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Technisches
Gebiet
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Durch
die vorliegende Erfindung wird eine ausgezeichnete Verfahrenstechnik
als Immobilisierungsverfahren von (Imino)biotinderivaten angegeben
und zur Verfügung
gestellt, wobei sich die entsprechenden Verfahren seit kurzem einer
weit verbreiteten Anwendung erfreuen. Die Erfindung betrifft ferner
die Bereitstellung eines funktionellen Polymers, das eine (Imino)biotin-Stelle
aufweist, die mittels der Derivate immobilisiert ist.
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Stand der
Technik
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Eine
Verfahrenstechnik unter Anwendung einer hohen Biotin-Avidin-Affinität (z.B. "Methods Enzymol, 184,
5–13,
und 184, 14–35)
ist für
Immunoassayverfahren (z.B. JP Hei 4-363 659 und Hei 6-160 387),
für Biosensoren
(z.B. JP Hei 10-282 040, Hei 9-292 397 und Hei 8-94 510), für DNA-Operationen
(z.B. JP Hei-4-267 896), für
Trennmaterialien (z.B. JP Hei 5-340 945 und Hei 4-311 397) sowie
für klinische
Therapien (z.B. J. Nucl. Med. Commun. 12, 211–234 (1991) und Int. J. cancer
45, 1184–1189
(1990)) angewandt worden.
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Die
oben beschriebenen verschiedenen Verfahren benötigen die Immobilisierung von
Biotin an ein Protein (Glycoprotein), an Antikörper, Enzyme, Chromophore,
Dextran oder dgl., und für
diesen Zweck sind verschiedene Biotin-Immobilisierungsreagenzien
auf den Markt gebracht worden (Methods Enzymol. 184, 123–138). Diese
Reagenzien dienen dazu, Biotin an einem biologischen Material durch
Reaktion seiner reaktiven funktionellen Gruppe wie einer Aminogruppe,
einer Schwefelgruppe, einer Carbonsäure oder eines Alkohols zu
immobilisieren (siehe z.B. "Molecular
Probes Handbook of Fluorescent Probes and Research Chemicals, Kapitel
4"). Biotinderivate
werden für
solch eine Immobilisierungsreaktion angewandt (siehe z.B. Molecular
Probes Handbook of Flurescent Probes and Research Chemicals, Kapitel
4, S. 87). Über
die Immobilisierung von Biotin an das Ende von Polyethylenglykol
mittels dieser Reagenzien ist ebenfalls berichtet worden (Bioconjugate
Chem. 8, 545–551
(1997)).
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Die
oben beschriebene Immobilisierung von Biotin wird auf der Grundlage
des Konzepts durchgeführt, dass
Biotin durch Durchführung
von 1 Reaktion mit 1 funktioneller Gruppe einer ursprünglich vorliegenden Substanz
wie eines Proteins immobilisiert wird (siehe z.B. JP Hei 6-148 190).
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Die
Eignung von Biotin ist somit auf verschiedenen Gebieten verifiziert
worden, und es besteht die Möglichkeit
seiner industriellen Anwendung, die zur Entwicklung von Produkten
führt,
die eine Funktion zeigen und ergeben. Die oben beschriebenen Biotin-Immobilisierungsreagenzien
sind allerdings teuer, was deren industrielle Anwendung zur Immobilisierung
von Biotin verhindert. Außerdem
besteht eine starke Nachfrage nach einem wärmeempfindlichen Polymer, das
in wässriger
Lösung
oder physiologischer Kochsalzlösung durch
einen Kühlvorgang
aggregiert wird und eine obere kritische Lösungstemperatur (upper critical
solution temperature = UCST) zeigt und ergibt, wobei dessen Anwendbarkeit
für ein
Trennmittel oder für
DDS zu erwarten ist (Macromol. Chem , Rapid Commun. 13, 577–581 (1992)).
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Die
Biotin-Immobilisierungsreagenzien immobilisieren Biotin an eine
reaktive funktionelle Gruppe, wie oben beschrieben, und der Schutz
der funktionellen Gruppe ist manchmal notwendig. Die Biotin-Immobilisierungsreaktion
selbst ist schwierig im Fall einer Immobilisierung an eine funktionelle
Gruppe mit großer
sterischer Hinderung oder einer Immobilisierung eines Biotingerüsts an eine
Polymerkette. Wird Biotin beispielsweise an einem Protein immobilisiert, das
gewöhnlich
ein Makromolekül
ist, wird durch den Mangel an dessen funktionellen Gruppen die Immobilisierung
einer hinreichenden Menge von Biotin verhindert, und außerdem wird
Biotin nur an den funktionellen Gruppen immobilisiert, die auf der
Oberfläche
des Proteins vorliegen. Je höher
der Polymerisationsgrad eines Polymers ist, um so schwieriger wird
es, Biotin in gewünschter
Weise mit den herkömmlichen
Immobilisierungsverfahren zu immobilisieren.
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WO
86/01 899 offenbart ein Verfahren zur Durchführung eines Marker-verbundenen
spezifischen Bindungsassay, z.B. ein Immunoassayverfahren. Beispiel
1 dieses Dokuments betrifft die Herstellung von 2-Hydroxyethylmethylacrylester
(HEMA) von Biotin und die Verwendung dieses Biotin-HEMA-Monomers
zur Herstellung von Copolymeren mit Acrylamid und Methylenbisacrylamid.
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EP 0 226 470 A2 betrifft
Materialien und Verfahren für
mikrochemische Testverfahren. Beispiel 2 dieses Dokuments beschreibt
ein Gel-bindendes Material, das Biotinyl-HEMA-Co-Monomer und Glucose-Oxidase einschließt.
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EP 0 914 835 A2 betrifft
biokompatible Polymerüberzüge. Gemäß Beispiel
5 wird ein hydrophobes Acrylatpolymer für einen Stent-Überzug durch
Copolymerisieren von Biotinmethacrylat mit N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat
und Laurylmethacrylat hergestellt. Das sich ergebende Polymer eignet
sich zum Überziehen
von Metall-Stents und -Oberflächen,
die eine spezifische Affinität
zu Liganden aufweisen, die an die Oberfläche unter Verwendung gewünschter
Avidin-Ligand-Komponenten
gebunden werden, die ihrerseits wiederum über den Biotin-Avidin-Komplex
gebunden werden.
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WO
95/31 730 offenbart ein Verfahren zum raschen Analyt-Nachweis mittels
eines nachweisbaren synthetischen Polymers. In Beispiel 6 dieses
Dokuments wird ein wasserlösliches Copolymer
von Biotin und PMB aus Biotin und N-Aminopropylmethacrylamid hergestellt.
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EP 0 922 715 A2 offenbart
ein Reiz-reaktives Polymer, wobei eine Keto-Enol-Tautomerisierung
genutzt wird. Gemäß einem
der Beispiele (4 bis 7) wird ein Copolymer aus N-Acetylmethacrylamid
und Methacrylamid mit darin fixiertem Biotin aus einem Biotin-stämmigen Acrylsäureester
hergestellt.
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Data
base biosis no. PREV 1993 95116256 und die zugrunde liegende Veröffentlichung
(J.E. Morris et al., Biotechnology and Bioengineering, Bd. 41, Seiten
991–997
(1993)) betreffen eine Biotin-aufweisende Polymerverbindung, die
zuerst durch Polymerisieren von Acrylamid und N-(3-Aminopropyl)methacrylamid
erhalten wird, bevor in einer zweiten Stufe Biotin an das sich ergebende
Polymer gebunden wird.
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WO
99/64 378 betrifft eine gesteuerte kombinatorische Verbindungsbibliothek
und einen hohen Durchsatzassay zum Aussieben derselben. Im Zusammenhang
mit Glycopolymeren für
Festphasen-Glycosyl-Transferase-Assayverfahren (Seiten 24 und 25)
werden wasserlösliche
Glycopolymer-Akzeptoren im Festphasen-Glycosyl-Transferase-Assay
verwendet. Diese stellen mehrwertige Substrate dar, die aus N-substituiertem
Polyacrylamid-Rückgrat
zusammengesetzt sind, das auch Biotin enthalten kann.
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Demnach
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein eine Biotin-Komponente
enthaltendes poly- oder multifunktionales Polymer zu synthetisieren
oder zu entwerfen, das auf verschiedenen Gebieten anwendbar ist.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung ist es, das die Biotin-Komponente enthaltende
Polymer in industriellem Maßstab
zu produzieren und es mit ausgezeichneten Wirtschaftlichkeits- und Leistungsdaten
zu synthetisieren oder zu entwerfen.
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Ferner
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein wärmeempfindliches
Polymer bereitzustellen, das sich in einer wässrigen Lösung durch einen Kühlvorgang
zusammenlagert und eine obere kritische Lösungstemperatur (upper critical
solution temperature = UCST) sogar in physiologischer Kochsalzlösung zeigt
und ergibt und sich auch in einer wässrigen Lösung durch einen Erwärmungsvorgang
zusammenlagert und eine untere kritische Lösungstemperatur (lower critical
solution temperature = LCST) in einer wässrigen Lösung aufweist.
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Offenbarung
der Erfindung
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Es
wurde herausgefunden, dass die oben beschriebenen Aufgaben gelöst werden,
und zwar mit einer
Polymerverbindung, die eine UCST (upper
critical solution temperature) in einer wässrigen Lösung zeigt und ergibt, wobei
die Polymerverbindung ein polymerisierbares Biotinderivat der folgenden
Formel (Ib) und Acrylamid oder Methacrylamid als Copolymer-Komponente
umfasst:
wobei
in der Formel (Ib) R
2 ein Wasserstoffatom
oder eine Alkylgruppe, R
3 und R
4,
jeweils unabhängig,
ein Wasserstoffatom, eine Alkyl- oder Arylgruppe, T ein Sauerstoffatom
oder -NH,
R
1 eine Einfachbindung oder
eine C
1-5-Alkylengruppe und X
4 -NH-
darstellen.
