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In
der äußeren Strahlentherapie
werden zur Bestrahlung von Krebsgewebe im Körper eines Patienten konvergierende
Strahlenbündel
eingesetzt.
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Die
Tomotherapie ist eine Art äußere Strahlentherapie,
in der die Strahlenquelle auf einem in einer einzigen Ebene um eine
durch den Patienten verlaufende Achse drehenden Träger platziert
ist. Der Patient kann während
der Rotation über
die Ebene umgelagert werden, um zwischen dem Patienten und einem
Punkt auf dem Träger
eine spiralförmige
Relativbewegung zu erzeugen. Während
dieser Rotation wird das Strahlenbündel durch einen Lamellen-Kollimator
(MLC) oder einen anderen Modulator moduliert und dadurch in unabhängig voneinander
steuerbare Strahlen geteilt. Durch die Steuerung der Intensität jedes
einzelnen Strahls in Abhängigkeit
des Trägerwinkels
kann die Strahlungsdosis in willkürliche Querschnittsbereiche
innerhalb des Körpers
genau abgegeben werden. Verfahren zur Herstellung und zum Betreiben
derartiger Tomotherapie-Einrichtungen sind in den US-Patentschriften
5,317,636 und 5,548,627 beschrieben.
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Aufgrund
der durch die Tomotherapie gegebenen Möglichkeit, eine Strahlendosis
genau zu applizieren, ist es wichtig, ein exaktes Bild des Behandlungsbereichs
zu erzielen und den Patienten während
der Behandlung mit Genauigkeit zu lagern. Das US Patent 5,724,400
beschreibt ein kombiniertes Gerät
zur Computertomographie (CT) und zur Tomotherapie, das in der Lage
ist, sowohl ein Bild anzufertigen als auch den Patienten genau zu
registrieren.
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Bei
der CT durchdringt ein flaches Bündel Röntgenstrahlen
mit einer Energie im Bereich von kV den Patienten bei verschiedenen
Winkeln des Trägers
in einer Weise, die sehr der Tomotherapie ähnelt, wobei die Strahlenbündel jedoch
nicht durch einen MLC moduliert werden. Körperstrukturen schwächen die
Strahlen ab, wobei diese Schwächung durch
einen Detektor erfasst wird. Ein Querschnittsbild kann aufgrund
von „Projektionen" von Strahlenschwächungswerten
bei jedem Winkel, den der Träger
einnimmt, über
einen Trägerwinkelbereich
rekonstruiert werden, der den „tomographischen
Projektionssatz" definiert.
Der tomographische Projektionssatz umfasst typischerweise Strahlen,
die die gesamte Breite des Patienten über mindestens 180° Trägerwinkel
bestrahlen. Eine Bildrekonstruktion aufgrund von weniger als einem
tomographischen Projektionssatz kann zu großen Bildartefakten führen, die
wichtige Körperstrukturen
abdunkeln.
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Während die
bei der normalen CT eingesetzten Röntgenstrahlen im Kilovoltbereich
eine sehr viel geringere Energie haben als die, die bei der Strahlentherapie
verwendet werden, ist es bekannt, dass zur Bildkonstruktion die
gleichen Röntgenstrahlen
im Megavoltbereich verwendet werden können, wie bei der Strahlentherapie.
Auf diese Weise kann auf eine separate Strahlenquelle für Röntgenstrahlen
im Kilovoltbereich verzichtet werden. Megavoltbilder haben weiterhin
den Vorteil, dass sie die eigentliche Absorption der Strahlung im
Megavoltbereich durch die Körperstrukturen
besser darstellen, so dass diese Bilder für die Behandlungsplanung und
die Verifizierung der Strahlendosis wesentlich besser sind. Das
US-Patent 5,673,300 lehrt Verfahren zur Verwendung eines Detektors
mit Röntgenstrahlen
im Megavoltbereich zur Verifizierung der Lage des Patienten und
zur Bewertung der Dosis.
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Dennoch
weist die Verwendung von Röntgenstrahlen
im Megavoltbereich bei der Erzeugung eines CT-Bildes (MVCT) einige
Nachteile auf. Zunächst
erfordert normalerweise die Notwendigkeit, einen kompletten tomographischen
Projektionssatz zu erhalten, das Scannen des Patienten vor der Strahlentherapie.
Dieser vor der Strahlentherapie durchgeführte Scanvorgang verlängert die
gesamte Behandlungszeit und hat zur Folge, dass sich der Patient zwischen
dem Scannen und der Therapie bewegen kann. Durch das vorherige Scannen
wird typischerweise darauf verzichtet, die MVCT-Bilder zur Echtzeit-Korrektur
oder zur Verifizierung zu verwenden. Schließlich erhöht die MVCT mit Hochkontrastauflösung über dem
geforderten tomographischen Projektionssatz die dem Patienten zuzuführende Dosis
erheblich.
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EP 0 382 560 offenbart ein
Gerät nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
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Bei
der vorliegenden Erfindung entfällt
oder reduziert sich die zur Erstellung eines MVCT-Scans zusätzlich benötigte Zeit
und/oder wird die zur Durchführung
einer MVCT benötigte
zusätzliche
Dosis dadurch verringert, dass zumindest ein Teil der CT-Daten während der
Strahlentherapie erhoben werden. Das Problem der Bildartefakte,
das aufgrund der durch die Strahlen der modulierten Strahlentherapie gelieferten
unweigerlich unvollständigen
Projektionen entsteht, wird dadurch überwunden, dass diese „Hochfluss"-Strahlentherapiedaten
durch Niedrigflussdaten ersetzt werden, welche entweder bei einem
vorab durchgeführten
Scan oder während
der Strahlentherapie separat erhoben wurden. Es wird ein tomographischer
Projektionssatz bestehend aus einer Mischung aus Niedrig- und Hochflussdaten
gebildet.
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Durch
die Verwendung von Niedrigflussdaten wird die zur Durchführung einer
MVCT benötigte zusätzliche
Strahlung minimiert, während
der mit der Verwendung von Niedrigflussdaten einhergehende hohe
Rauschbeitrag im Wesentlichen durch die von der Therapie erhaltenen
Hochflussdaten korrigiert werden.
