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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Falzverbindung nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zu dessen Herstellung nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 4 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6 (siehe z.B.
US-A-3490137 welche die
Merkmale des Oberbegriffs der Ansprüche 1 und 4 beschreibt und
DE-U-8708142 , welche die
Merkmale des Oberbegriffs von Anspruch 6 beschreibt).
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Falzverbindungen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sind in der Lüftungs-
und Klimatechnik notorisch bekannt. Diese Verbindungen weisen den inhärenten Nachteil
auf, dass sie nicht dicht sind, da jede Falzverbindung nach ihrer
Herstellung zum Zurückfedern,
d.h. zum Öffnen
neigt. Die daraus resultierenden Leckverluste (Leckage) solcher
Verbindungen sind aber oft aus hygienischen, gesundheitlichen und/oder
energetischen Gründen
untragbar, so dass zusätzliche
Operationen zum Abdichten, beispielsweise zum Einlegen eines Gummibandes
und/oder zum Verkleben der Falzverbindung notwendig sind. Vgl. u.a.
WO 00/27557 ,
10 bis
13, wo verschiedene Arten der Klemmung
von Dichtungen aufgezeichnet sind.
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Dies
ergibt weitere Nachteile: Neben dem resultierenden hohen Material-
und Zeitaufwand zum Einbringen von zusätzlichem Dichtungsmaterial
in die Falzverbindung ist dessen Wirksamkeit weitgehend von der
Sorgfalt des Anwenders (Arbeiters) abhängig. Zudem neigen auch synthetische
Dichtungsmaterialien zum Verspröden
und ertragen nur geringe Druckunterschiede, insbesondere wenn grössere Spalte
und/oder Scherkräfte
vorhanden sind.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine metallisch dichtende
Falzverbindung zu schaffen, welche den heutigen hohen Dichtungsanforderungen
der Praxis gerecht wird. Insbesondere soll die Falzverbindung auch
für Lüftungsanlagen
der Dichtigkeitsklasse C geeignet sein, ohne dass zusätzliche
Dichtmittel und/oder eine Nachbearbeitung erforderlich sind. Diese
Klasse C, angewendet für Falzverbindungen
hoher Dichtigkeit wurde durch das Komitee der Hersteller von "Lufttechnischen und Trocknungs-Anlagen
(EUROVENT)" definiert
und entspricht einer maximalen Leckage von beispielsweise 0,01 m3 Luft pro s, bei einer Prüffläche von
200 m2 unter einem Prüfdruck von 1000 Pa.
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Ebenfalls
ist ein Verfahren anzugeben, das die wirtschaftliche Herstellung
derartiger Falzverbindungen ermöglicht.
Im weiteren ist eine geeignete Vorrichtung zu schaffen, welche die
Qualität
der Falzverbindung auf rationelle Weise sichert und möglichst universell
anwendbar ist, d.h. sowohl für
Rohre, Rohrsegmente und Rohrbögen
geeignet ist.
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Die
zu schaffende Falzverbindung soll in einer üblichen Technologie herstellbar
sein, keine besondere Ausbildung der Verarbeiter erfordern sowie in
ihrem Erscheinungsbild und in ihrer Stabilität dem Gewohnten zumindest entsprechen.
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Diese
Aufgabe ist durch die Merkmale der Ansprüche 1, 4 und 6 gelöst.
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Die
nach dem Patentanspruch geschaffene Falzverbindung ergibt im Falzinnern
eine formschlüssige
Abdichtung, insbesondere am Aussendurchmesser des flanschartigen
Doppelfalzes durch den relativ grossen Biegeradius des umschliessenden zweiten, äusseren
Doppelfalzes. Dadurch wird das Nachfedern der Verbindung minimiert;
die metallische Dichtung ist dauerhaft und nur wenig vibrationsempfindlich. – Der Umschlingungsradius
im Bereich des grössten
Aussendurchmessers am äusseren Doppelfalz
ist gegenüber
einem eingeschlossenen einfach gebördelten Flansch (auch Einfachbord
genannt) grösser.