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Durch
die Erfindung wird es durch die Polymerisation des polymerisierbaren
Biotinderivats (das nachfolgend ganz einfach als "Biotinmonomer" bezeichnet wird),
welches eine Biofunktion aufweist, ermöglicht, dass das entsprechende
Polymer mit dem daran immobilisierten (Imino)biotin (der hier verwendete
Begriff "Biotin" umfasst die Bedeutung
von Iminobiotin, wenn nicht Anderes ganz spezifisch durch den Namen
einer Verbindung ausgesagt wird) in industriellem Maßstab und
wirtschaftlich synthetisiert wird.
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Das
Biotinmonomer mit dem daran immobilisierten Biotin weist als Ausgangsmaterial
Wirtschaftlichkeit und Leistungsvermögen auf, wodurch die industrielle
Produktion ermöglicht
wird.
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Das
Erfindungsverfahren unterscheidet sich von der bekannten Biotinimmobilisiertechnik
wie der Immobilisierung von Biotin an ein Polymer durch Reaktion
seiner funktionellen Gruppe dadurch, dass sogar durch die Copolymerisation
mit einem Monomer, das eine funktionelle Gruppe aufweist, die mit
einem Biotin-Immobilisierungsreagens reaktiv ist, die Synthese des
entsprechenden Copolymers ermöglicht,
wird, das Biotin immobilisiert an das Copolymer aufweist, aber die
unreagiert zurückgebliebene
funktionelle Gruppe noch enthält.
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Sogar
im Fall, dass die herkömmliche
Biotinimmobilisierungstechnik nicht angewandt werden kann, weil
die funktionelle Gruppe in eine hochmolekulare Kette eingeschlossen
ist, wird es durch den entsprechenden Entwurf eines Polymers ermöglicht,
darin ein Biotingerüst
als lange Polymerkette in jedem Verhältnis zu integrieren und aufzunehmen.
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Beispielsweise
wurde ein thermo-reaktives Polymer aufgefunden, das eine Biotin-
oder Iminobiotin-Stelle aufweist und eine untere kritische Lösungstemperatur
(lower critical solution temperature = LCST) oder eine obere kritische
Lösungstemperatur
(upper critical solution temperature = UCST) in wässriger
Lösung zeigt
und ergibt.
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Dabei
wurde herausgefunden, dass ein Polymer, das durch Copolymerisieren
des polymerisierbaren Biotinderivats der Erfindung mit mindestens
einer Monomerkomponente, ausgewählt
aus Acrylamid und Methacrylamid, eine wärmeempfindliche Polymerverbindung
ist, die eine obere kritische Lösungstemperatur (UCST)
in einer wässrigen
Lösung
oder einer physiologischen Kochsalzlösung aufweist.
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Es
wurde ebenfalls herausgefunden, dass durch Immobilisieren von Biotin
an ein thermo-reaktives Polymer, das eine LCST aufweist, dieses
thermo-reaktive Polymer dann eine ausgeprägt hohe Anlagerungskraft bei
der LCST oder darüber
erwirbt.
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Da
diese Polymeren daran immobilisiertes Biotin aufweisen, können verschiedene
mit Avidin immobilisierte Liganden und, durch die vier Bindungsstellen
des Avidins, verschiedene biotinylierte Liganden an jenen Polymeren
unmittelbar immobilisiert werden. Der hier verwendete Begriff "Avidin" umfasst die Bedeutung
von Streptavidin.
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Die
thermo-reaktiven Polymerderivate der Erfindung sind thermo-reaktiv
bezüglich
einer großen
Aggregationskraft bei der LCST oder darüber oder bei der UCST oder
darunter in einer wässrigen
Lösung,
einer physiologischen Kochsalzlösung
oder in einer Pufferlösung,
so dass sie in ganz wirkungsvoller Weise zur Abtrennung, enzymatischen
Immobilisierung, Gewichtung oder zum Vergleich verschiedener Substanzen
angewandt werden können.
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Beste Ausführungsform
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung wird nun im Detail beschrieben.
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Beim
polymerisierbaren Biotinderivat der Formel (Ib) ist es bevorzugt,
dass R2 Wasserstoff oder eine C1-3-Alkylgruppe
und R3 und R4 jeweils
ein Wasserstoffatom, eine C1-3-Alkyl- oder
eine Phenylgruppe darstellen. Es ist besonders bevorzugt, dass R2 ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe
und R3 und R4 jeweils ein
Wasserstoffatom, eine Methyl- oder eine Phenylgruppe darstellen.
Die Alkyl- oder Arylgruppen können
nötigenfalls
einen Substituenten aufweisen.
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In
der Formel (Ib) stellt R1 eine Einfachbindung
oder eine C1-5-Alkylengruppe dar.
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In
der Formel (Ib) ist es bevorzugt, dass R1 eine
C1-5-Alkylengruppe, bevorzugter eine C2-4-Alkylengruppe, R2 vorzugsweise
ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe und R3 und
R4, jeweils unabhängig von einander, ein Wasserstoffatom,
eine Alkyl- oder Arylgruppe und bevorzugter ein Wasserstoffatom
darstellen. X4 stellt vorzugsweise -NH-
dar. T stellt ein Sauerstoffatom oder =NH dar.
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Das
polymerisierbare Biotinderivat der Formel (Ib) ist gewöhnlich durch
Reaktion des unten angegebenen Biotinderivats der Formel (b1) mit
einem geeigneten Acrylierungsagens (b2) (einschließlich eines
Methacrylierungsagens, wobei entsprechende Beispiele Acrylierungsmittel
wie Acrylsäure,
Acrylsäurechlorid, Acrylsäureanhydrid
und Acryloxysuccinimid und Methacrylierungsmittel wie Methacrylsäure, Methacrylsäurechlorid,
Methacrylsäureanhydrid
und Methacryloxysuccinimid einschließen) erhältlich:
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In
der obigen Gleichung ist das Biotinderivat der Formel (b1) durch
Reduktion des Biotins bzw. Biotinderivats der Formel (a1) mit einem
geeigneten Reduziermittel zum entsprechenden Alkoholderivat (worin
X4 = ein Sauerstoffatom) erhältlich,
wobei die Hydroxylgruppe des Alkoholderivats in eine funktionelle
Gruppe mit der Funktion einer Abgangsgruppe überführt und dann die entstandene
Verbindung einer Substitutionsreaktion mit einem Aminderivat unterzogen
werden (wobei in der Formel (b1) X4 = -NH-).
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Dieses
Verfahren wird nun spezifischer beschrieben.
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Beispielsweise
wird, wie unten dargestellt, im Handel verfügbares Biotin (Produkt von
Merck & Co., Inc.)
zu Biotinol (iv) mit einem reduzierenden Mittel wie mit Natriumborhydrid,
Diisobutylaluminiumhydrid, THF-Boran oder mit Lithiumaluminiumhydrid
reduziert (Flaster und Kohn, J. Heterocycl. Chem. 18(7), 1425–36 (1981)).
Das entstandene Biotinol (iv) wird mit einem Acrylierungsagens zur
Reaktion gebracht, worauf umkristallisiert wird, wodurch das Biotinolacrylat
(D) erhältlich
ist:
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Das
Biotinolmethacrylat (E) ist durch Reaktion des Biotinols (iv) mit
einem Methacrylierungsagens erhältlich:
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Wie
unten dargestellt, wird nach Überführung der
Hydroxylgruppe des Biotinols (iv) in eine funktionelle Gruppe mit
Abgangsfunktion eine Substitutionsreaktion mit einem Aminderivat
durchgeführt,
um das Biotinamin (V) zu erhalten. Das Biotinamin oder ein Salz
davon werden dann mit einem Acrylierungsagens in der Gegenwart eines
Kondensiermittels (wie von Diethylphosphorsäurecyanid oder von Diphenylphosphorsäureazid) zur
Reaktion gebracht, wodurch das Biotinaminacrylamid (F) erhältlich ist:
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In
gleicher Weise werden das Biotinamin (v) oder ein Salz davon mit
einem Methacrylierungsagens in der Gegenwart eines Kondensiermittels
(wie von Diethylphosphorsäurecyanid
oder von Diphenylphosphorsäureazid)
zur Reaktion gebracht, wodurch das Biotinaminmethacrylamid (G) erhältlich ist:
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Wie
unten dargestellt, werden das Norbiotinamin (vi) oder ein Salz davon
mit einem Acrylierungsagens in der Gegenwart eines Kondensiermittels
(wie von Diethylphosphorsäurecyanid
oder Diphenylphosphorsäureazid)
zur Reaktion gebracht, wodurch das Norbiotinaminacrylamid (H) erhältlich ist:
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In
gleicher Weise wie oben, werden das Norbiotinamid (vi) oder ein
Salz davon mit einem Methacrylierungsagens in der Gegenwart eines
Kondensiermittels (wie von Diethylphosphorsäurecyanid oder von Diphenylphosphorsäureazid)
zur Reaktion gebracht, wodurch das Norbiotinaminmethacrylamid (J)
erhältlich
ist:
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Wie
spezifischer dargestellt, ist beispielsweise das Biotinolmethacryloylcarbamat
(K) durch Reaktion des Biotinols (iv) mit dem Methacroylisocyanat
(vii) in einem Lösungsmittel
wie Methylenchlorid erhältlich:
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Durch
Polymerisieren der so erhaltenen neuen polymerisierbaren Biotinderivate
(der Biotinmonomeren) der Erfindung allein oder zusammen mit einem
damit copolymerisierbaren Monomer in herkömmlicher Weise in der Gegenwart
eines geeigneten Radikal-Polymerisationsinitiators, beispielsweise
in einem Lösungsmittel,
worin diese löslich
sind, sind die eine Biotin-Komponente enthaltenden Polymerderivate
(die nachfolgend ganz einfach als "Biotinpolymere" bezeichnet werden können) erhältlich. Dadurch wird es ermöglicht, äußerst nützliche
Polymerverbindungen, die daran immobilisiertes Biotin aufweisen,
in industriellem Maßstab
unmittelbar zu erzeugen und zu produzieren. Der hierin verwendete
Begriff "Biotin-Komponente" bedeutet ein Teilstück, das
eine hohe Affinität
mit Avidin (einschließlich
Streptavidin) aufweist, und er bedeutet noch spezifischer eine Komponente
(eine Biotin- oder Iminobiotin-Komponente) der dargestellten Formel
(II):
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In
der Erfindung wird durch Copolymerisation mit einer weiteren Monomer-Komponente
die Befähigung
zur Synthese oder zum Entwurf eines Biotinpolymers geschaffen, das
mit einer Funktion dieser Monomerkomponente ausgerüstet ist.