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Insbesondere
schafft nun die vorliegende Erfindung ein Gerät zur kombinierten Bestrahlungstherapie
und tomographischen Bildgebung nach Anspruch 1, das eine Megavolt-Strahlenquelle
hat, von welcher ein aus insgesamt entlang einer Achse gerichteten
Strahlen bestehendes Strahlenbündel
ausgeht. Ein die Strahlenquelle haltender Träger dreht den Achsenwinkel
um das Behandlungsvolumen, und ein Strahlendetektor ist der Strahlenquelle
gegenüberliegend
quer zum Behandlungsvolumen auf dem Träger angeordnet und liefert
Projektionsdaten. Ein Modulator ist zwischen der Strahlenquelle
und dem Behandlungsvolumen positioniert und moduliert den Strahlenfluss.
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Ein
mit dem Modulator kommunizierender elektronischer Rechner steuert
den Modulator dahingehend, dass dieser entsprechend eines Strahlenbehandlungsplans
innerhalb des Behandlungsvolumens selektierte Niedrigfluss-Strahlen
unter selektierten Achsenwinkeln auf den Patienten richtet. Die selektierten
Strahlen und Winkel weisen weniger als den vollständigen tomographischen
Projektionssatz auf und erzeugen somit einen unvollständigen tomographischen
Hochfluss-Projektionssatz. Niedrigfluss-Strahlen werden ebenfalls
innerhalb des Behandlungsvolumens auf den Patienten gerichtet, um Niedrigflussdaten
zu erfassen. Die Niedrigflussdaten werden mit dem unvollständigen tomographischen Hochfluss-Projektionssatz
kombiniert, um somit einen verstärkten
aber vollständigen
tomographischen Projektionssatz zu erzeugen, der dann zu einem Bild rekonstruiert
werden kann.
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Daher
besteht eine Aufgabe der Erfindung darin, für die CT-Bildgebung die in der Strahlentherapie
verwendete Strahlung einzusetzen, obwohl diese für tomographische Zwecke extrem
unvollständig
ist. Die Niedrigflussdaten werden zu den unvollständigen Hochflussdaten
der Strahlentherapie hinzugenommen, sodass ein tomographisches Bild
erzielt wird, ohne dass die an den Patienten abgegebene Gesamtdosis übermäßig erhöht wird.
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Die
gewonnenen Niedrigflussdaten können ein
vollständiger
tomographischer Projektionssatz oder ein unvollständiger tomographischer
Projektionssatz sein.
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Daher
besteht eine weitere Aufgabe der Erfindung darin, bei der Erfassung
der Niedrigflussdaten eine große
Flexibilität
zu ermöglichen.
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In
einer Ausführungsform
ist der Modulator ein Lamellen-Kollimator
mit mehrfachen Lamellen, die geöffnet
oder geschlossen werden können,
um den Durchtritt der Strahlen zuzulassen oder zu verhindern, und
die Niedrigflussdaten werden dadurch erzielt, dass die Strahlen
durch die geschlossenen Lamellen durchgelassen werden.
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Daher
besteht eine weitere Aufgabe der Erfindung darin, ein einfaches
Verfahren zur Erzeugung von Niedrigflussdaten in einem Strahlentherapie-Gerät zu schaffen.
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Die
Lamellen können
für eine
Zeitproportion in den Achsenwinkelinkrementen entsprechend des Strahlenbehandlungsplans
offen sein, um den unvollständigen
tomographischen Hochfluss-Projektionssatz zu erzeugen und der elektronische
Rechner kann das gespeicherte Programm ausführen, um die Zeitproportion
im offenen Zustand nach dem Beginn eines jeden Winkelinkrements
zu positionieren, so dass die Niedrigflussdaten zu Beginn eines
jeden Winkelinkrements erhoben werden können.
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Daher
besteht eine weitere Aufgabe der Erfindung darin, ein einfaches
Mittel zu schaffen, mit dem ein vollständiger tomographischer Projektionssatz
von Niedrigflussdaten in regelmäßigen Abständen während der
eigentlichen Strahlentherapie erzielt werden kann.
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Alternativ
hierzu können
die Niedrigfluss-Strahlen dadurch erzielt werden, dass die Lamellen
geöffnet
werden, so dass Strahlen, die laut dem Strahlenbehandlungsplan nicht
benötigt
werden, durchgelassen werden.
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Daher
ist es eine weitere Aufgabe der Erfindung ein Mittel zu schaffen,
mit dem ein vollständiger tomographischer
Projektionssatz von Niedrigflussdaten erzielt werden kann.
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Der
elektronische Rechner kann das gespeicherte Programm ausführen, um
die Zeitproportion, in der die Lamellen sich im offenen Zustand
befinden, innerhalb eines jeden Winkelinkrements zu zentrieren und
die Niedrigflussdaten können
in der Mitte eines jeden Winkelinkrements erfasst werden. Alternativ
oder zusätzlich
hierzu kann der Rechner den Ablauf der Öffnungs- und Schließvorgänge der
Lamellen entsprechend des Strahlenbehandlungsplans optimieren, wobei
davon ausgegangen wird, dass zur Erzeugung der Niedrigflussdaten
die Lamellen geöffnet
sein müssen.
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Daher
ist es eine weitere Aufgabe der Erfindung, Daten eines tomographischen
Projektionssatzes zu den Zeiten zu erhalten, zu denen die größte Flussmenge
im Zusammenhang mit der Strahlentherapie erfolgt, so dass eine vollständige Projektion
bei geringster zusätzlicher
Dosis erzielt werden kann.
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Der
elektronische Rechner kann ferner eingesetzt werden, um den Modulator
dahingehend zu steuern, dass dieser entsprechend eines Strahlenbehandlungsplans
selektierte Hochfluss-Strahlen unter selektierten Achsenwinkeln
auf das Behandlungsvolumen außerhalb
des Patienten richtet, um so einen normalisierenden unvollständigen tomographischen Hochfluss-Projektionssatz
(„Hochflussaufnahme ohne
Patient") zu erfassen
und Niedrigfluss-Strahlen auf das Behandlungsvolumen außerhalb
des Patienten richtet, um vom Strahlendetektor normalisierende Niedrigflussdaten
zu erfassen („Niedrigflussaufnahme
ohne Patient). Vor dem Kombinieren des unvollständigen tomographischen Hochfluss- Projektionssatzes
mit den Niedrigflussdaten zur Erzeugung des verstärkten tomographischen
Projektionssatzes können
der unvollständige
tomographische Hochfluss-Projektionssatz mit der normalisierenden
unvollständigen
tomographischen Hochfluss-Projektion und die Niedrigflussdaten mit
den normalisierenden Niedrigflussdaten normalisiert werden.
