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Die
Erfindung betrifft das Gebiet der Immunologie. Insbesondere betrifft
die Erfindung Mittel und Verfahren zur Antikörperherstellung.
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Antikörper finden
viele Anwendungen in Forschung und Medizin. Sie weisen eine bemerkenswerte
Fähigkeit
auf, sehr spezifische Ziele zu binden. Außerdem ist es ganz einfach,
neue Antikörper
gegen ein Ziel zu generieren. Antikörper können auf eine Vielzahl von
Wegen hergestellt werden. Für
die meisten Anwendungen werden Antikörper durch sogenannte Hybridoma-Zelllinien
produziert, die aus der Fusion einer Antikörper-produzierenden B-Zelle
mit einer immortalisierten Zelllinie herrühren. Solche Hybridoma-Zellen
können
leicht kultiviert werden und der Antikörper kann aus dem Kulturüberstand
gewonnen werden. Ein weiteres Verfahren für die Antikörperherstellung ist die Gewinnung
aus Serum von immunisierten Tieren oder die Herstellung von Antikörperfragmenten
durch Bakterien. Natürlich
sind viele andere Herstellungsverfahren vorhanden.
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Obwohl
viele unterschiedliche Verfahren zur Antikörperherstellung vorhanden sind,
leiden sie alle mehr oder weniger unter dem gleichen Problem. Die
Herstellungskosten sind relativ hoch. Für kultivierte Systeme auf Hybridoma-Basis
müssen
große
Kultursysteme aufgebaut, validiert und aufrechterhalten werden. Wenn
Serum die Quelle ist, muss Blut gesammelt und aufgearbeitet werden.
Außerdem
müssen
Systeme vorhanden sein, um eine mikrobielle/virale Kontamination
des Erzeugnisses zu testen. Die hohen Produktionskosten verhindern
die Implementation von vielen Anwendungen, bei denen die Kosten
des Antikörpers
wichtig sind. Zum Beispiel sind viele diagnostische Kits für Erkrankungen
nicht allgemein für
Länder
der dritten Welt verfügbar.
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Einer
der Wege, die eingeschlagen wurden, um die Herstellungskosten von
Antikörpern
zu vermindern, ist eine Verwendung von Nutztieren. Eine Technologie
zum Züchten
von Nutztieren ist weit verbreitet und ein Halten von Nutztieren
ist relativ billig. Mehrere Initiativen wurden unternommen, um Antikörper in
der Milch von Nutztieren herzustellen. Zum Beispiel wurde eine Immunisierung über den
Lymphknoten über
der Brust (supramammary lymph node) in Guidry et al., J. Dairy Sci.
77(10): 2965–2974
(1994) und in Tomita et al., J. Dairy Sci. 81(8): 2159–2164 (1998)
beschrieben. Eine intranasale Immunisierung oder Immunisierung in
die Brust (intramammary) wurde in Woods, J. Am. Vet. Med. Assoc.
173(5 Pt 2): 643–647
(1978) und in Bohl et al., Infect. Immun. 11(1): 23–32 (1975)
beschrieben. Eine Implementierung auf kommerziellem Maßstab wurde durch
Immunisierung über
den Lymphknoten über
der Brust, wie in Leitner et al., WO 99/33954, beschrieben, und über direkte
Injektion in das Brustgewebe (mammary tissue), wie in Petersen et
al., US-PS 3,376,198, und in Hasting, US-PS 5,017,372, beschrieben,
versucht. Jedoch ist es bis jetzt möglich, lediglich begrenzte
Mengen an Immunogen-spezifischen Antikörpern in Brustsekretionsprodukten
(mammary secretion products) von Nutztieren zu erhalten. Beste Ergebnisse
werden in dem Kolostrum erhalten, d.h. der ersten Milchflüssigkeit, die
durch das weibliche Tier nach Geburt eines Jungtiers produziert
wird. Milch, die durch das weibliche Tier nach dem Kolostrumstadium
hergestellt wird, wird hierin als reife Milch bezeichnet. Kolostrum
ist ein ziemlich einzigartiges Produkt, das aus einem bestimmten
physiologischen und funktionellen Zustand der Brustdrüse (mammary
gland) entsteht. Bei Wiederkäuern
besteht der hauptsächliche
Unterschied in der Zusammensetzung zwischen Kolostrum und reifer
Milch in dem sehr hohen Anteil an Kolostrum-Immunglobulin, von dem
die IgG-Klasse 80–90%
ausmacht.
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- McFadden, T.B. et al. (1997) in Milk Composition, Production
and Biotechnology, Welch, R.A.S., Burns, S.R., Popay, A.I. und Prosser,
C.G., Hrsg., Seiten 133–152,
CAB International, New York.
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Obwohl
die Antikörpermengen
im Kolostrum höher
sind als in reifer (normaler) Milch, benötigt die Gewinnung des Kolostrums
ein exaktes Timing der Geburt, da das Kolostrum maximal zwei bis
drei Tage nach Geburt des Jungtieres anhält. Außerdem sind, da Kolostrum lediglich
für zwei
oder drei Tage abgegeben wird, die absoluten Mengen an Antikörper, die
pro Tier gesammelt werden können,
begrenzt. Für
die größere Produktion
an Antikörpern
im kommerziellen Maßstab
muss eine große
Kollektion von Nutztieren gehalten werden. Der Bedarf an einer großen Kollektion
von Nutztieren erfordert auch eine große Anzahl von Immunisierungen
etc., was folglich die logistischen Probleme und Produktionskosten
erhöht.
Außerdem
ist aufgrund der Dicke/Viskosität
des Kolostrums (es ist sehr reich an Fett und Protein) die weitere
Aufarbeitung von Kolostrum problematisch.
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Jahrzehntelang
wurden verschiedene (Immunisierungs-) Versuche unternommen, um eine
erhöhte Sekretion
von Immunogen-spezifischen Antikörpern über die
Brustdrüse
von Nutztieren zu erhalten. Solche Versuche zielten teilweise auf
eine Steuerung von Infektionen in der Brustdrüse, d.h. Mastitis (Guidry et
al., J. Dairy Sci. 77(10): 2965–2974
(1994); Pighetti et al., J. Dairy Sci. 78(3): 528–537 (1995)),
als auch auf eine Produktion großer Mengen an Immunogen-spezifischen
Antikörpern über Milch
ab. Die Antikörpermengen
in reifer Milch verbleiben jedoch immer noch gering (etwa eine Größenordnung)
im Vergleich zu denjenigen, die im Kolostrum erreicht werden können (Hodgkinson
et al., WO 98/54226; Hastings, US-PS 5017372). Demzufolge sind Antigen-spezifische
Antikörper,
die in den meisten klinischen und vorklinischen Untersuchungen verwendet
werden, von Kolostrum abgeleitet und gehören folglich hauptsächlich zu
der IgG-Klasse (Tollemar et al., Bone Marrow Transpl. 23: 283–290 (1999);
Bostwick et al., US-PS 5,773,000; Cordle et al., US-PS 5,260,05?).
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"Saif et al. (1984,
Am. J. Vet. Res. 45: 49–58)
beschreiben eine Kombination von intramuskulärer und intramammärer Immunisierung
von Rindern, aber beschreiben nicht eine Immunisierung über einen
mukosalen Weg.
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Die
JP 08 092108 beschreibt,
dass eine intramuskuläre
Immunisierung und Immunisierung in die Brust eines Melktieres eine
Milch erzeugt, die eine präventive
und therapeutische Wirkung aufweist, die nahezu gleich zu der von
Kolostrum ist. Die
JP 08 092108 beschreibt
jedoch keine Kombination einer mukosalen Immunisierung und Immunisierung
in die Brust/Lymphimmunisierung über
der Brust, noch beschreibt die
JP
08 092108 eine reife Milch, die Antikörpertiter aufweist, die höher sind
als diejenigen im Kolostrum. Die WO 98/54226 beschreibt Immunisierungspläne, die
eine Milch mit IgA-Antikörpertitern
erzeugen, die höher
sind als die Titer in Kolostren von Kontrolltieren, die nicht immunisiert
wurden. Jedoch beschreibt die WO 98/54226 keine Milch mit IgA-Antikörpertitern
spezifisch für
ein Antigen bei signifikant höheren
Titern als der Durchschnittstiter des IgA-Antikörpers, der für das Antigen
spezifisch ist, in Kolostren aus unterschiedlichen nicht ausgewählten Nutztieren,
die gegen das Antigen immunisiert worden waren."
