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Die
vorliegende Erfindung liegt im wesentlichen auf dem Feld der Veterinärmedizin
und der Viehtierzucht. Insbesondere betrifft die Erfindung das Protein
LppQ von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC und DNS, die das
besagte Protein kodiert. Die Erfindung betrifft die serologische
Erfassung von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC-Infektionen,
den äthiologischen
Agens der ansteckenden Rinderlungenseuche (CBPP für „contagious
bovine pleuropneumonia")
und das Design von irgendeiner Art Impfstoff, insbesondere von Markierungsimpfstoffen
für die
Unterscheidung von infizierten Tieren gegenüber geimpften Tieren. Das spezielle
Lipoportein LppQ und ganz insbesondere sein N-terminaler antigener
Teil wird als rekombinantes Peptid exprimiert, welches als spezifisches
Antigen für
die Sero-Detektion von CBPP eingesetzt wird.
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Die
ansteckende Rinderlungenseuche (CBPP), die durch Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC bewirkt wird, ist eine schwere Krankheit, die
Rinder als auch Büffel
befällt.
CBPP führt
zu grossen ökonomischen
Verlusten in endemischen Regionen und wird von dem Office International
des Epiozooties (OIE) als eine Krankheit der Liste "A" aufgeführt, welche die am meisten
gefährlichen
und ansteckenden Tierkrankheiten beinhaltet; diese Krankheiten erfordern
spezielle internationale Regelungen für ihre Ausrottung.
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CBPP
ist auf den meisten Kontinenten während des 19. Jahrhunderts
ausradiert worden, blieb aber in Afrika endemisch. Trotz strikter
sanitärer
Kontrollmassnahmen ist sie in Europa seit 1980 wieder auf dem Vormarsch
und führt
somit zu einer schweren Bedrohung für die Tiergesundheit und die
Zuchtproduktion (ter Laak, 1992; Nicholas und Bashiruddin, 1995;
Provost et al., 1987; Egwu et al., 1996).
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Die
Serodiagnose ist das wesentlichste Tool zur Kontrolle von CBPP.
Einige serologische Tests sind während
den letzten fünfzig
Jahren beschrieben worden wie Agglutination, die Komplementfixierung
(CF) (Campbell und Turner, 1953), die Agargelausfällung (Gourlay
und Shifrine, 1965), der enzymverbundene Immunosorbant-Assay, die passive
Haemagglutination, das Western-Blot und das Dot-Blot (Nicholas et
al., 1996). Die komplementäre
Fixierung (CF) ist als Test der am weitest verbreitetste und benutzte
serologische Diagnosetest (Nicholas et al., 1996) und wird als spezifisch
und empfindlich in der akuten Phase der Krankheit angesehen. Dennoch
wird für
den CF-Test angegeben, dass in nur 70% der Fälle die chronisch infizierten
Tiere erfasst werden und dass er nicht fähig ist, asymptomatische Tiere
in dem frühen
Zustand der Krankheit festzustellen (Provost et al., 1987). Zusätzlich sind
Probleme mit der Spezifizität
des CF-Test festgestellt worden; eine kürzliche Analyse von Proben
bei der Überwachung
von Rindern in einem Bereich ohne CBPP hat eine signifikante Anzahl
von falschen positiven Ergebnissen gezeigt (Stark et al., 1995b;
Stark et al., 1995a). Kürzlich
ist ein kompetitiver ELISA für
die Serodiagnose von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC-Infektionen
entwickelt worden, basierend auf einem monoklonalen Antikörper, welcher
eine spezifische Epitope eines 80 kDa Antigens der Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC erfasst (Le und Thiaucourt, 1998). Ansonsten besteht
kein spezifisches Antigen von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides
SC und kein einfacher Test, wie ein nicht kompetitiver indirekter
Festphasen ELISA (Festhalten von Antikörpern) für die Sero-Detektion von Mycoplasma
mycoides subsp. mycoides SC-Infektionen. Für in direkte ELISAs ist die
Qualität
der Antigenherstellung entscheidend für die Spezifizität und die
Empfindlichkeit des Tests. Gesamtzell-Antigene oder Extrakte von
Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC enthalten viele Antigene,
die mit verwandten Mycoplasmen reagieren und nicht eingesetzt werden
können.
Ein Teil der vorliegenden Erfindung umfasst den Einsatz eines einzelnen
spezifischen Lipoproteins von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides
SC als Antigen für
serologische Tests.
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Impfstoffe
sind bis heute auf attenuierten Stämmen von Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC basiert gewesen und sind als Lebendimpfstoffe
eingesetzt worden. Diese Impfstoffe gestatten jedoch nicht die Unterscheidung
von geimpften Rindern von infizierten Rindern, was ein grosses Problem
in Kontroll- und Ausrottungsprogrammen ist, bei denen Impfstoffe
eingesetzt werden.
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Kürzlich hat
Abdo et al. (1998) den Weg der Immunreaktionen von Vielfachantigenen
von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC bei der Bronchienspülung und
im Serum von Rindern, welche für
experimentelle Zwecke mit dem afrikanischen Stamm Afadé (hinterlegt
bei der European Collection of Cell Cultures, Salisbury, Wiltshire
SP40JG.UK, Hinterlegungsnummer 99081024) und mit dem europäischen Stamm
L2 infiziert worden sind, unter Einsatz von Western-Blots und Komplementfixierung
(CF) analysiert. Einige gemeinsame dominante immunogene Antigene
mit den Molekularmassen 110, 95, 85, 80, 72, 62, 48 und 39 kDa sind
identifiziert worden. Da eine Vielzahl von Stämmen von Mycoplasmen bekannt
sind, die sehr nahe mit Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC verwandt
sind, ist es fraglich, ob jegliche der identifizierten immunogenen
Antigene spezifisch für
Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC gewesen sind. Es ist nun
in überraschender Weise
gefunden worden, dass das 48 kDa Protein, welches oben angeführt worden
ist, die Spezifizität
für Mycoplasma
mycoides subsp. my coides SC hat, was es dem Fachmann erlaubt, die
Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung wie unten beschrieben zu entwickeln.
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Die
vorliegende Erfindung ist die Entdeckung eines Lipoproteinantigens
mit dem Namen LppQ, welches für
Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC spezifisch ist, und sein
Einsatz oder die Verwendung eines Teils dieses Proteins, insbesondere
die N-terminale
Hälfte
des Peptids, als ein spezifisches Antigen für die Sero-Detektion von Mycoplasma
mycoides subsp. mycoides SC-Infektionen
durch Einsatz des Peptids beispielsweise als spezifisches Antigen
in nicht kompetitiver indirekter Festphasen ELISA oder jeglichem
anderen serologischen Testverfahren. Die Erfindung umfasst die Gensequenz
von lppQ für
die Expression von Antigenen oder für die Verwendung in der genetischen
Identifikation oder Erfassung von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides
SC oder für
das Design und die Herstellung von jeglicher Art von Impfstoff gegen
Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC. Dies umfasst sowohl das
Design von Markierungsimpfstoffen durch die Herstellung von Mycoplasma
mycoides subsp. mycoides SC-Stämmen,
denen die LppQ Biosynthese fehlt, die Formulierung von Impfstoffen,
die LppQ als eine Komponente benutzen, als auch von Impfstoffverfahren,
die die Gensequenz von lppQ (beispielsweise DNS-Impfstoffe) einsetzen.
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Die
vorliegende Erfindung liefert ein spezifisches Protein der Membran
von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC und sein entsprechendes
Gen und Gensequenzdaten für
die spezifische Sero-Erfassung von
Tieren, die mit Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC infiziert
worden sind. Das Protein, mit dem Namen LppQ, ist ein Lipoprotein
von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC. Sein entsprechendes
Gen lppQ ist aus dem Stamm Afadé aus Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC geklont worden.
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Die
Gensequenz von lppQ und die entsprechende Aminosäuresequenz des Proteins LppQ
ist in Tabelle 5 dargestellt.