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Daher
ist es eine weitere Aufgabe der Erfindung, Daten von höchst veränderlichen
Flussraten in einem einzigen tomographischen Projektionsbild besser
unterzubringen, ohne extreme Artefakte einzubringen. Die Aufnahmen
ohne Patient liefern gemeinsame Schwächungseinheiten, die zwischen
den Hoch- und den Niedrigflussdaten kombiniert werden können. Umfasst
der Modulator, wie oben beschrieben, Lamellen, die zwischen Zuständen bewegt
werden können,
um den Durchtritt vorgegebener Strahlen zuzulassen oder zu verhindern,
so kann die Lamelle zu einer beliebig vorgegebenen Zeit stationär sein oder
sich bewegen, und die vom Strahlendetektor zur Rekonstruktion erfassten
Daten können
nur dann erzielt werden, wenn die Lamellen stationär sind.
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Die
eingangs erwähnten
sowie weitere Aufgaben und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nun folgenden Beschreibung. Diese Beschreibung nimmt Bezug auf die
beigefügten
Zeichnungen, die Teil derselben sind und eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung beispielhaft darstellen. Derartige Ausführungsformen
und deren besonderen Aufgaben und Vorteile definieren jedoch nicht
den Schutzumfang der Erfindung, welcher den Ansprüchen zu
entnehmen ist.
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1 ist
eine vereinfachte perspektivische Darstellung eines Gerätes zur
Durchführung
einer Tomotherapie, welches geeignet ist, zusammen mit der vorliegenden
Erfindung verwendet zu werden, und das eine ein Strahlenbündel erzeugende
steuerbare Strahlenquelle, einen Lamellen- Kollimator und einen rechnergesteuerten
Detektor, der auf einem Träger
drehbar gelagert ist, aufweist;
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2 ist
eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen Lamellen-Kollimators,
in der unter der Steuerung des Rechners die Bewegung der Lamellen
in das Strahlenbündel
hinein und aus diesem heraus gezeigt wird;
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3 ist
eine polare graphische Darstellung, die einen erweiterten Bewegungsbereich
von drei Lamellen in das Bündel
hinein und aus diesem heraus zeigt, wobei die Öffnung der Lamellen innerhalb
des Winkelinkrements zentriert ist;
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4 ist
eine vereinfachte graphische Darstellung eines Sinogramms zur Steuerung
der Bewegung der Lamellen entsprechend eines Strahlenbehandlungsplans
bei in 3 dargestellten unterschiedlichen Winkelinkrementen
und zeigt eine erweiterte Form, das Öffnen und Schließen einer
Lamelle während
eines Winkelinkrements auf dem Sinogramm und in punktierten Linien
die Zeiten, in denen die Lamellen vom offenen in den geschlossenen Zustand
oder umgekehrt übergehen;
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5 ist
eine Fig. ähnlich
der erweiterten Form in 4 und zeigt das Öffnen und
Schließen von
zwei benachbarten Lamellen während
eines vorgegebenen Winkelinkrements und die Zeiten der Lamellenbewegung
sowie die Erzeugung eines gefensterten Sinogramms, das als zulässige Zeiten
für die Datenerfassung
die Zeiten angibt, in denen alle Lamellen aufgehört haben sich zu bewegen;
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6 ist
eine Figur, die die Stellen der gefensterten Niedrig- und Hochflussdaten
zeigt;
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7 ist
eine vereinfachte Darstellung einer einzelnen beispielhaften Reihe
des 4 gezeigten, gefensterten Sinogramms und zeigt
eine Stelle der Datenerfassung zum Erzielen von Niedrigflussdaten bei
einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform;
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8 ist
eine Fig. ähnlich 7 und
zeigt eine zweite Stelle zum Erzielen einer Mischung aus Niedrig-
und Hochflussdaten nach einer zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform;
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9 ist
eine Fig. ähnlich
den 7 und 8 und zeigt eine dritte Ausführungsform,
bei der die Niedrigflussdaten durch kurzes Öffnen und Schließen aller
Lamellen erzielt werden;
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10 ist
eine Fig. ähnlich
den 7–9 und
zeigt ein Verfahren zum Erzielen von Niedrigflussdaten durch Öffnen aller
Lamellen und durch genaue Steuerung der von der Strahlenquelle ausgehenden
Strahlen gemäß einer
vierten Ausführungsform;
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11 ist
eine Fig. ähnlich
den 7–10 und
zeigt ein Verfahren zum Erzielen von Niedrigflussdaten in einer
fünften
Ausführungsform,
bei der Lamellen, die ansonsten während der Strahlentherapie
geschlossen sind, kurz geöffnet werden;
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12 ist
ein Flussdiagramm und zeigt die Datenerfassung in verschiedenen
Patientenaufnahmen, wie sie in der vorliegenden Erfindung verwendet
werden können,
bei der die Niedrigflussdaten durch während der Strahlentherapie
gewonnene Hochflussdaten ergänzt
werden;
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13 ist
ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Erzielung eines 4 dargestellten
Sinogramms aufgrund eines Strahlenbehandlungsplans unter Einbeziehen
der zur Gewinnung der Niedrigflussdaten im Sinogramm-Optimierungsprozess
erforderlichen Lamellenbewegung; und
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14 ist
eine vereinfachte Darstellung im Aufriss eines CT-Geräts, welches
Grundsätze
der vorliegenden Erfindung verwenden kann, um somit außerhalb
eines Bereichs, der abgebildet werden soll, die Abgabe einer verringerten
Dosis ermöglicht.
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Mit
Bezug auf 1 weist ein erfindungsgemäßes CT-Gerät 10 zur
Tomotherapie einen ringförmigen
Träger 12 mit
einer zentralen Bohrung 14 zur Aufnahme eines Patienten
und einer Patientenauflage (nicht dargestellt) auf. Der Träger ist über ein
Stellglied 20, das mit einem zentralen Rechner 22 kommuniziert,
um eine Achse 18 der zentralen Bohrung drehbar gelagert.
Das Stellglied 20 erhält
vom Rechner 22 Signale zur Steuerung der Rotation des Trägers 12 und
gibt dem Rechner 22 Auskunft über dessen Position.
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Eine
Quelle 24 von Röntgenstrahlen
im Megavolt-Bereich, wie zum Beispiel ein Linac, ist an einem Ende
eines Durchmessers des Trägers 12 montiert
und sendet entlang des Durchmessers der Öffnung der Bohrung 14 ein
Bündel 26 von
Röntgenstrahlen
an einen Detektor 28. Der Detektor 28 umfasst
eine Anzahl an Elementen, die separate Messungen des Bündels 26 entlang
einzelner Strahlen eines Strahlensatzes 30 liefern. Der
Detektor 28 übermittelt
die Messungen der Strahlenintensität an den Rechner 22.
