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Hintergrund
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verkleben von zwei
Substratflächen.
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Trotz
einer langen Geschichte der Klebstoffentwicklung besteht ein Bedarf
an Klebstoffen, die immer höhere
Klebfestigkeiten unter immer ungünstigeren
Bedingungen auf einer wachsenden Vielzahl von Substratflächen ergeben,
fort.
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Es
besteht ein spezieller Bedarf an umweltfreundlichen wässrigen
oder wasserverdünnbaren
Klebstoffsystemen, bei denen die Verwendung von flüchtigen
organischen Lösungsmitteln
vermieden wird. Es ist bisher relativ schwierig gewesen, wässrige Klebstoffe
zu entwickeln, die auf einem Niveau, das gleich dem von herkömmlichen
Klebstoffen auf der Grundlage von Lösungsmitteln ist, funktionieren.
Ein größeres Problem
im Zusammenhang mit Verklebungen, die aus einem wässrigen
Klebstoff gebildet sind, besteht in der relativen Empfindlichkeit
der Verklebungen gegenüber
Hochtemperaturfluids und korrosiven Materialien. Es besteht ein weiterer
Bedarf an Klebstoffen, die ein überlegenes
Klebvermögen
bei geringen Materialkosten aufweisen. Es besteht ein weiterer Bedarf
an Beschichtungen oder Klebstoffen, die mit relativ wenigen Schritten
und einem minimalen Energieverbrauch aufgetragen werden können. Einige
wenige Märkte,
die einen überlegenen
Klebstoff oder eine überlegene
Beschichtung besonders benötigen,
sind unten beschrieben.
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Die
Herstellung von Gegenständen,
Teilen oder Anordnungen, die ein Elastomersubstratfläche umfassen,
das an eine andere Substratfläche
geklebt ist (entweder ein anderes Elastomersubstrat oder ein Nicht-Elastomersubstrat)
umfasst typischweise das Positionieren des Nicht-Elastomersubstrats in einer Form, die
Einführung
eines geschmolzenen oder flüssigen,
nicht vulkanisierten (d.h. ungehärteten)
Elastomers in die Form und dann das Einwirkenlassen von Wärme und
Druck, um das Elastomer gleichzeitig zu vulkanisieren und an das
Nicht-Elastomersubstrat zu kleben. Bei einer solchen Vulkanisationsverklebung
treten aber Probleme auf. Für
die Formen sind oft eine komplizierte Konstruktion und ein kompliziertes
Innenprofil erforderlich, das Härten
des Elastomers erfolgt verlangsamt, es kann keine Einarbeitung von
zuvor komprimierten Elastomerteilen in die Anordnung erfolgen, die
Anordnungen erfahren eine thermische Beanspruchung, das aus der Form
entnommene Produkt weist oft zusätzliche
Grate auf, die entfernt werden müssen,
jede anschließende Hinzufügung von
mehreren geformten Teilen kann die zuvor gebildete Klebeverbindung
signifikant verschlechtern, und die Flexibilität des Verfahrens ist eingeschränkt.
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Es
wäre unter
bestimmten Bedingungen vorteilhaft, die Fläche des Elastomersubstrates
mit der anderen Substratfläche
zu verkleben, nachdem das Elastomersubstrat vollständig ausgehärtet oder
vulkanisiert ist. Dieses Verkleben nach der Vulkanisation wird im
Fachgebiet manchmal als Kaltkleben bezeichnet. Das Kleben nach der
Vulkanisation ist jedoch ein bemerkenswerter Bereich, in dem eine
adäquate
Klebstoffverbindung fehlt, insbesondere beim Kleben an Substrate
aus verschiedenen Materialien, insbesondere Metall oder Materialien
mit einer niedrigen Oberflächenenergie.
Zum Beispiel hat gehärteter
Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymer-Kautschuk ("EPDM")
eine niedrige Oberflächenenergie,
die ein Benetzen erschwert, und er umfasst eine relativ kleine Anzahl
von Stellen wie Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen, die bei
der anschließenden Verklebung
brauchbar sind. Eine Klebeverbindung mit nachvulkanisierten oder
gehärteten
Elastomeren hat nur begrenzten Erfolg gehabt. Zum Kleben nach der
Vulkanisation werden Cyanoacrylat-Klebstoffe verwendet, die bei
anspruchsvolleren industriellen Anwendungen, auf die harte Umweltbedingungen
einwirken, aber an wohlbekannten Problemen leiden. Zum Beispiel
leiden Cyanoacrylate an einer schlechten Wärmebeständigkeit, Lösungsmittelbeständigkeit
und Biegsamkeit (siehe Handbook of Adhesives, Hrsg. I. Skeist, S.
473–476 (3.
Auflage 1990)). Andere nach der Vulkanisation verwendete Klebstoffe
basieren auf Lösungsmitteln
und erfordern eine hohe Temperatur und lange Härtungszeiten. Bei Epoxy- oder
Urethanklebstoffen sind zur Verbesserung des Klebens typischerweise
Elastomer-Oberflächenbehandlungen
wie mit oxidierenden Flammen, oxidierenden Chemikalien oder elektrischen/Plasmaentladungen
notwendig. Diese Vorbehandlungsverfahren sind aber teuer und zeitaufwändig.
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Die
oben mit der gegenwärtigen
Klebeverbindung nach der Vulkanisation aufgeführten Probleme deuten darauf
hin, dass es einen seit langem gefühlten Bedarf an einer verbesserten
Technik zur Klebeverbindung nach der Vulkanisation gibt.
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Ein
weiterer Bereich von Klebeverbindungen, bei dem ein Bedarf fortbesteht,
ist das Kleben an SANTOPRENE®, ein üblicherweise verwendetes thermoplastisches
Elastomer ("TPE"), das von Advanced
Elastomer Systems kommerziell erhältlich ist. Die Verklebung
von vorgehärtetem
und gehärtetem
SANTOPRENE®-TPE
ist besonders schwierig, weil es (ähnlich wie Polyolefinmaterialien
wie Polyethylen und Polypropylen) eine thermoplastische, kontinuierliche
Polyolefinmatrix aufweist, die gemäß U.S.-A-5,609,962 eine besonders niedrige
Oberflächenenergie
von 28–30
dyn/cm hat. Ein Verkleben mit polareren Substraten wie Metall und Glas
ist praktisch unmöglich.
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Das
Verkleben von Reifenrunderneuerungen ist ein weiteres Gebiet, auf
dem ein Bedarf an einer Verbesserung besteht. Der Ersatz oder die
Runderneuerung von Reifenlaufflächen
umfasst gewöhnlich
das Kleben eines vorgehärteten
oder ungehärteten
Runderneuerungs-Laufstreifens an eine gehärtete Reifenkarkasse. Der runderneuerte
Laufstreifen wird in Umfangsrichtung um die Reifenkarkasse herum
angeordnet, wobei ungehärteter
Klebstoff (im Fachgebiet als Klebstoffkissen oder kissenförmige Gummischicht
bekannt) zwischen dem Runderneuerungs-Laufstreifen und der Reifenkarkasse
angeordnet wird. Auf die resultierende Reifenanordnung wird für einen
Zeitraum, in dem die Klebstoffkissen-Schicht härtet, Wärme und Druck einwirken gelassen.
Wenn der Runderneuerungs-Laufstreifen ungehärtet ist, wird das Verfahren
gelegentlich als "Heißvulkanisation" bezeichnet, weil
die einwirkende Wärme
und der einwirkende Druck ausreichend hoch sein müssen, damit
der Runderneuerungs-Laufstreifen vulkanisiert. Wenn der Runderneuerungs-Laufstreifen
vorgehärtet
ist, wird das Verfahren gelegentlich als "Kaltvulkanisation" bezeichnet. Die Einwirkung von Wärme und
Druck für
die Klebstoffhärtung
wird typischerweise bewerkstelligt, indem die Reifenanordnung, die
eine signifikante Wärmemenge
(in Abhängigkeit
davon, ob der Runderneuerungs-Laufstreifen vorgehärtet und
ungehärtet
ist, gewöhnlich
von 80°C
in 250°C)
für einen
signifikanten Zeitraum (bis zu 300 min) in einer Form oder in einem
Autoklaven angeordnet wird. Eine Reduzierung oder das komplette
Wegfallen dieses Wärme-
und Druckschrittes würde
zu einer Kostenverminderung für
die Runderneuerung von Reifen außerordentlich beitragen.
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EP-A-0
424 833 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils,
umfassend das Beschichten eines Substrat mit einem ringöffnenden
Metathese-Katalysator, das Anordnen des beschichteten Substrats
in einer Form, die Einführung
einer geeigneten Monomerlösung
in die Form und das Entnehmen des warmgehärteten Formteils aus der Form.
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N.
Y. Kim et al. offenbaren in Macromolecules 2000, 33, 2793–2795 eine
oberflächeninitiierte
ringöffnende
Metathese-Polymerisation auf einem SiSiO2-Substrat,
umfassend die Schritte der Bereitstellung einer Monoschicht von
Norbornenylgruppen auf einem Siliciumsubstrat, der Bindung eines
Metathese-Katalysators auf der Grundlage von Ruthenium auf der Oberfläche unter
Verwendung der Norbornenylgruppen und der Bereitstellung von metathesierbaren
Monomeren zur Erzeugung eines Polymerfilms auf dem Substrat.
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EP-A-0
889 107 offenbart eine Zusammensetzung, die ein gespanntes Cycloolefin,
einen Katalysator für
die ringöffnende
Metathesepolymerisation, ein Füllmittel
und ein Silan umfasst. Weiterhin wird ein Verfahren zum Verkleben
von zwei oder mehr Substraten durch das Auftragen der Zusammensetzung
auf wenigstens eines der Substrate, das In-Kontakt-Bringen der Substrate
und das Härten
der Zusammensetzung durch ein Aufwärmen auf eine Temperatur von
mehr als 40°C
offenbart.
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EP-A-0
381 611 offenbart eine Kautschukzusammensetzung, die ein mit Schwefel
gehärtetes
Blend aus u.a. einem durch eine Metathese-Polymerisation von Cycloocten hergestellten
Polyoctenamer-Kautschuk umfasst.
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EP-A-0
063 092 offenbart einen Kautschuk-Luftreifen, dessen Lauffläche aus
einem Kautschuk besteht, der eine kleine Menge eines unter Ringöffnung polymerisierten
Dicyclopentadien-Harzes enthält.
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US-A-5,603,985
offenbart Kupplungsmittel auf der Grundlage von funktionalisierten
Block-Copolymeren zum Kleben von warmgehärteten Polymeren an feste Materialien,
wobei die Block-Copolymere durch eine lebende ringöffnende
Metathese-Polymerisation synthetisiert werden.
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Kurzbeschreibung
der Erfindung
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren zum Verkleben einer ersten Substratoberfläche mit
einer zweiten Substratoberfläche
verfügbar
gemacht, wobei das Verfahren Folgendes umfasst:
- (a)
das Auftragen eines Metathesis-Katalysators direkt auf die erste
Substratoberfläche,
- (b) das Bereitstellen eines flüssigen metathesierbaren Materials,
das wenigstens eine reaktive ungesättigte funktionelle Gruppe
umfasst und im Wesentlichen zu 100% reaktiv ist, zwischen der ersten
Substratoberfläche
und der zweiten Substratoberfläche
oder das Bereitstellen eines flüssigen
metathesierbaren Materials, das im Wesentlichen zu 100% reaktiv
ist, als Komponente des zweiten Substrats und
- (c) das In-Kontakt-Bringen des Katalysators auf der ersten Substratoberfläche mit
dem metathesierbaren Material, so dass das metathesierbare Material
einer Oberflächen-initiierten
Metathesis-Reaktion unterzogen wird und die erste Substratoberfläche mit
der zweiten Substratoberfläche
verklebt, und zwar durch Bildung einer dünnen Klebe-Zwischenschicht zwischen der Oberfläche des
ersten Substrats und der Oberfläche
des zweiten Substrats oder durch Bildung einer dünnen Klebeschicht aus Metathesis-Material
innerhalb des zweiten Substrats.
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Bevorzugte
Ausführungsformen
der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
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Nach
einer ersten, in 1 veranschaulichten Klebstoff-Ausführungsform
ist das metathesierbare Material als Teil einer Zusammensetzung
vorhanden, die zwischen dem Katalysator auf einer Fläche des
ersten Substrats und einer Fläche
des zweiten Substrats angeordnet ist. In anderen Worten ist das
metathesierbare Material dahingehend einem herkömmlichen Klebstoff ähnlich,
dass es eine Zusammensetzung ist, die sich von den beiden Substraten
im aufgetragenen Zustand unterscheidet. Nach einer zweiten, in 2 dargestellten
Klebstoff-Ausführungsform
besteht das zweite Substrat aus dem metathesierbaren Material oder
umfasst dieses, und ein In-Kontakt-Bringen dieses zweiten Substrats mit
dem Katalysator auf der Fläche
des ersten Substrats erzeugt eine Klebstoff-Zwischenschicht zwischen
dem ersten und dem zweiten Substrat. Die Klebstoff-Zwischenschicht
umfasst eine dünne
Schicht aus dem metathesierbaren zweiten Substrat, das eine Metathese
erfahren hat.
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Es
wird auch ein Erzeugnis bereitgestellt, das eine Fläche eines
ersten Substrats, eine Fläche
eines zweiten Substrats und eine Klebstoffschicht, die dazwischen
angeordnet ist und die erste und die zweite Fläche verklebt, einschließt, wobei
die Fläche
des ersten Substrats ein elastomeres Material umfasst und die Klebstoffschicht
ein Metathese-Polymer umfasst.
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Die
Erfindung bietet die einzigartige Fähigkeit zur Bildung einer starken
Klebeverbindung auf einer Vielzahl von Substratflächen (einschließlich schwierig
zu verklebender nachvulkanisierter elastomerer Materialien und thermoplastischer
Elastomere) bei normalen Umgebungsbedingungen mit einer minimalen
Anzahl von Schritten und einer minimalen Oberflächenvorbereitung. Beim Verfahren
wird auch die Verwendung von flüchtigen
organischen Lösungsmitteln
vermieden, weil es im Wesentlichen zu 100% reaktiv ist und/oder
mit wässrigen
Trägerflüssigkeiten
erfolgen kann.
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Das
Klebeverfahren der Erfindung ist besonders brauchbar zur Herstellung
eines Reifenlaminats, bei dem der Katalysator auf einen Reifenlaufstreifen
oder eine Reifenkarkasse aufgetragen wird, das metathesierbare Material
auf den Reifenlaufstreifen oder die Reifenkarkasse, auf den bzw.
die der Katalysator nicht aufgetragen wurde, aufgetragen wird und
wobei der Reifenlaufstreifen oder die Reifenkarkasse mit aufgetragenem
Katalysator und der Reifenlaufstreifen oder die Reifenkarkasse mit
aufgetragenem metathesierbaren Material miteinander verklebt werden.