Dies verhindert ein materialtechnisch unzulässiges Überdehnen der Biegestelle und
damit massive Materialversetzungen, Haarrisse und spätere Korrosion
am Falz, wie sie oft an bestehenden Lüftungsanlagen beobachtbar sind.
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Der
im Patentanspruch verwendete Begriff "umlaufend" bedeutet dementsprechend, dass eine zusammenhängende,
formschlüssig
am Gegenstück anliegende
Dichtfläche
vorhanden ist, welche sich linienförmig, koaxial und ohne Unterbrüche über den ganzen
Umfang der Falze erstreckt.
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Wird
eine erfindungsgemässe
Falzverbindung aufgeschnitten, so zeigt sie gegenüber einer Verbindung
mit einem einfach gebördelten
Flansch eine nahezu ideale metallisch dichtende Kontaktfläche, welche
den ganzen inneren Doppelflansch formgenau umschliesst.
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Entscheidend
für das
gute Dichtungsverhalten der Verbindung ist die erwähnte umlaufende
Ausgestaltung der Dichtungsflächen,
da diese zusätzlich zur
eigentlichen Sperre eine oder mehrere hochwertige Labyrinthdichtungen
mit minimalsten Leckverlusten bilden.
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Demgegenüber erweist
es sich aber als vorteilhaft, wenn der flanschartige Doppelfalz
einen innen liegenden Luftspalt aufweist, so dass eine gezielte
Federwirkung des inneren Falzes gegen das Innere des zweiten Doppelfalzes
vorhanden ist. Dies gewährleistet
eine dauerhafte metallische Dichtung auch im Betrieb bei wechselnden
Druckverhältnissen.
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Insbesondere
bei nicht plattierten Rohren kann eine Isolierschicht aus einem
flüssig
aufgetragenen Polymer vorteilhaft sein, damit keine Kontaktkorrosion
an der Verbindungsstelle im Falz entsteht; die nach dem Aushärten verbleibende
dünne Schicht übernimmt
dann zusätzlich
eine Ausgleichs- und Dichtungsfunktion. – Funktionell ändert eine
Isolierschicht das Grundprinzip des beim Schliessvorgang einwirkenden,
durch äussere
Kräfte
erzeugten Formschluss nicht, auch wenn die metallischen Kontakflächen durch
dünne Zwischenschichten
ergänzt
sind bzw. wenn eine metallische Plattierung des Blechs durch eine
Isolationsschicht ersetzt und/oder ergänzt ist.
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In
abhängigen
Ansprüchen
sind vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstands charakterisiert.
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Besonders
vorteilhaft ist ein unter einer starken äusseren Klemmwirkung stehender
Luftspalt zwischen den Flanschteilen, was deren hohe Federwirkung
ergibt. Diese verbessert einerseits die Dichtung auf Grund der hohen
Pressung zwischen den Kontaktflächen
und kann andererseits Wärmedehnungen
und Vibrationen kompensieren, ohne erhöhte Leckage.
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Durch
den Einbezug einer zusätzlichen
Isolierschicht, zwischen dem äusseren
und dem inneren Falz kann das Dichtungsverhalten zusätzlich verbessert
werden.
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Die
Herstellung der Falzverbindung kann auf einer Bördel- und Falzschliessmaschine vom Typ GORELOCKER
BETA 3 der Firma Spiro International S.A., CH-3178 Boesingen (vgl.
Prospekt 05.1998) mittels geeigneter Rollen erfolgen.
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Dies
geschieht dadurch, dass in einem ersten Verfahrensschritt an einem
ersten Rohrende ein flanschartiger Doppelfalz hergestellt wird,
dass in einem zweiten Verfahrensschritt am zu verbindenden weiteren
Rohrende ein Falzhaken mit einem gegenüber dem flanschartigen Doppelfalz
grösseren
Innendurchmesser geformt wird, dass in einem dritten Verfahrensschritt
der Falzhaken über
den Doppelfalz geschoben wird und dass danach das überstehende Teil
des Falzhakens anliegend über
den flanschartigen Doppelfalz gedrückt wird, so dass dieser dichtend
umschlossen ist.