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Das
Gen lppQ ist in getesteter Weise sowohl im Typstamm PG1 als auch
in allen europäischen
und afrikanischen Feldisolierungen von Mycoplasma mycoides subsp.
mycoides SC, bestimmt durch PCR, vorhanden (siehe Tabelle 1).
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Um
lppQ in rekombinanten E.coli Stämmen
und anderen Genexprimierungssystemen zu exprimieren, ist die Gensequenz
mutiert worden, um UGA in UGGtrp zu wechseln.
Insgesamt sind 9 UGA Kodone in UGGtrp durch
Punktmutagenese gewechselt worden. Drei synthetische Gene sind hergestellt
worden:
- – lppQ*
kodiert das gesamte lppQ Gen, aber umfasst den universalen genetischen
Code, der durch E.coli und andere Hosts für die Genexprimierung gelesen
werden kann (Tabelle 6). Das Plasmid, welches das lppQ* Gen enthält, ist
pJFFmaLP48-MuHis1 (hinterlegt bei der European Collection of Cell
Cultures, Salisbury, Wiltshire SP40JG.UK, Hinterlegungsnummer: 99081025).
- – lppQ*N' kodiert den N-terminalen
antigene Teil von LppQ, LppQN'.
Das lppQ*N' enthält den universalen genetischen
Code (Tabelle 8). Das Plasmid, welches das lppQ*N' Gen enthält, ist
pJFFLP48-11.
- – lppQ*C' kodiert den C'-terminalen Teil
von LppQ, LppQC'.
Das lppQ*C' enthält den universalen
genetischen Code (Tabelle 10). Das Plasmid, welches lppQ*C' enthält, ist
pJFFmaLppQ-Cterm.
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Die
Exprimierung der drei synthetischen Gene, die auf den Plasmiden
vorhanden sind, die oben beschrieben worden sind, ist durch Einsatz
des Expressionsvektors pETHIS-1 erreicht worden. Die Gensequenz des
Plasmids pETHIS-1 ist in der Genbank/EMBL unter der Zugangsnummer
AF012911 zu finden. Das Plasmid pETHIS1 ist konstruiert worden,
um die Exprimierung von Fusionsproteine mit einem N-terminalen Histidin-Hexamer
und/oder einem C-terminalen
Histidin-Dekamer in spezialisierten Escherichia coli-Hostzellen zu gestatten,
die induzierbare T7-RNS-Polymerase-Gene
enthält,
wie beispielsweise E.coli Stamm BL21 (DE3) (F-, ompT, r-(B), m-(B),
lambda DE3, i21, lacI, lacUV5lacZ, T7-RNA-pol.
(lysogenic), int). Die mit Polyhistadin beendeten LppQ-His-Peptide
sind durch Ni-Chelation-Chromatographie gereinigt worden.
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Der
N-terminale Anteil von LppQ ist der antigene Teil dieses Lipoproteins.
Dies wird durch ein Immunoblot Experiment gezeigt, von dem die Ergebnisse
in der Tabelle 12 dargestellt sind. Kaninchen-Antiserum, welches
gegen die voll rekombinante LppQ-His gerichtet ist, erkannte sowohl
das rekombinante N-terminale LppQN'-His und das rekombinante C-terminle
LppQC'-His als auch
das volle LppQ-His Protein (Tabelle 12, Panel 1). Serum von einer
Kuh, die mit Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC von einem CBPP-Ausbruch in
Italien im Jahre 1992 infiziert worden war, reagierte in starker
weise mit dem rekombinanten N-terminalen Peptid des Proteins, LppQN'-His, und mit dem
vollen LppQ-His, aber nicht mit dem C-terminalen Teil LppQC'-His (Tabelle 12,
Panel 2). Dieselbe Bebachtung wurde mit Serum von einer experimentellen
Infektion gemacht. Serum von der frühen Phase (Tabelle 12, Panel
4) und von der späten
Phase der Infektion zeigten starke Reaktionen auf LppQN' (Tabelle 12, Panel
5). Keine Reaktion ist in dem Kontrollserum gefunden worden, das
von dem Tier vor der Infektion genommen worden ist (Tabelle 12,
Panel 3).
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LppQ
und insbesondere der N-terminale Teil des Proteins LppQN' ist ein früher und
persistenter antigener Marker von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides
SC-Infektionen. Dies wird gezeigt durch Immunoblot Experimente mit
Seren von kontrollierten experimentellen Infektionen von Rindern
mit zwei unterschiedlichen Stämmen
von Mycoplasma mycoides subsp, mycoides SC, einem afrikanischen
Stamm Afadé und
einem europäischen
Stamm L2 (Abdo et al., 1998). Die Seren von durch einen experimentellen
Kontakt infizierten Tiere zeigten eine frühe, starke und persistente
Antwort auf LppQN'-His
(Tabelle 13). Repräsentative
Seren von einer Kuh, die mit dem europäischen Stamm L2 infiziert worden
war, zeigten klare Signale auf Immunoblots, die LppQN'-His enthielten,
startend vom Tag 92 nach der Kontaktinfektion, gleichzeitig mit
dem ersten positiven Titer auf dem Standard CF-Test und anhaltend
bis Tag 224 nach der Kontaktinfektion (Tabelle 13, Teil A), wenn
der Titer des Standard CF-Tests bereits für mehr als zwei Monate unterhalb
des Erfassungslimits gewesen ist (Abdo et al., 1998). Repräsentative
Seren von einer Kuh, die mit dem afrikanischen Stamm Afadé infiziert
worden war, zeigte ein starkes Signal am Tag 28 nach der Kontaktinfektion,
gleichzeitig mit dem ersten klaren positiven CF-Titer und verbleibend
bis zum Tag 134 nach der Kontaktinfektion (Tabelle 13, Teil B),
wenn der Titer des Standard CF-Tests für drei Wochen unterhalb des
Erfassungslimits gewesen ist (Abdo et al., 1998).
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Der
N-terminale Teil von LppQ (LppQN')
ist ein spezifisches Antigen von Mycoplasma mycoides subsp, mycoides
SC. Serum von einem Kaninchen, das mit gesamten Zellen von Mycoplasma
mycoides subsp. mycoides SC des Typs des Stammes PG1 immunisiert
worden war, reagierte in starker Weise mit LppQN' auf Immunoblots, während Seren von Kaninchen,
die mit gesamten Zellen von darauf bezogenen Mycoplasmen von Mycoplasma
mycoides Clustern oder Mycoplasma putrefaciens immunisiert worden
waren, keine Reaktion mit LppQN'-His
unter den selben Bedingungen zeigten. Zusätzlich zeigten Seren von Schweizer
Rindern, die für
Mycoplasma bovis positiv gewesen sind, die aber frei von CBPP gewesen
sind, keine Reaktion mit LppQN'-His
(Tabelle 14).
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Der
N-terminale Teil von LppQ (LppQN'-His)
wird in grossen Mengen Aus dem Plasmid pJFFLP48-11 erzeugt, welches
in E. coli Stämmen
JF1979 [BL21(DE3)(F-, ompT, r-(B), m-(B), lambda DE3, i21, lacI, lacUV5lacZ,
T7-RNS-pol. (lysogenic), int–)/pJFFLP48-11
ApR] beherbergt gewesen ist. LppQN'-His wird direkt aus
Guanidium-Hydrochlorid solubilisierten Zellen durch Ni-Chelat-Chromatographie gereinigt.
Eine 50 ml Kultur des Stammes JF1979 ergab 2 mg an gereinigtem LppQN'-His-Protein. Andere
Exprimierungssysteme können
für die
Herstellung von LppQN' Peptiden
oder Derivaten davon eingesetzt werden.
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Die
Erfindung betrifft auch die Herstellung von serologischen Test-Kits
wie Immunoblots oder nicht-kompetitive indirekte Festphasen-ELISA
oder jegliche andere Antikörper-Detektionsverfahren
für Mycoplasma
mycoides subsp. mycoides SC-Infektionen, die nützlich sind beim Screenen von
Tieren für
CBPP und für
Träger
von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC.