Dieses Verfahren ermöglicht
eine Runderneuerung von Reifen mit minimaler Wärme und minimalem Druck oder
ohne diese und erfordert keine signifikante Härtungszeit und sollte die Kosten
von Anlagen vermindern.
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Nach
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung kann das Verfahren zur Herstellung von mehrschichtigen
Strukturen entweder für
Beschichtungs- oder Klebstoffanwendungen verwendet werden. In dieser Ausführungsform
werden der Katalysator und das metathesierbare Material zunächst wie
oben beschrieben auf eine Fläche
des ersten Substrats aufgetragen. Die Katalysatorstelle schreitet
aber innerhalb der Beschichtungsschicht fort, wo sie als stabile,
aktive Stelle für
eine anschließende
Reaktion mit dem metathesierbaren Material verbleibt. In anderen
Worten verbleibt aktiver Katalysator auf der neuen, aus dem metathesierbaren Material
erzeugten Fläche.
Ein zweites metathesierbares Material wird dann mit dieser "lebenden" Fläche in Kontakt
gebracht, und eine weitere neue Schicht wird erzeugt. Dieser Vorgang
kann wiederholt werden, bis die Konzentration des auf der Fläche verbliebenen
aktiven Katalysators auf eine Konzentration abgenommen hat, die
nicht mehr praktisch brauchbar ist. Es sei darauf hingewiesen, dass
die Katalysatoren typischerweise nicht verbraucht oder deaktiviert
werden und somit möglicherweise
kein Bedarf an überschüssigem Katalysator
besteht.
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Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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1 stellt
eine bevorzugte Ausführungsform
einer ersten Ausführungsform
eines Verfahrens zum Verkleben von zwei Substraten gemäß der Erfindung
dar;
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2 stellt
eine zweite Ausführungsform
eines Verfahrens zum Verkleben von zwei Substraten gemäß der Erfindung
dar;
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3 stellt
ein Klebeverfahren gemäß der Erfindung
dar, wobei der Katalysator in einer Polymermatrix eingeschlossen
ist.
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Ausführliche
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Sofern
nichts anderes angegeben ist, bezieht sich die Beschreibung von
Komponenten in der chemischen Nomenklatur auf die Komponenten zum
Zeitpunkt der Zugabe zu einer beliebigen in der Beschreibung aufgeführten Kombination,
schließt
aber nicht notwendigerweise chemische Wechselwirkungen zwischen
den Komponenten einer Mischung, nachdem diese gemischt wurde, ein.
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Die
hier verwendeten folgenden Begriffe haben bestimmte Bedeutungen:
"ADMET" bedeutet acyclische
Dien-Olefin-Metathese;
"Katalysator" schließt auch
Initiatoren, Cokatalysatoren und Promotoren ein;
"Beschichtung" schließt eine
Beschichtung, die die endgültige
oder äußere Beschichtung
auf einer Substratfläche
sein soll, und eine Beschichtung, die eine Grundierung für eine nachfolgende
Beschichtung sein soll, ein;
"Faserartiges Substrat" bedeutet ein gewebtes
oder nichtgewebtes Textilmaterial, ein Monofilament, ein Multifilamentgarn
oder einen Fasercord;
"filmogen" bedeutet die Fähigkeit
eines Materials zur Bildung eines im Wesentlichen kontinuierlichen
Films auf einer Oberfläche;
"metathesierbares
Material" bedeutet
eine Ein- oder Mehrkomponenten-Zusammensetzung,
die wenigstens eine Komponente einschließt, die dazu fähig ist,
eine Metathese-Reaktion zu erfahren;
"nicht faserförmiges Substrat" bedeutet jeden von
einer Faser verschiedenen Substrattyp (ein nicht faserförmiges Substrat
schließt
ein Verbundsubstrat ein, das Fasern als eine Komponente einschließt, wie
faserverstärkte
Kunststoffe);
"normale
Umgebungsbedingungen" bedeutet
Temperaturen, die typischerweise an Arbeitsplätzen mit einer minimalen Klimaregelung
(bevorzugt etwa –20°C bis etwa
40°C), einem
Druck von etwa 1 atm und einer Luftatmosphäre, die eine bestimmte Feuchtigkeitsmenge
enthält,
vorgefunden werden;
"ROMP" bedeutet "ringöffnende
Metathese-Polymerisation;
"Raumtemperatur" bedeutet 10°C bis 40°C, typischerweise
20°C bis
25°C;
"im Wesentlichen gehärtetes Elastomer" und "nachvulkanisiertes
Elastomer" werden
austauschbar verwendet und bedeuten Polymere, die oberhalb der Tg für
dieses Polymer warmgehärtet
sind, und thermoplastische Polyolefine (im Wesentlichen gehärtete oder
nachvulkanisierte Elastomere, die typischerweise nicht fließfähig sind),
und
"Oberfläche" bedeutet einen Bereich
auf einem Substrat, der durch den äußersten Teil des Substrats
veranschaulicht ist, der durch die Grenzfläche Material/Luft definiert
ist und sich von etwa 1 Atomschicht bis zu vielen tausenden Atomschichten
in das Substrat erstreckt.
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Das
gemäß der vorliegenden
Erfindung erfolgende Kleben oder Haften der Beschichtung geschieht über eine
Metathese-Reaktion. Verschiedene Metathese-Reaktionen sind in K.
J. Ivin und J. C. Mol, Olefin Metathesis and Metathesis Polymerization
(Academic Press 1997) beschrieben. Die Metathese-Reaktion könnte eine
Kreus-Metathese-Reaktion, eine ADMET, eine ringschließende Metathese-Reaktion
oder vorzugsweise eine ROMP sein. Es sollte anerkannt sein, dass
die Oberflächen-Metathese-Reaktion,
die in dieser Erfindung erfolgt, von der Masse- (einschließlich des
Reaktions-Spritzgießverfahrens),
der Emulsions- oder der Lösungs-Metathese-Polymerisation, bei
denen zur Bewerkstelligung der Metathese-Reaktion ein metathesierbares
Monomer und ein Katalysator zu einer einzigen Zusammensetzung zusammengemischt
werden, sehr verschieden ist. Die Masse-Metathese-Polymerisation, insbesondere
das Reaktions-Spritzgießverfahren,
des Norbornen-Monomers zur Herstellung von Formteilen aus dem resultierenden
Polynorbornen ist bekannt. Zum Beispiel lehrt U.S.-A-4,902,560 ein
Verfahren zur Herstellung eines glasfaserverstärkten Polydicyclopentadien-Gegenstandes, der
Dicyclopentadien-Monomer und einen Katalysator einschließt, das
das Einwirkenlassen eines Reaktions-Spritzgießens auf ein gesättigtes
Gewebe und das Nachhärten
der resultierenden Struktur einschließt. Gemäß der vorliegenden Erfindung
bildet das resultierende Metathese-Polymer einen filmogenen Klebstoff
statt eines Formteils.
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Das
in der Erfindung verwendete metathesierbare Material ist jedes Material,
das dazu fähig
ist, eine Metathese einzugehen, wenn es mit einem richtigen Katalysator
in Kontakt gebracht wird. Beim metathesierbaren Material kann es
sich um ein Monomer, ein Oligomer, ein Polymer oder Mischungen davon
handeln. Bevorzugte metathesierbare Materialien sind diejenigen,
die wenigstens eine gegenüber
einer Metathese reaktive funktionelle Gruppe einschließen, wie
olefinische Materialien. Das metathesierbare Material oder die metathesierbare
Komponente kann eine Funktionalität eines gegenüber einer
Metathese reaktiven Rests haben, die von 1 bis 1000, vorzugsweise
von 1 bis 100, noch mehr bevorzugt von 1 bis 10 mol metathesierbaren Rest/mol
des Moleküls
der metathesierbaren Komponente reicht. Darüber hinaus weisen Materialien,
die dazu fähig
sind, eine ROMP einzugehen, normalerweise eine in Ivin et al. auf
Seite 224 beschriebene "innere
Ringspannung" auf,
wobei die Entlastung dieser Ringspannung die treibende Kraft für die Polymerisation
ist. Materialien, die dazu fähig
sind, eine ADMET einzugehen, haben normalerweise eine terminale
oder fast terminale Ungesättigtheit.
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Veranschaulichende
metathesierbare Materialien sind diejenigen, die eine ungesättigte funktionelle Gruppe
einschließen,
wie Ethen, α-Alkene,
acyclische Alkene (d.h. Alkene mit einer Ungesättigtheit an der β-Position
oder darüber),
acyclische Diene, Acetylene, cyclische Alkene und cyclische Polyene.
Cyclische Alkene und cyclische Polyene, insbesondere Cycloolefine,
sind bevorzugt. Wenn cyclische Alkene oder Polyene das metathesierbare
Material sind, handelt es sich bei der Metathese-Reaktion um eine
ROMP.
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Ein
Monomer oder Oligomer ist besonders brauchbar, wenn das metathesierbare
Material selbst eine Beschichtung auf der Substratfläche bilden
soll oder wenn das metathesierbare Material selbst als Klebstoff zum
Kleben einer Substratfläche
an eine andere Substratfläche
dienen soll. Monomere sind besonders brauchbar, weil sie in die
Substratoberfläche
diffundieren können,
wenn sie aufgetragen werden. Besonders brauchbar als Monomere als
solche, als Monomere zur Herstellung von Oligomeren oder zur Funktionalisierung
von anderen Polymertypen sind Cycloolefine wie Norbornen, Cycloalkene,
Cycloalkadiene, Cycloalkatriene, Cycloalkatetraene, aromatenhaltige
Cycloolefine und Mischungen davon. Veranschaulichende Cycloalkene
umfassen Cyclo octen, Hexacycloheptadecen, Cyclopropen, Cyclobuten,
Cyclopenten, Cyclohexen, Cyclohepten, Cyclononen, Cyclodecen, Cyclododecen,
Paracyclophen und Ferrocenophen. Veranschaulichende Cycloalkadiene
umfassen Cyclooctadien und Cyclohexadien. Veranschaulichende Cycloalkatriene
umfassen Cyclooctatrien. Veranschaulichende Cycloalkatetraene umfassen
Cyclooctatetraen.
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Norbornen-Monomere
sind besonders brauchbar. Der hier verwendete Begriff "Norbornen" bedeutet jede Verbindung,
die einen Norbornenring-Rest einschließt, einschließlich Norbornen
als solches, Norbornadien, substituierte Norbornene und polycyclische
Norbornene. Der hier verwendete Begriff "substituiertes Norbornen" bedeutet ein Molekül mit einem
Norbornenring-Rest
und wenigstens einer Substituentengruppe. Der hier verwendete Begriff "polycyclisches Norbornen" bedeutet ein Molekül mit einem
Norbornenring-Rest
und wenigstens einen zusätzlichen
kondensierten Ring. Veranschaulichende Norbornene umfassen diejenigen
mit Strukturen, die durch die folgenden Formeln veranschaulicht
sind:
wobei X CH
2,
CHR
3, C(R
3)
2, O, S, N-R
3, P-R
3, O=P-R
3, Si(R
3)
2, B-R
3 oder
As-R
3 ist, jedes R
1 unabhängig voneinander
H, CH
2, Alkyl, Alkenyl (wie Vinyl oder Allyl),
Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Alkaryl, Aralkyl, Halogen, halogeniertes
Alkyl, halogeniertes Alkenyl, Alkoxy, Oxyalkyl, Carboxyl, Carbonyl,
Amido, eine (Meth)acrylat enthaltende Gruppe, eine Anhydrid enthaltende
Gruppe, Thioalkoxy, Sulfoxid, Nitro, Hydroxy, Keto, Carbamat, Sulfonyl,
Sulfinyl, Carboxylat, Silanyl, Cyano oder Imido ist; R
2 ein
kondensierter aromatischer, aliphatischer oder heterocyclischer
oder polycyclischer Ring ist, und R
3 Alkyl,
Alkenyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Alkaryl, Aralkyl oder Alkoxy
ist. Die kohlenstoffhaltigen R-Gruppen können bis zu 20 Kohlenstoffatome
haben.
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Beispielhafte
substituierte Norbornenmonomere umfassen Methylidennorbornen, 5-Methyl-2-norbornen,
5,6-Dimethyl-2-norbornen, 5-Ethyl-2-norbornen, 5-Butyl-2-norbornen,
5-hexyl-2-norbornen, 5-Octyl-2-norbornen, Ethylidennorbornen, 5-Dodecyl-2-norbornen,
5-Isobutyl-2-norbornen, 5-Octadecyl-2-norbornen, 5-Isopropyl-2-norbornen,
5-Phenyl-2-norbornen, 5-p-Toluyl-2-norbornen, 5-α-Naphthyl-2-norbornen, 5-Cyclohexyl-2-norbornen,
5-Isopropenylnorbornen, 5-Vinylnorbornen, 5,5-Dimethyl-2-norbornen,
5-Norbornen-2-carbonitril,
5-Triethoxysilyl-2-norbornen, 5-Norborn-2-ylacetat, 7-Oxanorbornen,
5-Norbornen-2,3-carbonsäure,
5-Norbornen-2,2-dimethanol, 2- Benzoyl-5-norbornen,
5-Norbornen-2-methanolacrylat, 2,3-Di(chlormethyl)-5-norbornen, 2,3-Hydroxymethyl-5-norbornendiacetat
und deren Stereoisomere und Mischungen.
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Beispielhafte
polycyclische Norbornenmonomere umfassen tricyclische Monomere wie
Dicyclopentadien und Dihydrodicyclopentadien, tetracyclische Monomere
wie Tricyclopentadien, pentacyclische Monomere wie Tetracyclopentadien
und Tetracyclododecen, hexacyclische Monomere wie Pentacyclopentadien,
heptacyclische Monomere wie Hexacycloheptadecen und die entsprechenden
substituierten polycyclischen Norbornene. Strukturen von beispielhaften
Cycloolefinen sind unten aufgeführt.
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Ein
bevorzugtes metathesierbares Monomer sind Ethylidennorbornen, insbesondere
das 5-Ethyliden-2-norbornen-Monomer (hier als "ENB" bezeichnet),
und Dicyclopentadien (hier als "DCPD" bezeichnet). Ethylidennorbornen
weist bei einer weiten Vielzahl von Substraten überraschenderweise ein überlegenes
Verhalten auf.
