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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Ein üblicher
Samen von Angiospermen besteht aus drei wesentlichen Bestandteilen,
dem Embryo, dem Endosperm und dem mütterlichen Samenmantel. Die
Samenentwicklung beginnt mit einem Doppelbefruchtungsereignis, bei
dem der Kern einer Spermienzelle mit dem Kern einer Eizelle verschmilzt,
um ein Embryo zu bilden, und ein zweiter Kern einer Spermienzelle
mit zwei zentralen Zellkernen verschmilzt, um das Endosperm zu bilden.
Die embryonale Entwicklung selbst kann in drei Entwicklungsphasen
aufgeteilt werden. Die erste Phase der Embryonalentwicklung besteht
aus Zellteilung und Morphogenese, wobei sich die wesentlichen Gewebearten
und Organsysteme der reifen Pflanze ausbilden. Die zweite Phase
umfasst einen Zeitraum schneller Zellexpansion und wird durch die
Synthese von Vorratsreserven gekennzeichnet, die den Embryo während der
Keimung und der frühen
Sämlingsentwicklung
erhalten. In der letzten Phase embryonaler Entwicklung trocknet
das Embryo und betritt eine Phase des Entwicklungsstillstandes oder
der Dormanz. Alle hier genannten Ereignisse laufen normalerweise
ab, während
der Samen mit der mütterlichen
Pflanze verbunden ist.
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Viele
Pflanzensorten sind jedoch in der Lage Embryos in Abwesenheit einer
Befruchtung zu erzeugen. Dieses Verfahren ungeschlechtlicher embryonaler
Entwicklung kann natürlich
auftreten, beispielsweise auf den Blattränder von Bryophyllum (Yarborough,
1923) und Malaxis (Taylor, 1967) oder innerhalb des Ovulums apomiktischer
Pflanzen (Koltunow, 1995). Als Apomixis wird die Herstellung eines
Samens aus mütterlichem Gewebe
des Ovulums in Abwesenheit der Befruchtung einer Eizelle bezeichnet.
Ungeschlechtliche embryonale Entwicklung kann in vitro auch ausgehend
von gametophytischem oder somatischem Gewebe induziert werden (Mordhorst
et al., 1997) oder, wie kürzlich
gezeigt, durch genetische Veränderung
der Genexpression induziert werden (Ogas et al., 1997; Lotan et
al., 1998).
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Drei
primäre
Mechanismen der Apomixis, Diplosporie, Aposporie und adventive Embryonie
wurden beobachtet. Jeder Verlauf unterscheidet sich im Hinblick
auf die Quelle der Zelle, aus der das Embryo erwächst, und im Hinblick auf den
Zeitpunkt der Entwicklung des Ovulums, während der das apomiktische
Verfahren begonnen wird. Diplosporie und Aposporie werden als gametophytische
Formen der Apomixis bezeichnet, da sie die Bildung diploider embryonaler
Säcke umfassen.
Adventive Embryonie umfasst die Bildung eines durch Mitose erhältlichen
embryonalen Sackes nicht.
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Während der
Diplosporie durchläuft
die Megasporen-Mutterzelle
keine normale Meiose, sondern teilt sich mitotisch, um einen diploiden
Embryosack anstelle eines normalen haploiden Embryosacks zu bilden. Eine
der Zellen des Embryosacks fungiert als Eizelle und teilt sich parthenogentisch
(ohne Befruchtung), um einen Embryo zu bilden. Bei einigen Arten
können
die nicht-reduzierten polaren Kerne des Embryosacks verschmelzen,
um das Endosperm zu bilden (autonome Endospermbildung), das Nährgewebe
des Samen, während
andere Arten Bestäubung
für die
Endospermbildung benötigen
(Pseudogamie).
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In
aposporösen
Apomikten werden parthenogenetische Embryonen aus weiteren Zellen
erzeugt, die aposporösen
Initialzellen, die aus dem Nucellus differenzieren. Wie bei den
Megagametophyten der diplosporösen
Arten durchlaufen die aposporösen
Initialzellen methotische Teilung, um einen diploiden Embryosack auszubilden.
Aposporöse
Embryonen stammen nicht von den Megagematophyten ab und können daher
in einem einzigen Ovulus mit sexuell erzeugten Embryonen zusammen
existieren. Die autonome Erzeugung des Endosperms ist bei aposporösen Arten
selten. Für
die Erzeugung des Endosperms hängen
aposporöse
Apomikten daher von einer Befruchtung der polaren Kerne eines meiotisch
erzeugten Embryosacks ab.
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Bei
adventiver Embryonie werden Embryonen direkt aus dem sporophytischen
Gewebe des Ovulums gebildet, wie den Integumenten oder dem Nucellus, über Parthenogenese.
Samen, der von Arten erhalten wurde, die adventive Embryonie aufweisen,
enthält üblicherweise
eine Vielzahl sexuell erhaltener Embryonen und kann ferner ein einziges
sexuell erhaltenes Embryo enthalten. Pflanzen, die adventive Embryonen
ausbilden, basieren ferner auf der Gegenwart eines meiotisch erhaltenen
Embryosacks innerhalb desselben Ovulums zur Endospermbildung.
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In
den meisten Pflanzenarten erscheint das apomiktische Merkmal unter
der Kontrolle eines einzigen dominanten Genorts. Dieser Genort kann
für einen
oder für
mehrere Regulatoren der Entwicklung kodieren, wie Transkriptionsfaktoren,
welche in sich sexuell vermehrenden Pflanzen Genexpressionskaskaden
auslösen,
die zu einem Embryosack und/oder zur Embryogenese führen, die
aber in apomiktischen Pflanzen heterochronisch oder ektopisch exprimiert
werden (Peacock, 1995; Koltunow, 1993; Koltunow et al., 1995).