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Die
Röntgenstrahlenquelle 24 kann
vom Rechner 22 gesteuert werden, um durch eine aus dem
Stand der Technik bekannte Steuerung einer Pulsrate sie sowohl ein-
und auszuschalten als auch ihre Flussrate zu ändern. Zwischen der Röntgenstrahlenquelle 24 und
der Bohrung 14 ist ein Lamellen-Kollimator 32 positioniert,
der eine individuelle Steuerung der mittleren Fluenz der Strahlen 30 ermöglicht.
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Der
Rechner 22 kann ein Display 34 und eine Eingabevorrichtung 36,
beispielsweise eine Tastatur oder dgl., umfassen und kann ein dem
Tomotherapie-Gerät 10 zugeordnetes
Teil sein oder es kann Offline ausgeführt sein oder eine Kombination
aus beiden sein, wie sich dies aus dem Stand der Technik ergibt.
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Gemäß 2 umfasst
der Lamellen-Kollimator 32 in einer bevorzugten Ausführungsform
eine Anzahl an strahlenundurchlässigen
Lamellen 38, welche sich jeweils über einen Winkel eines Strahls 30 aus
dem Bündel 26,
wie er vom Detektor 28 empfangen wird, erstrecken. Unter „strahlenundurchlässig" im Sinne der Erfindung
und des Standes der Technik ist eine grobe Charakterisierung der
Lamellen 38 zu verstehen, wobei diese, wie alle physikalische
Materialien, Röntgenstrahlen
in einem gewissen Maß dennoch
zulassen.
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Die
Lamellen 38 sind an einem Stellmechanismus 40 angebracht, über welchen
die Lamellen sich axial in das Bündel 26 hinein
und aus diesem heraus bewegen können,
so dass der Durchtritt einzelner Strahlen 30 verhindert
oder zugelassen wird. Sensoren 42 können ein Signal liefern, das
die Position der Lamellen 38 bestätigt.
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Durch
Steuerung der Arbeitszyklen der Lamellen in dem Bündel 26,
das heißt,
der Zeitproportion, in der sie während
eines vorgegebenen Intervalls den Durchtritt einzelner Strahlen 30 verhindern
oder zulassen, kann der mittlere Fluss der Strahlen 30 innerhalb
eines kontinuierlichen Bereichs gesteuert werden. Diese Modulation
des Arbeitszyklus ist aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannt
und in den oben genannten Patenten beschrieben, welche durch Bezugnahme
darauf in diese Anmeldung aufgenommen werden.
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Gemäß den 1 und 3 kann
zu Zwecken der Tomotherapie der Träger 12 um die Achse 18 gedreht
werden, um die Strahlen aus einer Vielzahl von unterschiedlichen
Winkeln θ auf
den Patienten zu projizieren. Die Winkelrotation kann in eine Reihe
von einzelnen Winkelintervallen 44 (θi)
geteilt werden, welche in 3 stark
vergrößert dargestellt sind.
Jedes Winkelintervall 44 begrenzt die Basis, über welcher
der Arbeitszyklus der Lamellen moduliert wird. So wird zum Beispiel,
bei einer 50 %-igen Flussmodulation bei θi,
die Lamelle 38 die Hälfte
der Zeit geschlossen, die der Träger 12 benötigt, um
den Winkelintervall 44 zu durchlaufen.
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Es
ist wünschenswert,
dass die Öffnung
benachbarter Lamellen 38 so koordiniert wird, dass sie mit
der größtmöglichen Überlappung
erfolgt, sodass Effekte, wie diejenigen, die durch die Abschwächung der
Röntgenstrahlen
um die Kanten von geschlossenen Lamellen 38 und das Abschatten
der Lamellenstütze,
welche beispielsweise aus zum Abstützen der Lamellen verwendeten
Nut- und Federelementen (nicht dargestellt) bestehen, hervorgerufen
werden, minimiert werden können.
Ferner ist es wünschenswert,
die Öffnungszeit
der Lamellen 38 innerhalb des Winkelintervalls 44 zu
zentrieren, so dass ein Dosismuster erzeugt wird, das für eine einfache
Behandlungsplanung zur Mitte eines jeden Winkelintervalls 44 symmetrisch
ist.
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In 3 werden
die Zustände 46a–c von drei Lamellen 38 in
Abhängigkeit
der Winkelposition θ eines
Winkelintervalls 44 gezeigt. Die Zustände 46a und 46b beginnen
das Winkelintervall 44 in geschlossenen Stellungen 48 und
bewegen sich zu offenen Stellungen 50 (unterschiedlicher
Dauer) hin, welche innerhalb des Winkelintervalls 44 zentriert
sind. Für beide
Zustände 46a und 46b entsteht
ein Übergangszeitraum 52 zwischen
der geschlossenen Stellung 48 und der offenen Stellung 50 und
umgekehrt zwischen der offenen Stellung 50 und der geschlossenen
Stellung 48. Im Gegensatz hierzu bleibt Zustand 46c während des
gesamten Winkelintervalls 44 geschlossen. Es versteht sich,
dass der Zustand 46a, welcher über den größten Zeitanteil offen ist,
den höchsten mittleren
Fluss liefert und einen höheren
Arbeitszyklus als Zustand 46b hat, welcher wiederum einen
höheren
mittleren Fluss als Zustand 46c hat.
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Die Übergangszeiträume 52 können aufgrund
von Messungen beim Betreiben des Lamellen-Kollimators 32 geschätzt werden
oder sie können durch
die Verwendung der Sensoren 42 oder durch Überwachung
der Übergänge der
vom Detektor 28 empfangenen Signalen oder durch eine Vielzahl
an anderen Mitteln erfasst werden. Für das Erfassen der Lamellenposition
können
Techniken verwendet werden, wie sie in dem am 28. Februar 1995 erteilten US-Patent
5,394,452 mit dem Titel „Verifizierungssystem
für die
Strahlentherapie" gelehrt
werden, wobei dieses Patent auf denselben Rechtsnachfolger übertragen
wurde wie die vorliegende Erfindung und durch Bezugnahme darauf
in diese Anmeldung aufgenommen wird.