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Wenn
das metathesierbare Monomer oder Oligomer als Beschichtung oder
Klebstoff verwendet wird, kann es als solches in einer im Wesentlichen
reinen Form oder in technischer Qualität verwendet werden. Natürlich kann
das metathesierbare Monomer oder Oligomer, wie unten beschrieben
ist, in eine Mischung mit anderen Komponenten eingeschlossen sein,
oder es kann mit einem Lösungsmittel
oder mit einer Trägerflüssigkeit
im Wesentlichen verdünnt
sein. Der hier verwendete Begriff "technische Qualität" bedeutet eine Lösung, die wenigstens etwa 90
Gew.-% Monomer oder Oligomer einschließt. Der Vorteil der Verwendung
einer technischen Qualität
besteht darin, dass die metathesierbare Zusammensetzung zu etwa
100% reaktiv ist und somit keine durch flüchtige organische Verbindungen
verursachte Arbeitsplatz- oder Umweltprobleme und keine durch nichtreaktive
Additive verursachte Qualitätsprobleme
bestehen und keine Notwendigkeit für eine Reinigung besteht.
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Alternativ
kann das metathesierbare Monomer oder Oligomer in eine Mehrkomponenten-Zusammensetzung
wie eine Emulsion, Dispersion, Lösung
oder Mischung eingeschlossen sein. In anderen Worten kann das metathesierbare
Material eine Mehrkomponenten-Zusammensetzung sein, die wenigstens
eine metathesierbare Komponente wie ein metathesierbares Monomer
oder Oligomer einschließt.
Vorzugsweise liegt eine solche, eine metathesierbare Komponente
enthaltende Zusammensetzung in Form einer Flüssigkeit, Paste oder eines
schmelzbaren Feststoffs vor, wenn sie aufgetragen wird. Die metathesierbare
flüssige
Zusammensetzung kann hergestellt werden, indem die Komponenten durch
herkömmliche
Mittel zusammengemischt werden, und kann dann für einen längeren Zeitraum vor der Verwendung
(hier als "Gebrauchsfähigkeitsdauer" bezeichnet) aufbewahrt
werden.
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Zum
Beispiel kann das metathesierbare Monomer in herkömmlichen
organischen Lösungsmitteln
wie Cyclohexan, Methylenchlorid, Chloroform, Toluol, Tetrahydrofuran,
N-Methylpyrrolidon, Methanol, Ethanol oder Aceton oder in Wasser
gelöst
oder dispergiert sein. Eine besonders brauchbare Zusammensetzung
könnte
das metathesierbare Monomer/Oligomer enthalten, das in einem Polymer
wie einem Polyester, Polyurethan, Polycarbonat, Epoxy- oder Acrylharz gelöst ist.
Die metathesierbare Komponente kann auch in eine Mehrkomponenten-Zusammensetzung
eingeschlossen sein, wobei die Metathese-Polymerisation in Gegenwart
eines vorgeformten und/oder sich gleichzeitig bildenden Materials
erfolgt, was zur Bildung eines interpenetrierenden Polymernetzwerks
(IPN) führt.
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Die
metathesierbare Zusammensetzung (entweder als Monomer allein oder
in Form mehrerer Komponenten) weist einen Feststoffgehalt von etwa
100% auf. In anderen Worten umfasst die Zusammensetzung im Wesentlichen
keine flüssige
Menge, die nicht unter Bildung eines Feststoffs reagiert.
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Die
Menge des metathesierbaren Materials, die auf eine Substratfläche aufgetragen
wird, sollte ausreichend sein, damit im Fall einer Beschichtung
ein kontinuierlicher Film oder im Fall eines Klebstoffs eine ausreichende
Verklebung gebildet wird. Die Menge hängt von einer Vielzahl von
Faktoren einschließlich
des Substrattyps und den gewünschten
Eigenschaften ab, könnte
aber von 0,01 bis 1000, vorzugsweise 0,1 bis 100 und noch mehr bevorzugt
von 0,3 bis 25 mg Substrat/cm2 Substratfläche reichen.
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Nach
einer weiteren, in 2 veranschaulichten Ausführungsform
umfasst das zweite Substrat zum Verkleben mit dem ersten Substrat
eine metathesierbare Komponente. Das metathesierbare Material kann
als chemisch oder ionisch gebundener Teil des Substratmaterials
vorhanden sein, oder es kann einfach in Form einer physikalischen
Mischung (z.B. Wasserstoffbindung) vorhanden sein.
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Jeder
Katalysator, der zur Polymerisierung des metathesierbaren Materials
beim Kontakt fähig
ist, kann verwendet werden. Der Katalysator sollte nach seiner Auftragung
auf die Substratfläche
auch eine gute Stabilität
aufweisen. Insbesondere für
das Verkleben unter normalen Umgebungsbedingungen sollte der Katalysator
dazu fähig
sein, seine Aktivität
in Gegenwart von Sauerstoff und Feuchtigkeit für einen vernünftigen Zeitraum
nach dem Auftragen auf das Substratmaterial und bis zum In-Kontakt-Bringen
des metathesierbaren Materials mit dem Katalysator beizubehalten.
Experimentelle Tests haben darauf hingedeutet, dass bestimmte Katalysatoren
für wenigstens
30 Tage nach dem Auftragen auf die Substratfläche aktiv bleiben können.
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Es
gibt zahlreiche bekannte Metathese-Katalysatoren, die in der Erfindung
brauchbar sein könnten. Übergangsmetall-Carbenkatalysatoren
sind wohlbekannt. Veranschaulichende Metathese-Katalysatorsysteme
umfassen Rheniumverbindungen wie R3Y2O7/Al2O3, ReCl5/Al2O3, Re2O7/Sn(CH3)4 und CH3ReO3/Al2O3-SiO2); Rutheniumverbindungen (wie RuCl3, RuCl3(Hydrat),
K2[RuCl5·H2O], [Ru(H2O)6](tos)3 (wobei "tos" "Tosylat" bedeutet), Ruthenium/Olefin-Systeme
(was eine Lösung
oder Dispersion eines vorgebildeten Komplexes zwischen Ru und einem
Olefin(monomer) bedeutet, das auch ein β-Sauerstoff in Gegenwart oder
Abwesenheit eines löslichen
oder dispergierten Polymers bedeutet, wobei das Polymer ein Oligomer
oder ein Polymer mit einer höheren
Molmasse sein kann, das durch Metathese oder eine andere herkömmliche
Polymerisationssynthese hergestellt ist), und Rutheniumcarbenkomplexe,
die unten ausführlich
beschrieben sind); Osmiumverbindungen (wie OsCl3,
OsCl3(Hydrat) und Osmiumcarbenkomplexe,
die unten ausführlich beschrieben
sind); Molybdänverbindungen
(wie Molybdäncarbenkomplexe
(wie t-Butoxy- und Hexafluoro-t-butoxy-Systeme), Molybdänpentachlorid,
Molybdänoxytrichlorid,
Tridodecylammoniummolybdat, Methyltricaprylammoniummolybdat, Tri(tridecyl)ammoniummolybdat
und Trioctylammoniummolybdat); Wolframverbindungen (wie Wolframcarben-Komplexe
(wie t-Butoxy- und
Hexafluoro-t-butoxy-Systeme), WCl6 (typischerweise
mit einem Cokatalysator wie SnR4 (wobei
R Alkyl bedeutet) oder PbR4), Wolframoxytetrachlorid,
Wolframoxidtridodecylammoniumwolframat, Methyltricaprylammoniumwolframat,
Tri(tridecyl)ammoniumwolframat, Trioctylammoniumwolframat, WCl6/CN3CH2OH/CH3CH2AlCl2,
WO3(SiO2/Al2O3, WCl6/2,6-C6H5-C6H5OH/SnR4, WCl6/2,6-Br-C6H3OH/SnR4, WOCl4/2,6-C6H5-C6H5OH/SnR4, WOCl4/2,6-Br-C6H3OH/SnR4); TiCl4/Aluminiumalkyl;
NbOx/SiO2/Isobutyl-AlCl2 und MgCl2. Wie
oben aufgeführt ist,
ist für
einige dieser Katalysatoren, insbesondere diejenigen mit Wolfram,
das Vorhandensein zusätzlicher Aktivator-
oder Initiatorsysteme wie eines Aluminium-, Zink-, Blei- oder Zinnalkyls
erforderlich. Bevorzugte Katalysatoren sind Rutheniumverbindungen,
Molybdänverbindungen
und Osmiumverbindungen.
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Besonders
bevorzugt sind Ruthenium-, Osmium- oder Iridiumcarbenkomplexe mit
einer Struktur, die durch
veranschaulicht ist, wobei
M Os, Ru oder Ir ist, R
1 jeweils gleich
oder verschieden ist und N, ein Alkenyl, Alkinyl, Alkyl, Aryl, Alkaryl,
Aralkyl, Carboxylat, Alkoxy, Alkenylalkoxy, Alkenylaryl, Alkinylalkoxy,
Aryloxy, Alkoxycarbonyl, Alkylthio, Alkylsulfonyl oder Alkylsulfinyl
ist, X gleich oder verschieden ist und eine anionische Ligandengruppe
ist und L gleich oder verschieden ist und eine neutrale Elektronendonorgruppe
ist. Die kohlenstoffhaltigen Substituenten können bis zu etwa 20 Kohlenstoffatome
haben. Vorzugsweise ist X Cl, Br, I, F, CN, SCN oder N
3.
Vorzugsweise ist L Q(R
2)
a,
wobei Q P, As, Sb oder N ist; R
2 ist H,
ein Cycloalkyl, Alkyl, Aryl, Alkoxy, Arylat oder ein heterocyclischer
Ring, und a ist 1, 2 oder 3. Vorzugsweise ist M Ru; R
1 ist
H, Phenyl ("Ph"), -CH=C(Ph)
2, -CH=C(CH
3)
2 oder -C(CH
3)
2Ph, L ist ein Trialkylphosphin wie PCy
3 (wobei Cy Cyclohexyl oder Cyclopentyl ist),
P(isopropyl)
3 oder PPh
3,
und X ist Cl. Besonders bevorzugte Katalysatoren umfassen Tricyclohexylphosphinrutheniumcarbene,
insbesondere Bis(tricyclohexylphosphin)benzylidenruthenium(IV)dichlorid (hier
als RuCl
2(PCy
3)
2=CHPh bezeichnet). Solche Ruthenium- und
Osmiumcarben-Katalysatoren sind beispielsweise in U.S.-A-5,312,940
und 5,342,909; P. Schwab, R. H. Grubbs, J. W. Ziller, Journal of
the American Chemical Society, 1996, 118, 100; P. Schwab, M. B.
France, J. W. Ziller, R. N. Grubbs, Angew. Chem. Int. Ed., 1995,
34, 2039, und S. T. Nguyen, R. H. Grubbs, Journal of the American
Chemical Society, 1993, 115, 9858, beschrieben.
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Ein
weiterer Rutheniumcarbenkomplex, der brauchbar sein kann, ist ein
bimetallischer Katalysator mit einer Struktur, die durch
veranschaulicht ist, wobei
M Ru, Os oder Rh ist. Ein solcher Katalysator ist in E. L. Dias,
R. H. Grubbs, Organometallics, 1998, 17, 2758, beschrieben.
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Bevorzugte
Molybdän-
oder Wolframkatalysatoren sind diejenigen, die durch die Formel
veranschaulicht sind, wobei
M Mo oder W ist, X O oder S ist, R
1 ein
Alkyl, Aryl, Aralkyl, Alkaryl, Haloalkyl, Haloaryl, Haloaralkyl
oder ein siliciumhaltiges Analogon davon ist, R
2 jeweils
gleich oder verschieden ist und ein Alkyl, Aryl, Aralkyl, Alkaryl,
Haloalkyl, Haloaryl, Haloaralkyl ist oder wobei sie zusammen einen
heterocyclischen oder Cycloalkylring bilden, und R
3 ein
Alkyl, Aryl, Aralkyl oder Alkaryl ist. Vorzugsweise ist M Mo, ist
X O, ist R
1 Phenyl oder Phenyl(R
5), wobei R
5 Phenyl,
Isopropyl oder ein Alkyl ist, ist R
2 C(CH
3)
3, -C(CH
3)CF
3)
2,
(wobei
R
4 Phenyl, Naphthyl, Binaphtholat oder Biphenolat
ist) und R
3 -C(CH
3)
2C
6H
5 ist.
Besonders bevorzugt sind 2,6-Diisopropylphenylimidoneophylidenmolybdän(VI)-bis(hexafluoro-6-butoxid)
(hier als "MoHFTB" bezeichnet) und
2,6-Diisopropylphenylimidoneophylidenmolybdän(IV)-bis(t-butoxid) (hier als "MoTB" bezeichnet).
Solche Molybdän-Katalysatoren
sind in G. C. Bazan, J. H. Oskam, H. N. Cho, L. Y. Park, R. R. Schrock, Journal
of the American Chemical Society, 1991, 113, 6899, und in U.S.-A-4,727,215
beschrieben.
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Der
Katalysator kann durch jedes Verfahren auf die Oberfläche des
Substrats aufgebracht werden. Typischerweise wird der Katalysator
in einer flüssigen
Zusammensetzung auf die Substratoberfläche aufgebracht. Der Katalysator
in seiner im Wesentlichen reinen Form kann bei normalen Umgebungsbedingungen als
Flüssigkeit
oder Feststoff vorliegen. Wenn der Katalysator als Flüssigkeit
vorliegt, kann er mit einer Trägerflüssigkeit
vermischt werden, um die Konzentration des Katalysators zu verdünnen. Wenn
der Katalysator als Feststoff vorliegt, kann er mit einer Trägerflüssigkeit
vermischt werden, so dass er leicht auf die Substratoberfläche aufgetragen
werden kann. Natürlich
kann ein fester Katalysator auf die Oberfläche aufgetragen werden, ohne
eine flüssige
Trägerflüssigkeit
zu verwenden. Die bevorzugten Katalysatoren, RuCl2(PCy3)2=CHPh, homobimetallisches
Ruthenium, MoHFTB und MoTB, liegen bei normalen Umgebungstemperaturen
als Feststoffe vor, und somit werden sie gewöhnlich mit Trägerflüssigkeiten
vermischt. Die Katalysator-Zusammensetzung könnte auch
dahingehend, dass sie die Substratoberfläche für ein anschließendes Auftragen
einer Beschichtung oder eines Klebstoffs grundiert, als Grundierung
betrachtet werden.
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Alternativ
kann der Katalysator auch in Masse mit dem Substratmaterial vermischt
werden. Wenn der Katalysator in Masse mit dem Substratmaterial vermischt
wird, wird er vorzugsweise in Richtung der Oberfläche des
Substrats ausgeschieden oder "bluten" gelassen. Ein Verfahren
zur Herstellung eines solchen katalysatorhaltigen Substrats besteht
im Vermischen des in Masse vorliegenden Katalysators mit dem Substratmaterial
und dann dem Formen der resultierenden Mischung zum Substratgegenstand
mittels Formpressen, Extrudieren und dergleichen. Natürlich darf
der Katalysator von der Zusammensetzung des Substratmaterials oder
durch das Verfahren zur Herstellung des Substratgegenstandes nicht
deaktiviert werden.
