetzung an Materie zur oralen Verabreichung
formuliert. Solche Formulierungen können als Flüssigkeiten, als Pulver oder
Lyophilisat zum Mischen mit der genießbaren Flüssigkeit vor der Verabreichung
zur Verfügung
gestellt werden, oder können zur
Verfügung
gestellt werden in einer Dosierform, beispielsweise in der Form
einer Kapsel oder einer Pille.
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Die
zeitliche Abstimmung der Verabreichung der biologisch aktiven Zusammensetzung
an Materie der Erfindung an ein Individuum wird von verschiedenen
Faktoren abhängen
und hauptsächlich
von dem speziell gewünschten
Effekt in dem behandelten Individuum. Folglich wird beispielsweise,
wo die Zusammensetzung zur Vorbeugung von Krebs in einem Individuum
verabreicht wird, welches ein erhöhtes Risiko der Entwicklung
von Krebs aufweist, eine Langzeitbehandlung wünschenswert sein. Die Zusammensetzung
kann dann verabreicht werden von der Zeit, zu welcher das Individuum
als eines definiert ist, welches zu einer Hochrisikogruppe zählt, und über einen
verlängerten
Zeitraum, welcher sich über
die gesamte Lebenszeit des Individuums erstrecken kann. Wo die Zusammensetzung
der Erfindung an ein Individuum verabreicht wird, mit einem primären Krebs
wird typischerweise die Behandlung folgend auf die Behandlung des
primären
Krebses durch ein verträgliches
Mittel beginnen, wie z.B. Chirurgie, Chemotherapie oder Radiotherapie.
Zur gegebenen Zeit kann die Verabreichung der Zusammensetzung an
Materie der Erfindung wünschenswert
werden vor dem Beginn solcher Behandlungen oder in Kombination mit
diesen. In dem Fall, in welchem die Zusammensetzung an Materie der
Erfindung verabreicht wird, um den therapeutischen Index einer chemotherapeutischen
Wirksubstanz zu vergrößern, kann
die Verabreichung der Zusammensetzung an Materie der Erfindung typischerweise
zu einem Zeitraum beginnen, der beispielsweise mehrere Tage vor
der Behandlung mit der chemotherapeutischen Wirksubstanz liegt,
und kann dann sich über
den Zeitraum der Verabreichung der Wirksubstanz erstrecken. Zur gegebenen
Zeit kann die Verabreichung besagter Zusammensetzung an Materie
sogar nach Beendigung der Behandlung mit der zytotoxischen Wirksubstanz
fortgeführt
werden. Darüber
hinaus kann zur gegebenen Zeit der Beginn der Verabreichung der Zusammensetzung
an Materie nach dem Beginn der Behandlung mit der chemotherapeutischen
Wirksubstanz liegen. Während
dem Zeitraum der kombinierten Verabreichung der Zusammensetzung
an Materie der Erfindung mit der chemotherapeutischen Wirksubstanz
können
verschiedene Behandlungspläne
ausgewählt
werden. Beispielsweise kann die therapeutische Wirksubstanz und
die Zusammensetzung an Materie der Erfindung gleichzeitig verabreicht
werden zu den gleichen Stunden des Tages, sie können zu unterschiedlichen Zeiten
des Tages verabreicht werden, sie können an verschiedenen Tagen
verabreicht werden, etc.
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Wo
die Zusammensetzung an Materie der Erfindung dazu gedacht ist, an
ein Individuum in Kombination mit einer chemotherapeutischen Wirksubstanz
verabreicht zu werden, kann die Zusammensetzung an Materie in eine
einzelne pharmazeutische Formulierung mit der chemotherapeutischen Wirksubstanz
kombiniert werden.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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1 ist
eine schematische Darstellung, welche das Einbringen von [H3]-Thymidin
in Tumorzellen und Knochenmarkszellen zeigt, welche in Kultur in
der Gegenwart der biologisch aktiven Zusammensetzung an Materie,
erhalten aus Hühnermuskel durch
das Verfahren der vorliegenden Erfindung zeigt. Dementsprechend
wird der Prozentsatz der Kontrolle an [H3]-Thymidin-Incorporation
als Thum. Incorp., bezeichnet, die Kontrolle wird als Cont. und Knochenmark
wird wirder als BM bezeichnet.