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"Immunologische Erfassungssysteme" bezieht sich auf
Verfahren, um Antikörper
festzustellen, die gegen spezifische Komponenten von Mycoplasma
mycoides subsp. mycoides SC in Seren von Tieren gerichtet sind,
wie Immunoblots (siehe Tabelle 12) und ELISA (siehe Tabelle 2).
Diese Verfahren werden für
die Sero-Diagnose von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC-Infektionen
eingesetzt werden. Beispiele für
einen ELISA-Test unter Einsatz von LppQN'-His-beschichteten Mikrotiter-Platten
wird in Tabelle 2 gegeben. ELISA, basierend auf LppQN'-His-beschichteten
Mikrotiter-Platten, war signifikant sensitiver als der CF-Test,
insbesondere, wenn die Seren in der späten Phase nach der Infektion
aufgenommen worden sind (siehe Ergebnisse Tabelle 2).
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Das
lppQ-Gen kann eingesetzt werden, um ein System für die genetische Erfassung
von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC herzustellen. Die Spezifizität des lppQ-Gens
für Mycoplasma
mycoides subsp. mycoides Sc wird in der Tabelle 1 angezeigt, welche
zeigt, dass lppQ in allen Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC-Stämmen vorhanden
war, die aus den verschiedenen Kontinenten und Ländern und zu verschiedenen
Jahrzehnten isoliert worden sind. Das lppQ-Gen ist nicht in anderen
Mycoplasmen gefunden worden, insbesondere nicht in phänotypisch
und antigen nahe verwandten tierischen Mycoplasmen.
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Um
die Erfindung klarer zu erläutern,
wird nun folgend eine Liste von einigen Ausführungsbeispielen der Erfindung
beschrieben. Die Liste beschränkt
die Erfindung nicht exklusiv auf diese Ausführungsbeispiele.
- A. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Protein von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides
SC, welche die Aminosäuresequenz
wie in der Tabelle 5 dargestellt zeigt (LppQ-Precursor, SEQ ID Nr.
25) oder Teile davon, wobei die Teile vorzugsweise durch die Aminosäurensequenzen
charakterisiert sind, wie sie in der Tabelle 7 dargestellt sind
(Reife LppQ, SEQ ID Nr. 27) oder in Tabelle 9 (LppQN', SEQ ID Nr. 29).
Weiterhin sind Ausführungsbeispiele
der Erfindung der LppQ-Precursor, das reife LppQ-Protein und die N-terminale Hälfte von
LppQ (LppQN').
- B. Ein anderes Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Protein, welches unter dem obigen Buchstaben
A beschrieben worden ist, wobei der Sequenz des Proteins 2 bis 12
Histidin-Residuen vorangehen oder folgen, vorzugsweise durch Vorangehen
von 6 Histidin-Residuen oder durch Folgen von 10 Histidin-Residuen.
- C. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Protein, wie es unter Buchstabe A beschrieben worden
ist, welches ein Lipoprotein ist. Ein anderes Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Protein, wie es unter Buchstabe A beschrieben
worden ist, und welches ein Glycoprotein ist. Solch ein Glycoprotein kann
aus einer DNS exprimiert werden, welche unter Buchstabe D in einer
eukaryotischen Host-Zelle exprimiert worden ist.
- D. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist eine DNS, die ein Protein kodiert, wie es unter
den Buchstaben A, B oder C beschrieben worden ist, vorzugsweise
durch eine DNS-Sequenz charakterisiert, wie sie in der Tabelle 5
dargestellt ist (lppQ Precursor-Gen, SEQ ID Nr. 24), Tabelle 6 (lppQ*,
SEQ ID Nr. 26) oder Tabelle 8 (lppQ*N', SEQ ID Nr. 28). Die DNS kann genomische
DNS, cDNS oder künstliche
DNS sein.
- E. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist die Verwendung eines Proteins, wie es unter Buchstabe
A, B oder C beschrieben worden ist, in einem Diagnoseverfahren für die direkte
oder indirekte Erfassung von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides
SC, vorzugsweise, wenn das Diagnoseverfahren ein immunologisches
Verfahren ist und aus einer Gruppe umfassend Immunoblotting, serologische
Tests und ELISA ausgewählt
ist.
- F. Ein anderes Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist die Verwendung eines Proteins, wie es unter den Buchstaben
A, B oder C beschrieben worden ist, oder einer DNS, wie sie unter
Buchstabe D beschrieben worden ist, für die Herstellung eines Impfstoffes
gegen die Infektion von Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC;
der Impfstoff selbst; und die Verwendung einer DNS, wie sie unter
Buchstabe D beschrieben worden ist, für die Herstellung von lebenden,
attenuierten oder von inaktivierten Zellen von Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC, welche als Marker- Impfstoff einzusetzen sind, wobei den
besagten Zellen die Fähigkeit
zur Synthetisierung des LppQ-Lipoproteins fehlt.
- G. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist eine DNS, wie sie unter Buchstabe D beschrieben worden
ist, in einem Erfassungsverfahren für Mycoplasma mycoides subsp.
mycoides SC, vorzugsweise bei welchem das Erfassungsverfahren aus
einer Gruppe ausgewählt
ist, die PCR und Hybridisierungs-Verfahren umfasst.
- H. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist die Verwendung einer DNS, wie sie unter Buchstabe D
beschrieben worden ist, für
die Exprimierung eines Proteins, wie es unter den Buchstaben A,
B oder C beschrieben worden ist, einem Vektor, der diese DNS umfasst,
und eine Host-Zelle, die den besagten Vektor oder die besagte DNS
umfasst.
- I. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Prozess für
die Herstellung eines Proteins, wie es unter den Buchstaben A, B
oder C beschrieben worden ist, bei welchen
(a) ein Vektor,
der die DNS umfasst, wie sie unter dem Buchstaben D beschrieben
worden ist, in eine geeignete Host-Zelle eingeführt wird,
(b) die Host-Zellen
unter Bedingungen kultiviert werden, die die Exprimierung des besagten
Proteins gestatten, und
(c) das Protein des Schrittes (c) von
den Host-Zellen oder dem Supernatanten isoliert werden.
- J. Noch ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer DNS, die charakterisiert
wird durch die DNS-Sequenz der Tabelle 5 (SEQ ID Nr. 25), wobei
(a)
eine DNS-Bibliothek der genomischen DNS von Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC in einen geeigneten Phagen geklont wird,
(b)
der Phage aus Schritt (a) eingesetzt wird, um geeignete Host-Zellen
zu infizieren,
(c) die Host-Zellen mit Seren gescreent werden,
die von einem Säugetier
stammen, welches mit Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC infiziert
worden ist,
(d) positive Klone ausgewählt und gereinigt werden, und
(e)
die genomische DNS des Phagen aus Schritt (d) isoliert wird.
- K. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer DNS, die dadurch gekennzeichnet
ist, dass die DNS-Sequenz der Tabelle 6 (lppQ*, SEQ ID Nr. 26) oder
Tabelle 8 (lppQ*N', SEQ
ID Nr. 28) vorliegt, wobei
(a) eine DNS, die durch eine DNS-Seguenz
nach der Tabelle 5 (SEQ ID Nr. 24) charakterisiert ist und geeignete
Sätze von
Primern gemäss
Tabelle 3 (SEQ ID Nr. 1 bis 4 und 6 bis 21) in einer Überlappungs-Erstreckungs-PCR
(OE-PCR) angewandt werden, welche in einem ersten PCR-Produkt resultieren,
(b)
das erste PCR-Produkt des OE-PCR des Schrittes (a) auf eine oder
mehrere OE-PCRs angewandt wird, wie dies von der Anzahl der gewünschten
Mutationen erforderlich ist, die in einem endgültigen PCR-Produkt vorliegen
sollen, und
(c) das finale PCR-Produkt isoliert wird.