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Die
vorliegende Erfindung erfordert vorzugsweise keine Vorfunktionalisierung
der Substratoberfläche vor
einem Auftragen des Katalysators. In anderen Worten muss die Substratoberfläche nicht
mit einem Mittel umgesetzt werden, das die Oberfläche zur
Aufnahme des Katalysators vorbereitet. Zum Beispiel ist die Bildung einer
sogenannten Monoschicht oder einer sich selbst aufbauenden Schicht
aus einem Material (wie einem Thiol), das vom Katalysator oder dem
metathesierbaren Klebstoff oder der metathesierbaren Beschichtung verschieden
ist, unnötig.
Der Katalysator kann so aufgetragen werden, dass er sich im "direkten Kontakt" mit der Substratoberfläche befindet.
Natürlich
kann die Substratoberfläche
bei metallischen Substraten mit herkömmlichen Reinigungsbehandlungen
oder Umwandlungsbehandlungen vorbehandelt werden, und bei Elastomersubstraten
kann die Oberfläche
mit Lösungsmittel
abgewischt werden.
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Der
Katalysator kann in der Trägerflüssigkeit
dispergiert, suspendiert oder gelöst werden. Bei der Trägerflüssigkeit
kann es sich um Wasser oder ein herkömmliches organisches Lösungsmittel
wie Dichlorethan, Toluol, Methylethylketon, Aceton, Tetrahydrofuran,
N-Methylpyrrolidon, 3-Methyl-2-oxazolidinon,
1,3-Dimethylethylenharnstoff, 1,3-dimethylpropylenharnstoff und überkritisches
Kohlendioxid handeln. Ruthenium-, Osmium- und Iridiumkatalysatoren
sind in polaren organischen und wässrigen Trägersystemen besonders brauchbar.
Die Trägerflüssigkeit
kann dazu fähig
sein, unter normalen Umgebungsbedingungen oder beim Erwärmen aus
der Substratoberfläche
auszutreten.
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Die
Menge des auf das Substrat aufgetragenen Katalysators sollte ausreichend
sein, um die Metathese-Polymerisation zu bewirken. Die Menge hängt von
einer Vielzahl von Faktoren einschließlich des Substrattyps und
der gewünschten
Eigenschaften ab, könnte
aber von 0,001 bis 10, vorzugsweise von 0,01 bis 5 und noch mehr
bevorzugt von 0,1 bis 5 mg/cm2 Substratfläche reichen.
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Der
Klebstoff oder die Beschichtung der Erfindung bietet zahlreiche
benutzerfreundliche Vorteile. Die Metathese-Polymerisation erfolgt
unter normalen Umgebungsbedingungen an der Luft unabhängig davon,
ob Feuchtigkeit vorhanden ist. Zur Herstellung des Klebstoffs oder
der Beschichtung besteht kein Bedarf für eine äußere Energiequelle wie Strahlung,
thermisch oder photochemisch, zum Härten. Somit haftet der Klebstoff oder
die Beschichtung an thermisch oder lösungsmittelempfindlichen Flächen. Darüber hinaus
gibt es gemäß der Erfindung
eine minimale Anzahl von Schritten. Es besteht keine Notwendigkeit
dafür,
die Substratfläche
zu Beginn zur Bildung eines bestimmten Typs von funktionellen Gruppen
auf der Oberfläche
reagieren zu lassen. Es gibt keine Notwendigkeit für mehrere,
sorgfältig
kontrollierte Schritte, die zur Bildung von sogenannten Monoschichten
oder sich selbst aufbauenden Schichten erforderlich sind. Die mittels
des Verfahrens der Erfindung gebildete Schicht weist in Anbetracht
der Benutzerfreundlichkeit des Verfahrens eine bemerkenswerte Klebfestigkeit
auf.
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Ein
weiterer, signifikanter Vorteil besteht darin, dass das Verfahren
der Erfindung umweltfreundlich ist. Der Katalysator kann mit einer
wässrigen
Trägerflüssigkeit
auf die Substratfläche
befördert
werden. Metathesierbares Monomer/Oligomer, das im Wesentlichen rein
oder von technischer Qualität
ist, kann verwendet werden, und das Monomer/Oligomer ist im Wesentlichen
zu 100% reaktiv. Folglich werden nach einer Ausführungsform der Erfindung im
Wesentlichen keine flüchtigen
organischen Lösungsmittel
verwendet.
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Ohne
dass gewünscht
wird, an eine Theorie gebunden zu sein, wird angenommen, dass der
erfindungsgemäß gebildete
Klebstoff oder die erfindungsgemäß gebildete
Beschichtung seine bzw. ihre bemerkenswerte Bindung aufgrund einer
Reihe von Faktoren erreicht. Der Monomer und/oder der Katalysator
diffundieren leicht in die Substratfläche, insbesondere elastomere
Substrate. Als Ergebnis dieser Diffusion entwickelt sich zwischen
den aus dem metathesierbaren Material und der Molekularstruktur
des Substratmaterials gebildeten Polymerketten ein interpenetrierendes
Netzwerk. Darüber
hinaus kann die Metathese-Polymerisationsreaktion auch gut die Bildung
starker kovalenter, zwischen Molekülen des metathesierbaren Materials
und Molekülen
des Substrats ausgebildeter Bindungen fördern. Ein einzigartiger Vorteil
der Beschichtung besteht in ihrer hervorragenden Haftung an der
Substratoberfläche.
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Der
Klebstoff oder die Beschichtung ist ein Additionspolymer, das mittels
der Metathese-Reaktion gebildet wird. Das resultierende Polymer
sollte zur Bildung eines kontinuierlichen Films fähig sein.
Die Olefin-Metathese ergibt typischerweise Polymere mit einem ungesättigten,
linearen Rückgrat.
Der Grad der Ungesättigtheitsfunktionalität der Rückgrat-Repetiereinheit
des Polymers ist derselbe wie derjenige des Monomers. Bei einem
Norbornen-Reaktanden
sollte das resultierende Polymer eine Struktur haben, die durch:
veranschaulicht
wird, wobei n 1 bis 20000, vorzugsweise 1 bis 500, noch mehr bevorzugt
1 bis 100 und am meisten bevorzugt 10 bis 100 sein kann. Das Stoffmengenverhältnis des
Norbornen-Reaktanden zum Katalysator sollte von 20000:1 bis 1:1,
vorzugsweise 500:1 bis 1:1 und am meisten bevorzugt von 100:1 bis
10:1 reichen.
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Der
resultierende Polymerfilm kann spröde sein, wobei eine überlegene
Verklebung sogar mit biegsamen Substraten erfolgt. Ein Reißen des
Films scheint sich nicht in das Substrat fortzusetzen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird der flüssige
Katalysator (entweder als solcher oder als Komponente einer Mehrkomponenten-Katalysatorzusammensetzung)
auf die Substratoberfläche
aufgetragen. Der Katalysator kann so aufgetragen werden, dass eine
kontinuierliche Deckung der Fläche
oder eine Deckung nur in vorbestimmten, ausgewählten Bereichen durch jedes
herkömmliche
Beschichtungs-/Bedruckmittel wie Sprühen, Tauchen, Pinseln, Wischen,
Walzenbeschichten oder dergleichen erreicht wird. Das metathesierbare
Material kann mit der resultierenden katalysatorbeschichteten Fläche in Kontakt
gebracht werden, wenn diese noch feucht ist. Man lässt die
Katalysator-Trägerflüssigkeit
aber vorzugsweise verdampfen, und dann wird das metathesierbare
Material auf die trockene, katalysatorbeschichtete Fläche aufgetragen.
Das Verdampfen der Katalysator-Trägerflüssigkeit
kann unter normalen Umgebungsbedingungen im Laufe der Zeit erfolgen,
oder es kann beschleunigt werden, indem Wärme oder ein Vakuum auf die
katalysatorbeschichtete Fläche
einwirken gelassen wird. Ein bemerkenswerter Vorteil der Erfindung
besteht darin, dass die trockene, katalysatorbeschichtete Fläche für einen
längeren
Zeitraum stabil und aktiv bleibt. Obwohl nicht gewünscht wird,
an spezielle Grenzen gebunden zu sein, wird angenommen, dass die
trockene, katalysatorbeschichtete Fläche ihre Aktivität für wenigstens
5 min, vorzugsweise wenigstens 24 h, noch mehr bevorzugt für wenigstens
einen Monat und am meisten bevorzugt für wenigstens 6 Monate beibehält. Diese
Stabilität trägt zur Herstellungsflexibilität bei, indem
sie einen relativ langen Zeitraum darstellt, in dem das metathesierbare
Material mit der Katalysatorfläche
in Kontakt gebracht werden kann. Zum Beispiel kann eine Reihe von Substraten
mit dem Katalysator beschichtet und dann gelagert werden, bis sie
zum Beschichten oder Verkleben benötigt wird. In einer alternativen
Ausführungsform
können
der Katalysator und das metathesierbare Material gleichzeitig mittels
Sprühen
auf die Substratfläche
aufgetragen werden.
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Sobald
der Katalysator auf der Substratfläche verfügbar gemacht worden ist, wird
das metathesierbare Material (ob in Form eines zweiten Substrats,
einer Beschichtung oder eines Klebstoffs) mit dem Katalysator auf
der Substratfläche
in Kontakt gebracht. Das metathesierbare Material beginnt typischerweise
beim Kontakt mit dem Katalysator zu reagieren. Eine Filmbildung
wird durch die Metathese-Polymerisation des metathesierbaren Materials
unter Bildung eines im Wesentlichen linearen Polymers bewirkt. Die
Filmbildungsgeschwindigkeit könnte
durch die Zugabe entweder von Brönsted-Säuren, Lewis-Säuren oder CuCl entweder zur
Katalysator-Zusammensetzung oder zur metathesierbaren Zusammensetzung
beschleunigt werden. Verfahren zum In-Kontakt-Bringen des metathesierbaren
Materials mit der katalysatorbeschichteten Fläche hängen von der vorgesehenen Anwendung
ab.
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Wenn
das metathesierbare Material einen Klebstoff zum Verkleben von zwei
Substraten bilden soll, kann es in flüssiger Form unter normalen
Umgebungsbedingungen durch jedes herkömmliche Beschichtungs-/Bedruckmittel
wie Sprühen,
Tauchen, Pinseln, Wischen, Walzenbeschichten oder dergleichen direkt
auf die katalysatorbeschichtete Fläche aufgetragen werden. Die
andere Substratfläche
wird dann mit dem metathesierbaren Material in Kontakt gebracht,
bevor das Aushärten
des metathesierbaren Materials abgeschlossen ist. Vorzugsweise wird
das metathesierbare Material aber auf diejenige Substratfläche aufgetragen,
die nicht mit dem Katalysator beschichtet ist, und das mit metathesierbarem
Klebstoff beschichtete Substrat und das katalysatorbeschichtete
Substrat können
unter normalen Umgebungsbedingungen in Kontakt gebracht werden,
um die Klebeverbindung zu bewirken. Das metathesierbare Material
kann in flüssiger
Form unter normalen Umgebungsbedingungen mittels beliebiger Beschichtungs-/Bedruckmittel
wie Sprühen,
Tauchen, Pinseln, Wischen, Walzenbeschichten oder dergleichen direkt
auf die nicht mit Katalysator beschichtete Fläche aufgetragen werden. Das
metathesierbare Material kann trocknen gelassen werden oder feucht
bleiben, bevor die beiden Substrate vereinigt werden. Das metathesierbare
Klebstoffmaterial könnte
bei beiden dieser alternativen Verfahren auch durch Extrudieren
aufgebracht werden, wenn es in Form eines geschmolzenen Materials
vorliegt. Wenn das metathesierbare Material bei Raumtemperatur ein
Feststoff ist, sollte es so erwärmt werden,
dass es wenigstens teilweise schmilzt oder halbfest wird, damit
das Verkleben erleichtert wird. Auf ein festes, metathesierbares
Material könnte
auch Druck einwirken gelassen werden, um eine mikroflüssige Oberflächenschicht
zu erreichen.
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Die
Typen von Substratflächen,
die gemäß der Erfindung
verklebt werden können,
variieren weithin. Die Substrate sind natürlich Gegenstände, die
als solche nützlich
sind. Solche Substrate könnten
maschinell hergestellte Teile aus Metall und Elastomeren, Formteile
aus Elastomeren oder Konstruktionskunststoffen, extrudierte Teile
wie Fasern oder Teile aus Thermoplasten oder Duroplasten, Folien-
oder Spulen-Metallwaren, Faserglas, Holz, Papier, Keramik, Glas
und dergleichen sein. Der hier verwendete Begriff "Substrat" umfasst nicht herkömmliche
Katalysatorträger,
die aus losen Materialien wie Aluminiumoxid oder Siliciumdioxid
bestehen. Herkömmliche
Katalysatorträger
sind nur nützlich,
um einen Katalysator zu tragen, um eine Polymerisation zu bewirken,
wären aber
als solche ohne den Katalysator nicht nützlich.
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Veranschaulichende
Elastomersubstrate umfassen natürlichen
Kautschuk oder synthetischen Kautschuk wie Polychloropren, Polybutadien,
Polyisopren, Styrol-Butadien-Copolymer-Kautschuk, Acrylnitril-Butadien-Copolymer- Kautschuk ("NBR"), Ethylen-Propylen-Copolymer-Kautschuk
("EPM"), Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymer-Kautschuk
("EPDM"), Butylkautschuk,
bromierten Butylkautschuk, alkylierten, chlorsulfonierten Polyethylen-Kautschuk,
hydrierten Nitrilkautschuk ("HNBR"), Siliconkautschuk,
Fluorsilicon-Kautschuk, Poly(n-butylacrylat), ein thermoplastisches
Elastomer und dergleichen sowie Mischungen davon.
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Veranschaulichende
Substrate aus einem Konstruktionskunststoff, die in der Erfindung
brauchbar sind, umfassen einen Polyester, ein Polyolefin, Polyamid,
Polyimid, Polynitril, Polycarbonat, Acryl, Acetal, Polyketon, Polyarylat,
Polybenzimidazol, Polyvinylalkohol, Ionomer, Polyphenylenoxid, Polyphenylensulfid,
Polyarylsulfon, Styrol, Polysulfon, Polyurethan, Polyvinylchlorid,
Epoxy und Polyetherketone.
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Veranschaulichende
Metallsubstrate umfassen Eisen, Stahl (einschließlich rostfreiem Stahl und
galvanisch verzinktem Stahl), Blei, Aluminium, Kupfer, Messing,
Bronze, Monel-Metalllegierung, Nickel, Zink, Zinn, Gold, Silber,
Platin, Palladium und dergleichen. Vor dem Auftragen des erfindungsgemäßen Katalysators
kann die Metallfläche
nach einem oder mehreren im Fachgebiet bekannten Verfahren wie dem
Entfetten und dem Sandstrahlen gereinigt werden, und/oder die Metallfläche kann
durch Phosphatieren, galvanisches Auftragen oder autophoretisches
Abscheiden umgewandelt oder beschichtet werden.