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Apomixis
ist eine wertvolle Eigenschaften für die Verbesserung von Nutzpflanzen,
da apomiktische Samen klonale Nachkommen hervorbringen und daher
für die
Herstellung genetisch fixierter Hybridlinien geeignet sind. Die
Herstellung von Hybridsamen ist ein zeit- und kostenaufwendiges
Verfahren, da man Populationen genetisch reiner parentaler Linien
erhalten muss, getrennte Pollen-Spender und männlich-sterile Linien verwenden
muss und die Linien isolieren muss. Die Herstellung von Samen mittels
Apomixis vermeidet diese Probleme dadurch, dass man einen einmal
erzeugten Hybrid klonal erhält,
wodurch die Notwendigkeit verschiedener parentale Linie zu erhalten
und zu kreuzen eliminiert wird. Die Verwendung apomiktischer Samen stellt
ferner ein kostensparendes Verfahren zur Vermehrung vegetativ erzeugter
Nutzpflanzen dar, da die Verwendung von Schnitten oder Gewebekulturverfahren
zur Erzeugung der Linien eliminiert, die Verbreitung von Erkrankungen,
die durch vegetativ erzeugtes Gewebe leicht verbreitet werden, reduziert
wird und in vielen Arten die Größe des propagierenden
Gewebes reduziert, wodurch die Transport und Pflanzkosten verringert
werden.
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Obwohl
Apomixis in einer Vielzahl von Pflanzenarten vorkommt, sind wenige
Nutzpflanzen apomiktisch. Versuche, apomiktische Eigenschaften in
Nutzpflanzen durch Introgression aus Wildtyp-Verwandten einzuführen (Ozias-Akins
et al., 1993; WO 97/10704; WO 97/11167) oder durch Kreuzungen zwischen
Verwandten, aber entwicklungsgeschichtlich divergenten, sich sexuell
vermehrenden Arten (WO 98/33374) haben bis jetzt keine marktfähigen Produkte
erzeugt. Andere Ansätze
waren auf die Identifizierung von Gensequenzen gerichtet, die für die Identifizierung
oder Manipulation apomiktischer Verfahren geeignet sein könnten (WO 97/43427;
WO 98/36090), aber diese Ansätze
haben keine Verfahren für
die Routineherstellung apomiktischer Pflanzen hervorgebracht.
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Mutagenese-Experimente
wurden ferner dazu verwendet, um sexuell reproduzierende Pflanzen,
wie Arabidopsis thaliana (Arabidopsis) in apomiktische Pflanzen
zu überführen (Peacock
et al., 1995). Bei einer Anzahl rezessiver Mutanten mit der Bezeichnung "Befruchtungs-unabhängige Samen" ("fertilizationindependent
seed", fis) wurde
beispielsweise festgestellt, dass Teile von Embryonen und/oder des
Endosperms in geringer Frequenz in Abwesenheit einer Befruchtung
ausgebildet werden konnte (Chaudhury et al., 1997). Eine Vielzahl
weiterer Merkmale müssen
jedoch verändert
werden, um wahre diploide apomiktische Samen aus den fis-Mutanten
zu erhalten.
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Die
Bildung ungeschlechtlich erhältlicher
Embryonen kann aus einer Vielzahl gametophytischer und somatischer
Pflanzen gewebe in Zellkultur induziert werden (Yeung, 1995). Somatische
Embryonen können aus
der Zellkultur somatischer Gewebe erhalten werden, wenn diese mit
Pflanzenwachstumsregulatoren behandelt werden, wie beispielsweise
Auxine oder Auxine in Kombination mit Cytokininen. Die Bildung von
Embryonen kann auch aus gametophytischen Geweben des Ovulums (Gynogenese)
und der Antheren (Androgenese, Pollen oder Mikrosporen-Embryogenese) in
Zellkultur induziert werden, entweder durch Zugabe von Pflanzenwachstumsregulatoren
oder durch einfache Stressbehandlung.
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Eine
Vielzahl von Mutanten wurde identifiziert, die dazu verwendet werden
können,
die effiziente Ausbildung von Embryonen in vitro zu induzieren.
Diese umfassen rezessive Arabidopsis-Mutanten mit veränderten
Triebmeristemen, beispielsweise Primordia timing (pt), Clavata (clv)I
and clv3, von denen gezeigt werden konnte, dass sie die embryone
Kallusbildung steigerten, wenn die Sämlinge in Gegenwart eines Auxins
zur Keimung gebracht wurden (Mordhorst et al., 1998). Die veränderte Expression
der beiden Arabidopsis-Gene, LEAFY COTYLEDON, (LEC1; WO 98/37184,
Lotan et al., 1998) and pickle, von denen gezeigt werden konnte, dass
sie die Bildung somatischer Embryonen in Abwesenheit weiterer Wachstumsregulatoren
steigern. Das LEC1-Gen kodiert für
ein Homolog der HAP3-Untereinheit eines CCAAT Box-bindenden Transkriptionsfaktors (CBF).
Das LEC1-Gen kontrolliert
viele Aspekte der zygotischen Embryoentwicklung, darunter die Toleranz
gegenüber
Austrocknung und Cotyledonen-Identität. Eine ektopische Überexpression
des LEC1-Gens in einem LEC1-mutierten Hintergrund bewirkt die Erzeugung
von zwei transgenen Linien, die zeitweilig Embryo-ähnliche
Strukturen auf den Blättern
ausbilden. Diese Embryo-ähnlichen
Strukturen exprimieren Gene, wie solche die für die Samenvorratsproteine
und die Ölkörperproteine
kodieren, die üblicherweise
primär
in sich entwickelnden Embryonen exprimiert werden. Pflanzen, die
eine rezessive PICKLE-Genmutation aufweisen erzeugen ein verdicktes,
primäres
Wurzelmeristem. Mutierte pickle-Wurzeln erzeugen Embryonen-bildenden
Kallus, wenn das Wurzelgewebe von dem Rest der Pflanze abgetrennt
wird und auf ein Minimalmedium ohne Wachstumsregulatoren aufgebracht
wird (Ogas et al., 1997). Mutanten mit pickle-Wurzeln zeigen morphologische
Eigenschaften von sich entwickelnden Samen, wie Ölkörper und wie bei den LEC1-überexprimierenden,
akkumulierenden Gene, die vorzugsweise in sich entwickelnden Samen
exprimiert werden.