- L. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Verfahren zur Erfassung von Antikörpern, die
auf ein Protein ausgerichtet sind, welches unter einem der Buchstaben
A, B oder C beschrieben worden ist, in einer Körperflüssigkeit von einem Tier, wobei
(a)
ein Protein gemäss
einem der Buchstaben A, B oder C auf einer geeigneten Membrane geblottet
wird,
(b) die Membrane mit der besagten Körperflüssigkeit inku biert wird,
(c)
die Membrane mit einem markierten Konjugat inkubiert wird, und
(d)
eine Farbreaktion initiiert wird, um einen Komplex des Antikörpers des
Konjugats und Antikörper
von der Körperflüssigkeit
festzustellen, die auf das Protein ausgerichtet sind, vorzugsweise,
wenn die Körperflüssigkeit
aus einer Gruppe ausgewählt
wird, die Serum und Bronchialflüssigkeit
umfasst, wobei die Membrane eine Nitro-Zellulose- oder Nylon-Membrane
ist und das Konjugat mit Alkalin-Phosphatase markiert ist.
- M. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Verfahren zur Erfassung von Antikörpern, die
auf ein Protein ausgerichtet sind, wie es unter den Buchstaben A,
B oder C beschrieben worden ist, in einer Körperflüssigkeit eines Tieres, wobei
(a)
eine Mikrotiterplatte mit einem Protein beschichtet ist, wie es
unter den Buchstaben A, B oder C beschrieben ist,
(b) die Mikrotiterplatte
mit der besagten Körperflüssigkeit
inkubiert ist,
(c) die Mikrotiterplatte mit einem markierten
Konjugat inkubiert ist, und
(d) eine Farbreaktion initiiert
wird, um einen Komplex des Antikörpers
des Konjugats und Antikörper
aus der Körperflüssigkeit,
die auf das Protein gerichtet sind, zu erfassen, vorzugsweise, wenn
die Körperflüssigkeit aus
einer Gruppe ausgewählt
ist, die Serum und Bronchialflüssigkeit
enthält,
und das Konjugat mit Alkalin-Phosphatase markiert ist.
- N. Weiterhin ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung ein Verfahren zur Erfassung von Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC, wobei
(a) ein Paar von geeigneten PCR-Primern
für die
Erfassung einer DNS, wie sie in Tabelle 5 dargestellt ist (LppQ
Precursor, SEQ ID Nr. 24), in einer PCR-Reaktion mit einer zu testenden
Probe eingesetzt wird, und
(b) nach der PCR das Vorhandensein
des PCR-Produktes, welches erwartet wird, mit dem geeigneten Paar von
PCR-Primern geprüft
wird,
wobei vorzugsweise das geeignete Paar von PCR-Primern
aus einer Gruppe ausgewählt
wird, die die Primer MMMSCO5-7 (SEQ ID Nr. 22) und MMMSCO5-6 (SEQ
ID Nr. 23), wie in der Tabelle 3 gezeigt, umfasst.
- O. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein monoklonaler Antikörper, der für ein Protein gemäss einem
der Buchstaben A, B oder C spezifisch ist.
- P. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Diagnose-Kit, welches ein Protein nach einem
der Buchstaben A, B oder C enthält
und/oder mindestens einen Antikörper,
wie er im Buchstaben O in einem geeigneten Container vorliegt.
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Einige
der oben beschriebenen Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind im folgenden in grösserem Detail beschrieben.
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Die
Erfindung umfasst auch LppQ-Fragmente und Varianten. Polypeptide,
die als LppQ-Varianten qualifizieren, können gemäss der vorliegenden Erfindung
durch konventionelle reverse genetische Techniken erzeugt werden,
das heisst durch Bestimmen einer genetischen Sequenz basierend auf
einer Aminosäuresequenz
oder durch konventionelle genetische Splicing-Techniken. Beispielsweise
können
LppQ-Varianten durch Techniken erzeugt werden, die ortsgerichtete
Mutagenese oder oligonukleotid-gerichtete Mutagenese umfassen. Siehe
beispielsweise "Mutagenesis
of Cloned DNA" in "Current Protocols
in Molecular Biology 8.0.3 et seq. "von Ausubel et al., Herausgeber 1989
("Ausubel").
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Andere
LppQ-Varianten gemäss
der vorliegenden Erfindungen sind Moleküle, die einem Abschnitt von LppQ
oder einem Fragment davon entsprechen, oder die ein Teil von LppQ
umfassen aber nicht mit dem natürlichen
Polypeptid übereinstimmen,
wobei beide die immunogene Aktivität von LppQ darstellen, wenn
sie alleine auftreten, oder alternativ, wenn sie mit einem Träger verbunden
sind. Eine LppQ-Variante dieser Art und Weise könnte ein tatsächliches
Fragment des natürlichen
Moleküls
darstellen oder könnte
ein synthetisiertes Polypeptid de novo oder rekombinant sein.
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Bei
einem nochmals weiteren Ausführungsbeispiel
werden Aminosäuresequenz-Varianten
des Proteins hergestellt. Diese können beispielsweise kleinere
Sequenzvarianten des Proteins sein, die aufgrund der natürlichen
Variation der Population von Mikroorganismen auftreten, von denen
das Protein identifiziert wird, oder sie können Homologe eines Proteins
sein, welches in anderen Mikroorganismen gefunden wird. Sie können auch
Sequenzen haben, die in dem Protein nicht natürlich auftreten, aber die in
ausreichender Weise ähnlich
sind, dass sie eine Immunantwort hervorrufen, wenn sie einem Host
verabreicht werden. Sequenzvarianten können gemäss Standardverfahren von ortsgerichteter
Mutagenese hergestellt werden.
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Aminosäuresequenz-Varianten
des Proteins können
Varianten durch Substitution, Einfügen oder Löschung sein. Löschungsvarianten
fehlen eine oder mehrere Residuen des ursprünglichen Proteins, die für die immunogene
Aktivität
nicht wesentlich sind. Ein anderer häufiger Typ der Löschungsvariante
ist einer, bei der geheime Signalsequenzen oder Signalsequenzen,
die auf ein Protein hinweisen, um an einen bestimmten Teil der Zelle
anzubinden, fehlen.
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Varianten
durch Substitution enthalten üblicherweise
den Austausch von einer Aminosäure
für eine andere
an einem oder mehreren Orten innerhalb des Proteins und sind so
ausgeführt,
um eine oder mehrere Eigenschaften des Proteins wie Stabilität gegen
proteolytisches Schneiden zu modulieren. Ersetzungen sind Vorteilhafterweise
konservativ, das heisst eine Aminosäure wird durch eine ähnlich geformte
und Ladung aufweisende Aminosäure
ersetzt. Konservative Ersetzungen sind im Stand der Technik wohl
bekannt und umfassen beispielsweise den Wechsel von Alanin zu Serin;
Arginin auf Lysin; Asparagin auf Glutamin oder Histidin; Aspertat
auf Glutamat; Cystein zu Serin; Glutamin zu Asparigin; Glutamat
zu Asparat; Glycin zu Prolin; Histidin zu Asparigin oder Glutamin;
Isoleucin zu Leucin oder Valin; Leucin zu Valin oder Isoleucin;
Phenylalanin zu Tyrosin, Leucin oder Methionin; Serin zu Threonin;
Threonin zu Serin; Tryptophan zu Tyrosin; Tyrosin zu Tryptophan
oder Phenylanalin; und Valin zu Isoleucin oder Leucin.
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Die
Einführungsvarianten
umfassen Fusionsproteine, wie diejenigen, die eingesetzt werden,
um eine schnelle Reinigung des Proteins zu gestatten. Andere Einführungsvarianten
können
solche umfassen, in denen zusätzliche
Aminosäuren
innerhalb der Kodiersequenz des Proteins eingefügt sind. Solche sind typischerweise
kleinere Einfügungen
als die Fusionsproteine, die oben beschrieben worden sind und eingeführt werden, beispielsweise
um einen Protease-Schnittort zu aufzubrechen.
