DE60029510T2 - Dampfkühlungssystem für den Ausgleichkolben einer Dampfturbine und dazugehörige Methode - Google Patents
Dampfkühlungssystem für den Ausgleichkolben einer Dampfturbine und dazugehörige Methode Download PDFInfo
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Description
- Gebiet der Erfindung
- Die vorliegende Erfindung betrifft die Strom erzeugende Industrie und insbesondere das Gebiet der elektrischen Stromgeneratoren.
- Hintergrund der Erfindung
- In der Strom erzeugenden Industrie werden oftmals Dampfturbinen zur Erzeugung von elektrischer Energie verwendet. Die Dampfturbinen werden häufig in einer Reihe von unterschiedlichen Dampfdrücken angeordnet, so dass eine Hochdruckturbine (HD), eine Mitteldruckturbine (MD) und eine Niederdruckturbine (ND) entsprechend hintereinander angeordnet sind. Bei einer Reaktions-Beschaufelung bewirkt die Reaktion des Dampfs, dass sich die Schaufeln des Rotors drehen. Bei der Reaktions-Beschaufelung tritt ein sehr hoher Druckabfall auf, und entsprechend sind die auf den Rotor einwirkenden Axialkräfte recht hoch. Folglich kann es zwischen der HD-Turbine und der MD-Turbine und/oder der ND-Turbine zu einem Ungleichgewicht kommen.
- In dem Bemühen, die Axialkräfte bei der MD- und/oder der Kombination aus MD- und ND-Turbine zu verringern oder zu beseitigen, kann zwar eine Turbine mit Strömungsteilung verwendet werden, der Aufbau von Turbinen mit Strömungsteilung kann aber kostspielig und komplex sein. Bei kombinierten MD-ND-Turbinen mit Strömungsteilung kann es zudem infolge der Umleitung des Dampfs vom Auslass des MD-Abschnitts der Beschaufelung zum Einlass des ND-Abschnitts der Beschaufelung zu einem verringerten thermischen Wirkungsgrad kommen. Folglich ist für gewisse Anwendungen eine MD-Turbine und/oder eine kombinierte MD-ND-Turbine mit Reaktionsbeschaufelung und einer geraden Durchgangsströmung wünschenswert.
- Als Alternative kann daher ein Druckausgleichkolben am Einlass zur MD- und/oder kombinierten MD-ND-Turbine mit gerader Durchgangsströmung zum Zweck des Ausgleichs der Axialkräfte angeordnet werden. Allerdings sind selbst mit einem derartigen Druckausgleichkolben am Turbinensystem immer noch Probleme möglich, weil eine Kriechdeformation des Druckausgleichkolbens auftreten kann. Bei einem in einem solchen Turbinensystem angeordneten Druckausgleichkolben mit einem großen Durchmesser kann der Rotorwerkstoff in tangentialer Richtung bei entsprechenden Umlaufgeschwindigkeiten bzw. Betriebsdrehzahlen stark beansprucht werden, und aufgrund der Anordnung des Druckausgleichkolbens nahe dem heißen Einlass der MD-Turbine können zudem Kriechdeformationen auftreten.
- Sowohl in der US-Patentschrift 3 614 255 als auch der DE-Patentschrift 560 954 werden Dampfturbinen beschrieben.
- Zusammenfassung der Erfindung
- Gemäß der Erfindung wird eine Dampfkühlsteuerungsvorrichtung zum Steuern des Kühldampfdrucks während des Strömens des Kühldampfs bereitgestellt, wie es in Anspruch 1 beschrieben wird.
- Gemäß der Erfindung wird außerdem ein Verfahren der Dampfkühlung eines Turbinensystems bereitgestellt, wie es in Anspruch 11 beschrieben wird.