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Die
wirksame Herstellung apomiktischer Samen kann wahrscheinlich nur über eine
Identifizierung und nachfolgende Veränderung der Regulatoren der
Entwicklung, wie Transkriptionsfaktoren, die Genexpressionskaskaden
aktivieren, welche sowohl bei sich sexuell vermehrenden und apomiktischen
Pflanzen zur Embryogenese führen,
realisiert werden. Die vorliegende Erfindung betrifft diese Aufgabe,
indem Verfahren für
die Herstellung apomiktischer Samen bereitgestellt werden und umfasst
eine ektopische Überexpression
einer embryonal-exprimierten AP2-Domäne, die
den Transkriptionsfaktor BNM3 oder dessen Homologe enthält.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Aufgabe, die aus dem Stand der
Technik bekannten Nachteile auszuräumen.
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Diese
Aufgabe wird durch die Kombination der Merkmale der Hauptansprüche gelöst, wobei
die abhängigen
Ansprüche
weitere bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung offenbaren.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Bildung ungeschlechtlicher Embryonen
und die Regeneration zu Pflanzen. Sie betrifft insbesondere Verfahren
zur Herstellung ungeschlecht lich erhaltener Embryonen und zur Steigerung
der Regenerationskapazität
von Pflanzen.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein isoliertes DNA-Molekül zur Verfügung gestellt, das eine Nukleotidsequenz
umfasst, die:
- – mit der SEQ ID NO:5 oder
6, die nicht die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region enthält, unter
moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert;
- – mit
der SEQ ID NO:1 oder 3, die nicht die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2
Region enthält,
unter stringenten Bedingungen hybridisiert;
- – mindestens
27 aufeinanderfolgende Nukleotide der SEQ ID NO's:1; 3, 5 oder 6 umfasst; oder die
- – mindestens
eine Ähnlichkeit
von 70% mit der Nukleotidsequenz aufweist, die in den SEQ ID NO's:1, 3, 5 oder 6
definiert wird.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein isoliertes DNA-Molekül, das mit
den SEQ ID NOs:1, 3, 5 oder 6, die nicht die AP2 Repeat1-Linker
AP2 Repeat2 Region umfasst, unter moderaten und stringenten Bedingungen hybridisiert
und eine Nukleinsäuresequenz
umfasst, die für
ein Protein kodiert, wobei das Protein, wenn es in ausreichender
Menge innerhalb einer Pflanzenzelle vorliegt, die Pflanzenzelle
embryogen macht, die regenerative Kapazität der Pflanzenzelle erhöht oder
die Pflanzenzelle sowohl embryogen macht und die regenerative Kapazität der Pflanzenzelle
erhöht.
Von der vorliegenden Erfindung wird ferner ein isoliertes DNA-Molekül wie zuvor
definiert umfasst, das eine Nukleotidsequenz umfasst, die mit den
Nukleotiden 1–2014
der SEQ ID NO:1, 1–2011
der SEQ ID NO:3, 1620–4873
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 2026–5035 der SEQ ID NO:6, die
nicht die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat1 Region umfasst, unter moderaten
oder stringenten Bedingungen hybridisiert. Die vor liegende Erfindung
betrifft ferner einen Vektor, der ein wie zuvor definiertes isoliertes DNA-Molekül umfasst,
wobei das isolierte DNA-Molekül
unter Kontrolle eines Regulationselements steht, welches die Expression
der DNA in einer Pflanzenzelle kontrolliert. Das regulatorische
Element kann ein konstitutives, induzierbares, Gewebe-spezifisches
oder entwicklungsabhängiges
aktives Regulationselement sein.
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Die
Erfindung umfasst ferner eine transfomierte Pflanzenzelle, eine
transformierte Pflanze oder Samen, der von einer transformierten
Pflanze erhältlich
sind, wobei jede den oben definierten Vektor umfasst.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein isoliertes Protein, für das ein
isoliertes DNA-Molekül
kodiert, das mit der in SEQ ID NO:1, 3, 5 oder 6 angegebenen Nukleotidsequenz,
wobei die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region nicht umfasst ist,
unter moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert, wobei
das Protein, wenn es in ausreichender Menge innerhalb einer Pflanzenzelle
vorliegt die Pflanzenzelle embryogen macht oder regenerative Kapazität der Pflanzenzelle
erhöht.
Ferner umfasst ist ein Protein, für das ein isoliertes DNA-Molekül kodiert,
das mit den Nukleotiden 1620–4873
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 2026–5035 der SEQ ID NO:6, wobei
die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region nicht umfasst ist, unter
moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert, oder mit der
Nukleotidsequenz, die in der SEQ ID NO:1 oder 3 definiert ist, unter moderaten
oder stringenten Bedingungen hybridisiert. Die Erfindung umfasst
ferner ein isoliertes DNA-Molekül,
das für
ein wie in SEQ ID NO:2, SEQ ID NO:4 oder SEQ ID NO:7 definiertes
Protein kodiert. Die Erfindung betrifft ferner ein Protein, das
mindestens 70% Homologie mit der Aminosäuresequenz der SEQ ID NO:2,
SEQ ID NO:4 oder SEQ ID NO:7 aufweist oder von etwa 30 bis etwa
541 Aminosäuren
der in SEQ ID NO:2 offenbar ten Sequenz umfasst oder von etwa 30
bis etwa 561 Aminosäuren
der in SEQ ID NO:4 offenbarten Sequenz umfasst.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung
ungeschlechtlich erhältlicher Embryonen,
Schritte umfassend, bei denen man:
- i) eine
Pflanzenzelle mit einem Vektor transformiert, der ein isoliertes
DNA-Molekül
umfasst, welche mit einer der SEQ ID NO's:1, 3, 5 oder 6, die die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2
Region nicht umfassen, unter moderaten oder stringenten Bedingungen
hybridisiert, und das für
ein Protein kodiert, das, wenn es in ausreichender Menge innerhalb
der Pflanzenzelle vorliegt, die Pflanzenzelle embryogen macht oder
die regenerative Kapazität
der Pflanzenzelle erhöht,
oder eine Nukleotidsequenz umfasst, die mit den Nukleotiden 1620–4873 der
SEQ ID NO:5, oder mit den Nukleotiden 2026–5035 der SEQ ID NO:6, wobei
die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region nicht umfasst ist, unter
moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert oder mit der
in EQ ID NO:1 oder 3 definierten Nukleotidsequenz unter moderaten
oder stringenten Bedingungen hybridisiert;
- ii) die Pflanzenzelle zieht, um transformiertes Gewebe zu erhalten;
- iii) ausgewähltes
transformiertes Gewebe auf die Gegenwart des isolierten DNA-Moleküls hin selektiert; und
- iv) das transformierte Gewebe auf ungeschlechtliche Embryonenbildung
hin untersucht.