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Nach 4 kann
eine Bestimmung des durch die Variable θi für jedes
Winkelintervall θi bezeichneten Arbeitszyklus einer jeden
Lamelle 38 durch ein Sinogramm 54 beschrieben
werden, wie sich dies aus dem Stand der Technik ergibt. Jedes Element 56 einer
Reihe in dem Sinogramm 54 gibt den Arbeitszyklus oder die
mittlere Flussmodulation einer jeden Lamelle θi bei
einem vorgegebenen Trägerwinkel
an, während
in den Spalten verschiedene Winkelintervalle θi im
Trägerwinkel
angegeben sind. Eine Anzahl an Verfahren zur Bestimmung der Sinogramme
für einzelne
Strahlenbehandlungspläne
ist aus dem Stand der Technik bekannt und in den eingangs genannten
diesem Patent vorausgegangenen Patenten beschrieben.
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Es
ist eine nicht unabdingbare Absicht der Erfindung, den Träger 12 so
vorzusehen, dass er während
der Strahlentherapie eine kontinuierliche Rotation aufrechterhält. Mit
einer derartig kontinuierlichen Rotation entspricht im Allgemeinen
ein θ-Versatz
innerhalb einer Spalte der Zeit, sodass jedes Element 56 das
eigentliche Zeitmodulationsmuster der entsprechenden Lamelle 38 zeigen
kann, wobei geschlossene Lamellen darstellende Felder 58 mit Querschraffur
das Schließen
der Lamelle und offene Lamellen darstellende leere Felder 60 das Öffnen der Lamelle
zeigen. Der Arbeitszyklus ergibt sich aus dem eine offene Lamelle
darstellenden Feld 60 geteilt durch die Gesamtdauer des
Winkelintervalls 44. Punktierte Linien zeigen die Grenzen 62 der Übergangszeiträume 52,
welche die Schnittstelle zwischen den offene Lamellen darstellenden
Feldern 60 und den geschlossene Lamellen darstellenden
Feldern 58 übergreifen.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung haben erkannt, dass die Übergangszeiträume 52 für praktische
mechanische Systeme sehr veränderlich sind.
Diese Veränderlichkeit
kann in der Strahlentherapie dadurch ausgeglichen werden, dass die
mit Übergangszeiträumen 52 abgegebene
tatsächliche Strahlung
gemessen und diese Veränderungen
in späteren
Strahlenbehandlungen kompensiert werden. Diese Veränderlichkeit
beeinträchtigt
jedoch die Kombination von Hoch- und Niedrigflussdaten, weil sie
das genaue Trennen des Wertes der durch den Patienten verursachten
Schwächung
von der vermeintlichen Schwächung,
die jedoch tatsächlich
eine Veränderung
der Shutter ist, verhindert.
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Somit „fenstert" die Erfindung das
Sinogramm 54, um darin Bereiche zu finden, in denen davon
ausgegangen werden kann, dass die Lamellen nicht in einem Zustand
der Bewegung sind oder dass die Bewegung unerheblich ist. Somit
sollte in den Fensterbereichen des Sinogramms der durch den Patienten übertragene
Fluss bei wiederholten Messungen identisch sein.
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Nach
den 5 und 6 wird zur Erzeugung des gefensterten
Sinogramms 55 eine ganze Reihe des Sinogramms 54 (in 5 dargestellt)
betrachtet, da eine Veränderung
einiger Lamellen 38 die empfangene Strahlung entlang Strahlen 30 von benachbarten
Lamellen 38 durch Streuung und Refraktion beeinträchtigt.
In einer alternativen Ausführungsform
berücksichtigt
die Fenstertechnik weniger als die ganze Reihe des Sinogramms 54,
nämlich
nur Elemente 56, die sich innerhalb einer vorbestimmten Entfernung
zu sich verändernden
Lamellen 38 befinden, so dass die Gefahr besteht, dass
deren Strahlen 30 durch die Streuung der Strahlen der sich
verändernden
Lamellen 38 beeinträchtigt
werden. Es werden zwei Elemente 56a und 56b gezeigt.
In einem ersten Schritt zur Erzeugung des gefensterten Sinogramms
werden die Übergangszeiträume 52 für jedes
Element 56a und 56b kombiniert und es wird ein über die
Reihe reichender Übergangsbereich 57 erzeugt,
der die Zeit (und Trägerwinkel)
aller Übergangszeiträume 52 aller
Elemente 56a und 56b der Reihe vereinigt. Der
sich über
die Reihe erstreckende Übergangsbereich 57 deckt
alle Übergangszeiten 52 aller
Elemente 56 dieser Reihe ab. Dieser sich über die
Reihe erstreckende Übergangsbereich 57 wird dann
auf jedes Element 56a und 56b angewendet, um einen
gefensterten eine geschlossene Lamelle darstellenden Bereich 64 zu
definieren, der eine Unterteilung des eine geschlossene Lamelle
darstellenden Felds 58 außerhalb des sich über die
Reihe erstreckenden Übergangsbereichs 57 ist,
und einen gefensterten offenen Bereich 66 zu definieren,
der eine Unterteilung des eine offene Lamelle darstellenden Felds 60 außerhalb
des sich über
die Reihe erstreckenden Übergangsbereichs 57 ist.
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Nunmehr
versteht sich, dass bei der Gewinnung von Daten aus dem Detektor 28,
diese von Bereichen 64 gewonnen werden, wenn die Daten
bei geschlossener Lamelle 38 gewonnen werden sollen, und
von Bereichen 66 gewonnen werden, wenn die Daten bei geöffneter
Lamelle 38 gewonnen werden sollen. Auf diese Weise können reproduzierbare
Daten gewonnen werden, die wie weiter unten beschrieben verwendet
werden.
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Mit
nochmaligem Bezug auf 4 und wie eingangs erwähnt, ist
es bei der Rekonstruktion einer tomographischen Aufnahme erforderlich,
dass ein tomographischer Projektionssatz erfasst wird, der im Allgemeinen
den Abmessungen des Sinogramms 54 entspricht. Somit muss
bei einer Vielzahl an Winkeln θi, die im einfachsten Fall zusammen 360° ergeben, eine
Projektion erfasst werden, die jeden Strahl θi umfasst.
Kommt es nicht dazu, dass ein vollständiger tomographischer Projektionssatz
erfasst wird, so kann es zu Bildartefakte kommen, die nicht nur
Bereiche abdunkeln, durch welche nicht gesammelte Strahlen durchgelassen
werden, sondern auch solche, die außerhalb der Felder liegen,
in denen Daten gewonnen wurden.