Dies führt
zur Synthese eines poly- oder multifunktionalen Polymers. Somit wird
es durch die Polymerisation mit diesem Biotinmonomer ermöglicht,
ein Biotinpolymer zu erzeugen, das von der Nützlichkeit eines Biotinmonomers
Gebrauch zu machen vermag, wobei gleichzeitig die Eigenschaften des
Polymers selbst genutzt werden können,
und es ergeben sich somit synergistische Effekte.
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Es
bestehen keine besonderen Einschränkungen bezüglich der mit den polymerisierbaren
Biotinderivaten copolymerisierbaren Komponente, solange diese polymerisierbar
ist. Als einschlägige
Komponenten sind Vinyl-, Vinyliden-, Butadien- und ähnliche polymerisierbare Monomere
einsetzbar. Spezifische Beispiele schließen Acrylamid, Methacrylamid,
Styrol, N-Alkylacrylamid, Methylacrylat, Vinylacetat, Methacrylnitril,
Methylmethacrylat und Isopren ein. Es besteht keine besondere Einschränkung beim
Copolymerisationsverhältnis,
und die Monomeren können
in jedem Verhältnis
gemäß Bedarf
copolymerisiert werden.
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Nach
der Reaktion werden die Polymerderivate vorzugsweise in üblicher
Weise gereinigt. Die Reinigung kann z.B. durch Gießen in ein
Alkohol-Lösungsmittel
zur Ausfällung
durchgeführt
werden.
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Spezifische
Entwurfs-, Ausführungs-
und Anwendungsbeispiele des Biotinpolymers der vorliegenden Erfindung
werden nun beschrieben.
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Beispielsweise
werden durch Gelierung des Polymers der Erfindung durch die Verwendung
eines Vernetzungsmaterials der Entwurf oder die Synthese eines Gels
erleichtert, das Biotin sogar im Inneren des Gels immobilisiert
aufweist. Dadurch werden auch die Aufbringung auf ein magnetisches
Material oder die Anwendung als Trennmaterial erleichtert.
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Der
molekulare Entwurf eines Polymers, das neue Besonderheiten aufweist,
ist durch Copolymerisieren des Biotinmonomers mit einem weiteren
Monomer erzielbar, wobei die Besonderheit des Biotinmonomers in
Betracht gezogen wird.
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Beispielsweise
ist PNIPAM (Poly-N-alkylacrylamid) ein bekanntes Polymer (J. Macromol.
Sci. Chem., A2, 1441 (1968)), das eine LCST
(eine untere kritische Lösungstemperatur)
zeigt und ergibt. Das Copolymer, das aus N-Isopropylacrylamid und
dem Biotinmonomer erhalten wird, vermag ein Molekül-Erkennungsvermögen zu erwerben,
ohne die LCST-Charakteristika zu verlieren.
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Polymere
mit einer LCST (lower critical solution temperature) aggregieren
auf der höheren
Temperaturseite als der Phasenübergangstemperatur
und werden auf der niedrigeren Temperaturseite gelöst. Sie
haben daher eine weit verbreitete Anwendung in verschiedenen Trennmitteln,
Steuerungsmitteln zur Freisetzung von Medikamenten, künstlichen
Muskeln, Sensoren, Aktuatoren, Trägermitteln zur Zellzüchtung und
dgl. gefunden.
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Es
besteht keine besondere Einschränkung
bei der Monomerkomponente, die in der Erfindung für ein Polymer
verwendet wird, das eine LCST in wässriger Lösung zeigt und ergibt. Spezifische
Beispiele schließen Poly(meth)acrylamidderivate
wie Poly(N-methyl(meth)acrylamid), Poly(N-ethyl(meth)acrylamid,
Poly(N-propyl(meth)acrylamid),
Poly(N-isopropyl-(meth)acrylamid), Poly(N-butyl(meth)acrylamid),
Poly(N-acryloylpyrrolidon), Poly(N-acryloylmorpholin), Poly(N,N-dimethyl(meth)acrylamid)
und Poly(N,N-diethyl(meth)acrylamid), Poly-N-vinylamidderivate wie N-Vinylacetamid,
N-Vinylbutylamid und N-Vinylisobutylamid, Polyvinylacetat-Partialhydrolysatderivate,
Methylcellulosederivate und Alkylvinyletherderivate wie Poly(methylvinylether) und
Poly(ethylvinylether) ein.
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Es
wurde herausgefunden, dass Polymere, die durch Copolymerisation
von Acrylamid oder Methacrylamid mit dem Biotinmonomer der Erfindung
erhalten werden, UCST (upper critical solution temperature)-Charakteristika
in den jeweiligen wässrigen
Lösungen
und physiologischen Kochsalzlösungen
zeigen und ergeben.
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Die
Polymerderivate mit UCST (von denen ein jedes nachfolgend ganz einfach
als "UCST-Polymer" bezeichnet werden
kann) sind vorzugsweise diejenigen, die erhalten werden, indem man
das Acrylamid oder Methacrylamid und das Biotinmonomer der Erfindung
bei einem Verhältnis
(Molverhältnis)
im Bereich von 3 bis 30 beaufschlagt. Die UCST kann durch Auflösen des
sich ergebenden Polymers in Wasser oder Kochsalzlösung, Gießen der
Lösung
in eine Quarz-Zelle, Belichten seines Lichtkanals mit einem Licht
aus einer Lichtquelle von 500 nm und durch Untersuchung und Auswertung
der Beziehung zwischen der Durchlässigkeit und der Temperatur
gemessen werden.
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Gebiete,
auf denen diese UCST-Polymeren zur Anwendung als Temperaturreiz-empfindliches
Polymer gelangen können,
sollten den oben beschriebenen Anwendungsgebieten ähneln. Im
Unterschied zu den LCST-Polymeren lösen sich jene allerdings auf
der hohen Temperaturseite und aggregieren auf der niedrigen Temperaturseite.
Es besteht demzufolge die Möglichkeit
zur Entwicklung von Materialien, die auf Gebieten zur Anwendung
gelangen können,
die sich von den oben beschriebenen der LCST-Polymeren unterscheiden,
und es wird daher von diesen Materialien erwartet, dass sie Produkte
darstellen, die als Reiz-empfindliches Material interessant sind.
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Insbesondere
können
in einem Trägermaterial
für Zellkulturen
auf einem Film, der ein UCST-Polymer enthält, das auf der niedrigen Temperaturseite
aggregiert, die gezüchteten
Zellen auf dem mit dem UCST-Polymer bedeckten Trägermaterial vom Träger bei
niedriger Temperatur abgetrennt werden (Tissue Culture, 17(9), 349–353 (1990)).
Das an ein Medikament gebundene Polymer, welche beide in Lösung auf
der hohen Temperaturseite vorliegen, bildet ein aggregiertes Polymer unter
niedrigen Temperaturbedingungen, wobei das Medikament im Inneren
des Polymers eingeschlossen wird. Kurz gesagt, lässt sich eine Medikament-Freisetzsteuerung
durchführen
("Macromolecules,
27, 947–952
(1994)").
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In
der Erfindung können
ein hydrophiles oder hydrophobes Monomer in die Polymerverbindung
als Copolymerkomponente einverleibt werden. Dadurch wird es ermöglicht,
die LCST oder die UCST in wässriger Lösung zu
verändern.
Die hier verwendeten Begriffe "hydrophil" oder "hydrophob" bedeuten hydrophil
oder hydrophob für
das Monomer, das als Hauptkomponente in das Polymer eingebaut wird.
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Obwohl
die Art der hydrophilen oder hydrophoben Monomeren in Beziehung
zum Monomer steht, das als oben beschriebene Hauptkomponente eingebaut
wird, und Beispiele davon Alles in Allem nicht angegeben werden
können,
schließen
spezifische Beispiele der hydrophilen Monomeren Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylamid
und Methacrylamid ein, wogegen diejenigen der hydrophoben Monomeren
Acrylate, Methacrylate, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid und Styrol
einschließen.
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Es
besteht keine besondere Einschränkung
beim Molekulargewicht der Polymerverbindung der Erfindung. Die Eigenschaften
wie die UCST oder LCST der Polymerverbindung hängen nicht allzu sehr vom Molekulargewicht
ab. In der Praxis beträgt
das gewichtsdurchschnittliche Molekulargewicht ca. 500 bis 1.000.000 und
bevorzugter ca. 1.000 bis 100.000.
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Bei
Verwendung als Trennmittel weist die Polymerverbindung vorzugsweise
eine UCST oder LCST von 0 bis 50°C
und insbesondere von 0 bis 40°C
auf.