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2A-2B sind
schematische Darstellungen, welche den Effekt auf die Fortpflanzung
von Nb2-11C Lymphomazellen durch Fraktionen der biologischen aktiven
Zusammensetzung an Materie, erhalten aus Muskelgewebe nach C-18
Reverse Phase HPLC (2A) oder nach Polyhydroxyethyl
A HPLC (2B)-Säulen zeigen. [H3]-Thymidin-Incorporations-Assay
wurde verwendet, um die Inhibierung der Fortpflanzung zu bestimmen.
Dementsprechend wird der Prozentsatz der Kontrolle an Zell-Proliferation
als Cell Prol. bezeichnet und die Fraktionsnummer wird als F.No.
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3 ist
eine schematische Darstellung, welche die Anzahl der Lungenmetastasen
(No. Foci) in Mäusen
zeigt, welche mit B16-F10 Melanom-Zellen verimpft wurden und entweder
mit Wasser (Kontrolle, bezeichnet durch Cont.) oder der biologisch
aktiven Zusammensetzung an Materie, erhalten aus Hühnerbrustmuskel,
behandelt wurden.
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4 ist
eine schematische Darstellung, welche das Niveau der weißen Blutzellen
(WBC) und Neutrophilen (Neut.) in Mäusen zeigt, welche mit Chemotherapie
allein behandelt wurden (Chemo, schwarze Balken) bzw. mit der biologisch
aktiven Zusammensetzung der Materie folgend auf die chemotherapeutische
Behandlung (CMF, graue Balken).
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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BEISPIELE
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Materialien und Methoden
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1. Herstellung der biologisch
aktiven Zusammensetzung aus Hühnermuskel
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Hühnerbrustmuskel
(50g) wurde in 150 ml Wasser aufgelöst und wurde für 5 Minuten
in einem Mixer homogenisiert. Das gesamte Homogenat wurde dann in
400 ml Test-Tuben überführt und
wurde in einer gekühlten
Sorvall-Zentrifuge bei 13.000 rpm für 20 Minuten zentrifugiert.
Der Überstand
wurde durch 0,22 μm-Filter
filtriert und einer Ultrafiltration durch eine Amicon-Membran mit
einem Molekulargewicht-Cut-off von 3000 Dalton unterzogen. Dieses
ultrafiltrierte Hühner-Homogenat
wird hier im folgenden als "biologisch
aktive Zusammensetzung" bezeichnet werden.
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2. Tumor- und normale
Zellen
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Die
Ratten-Lymphoma Nb2-11C Wachstumshormon-abhängige Zelllinie (Pines, M.,
Ashkenazi, A., Cohen-Chapnik, L., Binder, L., Gertler, J. Cellulor
Biochem., 37:119-129, 1988) und die B-16-F10 murine Melanom-Zelllinien
wurden eingesetzt. Die Zellen wurden in RPMI-Medium kultiviert und
enthaltend 10% FBS. Die Zellen wurden in frisch präpariertes
Medium zweimal wöchentlich überführt.
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Normale
Knochenmarkszellen wurden erhalten aus dem C57BL/6J Maus-Femur.
Die Zellen wurden disaggregiert dadurch, dass sie durch eine 25G-Nadel
passiert wurden.
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3. Zellproliferations-Assays
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[H3]-Thymidin-Incorporations-Assay wurde verwendet
um das Zellwachstum zu bewerten. Tumor (3 × 103/Well)
oder Knochenmarkszellen (3 × 105/Well) wurden mit 15% bzw. 7,5% biologisch
aktiver Zusammensetzung inkubiert und zwar in 96-Well-Mikrotiter-Platten für 48 Stunden.
RPMI Medium und Wasser in der gleichen Konzentration, wie sie zur
biologisch aktiven Zusammensetzung hinzugefügt wurden, dienen als Kontrollen.
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Eine
Probe der biologisch aktiven Zusammensetzung wurde für eine Stunde
gekocht und ihr Effekt auf die Proliferation von Nb2-11C-Lymphoma- oder
murinen Knochenmarks-Zellen
wurde untersucht.
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Während der
letzten 18h auf der Inkubation wurde jedes Well mit 1 μCi [H3]-Thymidin pulsiert. Zellen wurden geerntet
und die [H3]-Thymidin-Aufnahme wurde bestimmt
in einem LKB-Flüssigkeits-Scintillationszähler (LKB,
Piscataway, NJ, USA).