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Ein
typisches Sinogramm 54 jedoch hat ausgedehnte Bereiche 59 (durch
Querschraffur gekennzeichnet), in denen der Behandlungsplan erfordert, dass
keine Strahlung übermittelt
wird. Wird also zur tomographischen Rekonstruktion ausschließlich Strahlung
verwendet, die durch offene Lamellen 38 hindurch tritt,
so werden nicht genügend
Daten erfasst.
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Gemäß 7 wird
beispielhaft eine Sinogrammreihe mit Elementen 56a bis 56e dargestellt, wobei
die Elemente 56a und 56e den Schließvorgängen der
Lamellen entsprechen, die die entsprechenden Strahlen 30 blockieren,
die erforderlich sind, um eine Projektion eines tomographischen
Projektionssatzes zu vervollständigen.
Die Erfinder haben erkannt, dass, obwohl eine Projektion mit durch
offene Lamellen 38 hindurch getretenen Strahlen nicht erzielt
werden kann, die Lamellen 38 nicht vollkommen undurchlässig sind,
sondern eigentlich eine gewisse Leckstrahlung zulassen, und dass
diese Leckstrahlung genügt,
um einen tomographischen Projektionssatz zu erzielen. In einfachster
Weise können
die tomographischen Daten in der Zeit 70a gewonnen werden,
welche der Beginn des die Reihe θi definierenden Winkelintervalls 44 ist.
Die Daten werden wie oben beschrieben ausschließlich aus den gefensterten
geschlossene Lamellen darstellenden Feldern 64 gewonnen.
Die Daten sind von einer Aufnahme zur nächsten reproduzierbar. Ferner,
da alle Lamellen 38 zu Beginn eines jeden Winkelintervalls 44 geschlossen
sind, wird nach der bevorzugten Ausführungsform der Lamellensteuerung
ein voller tomographischer Projektionssatz während der Strahlentherapie bei
regelmäßigen Trägerwinkeln
in einfacher Weise erzielt.
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Da
derartige Daten von Strahlen 30 gewonnen werden, die durch
geschlossene Lamellen 38 treten und somit einen niedrigen
Fluss aufweisen, erhöht
die Datengewinnung nicht übermäßig die
bei der Radiotherapie vom Patienten aufgenommene Dosis. Die Niedrigfluss-Strahlen
erzeugen zwar ein Bild mit einem geringen Signal-Rausch-Abstand,
aber die Erfinder haben festgestellt, dass ein derartiges Bild für viele
Aufgaben bei der Bildgebung von Hochkontraststrukturen im Körper geeignet
ist.
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Gemäß 8 können in
einer zweiten Ausführungsform
diese Niedrigflussdaten durch Hochflussdaten ergänzt werden, welche beispielsweise durch
offene Lamellen 56b bis 56d, die tatsächlich während des
Intervalls 44 offen sind, erzeugt werden. Auch in diesem
Fall müssen
die gewonnenen Niedrigflussdaten nicht ein vollständiger tomographischer Projektionssatz
sein, solange dieser durch Hochflussdaten ergänzt werden kann, wodurch diese
fehlenden Elemente noch eingebracht werden. Gemäß 8 können zu
einem Abtastzeitpunkt 70b in der Mitte des Winkelintervalls 44 Niedrigflussdaten
durch Elemente 56a und 56e gewonnen werden, die
mit durch Elemente 56b bis 56d gewonnenen Hochflussdaten
ergänzt
werden sollen. Indem der Abtastzeitpunkt 70b in der Mitte
des Intervalls 44 platziert wird, besteht die größtmögliche Wahrscheinlichkeit,
dass die Lamellen geöffnet
sind, so dass diese Datenmenge erhöht werden kann.
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Im
Folgenden wird die Kombination von Niedrigflussdaten und Hochflussdaten
beschrieben.
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Eine
Kombination von Niedrigflussdaten und von Hochflussdaten wird dadurch
ermöglicht,
dass diese unter Verwendung von „Aufnahmen ohne Patient" zunächst, wie
im Folgenden beschrieben, in Schwächungswerte umgewandelt werden.
Im Allgemeinen wird für
jede Reihe des Sinogramms 54 während der gefensterten Zeiten
die Strahlung bei Abwesenheit des Patienten durch die Luft gemessen
und diese Messung wird mit der Messung derselben Reihe bei in Lage
gebrachtem Patienten verglichen. Die Schwächung wird für jedes
Element 56a bis 56e berechnet und dazu verwendet,
die Grundlage für
den tomographischen Projektionssatz zu schaffen. Auf diese Weise
schafft die Schwächung
eine gemeinsame Einheit für
die Kombination von Hoch- und Niedrigflussdaten. Die ausschließliche Verwendung
der gefensterten Zeiträume
des Musters nach 8 sowohl für die Aufnahme ohne Patient
als auch für
die eigentliche Aufnahme macht es möglich, diesen Vergleich mit
einem zulässigen
Genauigkeitsgrad anzustellen.
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Jede
der in den 7–8 dargestellten Techniken
kann während
der eigentlichen Strahlentherapie durchgeführt werden. Somit entsteht
kein Nachteil durch eine Verlängerung
der Behandlungszeit aufgrund der Verwendung dieser Bildgebungsverfahren.
Ferner wird durch die in den 7 und 8 dargestellten
Techniken die an den Patienten abgegebene Dosis nicht erhöht.
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Gemäß 9 kann
in einer alternativen Ausführungsform
eine Vorbehandlungsaufnahme gemacht werden, in der die normalerweise
geschlossenen Lamellen 38 für jedes Element 56a–56e in
regelmäßigen Winkelintervallen
kurz geöffnet werden.
Die Öffnungszeit
kann gesteuert werden, um die gewünschten Niedrigflussdaten im
Abtastintervall 70c für
einen gesamten tomographischen Projektionssatz vorzusehen, welcher
direkt oder, wie im Folgenden beschrieben, ergänzt durch während der Strahlentherapie
gewonnene Hochflussdaten rekonstruiert werden kann.
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Gemäß 10 werden
in einer alternativen Ausführungsform
die Lamellen 56a bis 56e offen gehalten und der
Linac wird mit Impulsen beaufschlagt oder auf andere Weise während des
Aktivierungszeitraums 72 angesteuert, so dass ein vollständiger tomographischer
Projektionssatz bei niedriger Dosis im Abtastintervall 70e erzielt
wird, der wie oben beschrieben zur Verwendung kommt.