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In
der Erfindung gilt, dass es um so besser ist, je enger der Bereich
der LCST oder UCST (der Umschaltbereich) ist. Gemäß der Erfindung
sind thermo-reaktive Polymere mit einer LCST oder UCST innerhalb eines
für die
Praxis geeigneten Umschaltbereichs von 5°C oder weniger erhältlich.
Das Biotinmonomer der Erfindung eignet sich als ein Polymermaterial
mit Biofunktion und ist im breiten Umfang anwendbar (siehe z.B. "Chemical Sensors,
12(1), 8–11
(1996)"). Dies deshalb,
weil Biotin selbst ein biofunktionales Material mit der Befähigung zum
Erkennen einer Vielfalt von Substanzen und noch spezifischer mit
der Befähigung
darstellt, nicht nur das Molekül
von Avidin zu erkennen, sondern auch an ein Protein wie Kollagen
gebunden zu werden. Außerdem
kann es auf breiten Gebieten wie der Affinitätschromatografie unter Anwendung
einer Sandwich-Struktur
mit darin eingelagertem Avidin und der Immunochemie unter Nutzung
des Vermögens
zum Erkennen vieler Antikörper
zur Anwendung gelangen.
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Da
das thermo-reaktive Polymer der Erfindung (Imino)biotin immobilisiert
daran aufweist, kann ein Ligand durch eine Avidin-Biotin-Affinität ohne Bildung
einer kovalenten Bindung immobilisiert werden.
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Alternativ
dazu, wird, da Avidin 4 Stellen aufweist, die Biotin erkennen, eine
der Bindungsstellen von Avidin für
das Biotin-immobilisierte thermo-reaktive Polymer genutzt, während die
verbliebenen 3 Biotin-Bindungsstellen zur Immobilisierung biotinylierter
Antikörper,
biotinylierter Enzyme, biotinylierter Wärmeschock-Proteine und dgl.
nutzbar sind.
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Durch
Anpassung eines Avidin-immobilisierten Ligands im Voraus kann dieser
direkt am Biotin-immobilisierten thermoreaktiven Polymer immobilisiert
werden.
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Durch
die Verwendung mono- oder polyclonaler Antikörper für den immobilisierten Ligand
werden die Abtrennung oder Aufkonzentrierung von Mikroorganismen
in einer wässrigen
Lösung
erleichtert. In ganz spezifischer Weise wird, nach der Bindung eines
avidinierten oder biotinylierten mono- oder polyclonalen Antikörpers für einen
spezifischen Mikroorganismus an das wärmeempfindliche Polymer der
Erfindung, das entstandene Polymer in hinreichend guten Kontakt
mit dem in Lösung
vorliegenden Mikroorganismus gebracht. Die Lösung wird erwärmt, um
eine Aggregation von sowohl dem Mikroorganismus als auch dem thermo-reaktiven Polymer
zu verursachen, und es kann dadurch der Mikroorganismus leicht durch
Abgießen
gesammelt werden. Beispielsweise können, durch Bindung biotinylierter
Salmonella-Bakterien an das thermo-reaktive Polymer, nur die Salmonella-Bakterien
in einer Nahrungsmittelsuspension aufkonzentriert und leichter abgetrennt werden.
Somit lässt
sich die Kombination des Polymers mit einem sauber geeigneten Antikörper und
einem entsprechenden Nachweisreagens als Nachweis-Kit oder Diagnose-Erzeugnis
für Mikroorganismen
anwenden, und das so erhaltene Kit oder das Erzeugnis weisen eine
stark verbesserte Empfindlichkeit im Vergleich mit den herkömmlichen
Produkten auf.
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Ein
thermo-reaktives Polymer der Erfindung, das an ein biotinyliertes
Basenpaar einer Nucleinsäure gebunden
wird, ist zur Reinigung, Aufkonzentrierung oder zum Nachweis eines
spezifischen Gens verwendbar.
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Eine
Zielsubstanz, die an ein Reiz-empfindliches Material der Erfindung
gebunden oder daran adsorbiert wird, lässt sich leicht durch (1) Steigerung
der Konzentration eines Salzes, (2) pH-Änderung (ins Saure oder Alkalische),
(3) Zugabe eines Inhibitors, Substrats oder dgl., (4) Zugabe eines
Modifiziermittels wie Harnstoff oder SDS, (5) Zugabe eines organischen
Lösungsmittels,
eines Metallions oder dgl. oder durch (6) Temperaturänderung
eluieren.
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Insbesondere
kann das Trennmaterial der Erfindung vom thermoreaktiven Typ in
wirkungsvoller Weise für
Testmittel von Bakterien oder rückständigen Pestiziden,
für Diagnose- Erzeugnisse, zur
Abtrennung von Bioprodukten wie von Mikroorganismen oder gezüchteten
Zellen, zur Aktivierung und Beibehaltung einer bio-reaktiven Funktion
durch Immobilisierung von Enzymen oder molekularen Chaperoninen
verwendet werden.
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Das
Biotinmonomer der Erfindung mit daran immobilisiertem Biotin ist
hinreichend wirtschaftlich und wirkungsvoll, so dass Anwendungen
im industriellen Maßstab
geschaffen werden.
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Beispiele
und Bezugsbeispiele
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Die
vorliegende Erfindung wird nun noch detaillierter beschrieben. Die
Erfindung sollte aber nicht darauf eingeschränkt sein. Alle Bezugsverbindungen
und die entsprechenden Beispiele sind mit "*" markiert.
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Beispiel 1*
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Synthese von 2-Biotinylethylacrylat
(Verbindung A)*
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Bei
Raumtemperatur wurden 500 mg Biotin (Verbindung i, Produkt von Merck & Co., Inc.), 200
mg 2-Hydroxyethylacrylat, 20 mL Thionylchlorid und 20 mL Toluol
vermischt. Die entstandene Mischung wurde 2 h lang am Rückfluss
gehalten. Das Lösungsmittel
wurde dann unter verringertem Druck abdestilliert. Der Rückstand
wurde einer Säulenchromatografie
mit einer Chloroform-Methanol-Lösungsmittelmischung
unterzogen. Durch Entfernen des Lösungsmittels wurden 100 mg
2-Biotinylethylacrylat (Verbindung A) als pulvrige Substanz erhalten
(Ausbeute: 14 %).
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Die
NMR-Analyse zeigte ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung A
(in DMSO).
NH- und Acrylgruppe-Bindung H:5H, δ 5,8-6, 6a,
3a, OCH2:6H, multi, δ 4,1-4,3, 6α:1H, multi, δ 3,1, 6β:1H, d, δ 2,8, CH28H, δ 1-1,6
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Beispiel 2*
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Synthese von N-Biotinyl-N'-methacroyltrimethylenamid
(Verbindung B)*
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In
300 mL N,N-Diemthylformamid (DMF) wurden 18 g N-(3-Aminopropyl)methacrylamid-Hydrochlorid, 24
g Biotin und 30 g Triethylamin gelöst und dann auf 0°C abgekühlt. Zur
Reaktionsmischung wurde eine Lösung,
erhalten durch Auflösen
von 28 g Diphenylphosphorylazid in 50 mL DMF, 1 h lang getropft.
Nach Beendigung des Zutropfens wurde bei 0°C 3 h lang und dann bei Raumtemperatur
12 h lang gerührt.
Nach Beendigung der Reaktion wurden das Lösungsmittel abdestilliert und
der Rückstand
einer Säulenchromatografie
mit einer Chloroform-Methanol-Mischung als Entwicklungslösungsmittel
unterzogen. Als Ergebnis wurden 22 g N-Biotinyl-N'-methacroyltrimethylenamid
(Verbindung B) als Zielverbindung in der Form eines weißen Pulvers erhalten
(Ausbeute: 59 %).
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Die
NMR-Analyse zeigte ganz klar, das Vorliegen der Zielverbindung B
(in DMSO).
CONH:2H, br.s, δ 7,9,
NH, NH:2H, d, δ 6,4,
H2, H3:2H, s, δ 5,6, δ 5,3, 3a,
6a:2H, br. d, δ 4,2,
CH2:4H, s, δ 3,0, 6α, 6β: 2H, multi, δ 2,8, 4H:1H,
multi, δ 2,6,
COCH2:2H, br.s, δ 2,1, CH2:3H, δ 1,8, CH2:8H, δ 1,2-1,5
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Beispiel 3*
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Synthese von N-Iminobiotinyl-N'-methacroyltrimethylenamid
(Verbindung C)*
-
In ähnlicher
Weise wie in Beispiel 2, mit der Ausnahme, dass 18 g N-(3-Aminopropyl)methacrylamid-Hydrobromid
anstatt der 18 g des in Beispiel 2 enthaltenen N-(3-Aminopropyl)methacrylamid-Hydrochlorids
und 24 g Iminobiotin anstatt der 24 g Biotin verwendet wurden, wurden
15 g Hydrobromid des N-Iminobiotinyl-N'-methacroyltrimethylenamids
(der Verbindung C) erhalten (Ausbeute: 42 %).
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Die
NMR-Analyse zeigte ganz klar das Vorliegen des Hydrobroms der Zielverbindung
C (in DMSO).