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Die
Erfindung betrifft ferner das obige Verfahren, bei dem der Schritt
der Untersuchung (Schritt iv)) eine Untersuchung somatischer Embryonen,
gametophytisch erhältlicher
Embryonen, adventive Embryonie, Diplosporie oder bei haploider Parthenogenese
des Embryosacks umfasst.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst ferner ein Verfahren zur Herstellung
apomiktischer Pflanzen, Schritte umfassend, bei denen man:
- i) eine Pflanzenzelle mit einem Vektor transformiert,
der ein isoliertes DNA-Molekül
umfasst, das mit den Nukleotiden 1–2014 der SEQ ID NO:1, Nukleotiden
1–2011
der SEQ ID NO:3, Nukleotiden 1620–4873 der SEQ ID NO:5 oder
Nukleotiden 2026–5035
der SEQ ID NO:6, welche die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region
nicht umfasst, unter moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert,
und die für
ein Protein kodiert, das, wenn in ausreichender Menge in der Pflanzenzelle
vorhanden, die Pflanzenzelle embryogen macht oder die regenerative
Kapazität
der Pflanzenzelle erhöht;
- ii) die transformierten Zellen auf die Gegenwart des isolierten
DNA-Moleküls
hin selektiert; und
- iii) die transformierten Pflanzen auf ungeschlechtliche Embryobildung
hin untersucht.
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Die
Erfindung betrifft ferner das obige Verfahren, bei dem der Nachweisschritt
(Schritt ii)) eine Untersuchung auf ungeschlechtlich erhaltene Embryonen,
somatische Embryonen, gametophytisch erhältliche Embryonen, adventive
Embryonie, Diplosporie oder auf haploide Parthenogenese des Embryosacks
umfasst.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung
ungeschlechtlich erhältlicher Embryonen,
Schritte umfassend denen man;
- i) eine Pflanzenzelle
mit einem Vektor transient transformiert, der ein isoliertes DNA-Molekül umfasst,
das mit den Nukleotiden 1–2014
der SEQ ID NO:1, Nukleotiden 1–2011
der SEQ ID NO:3, Nukleotiden 1620–4873 der SEQ ID NO:5 oder
Nukleotiden 2026–5035
der SEQ ID NO:6, welche die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region
nicht umfassen, unter moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert
und der für
ein Protein kodiert, das, wenn in ausreichender Menge in einer Pflanzenzelle
vorhanden, die Pflanzenzelle embryogen macht oder die regenerative
Kapazität
der Pflanzenzelle erhöht;
- ii) die transient transformierten Pflanzenzelle vermehrt, um
transient transformiertes Gewebe zu erzeugen;
- iii) das transient transformierte Gewebe auf ungeschlechtliche
Embryobildung hin untersucht.
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Die
Erfindung betrifft das obige Verfahren, bei dem der Schritt der
Untersuchung (Schritt iii)) den Nachweis sexuell erhältlicher
Embryonen, somatischer Embryonen, gametophytisch erhältlicher
Embryonen, adventiver Embryonie, Diplosporie oder haploidier Parthenogenese
des Embryonalsacks umfasst.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ferner ein Verfahren zur Veränderung
der regenerativen Kapazität
einer Pflanze zur Verfügung,
Schritte umfassend, bei denen man:
- i) eine
Pflanzenzelle mit einem Vektor transformiert, der ein isoliertes
DNA-Molekül
umfasst, das mit der SEQ ID NO:5 oder der SEQ ID NO:6 unter moderaten
oder strin genten Bedingungen hybridisiert und der für ein Protein
kodiert, das, wenn in ausreichender Menge in einer Pflanzenzelle
vorhanden, die Pflanzenzelle embryogen macht oder die regenerative
Kapazität
der Pflanzenzelle erhöht,
oder der eine Nukleotidsequenz umfaßt, die mit den Nukleotiden
1620–4873
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 2026–5035 der SEQ ID NO:6, welche
die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region nicht umfassen, unter
moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert, oder mit der
Nukleotidsequenz wie in den Nukleotiden der 1–2014 der SEQ ID NO:1 oder
den Nukleotiden 1–2011
der SEQ ID NO:3 unter stringenten Bedingungen hybridisiert;
- ii) die transient transformierten Pflanzenzelle wachsen läßt, um transient
transformiertes Gewebe zu erzeugen;
- iii) das transient transformierte Gewebe auf im Vergleich zum
Wildtyp verstärkte
Regeneration hin untersucht.
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Die
Erfindung umfasst ferner das obige Verfahren, bei dem Schritt iii)
einen Nachweis in Abwesenheit eines Wachstumsregulators umfasst.