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Bei
einem anderen Ausführungsbeispiel
werden hauptsächliche
antigene Determinanten des Proteins durch einen empirischen Ansatz
identifiziert, bei dem Teile des Gens, welches das Protein kodiert,
in einem rekombinanten Host exprimiert werden; und die resultierenden
Proteine für
ihre Fähigkeit
getestet werden, Host-Tiere vor einem Challenge zu schützen. Beispielsweise
kann PCR eingesetzt werden, um einen Bereich an Proteinen herzustellen,
welchen aufeinanderfolgend längere
Fragmente des C-Endes des Proteins fehlen. Die Immunoaktivität von diesen
Proteinen definiert dann die Fragmente oder Domänen des Proteins, welche für diese
Aktivität
wesentlich sind. Weitere Experimente, bei denen nur eine kleine
Anzahl von Aminosäuren bei
jeder Iteration entfernt werden, gestattet dann die Anordnung der
Antigen-Determinanten
des Proteins.
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Ein
anderes Ausführungsbeispiel
der Herstellung der Proteine der Erfindung ist der Einsatz von Peptid-Mimetics.
Mimetics sind Peptid enthaltende Moleküle, die wie Elemente von Sekundär-Protein-Strukturen und
somit analog wirken. Siehe beispielsweise Johnson et al. (1993).
Das hinter diesem Einsatz von Peptid-Mimetics stehende Prinzip ist, dass
das Peptid-Rückgrat
von Proteinen im Wesentlichen dazu dient, die Aminosäuren-Seitenketten
in solche einer Weise auszurichten, um es für molekulare Interaktionen
zu vereinfachen, wie solche von Antikörper und Antigen. Ein Peptid-mimetisches
Protein der vorliegenden Erfindung würde, wenn einem Host verabreicht,
eine Immunantwort hervorrufen, die zu der Erkennung des nativen Host-Zell-Proteins
führen
würde.
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Lesezeichen
bis hierher durch
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Erfolgreiche
Anwendungen von dem Peptid-Mimetic-Konzept sind soweit auf Mimetics
von β-Runden mit
Proteinen fokussiert, die als hoch antigen bekannt sind. Ähnliche β-Strukturen
mit einem Protein der Erfindung können durch Computer basierte
Algorhythmen wie oben beschrieben hervorgerechnet werden. Sobald die
Komponenten Aminosäuren
der Runde bestimmt sind, können
Mimetics gebaut werden, um eine ähnliche räumliche
Orientierung der wesentlichen Elemente der Aminosäure-Seitenketten
zu erreichen, wie dies in Johnson et al., wie oben erwähnt schon
diskutiert worden ist. Das Mimetic-Emblem kann dann zu einem Trägerprotein
zum Einsatz in einem Impfstoff konjugiert werden.
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Bei
einem anderen Ausführungsbeispiel
wird eine Computer-Sequenz-Analyse
eingesetzt, um den Ort der vorhergesagten hauptsächlichen Antigenen bestimmenden
Epitopen des rekombinanten Proteins zu bestimmen. Die Software die
fähig ist,
eine solche Analyse auszuführen
ist bereits kommerziell erhältlich,
bspw. von MacVector (IBI, New Haven, CT). Die Software benutzt üblicherweise
Standard-Algorhythmen wie Kyte/Doolittle oder Hopp/Woods Verfahren
zur Lokalisierung von hydrophilen Sequenzen, die charakteristischer Weise
auf der Oberfläche
der Proteine gefunden werden und dort daher als Antigene-Determinanten
wirken. Sobald diese Analyse durchgeführt ist können die Polypeptide hergestellt
werden, die mindestens die essentiellen Merkmale der Antigenen-Determinante
enthalten und die in Impfstoffen eingesetzt werden können. Gene,
die diese Determinanten kodieren, können konstruiert und in Eprimierungsvektoren
eingefügt
werden durch Standardmethoden, wie bspw. unter Einsatz der PCR-Klonierungs-Methodologie.
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Als
Alternative zu rekombinanten Polypeptiden, können synthetische Peptide,
die zu den Antigenen-Determinanten gehören, hergestellt werden. Solche
Peptide sind mindestens sechs Aminosäuren-Residuen lang und können bis zu ungefähr 35 Residuen
enthalten, was das ungefähre
obere Längenlimit
von automatisierten Peptiden-Synthese-Maschinen ist, wie diejenigen,
die von Applied Biosystems (Foster City, CA) erhältlich sind. Der Einsatz von
solchen kleinen Peptiden in Impfstoffen erfordert üblicherweise
die Konjugation des Peptids mit einem immunogenen Trägerprotein
wie dem Hepatitis B Oberflächenantigen.
Verfahren zur Durchführung
dieser Konjugation sind im Stand der Technik wohl bekannt.
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Die
Erfindung betrifft auch ein Impfstoff. Bei einem besonders bevorzugten
Ausführungsbeispiel
umfasst der Impfstoff das Protein, wie es unter den Buchstaben A,
B oder C beschrieben worden ist oder ein Fragment davon in Konjunktion
mit einem Träger
oder Hilfsmittel und wo geeignet, mit weiteren Hilfssubstanzen, zur
Immunisierung von Rindern gegen Mycoplasma mycoides subsp. mycoides
SC.
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Allgemeiner
gesagt ist der Impfstoff gemäss
der vorliegenden Erfindung für
die Immunisierung eines dafür
empfänglichen
Säugetieres
vorgesehen. Säugetiere,
die für
Mycoplasma mycoides subsp. mycoides SC zusätzlich zu Rinderarten empfänglich sind,
umfassen kleine und grössere
Wiederkäuer.
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Folgend
der Reinigung bis zu einem akzeptablem Grad (was allgemein grösser als
50% des gesamten Peptids oder Proteins bedeutet) kann das Antigen
dank Tieren in Gestalt eines Impfstoffes verabreicht werden. Bei
bevorzugten Ausführungsbeispielen
der Erfindung sind die zu immunisierenden Tiere Rinder. Wenn geeignet
können
ganze Zellen in den Impfstoffen verwendet werden. Bspw. können Sf9-Zellen
oder CHO-Zellen, die das rekombinante Antigen exprimieren, direkt
eingesetzt werden, in lebender oder getöteter Form, um das Antigen
den Host-Tieren zu verabreichen. Alternativ können Lebend-Viren, die die
Nukleinsäuresequenzen
enthalten, die die Antigene der Erfindung kodieren, in Impfstoffen
verwendet werden.
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Die
Impfstoffe können
jegliche Anzahl von unterschiedlichen Substanzen umfassen, die als
Hilfsstoffe bezeichnet werden, die dafür bekannt sind, den geeigneten
Anteil des Immunsystems des geimpften Tieres zu stimulieren. Geeignete
Hilfsstoffe für
die Impfung von Tieren umfassen, aber sind nicht begrenzt auf Öl-Emulsionen wie der
Freund'sche vollständige oder
unvollständige Impfstoff
(nicht geeignet für
Lebendvieh), Marcol 52: Mantanide 888 (Marcol ist eine Handelsmarke
von Esso, Montanide ist eine Handelsmarke von SEPPIC, Paris), SQUALAN
oder SQUALEN, Adjuvant 65 (welcher Erdnussöl, MANNID-MONOOLEAT und Aluminium-Monostearat umfasst)
Mineralgele wie Aluminium-Hydroxid, Aluminium-Phosphat, Calcium-Phosphat
und Alum, Oberflächenbildner
wie Hexadecylamin, Octadeclyamin, Lysolecithin, Dimethyldioctadecylammoniumbromid,
N,N-Dioctadecyl-N,N'-bis(2-Hydroxyethyl)-Propanediamin, Methoxyhexadecylglycerol
und pluronische Polyole, Polyanione wie Pyran, Dextran-Sulfat, Polyacryl-Säure und
Carbopol, Peptide und Aminosäuren wie
Muramyl-Dipeptid, Dimethylglycin, Tuftsin und Trehalose-Dimycolat.