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Veranschaulichende
Fasersubstrate umfassen Faserglas, Polyester, Polyamid (sowohl Nylon
als auch Aramid), Polyethylen, Polypropylen, Kohlenstoff, Rayon
und Baumwolle.
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Veranschaulichende
faserverstärkte
oder faserimprägnierte
Verbundsubstrate umfassen ein mit Faserglas verstärktes Prepreg
("FRP"), eine flächenförmige Formmasse
("SMC") und faserverstärkte Elastomer-Verbundstoffe.
Im Fall von faserverstärkten
elastomeren Verbundstoffen können
Fasersubstrate zwischen äußeren Elastomerschichten
angeordnet und mit diesen verbunden sein, wodurch eine mehrschichtige
Verbundstruktur wie Reifen, Riemen für die Kraftfahrzeug-Industrie,
Schläuche,
Luftfederbälge
und dergleichen gebildet wird. Der metathesierbare Klebstoff der
Erfindung könnte
zum Verkleben von faserverstärkendem Kord
an Reifenmaterialien verwendet werden.
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Die
Klebstoff-Ausführungsform
der Erfindung könnte
auch zur Herstellung von faserverstärkten oder faserimprägnierten
Verbundwerkstoffen selbst verwendet werden. Zum Beispiel kann der
Katalysator auf die Faser oder den Kord aufgetragen werden, und
dann wird entweder ein getrenntes metathesierbares Material mit
der katalysatorbehandelten Faser in Kontakt gebracht, wodurch ein
Klebstoff mit dem Verbundmatrix-Material gebildet wird, oder das
Verbundmatrix-Material selbst ist metathesierbar.
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Die
Erfindung ist zum Verkleben von zwei Substraten aneinander besonders
brauchbar. Gemäß der Erfindung
könnten
die oben erwähnten
Substrattypen alle miteinander verklebt werden. Die Substrate können jeweils
aus demselben Material oder aus verschiedenen Materialien bestehen.
Die Erfindung ist zum Verkleben von nachvulkanisiertem oder gehärtetem Elastomer,
insbesondere mit einem Substrat aus einem anderen Material wie Metall,
besonders brauchbar.
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Es
ist gefunden worden, dass eine überlegene
Verklebung von gehärteten
Elastomersubstraten erhalten wird, wenn das metathesierbare Material
auf eine Fläche
des gehärteten
Elastomersubstrats aufgetragen und dann das Elastomersubstrat mit
aufgetragenem Klebstoff mit dem anderen, katalysatorbeschichteten
Substrat in Kontakt gebracht wird. Dieses Verfahren ist in 1 schematisch
veranschaulicht. Dieses bevorzugte Verfahren ist zum Verkleben von
gehärtetem
Elastomer mit Metall und gehärtetem
Elastomer mit gehärtetem Elastomer
besonders anwendbar. Der Katalysator wird auf die Fläche des
Metallsubstrats aufgetragen und trocknen gelassen. Der metathesierbare
Klebstoff wird auf die Fläche
des Elastomersubstrats aufgetragen. Das katalysatorbeschichtete
Metallsubstrat und das Substrat mit aufgetragenem Klebstoff werden
unter minimalem Druck, der einfach ausreichend ist, um die Substrate
zusammen und in ihren Positionen zu halten, zusammengebracht, bis
die durch den Kontakt mit dem Katalysator initiierte Metathese-Reaktion bis zu demjenigen
Härtungspunkt
fortgeschritten ist, der ausreichend ist, damit wenigstens eine
Verklebung mit "Grünfestigkeit" erhalten wird. In
Abhängigkeit
von der Diffusionsgeschwindigkeit des metathesierbaren Materials
in das Substrat und der Verdampfungsgeschwindigkeit des metathesierbaren
Materials kann ein Zeitraum von bis zu 30 min verstreichen, bevor
die beiden Substrate zusammengebracht werden, wobei der Zeitraum
aber vorzugsweise etwa 30 s bis etwa 5 min beträgt. Im Fall eines Klebens von
gehärtetem
EPDM an Stahl scheint sich die Grünfestigkeit innerhalb von etwa
5 bis 10 min nach dem In-Kontakt-Bringen der beiden Substrate zu
entwickeln, und eine ausreichend hohe Klebfestigkeit scheint sich
innerhalb von etwa 30 min nach dem In-Kontakt-Bringen der beiden
Substrate zu entwickeln.
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Das
Klebeverfahren der Erfindung ist zum Verkleben eines Substrats aus
einem thermoplastischen Elastomer wie SANTOPRENE® mit
einem anderen thermoplastischen Elastomersubstrat oder mit einem
Substrat aus einem anderen Material besonders brauchbar. SANTOPRENE® ist
die Handelsbezeichnung für
ein von Advanced Elastomer Systems erhältliches thermoplastisches
Elastomer ("TPE"), das aus Elastomerteilchen
besteht, die in einer kontinuierlichen Matrix aus thermoplastischem
Material dispergiert sind. Solche TPE-Blends sind ausführlich in
U.S.-A-5,609,962 beschrieben. Der hier verwendete Begriff TPE umfasst
auch thermoplastische Olefine ("TPO") wie diejenigen,
die in U.S.-A-5,073,597 beschrieben sind.
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Polyolefine
sind typischerweise dasjenige thermoplastische Material, das als
kontinuierliche Matrix von TPE verwendet wird. Nach dem 962-Patent
werden sie wünschenswerterweise
aus Monoolefin-Monomeren mit 2 bis 7 Kohlenstoffatomen, wie Ethylen,
Propylen, 1-Buten, Isobutylen, 1-Penten, 1-Hexen, 1-Octen, 3-Methyl-1-penten,
4-Methyl-1-penten, 5-Methyl-1-hexen, Mischungen davon und Copolymeren
davon mit (Meth)Acrylaten und/oder Vinylacetaten, hergestellt. Bevorzugt
sind Monomere mit 3 bis 6 Kohlenstoff atomen, wobei Propylen bevorzugt
ist. Das Polypropylen kann hochkristallines isotaktisches oder syndiotaktisches
Polypropylen sein.
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Ein
Teil der Polyolefinkomponente kann ein funktionalisiertes Polyolefin
nach dem 962-Patent sein. In anderen Worten können nicht funktionalisierte
Polyolefine und funktionalisierte Polyolefine unter Bildung des TPE
miteinander vermischt werden. Die Polyolefine der funktionalisierten
Polyolefine können
Homopolymere von α-Olefinen
wie Ethylen, Propylen, 1-Buten, 1-Hexen und 4-Methyl-1-penten und
Copolymere von Ethylen mit einem oder mehreren α-Olefinen sein. Bevorzugt von
den Polyolefinen sind Polyethylen niedriger Dichte, lineares Polyethylen
niedriger Dichte, Polyethylen mittlerer und hoher Dichte, Polypropylen
und statistische Propylen-Ethylen-Copolymere oder Block-Propylen-Ethylen-Copolymere.
Die funktionalisierten Polyolefine enthalten eine oder mehrere funktionelle
Gruppen, die während
der Polymerisation eingearbeitet wurden. Es handelt sich aber vorzugsweise
um Polymere, die mit den funktionellen Gruppen gepfropft wurden.
Solche funktionellen Gruppen bildenden Monomere sind vorzugsweise
Carbonsäuren,
Dicarbonsäuren
oder deren Derivate wie deren Anhydride.
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Die
Elastomerkomponenten von TPE bestehen aus olefinischen Kautschuken
wie EPM, EPDM, Butylkautschuk, einem Copolymer eines C4-7-Isomonoolefins
und einem para-Alkylstyrol, Naturkautschuk, synthetischem Polyisopren,
Polybutadien, Styrol-Butadien-Copolymer-Kautschuk, Nitrilkautschuk,
Polychloropren und Mischungen davon.
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Nach
dem 962-Patent beträgt
die Polyolefinmenge gewöhnlich
von 10 bis 87 Gew.-%, die Kautschukmenge beträgt gewöhnlich von 10 bis 70 Gew.-%,
und die Menge des funktionalisierten Polyolefins beträgt 3 bis
80 Gew.-%, mit der Maßgabe,
dass die Gesamtmenge des Polyolefins, des Kautschuks und des funktionalisierten
Polyolefins wenigstens 35 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Polyolefins, des Kautschuks und optionaler Additive, beträgt.
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Die
Olefin-Kautschukkomponente ist gewöhnlich als kleine Teilchen,
d.h. solche mit Mikrogröße, innerhalb
einer kontinuierlichen Polyolefin-Matrix vorhanden. Der Kautschuk
ist gewöhnlich
vernetzt (gehärtet)
und vorzugsweise vollständig
vernetzt oder gehärtet.
Die partielle oder vollständige
Vernetzung kann erreicht werden, indem ein zweckmäßiges Kautschuk-Härtungsmittel zu dem aus Polyolefin
und Kautschuk bestehenden Blend gegeben und der Kautschuk unter
herkömmlichen
Vulkanisationsbedingungen zum gewünschten Grad vulkanisiert wird.
Es ist bevorzugt, dass der Kautschuk mittels des Verfahrens der
dynamischen Vulkanisation vernetzt wird, wobei der Kautschuk unter
Bedingungen wie einer hohen Scherung bei einer Temperatur oberhalb
des Schmelzpunkts der Polyolefinkomponente vulkanisiert wird. Der
Kautschuk wird somit gleichzeitig vernetzt und als feine Teilchen
innerhalb der Polyolefinmatrix dispergiert.
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Das
Klebeverfahren der Erfindung ist auch zum Kleben eines elastomeren
oder plastischen Reifen-Laufstreifens an eine elastomere oder plastische
Reifenkarkasse besonders brauchbar. Wie oben beschrieben wurde,
umfasst der Ersatz einer Reifenlauffläche oder die Runderneuerung
gewöhnlich
das Kleben eines vorgehärteten
oder ungehärteten
Runderneuerungs-Laufstreifens
direkt an eine gehärtete
Reifenkarkasse. Das metathesierbare Klebstoffmaterial der Erfindung
kann als Ersatz des Klebstoffkissens oder der Kissen-Gummischicht,
die gegenwärtig
im Fachgebiet der Runderneuerung eingesetzt werden, verwendet werden.
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Der
Metathese-Katalysator wird auf die Klebfläche entweder einer Reifenkarkasse
aufgetragen, oder eine Klebfläche
des Reifen-Laufstreifens und des metathesierbaren Materials wird
auf die andere Klebfläche der
Reifenkarkasse oder des Reifen-Laufstreifens aufgetragen. Vorzugsweise
wird der Katalysator auf die Reifenkarkasse aufgetragen, und das
metathesierbare Material wird auf den Reifen-Laufstreifen aufgetragen.
Die Karkasse des gebrauchten Reifens kann mit bekannten Mitteln
poliert werden, um eine Fläche
zur Aufnahme des Katalysators oder des metathesierbaren Materials
zu erhalten. Es ist bevorzugt, dass die Klebfläche leicht angeraut oder nur
leicht ange schliffen ist. Der mit Katalysator oder metathesierbarem
Material beschichtete Runderneuerungs-Laufstreifen wird in Umfangsrichtung
um die mit Katalysator oder metathesierbarem Material beschichtete
Reifenkarkasse angeordnet. Die beschichteten Flächen werden dann mit einem
minimalen Druck, der ausreichend ist, um den Laufstreifen und die
Karkasse zusammenzuhalten, miteinander in Kontakt gebracht. Der
Runderneuerungs-Laufstreifen und die Karkasse können während des Härtens des Metathese-Materials
durch jedes herkömmliche,
im Fachgebiet der Runderneuerung bekannte Mittel, wie durch Klammern
oder die Anbringung einer Abdeckung oder einer Folie um die Reifenanordnung,
zusammengehalten werden. Das Härten
wird initiiert, wenn die Flächen
in Kontakt gebracht werden, die Grünfestigkeit beginnt sich innerhalb
von etwa 5 bis 10 min zu entwickeln, und eine hohe Klebfestigkeit
beginnt sich innerhalb von etwa 15 min bis zu 1 h zu entwickeln.
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Das
resultierende Reifenlaminat umfasst eine Reifenkarkasse oder einen
Reifenmantel, eine Reifenrunderneuerung und eine Metathese-Polymer-Klebstoffschicht
zwischen der Karkasse und der Runderneuerung. Das Reifenlaminat
ist für
verschiedene Typen von Fahrzeugreifen wie PKW-Reifen, Reifen für leichte
und mittlere LKW, Reifen für
Geländewagen
und dergleichen brauchbar. Dieses Klebverfahren ist auch auf die
Herstellung von neuen Reifen anwendbar, bei dem ein Laufstreifen
auf einen laufstreifenfreien Reifenmantel oder eine Reifenkarkasse
aufgetragen wird. Der Katalysator und das metathesierbare Material
werden typischerweise in flüssiger
Form aufgetragen.
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Laufstreifen
oder Rundumerneuerungs-Laufstreifen sind im Fachgebiet wohlbekannt
und können
aus jedem gehärteten
und ungehärteten,
herkömmlichen
synthetischen oder natürlichen
Kautschuk wie Kautschuken aus konjugierten Dienen mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen,
Kautschuken aus konjugierten Dienmonomeren mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen
und vinylsubstituierten, aromatischen Monomeren mit 8 bis 12 Kohlenstoffatomen
und Blends davon bestehen. Solche Kautschuke enthalten gewöhnlich verschiedene
Antioxidantien, Füllmittel
wie Ruß, Öle, Schwefel,
Beschleuniger, Stearin säure
und Ozonschutzmittel und andere Additive. Ein Laufstreifen oder
Rundumerneuerungs-Laufstreifen kann in Form eines Streifens vorliegen,
der um den Außenrand
der konzentrischen, kreisförmigen
Reifenkarkasse oder des konzentrischen, kreisförmigen Reifenmantels angeordnet
wird. Die gehärtete
Karkasse ist im Fachgebiet auf vergleichbare Weise wohlbekannt und besteht
aus konjugierten Dienen wie Polyisopren oder natürlichem Kautschuk, Kautschuken
aus konjugierten Dienmonomeren mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen mit
vinylaromatischen Monomeren mit 8 bis 12 Kohlenstoffatomen und Blends
davon. Solche Kautschuke enthalten gewöhnlich verschiedene Antioxidantien,
Füllmittel
wie Ruß, Öle, Schwefel,
Beschleuniger, Stearinsäure
und Ozonschutzmittel und andere Additive.
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Die
Erfindung wird mittels der folgenden, nicht einschränkenden
Beispiele ausführlicher
beschrieben. Sofern nichts anderes aufgeführt ist, bestehen die in den
Beispielen verwendeten Stahl-Probestücke aus sandgestrahltem, vollständig gehärtetem,
kaltgewalztem 1010-Stahl, die gehärteten EPDM-Kautschukstreifen sind von British Tire
and Rubber unter der Bezeichnung 96616 erhältlich, und alle Klebe- und
Beschichtungsvorgänge
wurden bei normalen Umgebungsbedingungen durchgeführt.