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Eine
aktive Einheit (AU) wurde als die Menge der biologisch aktiven Zusammensetzung
definiert, welche 50% Proliferationsinhibition der Nb2-11C-Lymphomazellen
in vitro bewerkstelligte.
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4. Fraktionierung und
partielle Aufreinigung der inhibitorischen Aktivität, welche
sich in der biologisch aktiven Zusammensetzung findet
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HPLC-Abtrennungen:
Die biologisch aktive Zusammensetzung wurde einer Fraktionierung
durch zwei Typen an HPLC-Säulen
unterzogen. Während einem
jeden Aufreinigungsschritt wurden die Fraktionen gesammelt und auf
ihre Fähigkeit
hin untersucht, die Zellproliferation von Nb2-11C-Lymphom-Zellen zu
inhibieren. Jede Fraktion wurde vor dem Test lyophilisiert, in RMPI-Medium
suspendiert und durch eine 0,22 μm
sterilen Filter filtriert.
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Die
erste Säule
war eine präparative
Reverse Phase (RP) HPLC mit einem Durchmesser von 2'' und einer Länge von 20 mm. Die Säule wurde
mit Merck Lichrosphere-C18-Partikeln
beladen mit einem Durchmesser von 12 μm und einer Porosität von 60A.
Während
eines jeden Durchlaufs wurden 800 ml des oben genannten Filtrates
auf die Säule
beladen und die Säule
wurde eluiert mit einem Gradienten von Acetonitril bei einer Rate
von 2%/Minuten, bis ein Niveau von 60% an Acetonitril erreicht wurde.
Die Rate der Eluation war 100 ml/min und 200 ml Fraktionen wurden
gesammelt. Ein kleiner Teil (5 ml) einer jeden Fraktion wurde getrocknet
und verwendet, um die biologische Aktivität zu untersuchen.
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Aktive
Fraktionen wurden getrocknet mit einem Rotationsverdampfer, aufgelöst in 50
mM Ameisensäure
für den
nächsten
chromatografischen Schritt auf einer Polyhydroxyethyl-A-Säule (9,4 × 200mm),
5μ (Poly
LC, Columbia, Maryland), mit einem Eluenten, der 50 mM Ameisensäure-Lösung darstellte.
200 μl Proben
wurden injiziert in die Poly-LC-Säule und einer Chromatographie
unterzogen bei einer Flussrate von 0,5 ml/min und 0,5 ml Fraktion wurden
gesammelt. Die Fraktionen wurden in einer konzentrierenden Zentrifuge
getrocknet und auf ihre biologische Aktivität hin getestet.
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ERGEBNISSE
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Beispiel 1: In vitro-Effekt
der biologisch aktiven Zusammensetzung
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Die
Wirkung des biologisch aktiven Ingredienzes auf die Proliferation
von Ratten-Lymphom Nb2-11C-
und B-16-F10-murinen Melanomzellen, kultiviert in vitro, wurde untersucht
durch Hinzugeben der biologisch aktiven Zusammensetzung zu Zellkulturen
der oben genannten zwei Zellen und Vergleich der Proliferation der
Zellen (angezeigt durch [H3]-Thymidin-Incorporation)
im Vergleich zur Proliferation der gleichen Zellen, welche nur in
Wachstumsmedium allein kultiviert wurden. Wie in 1 zu
sehen ist, resultierte die Zugabe der biologisch aktiven Zusammensetzung
zu Zellkulturen von Nb2-11C und B16-F10 in einer verminderten Proliferation
dieser Tumorzellen.
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Der
Effekt der biologisch aktiven Zusammensetzung auf Knochenmarkzellen,
erhalten aus C57BL/6J Maus-Femurs (wie oben beschrieben) wurde auch
untersucht und zwar durch Zugabe der biologisch aktiven Zusammensetzung
zu den Knochenmarkzellen und Vergleich der Proliferation dieser
Zellen mit der Proliferation der gleichen Knochenmarkzellen, kultiviert
in Zellkulturmedium allein. Wie auch aus 1 zu sehen
ist, induziert die biologisch aktive Zusammensetzung einen substantiven
Proliferationseffekt auf die Knochenmarkzellen.
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Beispiel 2: Fraktionierung
und Aufreinigung der aktiven Komponente in der biologisch aktiven
Zusammensetzung
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Die
biologisch aktive Verbindung wurde einer Ultrafiltration durch 3
kD Amicon-Membran unterzogen und wurde dann durch eine RP-HPLC-Säule fraktioniert
und sowie eine Polyhydroxyethyl A-Säule, wie oben beschrieben.