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Die
Erfindung betrifft ferner Verfahren zur Veränderung der regenerativen Kapazität einer
Pflanze, Schritte umfassend, bei denen man:
- i)
eine Pflanzenzelle mit einem Vektor transient transformiert, der
ein isoliertes DNA-Molekül
umfasst, das mit der SEQ ID NO:5 oder der SEQ ID NO:6 unter moderaten
oder stringenten Bedingungen hybridisiert und der für ein Protein
kodiert, das, wenn in ausreichender Menge in einer Pflanzenzelle
vorhanden, die Pflanzenzelle embryogen macht oder die regenerative
Kapazität
der Pflanzenzelle erhöht,
oder der eine Nukleotidsequenz umfaßt, die mit den Nukleotiden
1620–4873
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 2026–5035 der SEQ ID NO:6, welche
die AP2 Repeat1-Linker AP2 Repeat2 Region nicht umfassen, unter moderaten
oder stringenten Bedingungen hybridisiert, oder mit der Nukleotidsequenz
wie in den Nukleotiden der 1–2014
der SEQ ID NO:1 oder den Nukleotiden 1–2011 der SEQ ID NO:3 unter
stringenten Bedingungen hybridisiert;
- ii) die transient transformierten Pflanzenzelle wachsen läßt, um transient
transformiertes Gewebe zu erzeugen;
- iii) das transient transformierte Gewebe auf im Vergleich zum
Wildtyp verstärkte
Regeneration hin untersucht.
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Die
Erfindung umfasst die obigen Verfahren, bei dem Schritt iii) den
Nachweis in Abwesenheit eines Wachstumsregulators umfasst.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Auswahl einer transformierten
Pflanze, Schritte umfassend, bei debeb man:
- i)
eine üblicherweise
nicht regenerative Pflanzenzelle mit einem Vektor transformiert,
der ein isoliertes DNA-Molekül umfasst,
das mit der SEQ ID NO:5 oder der SEQ ID NO:6 unter moderaten oder
stringenten Bedingungen hybridisiert und der für ein Protein kodiert, das,
wenn in ausreichender Menge in einer Pflanzenzelle vorhanden, die
Pflanzenzelle embryogen macht oder die regenerative Kapazität der Pflanzenzelle erhöht, oder
der eine Nukleotidsequenz umfaßt,
die mit den Nukleotiden 1620–4873
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 2026–5035 der SEQ ID NO:6, welche
die AP2 Repeat1-Linker AP2 Re peat2 Region nicht umfassen, unter
moderaten oder stringenten Bedingungen hybridisiert, oder mit der
Nukleotidsequenz wie in den Nukleotiden der 1–2014 der SEQ ID NO:1 oder
den Nukleotiden 1–2011
der SEQ ID NO:3 unter stringenten Bedingungen hybridisiert;
- ii) untersucht, ob die transformierte Pflanze unter Bedingungen
regeneriert werden kann, unter denen die üblicherweise nicht regenerierende
Pflanze sonst nicht regeneriert.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein isoliertes DNA-Molekül, das eine
DNA-Sequenz umfasst, die mindestens etwa 70% Ähnlichkeit mit den Nukleotiden
1–1619
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 1–2025 der SEQ ID NO:6 aufweist
oder die mindestens 22 aufeinander folgende Nukleotide innerhalb
der Nukleotide 1–1619
der SEQ ID NO:5 oder 1–2025
der SEQ ID NO:6 umfasst. Der Umfang der vorliegenden Erfindung umfasst
ferner einen Vektor, der das wie zuvor definierte isolierte DNA-Molekül umfasst,
das operativ mit einem ausgewählten
Gen verknüpft
ist, wobei das isolierte DNA-Molekül die Expression des ausgewählten Gens
innerhalb einer Pflanzenzelle kontrolliert. Das ausgewählte Gen
kann im Hinblick auf das isolierte DNA-Molekül heterolog sein. Das ausgewählte Gen
kann aus der Gruppe bestehend aus einem pharmazeutisch aktiven Protein,
Antikörper,
industriellen Enzym, Proteinsupplement, Nutraceutical, Vorratsprotein,
Tierfutter und Tierfutterzusatz ausgewählt werden. Die Erfindung betrifft
ferner eine transformierte Pflanzenzelle, eine transformierte Pflanze
oder Samen, der von der transformierten Pflanzen erhältlich ist,
die den wie zuvor definierten Vektor umfassen.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Steuerung der Expression
eines ausgewählten
Gens innerhalb eines sich entwickelnden Embryos einer Pflanze, Schritte
umfassend, bei denen man die Pflanze mit einem Vektor transformiert,
der ein isoliertes DNA-Molekül
enthält,
das mindestens etwa 70 Ähnlichkeit
mit den Nukleotiden 1–1619
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 1–2025 der SEQ ID NO:6 aufweist
oder das mindestens 22 aufeinanderfolgende Nukleotide aus den Nukleotiden
1–1619
der SEQ ID NO:5 oder Nukleotiden 1–2025 der SEQ ID NO:6 umfasst.
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Die
Erfindung betrifft außerdem
ein Verfahren zur Herstellung eines ausgewählten Proteins, Schritte umfassend,
bei denen man:
- i) eine Pflanzenzelle mit mindestens
einem Vektor transformiert, der ein isoliertes DNA-Molekül umfasst....
- ii) ausgewählte
transformierte Pflanzen auf die Gegenwart des isolierten DNA-Moleküls hin selektiert;
und
- iv) die transformierten Pflanzen vermehrt, um das ausgewählte Protein
zu erzeugen, wobei die Expression des ausgewählten Proteins durch das Expressionsprodukt
der isolierten DNA induziert wird.
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Das
Verfahren kann ferner die Transformation der Pflanze mit einem zweiten
Vektor umfassen, welcher eine Nukleotidsequenz umfasst, die für das ausgewählte Protein
unter Kontrolle eines Regulationselementes kodiert, wobei das Regulationselement
durch das Expressionsprodukt der isolierten DNA induziert wird.
