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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein neuartiges Verfahren für das schnelle
Bestimmen des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins antibiotischer Überreste
in Produkten, vorzugsweise Lebensmittelprodukten. Es ist ein aus
einem Schritt bestehendes Testverfahren beschrieben, bei dem Überreste
antibiotischer Verbindungen, wie beispielsweise Antibiotika, bestimmt
werden, während
störende Verbindungen,
wie beispielsweise natürliche
Pigmente (z. B. Blut) und natürlicherweise
hemmende Verbindungen (z. B. Lysozym), die in den Proben vorhanden
sind und den Test beeinträchtigen
könnten, inaktiviert
werden. Diese Verbindungen werden inaktiviert, nachdem die Probe
mit dem Test kombiniert wurde.
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Beschreibung des Standes der Technik
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Aufgrund
gesundheitsbedingter Probleme und der Zunahme medikamentenresistenter
Bakterien weckt das Vorhandensein antibiotischer Überreste
in Nahrungsmitteln und Getränken
bei den Verbrauchern zunehmende Besorgnis. Antibiotika werden nicht
nur als Medikamente verwendet, sondern häufig auch als antibiotische
wachstumsfördernde Substanzen
eingesetzt.
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Antibiotische Überreste
können
beispielsweise in Körperflüssigkeiten,
Organen, Fleisch und Eiern vorhanden sein, die für den Verbrauch verwendet werden.
Antibiotische Überreste
können
auch in Lebensmittelprodukten vorhanden sein, denen die tierischen
Produkte als Bestandteil zugegeben werden. Beispiele für Lebensmittelprodukte
sind Milch, Fleisch von Rindern, Schweinen, Geflügel und Fisch; Meeresfrüchte wie
Garnelen, Leber, verarbeitete Fleischprodukte wie Würste, Fertigmahlzeiten
und Säuglingsnahrung.
Antibiotische Überreste
können auch
in Körperflüssigkeiten
oder tierischen Geweben vorkommen, die für die Untersuchung, beispielsweise
von Lebensmittelaufsichtsbehörden,
geeignet sind. Beispiele sind Blut, Nierengewebe oder Vorharn aus
der Niere und Harn. Harn und Blut können vor dem Schlachten des
Tieres untersucht werden.
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Es
ist gut bekannt, dass Konzentrationen antibiotischer Überreste
in tierischen Körperflüssigkeiten,
tierischen Geweben und Lebensmittelprodukten zu hoch sein können. In
den meisten Ländern,
wie beispielsweise den Ländern
der Europäischen
Union, Kanada und den Vereinigten Staaten, sind die maximalen Überrestmengen
(Maximum Residue Level, MRL) gesetzlich geregelt.
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Testverfahren
zum Bestimmen antibiotischer Überreste
in Milchprodukten, wie beispielsweise mikrobiotische Hemmtests (z.
B. Agardiffusionstests) oder Verfahren, in denen selektive Bindungsmittel
(z. B. Antikörper
oder Tracer) verwendet werden, sind gut bekannt. Beispiele für mikrobiotische
Testverfahren sind beschrieben in
GB-A-1467439 ,
EP
0005891 ,
DE 3613794 ,
CA 2056581 ,
EP 0285792 und
US 5494805 . All diese Dokumente beschreiben
gebrauchsbereite Tests, die einen Testorganismus verwenden. Der
Testorganismus ist meistens in einem Agarmedium eingebettet, das
einen Indikator, eine Pufferlösung,
Nährstoffe
und Substanzen enthalten kann, um die Empfindlichkeit gegenüber bestimmten antibiotischen
Verbindungen auf positive oder negative Weise zu verändern.
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Beispiele
geeigneter Testorganismen sind Stämme von Bacillus, Streptococcus
oder E. coli. Im Allgemeinen beruhen diese Tests auf dem Prinzip, dass
die Farbe eines Säure-/Base-
oder Redoxindikators gleich bleibt, wenn in einer Probe antibiotische Verbindungen
in einer Konzentration vorhanden sind, die ausreicht, um das Wachstum
des Testorganismus zu hemmen. Wenn jedoch keine Hemmung stattfindet,
ist das Wachstum des Testorganismus begleitet von der Bildung von
Säure oder
reduzierten Metaboliten, was zu einer Farbveränderung des Indikators führt.
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Diese
Testverfahren sind für
die Bestimmung antibiotischer Überreste
in vielen Lebensmittelprodukten geeignet. Bisher war jedoch die
Bestimmung antibio tischer Überreste
in Proben (z. B. manchen Arten von Milch, beispielsweise Milch einzelner
Kühe, Leber,
Harn, Niere, Fleischsaft, Eier), die eine hohe Konzentration natürlicher
antibiotischer Substanzen (z. B. Lysozym, Laktoferrin, Laktoperoxidase)
oder eine hohe Konzentration natürlicher
Pigmente (z. B. Blut) enthalten, nicht einfach durchzuführen.
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Die
hemmenden Substanzen, auf die oben Bezug genommen wird, zeigen Hemmwirkung
gegen den Testmikroorganismus, was zu falsch positiven Ergebnissen
führt (Okada
et al., Journal of the Japan Veterinary Medical Association 46:
(2) 103–107 (1993);
Schiffmann, Methodische und rechtliche Probleme beim Nachweis von
Hemmstoffen in Milch, Verlag: Tierärztliche Hochschule, Hannover, Deutschland;
Weisser, Tierärztliche
Umschau 31: (6) 276–278
(1976); Heinert et al., Archiv für
Lebensmittelhygiene 27: (2) 55–60
(1976); Carlsson et al., Milchwissenschaft 42: (5) 282–285 (1987);
Carlsson et al., Journal of Dairy Science 72: (12) 3166–3175 (1989)).