- Kurzbeschreibung der Zeichnungen
- Einige der Merkmale, Vorteile und Nutzen der vorliegenden Erfindung sind bereits genannt worden, andere werden im Verlauf der Beschreibung deutlich werden, wenn diese im Zusammenhang mit den Zeichnungen gesehen wird, in denen:
-
1 eine Seitenschnittansicht eines Dampfkühlsystems für einen in einer Reihe von Turbinen angeordneten Druckausgleichkolben gemäß der vorliegenden Erfindung ist; -
2 eine vergrößerte Frontansicht eines Steuerventils eines Dampfkühlsystems für einen Druckausgleichkolben gemäß der Erfindung ist; -
3 ein schematisches Blockschaubild eines Dampfkühlsystems für einen Druckausgleichkolben in einer Reihe von Turbinen gemäß der vorliegenden Erfindung ist; und -
4 eine vergrößerte Seitenansicht von Teilen eines Dampfkühlsystems für einen Druckausgleichkolben gemäß der Erfindung ist. - Ausführliche Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
- Die vorliegende Erfindung wird nun nachfolgend ausführlicher mit Bezug auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben, in denen die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung dargestellt werden. Diese Erfindung kann jedoch in vielen verschiedenen Formen ausgeführt werden, und sie sollte daher nicht als auf die hier veranschaulichten Ausführungsformen begrenzt angesehen werden. Diese veranschaulichten Ausführungsformen sind vielmehr so dargestellt, dass diese Offenlegung ausführlich und vollständig ist und für den Fachmann der Umfang der Erfindung erkenntlich wird. Gleiche Bezugszahlen beziehen sich durchgehend auf gleiche Elemente, und Einfach- und Doppelindizes werden verwendet, um ähnliche Elemente in verschiedenen Ausführungsformen auszuweisen.
- Die
1 und3 veranschaulichen eine Dampfkühlsystem30 für einen Druckausgleichkolben40 , der, was dem Fachmann ohne weiteres verständlich ist, zwischen einer ersten Hochdruck- (HD-) Dampfturbine12 in einer geraden Durchgangsströmungskonfiguration und einer zweiten Mitteldruck- (MD-) Dampfturbine16 in einer geraden Durchgangsströmungskonfiguration in unmittelbarer Nähe der ersten HD-Dampfturbine12 eines Dampfturbinen-Stromerzeugungssystems10 angeordnet ist. Eine z.B. stromabwärts von der MD-Turbine oder als Teil der MD-ND-Turbine angeordnete Niederdruck- (ND-) Dampfturbine9 kann außerdem einen Teil des Turbinensystems10 bilden. Der Druckausgleichkolben40 ist neben dem Rotor-Einlassbereich17 der zweiten MD-Dampfturbine16 sowie zwischen der zweiten MD-Dampfturbine16 und der ersten HD-Dampfturbine12 angeordnet. - Wie es vielleicht in
3 am besten dargestellt ist, kann das Dampfturbinen-Stromerzeugungssystem10 eine Vielzahl von Leitungs- oder Rohrwegen für den Dampf und eine Vielzahl von Ventilen zum Betreiben des Systems10 aufweisen. Es wird beispielsweise gezeigt, dass die HD-Dampfturbine12 Kreislaufentlüftungen11 , HD-Abflüsse13 , eine HD-Entlüftung14 , ein HD-Bypassventil15 und andere Ventile26 enthalten kann. Wie der Fachmann ohne weiteres verstehen wird, stellen die Kreislaufentlüftungen11 , die HD-Abflüsse13 und die HD-Entlüftung14 vorzugsweise einen Strömungsweg zum Kondensator22 bereit, der den umlaufenden oder zuströmenden Dampf kondensiert. Die MD-Dampfturbine16 enthält Haubensprühmittel (hood sprays)18 , MD-Abflussleitungen19 sowie ein ND-Bypassventil20 und eine Vielzahl von Ventilen21 (z.B. das Verschlussventil (interceptor valve IV), das Zwischenerwärmungsstoppventil (reheat stop valve RV), das Induktionssteuerungsventil (induction control valve ICV) und das Induktionsstoppventil (induction stop valve ISV), die in Fluidverbindung damit angeordnet sind). Die Haubensprühmittel18 , die MD-Abflüsse19 und das ND-Bypassventil20 sind ebenfalls fluidmäßig mit dem Kondensator22 verbunden. Ein Wärmewiedergewinnungs-Dampfgenerator25 ist ebenfalls in Fluidverbindung mit den Turbinen12 ,16 angeordnet, um Dampf mit hohem, mittlerem bzw. niedrigem Druck zu erzeugen. Der gekühlte Dampf kann auch so geleitet werden, dass er durch einen Zwischenüberhitzer24 des Wärmewiedergewinnungs-Dampfgenerators25 strömt oder zirkuliert, wie es dargestellt ist. - Das Dampfkühlsystem