Das Verfahren kann ferner dazu verwendet werden, das ausgewählte Protein
zu erzeugen, wobei das ausgewählte
Protein ein natives Protein ist.
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Diese
Zusammenfassung der Erfindung beschreibt nicht notwendigerweise
alle wesentlichen Merkmale der Erfindung, da die Erfindung auch
durch eine Unterkombination der offenbarten Merkmale ausgeführt werden
kann.
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KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER FIGUREN
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Diese
und weitere erfindungsgemäße Figuren
werden aus der nachfolgenden Beschreibung verständlicher, in der auf die beigefügten Figuren
Bezug genommen wird:
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1 zeigt
eine schematische Darstellung der Auswirkung der Temperatur der
Zellkultur auf das Schicksal der Entwicklung isolierter Mikrosporen
und Pollen von Brassica napus. Späte einkernige Mikrosporen und
frühe zweikernige
Pollen bei 25°C
oder darunter in Kultur gezogen, setzen die Teilung fort und bilden funktionale
Pollenkörner
(gametophytisch) aus, während
dieselben Mikrosporen und Pollen, die bei 32°C in Kultur gezogen wurden,
eine Vielzahl sporophytischer Teilungen durchläuft, die zur Bildung haploider
Embryonen führt
(embryonal). Späte
einkernige Mikrosporen und frühe
zweikernige Pollen, die für
einen Tag bei 25°C in
Kultur gezogen wurden, gefolgt von einer Kultur bei 32°C können gametophytische
Teilungen durchlaufen, jedoch weder Embryonen noch reife Pollenkörner ausbilden
(nicht-embryogen).
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2 zeigt
die Anlagerung der DNA-Sequenzen, die in SEQ ID NO:1 und SEQ ID
NO:3 abgebildet werden. Die ATG und TAG Translationsinitiations-
und Translationsterminationskodons sind fett markiert. Identische
Nukleotide werden durch (*) und Unterbrechungen durch (–) angezeigt.
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3 zeigt
die Anlagerung der abgeleiteten Proteinsequenzen, welche von den
DNA der SEQ ID NO:1 und SEQ ID NO:3 kodiert werden. Die Aminosäuresequenz
der ersten AP2 Re peat-Domäne
(Repeat 1) und der zweiten AP2 Repeat-Domäne
(Repeat 2) sind fett markiert. Identische Aminosäuren werden durch ein Sternchen
dargestellt (*) und Mismatches durch einen Punkt (.) unter der Sequenzanlagerung.
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4 zeigt
die Gegenwart von BNM3-Genen in dem Brassica napus-Genom. Ein DNA-Gelblot,
der einen Restriktionsverdau der B. napus c.v. Topas genomischen
DNA enthält,
wurde mit einem BNM3A cDNA-Fragment unter Bedingungen hoher Stringenz
hybridisiert. Die BNM3A cDNA hybridisiert an zwei DNA-Fragmente
unter diesen Bedingungen. Diese Fragmente entsprechen den BNM3A-
und BNM3B-Genen. Die Position des Molekulargewichtsmarkers (Lambda
DNA Hind III Restriktionsfragmente) wird am linken Rand der Figur
gezeigt. Die Restriktionsenzyme, die für den Verdau der DNA verwendet
wurden, werden oberhalb des Blots dargestellt.
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5 zeigt
die Anlagerung der abgeleiteten Proteinsequenz, die von der DNA
der SEQ ID NO:1 kodiert wird (BNM3A) zusammen mit der abgeleiteten
Proteinsequenz weiterer Proteine mit AP2-Domänen. Die Aminosäuresequenz
des BNM3A, beginnend bei Rest Nr. 208 und bis über die erste AP2-Repeat-Domäne (AP2-Domäne-Repeat-1),
die zweite AP2-Repeat-Domäne
(AP2-Domäne-Repeat-2)
und den Linkerbereich, der zwischen den beiden Repeats liegt (Linker),
wurde mit der Aminosäuresequenz
weiterer Proteine, die zwei AP2-Domänen enthalten, aneinander gelagert.
Die Aminosäureähnlichkeit
in diesem Bereich reicht von 53% für APETALA2 bis zu 80% für ZMMHCF1.
Identische Aminosäuren
werden durch ein (*) und Unterbrechungen der Sequenz durch ein (–) angezeigt.
Die Namen der Proteine werden am rechten Rand angegeben und werden
wie folgt abgekürzt:
ANT, AINTEGUMENTA (Zu griffsnummer U41339); ZM, ZMMHCF1 (Zugriffsnummer Z47554);
GL15, GLOSSY15 (Zugriffsnummer U41466); AP2, APETALA2 (Zugriffsnummer
I12546).
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6 zeigt
das Ergebnis einer Gelblot-Analyse mit einem BNM3A cDNA-Fragment,
die auf der Grundlage von RNA ausgeführt wurde, die aus den genannten
Geweben extrahiert wurde. RNA-Gelblots enthalten entweder 5 μg (a) oder
20 μg (b,
c) an Gesamt-RNA. 6A zeigt die Verteilung der
BNM3-Expression in Mikrosporen-Embryokulturen. RNA wurde aus späten einkernigen
Mikrosporen und frühe
zweikernige Pollen isoliert, die zur Zeit der Sammlung (Pollen 0D),
nach 4 Tagen in Zellkultur bei 32°C
(+ Embryo), nach 4 Tagen in Zellkultur bei 25°C (Pollen 4D), nach einem Tag
Zellkultur bei 25°C,
gefolgt von 3 Tagen Zellkultur bei 32 C (-Embryo) und von Mikrosporen
erhaltene Embryonen zum Zeitpunkt der globulären, Herz, Torpedo, 21 Tage alten
Cotyledonen (21 D cot), 28 Tage alten Cotyledonen (28D cot) Phasen
der Entwicklung. BNM3-Expression wurde in embryogenen Mikrosporen
und in sich entwickelnden aus Mikrosporen erhältlichen Embryonen, jedoch
nicht in sich entwickelnden Mikrosporen und Pollen, die vor der
Gewebekultur gesammelt wurden, und in nicht-embryogenen Proben nachgewiesen.