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In
Proben vorhandene natürliche
hemmende Substanzen können
durch Erhitzen, z. B. bei 80°C
für 10
Minuten (Vermunt et al., Netherlands Milk and Dairy Journal 47:
(1) 31–40
(1993); Weisser, Tierärztliche
Umschau 31: (6) 276–278
(1976)), oder durch Anwendung gut bekannter Dialyseverfahren (Takahiro,
Shokuhin Eiseigaku Zasshi 24: (4) 423–428 (1983); van Wall, Archiv
für Lebensmittelhygiene
29: (6) 235 (1978)) inaktiviert werden. Nach dieser Vorbehandlung
kann die Probe für
weitere Tests verwendet werden, indem die Verfahrensweisen des Tests befolgt
werden. Im Falle eines mikrobiotischen Agardiffusionstests (z. B.
wie beschrieben in
EP 00005891 )
kann die flüssige
Probe dem Test direkt zugegeben werden, wonach der Test inkubiert
wird.
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Natürliche Pigmente
(z. B. Blut), die in der Probe (z. B. Fleischsaft oder Saft von
Organen) enthalten sind, gehen stets Wechselwirkungen mit der Agarmatrix
ein. Im Falle von Tests, die auf einer Farbänderung durch Verwendung z.
B. eines Säure-/Base-
oder Redoxindikators beruhen, führt
das Vorhandensein solcher natürlichen
Pigmente häufig
zu einem unlesbaren Test. Ein Verfahren zum Vermindern der Wirkung
der natürlichen
Pigmente ist die Durchführung
einer Vorinkubation. Im Falle eines Agardiffusionstestes in Übereinstimmung
mit dem in
EP 0005891 beschriebenen
Verfahren wird die Probe (z. B. Fleischsaft) dem Test zugegeben,
gefolgt von einer Vorinkubation von beispielsweise 10–30 Minuten bei
Raumtemperatur. Diese Vorinkubation sollte ausreichend lang sein,
damit die antibiotischen Überreste
in die Agarmatrix diffundieren können.
Nach der Vorinkubation wird die Probe entfernt, der Test mit Wasser
gewaschen und nach den Anleitungen des Herstellers inkubiert. Die
Verfahren erfordern jedoch zusätzliche
Zeit und Handhabung und verhindern nicht die Diffusion störender Verbindungen,
beispielsweise natürlicher
Pigmente, in den Agar. Was noch schlimmer ist, ist, dass bei Einschluss
eines Erhitzungsschrittes (Inaktivierung natürlicher Hemmstoffe) immer eine
brauen Farbe erscheint, was die Testergebnisse noch unlesbarer macht.
Fehler beim Ablesen der Testergebnisse können zu falsch positiven und
falsch negativen Ergebnissen führen.
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Darüber hinaus
sind die Laboratorien, die Studien in Bezug auf das Vorhandensein
oder Nichtvorhandensein antibiotischer Überreste in Lebensmitteln durchführen, von
der Zeit her eingeschränkt, die
zur Durchführung
dieser Studien erforderlich ist. Mit den vorliegenden zeitaufwändigen Verfahren kann
nur eine sehr eingeschränkte
Anzahl von Proben untersucht werden. Darüber hinaus können diese
Tests nur in gut ausgestatteten Laboratorien und von gut geschulten
Personen durchgeführt
werden, was ebenfalls ein limitierender Faktor ist.
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Daraus
lässt sich
der Schluss ziehen, dass bisher keine geeigneten Testverfahren zum
Bestimmen antibiotischer Überreste
in Proben mit hohen Konzentrationen natürlicher hemmender Verbindungen
und/oder natürlicher Pigmente
verfügbar
waren. Die vorliegenden Verfahren sind zeitaufwändig und können zu falsch positiven und
falsch negativen Ergebnissen führen,
welche zu unannehmbaren Mengen von Antibiotika in der Nahrungsmittelkette
und zu wirtschaftlichen Verlusten führt.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung will nun einen zuverlässigen und einfach durchzuführenden,
aus einem Schritt bestehenden Test für den Nachweis antibiotischer Überreste
in flüssigen
Proben bereit stellen, welche natürliche Hemmstoffe und/oder
störende
Verbindungen, wie beispielsweise natürliche Pigmente enthalten könnten.
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Es
wurde herausgefunden, dass bei Zugabe einer Probe zu einem Test,
der für
die Bestimmung antibiotischer Überreste
geeignet ist, und anschließender
Inkubation für
einen ausreichenden Zeitraum bei 75°C bis 85°C für die Inaktivierung der natürlichen hemmenden
Verbindungen der Probe der Test direkt nach dem Erhitzen inkubiert
werden kann, um das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein antibiotischer Überreste
zu bestimmen.
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Darüber hinaus
kann der flüssigen
Probe ein geeignetes Verdickungsmittel zugegeben werden, und störende Verbindungen,
die in der Probe vorhanden sind, können in der Matrix aufgefangen
werden. Die Matrix wird vorzugsweise während des Erhitzungsschrittes
gebildet.
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Noch überraschender
ist, dass antibiotische Überreste
direkt aus der festen Matrix in das Testsystem diffundieren. Zusätzliche
Extraktionsverfahren, um die antibiotischen Überreste aus der Matrix zu
erhalten, sind daher nicht erforderlich.