NH, NH:2H, d, δ 8,0-8,2,
CONH:2H, br.s, δ 7,9,
=NHxHBr:2H, s, δ 7,5,
H2, H3:2H, s, δ 5,6, δ 5,3, 3a,
6a:2H, br.d, δ 4,2,
CH2:4H, s, δ 3,0, 6α, 6β:2H, multi, δ 2,8, 4H:1H, multi, δ 2,6, COCH2:2H, br.s, δ 2,1, CH3:3H, δ 1,8, CH2:8H, δ 1,2-1,5
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Beispiel 4*
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Synthese von Biotinolacrylat
(Verbindung D)*
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4-1) Synthese von Biotinol
(Verbindung iv) aus Biotin:
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Lithiumaluminiumhydrid
(1,96 g, 51,64 mmol) wurde zu 250 mL entwässertem Ether in Anteilen gegeben,
worauf das Ganze verrührt
wurde. Eine heiße
Lösung,
erhalten durch Auflösen
von 1,96 g (8,02 mmol) Biotin in 50 mL Pyridin, wurde in die Reaktionsmischung
getropft, und das Ganze wurde bei Raumtemperatur 30 min lang gerührt. Nach
Erwärmen
am Rückfluss über 30 min
wurde die Reaktion beendet. Überschüssiges Lithiumaluminiumhydrid
wurde durch Wasser oder dgl. zersetzt. Das Pyridin wurde unter verringertem
Druck entfernt. Zum Rückstand
wurde 6 N Salzsäure
gegeben, um den pH-Wert auf ca. 2 einzustellen. Die Mischung wurde
mit Chloroform extrahiert. Abdestillieren des Lösungsmittels ergab ein weißes Pulver.
Das weiße
Pulver wurde aus Ethanol umkristallisiert, wobei 1,6 mg Biotinol
(Verbindung iv) erhalten wurden (Ausbeute: 85 %).
-
4-2) Synthese von Biotinolacrylat
(Verbindung D) durch die Reaktion von Biotinol (der Verbindung iv)
mit einem Acrylierungsagens:
-
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Nach
Vermischen von 230 mg (1 mmol) Biotinol (Verbindung iv), 2,73 mg
(3 mmol)Triethylamin, 252 mg (2 mmol) Acrylsäureanhydrid, 12,9 mg (0,1 mmol)
Dimethylaminopyridin und von 5 mL Dichlormethan bei Raumtemperatur
wurde die Mischung am Rückfluss
erwärmt.
Die Reaktionsmischung wurde dann mit einer gesättigten wässrigen Lösung von NaHCO3,
mit gesättigter
Kochsalzlösung
und mit Wasser gewaschen. Nach Beendigung der Reaktion wurde die
Reaktionsmischung mit einem Lösungsmittel
extrahiert und dann einer Säulenchromatografie
mit einer Chloroform-Methanol-Mischung als Entwicklungslösungsmittel
unterzogen, wobei 170 mg Biotinolacrylat (Verbindung D) als weißes Pulver
erhalten wurden (Ausbeute: 59 %, die Ausbeute von Biotinolacrylat
aus Biotinmethylester betrug ca. 50 %).
-
Die
Ergebnisse der NMR-Analyse und Massenspektrometrie (MS) zeigten
ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung D.
NMR (in CDCl3) H1, H2, H3: δ 6,4-6,1, H3:1H, d, δ 5,9, NH:1H,
s, δ 5,6, δ 5,1, 6α:1H, multi, δ 4,5, 3a:1H,
tri, δ 4,3,
OCH2:2H, tri, δ 4,1, H4:1H, multi, δ 3,1, 6α:1H, quart, δ 2,9, 6β:1H, d, δ 2,6, CH2:8H, δ 1-1,6
MS-Masse
= 285
-
Beispiel 5*
-
Synthese von Biotinolmethacrylat
(Verbindung E)*
-
Nach
Vermischen von 550 mg (2,3 mmol) Biotinol (Verbindung iv), erhalten
in Beispiel 4, von 1,4 g (7 mmol) Triethylamin (Et3N),
1,6 g (4,6 mmol) Methacrylsäureanhydrid,
60 mg Dimethylaminopyridin und von 4 mL Dichlormethan (Lösungsmittel)
wurde die Mischung am Rückfluss
erwärmt.
Die Reaktionsmischung wurde dann mit einer gesättigten wässrigen Lösung von NaHCO3 gewaschen.
Nach Beendigung der Reaktion wurde die Reaktionsmischung mit Chloroform
extrahiert und dann einer Säulenchromatografie
mit einem Chloroform-Methanol-Lösungsmittelgemisch
unterzogen, wobei 630 mg Biotinolmethacrylat (Verbindung E) als
weißes
Pulver erhalten wurden (Ausbeute: 40 %).
-
Die
Ergebnisse der NMR-Analyse und der Massenspektrometrie (MS) zeigten
ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung E.
NMR (in DMSO)
NH:1H, s, δ 6,4,
NH:1H, s, δ 6,3,
H2, H3:1H, s, δ 6,0-5,6,
6a:1H, multi, δ 4,3,
3a, OCH2:3H, multi, δ 4,1, 6α:1H, quart, δ 3,1, 6β:1H, d, δ 2,8, CH3:3H,
s, δ 1,9,
CH2:8H, δ 1-1,6
MS-Masse
= 300
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Beispiel 6
-
Synthese von Biotinaminacrylamid
(Verbindung F)
-
-
6-1) Synthese von Biotinoltosylat
(Verbindung viii):
-
Bei
0°C wurde
1 g (4,3 mmol) Biotinol (Verbindung iv), erhalten in Beispiel 4,
zu 25 mL trockener Pyridin-Lösung
gegeben, worin 2400 mg (12,6 mmol) p-Toluolsulfonylchlorid vermischt
waren. Die entstandene Mischung wurde dann bei 0°C 15 h lang stehen gelassen.
Nach der Reaktion wurde die Reaktionsmischung in Wasser gegossen
und dann mit Dichlormethan extrahiert. Das Lösungsmittel wurde entfernt,
und es wurden 900 mg Biotinoltosylat (Verbindung viii) erhalten
(Ausbeute: 54 %).
-
6-2) Synthese eines Biotinphthalimidderivats
(der Verbindung ix):
-
In
14 mL entwässertem
Dimethylformamid (DMF) wurden 900 mg (2,3 mmol) oben erhaltenes
Biotinoltosylat (Verbindung viii) gelöst. Zur entstandenen Lösung wurden
481 mg (2,6 mmol) Phthalimid-Kaliumsalz gegeben, und die Mischung
wurde bei 60°C
20 h lang erwärmt.
Nach Beendigung der Reaktion wurde Wasser zugegossen, um das Phthalimidderivat
auszufällen.
Das Derivat wurde durch Filtrat gesammelt und getrocknet, wobei
570 mg Biotinphthalimidderivat (Verbindung ix) erhalten wurden (Ausbeute:
68 %).
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6-3) Synthese von Biotinamin
(der Verbindung x):
-
Hydrazin-Monohydrat
(626 mg) wurde zu Methanol in Anteilen gegeben (um eine 0,5 M MeOH-Lösung zu
ergeben), und es wurden dann des Weiteren 570 mg oben erhaltenes
Biotinphthalimidderivat (Verbindung ix) zugegeben. In einer Stickstoff-Atmosphäre wurde
die Mischung bei 40°C
20 h lang zur Reaktion gebracht, wobei 411 mg ungereinigtes Biotinamin
(BiNH2) (Verbindung x) erhalten wurden (Ausbeute:
ca. 100 %).
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6-4) Synthese von Biotinaminacrylamid
(Verbindung F):
-
In
4 mL Dimethylformamid (DMF, Lösungsmittel)
wurden 133 mg, (0,5 mmol) Biotinamin-Hydrochlorid, erhalten durch
die Reaktion des oben beschriebenen Biotinamins (der Verbindung
x) mit Salzsäure,
und 36 μL (0,5
mmol) Acrylsäure
gelöst.
Die entstandene Lösung
wurde bei 0°C
gehalten und dann gerührt.
In die Reaktionsmischung wurden 165 μL (0,6 mmol) Diphenylphosphorylazid
(DPPA) getropft, und die Mischung wurde bei 0°C gehalten. Eine Lösung, erhalten
durch Auflösen
von 208 μL
(1,5 mmol) Triethylamin in 1 mL DMF, wurde zugetropft, und die Mischung
wurde bei 0°C
2 bis 4 h lang gerührt.
-
Die
Reaktionsmischung wurde bei Raumtemperatur stehen gelassen, und
die Reaktion wurde über Nacht
fortgesetzt. Nach Beendigung der Reaktion wurden das DMF abdestilliert
und der Rückstand
mit Chloroform extrahiert. Die Chloroform-Schicht wurde dann mit
1 N Salzsäure,
NaHCO3 und mit Wasser gewaschen. Das Lösungsmittel
wurde dann beseitigt. Der Rückstand
wurde in einer DMF-n-Hexan-Lösungsmittelmischung gelöst, wobei
40 mg Biotinaminacrylamid (Verbindung F) (Ausbeute: 25 %) als Niederschlag
erhalten wurden.
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Die
Ergebnisse der NMR-Analyse und der Massenspektrometrie (MS) zeigten
ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung F.
NMR (in DMSO)
CONH:1H, s, δ 7,9,
H1, H2, H3:3H, multi, δ 7,5-6,9,
NH, NH:1H, s, δ 6,4, δ 6,3, 6a:1H,
multi, δ 4,3,
3a:1H, multi, δ 4,1,
CONHCH2, H4:H3, multi, δ 3,5-3,0, 6α:1H, quart, δ 2,8, 6β:1H, d, δ 2,5, CH2:8H, δ 1-1,6
MS-Masse
= 284
-
Beispiel 7
-
Synthese von Biotinaminmethacrylamid
(Verbindung G)
-
In
5 mL DMF (Lösungsmittel)
wurden 100 mg (0,38 mmol) Biotinamin-Hydrochlorid und 38 μL (0,43 nmol)
Methacrylsäure
gelöst.
Die entstandene Lösung
wurde bei 0°C
gehalten und dann gerührt.