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In
einer bevorzugt verwendeten, erfindungsgemässen Vorrichtung erfolgt die
Herstellung des flanschartigen Doppelfalzes am ersten Rohrende dadurch,
dass in einem ersten Verfahrensschritt das erste Rohrende stirnseitig
auf den Maschinentisch, peripher im Innern tangierend über ein
in ihrer Achslage fixierte, rotierende erste Formrolle gestülpt wird, dass
in einem zweiten Schritt eine ebenfalls rotierende zweite Formrolle
so lange in ihrer Tangentialebene verschoben wird, bis sie das Rohrende
aussen berührt,
so dass dieses im Gleichlauf mitdreht, dass in einem dritten Schritt
die zweite Formrolle schrittweise, in der Tangentialebene, um die
Breite des Doppelfalzes gegen die erste Formrolle verschoben wird, so
dass sich auf dem Rohrende ein umlaufender Falzhaken abprägt, dass
in einem vierten Schritt eine untere Zustellrolle auf einer zweiten
Ebene, die zur Tangentialebene um wenigstens die zweifache Dicke des
Rohrmaterials tiefer gelegt ist, in Richtung Formrolle weiterverschoben
wird, wobei unter der zweiten Formrolle eine untere Rolle gleichlaufend
in Gegenrichtung zurückgezogen
wird, so dass sich der Falzhaken schliesst und ein flanschartiger
Doppelfalz entsteht.
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Eine
besonders zur Herstellung eines flanschartigen Doppelfalzes geeignete
Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass eine verschiebliche untere
Rolle als Hohlwelle ausgebildet ist, dass im inneren der Hohlwelle
eine Antriebswelle vorgesehen ist, welche eine in ihrer Achslage
fixierte Formrolle trägt,
dass die Zustellrolle als Hohlwelle ausgebildet ist, dass im inneren
dieser Hohlwelle eine Antriebswelle vorgesehen ist, welche eine
obere verschiebliche Formrolle trägt und dass die Zustellrolle
und die Formrolle gleichlaufend verschieblich in Schlitten angeordnet
sind und dass zudem beide Rollen in einem gegen die achsfeste Formrolle
und die verschiebliche Formrolle ebenfalls verschieblichen Schlitten
angeordnet sind. – Dies
erlaubt eine besonders rationelle Arbeitsweise.
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Die
verschieblich angeordnete Formrolle und die darunter befindliche
untere Zustellrolle sind besonders präzise und dauerhaft geführt, wenn
sie in einem mit Linearkugellager versehenen Schlitten gelagert
sind.
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Eine
sehr einfache Verschiebungsmöglichkeit
für die
weiteren Schlitten, welche die ihrerseits ebenfalls verschieblichen
untere Zustellrolle und eine untere Formrolle tragen, wird durch
seitliche Führungswangen
erreicht.
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Die
gewünschten
linearen Verschiebungen der Schlitten werden durch Hydraulikzylinder
realisiert, was einen sehr kompakten und günstigen Aufbau der Vorrichtung
ermöglicht.
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Ein
weiterer Vorteil besteht in der durch ebenfalls handelsübliche hydraulische
Bauteile möglichen
Ausführung
eines gezielten Gleichlaufs der Schlitten.
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Die
Antriebswellen der angetriebenen Rollen sind sehr platzsparend über Kardanwellen
und Hydraulikmotoren angetrieben und durch ein zentrales Hydraulikaggregat
gespeist und mit an sich bekannten Bauteilen auf einen peripheren
Gleichlauf, d.h. auf gleiche Umfangsgeschwindigkeit der Rollen eingestellt
und geregelt.
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Nachfolgend
werden an Hand von Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung
erläutert.
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Es
zeigen:
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1 eine
typische Verbindung in der Lüftungstechnik,
zwei rechtwinklig zueinander stehende Spiralrohre sind mittels Segmentbögen und
Falzverbindungen miteinander verbunden,
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2 eine
Falzverbindung gemäss 1,
in vergrösserter
Schnittdarstellung,
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3 bis 6 die
einzelnen Verfahrensschritte zur Herstellung eines inneren flanschartigen Doppelfalzes
nach 2,
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7 das
Zusammenfügen
einer Falzverbindung,
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8 das
formschlüssige
Verbinden der Falzverbindung aus 7 durch
Umlegen des Falzhakens,
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9 eine
bevorzugte Vorrichtung zur Herstellung eines flanschartigen Doppelfalzes,
in Teilschnitt-Darstellung,
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10 eine
Schnittdarstellung durch die linksseitige Antriebswelle, in orthogonaler
Richtung betrachtet und
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11 die
Vorrichtung nach 9, in einer Draufsicht von oben.