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Gemäß der Erfindung
ist also ein Verfahren zum Bestimmen des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins
eines antibiotischen Überrests
in einer Probe bereit gestellt, wobei das Verfahren umfasst:
- (i) In-Berührung-Bringen
der Probe mit einem Test, der einen ausgewählten empfindlichen Mikroorganismus
und einen Farbindikator umfasst;
- (ii) Erhitzen der Probe und des Tests, die in Berührung gebracht
sind, auf eine Temperatur von 75°C bis
85°C für einen
ausreichenden Zeitraum, um eine natürliche störende Verbindung, die in der Probe
vorhanden ist, zu inaktivieren, und sofort danach
- (iii) Inkubieren der Probe und des Tests, die in Berührung gebracht
sind.
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Natürliche störende Verbindungen
sind Verbindungen, die den Test stören können und die natürlicherweise
in der Probe vorhanden sind, beispielsweise natürlicherweise hemmende Verbindungen
(z. B. Lysozym) oder natürliche
Pigmente (z. B. Blut). Mit störend
oder hemmend ist daher das Verhalten dieser Verbindungen auf einen
Teil des Tests gemeint, beispielsweise die Testmikroorganismen oder
die Farbindikatoren.
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In
einem Verfahren der Erfindung kann jeder Test verwendet werden,
der sich für
das Bestimmen des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins antibiotischer Überreste
eignet. Geeignete Tests sind solche, bei denen ausgewählte empfindliche
Mikroorganismen verwendet werden, z. B. mikrobiotischer Agardiffusionstests
oder Tests auf der Basis einer selektiven Bindung der zu bestimmenden
Verbindung. Selektive Bindung kann anhand der gut bekannten Antikörpertechnologie
oder durch Verwendung bestimmter Tracer erreicht werden. Ein Beispiel
eines bestimmten Tracers ist das Penicillinbindende Protein, das
beispielsweise in der Delvo-X-Press® zum Nachweis
von Betalaktamen verwendet wird.
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Beispiele
geeigneter mikrobiotischer Agardiffusionstests sind Tests, bei denen
Arten von Bacillus, Streptococcus oder E. coli verwendet werden.
Vorzugsweise werden thermophile Arten, beispielsweise Bacillus stearothermophilus
und Streptococcus thermophilus verwendet. Beispiele bevorzugter
Stämme sind
Bacillus stearothermophilus var. calidolactis C953 (1974 hinterlegt
beim Laboratory of Microbiology der Technical University of Delft
unter der Zugangsnummer LMD 74.1 und 1983 beim Centraal Bureau voor
Schimmelcultures (CBS), Baam, unter der Zugangsnummer CBS 760.83,
wo der Stamm für die Öffentlichkeit
verfügbar
ist) und Streptococcus thermophilus T101 (DSM 4022, hinterlegt am
3. März 1987).
Beide Stämme
sind gegenüber
antibiotischen Verbindungen sehr empfindlich, vor allem gegen Chemotherapeutika
wie Sulfa-Verbindungen und Antibiotika wie Penicilline und Tetracycline.
E.coli-Stämme
und andere geeignete gramnegative Bakterien können beispielsweise für die Bestimmung
von Chinolonen verwendet werden.
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Bacillus
stearothermophilus var. calidolactis C953 und Streptococcus thermophilus
T101 wachsen schnell und haben den Vorteil, dass sie thermophil
sind. Die optimale Wachstumstemperatur des Bacillus-Stammes ist
beispielsweise 50°C
bis 70°C. Der
Testorganismus ist daher für
einen erfindungsgemäßen Test
sehr geeignet, da er nicht durch Erhitzen zum Inaktivieren der möglicherweise
in der Probe vorhandenen natürlichen
hemmenden Verbindungen abgetötet
wird.
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Wenn
es sich bei dem Testorganismus um einen Bacillus-Stamm handelt,
ist er vorzugsweise in Form einer Sporensuspension in das Agarmedium eingebunden,
welche hergestellt und vor der Verfestigung durch bekannte Verfahren
(siehe beispielsweise
GB-A-1467439 )
in das Agarmedium eingebunden wird. Handelt es sich bei dem Testorganismus
um einen Streptococcus-Stamm, werden die Bakterien vorzugsweise
in Form von Bakterienzellen in das Agarmedium eingebunden, welche
nach bekannten Verfahren (siehe beispielsweise
EP 0285792 ) in das Agarmedium eingebunden
werden können.
Die Konzentration des Testorganismus in dem Agarmedium ist vorzugsweise
10
5 bis 10
10 Kolonie
bildende Einheiten je ml Agarmedium.
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Geeignete
Nährstoffe,
um die Vervielfältigung
des Testorganismus in Abwesenheit antibiotischer Überreste
zu ermöglichen,
sind beispielsweise assimilierbare Kohlenstoffquellen (z. B. Laktose,
Glukose oder Dextrose), assimilierbare Stickstoffquellen (z. B.
Pepton) und Quellen von Wachstumsfaktoren, Vitaminen und Mineralstoffen
(z. B. Hefeextrakt).
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Das
Wachstum des Testorganismus kann anhand gut bekannter Verfahren
bestimmt werden, vorzugsweise durch eine Farbveränderung des Agarmediums der
Testprobe. Typischerweise wird ein Farbindikator, vorzugsweise ein
Säure-/Base-
oder Redoxindikator, verwendet. Beispiele geeigneter Säure-/Baseindikatoren
umfassen Bromkresolblau und Phenolrot. Beispiele geeigneter Redoxindikatoren umfassen
Brillant-Schwarz, Methylenblau, Toluidinblau und Nilblau. Es können auch
Kombinationen von zwei oder mehr Indikatoren verwendet werden.
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Typischerweise
ist eine feste Matrix eine Matrix, die störende Verbindungen zurückhält, beispielsweise
Pigmente, aber es auch ermöglicht,
dass antibiotische Überreste
in der Probe in den Test diffundieren.