In die Reaktionsmischung wurden 130 μL (0,5 mmol) DPPA getropft,
und die Mischung wurde bei 0°C
gehalten. Eine Lösung,
erhalten durch Auflösen
von 156 μL
(1,1 mmol) Triethylamin in 1 mL DMF, wurde zugetropft, und die Mischung
wurde 2 bis 4 h lang bei 0°C
gerührt.
Die Reaktionsmischung wurde bei Raumtemperatur stehen gelassen,
und die Reaktion wurde danach fortgesetzt. Nach Beendigung der Reaktion
wurde das DMF unter verringertem Druck abdestilliert. Der Rückstand
wurde in Chloroform gelöst.
Die Chloroform-Schicht wurde mit 1 N Salzsäure, NaHCO3 und
mit Wasser gewaschen. Das Lösungsmittel
wurde dann entfernt. Der Rückstand wurde
in einem THF-n-Hexan-Lösungsmittelgemisch
behandelt, wobei 40 mg Biotinaminmethacrylamid (Verbindung G) als
Niederschlag erhalten wurden (Ausbeute: 35 %).
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Die
Ergebnisse der NMR-Analyse und der Massenspektrometrie (MS) zeigten
ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung G.
CONH:1H, s, δ 7,9, H1,
H2, H3:3H, multi, δ 7,5-6,9,
NH, NH:1H, s, δ 6,4, δ 6,3, 5a:1H,
multi, δ 4,3,
3a:1H, multi, δ 4,1,
CONHCH2, H4:3H, multi, δ 3,5-3,0, 6α:1H, quart, δ 2,8, 6β:1H, D, δ 2,5, CH2:6H, δ 1-1,6
MS-Masse
= 299
-
Beispiel 8
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Synthese von Norbiotinaminacrylamid
(Verbindung H)
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In
3 mL Dimethylformamid (DMF, Lösungsmittel)
wurden 125 mg (0,5 mmol) Norbiotinamin-Hydrochlorid (Produkt von
Merck & Co.,
Inc.) und 36 μL
Acrylsäure
gelöst.
Die entstandene Lösung
wurde bei 0°C
gehalten und gerührt.
In die Reaktionsmischung wurden 165 μL (0,06 mmol) Diphenylphosphorylazid
(DPPA) getropft, und die Mischung wurde bei 0°C gehalten. Eine Lösung, erhalten
durch Auflösen
von 208 μL
(1,5 mmol) Triethylamin in 1 mL DMF, wurde zugetropft, und die Mischung
wurde bei 0°C
2 bis 4 h lang gerührt.
-
Die
Reaktionsmischung wurde bei Raumtemperatur gehalten und über Nacht
zur Reaktion gebracht. Nach Beendigung der Reaktion wurde das DMF
abdestilliert. Der Rückstand
wurde mit Chloroform extrahiert. Die Chloroform-Schicht wurde dann
mit 1 N Salzsäure,
NaHCO3 und mit Wasser gewaschen, worauf
das Lösungsmittel
entfernt wurde. Der Rückstand
wurde in einem THF-n-Hexan-Lösungsmittelgemisch
behandelt, wobei 30 mg Norbiotinaminacrylamid (Verbindung H) als
Niederschlag erhalten wurden (Ausbeute: 20 %).
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Die
Ergebnisse der NMR-Analyse zeigen ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung
H (in DMSO).
NMR (in DMSO) CONH:1H, s, δ 7,8, NH, NH:1H, s, δ 6,4, δ 6,3, H1,
H2:1H, s, δ 5,6, δ 5,3, 6a:1H,
multi, δ 4,3, 3a:1H,
multi, δ 4,1,
CONHCH2, H4:3H, multi, δ 3,5-3,0, 6α:1H, quart, δ 2,8, 6β:1H, d, δ 2,5, CH3:3H, δ 1,8, CH2:8H, δ 1-1,6
-
Beispiel 9
-
Synthese von Norbiotinaminmethacrylamid
(Verbindung J)
-
In
3 mL DMF (Lösungsmittel)
wurden 94 mg (0,38 mmol) Norbiotinamin-Hydrochlorid und 38 μL (0,43 mmol)
Methacrylsäure
gelöst.
Die entstandene Lösung
wurde bei 0°C
gehalten und gerührt.
DPPA (130 μL, 0,5
mmol) wurden dann in die Reaktionsmischung getropft, und die Temperatur
wurde bei 0°C
gehalten. Eine Lösung,
erhalten durch Auflösen
von 156 μL
(1,1 mmol) Triethylamin in 1 mL DMF, wurde des Weiteren zugetropft,
und die Mischung wurde 2 bis 4 h lang bei 0°C gerührt. Die Reaktionsmischung
wurde bei Raumtemperatur gehalten und über Nacht zur Reaktion gebracht.
Nach Beendigung der Reaktion wurde das DMF entfernt. Der Rückstand
wurde mit Chloroform extrahiert. Die Chloroform-Schicht wurde mit
1 N Salzsäure,
NaHCO3 und mit Wasser gewaschen, worauf
das Lösungsmittel
entfernt wurde. Der Rückstand
wurde in einem THF-n-Hexan-Lösungsmittelgemisch
behandelt, wobei 30 mg Norbiotinaminmethacrylamid (Verbindung J)
als Niederschlag erhalten wurden (Ausbeute: 30 %).
-
Die
Ergebnisse der NMR-Analyse zeigten ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung
J (in DMSO).
CONH:1H, s, δ 7,8,
NH, NH:2H, d, δ 6,4,
H1, H2:1H, s, δ 5,6, δ 5,3, 6a:1H,
multi, δ 4,3,
3a:1H, multi, δ 4,1, CONHCH2, H4:3H, multi, δ 3,5-3,0, 6α:1H, quart, δ 2,8, 6β:1H, d, δ 2,5, CH3:3H, δ 1,8, CH2:6H, δ 1-1,6
-
Beispiel 10
-
Synthese von Biotinolmethacroylcarbamat
(Verbindung K)*
-
In
20 mL Methylenchlorid wurden 266 mg Methacroylisocyanat (Verbindung
vii) gelöst.
Die Lösung wurde
bei 0°C
gehalten. Eine Methylenchlorid-Lösung,
enthaltend 500 mg Biotinol, wurde dann in Anteilen zugetropft. Die
Mischung wurde 1 h lang und dann bei Raumtemperatur 10 h lang gerührt.
-
Nach
Beendigung der Reaktion wurden 30 mL gesättigte wässrige Natriumbicarbonat-Lösung zugegeben,
worauf mit Chloroform extrahiert wurde. Aus der Chloroform-Schicht
wurde das Lösungsmittel
unter verringertem Druck abdestilliert. Der Rückstand wurde an einer Kieselgel-Säule chromatografiert.
Die so erhaltene rohe Zielverbindung wurde aus Isopropanol umkristallisiert,
wobei 120 mg Biotinolmethacroylcarbamat (Verbindung K) erhalten
wurden (Ausbeute: 16 %).
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Die
Ergebnisse der NMR-Analyse zeigten ganz klar das Vorliegen der Zielverbindung
K.
CONHCO:1H, s, δ 8,4-8,5,
NH:1H, s, δ 6,2,
H2, H3:1H, s, δ 5,8, δ 5,6, NH:1H,
s, δ 5,5,
6a:1H, multi, δ 4,5, 3a:1H,
multi, δ 4,3,
OCH2:2H, tri, δ 4,2 4H:1H, multi, δ 3,2, 6α:1H, quart, δ 2,9, 6β:1H, d, δ 2,7, CH3:3H, s, δ 1,9,
CH2:8H, δ 1,2-1,7
-
Die
Protonen der oben beschriebenen NMR-Daten sind wie folgt angegeben:
-
-
- (Im Fall des Amids ist das Sauerstoffatom durch NH ersetzt)
-
Beispiele 11 bis 15*
-
Synthese von Acrylamid/Biotinolacrylat-Copolymeren
-
Acrylamid
(710 mg), 142 mg Biotinolacrylat (Verbindung B)*, 10 mL Dimethylsulfoxid
und 8,5 mg 2,2'-Azobis(2,4-dimethylvaleronitril)
wurden vermischt und dann in einer Stickstoffgas-Atmosphäre entlüftet. Die
Temperatur wurde stufenweise angehoben, und bei 45°C wurde die
Reaktion 2 bis 3 h lang unter Rühren durchgeführt. Schließlich wurde
die Temperatur auf ca. 65°C
angehoben, und es wurde die Reaktion beendet. Einige mL Lösungsmittel
(Dimethylsulfoxid) wurden zum Reaktionssystem gegeben. Die Zugabe
der entstandenen Mischung zu Ethanol verursachte eine Ausfällung (Ausbeute:
mindestens 95 %). Nach Trocknen des Niederschlags wurde dieser in
Wasser gelöst
und dann dialysiert. Durch Entfernen des Wassers wurde die Reinigung
des Polymers beendet.
-
Die
Ergebnisse von Polymeren, enthalten durch Polymerisation von Acrylamid
und Biotinolacrylat, beaufschlagt mit variierten Verhältnissen
(Molverhältnissen)
in der Gegenwart von entweder 1 oder 2 Initiatoren) (Verwendung
von Azobisisobutyronitril anstatt des oben beschriebenen Initiators
2,2'-Azobis(2,4-dimethylvaleronitril);
die Unterschiede bestehen bei der Reaktionstemperatur und beim Molekulargewicht),
sind in Tabelle-2 angegeben:
-
-
Das
Molekulargewicht wurden mit "G4000PW" von TOSO gemessen.
Physiologische
Kochsalzlösung:
Die Durchlässigkeit
wurde in physiologischer Kochsalzlösung gemessen.
Wasser:
Die Durchlässigkeit
wurde in destilliertem Wasser gemessen.