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In 1 sind
mit S1 und S2 gewickelte Rohre aus plattiertem Blech ersichtlich,
notorisch bekannt als "Spiralrohre", welche über Segmentbogen s2
bis s5 miteinander verbunden sind. Die Anschlüsse der Bogensegmente s2 und
s5 an die Rohre S1 und S2 erfolgt über konventionelle lösbare Verbindungen
V. Die Anschlussbogen s2 und s5 weisen Wulste W auf, welche als
Anschlag und der Versteifung dienen. Die eigentlichen erfindungsgemässen Falzverbindungen
sind mit A bezeichnet; die Mittellinie der Rohrverbindung weist
die Bezeichnung m auf und entspricht der neutralen Faser.
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Die
Falzverbindung A ist in vergrösserter Schnittdarstellung
in 2 ersichtlich. Gezeichnet sind hier die mittleren
Segmentbogen s3 und s4 mit dem ersten Rohrende X und dem zweiten
Rohrende Y. An diesen befinden sich Absätze 5, in Form von Einschnürungen.
Das Rohrende X endet mit einem flanschartigen Doppelfalz 1,
mit seinen Flanschteilen 1a und 1b, welche zusammen
einen Flanschkragen bilden. Dazwischen befindet sich ein Luftspalt 3,
der dem Segment s3 u.a. als Dehnfuge dient und gleichzeitig eine
Federwirkung auf den äusseren
umschliessenden Doppelfalz 2 ausübt.
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Am äusseren
Bereich der Flanschteile 1a, 1b und dem Bogen 1c liegt
der umschliessende Doppelfalz 2 aussen formschlüssig an. – Selbst
wenn das Blech der Doppelfalze Unebenheiten aufweist, entstehen
durch die gezeigte federnde Verbindung Kontaktstellen, die über die
Teile 1a bis 1c mehr oder weniger konzentrisch
umlaufend sind und zumindest als Labyrinthdichtung wirken.
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Die
Verbindung des inneren Flansches, d.h. des Doppelfalzes 1 mit
dem umschliessenden Doppelfalz 2 erfolgt in an sich bekannter
Weise, auf einer Falzschliessmaschine beispielsweise vom Typ GORELOCKER
BETA 3.
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Den 3 bis 6 ist
die Herstellung des flanschartigen Doppelfalzes 1 zu entnehmen.
Dass zu bearbeitende Formteil bzw. Rohrsegment ist mit 6 bezeichnet
und liegt auf einer Abstützfläche 29 auf.
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Verfahrensgemäss wird
nach 3 in einem ersten Schritt das Rohrende des Segments 6 über eine
rotierende Formrolle 20 und eine darunter befindliche untere
Rolle 21 gestülpt,
die als Hohlwelle ausgebildet ist und einen entsprechenden zentralen unteren
Hohlraum H aufweist, der bedeutend grösser ist als dies für den berührungsfreien
Antrieb der Rolle 21 erforderlich ist. – Eine daneben befindliche
Formrolle 10 und eine untere Zustellrolle 11 befinden
sich in Ruhestellung.
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Aus 4 erkennt
man, dass die beiden Rollen 10 und 11 um einen
Weg a0 in das Formteil 6 verschoben
wurden, bis es durch die Formrolle 10, die zwischenzeitlich
ebenfalls in Rotation versetzt wurde, touchiert wird. Durch die
Reibung der äusseren
Peripherie der Rolle 10 am Formteil 6 beginnt sich
dieses ebenfalls zu drehen. – Eingezeichnet
sind zueinander parallele Tangentialebenen E1 und E2, welche die
möglichen
Verschiebewege der Rollen 10 und 11 charakterisieren.