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Die
Empfindlichkeit des Tests kann wahlweise verändert werden, indem bestimmte
Substanzen zugegeben werden, indem Testbedingungen wie der pH-Wert
oder die Konzentration von Puffersubstanzen oder Agar verändert werden
oder indem das Verhältnis
der Volumen von Agar und der Probe variiert werden. Beispiele von
Substanzen, die dem Testsystem zugegeben werden können, um
die Empfindlichkeit zu verändern,
sind Nukleoside wie beispielsweise Adenosin oder Antifolate wie
beispielsweise Trimethoprim, Ormethoprim oder Tetroxoprim, welche die
Empfindlichkeit des Testorganismus gegenüber Sulfa-Verbindungen verbessern.
Salze von Oxalsäure
oder Fluorwasserstoffsäure
können
zugegeben werden, um die Empfindlichkeit gegenüber Tetracyclinen zu verbessern.
Cystein kann zugegeben werden, um die Empfindlichkeit gegenüber Penicillinen zu
vermindern.
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Proben,
die für
die Verwendung in der Erfindung geeignet sind, umfassen jedes Substrat,
für das die
Anwesenheit oder Abwesenheit antibiotischer Überreste bestimmt werden soll.
Beispielsweise kann die Probe eine tierische Körperflüssigkeit, ein Tiergewebe oder ein
Extrakt sein, beispielsweise ein flüssiger Extrakt davon. Darüber hinaus
kann es sich bei der Probe um ein Lebensmittel handeln. Beispiele tierischer
Körperflüssigkeiten
umfassen Blut, Harn, Vorharn, Milch und Fleischsaft. Beispiele tierischer Gewebe
umfassen Muskel, Herz, Leber und Niere. Die Probe kann ein Extrakt
von einem dieser Gewebe sein.
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Die
Menge an flüssiger
Probe, die dem Test zugegeben werden soll, richtet sich nach dem
Testsystem. Für
mikrobiotische Diffusionstests werden dem Test anhand gut bekannter
Verfahren typischerweise 0,01 bis 1,0 ml, vorzugsweise 0,05 bis
0,5 ml zugegeben.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung kann der Probe des Weiteren ein geeignetes Verdickungsmittel
zugegeben werden. Beispiele geeigneter Verdickungsmittel zur Verwendung
in einem Prozess oder Testkit der Erfindung sind beispielsweise
Polysaccharide (z. B. Cellulose wie beispielsweise Methylcellulose,
HMPC, Johannisbrotkernmehl, Stärke
oder Xanthan) oder Proteine (z. B. Eialbumin, Molkeproteine oder
Rinderalbumin). Vorzugsweise werden Methylcellulose und Rinderalbumin
verwendet. Es können
auch Kombinationen geeigneter Verdickungsmittel verwendet werden.
Die Konzentration des geeigneten Verdickungsmittels sollte ausreichend
sein, um eine solide Matrix zu bilden.
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Erfindungsgemäß werden
hemmende Verbindungen durch eine Temperaturbehandlung von 75°C bis 85°C inaktiviert.
Beispielsweise wird die Probe/der Test für etwa 10 Min. bei etwa 80°C erhitzt, um
die natürlichen
hemmenden Verbindungen zu inaktivieren. Die Konzentration des Verdickungsmittels sollte
ausreichend sein, um die feste Matrix während der Inkubation des Tests
zu erhalten. Alternativ kann die feste Matrix auch (teilweise) während der
Inkubation des Tests gebildet werden. Das Verdickungsmittel kann
der flüssigen
Probe mit einem beliebigen, aus dem Stand der Technik bekannten
Verfahren zugegeben werden, z. B. als ein Pulver oder als eine Tablette.
Das Verdickungsmittel kann der Probe vor Zugabe der Probe zu dem
Test oder nach Zugabe der Probe zu dem Test zugegeben werden. Alternativ kann
das Verdickungsmittel Teil des Tests sein, z. B. als ein Inhaltsstoff
des Agar oder dem Agar zugegeben, z. B. als eine Tablette oder ein
Pulver, bevor dem Test die flüssige
Probe zugegeben wird. Die Erfindung umfasst auch eine Kombination
aus Temperaturbehandlung und Zugabe eines Verdickungsmittels.
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Typischerweise
ist eine feste Matrix eine Matrix, die störende Verbindungen zurückhält, beispielsweise
Pigmente, aber es auch ermöglicht,
dass antibiotische Überreste
in der Probe heraus diffundieren
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Nach
Zugabe der Probe kann der Test bei 75°C bis 85°C erhitzt werden, um die in
der Probe vorhandenen natürlichen
antibiotischen Verbindungen, beispielsweise Lysozym, zu inaktivieren.
Der Erhitzungsschritt kann auch wahlweise die Bildung einer festen
Matrix unterstützen.
Vorzugsweise wird der Test 2 bis 20 Minuten lang bei 75°C bis 85°C erhitzt.
Mehr bevorzugt wird der Test 10 bis 15 Minuten lang bei 75°C bis 85°C erhitzt.
Es kann eine beliebige andere Zeit-/Temperaturbehandlung verwendet werden,
die ausreichend ist, um die natürlichen
hemmenden Verbindungen der Probe zu inaktivieren, ohne die zu bestimmenden
antibiotischen Überreste zu
inaktivieren.