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Die
primäre
Haftung der geklebten Proben wurde gemäß ASTM-D 429, Methode B, getestet.
Die geklebten Proben werden in einer Instron-Vorrichtung angeordnet, und das elastomere
Substrat wird mit 50,88 mm (2 inch)/min vom anderen Substrat in
einem Winkel von 180° abgeschält. Die
mittlere Belastung bei maximaler Belastung und die mittlere Energie
bis zum Reißen
werden gemessen. Nach dem Auseinanderziehen werden die Proben zur
Bestimmung der Defektart untersucht. Die wünschenswerteste Defektart ist
ein Reißen des
Kautschuks – ein
Teil des elastomeren Materials auf einem Substrat verbleibt auf
dem anderen Substrat. Ein Reißen
des Kautschuks deutet darauf hin, dass der Klebstoff stärker als
das elastomere Material ist.
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Beispiel 1 – Kleben
von EPDM an Metall – Auftragen
des Katalysators mittels eines Tropf- oder Flutverfahrens
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Eine
Katalysatorlösung
wurde hergestellt, indem 0,021 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 1,5 ml
CH2Cl2 gelöst wurden.
Drei sandgestrahlte Stahl-Probestücke wurden hergestellt, indem
0,5 ml der Katalysatorlösung
mit einer Spritze auf jedes Probestück pipettiert wurden, wodurch
dessen Oberfläche
(34,9 mm × 25,4
mm) gerade bedeckt wurde, und das Lösungsmittel 3 bis 4 min lang
in der offenen Laboratmosphäre
abdampfen gelassen wurde. Dadurch wurden ≥ 7 mg RuCl2(PCy3)2=CHPh pro Probestück erhalten.
Die Metall-Probestücke
wurden gewöhnlich
mit Aceton gewaschen und vor dem Auftragen der Katalysatorlösung getrocknet,
wobei dies aber nicht notwendig war. In diesem Beispiel waren die
Probestücke
ungewaschen. EPDM-Kautschukstreifen wurden hergestellt, indem die
Klebfläche
(34,9 mm × 25,4
mm) mit Aceton gewaschen und 3 bis 4 min lang bei Raumtemperatur
getrocknet wurde und dann mit einer Spritze 0,03 ml ENB auf jedes
Probestück
aufgetragen und mit der Nadelspitze gleichmäßig verteilt wurden. Das mit
Katalysator beschichtete Metall-Probestück wurde sofort so auf die
Oberseite des mit ENB beschichteten EPDM-Streifens gelegt, dass
beide behandelten Flächen
sich berührten,
und ein Gewicht von etwa 100 g wurde auf der Oberseite verbundenen
Bereichs positioniert. Die Proben wurden über Nacht unter Umgebungsbedingungen
belassen. Alle Proben konnten von Hand nicht auseinandergezogen
werden. Sie wurden unter Anwendung eines 180°-Abschältests in einer Instron-Maschine
untersucht und erlitten beim Versagen nur ein Reißen des
EPDM-Kautschuks. Insgesamt 12 Proben wurden getestet, und die mittlere
Belastung bei maximaler Belastung betrug 273,04 N, und die mittlere
Energie bis zum Reißen
betrug 37,87 J.
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Beispiel 2 – Kleben
von EPDM auf Metall
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Dieser
Test wurde als Vorauswahl durchgeführt, um verschiedene Auftragungsverfahren
zum Kleben von EPDM auf Metall zu bewerten. Das in Beispiel 1 beschriebene
Verfahren wurde verwendet, um die RuCl
2(PCy
3)
2=CHPh- Katalysatorlösung oder
ENB entweder auf eine sandgestrahlten Stahl-Probestück oder auf einen EPDM-Kautschukstreifen
aufzutragen. Die Ergebnisse sind unten in Tabelle 1 gezeigt. Auf
der Grundlage dieser Ergebnisse war das beste Klebeverfahren anscheinend
dasjenige, bei dem der Katalysator auf das Metall aufgetragen wurde
und das ENB auf das EPDM aufgetragen wurde. In Tabelle 1 ist der
unter der Spalte "Katalysator" oder "Monomer" aufgeführte Substrattyp
das Substrat, auf das der Katalysator bzw. das Monomer aufgetragen
wurden. Tabelle
1. Vergleich der Verbindung zwischen Auftragungsoberflächen
- a) Katalysator
auf Metalloberfläche
aufgetragen, dann wurde vor dem Zusammenfügen ENB aufgetragen.
- b) Katalysator auf EPDM-Oberfläche aufgetragen,
dann wurde vor dem Zusammenfügen
ENB aufgetragen.
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Beispiel 3 – verzögerte Verbindung
von mit Katalysator beschichteten Substraten
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Eine
Katalysatorlösung
wurde nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren auf sandgestrahlte Metall-Probestücke aufgetragen,
aber man ließ die
katalysatorbeschichteten Probestücke
trocknen und 3, 10, 20 bzw. 33 Tage lang unter Umgebungsbedingungen
(abgesehen von einer Abdeckung gegen Staub) im Labor stehen, bevor
sie mit dem EPDM mit ENB verklebt wurden. Alle Proben zeigten ein
Reißen
des EPDM-Kautschuks, wenn sie einem 180°-Schältest
unterzogen wurden. Die 3-Tage-Proben hatten eine mittlere Belastung bei
maximaler Belastung von 291,49 N und eine mittlere Energie bis zum
Reißen
von 39,29 J; die 10-Tage-Proben hatten eine mittlere Belastung bei
maximaler Belastung von 298,32 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
40,18 J; die 20-Tage-Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler
Belastung von 262,79 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
35,76 J; und die 33-Tage-Proben hatten eine mittlere Belastung bei
maximaler Belastung von 313,26 N und eine mittlere Energie bis zum
Reißen
von 48,48).
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Beispiel 4 – Auftragung
von Katalysator auf Substrat mittels eines Streichverfahrens
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,021 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 1,5 ml CH2Cl2 in einem Gläschen mit Schraubverschluss
unter N2 hergestellt. Diese Lösung wurde
mit einem Pinsel auf drei sandgestrahlte Stahl-Probestücke über die zu verklebende Fläche (34,9
mm × 25,4
mm) aufgetragen, und das Lösungsmittel
wurde während
des Streichvorgangs in der offenen Laboratmosphäre verdampfen gelassen, so dass
das Katalysatorpulver gleichmäßig über die
Oberfläche
des Metallstreifens verteilt zurückblieb.
Nach dem Trocknen wurden alle vorbereiteten Proben gewogen, um die Menge
des Katalysators auf der Oberfläche
zu bestimmen, die 5,8 ± 1,8
mg pro Streifen betrug. Als die zuerst hergestellte Lösung aufgebraucht
war, wurde eine weitere Charge frischer Katalysatorlösung hergestellt,
wie es oben beschrieben ist. Insgesamt 12 Proben wurden auf diese
Weise hergestellt. EPDM-Kautschukstreifen wurden vorbereitet, indem
man die Klebefläche (34,9
mm × 25,4
mm) mit Aceton wusch, 3 bis 4 Minuten lang bei Raumtemperatur trocknete
und dann mit einer Spritze 0,03 ml ENB auf jeden Streifen auftrug
und mit der Nadelspitze gleichmäßig ausbreitete.
Das katalysatorbeschichtete Metall-Probestück wurde sofort auf den ENB-beschichteten
EPDM-Streifen gelegt,
so dass beide behandelten Flächen
miteinander in Kontakt waren, und ein Gewicht von ungefähr 100 g
wurde auf den Kontaktbereich gelegt. Die Proben wurden über Nacht
unter Umgebungsbedingungen belassen. Am nächsten Morgen wurde kein Reißen beobachtet,
als man versuchte, die Proben von Hand auseinanderzuziehen. Sie
wurden unter Verwendung eines 180°-Schältests mit
einem Instron-Gerät
bewertet und zeigten beim Reißen
ein gleichmäßig verteiltes
Reißen
des Kautschuks auf dem EPDM. Insgesamt 12 Proben wurden getestet
und zeigten eine mittlere Belastung bei maximaler Belastung von
283,87 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von 41,72 J.
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Beispiel 5 – Auftragen
von wässrigem
Katalysator in Wasser auf Substrat
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,015 g RuCl2(PCy3)2=CHPh und 0,006 g Dodecyltrimethylammoniumbromid
("DTAB") als Tensid (0,488
Gew.-%) in 1,21 g Wasser hergestellt. Die wässrige Katalysatorlösung wurde
auf zwei sandgestrahlte Metall-Probestücke gestrichen, wobei man das
in Beispiel 4 beschriebene Verfahren verwendete, außer dass
die Probestücke
auf einer Heizplatte von 40°C
erhitzt wurden, um die Entfernung des Wassers zu unterstützen. Die
Probestücke
wurden auf Raumtemperatur abgekühlt
und mit 0,04 ml ENB auf EPDM geklebt, wie in Beispiel 4 beschrieben
ist. Am nächsten
Morgen konnten die Proben von Hand auseinandergezogen werden.
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In
einem anderen Beispiel wurde eine Katalysatorlösung aus 0,0272 g RuCl2(PCy3)2=CHPh
und 0,0024 g DTAB (0,068 Gew.-%) in 3,5 g Wasser hergestellt. Die
wässrige
Katalysatorlösung
wurde auf drei sandgestrahlte Metall-Probestücke gestrichen, wie oben beschrieben
ist, auf Raumtemperatur abgekühlt
und mit 0,04 ml ENB auf EPDM geklebt, wie in Beispiel 4 beschrieben
ist. Sie wurden unter Verwendung eines 180°-Schältests mit einem Instron-Gerät bewertet
und zeigten beim Versagen ein Reißen des Kautschuks auf dem
EPDM. Insgesamt drei Proben wurden getestet und zeigten eine mittlere
Belastung bei maximaler Belastung von 215,07 N und eine mittlere
Energie bis zum Reißen
von 23,09).
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Beispiel 6 – Verweilzeit
des ENB-Monomers auf EPDM-Substrat
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Kleben
von EPDM auf sandgestrahlte Stahl-Probestücke erfolgte gemäß Beispiel
1, außer
dass man 0,04 ml ENB 0, 2 bzw. 4 Minuten lang auf der zu klebenden
EPDM-Oberfläche
stehen ließ,
bevor man sie auf das Metall klebte. Bei der 4-Minuten-Probe wurden
weitere 0,03 ml ENB auf zwei der EPDM-Streifen aufgetragen, da die Flüssigkeit
vom EPDM aufgesogen wurde. Alle Proben zeigten ein Reißen des
EPDM-Kautschuks, als sie dem 180°-Schältest unterzogen
wurden. Die 0-Minuten-Proben hatten eine mittlere Belastung bei
maximaler Belastung von 256,41 N und eine mittlere Energie bis zum
Reißen
von 29,45 J; die 2-Minuten-Proben hatten eine mittlere Belastung
bei maximaler Belastung von 273,12 N und eine mittlere Energie bis
zum Reißen von
35,34 J; und die 4-Minuten-Proben hatten eine mittlere Belastung
bei maximaler Belastung von 247,28 N und eine mittlere Energie bis
zum Reißen
von 22,82).
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Beispiel 7 – Kleben
von EPDM auf Metall unter Verwendung verschiedener Stahlsubstrate
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Phosphatierter
und unbearbeiteter 1010-Stahl wurden gemäß dem in Beispiel 1 beschriebenen
Verfahren auf EPDM-Kautschuk geklebt. Die Klebefestigkeit war im
Vergleich zu sandgestrahltem Stahl reduziert, aber alle Proben zeigten noch
etwas Reißen
des EPDM-Kautschuks, als sie dem 180°-Schälfestigkeitstest ausgesetzt
wurden. Die phosphatierten Stahlproben hatten eine mittlere Belastung
bei maximaler Belastung von 158,69 N und eine mittlere Energie bis
zum Reißen
von 13,49 J; und die unbearbeiteten 1010-Stahlproben hatten eine
mittlere Belastung bei maximaler Belastung von 209,07 N und eine
mittlere Energie bis zum Reißen von
19,88 J.
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Beispiel 8 – Auftragen
von Katalysator auf Substrat mittels eines Sprühverfahrens
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,5 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 20 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
in einem Überstreichungsmuster
auf 12 sandgestrahlte Stahl-Probestücke gesprüht, bis eine gleichmäßig erscheinende
Bedeckung der zu klebenden Fläche
(34,9 mm × 25,4
mm) erhalten wurde. Man ließ das
Lösungsmittel
1,5 Stunden lang in der offenen Laboratmosphäre verdampfen. Nach dem Trocknen
wurden alle vorbereiteten Proben gewogen, um die Menge des Katalysators
auf der Oberfläche
zu bestimmen; sie betrug 9,0 ± 0,95
mg pro Streifen. EPDM-Kautschukstreifen
wurden hergestellt, indem man die Klebefläche (34,9 mm × 25,4 mm)
mit Aceton wusch, 3 bis 4 Minuten lang bei Raumtemperatur trocknete
und dann mit einer Spritze 0,06 ml ENB auf jeden Streifen auftrug
und mit der Nadelspitze gleichmäßig ausbreitete.
Das katalysatorbeschichtete Metall-Probestück wurde sofort auf den ENB-beschichteten EPDM-Streifen
gelegt, so dass beide behandelten Flächen miteinander in Kontakt
waren, und ein Gewicht von ungefähr
100 g wurde auf den Kontaktbereich gelegt. Die Proben wurden über Nacht
unter Umgebungsbedingungen belassen. Am nächsten Morgen konnte keine
der Proben von Hand auseinandergezogen werden, und sie zeigten nach
der Analyse auf einem Instron-Gerät nur ein Reißen des
EPDM-Kautschuks. Insgesamt 12 Proben wurden getestet und zeigten
eine mittlere Belastung bei maximaler Belastung von 352,47 N und
eine mittlere Energie bis zum Reißen von 61,23 J.
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Beispiel 9 – Kleben
von EPDM auf Metall unter Verwendung anderer Metalle
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,030 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 2,5 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf Metall-Probestücke aus
Stahl-Q-Blech, Aluminium und chromatiertem Aluminium aufgetragen,
und die Metallstreifen wurden mit 0,04 ml ENB-Monomer pro Streifen
auf EPDM-Kautschukstreifen geklebt, wie in Beispiel 4 beschrieben
ist. Drei getrennte, aber identische Chargen der Katalysatorlösung wurden
verwendet, um die Metallstreifen vorzubereiten, was nach dem Wiegen
zu 7,3 ± 1,2
mg Katalysator pro Probestück
führte.
Die Proben wurden mit einem Instron-Gerät mit einem 180°-Schältest analysiert.