Beaufschlagungsverhältnis: Molverhältnis
-
Die
Polymerisationstemperatur betrug 45 bis 65°C in der Gegenwart von 2,2'-Azobis(2,4-dimethylvaleronitril).
-
Die
Polymerisationstemperatur betrug 80°C in der Gegenwart von Azobisisobutyronitril.
Konzentration
der Lösung,
verwendet zur Durchlässigkeitsmessung
in Beispiel 11 oder 12: 6 mg/mL
Konzentration der Lösung, verwendet
zur Durchlässigkeitsmessung
in Wasser in Beispiel 13: 10 mg/mL
Konzentration der Lösung, verwendet
zur Durchlässigkeitsmessung
in physiologischer Kochsalzlösung
in Beispiel 13: 6 mg/mL
Konzentration der Lösung, verwendet zur Durchlässigkeitsmessung
in Beispiel 14: 22,4 mg/mL
Konzentration der Lösung, verwendet
zur Durchlässigkeitsmessung
in Beispiel 15: 6 mg/mL
| AAm:
Acrylamid | BA:
Biotinolacrylat |
-
Die
NMR-Daten (in DMSO) des Acrylamid/Biotinolacrylat-Copolymers (Beaufschlagungsmolverhältnis: 20:1)
werden wie folgt angegeben:
4 Peaks: δ 7,5-6,5, s: δ 6,4, s: δ 4,3, s: δ 4,1, s: δ 3,1, breit: δ 2,8, breit: δ 2,1, breit: δ 1,5-1,3
-
Die
Peaks der obigen Copolymeren waren trotz der veränderten Beaufschlagungsverhältnisse
(Molverhältnisse) ähnlich.
Das Homopolymer von Biotinolacrylat zeigte Peaks an ähnlichen
Stellen wie das Copolymer mit der Ausnahme von ca. 1 Peak bei δ 7,5 bis
6,5.
-
Die
Beziehung zwischen der Temperatur und der Durchlässigkeit bei Erwärmen und
Abkühlen
mittels UCST (Copolymer-Konzentration:
10 mg/mL) des Acrylamid/Biotinolacrylat-Copolymers (Beaufschlagungsmolverhältnis =
20:1) in Wasser und die Abweichungen der Durchlässigkeit (bei Abkühlung) eines
Copolymers, das Avidin in physiologischer Kochsalzlösung erkannt
hat, bezogen auf die Abweichungen beim Avidin-Erkennungsvermögen des
Acrylamid/Biotinolacrylat-Copolymers
(Beaufschlagungsverhältnis:
20) in physiologischer Kochsalzlösung
(Copolymer-Konzentration: 6 mg/mL), und die UCST (lediglich die
Durchlässigkeit
bei Abkühlung)
wurden gemessen.
-
Die
Abweichungen der LCST (bei Abkühlung)
eines N-Isopropylacrylamid/Biotinol-Acrylat-Copolymers durch die
Zugabe von Avidin legen es nahe, dass die Zugabe von Avidin zu einer
wässrigen
Lösung,
die das Copolymer enthält,
die Änderung
seiner Durchlässigkeit
absenkt und die Löslichkeit
des Polymers erhöht.
-
Es
ist somit herausgefunden worden, dass ein Copolymer, das das Biotinmonomer
der Erfindung als Copolymerkomponente enthält, charakteristische Eigenschaften
als Temperaturreizempfindliches Material aufweist.
-
Beispiel 16*
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Synthese von Biotin-immobilisiertem
Poly(N-isopropylacrylamid)
-
In
einen 300 mL Kolben wurden 0,488 g N-Isopropylacrylamid, 0,159 g
N-Methacroyl-N'-biotinylpropylendiamin
und 94 mL destilliertes Wasser gegeben. Die entstandene Mischung
wurde gründlich
bei Raumtemperatur gerührt.
Zu der Reaktionsmischung wurden 0,1 g Kaliumpersulfat gegeben, und
es wurde das Ganze bei Raumtemperatur 6 h lang gerührt. Die
Reaktionsmischung wurde 24 h lang dialysiert, wobei eine biotinylierte
Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung
mit LCST erhalten wurde. Als Messergebnis wies die entstandene Lösung eine
untere kritische Lösungstemperatur
(LCST) von 31°C
auf. Diese LCST verändert
sich sogar in physiologischer Kochsalzlösung oder in einem 100 mM Phosphat-Puffer
(pH = 7,0) nur kaum. Das auf die LCST oder darüber erwärmte Polymer zeigte ein deutlich
hohes Aggregationsvermögen
und fiel am Boden aus. Das Polymer wurde durch Abgießen gesammelt.
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Die
LCST wurde aus der Durchlässigkeit
von sichtbarem Licht bestimmt.
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Beispiel 17*
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Abtrennung
von Avidin aus wässriger
Lösung
-
Nach
50 μL der
wässrigen
Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung,
erhalten in Beispiel 16, wurden 50 μL 1,0 %ige Avidin-Lösung, 100 μL 1,0 M Natriumphosphat-Puffer
(pH = 7,0) und 800 μL
destilliertes Wasser gründlich
in einem Testrohr vermischt, und das Testrohr wurde in Eiswasser
gegeben, um die Temperatur der Lösung
auf die LCST oder darunter einzustellen. Das Aggregat wurde durch
Abgießen
gesammelt. Nach Modifikation von 100 μL Überstand mit SDS wurde das
Verschwinden der Avidin entsprechenden Bande aus dem Überstand
durch SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese (SDS-PAGE) bestätigt.
-
Beispiel 18*
-
Spezifische
Abtrennung von Avidin aus Eiweiß
-
Nach
50 μL in
Beispiel 16 erhaltener Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung mit
LCST wurden 50 μL
1,0 %ige Avidin-Lösung, 100 μL 1,0 M Natriumphosphat-Puffer
(pH = 7,0), 450 μL
destilliertes Wasser und 400 μL 2,5
%ige Eiweiß-Lösung gründlich in
einem Testrohr vermischt, und das Testrohr wurde in Eiswasser gegeben, um
die Temperatur der Lösung
auf die LCST oder darüber
einzustellen. Das Aggregat wurde durch Abgießen gesammelt. Nach Modifikation
von 100 μL Überstand
mit SDS wurde das Verschwinden der Avidin entsprechenden Bande aus
dem Überstand
durch SDS-PAGE bestätigt.
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Beispiel 19*
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Immobilisierung von avidiniertem
Enzym an Biotinimmobilisiertem Poly(N-isopropylacrylamid)
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Die
in Beispiel 16 erhaltene wässrige
Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung
(100 μL),
1000 μL
im Handel erhältliche
avidinierte Peroxidase-Lösung
(1 mg/mL), 100 μL
1,0 M Natriumphosphat-Puffer (pH = 7,0) und 700 μL destilliertes Wasser wurden
gründlich
vermischt. Die entstandene Lösung
wurde abgekühlt,
und das Aggregat wurde durch Abgießen gesammelt. Nach Entfernen
von 1900 μL Überstand
wurden 1900 μL
0,1 M Phosphat-Puffer (pH = 7,0) zugegeben, wodurch eine wässrige Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung mit
daran immobilisierter avidinierter Peroxidase mit LCST zubereitet
wurde. Diese Lösung
zeigte Löslichkeit
bei Temperaturen, die nicht über
der LCST lagen, und Aggregation bei LCST oder darüber. Die
Temperatur der Lösung
wurde in einem Thermostat abgeändert,
und es wurden Vorgänge
wie Auflösen,
Aggregation und Abgießungsgewinnung
durchgeführt.
Die Peroxidase-Aktivität jedes Überstands
wurde mit dem unten beschriebenen Peroxidase-Aktivitätsmessverfahren
gemessen. Jedes Mal nach dem Sammeln durch Abgießen wurden 1900 μL Überstand
entfernt und 1900 μL
0,1 M Phosphat-Puffer (pH = 7,0) statt dessen zugegeben.
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(Peroxidase-Aktivitätsmessverfahren)
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In
der Zelle eines Absorptiometers wurden 100 μL 100 mM Wasserstoffperoxid,
50 mM Phenol, 100 μL
50 mM 4-Aminoantipyrin, 100 μL
1,0 M Natriumphosphat-Puffer (pH = 7,0) und 580 μL destilliertes Wasser vorab
vermischt. Zur entstandenen Mischung wurden 20 μL Probe gegeben. Nach erneuter
gründlicher
Vermischung wurde das entstandene Produkt durch den Anstieg der
Absorption bei 500 nm gemessen. Die oben beschriebene Reaktion wurde
bei 30°C
durchgeführt.
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Die
Messergebnisse der enzymatischen Aktivität der Überstände sind nach Wiederholung
der Aggregations- und Auflösungsvorgänge mit
dem oben beschriebenen Verfahren unten in Tabelle-3 angegeben. Die enzymatische
Aktivität
wurde durch eine spezifische Aktivität ausgedrückt, bezogen auf die Aktivität bei der ersten
Auflösung,
die auf 100 festgelegt wurde.
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Diese
Ergebnisse legen es nahe, dass die an Poly(N-isopropylacrylamid)
immobilisierte avidinierte Peroxidase bei wiederholter Auflösung und
Aggregation zusammen mit Poly(N-isopropylacrylamid)
und sogar bei dieser Wiederholung ihre Aktivität nicht einbüßte.