30 beinhaltet zudem vorzugsweise eine Kühldampfleitung32 , z.B. ein Rohr, eine Röhre oder eine Leitung, die nahe der ersten HD-Turbine12 einen Einlass und nahe dem Druckausgleichkolben40 einen Auslass hat, um dazwischen einen Dampfkühlpfad bereitzustellen. Das System30 weist zudem ein Dampfdrucksteuermittel auf, das mit der Leitung32 verbunden ist, um den Kühldampfdruck zu steuern, wenn Kühldampf zwischen der ersten HD-Turbine12 und der zweiten MD-Turbine16 strömt. Das Dampfdrucksteuermittel enthält vorzugsweise eine Steuereinheit31 , die zur Steuerung des Kühldampfdrucks angeordnet ist, ein Kühldampfsteuerventil35 , das mit der Leitung32 und der Steuereinheit31 verbunden ist, einen ersten Drucksensor33 , der Verbindung zur Steuereinheit31 hat und nahe dem Einlass17 der MD-Dampfturbine16 und stromabwärts vom Druckausgleichkolben40 angeordnet ist, um z.B. den Einlassdruck zur MD-Turbine zu erfassen, und vorzugsweise wie gezeigt an der MD-Turbinenbeschaufelung angeordnet ist, und einen zweiten Drucksensor34 , der so angeordnet ist, dass er Verbindung hat mit der Steuereinheit31 in der Leitung32 stromaufwärts vom ersten Drucksensor33 und dem Druckausgleichkolben40 und stromabwärts von dem Kühldampfsteuerventil 35, um den Druck in der Kühldampfleitung zu erfassen, so dass das Kühldampfsteuerventil35 funktionsmäßig öffnet und schließt, um den Druck in der Kühldampfleitung auf einem vorgegebenen Wert X aufrechtzuerhalten oder zu regeln, der größer als der Einlassdruck der zweiten MD-Dampfturbine16 ist (siehe4 ). - Das Kühldampfsystem
30 wird vorzugsweise verwendet, um eine Kühlung für den Einlassbereich17 des MD-Rotors bereitzustellen, und es wird hier funktionsmäßig beschrieben. Die Kühldampfleitung32 erhält vorzugsweise Dampf von zwei Stellen in der HD-Dampfturbine12 , nämlich von dem HD-Auslass und der Leckgasleitung des HD-Druckausgleichkolbens, wie der Fachmann ohne weiteres verstehen wird. Der gemischte Kühldampf passiert das Steuerventil35 und gelangt, wie der Fachmann verstehen wird, in einen hohlen Führungsstift in dem Ring, der z.B. stromaufwärts vom MD-Druckausgleichkolben Abdichtungen aufweist, z.B. in einer ,Sechs-Uhr-Anordnung'. Der Kühldampf strömt anschließend zum Rotor durch einen internen Durchgang in dem Ring stromaufwärts vom MD-Druckausgleichkolben und sorgt dafür, dass der MD-Druckausgleichkolben und der Rotorbereich der ersten Stufe gekühlt werden. Die Menge des Leckdampfs eines HD-Druckausgleichkolbens (nicht gezeigt), der stromaufwärts von der HD-Dampfturbine in unmittelbarer Nähe des Einlasses der HD-Dampfturbine angeordnet ist, die in diesem System30 zum Einsatz kommt, wird vorzugsweise durch den radialen Dichtabstand in dem HD-Druckausgleichkolben bestimmt oder gesteuert, wie dem Fachmann ohne weiteres geläufig ist. Der Leckstrom mit der höheren Temperatur aus der Stopfbuchse wird in der Kühldampfleitung32 mit dem kühleren HD-Auslassdampf vermischt und bildet so eine Zufuhreinrichtung für Kühldampf, z.B. mit einer Temperatur von etwa 410 °C (ca. 770 °F). - Im normalen Betrieb der Dampfturbinen