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Erfindungsgemäß wird ein
gewonnenes Brustsekretionsprodukt bereitgestellt, das einen für ein Antigen
spezifischen Antikörper
umfasst, wobei das Brustsekretionsprodukt durch ein Verfahren erhältlich ist,
umfassend
- – Hyperimmunisieren
eines Nutztieres hinsichtlich des Antigens, wobei das Hyperimmunisieren
ein Verabreichen des Antigens über
einen intramukosalen Weg umfasst, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus einem Luftweg des Nutztiers, intravaginal, intrarektal und intranasal,
und
- – Verabreichen
des Antigens an eine Brustdrüse
und/oder einen Lymphknoten über
der Brust des Nutztieres und
- – Gewinnen
des Brustsekretionsprodukts von dem Nutztier. Das Brustsekretionsprodukt
enthält überraschenderweise
wesentlich höhere
Mengen an für
das Antigen spezifischem Antikörper
(hierin nachstehend als Antigen-spezifischer Antikörper bezeichnet)
als Sekretionsprodukte, die über
herkömmliche
Verfahren im Stand der Technik erhalten werden. Außerdem wurde
festgestellt, dass es unter Verwendung der erfindungsgemäßen Verfahren
möglich
war, wesentliche Mengen an Antigenspezifischem Antikörper in
der reifen Milch des laktierenden Tiers zu erhalten. Tatsächlich lagen
die Mengen an solchen Antigen-spezifischen Antikörpern in dem Bereich von denjenigen,
die im Kolostrum erzeugt werden können. Unter Hyperimmunisieren
wird verstanden, dass das Tier eine übernormale Menge an Antigen-spezifischen
Antikörpern
in dem Blut oder in einer mukosalen Sekretion, nicht in einer Milchsekretion,
produziert. Eine übernormale Menge
bedeutet, dass die Menge an Antikörpern in dem Tierkörper höher ist,
als sie ohne eine Verabreichung des Antigens oder nach einer einzigen
Verabreichung des Antigens wäre.
Vorzugsweise umfasst das Hyperimmunisieren ein Verabreichen des
Antigens an einen Luftweg des Tieres. Durch diese Luftwegverabreichung
war es möglich,
eine anhaltende Produktion von beträchtlichen Mengen an Antikörper in
der Milch des Tieres ohne den Bedarf an zusätzlichen Boosterverabreichungen
des Antigens an das Tier zu erhalten. Jedoch können Boosterverabreichungen
des Antigens an das Tier in denjenigen Fällen durchgeführt werden,
bei denen festgestellt wird, dass die Mengen an Antigen-spezifischem
Antikörper
nach einer gewissen Zeit abfallen. Vorzugsweise umfasst die Luftwegverabreichung
eine intranasale Verabreichung des Antigens. Eine intranasale Verabreichung
ist relativ leicht durchzuführen
und es wurde festgestellt, dass eine Luftwegverabreichung höhere Mengen
an Antigen-spezifischem Antikörper
in dem Brustsekretionsprodukt und eine länger anhaltende Produktion
der Antikörper
in der Milch des Tiers über
die Zeit induziert. Vorzugsweise ist das Brustsekretionsprodukt
Milch. Milch ist leicht zu sammeln und es ist, da die Produktion
an Antigen-spezifischem Antikörper
in der Milch über
die Zeit andauert, möglich,
eine Gruppe von Tieren zu selektieren, die die besten Mengen an
Antigenspezifischem Antikörper
in der Milch aufweisen, wodurch die Gesamtleistung und Logistik
des Verfahrens verbessert werden.
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Die
Erfindung zeigt folglich, dass ein Herstellen einer einzigartigen
Milchflüssigkeit
in einer anhaltenden Weise möglich
ist. Die Eigenschaften einer solchen Flüssigkeit sind: a) die Flüssigkeit
weist die Eigenschaften von Kolostrum auf, sofern Mengen an Antigen-spezifischem
Antikörper
betroffen sind, b) die Gesamtzusammensetzungseigenschaften der Flüssigkeit
sind dennoch vergleichbar mit denen von Milch. Unter den Eigenschaften
von Kolostrum, sofern Mengen an Antigen-spezifischem Antikörper betroffen
sind, wird hierin verstanden, dass die Menge und/oder Art eines
Antigen-spezifischen Antikörpers
vergleichbarer zu Kolostrum als zu Milch ist. Zum Beispiel muss
die Menge an Antigen-spezifischem Antikörper in der Flüssigkeit
höher sein als
die Menge an Antigen-spezifischem Antikörper, die normalerweise in
Milch erhalten wird. In diesem Fall ist die Menge an Antigen-spezifischem
Antikörper
in der Flüssigkeit
mindestens teilweise vergleichbar zu der Menge an Antigenspezifischem
Antikörper
in dem Kolostrum, da beide Mengen höher sind als die Menge an Antigen-spezifischem
Antikörper,
die normalerweise in Milch erhalten wird.
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Es
ist klar, dass ein jeglicher Immunisierungsplan, wobei das Hyperimmunisieren
ein Verabreichen des Antigens über
einen intramuskulären
Weg umfasst, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus einem Luftweg des Nutztiers, intravaginal,
intrarektal und intranasal, der zu einem Tier führt, das hinsichtlich des Antigens
hyperimmunisiert ist, mit einer Verabreichung eines Antigens an
eine Brustdrüse
oder einen Lymphknoten über der
Brust kombiniert werden kann, um das Ergebnis zu erhalten. Es besteht
kein tatsächlicher
Bedarf zu untersuchen, ob ein Tier hyperimmunisiert ist, bevor eine
Verabreichung eines Antigens an eine Brustdrüse und/oder einen Lymphknoten über der
Brust durchgeführt
wird. Man kann leicht die Antikörpermenge
in einem Brustsekretionsprodukt des Tiers bestimmen. Eine niedrige
Menge an Antikörper
in dem Sekretionsprodukt zeigt an, dass das Tier nicht hyperimmunisiert
war, und eine zusätzliche
Verabreichung an Antigen wird benötigt, um eine Hyperimmunisierung
zu erreichen.
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Ein
Antigen, gegen das der Antigen-spezifische Antikörper gerichtet ist, kann eine
jegliche Verbindung oder Kollektion von Verbindungen sein, die zum
Auslösen
einer Immunantwort fähig
ist. Typischerweise umfasst das Antigen ein Protein oder einen funktionellen
Teil, ein Derivat und/oder Analogon davon. Ein Antigen, das an das
Tier verabreicht wird, unterscheidet sich typischerweise nicht von
Verabreichung zu Verabreichung an das Tier. Jedoch muss dies nicht
notwendigerweise zutreffen. Es ist möglich, unterschiedliche Manifestationen
an Antigen, z.B. unterschiedliche Proteine, zu verwenden, sofern
unterschiedliche Manifestationen mindestens einen Teil umfassen,
der immunologisch der gleiche ist. Unter immunologisch der gleiche
wird verstanden, dass ein Antikörper
fähig ist,
unterschiedliche Manifestationen des Antigens zu erkennen. Ein Antigen kann
auch über
ein Verabreichen einer Nukleinsäure,
die das Antigen oder ein funktionelles Äquivalent davon kodiert, an
das Tier verabreicht werden. Eine verabreichte Nukleinsäure kann
von Zellen des Tiers, denen die Nukleinsäure zugeführt wurde, exprimiert werden.
Eine Expression des Antigens oder funktionellen Äquivalents in Zellen des Tiers
erzeugt eine Immunantwort. Diese Technologie wird im Stand der Technik
auch als Nukleinsäure-Vakzine bezeichnet.
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Ohne
an eine Theorie gebunden zu sein, wird angenommen, dass eine hohe
allgemeine Immunantwort benötigt
wird, um einen wesentlichen Pool, eine wesentliche Zirkulation oder
ein wesentliches Reservoir an Zellen bereitzustellen, die einen
Antigen-spezifischen Antikörper
produzieren. Eine Immunisierung einer Brustdrüse und/oder eines Lymphknotens über der
Brust wird benötigt,
um Zellen aus dem Pool, der Zirkulation oder dem Reservoir zu dem
Brustgewebe derart anzuziehen, dass eine Sekretion des Antigen-spezifischen
Antikörpers
zu dem Brustsekretionsprodukt ermöglicht wird. Es ist bevorzugt,
dass die Bildung des Pools, der Zirkulation oder des Reservoirs
mit einem Immunisierungsplan erreicht wird, der zu einer hohen mukosalen
Immunantwort führt,
da auf diesem Wege mindestens ein Teil des Pools, der Zirkulation
oder des Reservoirs zu der Brustdrüse gezogen wird, was folglich
eine frühere
und ausgeprägtere
Sekretion des Antigen-spezifischen Antikörpers nach einer Immunisierung
einer Brustdrüse
und/oder eines Lymphknotens über der
Brust vereinfacht. Vorzugsweise wird jedoch der Pool, die Zirkulation
oder das Reservoir über
einen Immunisierungsplan gebildet, der zu einer hohen mukosalen
und/oder systemischen Immunantwort führt.