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Die
genauen Zeit-/Temperaturanforderungen richten sich beispielsweise
nach der Art der Probe (Milch, Fleisch- oder Organsaft, Harn, Ei,
Blut, etc.), dem Zustand der Probe (z. B. der Starttemperatur, dem
Probenvolumen), der Art des Tests (z. B. mikrobiotische Hemmtests
oder Assays auf der Basis selektiver Bindungsmittel (z. B. Antikörper oder
Tracer)) oder dem in dem Test verwendeten Mikroorganismus (z. B.
thermophile oder nicht thermophile Bacillus- oder Streptomyces-Arten). Natürlich ist
dafür zu
sorgen, dass die Hitzebehandlung die zu bestimmenden antibiotischen Überreste
nicht inaktiviert. Die Hitzebehandlung kann anhand eines beliebigen
aus dem Stand der Technik bekannten Verfahrens ausgeführt werden,
z. B. durch Verwendung eines Inkubators wie unten beschrieben oder
durch Erhitzen in einem Wasserbad.
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Nach
der Hitzebehandlung wird der Test nach den Anleitungen des Testherstellers
inkubiert. Die Inkubationszeit des Tests richtet sich nach den Umständen. Im
Falle eines Agardiffusionstests, bei dem Bacillus stearothermophilus
verwendet wird, wird der Test in einem Wasserbad oder Heizblock
bei beispielsweise 60°C
bis 70°C,
vorzugsweise bei 62°C
bis 65°C
inkubiert. Die Ergebnisse können
typischerweise nach 1,5 bis 4 Stunden, vorzugsweise nach 2,5 bis
3,5 Stunden erhalten werden. Im Fall von Tests, die selektive Bindungsmittel
wie Antikörper
oder Tracer verwenden, können
die Ergebnisse innerhalb etwa 30 Minuten erhalten werden.
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Herkömmliche
mikrobiotische Hemmtests, die sich zur Anwendung in der Erfindung
eignen, umfassen die kommerziellen Produkte Delvotest®, Premi®Test,
BR-Test® (DSM,
Holland), die ADM-Copan(R)-Tests (Copan, Italien) und die CHARM(R)-AIM-Tests
(Charm, USA)). Inaktivierung der in den in der flüssigen Probe
vorhandenen natürlichen
hemmenden Verbindungen und eine wahlweise Bildung einer Matrix durch
Zugabe eines geeigneten Verdickungsmittels und Aktivierung der Sporen des
Testorganismus wird vorzugsweise durch Erhitzen beispielsweise für 5 bis
15 Minuten auf beispielsweise 75°C
bis 85°C
erreicht. Alternativ kann jede andere Temperatur-/Zeitbehandlung verwendet werden, die
ausreichend ist, um die Effekte zu erhalten.
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Beispiele
von Kits, die für
den Prozess der Erfindung geeignet sind, sind durchsichtige Röhren, einzeln
oder in einem Satz oder kombiniert als ein Block von lichtdurchlässigem Material,
das mit einer Anzahl von Öffnungen
darin ausgestattet ist (Inkubator). Das Testkit kann verfestigtes
Agarmedium enthalten, das wahlweise gepuffert sein kann, einen Testorganismus
(z. B. ein Stamm von Bacillus oder Streptococcus) mit ausreichenden
Kolonie bildenden Einheiten, Nährstoffe
zum Wachstum des Organismus, einen Indikator (z. B. einen Säure-/Base-
oder Redoxinkubator), wahlweise Substanzen zum Verändern der
Empfindlichkeit bestimmter antibiotischer Verbindungen auf positive
oder negative Weise. Alle Inhaltsstoffe können dem Test wahlweise als
gesonderte Quelle, beispielsweise als eine Tablette oder Papierscheibe,
zugegeben werden.
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Die
Testkits haben vorzugsweise festgelegte Größen. Dies ist durch die Zuverlässigkeit
des Tests bedingt. Im Falle eines Tests auf der Basis der Agardiffusionstechnologie
werden vorzugsweise Röhren verwendet.
Die Testeinheit ist vorzugsweise hoch genug, um eine Menge von Agarmedium
und einer Probe entsprechend einer Höhe von 3 bis 30 mm zu enthalten,
mehr bevorzugt von 5 bis 15 mm. Die Abmessung des Innenquerschnitts
der Testeinheiten liegt vorzugsweise bei 1 bis 30 mm, mehr bevorzugt
bei 5 bis 15 mm. Die Testeinheiten sind vorzugsweise während der
Lagerung luftdicht verschlossen, wobei sie in diesem Zustand mindestens
mehrere Monate lang aufbewahrt werden können. Natürlich umfasst diese Erfindung
jede andere Testeinheit, die für
die Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
geeignet ist.
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Das
Volumen des Agarmediums in der Testeinheit ist von der Höhe der Testeinheit,
der Abmessung des Innenquerschnitts der Testeinheit und dem prozentualen
Volumen der Testeinheit, das mit dem Agarmedium gefüllt ist,
festgelegt. Das Volumen des Agarmediums liegt vorzugsweise bei 10 μl bis 5 ml, mehr
bevorzugt bei 100 μl
bis 1 ml.
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Inkubatoren,
die geeignet sind, um die Hitzebehandlungen, die in dieser Erfindung
beschrieben sind, auszuführen,
können
derart konstruiert sein, dass nach Platzieren der Testeinheiten
in dem Inkubator, die Hitze- und Inkubationsbehandlungen wie oben
beschrieben durchgeführt
werden können.
Die erste Hitzebehandlung zur Inaktivierung der hemmenden Verbindungen
und zum wahlweisen Formen einer soliden Matrix und/oder zum Aktivieren
der Sporen wird bei einer höheren
Temperatur durchgeführt,
wobei anschließend
die Inkubation des Tests bei einer niedrigeren Temperatur fortgesetzt wird. Nach
Inkubation des Tests kann der Inkubator wahlweise auf eine Temperatur
abkühlen,
die ausreichend ist, um den Test anzuhalten.