12 ,16 ist das Kühldampfventil35 weit geöffnet. Während der Betriebsphase hingegen, in der das Verschlussventil21 den MD-Einlassstrom regelt (beispielsweise beim Hochlaufen und bei geringer Last), übernimmt das Steuerventil35 die Steuerung. In diesen Fällen übt das Ventil35 die Steuerung aus, um den Abwärtsstromkühldampfdruck zu regeln, damit am MD-Druckausgleichkolben kein Ungleichgewicht der Axialkräfte entsteht. Die Steuereinheit31 steuert die Position des Steuerventils35 auf der Grundlage des Verhältnisses von MD-Zylindereinlassdruck und Kühldampfleitungsdruck, der stromabwärts vom Steuerventil35 gemessen wird. Die Steuerungen werden zur Regelung der Stellung des Kühldampfsteuerventils35 so konfiguriert, dass ein vorgegebener Wert des Drucks in der Kühldampfleitung aufrecht erhalten wird, z.B. entsprechend 110 % des MD-Einlassdrucks. Dieses Druckverhältnis stimmt in etwa mit dem am Zwischenüberhitzer erwarteten Druckabfall bei Volllastbetrieb überein. Dadurch wird sichergestellt, dass das Steuerventil35 im normalen Betrieb völlig geöffnet ist. Beim Hochlaufen wird das Kühldampfsteuerventil35 erst geöffnet, wenn Dampf zur HD-Dampfturbine12 geleitet wird und der HD-Auslassdruck um 10 höher als der MD-Einlassdruck ist. Wenn die Steuereinheit31 an ihrem Eingang weder den MD-Einlassdruck noch den Kühldampfleitungsdruck erhält, schließt die Steuereinheit31 automatisch das Kühldampfsteuerventil35 . In dieser Situation wird der Bediener von der Steuereinheit31 auf den Fehler aufmerksam gemacht. Der Bediener kann dann die Temperaturen des Axiallagermetalls sowie den Wert des Überwachungsinstruments für die Rotorposition zur Anzeige übermäßiger Axiallagerbelastungen intensiv verfolgen. - Wie vielleicht in
2 am besten dargestellt ist, handelt es sich bei dem Kühldampfsteuerventil35 vorzugsweise um ein 4-Zoll/270-kg-Kugelventil, das in der Dampfkühlleitung32 zwischen der HD-Dampfturbine12 und der MD/ND-Dampfturbine16 angeordnet ist. Die Ventilstellung wird unter Verwendung eines Strom-zu-Pneumatik-Stellers36 gesteuert, der den Leitungsdruck in einem pneumatischen Stellglied37 regelt, z.B. zwischen 0,41 bar und 2,07 bar (6 und 30 psi). Eine Zufuhreinrichtung38 von Luft oder Druckluft ist so angeordnet, dass sie die Luft durch einen Regler leitet, bevor sie zum Steller36 gelangt. Das pneumatische Stellglied37 ist konstruktiv so gestaltet, dass das Steuerventil35 bei 0,41 bar schließt und dass 2,07 bar einer hundertprozentigen Offenposition entsprechen. Der Steller36 empfängt ein 4- bzw. 20-mA-Signal von der Steuereinheit31 , die so gestaltet ist, dass sie bei 4 mA geschlossen und bei 20 mA geöffnet ist. Die Luft- und Stromsignale sind so kalibriert, dass im Falle des Ausfalls der Steuereinheit31 oder aber des Pneumatiksteuersignals sichergestellt ist, dass das Steuerventil35 schließt. Dem Fachmann ist klar, dass die Steuereinheit31 entweder eine separate Steuereinheit sein oder ein Teil eines Turbinensteuersystems bilden kann, das auch den Betrieb der Turbinen im System10 steuert. Das Schließen dieses Steuerventils35 kann kritisch sein, da das Kühldampfsteuerventil35 auch das Axiallager während eines Leistungseinbruchs der Turbine schützt. Wenn ein Leistungseinbruch auftritt, kann die MD/ND-Dampfturbine16 ohne weiteres rasch zum Kondensator22 evakuiert werden, während die HD-Dampfturbine12 unter Umständen nicht so rasch evakuiert werden kann, was in erster Linie von der Ansprechzeit des HD-Entlüftungsventils abhängt. Eine Situation, in der die MD/ND-Dampfturbine oder der Zylinder16 leergemacht wird und bei der HD-Dampfturbine oder dem Zylinder12 dies nicht geschieht, kann zu einer großen Druckdifferenz am MD-Druckausgleichkolben und somit zu einer großen Axialkraft auf den Rotor führen. Um die Dauer dieses Vorkommnisses zu begrenzen, wird das Kühldampfsteuerventil35 so angesteuert, dass es rasch schließt, wenn die Strömung in die MD-Dampfturbine16 unterbrochen wird, z.B, während eines Leistungseinbruchs der Turbine oder einer Aktion der Überdrehzahlschutz-Steuerung (overspeed protection control – OCP). - Das Kühldampfsteuerventil