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Ein
Immunisierungsplan umfasst eine oder mehrere Verabreichungen eines
Antigens an ein Nutztier. Ein Immunisierungsplan, der zu einer hohen
mukosalen und/oder systemischen Immunantwort führt, wird vorzugsweise mindestens
teilweise durch Inhalation eines Antigens durch das Tier erreicht.
Die Zusammensetzung für
eine Inhalation wird natürlich
vorzugsweise derart verabreicht, dass ein Antigen in der Zusammensetzung über den
Hauptteil des Luftweges des Tiers verteilt wird. Eine Luftwegverabreichung
wird vorzugsweise in der Form von Aerosolen erreicht. Vorzugsweise
erfolgt die Luftwegverabreichung durch intranasale Verabreichung.
Vorzugsweise umfasst der Immunisierungsplan, der zu einer hohen
mukosalen und/oder systemischen Immunantwort führt, mindestens zwei Luftwegverabreichungen
einer Zusammensetzung, die das Antigen umfasst. Mehr bevorzugt umfasst
er mindestens vier Luftwegverabreichungen einer Zusammensetzung, die
das Antigen umfasst.
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Durch
erfindungsgemäße Mittel
und Verfahren weisen sowohl eine Brustdrüsenimmunisierung als auch eine
Verabreichung an einen Lymphknoten über der Brust einer Zusammensetzung,
die das Antigen beinhaltet, die Wirkung auf, die Sekretion an großen Mengen
von Antigen-spezifischem Antikörper
in der Milch eines Nutztieres zu ermöglichen. Vorzugsweise wird
mindestens eine Verabreichung in den Lymphknoten über die
Brustdrüse
durchgeführt.
Vorzugsweise werden mindestens zwei Verabreichungen in den Lymphknoten über der
Brust durchgeführt.
Eine Verabreichung an einen Lymphknoten über der Brust führt zu einer
höheren und
früheren
Zunahme an Antigen-spezifischen Antikörpern in der Milch.
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Erfindungsgemäße Mittel
und Verfahren sind geeignet, um eine hohe und anhaltende Produktion
an Antigen-spezifischem Antikörper
in der Milch eines jeglichen laktierenden Säugers zu erhalten. Vorzugsweise ist
das Tier ein Nutztier. Nutztiere sind Tiere, die auf einer kommerziellen
Basis durch Menschen verwendet werden, sei es für die Produktion von Milch,
Fleisch oder sogar Antikörpern.
Nutztiere, die bereits für
die Produktion von Milch im kommerziellen Maßstab verwendet werden, sind
erfindungsgemäß bevorzugt,
da für
diese Tiere spezielle Linien und/oder Züchtungen existieren, die für eine Milchproduktion
optimiert sind. Vorzugsweise ist das Nutztier eine Kuh. Alternativ
dazu ist das Nutztier eine Ziege.
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Unter
Verwendung der erfindungsgemäßen Verfahren
ist es möglich,
hohe Mengen an Antigen-spezifischem Antikörper in einem jeglichen Brustsekretionsprodukt,
wie z.B. dem Kolostrum oder der Milch, zu erhalten.
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Antigen-spezifische
Antikörper
in der Milch können
einer jeglichen Immunklasse angehören. Jedoch gehören vorzugsweise
die Antikörper
der IgG- und/oder IgA-Klasse
an. Mehr bevorzugt gehören
die Antikörper der
IgA-Klasse an.
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Milch,
die Antigen-spezifische Antikörper
enthält,
wird vorzugsweise durch Melken des Tiers gesammelt. Milch, die so
gesammelt wurde, kann entweder direkt verwendet werden oder kann
z.B. zu reinen Antigen-spezifischen Antikörpern weiter aufgearbeitet
werden. Verfahren für
die (teilweise) Aufreinigung von (Antigen-spezifischen) Antikörpern aus
Milch sind im Stand der Technik vorhanden und müssen hier nicht aufgelistet
werden.
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Erfindungsgemäße Antigen-spezifische
Antikörper
können
für einen
nahezu jeglichen Zweck verwendet werden. Vorzugsweise werden die
Antikörper
für einen
Zweck verwendet, für
den polyklonale Antikörper im
Stand der Technik verwendet werden. Jedoch ist es unter Verwendung
von Aufreinigungsverfahren im Stand der Technik auch möglich, im
Wesentlichen monoklonale Antikörper
zu erhalten, z.B. durch Immunisierung mit einem Antigen, das im
Wesentlichen lediglich einen immunogenen Teil umfasst. Im Wesentlichen
monoklonale Antikörper
können
auch auf anderen Wegen, z.B. durch Immunaufreinigung eines Antikörpers unter Verwendung
eines Peptids, das im Wesentlichen lediglich eine Bindungsregion
für einen
Antikörper
umfasst, produziert werden. Antigen-spezifische Antikörper (aufgereinigt
aus der Milch oder nicht) werden vorzugsweise für die Herstellung eines Medikaments
verwendet. Solche Antikörper
können
z.B. für
die Herstellung von Medikamenten für die Behandlung von Hautwunden,
z.B. mit einem Antikörper,
der für
ein Hautbakterium spezifisch ist, verwendet werden. Solche Antikörper sind
auch besonders für
die Behandlung einer Erkrankung geeignet, die durch Pathogene im
Gastrointestinaltrakt verursacht wird. Im Allgemeinen können die
Antigenspezifischen Antikörper
aus der Milch eines Nutztiers in einem jeglichen (mindestens teilweise)
immungeschützten Bereich
des menschlichen Körpers
verwendet werden. Solche Bereiche sind z.B. der Gastrointestinaltrakt,
der Respirationstrakt, der Urogenitaltrakt, das Auge, der Mund und
die Haut. Jedoch können
solche Antikörper auch
verwendet werden, um Antigene zu binden, die über dem Blutfluss in einem
Patienten erreicht werden können,
z.B. nach systemischer Verabreichung der Antikörper an das Individuum. Unter
Berücksichtigung, dass
das zu behandelnde Individuum gewöhnlich ein Mensch ist, und
die Antikörper
von einem Nutztier abgeleitet sind, wird erwartet, dass das Immunsystem
des Individuums auf die verabreichten Antikörper, insbesondere, wenn sie
systemisch verabreicht werden, reagie ren wird. Jedoch sind viele
Anwendungen einer solchen systemischen Verabreichung von Antikörpern immer
noch möglich,
z.B. wenn das Individuum noch keine Immunantwort auf die Antikörper erzeugt
hat (wie z.B. in dem Fall einer ersten Verwendung in dem Individuum) oder
wenn die Immunantwort (über
die Zeit) abgenommen hat.
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Antigen-spezifische
Antikörper
(aufgereinigt aus der Milch oder nicht) können auch für die Herstellung z.B. eines
Nahrungsmittelprodukts verwendet werden. Viele bakterielle aber
auch virale Mikroben können
in dem Magendarmtrakt vorhanden sein. Einige dieser Mikroben können subklinisch
vorhanden sein. Mit einem erfindungsgemäßen Verfahren können Antikörper erzeugt
werden, die gegenüber
einer oder mehreren dieser Mikroben spezifisch sind. Solche Antikörper können verwendet
werden, um ein Nahrungsmittelprodukt oder ein anderes Produkt herzustellen.
Durch Essen des Produkts werden Antikörper gegen eine oder mehrere
Mikroben in dem Magendarmtrakt freigesetzt, was folglich mindestens
teilweise verhindert, dass sich die Mikroben vermehren.