Die Kontaktzeit betrug 7 Tage. 6B zeigt
die BNM3-Genexpression, die in sich entwickelnden Samen nachgewiesen
wurde. Samen wurden zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Bestäubung gesammelt
(DAP). Diese Punkte der Entwicklung entsprechen etwa der globulären (7 T),
herzförmigen
(14T), Torpedo (18 T), frühe
Cotyledonen (21 T), mittlere Cotyledonen (28 T, 35 T) und späte Cotyledonen
(42 T) Phase der Entwicklung. Die Entwicklungszeit betrug 14 Tage. 6C zeigt, dass die BNM3 Genexpression in anderen
als Samengeweben nicht nachgewiesen wurde. Wurzeln und Blätter wurden von
Pflanzen gesammelt, die über
14 Tage im Gewächshaus
gezogen wurden. Vollständige
Blüten,
sowie ausgeschnittene Antheren und Stempel wurden aus geöffneten
Blütenknospen
unmittelbar vor der Anthese gesammelt. Kleine und große Knospen
bezeichnen geschlossene Blütenstände mit
einer Länge
von weniger als 5 mm oder größer als
5 mm, respektive. Schoten wurden 16 Tage nach der Bestäubung gesammelt.
Die Entwicklungszeit betrug 14 Tage.
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7 zeigt
den Phänotyp
von Brassica napus und Arabidopsis Pflanzen, die mit Konstrukturen
transformiert wurden, welche das BNM3-Gen enthielt unter der Kontrolle
eines veränderten
POLYUBIQUITIN-Promotors (B) oder unter einem doppelt-verstärkten 35S-Promotor,
welcher einen AMV-Translationsenhancer enthielt (A, C–E). 7A zeigt Embryonalstrukturen am Blattrand eines
Brassica T1 Sämlings. 7B zeigt Embryonalstrukturen auf dem Blattstiel
eines Arabidopsis T2 Sämlings. 7C zeigt Embryonalstrukturen auf der Cotyledone
eines Arabidopsis T1 Sämmlings. 7D zeigt eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der
Abaxialseite einer Arabidopsis T1 Cotyledone. Die bipolare Natur
der Embryonen ist bemerkenswert, genau wie die Entstehung sekundärer Embryonen
auf der Oberfläche
eines Primärembryos
(Sternchen). 7E zeigt einen halbdünnen Schnitt
durch eine der Cotyledonen des T1 Sämlings, der in 7C gezeigt wird. Man beachte die Gegenwart aller
wesentlichen Organe und Gewebeelemente des Embryos, sowie die Entwicklung neuer
Embryonen an den Seiten des Apikalmeristems des Triebs und der Cotyledonen.
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8 zeigt
die verstärkte
regenerative Kapazität
von Arabidopsis Pflanzen, die mit einem Konstrukt transformiert
wurden, das ein BNM3B Gen unter der Kontrolle eines veränderten
POLYUBIQUITIN-Promotors enthält. 8A zeigt Wildtyp und transgene Blatt- und Hypocotyl-Explantate auf einem
Medium, das Wachstumsregulatoren enthält. 8B zeigt
Wildtyp und transgene Wurzeln auf einem Medium, das Wachstumsregulatoren
enthält. 8C zeigt Wildtyp und transgene Blatt- und Hypocotyl-Explantate
auf einem Medium ohne Wachstumsregulatoren. 8D zeigt
Wildtyp und transgene Wurzelexplantate auf einem Medium ohne Wachstumsregulatoren.
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9 zeigt
eine Beschreibung des AtBBM Gens; das Arabidopsis-Ortholog des BNM3. 9A zeigt die Position der AtBBM Sequenz und ausgewählte Restriktionsendonukleasestellen
auf etwa 8 kb überlappender
Arabidopsis thaliana Ecotyp C24 genomischer DNA. Die abgeleiteten
Proteinkodierende Region des einzelnen Arabidopsis BNM3 Homologs überspannt
die Reste 3426 bis 6435 der genomischen Sequenz. Die Exons des abgeleiteten
kodierenden Bereichs werden als schwarze Rahmen oberhalb der Restriktionskarte angezeigt.
Ein vertikaler Pfeil bei Position 7479 verweist auf den Beginn der
IXR3 (Irreguläres
xylem3) Sequenz. Der horizontale Skalierungsbalken gibt Kilobasen
an. 9B zeigt, dass der genomische
Arabidopsis-Klon AtBBM und das Arabidopsis-Homolog, das durch DNA-Gel-Blot-Analyse
unter Verwendung einer Brassica napus BNM3 cDNA-Sonde identifiziert
wurde, identisch sind. Genomische DNA von Arabidospsis der Ecotypen
Landsberg erecta (L) und Columbia (C) wurden mit den in (A) gezeigten
Restriktionsenzymen verdaut und gegen eine BNM3A cDNA-Probe vollständiger Länge (SEQ
ID NO:1) hybridisiert. Der in (A) gezeigte Vergleich der Restriktionskarten
mit dem Muster hybridisierender Restriktionsfragmente zeigt, dass
die cDNA-Probe vollständiger
Länge von
Brassica ein einziges Arabidospsis-Homolog unter Waschbedingungen moderater
Stringenz nachweist (0,2 × SSC,
0,1% SDS bei 25°C).
Die Molekulargewichtsmarker werden rechts von dem Blot angegeben
(in Kilobasen).
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BESCHREIBUNG
DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die ungeschlechtliche Embryobildung
und Regeneration in Pflanzen. Die Erfindung betrifft insbesondere
Verfahren zur Herstellung ungeschlechtlich erhältlicher Embryonen und zur Verstärkung der
Regenerationskapazität
von Pflanzen. Die vorliegende Erfindung betrifft ferner Systeme
zur Erzeugung heterologer Proteine in Pflanzen und deren Verwendungen.