35 ist vorzugsweise so ausgelegt, dass es während solcher Vorkommnisse innerhalb einer Sekunde schließt. Damit eine derart kurze Schließzeit zugelassen werden kann, ist ein Schnellauslöseventil39 vorgesehen, um die Luft aus dem Stellglied in die Atmosphäre abzulassen (siehe2 ). Während eines Leistungseinbruchs oder einer OPC-Aktion gibt die Steuereinheit31 rasch die Anforderung an den Dampfkühlventil-Steller36 , eine völlig geschlossene Stellung einzunehmen. Der resultierende plötzliche Druckabfall am Ausgang des Stellers aktiviert das Schnellauslöseventil39 . Somit wird durch diese Aktion der Druck des Stellglieds auf Atmosphärendruck gebracht und das Ventil35 rasch geschlossen. - Im normalen Teillastbetrieb, wenn das Dampfkühlsteuerventil
35 die Steuerung übernehmen muss, handelt es sich bei dem Anforderungssignal für den Steller36 um einen sich langsam bewegenden Sollwert von der Steuereinheit31 . Das Schnellauslöseventil39 gestattet eine normale Luftströmung in das Stellglied37 zum Öffnen und Halten einer gegebenen Ventilstellung. Für eine langsame Bewegung in der geschlossenen Stellung sorgt ein Bypassventil42 am Kühldampfventil35 dafür, dass Luft unter Einwirkung einer Steuerung aus dem Stellglied37 zum Steller36 strömt. Um die ordnungsgemäße Funktion des DEH-Ausgangs zu gewährleisten, sind vorzugsweise der Steller36 und das Stellglied37 sowie ein Grenzschalter44 am Kühldampfventil35 vorgesehen, um anzuzeigen, ob das Ventil35 geschlossen wurde, ohne dass eine Notwendigkeit dafür bestand. Unter diesen Bedingungen würde der Bediener die oben beschriebenen Überwachungstätigkeiten und Kontingenzoperationen fortsetzen. - Wie in den
1 bis4 veranschaulicht ist, beinhaltet die vorliegende Erfindung auch ein Dampfkühlverfahren eines Turbinensystems10 . Das Verfahren beinhaltet vorzugsweise das Anordnen eines Druckausgleichkolbens40 in unmittelbarer Nähe des Einlasses17 einer Mitteldruck (MD-) Dampfturbine12 und zwischen der MD-Dampfturbine12 und einer Hochdruck- (HD-) Dampfturbine16 , wodurch ein Dampfkühlpfad zwischen der MD- und der HD-Dampfturbine12 ,16 und mit einer Verbindung zum Druckausgleichkolben40 bereitgestellt wird, und es beinhaltet die Steuerung des Kühldampfdrucks, wenn Kühldampf zwischen der HD-Dampfturbine12 und der MD-Dampfturbine16 strömt, so dass der Druck in der Kühldampfleitung funktionsmäßig auf einem vorgegebenen Wert gehalten wird, der größer als der Einlassdruck der MD-Dampfturbine12 ist. - Der Schritt der Steuerung des Kühldampfdrucks beinhaltet vorzugsweise die Bereitstellung eines Kühldampfsteuerventils
35 , das im Pfad der Dampfkühlströmung angeordnet ist und Änderungen des Drucks zwischen dem Einlass17 zur MD-Dampfturbine16 und dem Druck im Pfad der Dampfkühlströmung stromaufwärts des Druckausgleichkolbens40 erfasst, sowie das Öffnen oder Schließen zumindest von Teilen des Steuerventils35 als Reaktion auf die erfassten Änderungen. Mit dem Verfahren kann zudem vorteilhafterweise festgestellt werden, wenn das Ventil35 schließt, obwohl dafür keine Notwendigkeit besteht. Das Steuerventil35 kann ein pneumatisches Stellglied37 enthalten, und das Verfahren kann des Weiteren den schnellen Abbau des Stellglieddrucks beinhalten, um Luft vom Stellglied37 in die Atmosphäre abzulassen. - Für den Fachmann sind sicherlich viele Änderungen und andere Ausführungsformen der Erfindung vorstellbar, die den Nutzen der in der obigen Beschreibung und den Zeichnungen dargestellten Lehre aufweisen. Es versteht sich infolgedessen von selbst, dass die Erfindung nicht auf die dargelegten spezifischen Ausführungsformen begrenzt ist und dass Änderungen und Ausführungsformen für die Aufnahme in den Umfang der anliegenden Ansprüche vorgesehen sind.