Alle drei Metalle zeigten in sehr geringem Ausmaß ein Reißen des Kautschuks mit Adhäsivversagen
als primärer
Defektart, da der größte Teil
des ENB-Polymerfilms beim Reißen
an dem Kautschuk haftete. Höhere
Bindungsfestigkeiten wurden bei den chromatierten Aluminiumoberflächen beobachtet.
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Tabelle
2. 180°-Schältestdaten
für Proben
mit EPDM auf Stahl auf Aluminium und auf chromatiertem Aluminium
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Beispiel 10 – Beispiele
für ein
Kleben von Santoprene® auf Metall
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,030 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,0 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf sandgestrahlte Stahl-Probestücke
aufgetragen, und die Stahl-Probestücke wurden mit 0,08 ml ENB-Monomer
pro Streifen auf drei Proben von vier Typen von Santoprene® (101-64,
201-64, 201-87 und 8201-90) geklebt, wie in Beispiel 4 beschrieben
ist. Beim Wiegen wurde gefunden, dass im Durchschnitt 9,4 ± 1,2 mg
Katalysator pro Streifen enthalten waren. Die Kautschukoberfläche wurde
vor der Auftragung von Monomer jedes Typs angeschliffen. Die geklebten
Proben wurden mit dem Instron-Gerät mit dem 180°-Schältest analysiert,
und die Ergebnisse sind unten in Tabelle 3 gezeigt. Alle drei Proben
der beiden weicheren Kautschuke, 101-64 und 201-64, zeigten ein
ausgezeichnetes Reißen
des Kautschuks, während
die steiferen Kautschuke, 201-87 und 8201-90, kein Reißen des
Kautschuks zeigten und bei den meisten ENB-Polymerfilmen, die an dem Kautschuk
hafteten, nach dem Auseinanderziehen dieser Proben ein Adhäsivversagen
vorherrschte. Für
alle Proben wurden gute Daten der Klebefestigkeit erhalten.
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Tabelle
3. 180°-Schältestdaten
für angeschliffene
Santoprene
®-Proben
mit Kautschuk-auf-Metall-Verklebung
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Beispiel 11 – Kleben
von Naturkautschuk auf sandgestrahlten Stahl
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RuCl2(PCy3)2=CHPh
wurde auf sandgestrahlte Stahl-Probestücke aufgetragen und mit 0,10
ml ENB-Monomer pro Probestück
geklebt, wobei man das in Beispiel 4 beschriebene Verfahren verwendete.
Vier Naturkautschukproben wurden hergestellt. Zwei Proben wurden
angeschliffen, und zwei Proben wurden nicht angeschliffen. Man ließ die zusammengefügten Proben über einen
Zeitraum von zwei Tagen ruhen. Am dritten Tag ließen sich
die beiden Proben, die aus dem angeschliffenen Naturkautschuk hergestellt
wurden, von Hand auseinanderziehen. Ein dünner ENB-Polymerfilm blieb
auf dem Naturkautschukstreifen zurück, und es wurde in gewissem
Ausmaß ein
Reißen
des Kautschuks beobachtet. Die beiden Proben, die aus nicht angeschliffenem
Naturkautschuk hergestellt wurden, konnten von Hand nicht auseinandergezogen
werden, und sie wurden mit dem Instron-Gerät mit dem 180°-Schältest analysiert.
Die geklebten Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler
Belastung von 183,14 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
12,20 J. Bei der Probe mit den höheren
Werten wurde ein Reißen
des Kautschuks beobachtet.
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Beispiel 12 – Kleben
von EPDM auf sandgestrahlten Stahl mit MoTB-Katalysator
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,021 g 2,6-Diisopropylphenylimidoneophylidenmolybdän(VI)bis(t-butoxid)
(MoTB) in 2 ml CH2Cl2 hergestellt.
Die Katalysatorlösung
wurde auf sandgestrahlte Stahl-Probestücke aufgetragen,
und dann wurden die Stahl-Probestücke mit 0,08–0,09 ml
ENB-Monomer pro Probestück
auf EPDM-Kautschukstreifen geklebt, wie in Beispiel 4 beschrieben
ist. Wegen der Empfindlichkeit des Katalysators gegenüber Luft
und Feuchtigkeit wurden alle Handhabungen von Kautschuk- und Metallstreifen
und Katalysatorlösungen
in einer Glovebox unter einer Argonatmosphäre durchgeführt. Sobald sie geklebt waren,
wurden die Proben in der Glovebox aufbewahrt, bis mechanische Tests
durchgeführt
wurden. Die ursprünglichen
sandgestrahlten Metall- und Kautschukstreifen waren mehrere Monate
lang in der Glovebox aufbewahrt worden, um eine vollständige Entfernung
jeder Wasser- oder Sauerstoffkontamination zu gewährleisten.
Später
wurde gefunden, dass dies unnötig
war, da eine Klebung auch bei Proben beobachtet wurde, die nur wenige
Stunden Verweilzeit in der Glovebox hatten. Es wurde angemerkt,
dass die Streifen innerhalb von 5–10 Sekunden nach dem Zusammenfügen der
beiden Oberflächen
aufeinander nicht herumgedreht werden konnten, was vermuten lässt, dass
eine Polymerisation stattgefunden hatte. Alle Proben wurden mit
einem Instron-Gerät
unter Verwendung des 180°-Schältests analysiert.
Die Ergebnisse sind Mittelwerte für zwei getrennte Datensätze: die
ursprünglichen
beiden geklebten Proben (lange Verweilzeit in der Glovebox) – mittlere Belastung
bei maximaler Belastung von 46,57 N und mittlere Energie bis zum
Reißen
von 1,54); und drei neue Proben (Oberflächen wurden gründlich mit
Aceton gewaschen, bevor man sie in die Glovebox brachte, und anschließend wurde
in der Box mit CH2Cl2 gewaschen,
bevor man das Monomer hinzufügte) – mittlere
Belastung bei maximaler Belastung von 139,26 N und mittlere Energie
bis zum Reißen
von 11,12 J. Bei allen Proben außer einer wurde in gewissem
Umfang ein Reißen
des Kautschuks beobachtet.
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Beispiel 13 – Kleben
von EPDM auf sandgestrahlten Stahl unter Verwendung eines homobimetallischen
Rutheniumkatalysators
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,030 g RuCl2(p-Cymen)RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,1 ml
CH2Cl2 hergestellt.
Die Katalysatorlösung
wurde auf sandgestrahlte Stahl-Probestücke aufgetragen, und dann wurden
die Stahl-Probestücke
mit 0,08 ml ENB-Monomer pro Probestück auf EPDM-Kautschukstreifen geklebt, wie in Beispiel
4 beschrieben ist. Die zusammengefügten Proben wurden mit dem
Instron-Gerät
unter Verwendung eines 180°-Schältest analysiert.
Die geklebten Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler
Belastung von 226,60 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
26,78 J. Bei allen Proben wurde ein Reißen des Kautschuks beobachtet.
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Beispiel 14 – Kleben
von EPDM auf sandgestrahlten Stahl unter Verwendung von DCPD als
Monomer
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,031 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,2 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf sandgestrahlte Stahl-Probestücke
aufgetragen, und dann wurden die Stahl-Probestücke mit DCPD-Monomer auf EPDM-Kautschukstreifen
geklebt, wie in Beispiel 4 beschrieben ist. Das Verfahren zum Auftragen
des DCPD variierte leicht gegenüber
dem mit ENB. Die EPDM-Oberfläche wurde
mit Aceton gewaschen, bevor man das DCPD-Monomer auftrug, was ein
sanftes Schmelzen des destillierten Dicyclopentadiens mit einer
Heizpistole, das Pipettieren der Flüssigkeit auf die EPDM-Oberfläche und das
Ausbreiten der Flüssigkeit
mit einer Pipette erforderte. Beim Abkühlen wurde das DCPD fest. Sobald
das Monomer aufgetragen worden war, wurde die DCPD-beschichtete
Oberfläche
mit einer Heizpistole leicht erhitzt, um den Feststoff zu schmelzen;
das Metall- und
das Kautschukteil wurden sofort aufeinandergefügt und mit ungefähr 100 g
beschwert. Die zusammengefügten
Proben wurden mit dem Instron-Gerät unter
Verwendung eines 180°-Schältest analysiert.
Die geklebten Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler
Belastung von 290,78 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
44,44 J. Bei allen Proben wurde ein Reißen des Kautschuks beobachtet.
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Beispiel 15 – Kleben
von EPDM auf sandgestrahlten Stahl unter Verwendung von Methylidennorbornen
als Monomer
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,031 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,2 ml CH2Cl2 hergestellt, auf drei sandgestrahlte Stahl-Probestücke aufgetragen,
und dann wurden die Stahl-Probestücke mit 0,10 ml Methylidennorbornen-Monomer
pro Streifen auf EPDM geklebt, wie in Beispiel 4 beschrieben ist.
Die zusammengefügten
Proben wurden mit dem Instron-Gerät unter
Verwendung eines 180°-Schältest analysiert. Die
geklebten Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler Belastung
von 40,55 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
1,48 J.
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Beispiel 16 – Kleben
von EPDM auf EPDM
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,030 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 2 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf zwei EPDM-Streifen
aufgetragen. Jeder katalysatorbeschichtete EPDM-Streifen wurde mit 0,02
ml ENB-Monomer pro Streifen auf einen anderen EPDM-Streifen geklebt,
wie es in Beispiel 1 beschrieben ist. Die EPDM-Kautschukstreifen
wurden mit Aceton gewaschen und trocknen gelassen, bevor man entweder
Katalysatorlösung
oder ENB-Monomer auftrug. Zwei Streifen wurden auf einer Fläche (34,9
mm × 25,4
mm) in einer Überlappungs-Scher-Konfiguration
miteinander verklebt; eine Untersuchung der Proben am nächsten Tag
zeigte, dass sie nicht von Hand auseinandergezogen werden konnten. Dann
wurden sie mit einem Überlappungs-Scher-Zugtest
mit einem Instron-Gerät
analysiert, nachdem sie drei Monate lang unter Umgebungsbedingungen
gestanden hatten, und zeigten eine mittlere Belastung beim Reißen von
419,42 N.
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,027 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 2,5 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf drei EPDM-Streifen
aufgetragen. Jeder katalysatorbeschichtete EPDM-Streifen wurde mit
0,07–0,10
ml ENB-Monomer pro Streifen auf einen EPDM-Streifen geklebt, wie
es in Beispiel 4 beschrieben ist. Die EPDM-Kautschukstreifen wurden
mit Aceton gewaschen und trocknen gelassen, bevor man entweder Katalysatorlösung oder
ENB-Monomer auftrug. Sechs Proben wurden im 180°-Schältestmodus
verklebt. Drei wurden vor dem Kleben angeschliffen. Alle Proben
klebten und konnten nicht von Hand auseinandergezogen werden und
wurden mit einem Instron-Gerät
unter Verwendung eines 180°-Schältests analysiert.
Die angeschliffenen Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler
Belastung von 166,51 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
25,56 J, und die nicht angeschliffenen Proben hatten eine mittlere
Belastung bei maximaler Belastung von 176,16 N und eine mittlere
Energie bis zum Reißen von
26,97 J. Eine Bruchbildanalyse zeigte, dass die angeschliffenen
Proben ein Reißen
des Kautschuks zeigten, dass aber die nicht angeschliffenen Proben
ein tieferes Einreißen
des Kautschuks zeigten, wobei Stücke weggerissen
waren.
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Beispiel 17 – Kleben
von EPDM auf EPDM mit MoTB-Katalysator
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Zwei
getrennte Katalysatorlösungen
wurden hergestellt, um nicht angeschliffene und angeschliffene EPDM-Proben
jeweils selbst miteinander zu verkleben. Die erste Lösung wurde
durch das Auflösen
von 0,0216 g 2,6-Diisopropylphenylimidoneophylidenmolybdän(VI)bis(t-butoxid)
(MoTB) in 2 ml CH2Cl2 hergestellt. Die
Katalysatorlösung
wurde auf zwei nicht angeschliffene EPDM-Kautschukstreifen aufgetragen,
die dann mit 0,08 ml ENB-Monomer pro Streifen auf EPDM-Kautschukstreifen
geklebt wurden, wie in Beispiel 12 beschrieben ist. Die zweite Lösung wurde
durch das Auflösen
von 0,0211 g 2,6-Diisopropylphenylimidoneophylidenmolybdän(VI)bis(t-butoxid)
(MoTB) in 0,7 ml CH2Cl2 hergestellt.
Die Katalysatorlösung
wurde auf sandgestrahlte EPDM-Kautschukstreifen aufgetragen, die
dann mit 0,13 ml ENB-Monomer pro Streifen auf EPDM-Kautschukstreifen
geklebt wurden, wie in Beispiel 12 beschrieben ist. Alle Proben
wurden mit einem Instron-Gerät
unter Verwendung des 180°-Schältests analysiert.
Die Ergebnisse sind Mittelwerte für zwei getrennte Datensätze: die
ursprünglichen
beiden nicht angeschliffenen geklebten Proben (lange Verweilzeit
in der Glovebox) – mittlere
Belastung bei maximaler Belastung von 9,41 N und mittlere Energie
bis zum Reißen
von 0,27 J; und zwei neue Proben (Oberflächen wurden angeschliffenen,
bevor man sie in die Glovebox brachte, und anschließend wurde
in der Box mit CH2Cl2 gewaschen,
bevor man das Monomer hinzufügte) – mittlere
Belastung bei maximaler Belastung von 12,97 N und mittlere Energie
bis zum Reißen
von 0,76 J. Bei keiner Probe wurde ein Reißen des Kautschuks beobachtet.
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Beispiel 18 – Kleben
von EPDM auf EPDM unter Verwendung von homobimetallischem Rutheniumkatalysator und
ENB
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,031 g RuCl2(p-Cymen)RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,1 ml
CH2Cl2 hergestellt.
Die Katalysatorlösung
wurde auf drei EPDM-Kautschukstreifen aufgetragen, die dann mit
0,16 ml ENB-Monomer pro Streifen auf EPDM-Kautschukstreifen geklebt
wurden, wie in Beispiel 4 beschrieben ist. Die zusammengefügten Proben
wurden mit dem Instron-Gerät
unter Verwendung eines 180°-Schältest analysiert.
Die geklebten Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler
Belastung von 126,28 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
11,38 J. Bei allen Proben wurde ein Reißen des Kautschuks beobachtet.
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Beispiel 19 – Kleben
von EPDM auf EPDM unter Verwendung von DCPD als Monomer
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,031 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,1 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf drei EPDM-Streifen
aufgetragen, die dann mit DCPD-Monomer auf EPDM-Streifen geklebt
wurden, wie in den Beispielen 4 und 14 beschrieben ist. Die zusammengefügten Proben
wurden mit dem Instron-Gerät
unter Verwendung eines 180°-Schältest analysiert.