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Die
Antigene, die Exprimierungs-Produkte und/oder die synthetischen
Polypeptide der vorliegenden Erfindung können auch nach Einsatz in Liposome
oder anderen Mikroträger
verabreicht werden, oder nach Konjugation mit Polysacchariden, Proteinen
oder Polymeren oder in Kombination mit Quil-A, um "Isocoms" zu bilden (Immunostimulierende
Komplexe).
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Verabreichungswege,
zu verabreichende Dosen und die Häufigkeit von Injektionen sind
alles Faktoren, die optimiert werden können unter Einsatz der bekannten
Techniken. Typischerweise folgt der ursprünglichen Impfung einige Wochen
später
eine oder mehrere sogenannte "Booster-Impfungen", wobei der Gesamteffekt
eine vigorouse zelluläre
und humorale Immunantwort ist.
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Das
Verfahren der Immunisierung eines Säugetieres gegen CBPP umfasst
die Verabreichung einer wirksamen Menge des vorgenannten Immunogens.
Die Verabreichung kann jegliches Verfahren einsetzen, welches beim
Stand der Technik wohl bekannt ist. Jede Immunisierungsroute, die
betrachtet werden kann, oder die gezeigt hat, dass sie eine geeignete
Immunantwort erzeugt, kann einge setzt werden, in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung, obwohl die subcutane Verabreichung
bevorzugt wird. Geeignete Verabreichungsformen umfassen die parenterale,
die intrakutanöse
oder die intramuskuläre
Injektion oder Präparationen,
die geeignet sind für
die orale, nasale oder rektale Verabreichung.
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Die
hier in Rede stehende Erfindung bezieht sich auch auf Antikörper und
Antiseren zu natürlichem LppQ,
LppQ-Fragmenten, rekombinanter LppQ oder LppQ-Varianten. Solche
Antikörper
und Antiseren werden gemäss üblichen
Impfregime im geeigneten Hosts aufgezogen. Der Host wird mit mindestens
einem Antigen oder Impfstoff der vorliegenden Erfindung geimpft,
mit oder ohne Hilfsmittel, um eine Immunantwort zu erzeugen. Die
Immunantwort kann überwacht
werden, bspw. durch Messung der Niveaus der erzeugten Antikörper, unter
Einsatz von Standard ELISA-Verfahren.
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Bei
einem bevorzugtem Ausführungsbeispiel
wird die Herstellung von Polyklonalen-Antiseren durchgeführt unter
Einsatz von Rind als Host-Tieren. Der Host wird auf einer wiederkehrenden
Basis Blut abgenommen und die Antikörper-Fraktion wird aus dem
Blut durch Standardverfahren, bspw. durch Protein A oder Protein
G Chromatographie gereinigt. Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel
ist der Host eine Maus, und Monoklonale Antikörper herstellende Hybridomae
werden durch Standardmittel hergestellt. Siehe hierfür "Current Protocols
in Immunology",
von Coligan et al., (1991), Kapitel 2.5. Monoklonale Antikörper werden
dann aus dem Hybridomae-Zellen durch Standardverfahren hergestellt.
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Die
Erfindung bezieht sich auch auf ein Diagnose-Kit, welches das Protein
gemäss
den Buchstaben A, B oder C enthält
und vorzugsweise mindestens einen der Antikörper, wie er oben beschrieben
worden ist, in geeigneten Behältern.
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Die
Diagnose-Kits zur Feststellung von M. mycoides subsp. mycoides SC-Infektionen
werden hergestellt durch Lieferung von mindestens einem der entsprechenden
obigen Angaben hergestellten Antikörpern, zusammen mit einem positiven
Kontrollstandard einer bekannten Konzentration des Antikörper der
vorliegenden Erfindung. Bei einem Ausführungsbeispiel ist die Antigen-positive
Kontrolle rekombinantes LppQ oder LppQN'. Das Kitformat entspricht Standard-Diagnoseformaten
wie dem ELISA-Format.
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Einige
Aspekte der vorliegenden Erfindung werden nun im grösseren Detail
unter Bezugnahme auf die Beispiele beschrieben, ohne auf diese beschränkt zu sein.
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Beispiel 1: Identifikation
von LppQ
-
Um
die humorale und bronchiale Immunantworten in Rinder zu untersuchen,
die mit M. mycoides subsp. mycoides SC infiziert sind, sind aufeinander
folgend gesammelte Seren und bronchiale Auswürfe von Rindern, die in experimenteller
Weise mit dem afrikanischen Stamm Afadé oder dem europäischen Stamm
L2 infiziert worden sind, durch Immunoblotting analysiert worden
(Abdo et al., 1998). Einige gemeinsame dominante immunogene Antigene
mit dem Molekularmassen 110, 95, 85, 80, 72, 62, 48 und 39 kDa sind
identifiziert worden. Die Studien zeigten – unter anderen Immunreaktionen – eine frühe und weiter
bestehende Immunreaktion auf ein Protein von 48 kDa in sowohl den
Seren als auch den bronchialen Waschungen von Rindern, die mit entweder
dem Stamm Afadé,
dem Referenzstamm für
den afrikanischen Klaster von M. mycoides subsp. mycoides SC (Cheng
et al., 1995) oder dem Stamm L2, dem Referenzstamm für den europäischen Klaster (Cheng
et al., 1995) infiziert worden sind. Jetzt ist gezeigt worden durch
Immunoblot-Analyse von Antigenen von den Mycoplasmen, die genetisch
und antigenetisch am meisten mit M. mycoides subsp. mycoides SC verwandt
sind unter Einsatz der selben Seren, dass das 48 kDa für die Art
M. mycoides subsp. mycoides SC (Tabelle 1) spezifisch war. Das 48
kDa Antigen ist daher als Kandidat für ein spezifisches, predominantes
und persistentes Antigen für
die vorliegende Entwicklung der Sero-Detektion von der ansteckenden
Rinder-Pleuropneumonie (CBPP) und/oder für die Entwicklung von Komponenten
von Impfstoffen gegen CBPP eingesetzt worden.
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Beispiel 2: Identifizierung
und Klonierung der lppQ-Gens
-
Das
Gen lppQ, welches das Lipoprotein LppQ kodiert, ist durch Konstruktion
einer Gen-Bibliothek geklont worden, welche mit Sau3Al aufgeschlossener
genomischer DNS von M. mycoides subsp. mycoides SC gemacht worden
ist, welches in einem λZAP-ExpressTM-Vektor
(Stratagene, La Jolla, CA, USA) geklont worden ist, gefolgt durch
die in vitro Verpackung und Infizierung von kompatibler E. coli-Stämme mit
den rekombinanten Phagen unter Einsatz des "Gigapack gold"-Packaging-Kits (Stratagene, La Jolla,
CA, USA). Die Phagen-Plaques sind mit Seren von Rindern gescreend
worden, die in experimenteller Weise mit M. mycoides subsp. mycoides
SC des Stammes Afadé (Abdo
et al., 1998) infiziert worden sind, unter Einsatz einer Standard-Prozedur
für das
screenen von Gen-Bibliotheken (Ausbel et al., 1990). Einige Phagen-Klone
sind in Phagmid-Klone transformiert worden unter Einsatz des f1
Helper-Phages gemäss
dem Protokoll des Herstellers des λZAP-ExpressTM (Stratagene).
Die DNS-Sequenzen von verschiedenen Klonen sind bestimmt worden unter
Einsatz eines ABI-Prism model 310 genetic analyser (Applied Biosystems/Perkin-Emler
Cetus, Norwalk, Connecticat, USA) und der DNS-Sequenzen assembly
software Sequencher 3.0 (GeneCode, Ann Arbor, MI, USA), um die benachbarten
Sequenzen zu erhalten. Ein Klon, Plasmid pJFFma5 zeigte ein ORF,
welches ein charakteristisches Lipoprotein von 48 kDa kodierte,
wie es durch die beschriebenen Parameter bestimmt worden ist (Hayashi,
1990). Das Gen kodierende 48 kDa Lipoprotein wurde als lppQ (Tabelle
5) bezeichnet.