Claims (14)
- Dampfkühlsteuervorrichtung (
30 ) zum Steuern des Kühldampfdrucks, wenn Kühldampf zwischen einer ersten Turbine (12 ) und mindestens einer weiteren Turbine (16 ) strömt; wobei die Vorrichtung eine Leitung (32 ) zum Transportieren eines Stroms des Kühldampfs von der ersten Turbine (12 ) zu einem Einlassbereich (17 ) umfasst, der der mindestens einen weiteren Turbine (16 ) zugeordnet ist und gekennzeichnet ist durch die Bereitstellung eines Steuermittels zum Aufrechterhalten oder Regeln des Kühldampfleitungsdrucks auf einem vorgegebenen Wert, der größer ist als der Druck am Einlassbereich (17 ); wobei das Steuermittel Folgendes umfasst: ein Kühldampfsteuerventil (35 ), das eine Fluidverbindung zur Leitung (32 ) aufweist und so konfiguriert ist, dass es den Druck des Kühldampfs in der Leitung steuert; erste (33 ) und zweite (34 ) Drucksensoren, die so angeordnet sind, dass sie den Dampfdruck an der Stelle (a) neben dem Einlassbereich (17 ) bzw. an der Stelle (b) in der Leitung (32 ) stromabwärts des Ventils (35 ) und stromaufwärts des ersten Drucksensors (33 ) erfassen; und eine Kühldampfsteuereinheit (31 ), die mit dem Steuerventil (35 ) und den ersten und zweiten Drucksensoren (33 ,34 ) verbunden und so konfiguriert ist, dass sie die Funktion des Dampfsteuerventils als Reaktion auf die erfassten Drücke steuert, um den Kühlstromleitungsdruck auf dem vorgesehenen Wert zu halten bzw. einzuregeln. - Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die mindestens eine weitere Turbine (
16 ) einen Druckausgleichkolben (40 ) enthält, der stromaufwärts des Einlassbereichs (17 ), stromaufwärts des ersten Drucksensors (33 ), stromabwärts des zweiten Drucksensors (34 ) und stromabwärts der ersten Turbine (12 ) angeordnet ist; wobei der Druckausgleichkolben darüber hinaus eine Fluidverbindung mit der Leitung (32 ) und der ersten Dampfturbine (12 ) und mindestens einer weiteren (16 ) Dampfturbine aufweist. - Vorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei der vorgegebene Wert im Wesentlichen gleich dem am Zwischenüberhitzer während des Volllastbetriebs der ersten Dampfturbine (
12 ) und mindestens einer weiteren (16 ) Dampfturbine erwarteten Druckabfalls entspricht. - Vorrichtung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, wobei der vorgegebene Wert 110 % des Druckes am Einlassbereich (
17 ) der mindestens einen weiteren Dampfturbine (16 ) umfasst. - Vorrichtung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, die des Weiteren eine Luftzufuhreinrichtung (
38 ) umfasst, die mit dem Kühldampfsteuerventil (35 ) verbunden ist, und wobei das Kühldampfsteuerventil ein pneumatisches Stellglied (37 ) enthält, das mit der Luftzufuhreinrichtung verbunden ist, um das Kühldampfventil pneumatisch zu öffnen und zu schließen, und ein Strom-zu-Pneumatik-Steller (36 ), der mit der Steuereinheit (31 ) verbunden ist und einen vorgegebenen Strom von der Steuereinheit erhält und die von der Luftzufuhreinrichtung an das pneumatische Stellglied gelieferte Luft so steuert, dass das Kühldampfsteuerventil als Reaktion auf den Strom öffnet und schließt. - Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei das Kühldampfsteuerventil (