Die Fähigkeit
verschiedener Fraktionen, eluiert aus den HPLC-Säulen, Proliferation von Nb2-11C-Lymphomzellen
zu inhibieren, wurde untersucht. Wie in 2A zu
sehen ist, war die inhibitorische Aktivität der biologisch aktiven Zusammensetzung,
eluiert auf der RP-HPLC-Säule
als ein einzelner Peak der Aktivität zu finden bei einer Acetronitril-Konzentration
von 16% bis 20%. Wie in 2B zu
erkennen ist, wurde die inhibitorische Aktivität der biologisch aktiven Zusammensetzung,
euliert auf der Polyhydroxyethyl-Säule in zwei Peaks nachgewiesen,
einem scharten Peak bei 18-20 Minuten und dem zweiten Peak, welcher
klar und breit bei 28-33
Minuten eluierte.
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Beispiel 3: In vivo-Inhibition
von Lungen-Metastasen in Mäusen
durch die biologisch aktive Zusammensetzung
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Mäuse, verimpft
intravenös
(i.v.) mit 2,5 × 105 B16-F10 Melanom-Zellen, wurden in die folgenden beiden
Gruppen unterteilt:
- 1. Mäuse, welche oral zweimal täglich mit
4AU der biologisch aktiven Zusammensetzung behandelt wurden;
- 2. Mäuse,
welche oral zweimal täglich
mit Wasser behandelt wurden (Kontrollvehikel).
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Die
Mäuse wurden
fünfzehn
Tage nach dem Beginn der Behandlung geopfert, ihre Lungen wurden
entfernt und die schwarzen metastatischen Foci in entfernten Lungen
wurden unter Verwendung eines sezierenden Mikroskopes gezählt.
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Wie
in 3 zu sehen ist, war die Anzahl der metastatischen
Melanom-Foci in Lungen der Mäuse, behandelt
mit der biologisch aktiven Zusammensetzung statistisch signifikant
geringer als die Anzahl der metastatischen Melanom-Lungen-Foci,
welche sich in Mäusen
fanden, welche allein in Wasser behandelt wurden.
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Beispiel 4: Myeloschützende Wirkung
der biologisch aktiven Zusammensetzung auf Mäuse, welche chemotherapeutische
Behandlung empfingen
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Mäuse, wurden
intraperitoneal (i.p.) mit 50 mg/kg Körpergewicht an Cyclophosphamid
injiziert. Die Mäuse
wurden dann in die folgenden drei Gruppen unterteilt:
- 1. Mäuse,
welche orale Verabreichung von 4 AU der biologisch aktiven Zusammensetzung
48 Stunden bzw. 72 Stunden nach Behandlung mit Cyclophosphamid empfingen;
- 2. Mäuse,
welche Cyclophosphamid alleine (Kontrolle 1) empfingen; und
- 3. eine weitere Gruppe von Mäusen,
welche die orale Verabreichung von Wasser allein empfingen (Kontrolle
2).
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96
Stunden nach Beginn des Empfangs der oben genannten Behandlungen
wurden Blutproben von einer jeden der behandelten Mäuse entnommen. Die
Blutzellenzahlen wurden in einem Coulter-Zähler durchgeführt, und
differentielle Zellzahlen wurden auf Abstrich-Proben, angefärbt mit
May-Grunvald-Giemsa-Lösung
durchgeführt.
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Wie
in 4 zu sehen ist, war die Anzahl der peripheralen
Blut-Leukozyten und Neutrophile in Mäusen, welche Cyclophosphamid
allein empfingen (Kontrolle 1) verändert im Vergleich zur Anzahl
dieser Zellen in Mäusen,
in welche keine chemotherapeutischen Behandlung empfingen (Kontrolle
2). In Mäusen,
welche die biologisch aktive Zusammensetzung empfingen, folgend
auf die Cyclophosphamid-Behandlung war die Anzahl der weißen Blutzellen
wieder hergestellt im Vergleich zu den Mäusen, welche Cyclophosphamid
allein empfingen (Kontrolle 1), wobei die Anzahl der weißen Blutzellen
und Neutrophilen sogar höher
war als die Anzahl der gleichen Zellen in Mäusen, welche überhaupt
kein Cyclophosphamid empfingen (Kontrolle 2).