-
Beispiel 3: Mutagenese
der 9 Kodone in dem lppQ-Gen
-
Um
Mycoplasma spezifische UGAtrp-Kodone zu
den universellen UGGtrp-Kodonen auszutauschen,
ist ortsdirekte Mutagenese des lppQ-Gens durch das Verfahren durchgeführt worden,
welches von Urban et al. (1997) beschieben worden ist, unter Einsatz
von Oligonukleotid-Primern, die in Tabelle 3 aufgeführt worden sind
und die klonierten lppQ-Gene auf Plasmid pJFFma5 als ein Template.
Das mutagenisierte Gen mit den UGGtrp-Kodonen
wird als lppQ* bezeichnet (Tabelle 6).
-
Beispiel 4: Herstellung
der Plasmide, die Poly-Histidin beendete LppQ-Peptide exprimieren
-
Das
Plasmid pJFFmaLP48-MuHis1 eprimierende Poly-Histidin beendete lppQ
(bezeichnet als LppQ-His) ist wie folgt hergestellt worden. Das
mutagenisierte lppQ*-Gen (Tabelle 6), wie es oben beschieben worden
ist, ist als ein Template für
die PCR-Verstärkung unter
Einsatz von Oligonukleotid-Primern P48EcoR1 und P48B7r (Tabelle
3) und Pwo-Polymerase erhalten worden. Das verstärkte Gen ist dem Restriktionsenzym-Aufschluss
unter Einsatz von EcoR1 und BamH1 unterworfen worden und nachfolgend
zu den entsprechenden aufgeschlossenen Klonierungs/Exprimierungs-Vektor pETHIS-1 legiert
worden. Das Plasmid pJFFLP48-11 exprimierende Poly-Histidin beendete
N'-Endhälfte von
LppQ, mit dem Namen LppQN'-His
ist wie folgt hergestellt worden Das mutagenisierte lppQ*-Gen (Tabelle
6), welches wie oben beschieben erhalten worden ist, ist als Template
für die
PCR-Verstärkung
unter Einsatz der Oligonukleotid-Primern MMMLP481 und MMMLP484 (Tabelle
3) und Pwo-Polymerase eingesetzt worden. Das verstärkte Gen- Fragment lppQ*N' (Tabelle 8) ist
mit Restriktionsenzymen Nde1 und BamH1 aufgeschlossen und nachfolgend
an die entsprechenden Klonierungsorte des Exprimierungs-Vektors
pETHIS-1 legiert worden.
-
Plasmid
pJFFmaLppQ-Cterm exprimierendes Poly-Histidin beendete C-Endhälfte von
LppQ, mit dem Namen LppQC'-His,
ist wie folgt hergestellt worden: Das mutagenisierte lppQ*-Gen (Tabelle
6); welches wie oben beschrieben erhalten worden ist, ist als Template
für die
PCR-Verstärkung
unter Einsatz der Oligonukleotid-Primern P48B1f und P48B7r (Tabelle
3) und Pwo-Polymerase eingesetzt worden. Das verstärkte Gen, welches
mit lppQ*C' (Tabelle
10) benannt worden ist, ist dem Restriktionsenzym-Aufschluss unter
Einsatz von EcoR1 und BamH1 unterworfen worden und nachfolgend an
den entsprechenden Klonierungsorten von EcoR1 und BamH1 aufgeschlossenem
Exprimierungs-Vektor pETHIS-1 legiert worden.
-
Beispiel 5: Exprimierung
der Poly-Histidin markierten Proteine in spezialisierten E. coli
-
Für die Exprimierung
der drei Poly-Histidin beendeten LppQ-Peptide ist der E. coli-Stamm BL21 (DE3) (Stratagene)
mit Plasmiden pJFFmaLP48-MuHis1, pJFFLP48-11 oder pJFFmaLppQ-Cterm
(Tabelle 4) transformiert worden. Die Exprimierung und die nachfolgende
Reinigung der Poly-Histidin beendeten Peptide ist nach Induktion
von Zellkulturen bei mittel exponentieller Wachstumsphase mit IPTG
und Reinigung unter Einsatz von Ni2+-Chelationschromatographie
erhalten worden, wie dies im Detail durch Braun et al. (1999) beschrieben
worden ist.
-
Beispiel 6: Protokolle
der Immunoblots
-
Immunoblots
sind wie beschrieben von Ausubel et al. (1990) durchgeführt worden.
Serum oder bronchiale Waschungsflüssigkeit sind aus der experimentellen
Infizierung wie oben beschrieben (Abdo et al., 1998) eingesetzt
worden. Gereinigte rekombinante Proteine (200 μg/ml) sind mit einem gleichen
Volumen von SDS Sample-Buffer (0.06 M Tris HCl pH-Wert 6,8, 2% SDS,
10% Glycerol, 2% p-Mercaptoethanol, 0,025% Bromphenol blau) gemischt
und für
5 Minuten gekocht worden. Die Antigene sind durch SDS-PAGE-Polyacrylamid-Gele
getrennt worden unter Einsatz von 5–15% Gradienten Polyacrylamid-Gelen,
und dann auf eine Nitro-Zellulose Membrane mit Porengrösse von
0,2 μm (Bio-Rad)
geblottet worden. Die Membrane ist dann mit Milch-Buffer für 1 Stunde
bei Raumtemperatur blockiert, getrocknet und Streifen geschnitten
worden. Die Streifen sind mit Serenproben für 1 Stunde bei Raumtemperatur
inkubiert worden und 3 mal mit TBS (100 mM Tris HCl pH-Wert 7,5,
150 mM NaCl) für
5 Minuten gewaschen worden. Die Streifen sind dann 1 Stunde bei
Raumtemperatur mit Alkalin-Phosphatase markierten Konjugaten inkubiert
worden, die in Milch-Buffer verdünnt
worden sind. Die eingesetzten Konjugate waren a) Monoklonaler-Antikörper (Mab)
anti-bovines IgG (Sigma #A7554) welches 1:5000 verdünnt worden
ist, b) Polyklonale Ab Anti-Hasen oder Anti-Maus IgG (Girkegaard und
Perry Gaithersberg, MD, USA) welches 1:2000 verdünnt worden ist. Alle Streifen
sind 3 mal mit TBS-Buffer gewaschen worden. Die Farbreaktion ist
durch 0,3 mg/ml Nitroblau-Tetrazolium (NBT) (Boehringer Mannheim, Mannheim,
Deutschland), 0,15 mg 5-Bromo-4-Chloro-3-Indolyl-Phosphat (BCIP)
(Boehringer Mannheim) in alkalinem Buffer injiziert und mit destilliertem
Wasser gestoppt worden.
-
Beispiel 7: Auf dem Gen
lppQ basiertes PCR-Verfahren als spezifisches System zur Feststellung
von M. mycoides subsp. mycoides SC
-
Ein
spezifisches PCR-Verfahren ist entwickelt worden, welches die Identifizierung
des Organismus M. mycoides subsp. mycoides SC basierend auf dem
lppQ-Gen gestattet. Die spezifischen entwickelten Primer waren MMMSCO5-7
und MMMSCO5-6 (Tabelle 3). Die spezifischen PCR-Parameter sind:
Denaturierung 94°C,
30 Sekunden; Annealiren 48°C,
30 Sekunden; Elongation 72°C,
1 Minute; 35 Zyklen. Diese PCR verstärkte ein spezifisches 1304
bp-Fragment von allen Stämmen
von M. mycoides subsp. mycoides SC, welche von den weltweit entferntesten
Plätzen
(Tabelle 1) stammt. Keine Verstärkung
ist mit den anderen bezogenen Mycoplasmal-Organismen (Tabelle 1)
unter den gleichen Bedingungen beobachtet worden.