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Ein
Beispiel eines solchen Inkubators ist ein Heizblock, in den Testeinheiten
(z. B. Ampullen) platziert werden können. Im Falle eines konventionellen mikrobiotischen
Agardiffusionstests beispielsweise, bei dem ein Stamm von Bacillus
stearothermophilus verwendet wird, kann der Inkubator/Heizblock
eine Anzahl von Öffnungen
enthalten, die geeignet sind, um die Testampullen oder Testplatten
(z. B. Delvotest® oder Premi®Test)
darin zu platzieren. Nachdem die Ampullen oder Platten platziert
sind, erhitzt der Inkubator den Test auf eine Temperatur beispielsweise von
75°C bis
85°C für beispielsweise
10 bis 20 Minuten, wonach der Inkubator zwischen 1,5 und 4 Stunden
(Inkubation des Tests) zu einer niedrigeren Temperatur zwischen
62°C und
65°C wechselt.
Natürlich richten
sich die genauen Zeit-/Temperaturintervalle nach vielen Faktoren
und sind je nach Art des Tests unterschiedlich. Diese Erfindung
umfasst alle Inkubatoren, die eine Vorinkubation bei einer bestimmten Temperatur
eine bestimmte Zeit lang ausführen
können,
direkt gefolgt von einer Inkubation bei einer niedrigeren Temperatur
für einen
bestimmten Zeitraum. Wahlweise kann der Inkubator nach der Inkubation
des Tests auf eine Temperatur abkühlen, die ausreichend ist,
um den Test anzuhalten.
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Der
in dieser Erfindung beschriebene Prozess ist sehr einfach durchzuführen, so
dass Personen, die den Test durchführen, nicht in besonderer Weise
ausgebildet oder geschult sein müssen.
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Beispiel 1
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Inaktivierung natürlicher hemmender Verbindungen, die
in einer Vorharnprobe vorhanden sind
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Aus
einem Schlachthof wurden frische Nieren von 7 negativen (negativ
im Sinne des Vorhandenseins von Antibiotika) Kühen erhalten. Um Proben zum
Testen auf Vorhandensein oder Nichtvorhandensein antibiotischer
Arzneimittelüberreste
wurden die Nierenrosetten in Stücke
aufgeteilt. Die Stücke
wurden vorsichtig mit einer Knoblauchpresse zerdrückt, um
Vorharn zu erhalten.
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Die
Proben wurden dann unter Verwendung von mikrobiotischen Hemmtestampullen
untersucht, die nach den in
EP
0005891 beschriebenen Verfahren hergestellt wurden, wobei
die Nährstoffe
im Agar enthalten waren. Der Test ist auch als Premi
®Test
bekannt (kommerziell erhältlich
von DSM N. V. Delft, Niederlande).
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Je
100 μl der
7 ausgedrückten
Proben (Vorharn) wurde den Testampullen (in dreifacher Ausführung) zugegeben
und 20 Minuten bei Raumtemperatur vorinkubiert. Es ist bekannt,
dass diese Vorinkubationszeit ausreichend ist, um antibiotische Überreste
(falls in der Probe vorhanden) in die Agarmatrix des Tests diffundieren
zu lassen. Nach dieser Vorinkubation wurde die Probe entfernt. Schließlich wurde der
Test in einem Wasserband bei 64°C
nach Anleitungen des Herstellers inkubiert. Nach 185-minütiger Inkubation
bei 64°C
waren alle 3 Proben von 4 Tieren noch immer positiv (> 50%). Nach 200 Minuten
waren alle 3 Proben von 2 Tieren noch immer positiv (> 30%). Diese falsch-positiven
Ergebnisse wurden von dem hemmenden Effekt natürlicher hemmender Verbindungen
im Vorharn bewirkt.
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Je
100 μl der
7 ausgedrückten
Proben (Vorharn) wurde den Testampullen zugegeben und 10 Minuten
lang bei 80°C
im Wasserbad erhitzt. Die Ampullen wurden sofort in ein Wasserband
bei 64°C platziert
und nach den Anleitungen des Herstellers inkubiert. Nach 175-minütiger Inkubation
wechselte die Farbe aller Tests von violett zu gelb, was anzeigt, dass
keine antibiotischen Überreste
vorhanden waren.
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Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass natürliche
hemmende Verbindungen des Vorharns den Test hemmen, was zu falsch-positiven
Ergebnissen führt. Wenn
der Test nach dem in dieser Erfindung beschriebenen Verfahren durchgeführt wird,
d. h. durch Zugabe der Probe direkt zum Test, Erhitzen des Tests wie
oben beschrieben und Inkubieren des Tests nach den Anleitungen des
Herstellers, wurde die Aktivität der
natürlichen
hemmenden Verbindungen beseitigt und keine falsch-positiven Ergebnisse
wurden beobachten.
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Beispiel 2
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Inaktivierung natürlicher hemmender Verbindungen, die
in zerriebenen Nierenproben vorhanden sind
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Dieses
Experiment wurde nach den in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren
durchgeführt,
ausgenommen die Vorgehensweise zur Probennahme. In diesem Experiment
wurden Proben von der Nierenrosette zerrieben. Je 100 μl der 7 zerriebenen Proben
(in dreifacher Ausführung)
wurden den Testampullen zugegeben und 20 Minuten lang bei Raumtemperatur
vorinkubiert, wobei die Proben im Anschluss daran entfernt und der
Test wie in Beispiel 1 beschrieben inkubiert wurde. Nach 220 Minuten waren
alle 21 Proben noch immer positiv. Aufgrund der Verfärbung des
Tests aufgrund einer Kombination des Vorhandenseins natürlicher
Pigmente (z. B. Blut) und dem Erhitzen dieser Pigmente war es nicht möglich, die
Ergebnisse des Tests ordnungsgemäß abzulesen.