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Durch
ein schrittweises Weiterbewegen der rotierenden Formrolle 11 bis
zum Ende des Weges a1 bildet sich am Formteil 6 ein
Falzhaken 4 aus, der sich über den ganzen Umfang der unteren
Seite des Formteils 6 erstreckt. Siehe 5.
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Während sich
das Formteil 6 weiter dreht, 6, erfährt die
untere Zustellrolle 11 ebenfalls einen Vorschub um den
Weg a2, aber in der Ebene E2, so dass sich
am Formteil 6 der eingezeichnete Doppelfalz 1 bildet.
Möglich
ist dieser Verschiebeweg, weil die Rollen 11 und 21 Hohlräume H aufweisen. Durch
eine Synchronisierung der Bewegung der beiden Rollen 11 und 21 erfolgt
eine formgenaue Falzbildung, ohne dass sich die Flanschteile an
den Rollen stauchen.
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Durch
eine Rückführung der
Rollen in die Ausgangslage gemäss 3 lässt sich
das Formteil 6 mit seinem endseitigen, flanschartigen Doppelfalz entnehmen
und weiter bearbeiten.
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Der
Zusammenbau der Flanschverbindung ist den 7 und 8 zu
entnehmen, welche mit den bereits verwendeten Bezugszeichen versehen sind. – Bemerkenswert
ist, dass durch das Umlegen des Falzhakens 4 der in 7 relativ
grosse Luftspalt 3 in 8 verkleinert
wird zu einem Luftspalt 3'. – Dies erklärt die in
der Praxis beobachtete permanente Federwirkung und damit die Abdichtung
innerhalb der Falzverbindung.
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Das
an Hand der 3 bis 6 beschriebene
Verfahren zur Herstellung eines inneren Doppelfalzes 1 ist
in eine Vorrichtung umgesetzt worden, welche in den 9 bis 11 aufgezeigt
ist.
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Gemäss 9 sind
die verschieblichen Formrollen 10 und die Zustellrolle 11 in
einem ebenfalls verschieblichen Schlitten 37 gelagert.
Die Rolle 10 ist durch eine als Schraubverbindung mit Keil
ausgestaltete Axialbefestigung 22 auf einer Antriebswelle 12 fixiert.
Die Antriebswelle 12 weist an ihrer unteren Seite ebenfalls
einen Keil 14 auf, der über
eine Kardanwelle 24 mit einem Hydraulikmotor 26 gekoppelt
ist. Die Welle 12 ist durch Rollenlager 16a und 16b drehgelagert
in einen Schlitten 37 eingebaut, der seinerseits durch
einen Hydraulikzylinder 31 mit Kolbenstange 31' verschieblichen
ist. Darauf, mit Schrauben 35 befestigt, befindet sich
ein weiterer, etwas kleinerer Hydraulikzylinder 30, der
mit seiner Kolbenstange 30' an
einem Bolzen 33 angreift, welcher in einem ebenfalls verschieblichen
Schlitten 38 eingelassen ist. Im Schlitten 38 befinden
sich, konzentrisch zur Welle 12 angeordnete weitere Rollenlager 18a und 18b,
die mit ihren Innenringen auf der unterseitig als Hohlwelle ausgestalteten
Zustellrolle 11 aufgesetzt sind. Ferner ist ein zylindrischer
Hohlraum 39 zwischen der Welle 12 und der Bohrung
der Zustellrolle 11 vorhanden. Das Gehäuse der Rollenlager 18a, 18b,
ist mit 18' bezeichnet;
das zum freien Drehen der Rollen 10 und 11 notwendige
Spiel mit L.
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Ähnlich aufgebaut
ist das gegenüberliegende
Rollenpaar, nämlich
die Formrolle 20 und die über das Spiel L benachbarte
untere Rolle 21. Im Gegensatz zum Vorherigen ist jedoch
ein Formrollen-Block 44 vorhanden, der maschinenfest, d.h.
unbeweglich ist. Die Rolle 21 ist durch eine als Schraubverbindung mit
Keil ausgestaltete Axialbefestigung 23 auf einer Antriebswelle 13 fixiert.