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Unter
Berücksichtigung,
dass die Antikörper
in einem Nutztier produziert werden, werden die Antikörper typischerweise
für Antigene
spezifisch sein, die nicht natürlicherweise
in dem Tier (nicht selbst) vorhanden sind. Folglich können im
Allgemeinen Antikörper
gegen ein jegliches Antigen produziert werden, das für das Tier
fremd ist. Typischerweise umfassen solche Antikörper eine Spezifität gegen
Bakterien, Viren und Toxine davon. Jedoch können Antikörper auch gegen Säugerantigene
gerichtet werden, wenn eine ausreichende Divergenz zwischen dem
verabreichten Antigen und dem Homolog des Antigens in dem Nutztier
vorhanden ist. Obwohl es weniger einfach ist, ist es auch möglich, eine
Antikörperantwort
auf mindestens einige Selbstantigene zu erzeugen. Mehrere Verfahren
zum Erreichen dieses Ergebnisses sind im Stand der Technik vorhanden.
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Ein
oder mehrere der Immunisierungspläne können ferner eine Verabreichung
einer oder mehrerer anderer Verbindungen beinhalten, die zur Stimulation
und/oder Modulation einer Immunantwort des Nutztieres fähig sind.
Geeignete Adjuvanzien sind im Stand der Technik bekannt und können unter
anderem Freund'sches
unvollständiges
Adjuvans, Aluminiumhydroxid, immunstimulierende Komplexe ISCOMS
auf Saponin/Cholesterin-Basis und das auf Glycerin-Polysorbat-basierende
Adjuvans "RhinoVax" (Jakobsen et al., Infect.
Immun. 67:4128–4133
(1999)), beinhalten. Vorzugsweise ist das Adjuvans zur Modulation
einer Immunantwort zu ei ner mukosalen Immunantwort fähig. Nicht
begrenzende Beispiele solcher Verbindungen sind 1α,25(OH2)D3, Cholera-Holotoxin,
Toxin A und Toxin B von Clostridium difficile, Cytokine wie IL-5,
IL-6, IL-12 oder TGF-3, unmethylierte CpG
(bakterielle DNA)-Sequenzen mit Phosphodiesterrückgrat. Käuflich verfügbare Alternativen zu Freund'schen vollständigen Adjuvanzien
beinhalten Ribi Adjuvant System (RAS), Titer Max, Syntex Adjuvant
Formulation (SAF), Elvax 40W, Montanid, AdjuPrime, Gerbu Adjuvant
und Super Carrier. Antigene können
auch für
eine langsame Freisetzung mit L-Tyrosin co-präzipitiert oder an Nitrocellulose
adsorbiert sein. Natürlich
können
auch Kombinationen von Adjuvanzien verwendet werden.
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Erfindungsgemäße Verfahren
können
verwendet werden, um eine Immunantwort gegen das Antigen in dem
Nutztier auszulösen.
Jedoch ist es natürlich
auch möglich,
die erfindungsgemäßen Verfahren
zu verwenden, um eine bereits existierende Immunität gegen
das Antigen in dem Nutztier zu amplifizieren.
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Das
Nutztier kann gegen ein Antigen immunisiert sein, jedoch unter Berücksichtigung,
dass eine polyklonale Immunantwort erzeugt wird, umfassen Antigen-spezifische
Antikörper
in der Milch typischerweise eine Spezifität gegenüber zwei oder mehreren unterschiedlichen
Teilen des Antigens. Wenn ein Antigen verwendet wird, das ein komplexes
Gemisch von unterschiedlichen Verbindungen umfasst, werden viele
Antikörper,
die eine Spezifität
für unterschiedliche
Teile des Antigens umfassen, erzeugt und sind in der Milch des Tiers
vorhanden. Es ist natürlich
leicht, ein erfindungsgemäßes Verfahren
für ein
anderes Antigen einmal oder mehrere Male zu wiederholen und folglich
ein Brustsekretionsprodukt zu erzeugen, das einen Satz an Antikörpern für ein oder
mehrere Antigene oder mehrere vernetzte Antigene umfasst.
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Eine
Immunempfindlichkeit von Nutztieren bezüglich eines bestimmten Antigens
kann mittels genetischer Manipulation der Tiere weiter verstärkt werden.
Zum Beispiel kann ein jeglicher der zahlreichen biochemischen Schritte,
die kritisch bei dem Verfahren von einer B-Zell-Aktivierung zu einer
Antikörpersekretion
in den mukosalen Oberflächen
involviert sind, mittels genetischer Modifizierung optimiert werden.
Nicht begrenzende Beispiele sind: eine erhöhte Expression von spezifischen
MHC-Antigen-Molekülen
für eine
wirksame Antigenpräsentation,
eine erhöhte
Expression einer J-Kette für
eine erhöhte
IgA-Dimer-Bildung und/oder eine erhöhte Expression von Homing-Rezeptoren
für eine
erhöhte
Migration aktivierter Lymphozyten zu dem Brustgewebe. Eine Expression
von zahlreichen Cytokinen und Lymphokinen, die bei dem Prozess involviert
sind, kann auch manipuliert werden, um Mengen für eine maximale Antikörpersekretion
zu optimieren. Ferner können
Tiere, von denen bewiesen ist, dass sie starke Responder auf ein
bestimmtes Antigen sind, kloniert werden, so dass nach einer Immunisierung
der klonierten Tiere hohe Ausbeuten an Antigen-spezifischem Antikörper gewährleistet
werden.
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In
einer Ausführungsform
umfasst das Antigen eine Kollektion von Verbindungen, die aus einer
Kultur von Clostridium diffcile gewonnen werden. Diese Kollektion
von Verbindungen enthält
mehrere Proteine, zu denen Formaldehyd-inaktivierte C. difficile
(VPI10463)-Zellen, Formaldehyd-inaktivierte Sporen des Bakteriums
und Formaldehyd-inaktivierte C. diffcile-Toxoide, die Toxin A und
Toxin B sind, gehören.
Antikörper,
die gegen diese Kollektion gerichtet sind, werden typischerweise
eine Spezifität
gegenüber
mehr als einem Protein von C. diffcile umfassen. Vorzugsweise umfassen
die Antikörper
Antikörper,
die für
Sporen von C. diffcile spezifisch sind. Zubereitungen solcher Antikörper können für die Herstellung
eines Medikaments für
die Behandlung von Erkrankungen verwendet werden, die mit C. difficile-Infektionen
assoziiert sind. Eine Verabreichung an ein Individuum erfolgt vorzugsweise
derart, dass Antikörper
dem Darm zugeführt
werden. Mehrere Verfahren sind im Stand der Technik vorhanden, um
eine solche Zufuhr zu ermöglichen,
z.B. können
Antikörper in
Pillen enthalten sein, die ihren Inhalt an den Darm abgeben. In
einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
umfassen die erfindungsgemäßen Antikörper eine
Spezifität
gegenüber
Sporen von C. difficile. Solche Antikörper sind besonders dafür verwendbar,
um mindestens teilweise ein Wiederauftreten einer mit C. difficile
in Beziehung stehenden Erkrankung zu verhindern. Typischerweise
wird eine mit C. diffcile in Beziehung stehende Erkrankung mit einer
Medikation behandelt, die gegen eine Entfernung von C. difficile-Bakterien
gerichtet ist. Eine solche Medikation kann z.B. aus der Verabreichung
von Antibiotika und/oder Antikörpern, die
gegen eine oder mehrere bakterielle Komponenten von C. difficile
gerichtet sind, bestehen. Obwohl diese Behandlung gewöhnlich beim
Heilen des Patienten von den Symptomen erfolgreich ist, ist sie
oft (in 20% der Fälle)
nicht ausreichend, um ein Wiederauftreten der Erkrankung in dem
Patienten zu verhindern. Ein Wiederauftreten kann zumindest teilweise
dadurch verhindert werden, dass dem Darm des Patienten Antikörper mit einer
Spezifität
gegenüber
Sporen von C. difficile zugeführt
werden. Ein Binden der Antikörper
an mindestens einen Teil der C. difficile-Sporen in dem Darm vermindert
mindestens teilweise die Neigung, mit der die Sporen ausreifen können. Folglich
wird zumindest teilweise ein Wiederauftreten einer mit C. difficile
in Beziehung stehenden Erkrankung in dem Patien ten verhindert. Folglich
wird erfindungsgemäß auch eine
Zusammensetzung bereitgestellt, die einen Antikörper umfasst, der zum Binden
an eine Spore von C. difficile fähig
ist. Ferner wird die Verwendung eines Antikörpers, der für eine C.
difficile-Spore
spezifisch ist, für
die Herstellung eines Medikaments bereitgestellt. Vorzugsweise wird
der Antikörper
für die
Herstellung eines Medikaments für
die Behandlung einer mit C. difficile in Beziehung stehenden Erkrankung
verwendet.