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Das
Experiment wurde wiederholt. Nun wurden die zerriebenen Proben jedoch
1:1 mit Wasser verdünnt.
Nach 185 Minuten waren 3 Proben noch immer positiv.
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Schließlich wurden
die verdünnten
Proben nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
untersucht. Je 100 μl
der 7 zerriebenen Proben wurden den Testampullen zugegeben, 10 Minuten
bei 80°C
erhitzt und direkt inkubiert, wie in Beispiel 1 beschrieben. Nach
175 Minuten wechselte die Farbe aller Tests von violett zu gelb,
was anzeigt, dass keine antibiotischen Überreste vorhanden waren.
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Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass natürliche
hemmende Verbindungen der zerriebenen Nierenproben den Test hemmen,
was zu falsch-positiven Ergebnissen führt. Wenn der Test nach dem
in dieser Erfindung beschriebenen Verfahren durchgeführt wird,
d. h. durch Zugabe der Probe direkt zum Test, Erhitzen des Tests
wie oben beschrieben und Inkubieren des Tests nach den Anleitungen
des Herstellers, wurde die Aktivität der natürlichen hemmenden Verbindungen
beseitigt und keine falsch-positiven
Ergebnisse wurden beobachten.
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Beispiel 3
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Inaktivierung natürlicher hemmender Verbindungen, die
in einer Eierprobe vorhanden sind
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Es
wurden Proben von 5 Eiern (in doppelter Ausführung) ohne antibiotische Überreste
zur Untersuchung auf Vorhandensein oder Nichtvorhandensein antibiotischer Überreste
erhalten. In das Ei wurde eine Öffnung
von etwa 1–2
cm2 gemacht, das Eigelb wurde angestochen,
und das Ei wurde mit der Öffnung
nach unten auf eine Flasche gelegt, wodurch das Eiweiß und das
Eigelb in die Flasche tropfen konnten. Nach Entleeren des Eis wurde
die Flasche geschlossen und die Probe durch Schütteln homogenisiert.
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Um
die natürlichen
hemmenden Verbindungen, die in der Eiprobe vorhanden sind, zu inaktivieren,
wurden je 100 μl
der 5 Proben auf Delvotest
®-Ampullen gegeben. Der
Test wurde nach den in
EP 0005891 beschriebenen
Verfahren durchgeführt, wobei
die Nährstoffe
im Agar vorhanden waren. Nach Erhitzen bei 80°C für 10 Minuten in einem Wasserband
wurden die Ampullen sofort in ein Wasserband bei 64°C gegeben
und nach den Anleitungen des Herstellers inkubiert. Nach 140 Minuten
wechselte die Farbe aller Tests von violett zu gelb, was anzeigt, dass
keine antibiotischen Überreste
vorhanden waren.
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Kontrollproben
wurden nicht 10 Minuten lang bei 80°C erhitzt, sonder direkt auf
die Ampulle gegeben. Diese Tests blieben mindestens 4 Stunden lang violett.
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Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass natürliche
hemmende Verbindungen in der Eiprobe den Test hemmen, was zu falsch-positiven
Ergebnissen führt.
Wenn die Probe wie oben beschrieben erhitzt wurde, wurde die Aktivität der natürlichen
hemmenden Verbindungen beseitigt und keine falsch-positiven Ergebnisse
wurden mehr beobachten.
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Beispiel 4
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Bestimmung der Empfindlichkeit des Delvotests® gemäß den in
dieser Erfindung beschriebenen Verfahren anhand von beimpften Proben
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Es
wurden Eiproben nach dem in Beispiel 3 beschriebenen Verfahren erhalten.
Die Proben wurden beimpft, indem Penicillin G (0 und 4 ppb) oder Sulfadiazin
(10 und 100 ppb) zugegeben wurden. Die Eiproben wurden nach dem
in dieser Erfindung beschriebenen Verfahren zu Delvotest®-Ampullen
gegeben (siehe Beispiel 3); 10 Minuten lang bei 80°C erhitzt
und anschließend
sofort in ein Wasserband bei 64°C
gegeben und nach den Anleitungen des Herstellers inkubiert. Die
Ergebnisse wurden abgelesen, sobald die Farbe zu gelb wechselte
(nach 140 Minuten). Die Proben ohne Penicillin G oder Sulfadiazin
(0 ppb) waren negativ, während
die Proben, die mit 4 ppb Penicillin G und 100 ppb Sulfadiazin versetzt
waren, blieben violett (positiv).
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Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass das in dieser Erfindung beschriebene
Verfahren geeignet ist, um antibiotische Überreste in Eiproben zu bestimmen.
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Beispiel 5
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Verwendung eines Verdickungsmittels in
einer Nierenprobe
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Es
wurden nach den in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren zerriebene
Nierenproben erhalten. In diesem Experiment wurden die Nieren jedoch
zuerst eingefroren. Es ist gut bekannt, dass nach dem Einfrieren
einer zerriebenen Nierenprobe viele hemmende Verbindungen freigesetzt
werden, so dass bisher die Bestimmung antibiotischer Überreste
anhand eines mikrobiotischen Hemmtests nicht möglich war.
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Ein
Teil der Probe wurde anhand der in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren
untersucht (fünffach).
Nach 175 Minuten waren alle Proben positiv, selbst nach 190 Minuten
waren 3 Proben positiv. Darüber
hinaus waren die Ergebnisse aufgrund des Vorhandenseins natürlicher Pigmente
(z. B. Blut) sehr schwierig abzulesen.