Die Antriebswelle 13 weist unter ebenfalls einen Keil 14 auf,
der über
eine Kardanwelle 25 mit einem Hydraulikmotor 27 gekoppelt ist.
Die Welle 13 ist durch Rollenlager 17a und 17b drehgelagert
im Block 44 eingebaut. Darauf, mit Schrauben 36 befestigt,
befindet sich ein Hydraulikzylinder 32, der mit seiner
Kolbenstangen 32' an
einem Bolzen 34 angreift, welcher in einem verschieblichen
Schlitten 45 eingelassen ist. Im Schlitten 45 befinden
sich, konzentrisch zur Welle 13 angeordnete Rollenlager 19a und 19b,
die mit ihren Innenringen auf der unterseitig als Hohlwelle ausgestalteten
verschieblichen Rolle 21 aufgesetzt sind. Das Gehäuse der
Rollenlager 19a, 19b, ist mit 19' bezeichnet;
der vorhandene zylinderförmige
Luftraum mit 40. Das zu bearbeitende Formteil 6 liegt
auf einer Abstütz-
und Gleitfläche,
auf dem Maschinentisch 29, auf.
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Gespeist
sind die Hydraulikkomponenten durch ein zentrales Hydraulikaggregat 50,
das im Maschinenständer
untergebracht ist und von dem aus Hydraulikleitungen 49 zu
den Steuer- und
Antriebselementen geführt
sind.
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Die
Darstellung des Schnittes A-A durch die Welle 12 in 9 ist
in 10 ersichtlich und zeigt die vorgängig beschrieben
Bestandteile und zusätzlich
zwei Linearkugellager 41, 42, deren Kugelbüchsen 41' und 42' im Schlitten 37 eingelassen
sind. Seitlich ist ein Befestigungsrahmen 46 im Maschinenständer mit
seinen Schweissnähten 47 zu
ersehen.
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Im
verschieblichen Schlitten 37 befinden sich Gewindebohrungen 28,
die der Befestigung von Seitenwangen und Führun gen 38' des darüber aufgeschraubten,
ebenfalls verschieblichen Schlittens 38 dienen. Das verschiebliche
Teil 18'' ist gleichzeitig das
Gehäuse
der Rollenlager 18a, 18b. – Analog ist der Schlitten 45 aus 9 ausgeführt.
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In
der Draufsicht nach 11 sind die einzelne Teile nochmals
ersichtlich; ebenfalls die vorher nicht bezeichneten Führungswangen 45' und zusätzlich Justierschrauben 48,
welche der Wegbegrenzung und Einstellung des Verschiebeweges der Schlitten 38 und 45 dienen.
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Die
Funktionsweise der Vorrichtung zur rationellen Herstellung qualitativ
hochwertiger und reproduzierender flanschartiger Doppelfalze ist
leicht nachvollziehbar durch die
3 bis
6 und
die zugehörige
Beschreibung. Weitere Einzelheiten zur Konstruktionen der Vorrichtung
entsprechen dem maschinellen Aufbau nach
EP-A1-0 998 997 .
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Eine
Anpassung der Abstände
zwischen den Rollen 10, 11 und 20, 21 erfolgt
am einfachsten durch – nicht
dargestellte – Zwischenringe
und wirkt sich entsprechend auf das Spiel L aus. Damit kann die Duktilität und das
Federverhalten des flanschartigen Doppelfalzes auf einfache Weise
beeinflusst und optimiert werden, was auch die Standzeit der Rollen und
den Verschleiss am Formstück 6 mitbestimmt.
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In
einer praktischen Prüfung
an erfindungsgemässen
Falzverbindungen wurden Leckverluste gemessen, die mindestens 20
Prozent besser waren, als die Vorgaben nach EUROVENT, Klasse C.
Die realisierten und geprüften
Doppelfalze hatten typische Falzbreiten von 4,0 bis 12,0 mm, gemessen
am inneren Doppelfalz.
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Voraussetzung
hierzu ist aber eine einwandfreie Fertigung der Falze, wie sie durch
die Vorrichtung nach dem Erfindungsgegenstand reproduzierbar möglich sind.