-
Beispiel 8: Immunologische
Erfassungssysteme
-
Gereinigtes
rekombinantes LppQN'-His
(N-beendetes Peptid) ist von dem Stamm JF1979 hergestellt und nachfolgend
durch Ni-Chelations-Chromatographie
(6) gereinigt worden. Gereinigtes
LppQN'-His ist eingesetzt
worden, um Mikrotiter-Platten zu beschichten. Die Beschichtung ist
unter Einsatz von Standardverfahren (Nicolet und Martel, 1996) durchgeführt worden
unter Einsatz von 100 μl
von LppQ 10 μg/ml
in Karbonat beschichteten Buffer (0,1 M Na2CO3/NaHCO3 mit dem
pH-Wert 9,6). Die beschichteten Mikrotiter-Platten (enthaltend 1 μg LppQN' je Probe) sind eingesetzt
worden, um indirektes ELISA auf Seren durchzuführen, die von verschiedenen
Rindern stammen, umfassend auch Rinder mit CBPP aus verschiedenen
Ländern,
Seren von gesunden Rind, Seren von experimentell infiziertem Rind
und Seren von gesundem Rind, welche Seren enthalten, die falsche
positive Resultate mit dem Standard CF-Test ergeben haben. Die prelimidären Daten
von diesem ELISA sind in Tabelle 2 gezeigt. Die Daten zeigen, dass
ein ELISA-Test, der auf LppQN'-His
basiert geeignet ist für
spezifische und empfindliche Sero-Diagnose, um Tiere mit CBPP festzustellen
oder Tiere, die mit M. mycoides subsp. mycoides SC infi ziert worden
sind.
-
Literatur
-
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-
Tabelle
1. Stämme
von Mycoplasmen
-
-
- *AAHL, Australian Animal Health Laboratory, Geelong, Vic.,
Australien; BVVG, Jena, Deutschland; CIRAD, CIRAD-EMVT, Montpellier,
Frankreich; FVLP, Faculdad de Veterinaria, Universidad de Las Palmas,
Spanien; IVBBE, Institute for Veterinary Bacteriology, University
of Berne, Schweiz; LNV, Laboratorio Nacional de Veterinaria, Lisboa,
Portugal; LPB, Laboratoire de Pathologie Bovine; Lyon, Frankreich;
NCTC, National Collection of Type Cultures, PHLS, London, Vereinigtes
Königreich;
NVI, National Veterinary Institute, Uppsala, Schweden.
- lppQ ist durch PCR und/oder durch Southern Blot-Hybridisation
bestimmt worden.
-
-
- Kleingeschriebene Kursivbuchstaben weisen auf die Nukleotide
hin, die hinzugefügt
worden sind, um Restriktionsenzym-Erkennungsorte (unterstrichen) zum Klonieren
zu erzeugen
- A) Annealling-Temperatur für
die PCR-Verstärkung
- B) SDM = ortsgerichtete Mutagenese (steht für "site directed mutagenesis"), C = Klonieren,
D = Erfassung
- C) 1 = lppQ* wie geklont in pJFFmaLP48-MuHis1 2 = lppQ*N' wie geklont in pJFFLP48-11
3 = lppQ*C' wie geklont
in pJFFma LppQ-
-
-
Tabelle
5 Nukleotidesequenz
des lppQ-Gens und Aminosäuresequenz
des Lipoproteins LppQ
-
-
Tabelle
6 Nukleotidsequenz
des synthetischen Gens lppQ*, kodierend LppQ von Mycoplasma mycoides
subsp. mycoides SC, (reifes LppQ)
-
- Fette/kursive Buchstaben zeigen die induzierten Punktmutationen,
um den universellen UGGTrp-Kodon zu erhalten.
-
Tabelle
7 Aminosäuresequenz
von LppQ von M. mycoides subsp. Mycoides SC, (reifes LppQ)
-
Tabelle
8 Nukleotidsequenz
von synthetischem Gen lppQ*N' von
M. mycoides subsp. Mycoides SC, (N-terminaler Teil des LppQ)
-
- Fette/kursive Buchstaben zeigen die induzierten Punktmutationen,
um den universellen UGGTrp-Kodon zu erhalten.
-
Tabelle
9 Aminosäuresequenz
von LppQN' von M.
mycoides subsp. Mycoides SC, (N-terminaler Teil des LppQ)
-
Tabelle
10 Nukleotidsequenz
von synthetischem Gen lppQ*C' kodierend
LppQC' von M, mycoides
subsp. Mycoides SC, (C-terminaler Teil des LppQ)
-
- Fette/kursive Buchstaben zeigen die induzierten Punktmutationen,
um den universellen UGGTrp-Kodon zu erhalten.
-
Tabelle
11 Aminosäuresequenz
von LppQC' von M.
mycoides subsp. Mycoides SC, (C-terminaler Teil des LppQ)
-
Tabelle
12 Antigenizität des N'-Teils und des C'-Teils von LppQ von
M. mycoides subsp. Mycoides SC
-
-
Antigene
-
-
- C:
- LppQC'-His 1 Mikrogramm
- N:
- LppQN'-His 1 Mikrogramm
- F:
- volles LppQ-His 0.3
Mikrogramm
- *
- experimentelle Infektion
Abdo et al. 1998
-
Tabelle 13
-
Serologische
Reaktivität
von rekombinanten LppQN'-His
mit sequentiell gesammelten Seren von Tieren, die mit Mycoplasma
mycoides subsp. Mycoides SC Stamm L2 und Afadé (CBPP) kontaktinfiziert
sind.
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A.)
Experimentelle Infektion mit dem Europäischen Stamm L2
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- Bemerkung: Tier #502 war seronegativ vor Tag 92 nach der
Infektion nach der Bestimmung mit dem CF-Test (Abdo Et al., 1998)
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B.)
Experimentelle Infektion mit dem Afrikanischen Stamm Afa
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- Bemerkung: Der CF-Test von Tier #511 war negativ am Tag
21 und davor und leicht positiv (1/20) auf Tag 28 (Abdo et al.,
1998)
- Immunoblot-Bedingungen:
Antigen: 1 Mikrogramm LppQ/Immunoblot
Serumverdünnung: 1:100
Verfahren;
siehe Abdo et al., 1998
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Tabelle 14
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Serologische
Spezifizität
von LppQN' auf Mycoplasma
mycoides subsp. Mycoides SC in Abwesenheit von Kreuzreaktionen mit
verwandten Tiermycoplasmen.
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Immunoblots
enthaltend 1 Mikrogramm LppQN'-His
sind mit Kaninchen Hyperimmun-Serum oder mit Serum vom Rind reagiert
worden.
- 1:
- Kaninchenserum (1:1000)
gegen M. mycoides subsp. mycoides SC (PG 1)
- 2:
- Kaninchenserum (1:1000)
gegen Mycoplasma sp. bovine gr. 7 (PG 50)
- 3:
- Kaninchenserum (1:1000)
gegen M. capricolum subsp. capricolum (Calif kid)
- 4:
- Kaninchenserum (1:1000)
gegen M. mycoides subsp. capri (PG 3)
- 5:
- Kaninchenserum (1:1000)
gegen M. capricolum subsp. capripneumoniae (F3 8)
- 6:
- Kaninchenserum (1:1000)
gegen M. putrifaciens
- 7:
- Kaninchenserum (1:1000)
gegen M. mycoides subsp. mycoides LC (Y-Ziege)
- 8:
- Rinderserum (1:50)
positiv für
M. bovis (#68)
- 9:
- Rinderserum (1:50)
positiv für
M. bovis (#4488/64)
- 10:
- Rinderserum (1:50)
positiv für
M. bovis (#9/369)
- 11:
- Rinderserum (1:50)
positiv für
M. bovis (#58/58)
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