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Ein
anderer Teil der Probe wurde wie oben beschrieben untersucht. Jedoch
wurde das Verdickungsmittel Rinderalbumin (Sigma) der Probe zugegeben
(6% und 8%, fünffach),
wonach die Probe den Tests zugegeben und 10 Minuten bei 80°C erhitzt wurde.
Nach Inkubation der Tests für
175 Minuten bei 64°C
waren alle 10 Tests negativ, was darauf hinweist, dass keine antibiotischen Überreste
vorhanden waren. Darüber
hinaus war die violette und gelbe Farbe des Tests sehr kräftig. Aufgrund
des Vorhandenseins der durch die Zugabe von Rinderalbumin gebildeten
Matrix wurden sowohl hemmende Verbindungen als auch natürliche Pigmente
in der Matrix gefangen.
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Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass die Zugabe eines Verdickungsmittels
zu der zerriebenen und gefrorenen Nierenprobe es möglich macht,
den Test ordnungsgemäß durchzuführen. Beide
natürlichen hemmenden
Verbindungen und natürliche
Pigmente sind in der Matrix gefangen.
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Beispiel 6
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Verwendung eines Verdickungsmittels in
einer Vorharnprobe
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Das
Experiment wurde durchgeführt,
wie in Beispiel 1 beschrieben. Allerdings wurde nun einem Teil der
Vorharnprobe das Verdickungsmittel Methylcellulose (4000 c. p. i.,
Sigma) bis zu einer Endkonzentration von 1,5% zugegeben. Nach 185
Minuten wechselte die Farbe der Kontrolltests, die vor der Inkubation
10 Minuten bei 80°C
erhitzt wurden, um in der Probe vorhandene natürliche hemmende Verbindungen
zu inaktivieren, von violett zu gelb, was darauf hinweist, dass
keine antibiotischen Überreste vorhanden
waren. Kontrollen, die vor der Inkubation nicht erhitzt wurden,
blieben mehr als 240 Minuten lang violett (falsch-positive Ergebnisse).
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Alle
Tests, die mit Proben durchgeführt
wurden, welche 5 und 10 ppb Amoxicillin, 75 und 100 ppm Oxytetracyclin
und 75 und 100 ppm Sulfadiazin enthielten, blieben violett (positiv).
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In
diesem Experiment wurde auch gezeigt, dass aufgrund des Vorhandenseins
der durch Zugabe von Methylcellulose gebildeten Matrix in der Vorharnprobe
vorhandene natürliche
Pigmente in der Matrix gefangen wurden. Deshalb zeigten diese Tests
viel kräftigere
Farben (gelb und violett) als Tests, die mit Proben durchgeführt wurden,
welche das Verdickungsmittel nicht enthielten.
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Diese
Ergebnisse zeigen klar, dass es die Zugabe eines Verdickungsmittels
zu dem Vorharn möglich
macht, den Test 20 Minuten früher
abzulesen (keine Vorinkubation). Außerdem ist der Test aufgrund
der kräftigeren
Farben leichter ablesbar.
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Beispiel 7
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Verwendung eines Verdickungsmittels in
einer Milchprobe
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Von
einem Landwirt wurden Rohmilchproben negativer Kühe (negativ im Sinne des Vorhandenseins
von Antibiotika) erhalten.
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Beimpfte
Proben wurden hergestellt, indem der Milch Penicillin G zugegeben
wurde (0, 4 und 6 ppm).
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Zu
einem Teil der Proben wurde das Verdickungsmittel Rinderalbumin
(Sigma) bis zu einer Endkonzentration von 6% zugegeben.
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Die
Proben wurden anschließend
mit mikrobiotischen Hemmtestampullen untersucht, die nach dem in
EP 0005891 beschriebenen
Verfahren hergestellt wurden, wobei sich die Nährstoffe im Agar befanden.
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Den
Testampullen wurde 100 μl
Milch zugegeben. Ein Teil der Testampullen mit der Rohmilchprobe
wurde 10 Minuten bei 80°C
wie in Beispiel 1 beschrieben erhitzt. Alle Experimente wurden in
fünffacher
Ausführung
durchgeführt.
Die Tests wurden nach den in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren
weiter inkubiert.
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Nach
160 Minuten wechselte die Farbe aller Kontrolltests, die 10 Minuten
bei 80°C
erhitzt wurden, von gelb zu violett, was anzeigt, dass keine antibioti schen Überreste
vorhanden waren. Außerdem
wechselten alle Kontrolltests, denen Rinderalbumin zugegeben wurde,
nach 160 Minuten von gelb zu violett. Die Kontrolltests, denen kein
Rinderalbumin zugegeben wurde und die nicht 10 Minuten bei 80°C erhitzt wurden,
wechselten nach 185 Minuten zu gelb.
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Alle
Tests mit Proben, die 4 und 6 ppm Penicillin G enthielten, blieben
violett (positiv).
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Aufgrund
der durch Zugabe von Rinderalbumin gebildeten Matrix wurden in der
Rohmilch vorhandene hemmende Verbindungen in der Matrix gefangen.
Als ein Ergebnis davon war die Dauer der Inkubationszeit des Tests
25 Minuten kürzer.
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Es
wurde auch gezeigt, dass dieser Effekt erhalten wird, indem die
Testampulle, welche die Rohmilchprobe enthält, 10 Minuten bei 80°C erhitzt
wird.
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Es
kann daher der Schluss gezogen werden, dass in der Rohmilch vorhandene
natürliche
hemmende Verbindungen mit beiden in dieser Erfindung beschriebenen
Verfahren inaktiviert werden: Durch Inaktivierung durch einen Erhitzungsschritt
oder durch Fangen dieser Verbindungen in der von einem Verdickungsmittel
gebildeten Matrix in Kombination mit einer Hitzebehandlung.