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Laktierende
Nutztiere können
an bakteriellen und/oder viralen Infektionen in der Brustdrüse leiden. Solche
Infektionen können
mindestens teilweise dadurch behandelt werden, dass eine Sekretion
eines Antigen-spezifischen Antikörpers
in das Sekretionskompartiment der Brustdrüse ermöglicht wird. Eine solcher Erkrankungen
ist Mastitis. Erfindungsgemäß wird daher
ferner ein Verfahren für
die Behandlung einer mikrobiellen Infektion einer Brustdrüse in einem
Tier bereitgestellt, das ein Verabreichen an das Tier eines Antigens
derart, dass eine hohe Immunantwort erhalten wird, und ein Verabreichen
des Antigens an eine Brustdrüse und/oder
an einen Lymphknoten über
der Brust des Tiers umfasst, wobei das Antigen mindestens einen
Teil der Mikrobe oder ein funktionelles Derivat und/oder Analogon
davon umfasst. Die Immunantwort kann eine systemische Immunantwort
sein. Vorzugsweise ist die Immunantwort eine allgemeine (sowohl
eine systemische als auch mukosale) Immunantwort. Vorzugsweise leidet
das Tier an Mastitis oder es besteht ein Risiko, dass es an Mastitis
leidet.
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Antigene
können
für die
Herstellung eines Medikaments zur Behandlung einer mikrobiellen
Infektion einer Brustdrüse
verwendet werden, wobei das Medikament eine Zusammensetzung für eine Luftwegverabreichung
des Antigens und eine Zusammensetzung für eine Verabreichung des Antigens
an eine Brustdrüse und/oder
einen Lymphknoten über
der Brust umfasst. Vorzugsweise verursacht die mikrobielle Infektion
Mastitis. Das Medikament kann auch für die Behandlung eines Menschen
geeignet sein.
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Mastitis
ist eine Erkrankung, die den transienten oder manchmal permanenten
Verlust einer Milchproduktion verursacht. Ein Verlust der Milchproduktion
kann durch die Erkrankung selbst oder durch die Verwendung von Antibiotika,
die die Milchproduktion beeinflussen, oder durch beides induziert
werden. Tiere, die an Mastitis leiden, werden sehr krank und manchmal
sterben sie. Mastitis beeinflusst in beträchtlichem Maß die Menge
an Arbeit und Produktionskosten für einen Landwirt.
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In
einem weiteren erfindungsgemäßen Aspekt
wird Milch bereitgestellt, die von einem laktierenden Nutztier erhalten
wird und mindestens 15 μg/ml
an Antigen-spezifischem Antikörper
umfasst. Mehr bevorzugt umfasst die Milch mindestens 50 μg/ml an Antikörper, gegen
den das Tier durch ein erfindungsgemäßes Verfahren immunisiert wurde.
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Eine
Verabreichung eines Antigens an das Tier kann durch bekannte Mittel
erreicht werden. Typischerweise wird ein Antigen in einem Bereich
verabreicht, der für
ein Protein einer Größe von etwa
10 kDa zwischen 5 und 500 μg
variiert. Ein Antigen auf der Basis von ganzen (inaktivierten) Zellen
und/oder Sporen wird typischerweise derart verabreicht, dass ein Äquivalent
in dem Bereich von 108 bis 1011 Zellen
und/oder Sporen dem Tier zugeführt
wird. Andere Konzentrationen und/oder Mengen können auch verwendet werden,
abhängig von
der Größe des Tiers,
der Immunogenizität
des Antigens und/oder Adjuvanzien oder anderen bekannten Variablen.
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Ein
starker Beweis existiert in der Literatur, dass Pathogen-spezifische
Antikörper,
die aus Kolostrum und Milch von Kühen erhalten werden, für eine Verhinderung
und Behandlung von gastrointestinalen Infektionen, die durch verschiedene
Pathogene verursacht werden, wirksam sind. Trotz vielversprechender
Indikationen wurde jedoch eine Produktentwicklung hauptsächlich aufgrund
einer Nichtverfügbarkeit
von ausreichenden Mengen an Pathogen-spezifischen Antikörpern noch
nicht weitverbreitet realisiert.
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Es
ist relativ leicht, hohe Mengen an Antigen-spezifischen Antikörpern aus
Kolostrum von Kühen
nach einer Immunisierung mittels herkömmlicher Verfahren zu erhalten.
Jedoch hält
eine Sekretion von Kolostrum lediglich 2 bis 3 Tage nach jeder Geburt
eines Kalbes an und, sobald sie in eine Zeitspanne einer reifen
Laktation eintreten, fallen Mengen eines solchen Antikörpers nahe
auf Null. Erfindungsgemäß werden
Immunisierungsverfahren beschrieben, die zu einer Sekretion von
hohen Mengen an Antigen-spezifischen Antikörpern nicht nur im Kolostrum
sondern auch in reifer Milch von laktierenden Nutztieren für eine anhaltende
Zeitspanne führen.
Wie wir in den Beispielen zeigen, ist es unter Verwendung eines
erfindungsgemäßen Verfahrens
möglich,
reife Milch von einem Tier zu erhalten, die einen Antigen-spezifischen
Antikörper
in einer Menge umfasst, die mindestens halb so groß ist wie
diejenige, die durchschnittlich in dem Kolostrum des Tiers unter
Verwendung von herkömmlichen
Verfahren des Stands der Technik erhalten werden kann.
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Folglich
wird in einem erfindungsgemäßen Aspekt
eine reife Milch bereitgestellt, die aus einem Säuger erhältlich ist und einen Antigen-spezifischen
Antikörper
in einer Menge von mindestens 200% der durchschnittlichen Menge
des Antigen-spezifischen Antikörpers
umfasst, die im Kolostrum des Säugers
erhältlich
ist, wobei das Kolostrum nach einer Immunisierung des Säugers gegen
das Antigen erhalten wird. Vorzugsweise besteht der Antigen-spezifische
Antikörper
aus IgA, da IgA Dimere bildet, die sehr gut zur Bildung von Komplexen
fähig sind.
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Unter
einer durchschnittlichen Menge des Antigen-spezifischen Antikörpers, die
im Kolostrum erhältlich
ist, wird hierin eine Menge verstanden, die der Durchschnitt von
Ausbeuten an Antigen-spezifischem Antikörper ist, erhalten aus Kolostren
von unterschiedlichen nicht selektierten Tieren, die gegen das Antigen
immunisiert worden waren.
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Eine
Ausbeute von mindestens 200% ist eine wichtige Verbesserung, da
im Stand der Technik lediglich Ausbeuten an Antigen-spezifischem
Antikörper
in reifer Milch von etwa einem Zehntel im Vergleich zu Ausbeuten,
die aus Kolostrum erhalten werden, möglich waren. Jedoch werden,
wie wir in den Beispielen zeigen, erfindungsgemäß höhere Ausbeuten an IgA in reifer
Milch bereitgestellt als die Ausbeuten, die im Kolostrum unter Verwendung
herkömmlicher
Verfahren des Stands der Technik erhalten wurden.
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BEISPIELE
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MATERIALIEN
UND METHODEN
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DUKORAL®,
ein orales Cholera-Vakzin, das für
eine Verwendung in Menschen zugelassen ist, wurde von SBL Vaccin
AB, Stockholm, bezogen. Jede Ampulle besteht aus Formalin-inaktivierten
Vibrio cholera und Cholera-Toxin-Untereinheit-B (CTB) bei Konzentrationen
von 1011 Zellen bzw. 1 mg Protein in 3 ml
Phosphat-gepufferter Kochsalzlösung
mit einem pH-Wert von 7,4 (PBS).
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Ganze
Zellen von Clostridium difficile. Ganze Zellen von C. difficile
wurden wie vorher beschrieben hergestellt und inaktiviert. Kurz
gesagt, wurde C. difficile VPI 10463 in BHI-Medium bei 37°C unter einer
anaeroben Atmosphäre
36 Stunden vermehrt. Kulturen wurden zentrifugiert und Zellen wurden
dreimal mit PBS gewaschen. Die sich ergebenden Pellets wurden in
PBS mit 1% (vol/vol) Formaldehyd wieder suspendiert und bei 4°C bis zu
einer Verwendung gehalten. Vor einer jeglichen Immunisierung wurde
ein Überschuss
an Formaldehyd durch zwei Waschgänge
mit PBS entfernt. Eine Animpfung des Äquivalents von 109 C. difficile
CFU (eine Zellsuspension mit einer optischen Dichte von 1,0 bei
550 nm bei einem Lichtweg von 1 cm) in BHI-Medium ergab kein Wachstum
nach 36 Stunden bei 37°C
in einer anaeroben Atmosphäre.