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Beispiel 20*
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Immobilisierung eines
biotinylierten Enzyms an avidiniertem Poly(N-isopropylacrylamid)
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Ein
avidiniertes Poly(N-isopropylacrylamid), dessen Avidin 3 freie Biotin-Bindungsstellen
aufwies, wurde wie folgt erhalten. Nach Zugabe von 500 μL 1,0 %iger
Avidin-Lösung,
100 μL 1,0
M Natriumphosphat-Puffer (pH = 7,0) und von 350 μL destilliertem Wasser zu 50 μL in Beispiel
1 erhaltener wässriger
Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung
und gründlicher
Vermischung in einem Testrohr wurde das Testrohr in einen Thermostat von
40°C gegeben,
um die Temperatur der Lösung
auf die LCST oder darüber
einzustellen. Das Aggregat wurde durch Abgießen gesammelt, wobei ein avidiniertes
Poly(N-isopropylacrylamid) erhalten wurde, dessen Biotin-Bindungsstellen
im Unterschied zu den an das Polymer gebundenen frei waren. Die
entstandene wässrige Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung (100 μL), 1000 μL im Handel
erhältliche
biotinylierte Peroxidase-Lösung
(1 mg/mL), 100 μL
1,0 M Natriumphosphat-Puffer
(pH = 7,0) und 700 μL
destilliertes Wasser wurden gründlich vermischt.
Die entstandene Lösung
wurde abgekühlt,
und daraus wurde das Aggregat durch Abgießen gesammelt. Nach Entfernen
von 1900 μL Überstand
wurden 1900 μM
0,1 M Phosphat-Puffer (pH = 7,0) statt dessen zugegeben, wodurch
avidiniertes Poly(N-isopropylacrylamid) mit daran immobilisierter
biotinylierter Peroxidase zubereitet wurde. Wie in Beispiel 19 wurden
Auflösung,
Aggregation und Sammeln mit diesem Poly(N-isopropylacrylamid) wiederholt.
Die Messergebnisse der enzymatischen Aktivität jedes Überstands sind unten in Tabelle-4
angegeben. Die enzymatische Aktivität wurde durch die spezifische
Aktivität
ausgedrückt,
bezogen auf die Aktivität
bei der ersten Auflösung,
die auf 100 festgelegt wurde.
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Diese
Ergebnisse legen es nahe, dass die am Poly(N-isopropylacrylamid)
gebundene biotinylierte Peroxidase mit daran immobilisiertem Avidin
bei wiederholter Auflösung
und Aggregation zusammen mit Poly(N-isopropylacrylamid) und sogar
durch diese Wiederholung ihre Aktivität nicht einbüßte.
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Beispiel 21*
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Immobilisierung von molekularem
Chaperon an Poly(N-isopropylacrylamid)
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Das
im Handel erhältliche
biotinylierte Wärmeschock-Protein "HSP70" wurde gründlich mit
einem 100 mM Natriumphosphat-Puffer
(pH = 7,0) vermischt. Nach Modifikation eines 5 μL Anteils der entstandenen Mischung
wurde die Bande des HSP70 durch SDS-PAGE bestätigt. Zur Mischung wurden 50 μL in Beispiel
20 erhaltene wässrige
Lösung
des avidinierten Poly(N-isopropylacrylamids) gegeben, dessen Biotin-Bindungsstellen im
Unterschied zu den am Polymer gebundenen noch frei geblieben waren.
Nach gründlicher
Vermischung wurde die Lösung
wie in Beispiel 17 erwärmt,
um die vorliegende Verbindung zu aggregieren. Die Verbindung wurde
durch Abgießen
gesammelt, und das HSP70 des Überstands
wurde mit SDS-PAGE bestätigt. Als
Ergebnis wurde kein HSP70 aus dem Überstand beobachtet, was dessen
Bindung an das Avidin nahelegt, das am Poly(N-isopropylacrylamid)
immobilisiert wurde.
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Beispiel 22*
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Abtrennungs- und Aufkonzentrierungsverfahren
von Mikroorganismen
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Ein
im Handel erhältlicher
biotinylierter Salmonella-Antikörper wurde
an Poly(N-isopropylacrylamid) wie in Beispiel 19 immobilisiert.
Die Immobilisierung wurde durch SDS-PAGE bestätigt. Zu 20 mL einer bakteriellen
Suspension, die auf 1 Zelle/mL Salmonella-Bakterien eingestellt
war, wurde 1 mL der entstandenen wässrigen Poly(N-isopropylacrylamid)-Lösung gegeben.
Nach gründlichem
Rühren
wurde die Lösung
wie in Beispiel 16 erwärmt,
um Poly(N-isopropylacrylamid) zu aggregieren. Das Aggregat wurde
durch Abgießen
gesammelt, und der Überstand
wurde entnommen, und es wurde 1 mL Lösung erhalten. Die entstandene
Lösung,
die vorab sterilisiert wurde, wurde zu 20 mL Hirn-Herz-Infusionsagarmedium
gegeben, das vorab bei 50°C
inkubiert worden war. Nach sofortiger Vermischung wurde die Mischung
auf einer Petri-Schale ausgebreitet und abgekühlt, bis sich das Agarmedium
verfestigte. Bei 37°C
wurde 48 h lang inkubiert. Die Ergebnisse der Kolonie-Zahl nach
48 h sind unten in Tabelle-5 angegeben. Die oben beschriebenen Vorgänge und
Abläufe wurden
alle auf einer reinen Bank durchgeführt. Zum Vergleich wurde die
Schale-Zahl in 1 mL der bakteriellen Suspension, die vorher zuerst
eingestellt worden war, in gleicher Weise ohne die Zugabe von Poly(N-isopropylacrylamid)
gemessen.
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Aus
diesen Ergebnissen war ersichtlich, dass die Salmonella-Bakterien durch die
Zugabe des erfindungsgemäßen Poly(N-isopropylacrylamids)
auf konzentriert und angereichert wurden.
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Beispiel 23*
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Immobilisierung von Nucleinsäure an Poly(N-isopropylacrylamid)
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Zu
500 μL (50
bis 1000 bp) im Handel erhältlichen
Biotinmarkierten DNA-Fragmenten wurden 450 μL destilliertes Wasser und 50 μL der in
Beispiel 20 hergestellten wässrigen
Lösung
des avidinierten Poly(N-isopropylacrylamids) gegeben, dessen Biotin-Bindungsstellen
anders als die mit dem Polymer gebundenen noch frei geblieben waren.
Nach gründlicher
Vermischung wurde die Lösung
wie in Beispiel 17 erwärmt,
um Poly(N-isopropylacrylamid) zu aggregieren. Das Aggregat wurde
durch Abgießen
gesammelt. Eine Agarosegel-Elektrophorese der DNA-Fragmente im Überstand
legte es nahe, dass jedes der DNA-Fragmente an Poly(N-isopropylacrylamid)
gebunden wurde. Ein ähnlicher
Test wurde für
RNA durchgeführt,
und es wurde die Bindung an Poly(N-isopropylacrylamid) bestätigt.
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Industrielle
Anwendbarkeit
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Die
in der Erfindung verwendeten polymerisierbaren Biotinderivate (Biotinmonomere)
weisen eine gute und hohe Polymerisierbarkeit auf, so dass die Verwendung
dieser Monomeren die Herstellung von eine Biotin-Komponente enthaltenden
Polymerderivaten erleichtert, die auf vielen Gebieten verwendbar
sind. Insbesondere ermöglicht
die Copolymerisation des Biotinmonomers mit einem weiteren Monomer
die Synthese oder den Entwurf eines Polymers, das dann mit den Funktionen
beider Monomere ausgerüstet
wird. Durch die Auswahl entsprechend geeigneter Copolymerkomponenten
oder Additive unter Nutzung des Wirkvermögens der Biotinkomponente,
die sich aus einer Biotin-Avidin-Affinität ergibt, werden die Synthese
oder der Entwurf verschiedener poly- oder multifunktionaler Polymerer
ermöglicht,
die eine breite Nutzungs- und Anwendungsvielfalt aufweisen.
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Beispielsweise
weist ein Copolymer aus dem Biotinmonomer und aus Acrylamid- oder
Methacrylamid eine UCST sowohl jeweils in einer wässrigen
Lösung
als auch in einer physiologischen Kochsalzlösung auf, so dass das Copolymer
als interessantes Reiz-empfindliches Material zu dienen vermag.
Ein Copolymer aus dem Biotinmonomer und einem hochmolekularen Monomer,
welches eine LCST zeigt und ergibt, weist eine deutlich hohe Aggregationskraft
bei der LCST oder darüber
auf, so dass Reaktionen in einem einheitlichen System in wässriger
Lösung
durchgeführt
werden und nach Beendigung der Reaktionen ein Ligand-immobilisiertes
Polymer, das durch Erwärmen
aggregiert wurde, sofort und unmittelbar durch Filtration gesammelt
werden kann.
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Durch
Verwendung der thermo-reaktiven Polymeren der Erfindung wird es
ermöglicht,
ausgezeichnete Trennmittel, Testmittel, immobilisierte Enzyme und
Denaturierungsmittel für
denaturierte Proteine zu erhalten.
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Die
polymerisierbaren Biotinderivate der Erfindung sind Monomere zur
Verwendung als hochmolekulares Material, das eine Biofunktion aufweist,
und sie können
in breitem Umfang für
Immunoassayverfahren, Biosensoren, DNA-Verfahrensabläufe, Trennmaterialien
und für
klinische Therapieverfahren eingesetzt und angewandt werden. Dies
ist der Tatsache zuzuschreiben, dass Biotin selbst ein biofunktionales Material
mit der Befähigung
zum Erkennen von nicht nur dem Avidin-Molekül, sondern auch vieler Antikörper und
von Kollagen ist. Beispielsweise kann eine Sandwich-Struktur, die
darin eingebrachtes Avidin aufweist, auf den verschiedensten Gebieten
zur Anwendung gelangen.
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Die
Polymerverbindung, die mit dem polymerisierbaren Biotin der Erfindung
erhalten wird, kann industriell produziert werden, und deren Wirtschaftlichkeit
und Leistungsvermögen
sind ausgezeichnet.