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Gemäß 11 schließlich können die
in den 9 und 8 dargestellten Techniken mit
in dem im Intervall 44 zentrierten Intervall 70f gewonnenen Daten
kombiniert werden und die Lamellen 56a und 56e (die
normalerweise durch Betreiben des Sinogramms geschlossen sind) übersteuert
werden, so dass diese in der Mitte des Intervalls 44 kurz
geöffnet werden.
Diese Technik wird erforderlich sein, wenn weitere Generationen
von Lamellen-Kollimatoren eine
größere Strahlenundurchlässigkeit
aufweisen werden, welche eine für
die Erzeugung von tomographischen Aufnahmen ausreichende Leckstrahlung verhindert,
und die Bildqualität
ist im Allgemeinen für Daten
ohne Leckstrahlung besser.
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Während Bilder
aufgrund der durch die in den 7, 9 und 10 dargestellten
Techniken gewonnenen Niedrigflussdaten komplett rekonstruiert werden
können,
liegt ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung darin,
dass die Strahlen der Strahlentherapie verwendet werden können, um den
Signal-Rausch-Abstand der durch Niedrigflussdaten erzeugten tomographischen
Aufnahme deutlich zu verbessern. Auf diese Weise können sowohl der
Vorteil einer niedrigen zusätzlichen
Dosis als auch der von Bildern mit einem hohen Signal-Rausch-Abstand
erzielt werden.
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Gemäß 12 beginnt
dieses Verfahren einer Erhöhung
der Niedrigflussdaten mit einer Niedrigflussaufnahme ohne Patient 80 und
einer Hochflussaufnahme ohne Patient 82, wobei erstere
die Gewinnung der mit Bezug auf die 7 bis 11 beschriebenen
Niedrigflussdaten ist und letztere die Gewinnung der bei der Strahlentherapie
einfallenden Hochflussdaten ist. In bestimmten Fällen wird sich herausstellen,
dass die Niedrigflussaufnahme ohne Patient 80 und die Hochflussaufnahme
ohne Patient 82 gleichzeitig gemacht werden können, beispielsweise
anhand der mit Bezug auf die 7, 8 und 11 beschriebenen
Techniken, wobei in anderen Fällen
die Niedrigflussaufnahme ohne Patient 80 und die Hochflussaufnahme
ohne Patient 82 zu unterschiedlichen Zeiten innerhalb einer
einzigen Aufnahme oder innerhalb von ganz unterschiedlichen Aufnahmen
erfolgen wird.
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Entscheidend
dafür,
dass diese Aufnahmen ohne Patient verwendet werden können, ist
jedoch, dass die Daten nur während
der gefensterten Abschnitte der Sinogrammmuster, wie sie weiter
oben mit Bezug auf 5 beschrieben wurden, gewonnen werden.
Dieser Vorgang, die gefensterten Zeiträume auszuwählen, wird durch Prozessblock 84,
der das Fenstern der Niedrigflussaufnahme ohne Patient 80 vorsieht,
und durch den Prozessblock 86, der das Fenstern der Daten
des Hochflussaufnahme ohne Patient 82 vorsieht, gezeigt.
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Der
Patient wird dann in Stellung gebracht und die Niedrigflussdaten
des Patienten werden dann bei Prozessblock 88 und die Hochfluss-
oder Behandlungsdaten des Patienten bei Prozessblock 90 gewonnen.
Dieselben Sinogramme, die für
die Niedrigflussaufnahmen ohne Patient 80 und für die Hochflussaufnahmen
ohne Patient 82 verwendet werden, werden auch in den Prozessblöcken 88 und 90 verwendet
und ihre Folgerichtigkeit wird durch Fensterung 92 der
bei Prozessblock 88 gewonnenen Daten und durch Fensterung 94 der
bei Prozessblock 90 gewonnenen Daten gewährleistet.
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Beim
logarithmischen Schwächungsblock
96 werden
die Daten der Prozessblöcke
84 und
92 verglichen
und es werden Schwächungswerte
nach der bekannten Formel
erhalten, worin λ(x) die Schwächung bei
einem gegebenen Element
56 und Φ
0 die
entsprechenden Daten der Aufnahme ohne Patient und Φ
i die entsprechenden Daten der Aufnahme mit
Patient sind.
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Die
Schwächungswerte
von Prozessblock 96, welche einen vollständigen tomographischen Niedrigfluss-Projektionssatz
darstellen können
oder auch nicht, können
mit ausgewählten
oder mit allen Schwächungswerten
der Hochflussdaten von Prozessblock 98 kombiniert werden,
um bei Prozessblock 100 einen tomographischen Projektionssatz
zu bilden. Falls es für
ein gegebenes Element des Sinogramms (und daher des tomographischen
Projektionssatzes) mehrere Schwächungswerte
gibt, so können
die Elemente nach deren Gewichtung durch den Fluss gemittelt werden.
Es ist auch möglich,
einige tomographische Niedrigfluss-Projektionssätze ohne Hinzufügen von
Hochflussdaten zu verwenden.
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Der
verstärkte
tomographische Projektionssatz wird dann nach den bekannten Techniken,
beispielsweise durch gefilterte Rückprojektion bei Prozessblock 102 rekonstruiert.
Auf diese Weise werden die Niedrigflussdaten mit den Hochflussdaten
der Strahlenbehandlung kombiniert, um den Signal-Rausch-Abstand
der rekonstruierten Daten deutlich zu verbessern.
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In
einer weiteren Ausführungsform
können die
Niedrigflussdaten auch durch andere Niedrigflussdaten ergänzt werden,
welche an verschiedenen Punkten während der Aufnahme gewonnen
wurden, wobei dem Ablaufmuster der Prozessblöcke 82, 90, 96, 94 und 98,
wie sie auf diese Niedrigflussdaten angewendet werden, gefolgt wird.
Die in 12 dargestellten Prozessblöcke umfassen
im Allgemeinen ferner Standardverfahren zur tomographischen Korrektur
zur Normalisierung des Detektors, Korrektur der Strahlhärtung und
dgl. Die vorliegende Erfindung kann mit Teilscanverfahren verwendet
werden.
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Gemäß 13,
wenn zusätzlich
gewonnene Daten dem Strahlenbehandlungsplan hinzugefügt werden,
um die in den 9 bis 11 beispielsweise
dargestellten Niedrigflussdaten zu erhalten, so kann dieser Fluss
in den Optimierungsprozess integriert werden, der zur Erstellung
des Sinogramms 54 aufgrund eines Strahlenbehandlungsplans 101 verwendet
wird, um deren Wirkung auf eine Erhöhung der Gesamtdosis zu verringern.