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C.
difficile-Toxoid. Ein Kulturfiltrat von C. difficile wurde wie vorher
beschrieben hergestellt und inaktiviert. Kurz gesagt, wurde C. difficile
VPI 10463 in Proteose-Pepton-Hefe-Extrakt-Medium
48 Stunden bei 37°C vermehrt
und durch Zugabe von Formaldehyd, um eine Konzentration von 1% (vol/vol)
zu ergeben und Inkubation bei 37°C
für 1 Stunde
inaktiviert. Der Überstand
wurde sterilfiltriert, dreimal mit PBS durch Ultrafiltration (Amicon,
30 kDa) gewaschen, 10fach in einem 500-ml-Zellkonzentrator konzentriert und bei –20°C bis zu
einer Verwendung gelagert.
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Tiere.
Tragende Holstein-Friesische und MRY-Milchkühe wurden gemäß allgemein
anerkannten Milchmanagementpraktiken in den Niederlanden gehalten.
In den in dieser Mitteilung beschriebenen Experimenten wurden hauptsächlich Holstein-Friesische-Kühe verwendet.
Zusätzlich
wurden schwangere Ziegen ausgewählt
und in einer separaten Farm ebenfalls gemäß allgemein anerkannten Managementpraktiken
gehalten.
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Immunisierungswege
und -pläne.
Kühe: Für eine intramuskuläre (IM)
Immunisierung, Immunisierung in das Euter (IUDR) oder Immunisierung
in einen Lymphknoten über
der Brust (LMF) wurde eine 2-ml-Vakzin-Zubereitung in PBS über eine
direkte Injektion in die entsprechenden Gewebe verabreicht. Für eine intranasale
(IN) Immunisierung wurde eine 2-ml-Vakzin-Zubereitung in eines der
Nasenlöcher
von Kühen über eine Düse, die
an eine Spritze befestigt war, versprüht, während das Gesicht nach oben
gezwungen wurde. Für
Immunisierungen mit dem Cholera-Vakzin
wurde DUKORAL in PBS derart verdünnt,
dass jeweils 2 ml 6,5 × 109 V. cholera zusammen mit 66 μg an CTB
enthielten. In den Fällen
des C. difficile (CD)-Vakzins
wurden das Toxoid und die Ganzzellzubereitungen gemischt und in
PBS verdünnt,
um 5 × 1010 inaktivierte C. difficile zusammen mit
5,5 mg Protein an Kulturüberstand
in 2 ml zu ergeben.
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Ziegen:
Vakzine, die für
Rinder hergestellt wurden, wurden weiter mit einem gleichen Volumen
an PBS (auf 50%) verdünnt.
Für jede
Immunisierung wurden 2 ml verwendet, mit der Ausnahme von LMF, bei
der lediglich 1 ml verwendet wurde.
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Probensammlung
und Serum- und Molkenherstellung. Normalerweise wurden 5 ml Milchprobe
von jedem Viertel wöchentlich
gesammelt. Wenn gewünscht,
wurden 5 ml Blutprobe auch aus der Schwanzvene gesammelt. Molke
wurde aus Milchproben wie vorher beschrieben hergestellt. Kurz gesagt,
wurde Fett mittels Zentrifugation bei 4°C für 15 Minuten bei 4300 g in
einer MSE Mistralzentrifuge 6000 entfernt. Casein wurde durch Säurepräzipitation
bei einem pH-Wert von 4,6 durch Zugabe von Natriumacetat und Essigsäure, gefolgt von
Zentrifugation bei Raumtemperatur für 15 Minuten bei 3500 g entfernt.
Blut wurde zur Gerinnung über Nacht
bei 4°C
stehen gelassen und das Serum wurde durch Zentrifugation erhalten.
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Test.
Ein indirekter ELISA wurde durchgeführt, um Mengen an Immunogen-spezifischem
IgG und IgA in Molke- und Serumproben zu messen. Am Anfang (für Proben
aus Kühen,
die mit DUKORAL immunisiert worden waren) erfolgte ein ELISA manuell,
aber später
(für Proben
aus Kühen,
die mit dem CD-Vakzin immunisiert worden waren, und Proben von Ziegen,
die mit DUKORAL und dem CD-Vakzin immunisiert worden waren) wurde
der ELISA-Roboter BioTek OMNI verwendet. In beiden Fällen wurden
Mikrotiterplatten (Greiner 655902, Greiner) mit entweder CTB oder
inaktivierten ganzen Zellen von C. difficile bei Konzentrationen
von 0,3 μg
CTB bzw. 2 × 107 Zellen pro Well beschichtet. Ein Beschichten
wurde durch Inkubation für
2 h bei 37°C mit
CTB oder für
2 h bei 70°C
mit ganzen Zellen von C. difficile erreicht. Die Platten wurden
nach einem jeglichen Inkubationsschritt mit PBS mit 0,05% Tween
20 gewaschen. Die Wells wurden 1 h bei Raumtemperatur mit 2% Gelatine
in PBS geblockt. Proben wurden in PBS in Duplikaten verdünnt und
wurden 1 h bei 37°C
inkubiert. Für
die Messung von Antigen-spezifischen Rinder-Antikörpern in
gesammelten Proben wurden Digoxigenin-markierte monoklonale Anti-Rinder-IgA- oder
Anti-Rinder-IgG-Antikörper
in dem Labor hergestellt und als die sekundären Antikörper verwendet. Für die Messung
von Antigen-spezifischen Ziegen-Antikörpern in gesammelten Proben
wurden monoklonale Anti-Ziegenantikörper anstelle von Anti-Rinderantikörpern als
die sekundären
Antikörper
verwendet. Für
einen Nachweis wurde Rettichperoxidase-markiertes Ziegen-Anti-Digoxigenin-POD-Fab-Fragment
(Boehringer Mannheim) verwendet. ABTS, 2,2'-Azinodiethylbenzothiazolinsulfonsäure (Sigma)
wurde als das Substrat für
Rettichperoxidase ver wendet. Die optische Dichte nach einer Inkubation
für 30
min bei 37°C
wurde bei 415 nm mit einem Bio-Tek ELx800-Lesegerät gemessen.
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Titer.
Mengen an Immunogen-spezifischem Ig in Proben wurden in Einheiten
gegenüber
dem Standard von 1000 Einheiten/ml ausgedrückt. Der Standard ist eine
Molkezubereitung aus Kolostrum von Kühen, die entweder mit DUKORAL
oder mit dem CD-Vakzin immunisiert worden waren.
-
Messungen
von gesamtem Ig in Milch. Der Gesamtgehalt an Ig in jeder Molkeprobe,
die aus immunisierter und nicht immunisierter Milch hergestellt
worden war, wurde unter Verwendung von Hochdruck-Gel-Permeations-Flüssigkeitschromatographie
gemessen.
-
ERGEBNISSE.
Bildung von Standards für
Tests mit Antigen-spezifischem Antikörper. Kühe in ihrer späten Schwangerschaft
wurden viermal mit einem dreiwöchigen
Intervall zwischen den Immunisierungen vor einer Kalbung immunisiert.
Für jede
Immunisierung wurden Kombinationen von intranasalen (IN) und subkutanen
(SC) Wegen verwendet. Das Immunogen bestand aus einer gleichen Menge
an sowohl Vakzinen (DUKORAL und das CD-Vakzin) ergänzt mit
Cholera-Toxin (50 μg/Kuh/Immunisierung)
für den
IN-Weg und Freund'schem
unvollständigem
Adjuvanz (gleiches Volumen des Immunogens) für den SC-Weg. Von jeder Kuh
wurde Kolostrum aus dem ersten Melken gesammelt und Molke wurde
hergestellt. Nach notwendigen Verdünnungen (Anti-CTB-IgA 320 x,
Anti-CTB-IgG 8000 x, Anti-CD-IgA
130 x und Anti-CD-IgG 8000 x) mit PBS erfolgte ein ELISA. Die Messungen
der optischen Dichte bei 415 nm sind in 1 (Anti-CTB-Antikörper) und in 2 (Anti-CD-Antikörper) gezeigt.
Die Molkenzubereitungen wurden gesammelt und als Standards verwendet.