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Besonders
wichtig sind diese hochwertigen Falzverbindungen in der Verfahrenstechnik,
Reinraum-Technik, etc. wo nicht definierte Lecks zu Gefährdungen
aller Art führen
können.
Der Erfindungsgegenstand ermöglicht
auch hier den Einsatz kostengünstiger,
gewickelter Rohre (Spiralrohre) anstelle von teuren geschweissten
Rohren mit entsprechenden Verbindungen und/oder durch elastische
Einlagen abgedichtete Verbindungen. – Ausserdem reduziert sich
der notwendige Unterhalt solcher Anlagen, da metallische Dichtungen
in der Regel keinem Verschleiss unterworfen sind.
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Im
Sinne einer Weiterentwicklung lässt
sich die Vorrichtung automatisieren, in dem beispielhaft hergestellte
Falzverbindungen in all ihren Maschineneinstellungen und Steuerungsparametern
gespeichert und anschliessend für
die Serienfertigung eingesetzt werden. – Hierfür lassen sich bereits grundsätzlich bekannte "Teaching-Programme" in Verbindung mit
Messgebern (Sensoren etc.) verwenden.
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- 1
- flanschartiger
Doppelfalz
- 1a,
1b
- Flanschteile/Flanschkragen
- 1c
- Bogen
(Radius) zwischen 1a und 1b
- 2
- umschliessender
Doppelfalz
- 3,
3'
- Luftspalt
- 4
- Falzhaken
(Vorstufe zu 2)
- 5
- Absatz/Einschnürung
- 6
- Formteil/Rohrsegment
(Blech)
- 10
- obere
verschiebliche Formrolle
- 11
- Zustellrolle
(unten); Hohlwelle
- 12-13
- Antriebswellen
- 14-15
- Keilbahnen
(Antriebsmittel)
- 16a-17b
- untere
Rollenlager für 12 und 13
- 18a,
18b
- Rollenlager
für 10
- 18'
- Gehäuse von 18a, 18b
- 19a,
19b
- Rollenlager
für 21
- 19'
- Gehäuse von 19a, 19b
- 18'', 19''
- Gleitschuhe
- 20
- achsfeste
Formrolle
- 21
- verschiebliche
untere Rolle; Hohlwelle)
- 22,
23
- Axialbefestigungen
(Schraubverbindung; Keil)
- 24,
25
- Kardanwellen
- 26,27
- Hydraulikmotoren
- 28
- Gewindebohrungen
in 37
- 29
- Abstützfläche/Maschinentisch
- 30-32
- Hydraulikzylinder
- 30'–32'
- Kolbenstangen
von 30 bis 32
- 33,
34
- Bolzen
(Kraftübertragung)
- 35,
36
- Kopplungschrauben
- 35', 36'
- Gewindebohrungen
für 35 und 36
- 37
- verschieblicher
Schlitten für 10 und 11
- 38
- verschieblicher
Schlitten für 11/Seitenwange
- 38'
- Führungswange
(oben)
- 38''
- Lagerschild
- 39,
40
- zylinderförmige Hohlräume (Luft)
- 41,
42
- Linearkugellager/Kugelführungen
(Wellen)
- 42', 43'
- Kugelkranz/Kugelkäfig
- 44
- Formrollen-Block
(fix)
- 45
- verschieblicher
Schlitten für 21/Seitenwange
- 45'
- Führungswange
(oben)
- 46
- Befestigungsrahmen
- 47
- Schweissnähte (Kehlnähte)
- 48
- Justierschrauben/Endanschläge
- 49
- Hydraulikleitungen
- 50
- Hydraulikaggregat
- A
- Falzverbindung
- a0–a2
- Verschiebewege
- E1,
E2
- Tangentialebenen
- H
- Hohlräume
- L
- Luftspalt/Spiel
- m
- Mittellinie/neutrale
Faser
- S1,
S2
- gerade
Rohrstücke
(Spiralrohr)
- s2–s5
- Segmentbogen
- X
- erstes
Rohrende
- Y
- zweites
Rohrende
- V
- Rohrverbindung
(konventionell)
- W
- Wulst