Die geklebten Proben hatten eine mittlere Belastung bei maximaler
Belastung von 181,75 N und eine mittlere Energie bis zum Reißen von
26,46 J. Bei allen Proben wurde ein Reißen des Kautschuks beobachtet.
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Beispiel 20 – Kleben
von Kautschuk auf Kautschuk unter Verwendung von unterschiedlich
gehärteten
Kautschuken
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch Auflösen
von 0,031 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,2 ml CH2Cl2 hergestellt. Diese Lösung wurde auf drei Kautschukstreifen
aufgetragen, die dann mit ENB-Monomer mit sich selbst verklebt wurden
(siehe Tabelle 4 und 5 wegen der auf jede Probe aufgetragenen ENB-Menge),
wie in Beispiel 4 beschrieben ist. Sobald diese Katalysatorlösung aufgebraucht
worden war, wurde eine weitere, identische Charge hergestellt und
verwendet, um drei weitere Proben zu verkleben. Sowohl EPDM- als
auch Naturkautschuk-A225P-Streifen wurden geformt und bis zu unterschiedlichen
Härtungsgraden
gehärtet,
wie in Tabelle 4 und 5 gezeigt ist. Der Härtungsgrad ist als Prozentangabe
gezeigt, die mit einem Monsanto Oscillating Disk Rheometer bestimmt
wurde (zum Beispiel: T90 = Zeit bei 90%
maximalem Drehmoment). Die Oberflächenvorbehandlung beider Oberflächentypen
beinhaltete das Waschen mit Aceton. Das A225P wurde angeschliffen, während das
EPDM nicht angeschliffen wurde. Das EPDM wurde zu 100, 70 und 40%
gehärtet, und
das A225P wurde zu 100, 90, 70 und 40% gehärtet. Die Instron-Ergebnisse
aus dem 180°-Schältest sind in
den Tabellen 4 (EPDM) und 5 (A225P) gezeigt.
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Tabelle
4. 180°-Schältestdaten
für Studie
des Härtungsgrades
für EPDM-auf-EPDM-Proben
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Alle
Proben zeigten ein ausgezeichnetes Reißen des Kautschuks. Es wurde
jedoch kein tiefes Reißen des
Kautschuks beobachtet. Die 40%-EPDM-Proben zeigten ein besseres
Reißen
des Kautschuks als die 70%- und 100%-Proben.
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Tabelle
5. 180°-Schältestdaten
für Studie
des Härtungsgrades
für A225P-auf-A225P-Proben
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Die
100%-A225P-Proben zeigten ein gutes Reißen des Kautschuks, und die
90%-, 70%- und 40%-A225P-Proben zeigten ein tiefes Reißen des
Kautschuks. Es sei angemerkt, dass die 100%-A225P-Streifen ungefähr doppelt
so dick waren wie diejenigen für
die anderen drei Typen von gehärtetem
Kautschuk.
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Beispiel 21 – Kleben
von Santoprene® auf
Santoprene®
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch das Auflösen
von 0,030 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 2,5 ml CH2Cl2 hergestellt. Diese Lösung wurde auf drei Streifen
von vier Santoprene®-Typen (101-64, 201-64,
201-87 und 8201-90) aufgetragen, die dann mit ENB-Monomer mit sich
selbst verklebt wurden, wie in Beispiel 4 beschrieben ist. Die Menge
des aufgetragenen ENB hing von der Santoprene®-Oberflächenbehandlung
ab: 0,06 ml für nicht
angeschliffene und 0,16 ml für
angeschliffene Proben. Sobald diese Katalysatorlösung aufgebraucht worden war,
wurde eine weitere, identische Charge hergestellt und verwendet,
um drei weitere Proben zu verkleben. Die geklebten Proben wurden
mit einem Instron-Gerät
mit dem 180°-Schältest analysiert,
und die Ergebnisse sind in den Tabellen 6 und 7 gezeigt. Alle nicht
sandgestrahlten Proben zeigten kein Reißen des Kautschuks und zeigten
ein adhäsives
Bruchbild, da ein Polymerfilm auf einem großen Teil der Kautschukoberfläche beobachtet
wurde. Alle drei angeschliffenen 101-64-Proben zeigten ein ausgezeichnetes
Reißen
des Kautschuks, zwei 201-64-Proben zeigten ein ausgezeichnetes Reißen des
Kautschuks, und beide steiferen Kautschuke, 201-87 und 8201-90,
zeigten kein Reißen
des Kautschuks.
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Tabelle
6. 180°-Schältestdaten
für Kautschuk-auf-Kautschuk-Proben
unter Verwendung von nicht angeschliffenen Santoprene
®-Proben
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Tabelle
7. 180°-Schältestdaten
für Kautschuk-auf-Kautschuk-Proben
unter Verwendung von nicht angeschliffenen Santoprene
®-Proben
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Beispiel 22 – Reifenrunderneuerungsanwendungen
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch das Auflösen
von 0,031 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,1 ml CH2Cl2 hergestellt. Drei Arten von Verbindung
wurden durchgeführt:
(1) Laufstreifen auf Laufstreifen; (2) Karkasse auf Karkasse; und
(3) Karkasse auf Laufstreifen. Bei den Karkasse-auf-Laufstreifen-Proben
wurde der Katalysator auf die Karkasse aufgetragen, und das ENB-Monomer
wurde auf die Laufstreifen aufgetragen. Der Klebevorgang war so,
wie er in Beispiel 4 beschrieben ist. Sobald die Katalysatorlösung aufgebraucht
worden war, wurde eine weitere, identische Charge hergestellt.
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Die
Menge des aufgetragenen ENB hing von der Probe ab und ist in den
Tabellen 8 und 9 gezeigt. Mechanische Eigenschaften wurden sowohl
von nicht angeschliffenen als auch von angeschliffenen Kombinationen
von Karkasse und Laufstreifenmaterial erhalten. Die verklebten Proben
wurden mit einem Instron-Gerät mit
einem 180°-Schältest analysiert.
Tabelle 8 zeigt Daten für
die nicht angeschliffenen Proben. Alle nicht angeschliffenen Proben
zeigten Reißen
des Kautschuks. Die Laufstreifen-auf-Laufstreifen-Proben zeigten
ein wenig oberflächliches
Reißen
des Kautschuks. Die Karkasse-auf-Karkasse-
und Karkasse-auf-Laufstreifen-Proben zeigten tiefes Reißen des
Kautschuks.
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Tabelle
8. 180°-Schältestdaten
für das
Kleben von Kautschuk auf Kautschuk unter Verwendung nicht angeschliffener
Karkassen- und Laufstreifenmaterialien.
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Tabelle
9 zeigt Daten für
angeschliffene Proben. Diese zeigten alle auch Reißen des
Kautschuks. Das Reißen
des Kautschuks war im Vergleich zu den nicht angeschliffenen Proben
jedoch tiefer. Die Laufstreifen-auf-Laufstreifen-Proben zeigten das geringste Ausmaß an Reißen, aber
immer noch mehr als die nicht angeschliffenen Version. Die Karkasse-auf-Karkasse-Proben
zeigten ein ausgezeichnetes tiefes Reißen des Kautschuks. Schließlich zeigten
auch die Karkasse-auf-Laufstreifen-Proben ein ausgezeichnetes Reißen des Kautschuks,
aber nicht so gut wie die Karkasse-auf-Karkasse-Proben.
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Tabelle
9. 180°-Schältestdaten
für das
Kleben von Kautschuk auf Kautschuk unter Verwendung angeschliffener
Karkassen- und Laufstreifenmaterialien.
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Beispiel 23 – Kleben
von Metall auf Metall
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch das Auflösen
von 0,021 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 1,5 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf drei sandgestrahlte Stahl-Probestücke aufgetragen, die dann mit 0,02–0,03 ml
ENB-Monomer pro Probestück
auf andere sandgestrahlte Stahl-Probestücke geklebt
wurden, wie in Beispiel 1 beschrieben ist, außer dass das Monomer auf den
katalysatorbeschichteten Metall-Probestücken aufgetragen wurde. Das
andere Stahl-Probestück
wurde sofort auf die behandelte Oberfläche gefügt und mit einem 100-g-Gewicht
beschwert. Nach drei Tagen Ruhen unter Umgebungsbedingungen konnte
keine der drei Proben von Hand auseinandergezogen werden. Die Proben
wurden mit einem Instron-Gerät
unter Verwendung eines Überlappungs-Scher-Zugtests
analysiert und zeigten eine mittlere Belastung beim Reißen von 375,99
N.
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Beispiel 24 – Kleben
von Glas auf Glas
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch das Auflösen
von 0,040 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3,0 ml CH2Cl2 hergestellt. Die Katalysatorlösung wurde
auf drei Glasobjektträger
aufgetragen, die dann mit 0,15–0,20
ml ENB-Monomer pro
Objektträger
auf andere Glasobjektträger
geklebt wurden, wie in Beispiel 1 beschrieben ist, außer dass
nicht die ganze Katalysatorlösung
verwendet wurde, sondern nur eine gerade ausreichende Menge, um
die definierte Fläche
zu bedecken. Man ließ das
Lösungsmittel
3 bis 4 Minuten lang verdampfen, bevor das ENB auf die katalysatorhaltige
Oberfläche
pipettiert wurde. Sofort wurde der eine Objektträger auf den anderen Objektträger gefügt und mit
einem 100-g-Gewicht festgehalten. Nach 1,5 Stunden wurden die beiden Glasobjektträger untersucht,
und es zeigte sich, dass sie zusammengehalten wurden, da die Substrate
aufgenommen werden konnten, ohne auseinanderzufallen.
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Beispiel 25 – Kleben
von Papier auf Papier
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Eine
Katalysatorlösung,
die aus 0,040 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 3 ml CH2Cl2 hergestellt wurde, wurde auf ein einziges
Stück Laborfilterpapier
aufgetragen, wie in Beispiel 1 beschrieben ist. Man ließ das Lösungsmittel
ungefähr
2 min lang verdampfen. Auf ein anderes Stück Filterpapier wurde ENB-Monomer
aufgetragen. Sofort wurden die beiden Papieroberflächen aufeinandergefügt und mit
einem 100-g-Gewicht festgehalten. Nach 1,5 h wurden die beiden Papierstücke untersucht,
und es zeigte sich, dass sie zusammengehalten wurden und nicht auseinandergezogen
werden konnten.
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Beispiel 26 – Auftragen
von RuCl2(PCy3)2=CHPh durch Sprühen und Bildung einer Beschichtung
unter Verwendung von ENB auf verschiedenen Substraten
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Eine
Katalysatorlösung
wurde durch das Auflösen
von 0,75 g RuCl2(PCy3)2=CHPh in 25 ml CH2Cl2 hergestellt. Diese Lösung wurde dann durch Sprühen auf
eine 7,62 cm × 15,24
cm große
Substratoberfläche,
die zuvor mit Aceton abgewischt worden war, um alle Oberflächenkontaminationen
zu entfernen, in einem Überstreichungsmuster
aufgetragen, bis eine gleichmäßig erscheinende
Bedeckung erhalten wurde. Man ließ das Lösungsmittel 30 Minuten lang
in der offenen Laboratmosphäre
verdampfen, wobei die mit Katalysator beschichtete Oberfläche zurückblieb.
Black Santoprene®, Manila-Santoprene®,
Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polypropylen, Polymethylmethacrylat
(PMMA), Aluminium, chromatiertes Aluminium, Edelstahl, Polycarbonatfolie,
Delrin-Acetalharzfolie, unbeschichteter geprägter Bodenbelag aus Polyvinylchlorid
(PVC) des Typs Mannington Classic (als "MC" bezeichnet)
sowie Bodenbelag aus Polyvinylchlorid des Typs Tarkett/Domco (als "T" bezeichnet) wurden mit ENB-Monomer
besprüht
und trocknen gelassen. Von allen beschichteten Proben wurden sowohl
der statische als auch der kinetische Reibungskoeffizient gemessen,
indem man den mechanischen Widerstand mit einem Instron-Gerät maß (siehe
P. R. Guévin, "Slip Resistance", im "Paint and Coating Testing
Manual, Fourteenth Edition of the Gardner-Sward Handbook, J. V.
Koleske (Hrsg.), ASTM Manual Series: MNL 17, ASTM, Philadelphia,
1995, Kapitel 50). Die Ergebnisse sind unten in den Tabellen 10
und 11 gezeigt. Außer
in wenigen Fällen
waren bei allen Proben der statische und der kinetische Reibungskoeffizient nach
der Sprühbeschichtung
mit ENB niedriger als bei der Kontrolle (in der Tabelle zum Beispiel
als Aluminium-C gezeigt) dieser Probe. Niedrigere statische und
kinetische Reibungskoeffizienten zeigen eine verbesserte Gleitfähigkeit
der Oberfläche.
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Tabelle
10. Ergebnisse für
den statischen und den kinetischen Reibungskoeffizienten für mit ENB
sprühbeschichtete
Metallsubstrate
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Tabelle
11. Ergebnisse für
den statischen und den kinetischen Reibungskoeffizienten für mit ENB
sprühbeschichtete
Kunststoffsubstrate
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Haftungsmessungen
wurden bestimmt, indem man ein Gittermuster mit einer Rasierklinge
leicht in die Beschichtungsoberfläche ritzte. Fünf Linien
mit Abständen
von ungefähr
3,2 mm und fünf
weitere Linien mit Abständen
von ungefähr
3,2 mm in einem Gittermuster. Ein 50,8–63,5 mm langer Streifen von
Scotch-Maskierband mit einer Breite von 25,4 mm (2500–3705) wurde über die
Gitterfläche
aufgetragen und mit einem Finger glattgedrückt. Nach ein oder zwei Sekunden
wurde das Band schnell von der Oberfläche abgezogen. Eine Haftungsbewertungsskala
wurde aufgestellt, wobei 1 die beste Bewertung und 5 die schlechteste
war (siehe Tabelle 12).
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Tabelle
12. Gitterschnitttest-Definitionen
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Haftungsbewertungen
von Poly(ENB)-Beschichtungen auf kautschukartigen Substraten wie
Santoprene® und
EPDM sind in Tabelle 13 gezeigt. Sie zeigen, dass beide Santoprene®-Proben
eine ausgezeichnete Haftung ergaben, wobei auf dem Band nur ein
Gittermuster zu sehen war. Die EPDM-Haftung war nur eine 4 mit einer
einzigen schlechten Beschichtung und 1 mit einer zweiten gleichmäßigen Beschichtung.
Solange eine gute gleichmäßige Beschichtung
von Poly(ENB) aufgetragen wurde, wurde eine gute Haftung auf kautschukartigen
Substraten beobachtet.
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Tabelle
13. Gitterschnitttest-Ergebnisse für Poly(ENB)-Beschichtungen
auf verschiedenen Substraten