-
Anti-CTB-Ig-Mengen
in Milch von Kühen
nach einer Immunisierung mit Cholera-Vakzin, Dukoral. Mit dem Ziel
einer Gewinnung von hohen Mengen an Immunogen-spezifischem Ig in
der Milch von Säugern
für einen
anhaltenden Zeitraum wurden verschiedene Dosen von Dukoral als ein
Antigen in laktierenden Kühen unter
Verwendung verschiedener Immunisierungswege getestet. Zum Beispiel
wurden Kombinationen von Wegen, ausgewählt aus subkutan (SC), in das
Euter (IUDR), in einen Lymphknoten über der Brust (LMF), intravaginal
(IVG) und intraperitoneal (IP), mit Konzentrationen an DUKORAL untersucht,
die von einer 50fachen Verdünnung
bis unverdünnt
reichten. In den meisten Fällen
waren die Anti-CTB-IgA- und -IgG-Titer in der Milch extrem niedrig
(3 und 4) im Vergleich zu unserem Standard
von 1000 Einheiten/ml. In wenigen Fällen, bei denen die Mengen
wenige 100 Einheiten erreichten, konnten sie nicht wesentlich länger als
eine Woche aufrechterhalten werden. Außerdem war der Zeitpunkt eines
Auftretens solcher sporadischer Peaks hinsichtlich des Zeitpunkts
einer Immunisierung nicht vorhersehbar.
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Anti-CTB-Ig-Mengen
in Milch und Blut von Kühen
nach einer Nasalsprayimmunisierung gefolgt von einer Immunisierung
in die Brust. Eine Gruppe von sechs Kühen in ihrer reifen Laktation
wurden intranasal (IN) einmal wöchentlich
für fünf aufeinanderfolgende
Wochen mit dem Cholera-Vakzin Dukoral immunisiert. Während dieses
fünfwöchigen Zeitraums
wurden Mengen an CTB-spezifischem IgA und IgG in der Molke der Milch und
im Blut überwacht.
Die niedrigen Mengen (die von 0 bis etwa 50 reichten) in der Molke
waren zu den Ergebnisse, die aus vorhergehenden Experimenten erhalten
wurden, nicht signifikant verschieden (5 und 6).
Anti-CTB-IgG-Mengen im Blut erhöhten
sich jedoch kontinuierlich mit wiederholten IN-Behandlungen (ausgehend
von etwa 10 bis etwa 1000 Einheiten am Ende der fünften Immunisierungssitzung),
wohingegen CTB-spezifisches IgA im Blut unter der nachweisbaren
Menge über
die Zeitspanne der Experimente blieb. Eine einzige Boostbehandlung
brachte jedoch interessante Veränderungen
bezüglich
dieser Ergebnisse in einer Reihe von Aspekten (5 und 6).
Die Boostbehandlung, die 6 Wochen nach der letzten IN-Immunisierung
gegeben wurde, bestand aus einer IM, einer IUDR in das hintere,
rechte Viertel und einer LMF, ebenfalls in das hintere, rechte Viertel,
wobei jeweils 2 ml verwendet wurden. Die Messung von Anti-CTB-IgA-
und Anti-CTB-IgG-Titern über
einen fünfmonatigen
Zeitraum ist in 5 und 6 gezeigt.
Ein paar auffällige
Veränderungen,
die von der Boostimmunisierung in die Brust herrührten, sind die folgenden:
i) Sowohl Anti-CTB-IgA- als auch Anti-CTB-IgG-Antworten wurden in
allen (6/6) Tieren beobachtet. ii) Im Vergleich zu den Titern im
Standard (1000 Einheiten/ml) waren IgA-Antworten sehr stark, wobei sie etwa
300–500%
der Standardmengen in einigen Kühen
erreichten. IgG-Antworten waren geringer als diejenigen von IgA,
aber immer noch sehr hoch (sie erreichten 30% des Standards in starken
Respondern). iii) IgA-Antworten
dauerten signifikant länger
als diejenigen von IgG. iv) Obwohl es eine große Variation unter den Tieren
hinsichtlich der Immunantworten gab, konnte das hier verwendete
Immunisierungsverfahren die Antworten in eine synchrone Weise unter
den Tieren bringen. v) IgA-Antworten waren mehr oder weniger auf
die im munisierten Viertel begrenzt, wohingegen IgG-Antworten allgemein
auf alle vier Viertel verteilt waren.
-
Mengen
an Anti-C. difficile (ganze Zellen)-Ig in der Milch nach einer Nasalsprayimmunisierung
gefolgt von einer Immunisierung in die Brust. Die interessanten
Feststellungen, die in dem vorhergehenden Experiment gemacht wurden,
stimulierten uns, das Experiment mit einem unterschiedlichen Immunogen
auszudehnen. Folglich erfolgte ein Experiment mit dem CD-Vakzin
mit wenigen Modifikationen zu dem vorstehend verwendeten Protokoll.
Die Änderungen,
die in dem neuen Protokoll verwendet wurden, zielten auf eine Evaluierung
der Bedeutung der Anzahl von IN-Immunisierungen vor einer Injektion
in die Brust als auch der Bedeutung des Intervalls zwischen IN-Immunisierungen
und Immunisierungen in die Brust. Jede Kuh in einer Zehnergruppe
in ihrer mittleren Laktation erhielt eine 2-ml-IN- und eine 2-ml-IM-Immunisierung.
Messungen von Mengen an Anti-CD (ganze Zellen)-IgA und -IgG in Proben,
die nach dem Primen aber vor dem Boost gesammelt worden waren, zeigten
erwartete Ergebnisse: kaum nachweisbar ( 7). Drei
Wochen nach dem Primen erhielt jede Kuh Boostbehandlungen, die aus
einer 2-ml-IN, einer 2-ml-IUDR in das hintere, rechte Viertel und einer
2-ml-LMF auch in das hintere, rechte Viertel bestand. Milchproben
wurden kontinuierlich wöchentlich
gesammelt und Messungen für
Mengen an Anti-CD (ganze Zellen) erfolgten unter Verwendung eines
ELISA. Eine synchrone Zunahme an Immunogenspezifischem IgG, das
von 130 bis 430 Einheiten/ml (gegenüber unserem Anti-CD-Standard von 1000
Einheiten/ml) abhängig
von der Kuh reichte, wurde in der ersten Woche nach den Boostbehandlungen
beobachtet (7). Wie es in dem Fall mit dem
Cholera-Vakzin beobachtet wurde, war eine Anti-CD-IgG-Sekretion
gleichmäßig über die
vier Viertel verteilt und die Sekretion einer hohen Menge war relativ
kurzlebig, wobei sie zu etwa 50%igen Mengen in einem Zeitraum von
weniger als 2 Wochen abnahm. Unähnlich
zu den sofortigen IgG-Antworten nach dem Boost zeigten sich Anti-CD-IgA-Antworten langsam
und konnten mehr als einen Monat später nachgewiesen werden (8),
wobei an diesem Zeitpunkt 7 Kühe
(von 10) ausgewählt
und wieder immunisiert wurden. Die erneute Immunisierung begann
mit 2 IN-Immunisierungen, die eine Woche voneinander getrennt waren.
Zwei Wochen danach erhielt jede Kuh Boostimmunisierungen einer IN-
und zweier LMF-Immunisierungen
(eine für
jedes hintere Viertel). Unähnlich
zu dem Fall einer IgG-Antwort
und zu unserer Überraschung
war eine Anti-CD-IgA-Antwort nicht unter den immunisierten Kühen synchronisiert
(Synchronität
einer Anti-CD-IgA-Antwort konnte später wiederhergestellt werden, wenn
eine Kombination von LMF- und IMA-Wegen als ein Boost angewendet
wurde) (vgl. das Experiment von 11). Ein
weiteres unerwartetes Ergebnis in diesem Experiment ist, dass die
starke Viertelspezifität,
die in dem Fall einer Anti-CTB-IgA-Antwort festgestellt wurde, nicht
länger
festgestellt wurde, d.h. das immunisierte Viertel (hinten rechts)
war nicht notwendigerweise dasjenige, das die größte Menge an Anti-CD-IgA sekretierte.