35 ) des Weiteren ein Bypass- Nadelventil (42 ) enthält, dass so angeordnet ist, dass Luft aus dem Stellglied (37 ) zum Steller (36 ) strömen kann, um die Steuerung des Öffnens und Schließens des Ventils (35 ) zu verbessern, sowie ein Schnelllöseventil (39 ), das so angeordnet ist, dass es Luft vom Stellglied in die Atmosphäre entlässt. - Vorrichtung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Dampfturbine (
12 ) eine Hochdruck- (HD-) Turbine und mindestens eine der weiteren Turbinen (16 ) eine Mitteldruck (MD-) Turbine ist. - Vorrichtung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Turbinen (
12 ,16 ) eine Konfiguration mit gerader Durchgangsströmung aufweisen. - Vorrichtung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leitung (
32 ) so angeordnet ist, dass sie Dampf vom Auslass der ersten Dampfturbine (12 ) und vom Leckgasleitungsauslass eines Druckausgleichkolbens der ersten Dampfturbine erhält. - Vorrichtung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, wobei die mindestens eine weitere Turbine (
16 ) eine Reaktionsbeschaufelung beinhaltet. - Verfahren des Steuerns des Kühldampfdrucks, wenn Kühldampf zwischen einer ersten Turbine (
12 ) und mindestens einer weiteren Turbine (16 ) strömt; wobei das Verfahren Folgendes umfasst: Bereitstellen einer Leitung (32 ), um einen Strom des Kühldampfes von der ersten Turbine (12 ) zu einem Einlassbereich (17 ) zu transportieren, der mindestens einer der weiteren Turbinen (16 ) zugeordnet ist und durch Folgendes gekennzeichnet ist: Aufrechterhalten oder Regeln des Kühldampfleitungsdrucks auf einen vorgegebenen Wert, der größer ist als der Druck am Einlassbereich (17 ), durch: Verbinden eines Kühldampfsteuerventils (35 ) zu einer Fluidverbindung mit der Leitung (32 ) und Betätigen des Ventils, um den Druck des Kühldampfs in der Leitung zu steuern; Erfassen des Dampfdrucks an Stellen (a) neben dem Einlassbereich (17 ) bzw. (b) in der Leitung (32 ) stromabwärts des Ventils (35 ) und stromaufwärts des ersten Drucksensors (33 ); und Verbinden einer Kühldampfsteuereinheit (31 ) mit dem Steuerventil (35 ), Erhalten der an den besagten Stellen erfassten Dampfdruckwerte und Konfigurieren der Steuereinheit, um die Funktion des Dampfsteuerventils als Reaktion auf die erfassten Drücke zu steuern, um den Kühlstromleitungsdruck auf dem vorgegebenen Wert zu halten oder einzuregeln. - Verfahren nach Anspruch 11, wobei die erste Turbine (
12 ) eine Hochdruck- (HD-) Turbine und die mindestens eine weitere Turbine (16 ) eine Mitteldruck- (MD-) Turbine ist, wobei das Verfahren des Weiteren umfasst: Anordnen eines Druckausgleichkolbens (40 ) in unmittelbarer Nähe des Einlassbereichs (17 ) und zwischen die MD-Dampfturbine (16 ) und die HD-Turbine (12 ); und Verbinden der Dampfkühlleitung (32 ) zu einer Fluidverbindung mit dem Druckausgleichkolben (40 ). - Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, das des Weiteren den Schritt umfasst, dass festgestellt wird, wenn das Steuerventil (
35 ) schließt, ohne dass dafür eine Notwendigkeit besteht. - Verfahren nach Anspruch 13, das des Weiteren die Schritte des Verbindens eines pneumatischen Stellglieds (
37 ) mit dem Steuerventil (35 ) und des raschen Abbaus des Stellglieddrucks umfasst, um Luft vom Stellglied in die Atmosphäre abzulassen.
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