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Wie
in 13 dargestellt, umfasst ein typischer Planungsprozess
für eine
Strahlenbehandlung das Erstellen eines Strahlenbehandlungsplans 101 durch
einen Arzt, in dem im Allgemeinen die in verschiedenen Körperregionen
des Patienten abzugebende gewünschte
Dosis beschrieben wird. Ein durch die bekannte Approximationstechnik
oder durch andere Verfahren erzieltes anfängliches Sinogramm 54 kann
dann einem Vorwärtsmodell 104 zugeführt werden,
welcher die Dosis errechnet, die nach diesem Sinogramm einem Patienten
verabreicht würde.
Das Vorwärtsmodell
kann zur Bestimmung von Schwächungskoeffizienten
ein tomographisches Bild des Patienten umfassen.
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Diese
vom Vorwärtsmodell 104 errechnete Dosis
wird mit der Dosis nach dem Strahlenbehandlungsplan 101 bei Vergleichsblock 106 verglichen und
wird dazu verwendet, einen Änderungsalgorithmus 108 aufzustellen,
der das Sinogramm 54 auf eine Weise verändert, die berechnet wurde,
um die Entsprechung der von ihm angegebenen Dosis mit der des Strahlenbehandlungsplans 101 zu
verbessern. In einer Änderung
dieses aus dem Stand der Technik wohl bekannten verallgemeinerten
Prozesses, kann das Sinogramm 54 beispielsweise bestimmte
Lamellen aufweisen, die in ihrem offenen Zustand verriegelt sind,
indem beispielsweise der Änderungsalgorithmus 108 derart
programmiert wird, dass diese Lamellen nicht verändert werden können. Die verriegelten
Lamellen können
den Lamellen entsprechen, die offen sein müssen (nach dem in 11 dargestellten
Verfahren zum Beispiel), um die Niedrigflussdaten für die tomographische
Bildgebung zu erzeugen. Durch die Verriegelung dieser Lamellen und
durch die iterative Anwendung des Vorwärtsmodells 104 können einige
der für
die Tomographie notwendigen Öffnungsvorgänge der
Lamellen in den tatsächlichen
Strahlenbehandlungsplan eingefügt
werden oder sie können
durch andere Lamellenöffnungen
in späteren
Abschnitten des Plans kompensiert werden, so dass die für die tomographische
Bildgebung gegebenenfalls benötigte
zusätzliche
Dosis minimiert wird.
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Beim
Arbeiten mit der vorliegenden Erfindung haben die Erfinder festgestellt,
dass in für Strahlenbehandlungspläne erstellten
Bildern, die die Hochfluss-Strahlen nur an einer bestimmten Stelle
im Körper
des Patienten zentrieren, die Kombination von Niedrigflussdaten
von Strahlen, die auf Stellen außerhalb des Bereichs im Patienten,
der eigentlich von Interesse ist, und von Hochflussdaten, die typischerweise
auf den interessierenden Bereich im Patienten gerichtet sind, eine
gute Abbildung des interessierenden Bereichs ohne bedeutende Artefakte
ergibt, obwohl ein tomographischer Hochfluss-Projektionssatz (mit
einem gleichmäßig niedrigen
Signal-Rausch-Abstand) nicht vorhanden ist.
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Dadurch
wird ein Verfahren zur herkömmlichen
CT-Bildgebung nahegelegt, bei dem eine CT-Dosis dynamisch gesteuert
wird, um die Dosis in Bereichen des Patienten, in denen die Bildqualität nicht
so wichtig ist, zu reduzieren. Es wird daran erinnert, dass im Allgemeinen
die Dosis in Regionen außerhalb
des interessierenden Bereichs nicht völlig entfallen kann, weil eingeführte Artefakte
sich bis in den interessierenden Bereich erstrecken können.
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Dementsprechend
kann ein CT-Gerät 200 gebaut
werden, das eine herkömmliche
Kilovolt-Röntgenröhre 202 mit
nachgeschaltetem Lamellen-Kollimator 204 oder einer anderen
Methodik zur Modulierung des Bündels
aufweist, die gegebenenfalls eine niedrigere Auflösung bietet
als die, die von dem eingangs beschriebenen Tomographie-Gerät verwendet
wird. Nach herkömmlicher
Praxis sind sowohl die Röhre 202 als
auch der Kollimator 204 auf einem drehbaren Träger 206 montiert.
Ein CT-Detektor 210 liegt einer Bohrung 208 des
Trägers
gegenüber.
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Ein
derartiges CT-System verwendet den Lamellen-Kollimator 204,
um den Fluss in nicht so interessanten Bereichen 212 zu
reduzieren, jedoch nicht zu unterbinden, und um einen höheren Fluss
in eine interessierende Struktur 216 umgebende hoch interessante
Bereiche 214 um zu bringen. Die genauen Bereiche 212 und 214 ändern sich
mit der Winkeldrehung des Trägers 206,
der von dem eine sinogrammartige Steuerungsstrategie verwendenden
Kollimator 204 verfolgt wird. Schließlich werden die Niedrig- und
Hochflussdaten wie in 12 dargestellt kombiniert und
erzeugen so ein Bild mit einer reduzierten Dosis.
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In
Fällen,
in denen der interessierende Bereich in der Nähe der Drehachse des Trägers 206 zentriert
ist, kann der Lamellen-Kollimator durch einen fixierten Filter ersetzt
werden, der das gewünschte
Schwächungsmuster
liefert. Ein derartiges CT-Gerät
kann beispielsweise bei Pädiatriepatienten nützlich sein.
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Es
versteht sich, dass diese Erfindung nicht auf eine besondere Ausgestaltung
eines Lamellen-Kollimators beschränkt ist, sondern dass sie in
einem beliebigen Radiotherapie-System verwendet werden kann, in
dem der Fluss einzelner Strahlen gesteuert werden kann und in dem
ein tomographischer Projektionssatz auf diese Weise gewonnen werden kann.
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Insbesondere
soll die vorliegende Erfindung nicht auf die hier enthaltenen Ausführungsformen und
Darstellungen beschränkt
sein, sondern soll auch Varianten dieser Ausführungsformen, einschließlich einer
Teilverwendung derselben sowie der Kombination von Elementen aus
verschiedenen Ausführungsformen,
wie sie im Rahmen der nachfolgenden Ansprüche enthalten sind, umfassen.