-
Relative
Bedeutung von Immunisierungswegen. Um die relative Verteilung jedes
Immunisierungsweges zu dem endgültigen
Ergebnis einer Antikörpersekretion
in Milch zu bewerten, wurden 8 Kühe
mit dem CD-Vakzin immunisiert. Wie erwartet, wurden keine Anti-CD-Antikörper in
der Milch nach zwei aufeinanderfolgenden Immunisierungen über den
IN-Weg nachgewiesen, wobei zwei Wochen zwischen den Immunisierungen
lagen (9 und 10). Eine
Woche nach der zweiten IN-Immunisierung
erhielten alle Kühe
die dritte IN-Immunisierung zusätzlich
zu einer IMA-Immunisierung lediglich in die vorderen Viertel (am
22.05.2000). Eine Woche danach (28.05.2000) waren Anti-CD-IgGs in
allen vier Vierteln nachweisbar, aber sie waren äußerst niedrig (9).
Anti-CD-IgA war jedoch nicht in allen vier Vierteln nachweisbar
(10). Die 8 Kühe
wurden sodann in zwei Gruppen aufgeteilt. Vier von diesen (Gruppe
1) erhielten das CD-Vakzin und die anderen vier (Gruppe 2) erhielten
Kochsalzlösung über den
LMF-Weg (am 29.05.2000). Eine Woche danach ergab sich eine bemerkenswerte
Zunahme der Anti-IgG-Sekretion lediglich bei der Gruppe 1, was impliziert,
dass der IMA-Weg relativ unwichtig für eine Sekretion der IgG-Klasse
sein kann (9). Wie erwartet, gab es keine Viertelspezifität für die Sekretion.
Wie für
die IgA-Klasse wurden jedoch signifikante Mengen an Anti-CD-Antikörper-Sekretion
in beiden Gruppen festgestellt, sogar in der Kochsalz-behandelten
Gruppe (10), obwohl die letztere schnell über die
Zeit abnahm. Die Daten implizieren, dass der LMF-Weg die Hauptrolle
für eine IgA-Sekretion
spielt, aber der IMA-Weg dies zu einem geringeren Maß auch tut.
Es ergab sich ebenfalls (zusätzlich
zu dem vorstehenden Experiment) ein scheinbares Verschwinden einer
Viertelspezifität.
Diese Beobachtung scheint unabhängig
von den Immunisierungswegen zu sein und muss folglich das Ergebnis
des verwendeten Vakzins sein, d.h. des attenuierten Toxins A von
CD, des attenuierten Toxins B von CD und/oder der inaktivierten
CD-Zellen. Die Feststellung ist möglicherweise wichtig, da sie
uns zu einer Lösung
eines unerwünschten
logistischem Problems führen
kann, dass Milch aus lediglich den hinteren Vierteln von Kühen gesammelt
werden muss (eine Immunisierung der vorderen Viertel einer Kuh über den
LMF-Weg ist ohne Chirurgie nicht möglich). Die Gesamtmengen an
Anti-CD-Antikörper,
sowohl IgA als auch IgG, in diesem Experiment (9 und 10)
waren mindestens eine Größen- Ordnung niedriger
als diejenigen, die vorher beobachtet wurden. Die Ergebnisse zeigen
deutlich, dass es hochgradig wünschenswert
ist, dass ein Boosten über den
LMF-Weg mit einem anderen mukosalen Weg/anderen mukosalen Wegen
wie IMA, intravaginal, intrarektal und/oder vorzugsweise intranasal
einhergeht. Ein solches Beispiel, bei dem Kühe über die LMF- und IMA-Wege nach
einem Primen über
den IN-Weg immunisiert wurden, ist in 11 (Anti-CD-IgA)
und in 12 (Anti-CD-IgG) gezeigt.
-
Mengen
an Gesamt-Ig-Konzentration in der Milch von immunisierten Kühen. Unter
Verwendung der in dieser Mitteilung beschriebenen Verfahren, konnten
Mengen an Antigen-spezifischem Antikörper erreicht werden, die (nahe)
an dem Bereich lagen, der normalerweise in dem Kolostrum von immunisierten
Kühen gefunden
wird. Da die Gesamt-Ig-Konzentration im Kolostrum einer nicht immunisierten
Kuh ungefähr
zwei Größenordnungen
höher liegt
als diejenige in reifer Milch, ist eine offensichtliche Frage, was
die Gesamt-Ig-Konzentration in der Milch von immunisierten Kühen sein
würde.
Messungen, die unter Verwendung von Hochdruckflüssigkeitschromatographie erfolgten,
zeigten, dass Gesamt-Ig-Mengen in immunisierter Milch nicht signifikant
verschieden von denjenigen in nicht immunisierter Milch waren, die
im Durchschnitt 0,3 mg/ml betrugen. Die relative Menge an Gesamt-Ig
in immunisierter und nicht immunisierter Milch ist in 13 gezeigt
(für eine Immunempfindlichkeit
jeder Kuh vergleiche 8). Der Wert der Kontrollgruppe
ist derjenige einer zusammengefassten Gruppe (von 9 Proben).
-
Immunempfindlichkeit
von von Rindern verschiedenen Säugern.
Um eine Anwendbarkeit des gleichen Immunisierungsverfahrens auf
andere Säuger
für ähnliche
Ergebnisse zu testen, wurden Ziegen ausgewählt: sie sind im Überfluss
erhältlich
und jede kann bis zu 2000 Liter Milch produzieren. Automatische
Melksysteme sind auch erhältlich
und Verfahren einer Käsebildung
aus deren Milch und folglich einer Molkenbildung als auch Information über ihren
Erkrankungsstatus und ihre Handhabung sind bekannt. Zehn Ziegen
wurden dreimal über
IN-Wege immunisiert, wobei drei Wochen zwischen den Immunisierungen
lagen. Zwei Wochen nach der dritten IN-Immunisierung erhielt jede
Ziege drei Immunisierungen jeweils eine über den IN-, IMA- und LMF-Weg.
Messungen von Mengen an Anti-CTB-IgG, Anti-CTB-IgA, Anti-CD-IgG und Anti-CD-IgA
in Molkeproben zeigten das ähnliche
allgemeine Muster der Immunantwort, das in der Milch von immunisierten
Kühen festgestellt
wurde.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
1 ist
eine graphische Darstellung von relativen Mengen an Anti-CTB-IgA
und -IgG in Kolostrum von immunisierten Kühen, die als der Standard verwendet
wurden.
-
2 ist
eine graphische Darstellung von relativen Mengen an Anti-CD-IgA
und -IgG in Kolostrum von immunisierten Kühen, die als der Standard verwendet
wurden.
-
3 ist
eine graphische Darstellung von Anti-CTB-IgA-Antworten (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in der Milch von Kühen nach einer Anwendung verschiedener
bekannter Immunisierungsverfahren.
-
4 ist
eine graphische Darstellung von Anti-CTB-IgG-Antworten (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in der Milch von Kühen nach einer Anwendung verschiedener
bekannter Immunisierungsverfahren.
-
5 ist
eine graphische Darstellung von Anti-CTB-IgA-Antworten (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in der Milch von Kühen nach einer Anwendung erfindungsgemäßer Immunisierungsverfahren.
-
6 ist
eine graphische Darstellung von Anti-CTB-IgG-Antworten (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in der Milch von Kühen nach einer Anwendung erfindungsgemäßer Immunisierungsverfahren.
-
7 ist
eine graphische Darstellung von Anti-CD-IgG-Antworten (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in der Milch von Kühen nach einer Anwendung erfindungsgemäßer Immunisierungsverfahren.
-
8 ist
eine graphische Darstellung von Anti-CD-IgA-Antworten (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in der Milch von Kühen nach einer Anwendung erfindungsgemäßer Immunisierungsverfahren.
-
9 ist
eine graphische Darstellung der relativen Anti-CD-IgG-Empfindlichkeit
in Milch nach verschiedenen Immunisierungswegen.
-
10 ist
eine graphische Darstellung der relativen Anti-CD-IgA-Empfindlichkeit
in Milch nach verschiedenen Immunisierungswegen.
-
11 ist
eine graphische Darstellung einer Anti-CD-IgA-Antwort (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in Milch von Kühen als das Ergebnis eines
Boostens über
die LMF- zusammen mit den IMA-Wegen.
-
12 ist
eine graphische Darstellung einer Anti-CD-IgG-Antwort (gegenüber 1000
Einheiten/ml des Standards) in Milch von Kühen als das Ergebnis eines
Boostens über
die LMF- zusammen mit den IMA-Wegen.
-
13 ist
eine graphische Darstellung von relativen Mengen von Gesamt-Igs
in der Milch von immunisierten Kühen
im Vergleich zu denjenigen von nicht immunisierten Kühen.