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Die
nachfolgende Beschreibung stellt eine bevorzugte Ausführungsform
lediglich beispielhaft dar und ohne eine Beschränkung auf die Kombination der
Merkmale, die für
die Ausführung
der Erfindung notwendig sind.
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Gene,
die bevorzugt bei der Induktion der Brassica napus c.v. Topas Mikrosporen
Embryogenese exprimiert werden, wurden mittels Subtraktionsscreening
isoliert. Es wurde festgestellt, dass sieben unabhängige cDNA-Klone,
die sechs einzigartige DNA Sequenzen umfassen, in cDNA-Bibliotheken,
die von embryogenen und nicht-embryogenen Mikrosporenkulturen erzeugt
wurden, differentiell exprimiert werden. Mehrere dieser BNM (für Brassica
napus Mikrosporen Embryo)-Klone, BNM3A (SEQ ID NO:1) und BNM3B (SEQ
ID NO:3) wurden durch die nachfolgende Beschreibung gekennzeichnet.
BNM3A und BNM3B kodieren für
Aminosäuresequenzen,
die in SEQ ID NO:2 und SEQ ID NO:4, respektive, beschrieben werden.
Die genomische Sequenz des BNM3A (SEQ ID NO:5), welche einen regulatorischen
Bereich (die Nukleotide 1–1619
der SEQ ID NO:5) umfasst, wurde ebenfalls erhalten. Das Arabidopsis-Ortholog
des BNM3-Gens, das AtBBM genannt wird, wurde ebenfalls identifiziert.
Die genomische Sequenz des AtBBM wird in SEQ ID NO:6 dargestellt,
während
die abgeleitete Aminosäuresequenz
in SEQ ID NO:7 dargestellt wird.
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Der
Begriff "Regeneration" wird in der vorliegenden
Anmeldung dazu benutzt, eine morphogenetische Reaktion zu beschreiben,
welche die Erzeugung neuer Gewebe, Organe, Embryonen ganzer Pflanzen
oder Fragmente ganzer Pflanzen, die von einzelnen Zellen oder einer
Gruppe von Zellen abstammen, hervorbringt. Die Regeneration kann
indirekt über
eine Kallusphase oder direkt, ohne eine dazwischenliegende Kallusphase ablaufen. "Regenerative Kapazität" bezeichnet die Fähigkeit
einer Pflanzenzelle Regeneration zu durchlaufen.
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Mit
dem Begriff "embryogene
Zelle" wird eine
Zelle bezeichnet, die den Übergang
entweder von einer somatischen oder einer gametophytischen Zelle
zu einem Zustand abgeschlossen hat, in dem keine weiteren Stimuli
verabreicht werden müssen,
um einen Embryo zu erzeugen.
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Als "regulatorisches Element" werden solche bezeichnet,
die entwicklungsbiologische, Gewebe-spezifische, induzierbare und
konstitutive regulatorische Elemente umfassen. Ein regulatorisches
Element, das entwicklungsbiologisch reguliert wird oder das die
differentielle Expression eines Gens unter seiner Kontrolle bestimmt,
wird in bestimmten Organen oder Geweben eines Organs zu bestimmten
Zeiten während
der Entwicklung dieses Organs oder Gewebes aktiviert. Einige regulatorische
Elemente, welche die Entwicklung steuern, können jedoch vorzugsweise in
bestimmten Organen oder Geweben zu bestimmten Entwicklungsstadien aktiv
sein, aber auch in einer entwicklungsbiologisch regulierten Art
aktiv sein oder in einer Grundmenge in anderen Geweben oder Organen
innerhalb der Pflanze, solche regulatorischen Elemente werden als "Gewebe-spezifisch" bezeichnet. Regulatorische
Elemente werden entweder oberhalb, innerhalb, un terhalb des kodierenden
Bereichs eines Gens oder als Kombination dieser Möglichkeiten
gefunden.
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Ein
induzierbares regulatorisches Element ist ein solches, das in der
Lage ist, direkt oder indirekt die Transkription eines oder mehrerer
DNA-Sequenzen oder Gene als Reaktion auf ein Induktionsmittel zu
aktivieren. In Abwesenheit des Induktionsmittels werden die DNA-Sequenzen
oder Gene nicht transkribiert. Der Proteinfaktor, der typischerweise
an das induzierbare regulatorische Element bindet, um die Transkription
zu aktivieren, liegt in inaktiver Form vor, die anschließend direkt
oder indirekt von dem Induktionsmittel in die aktive Form überführt wird.
Das Induktionsmittel kann ein chemischer Wirkstoff, wie ein Protein,
Metabolit, Wachstumsregulator, Herbizid oder eine Phenolverbindung
oder ein physiologischer Stress sein, der unmittelbar durch Hitze,
Kälte,
Salz oder toxische Elemente oder indirekt durch die Einwirkung eines
Pathogens oder eines Krankheitserregers, wie eines Virus, induziert
wird. Eine Pflanzenzelle, die ein induzierbares regulatorisches
Element enthält,
kann dem Induktionsmittel ausgesetzt werden, indem man extern das
Induktionsmittel an die Zelle oder Pflanze, beispielsweise durch
Aufsprühen,
Wässerung,
Hitze oder ähnliche
Verfahren verabreicht.
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Ein
konstitutives regulatorisches Element steuert die Expression eines
Gens in verschiedenen Teilen einer Pflanze und über die. Entwicklung der Pflanze
hinweg kontinuierlich. Beispiele für bekannte konstitutive regulatorische
Elemente umfassen Promotoren, die mit dem CaMV 35S Transkript assoziiert
werden (Odell et al., 1985, Nature, 313:810–812), dem Reis Actin 1 (Zhang
et al., 1991, Plant Cell, 3:1155–1165) und der Triphosphatisomerase
I Gene (Xu et al., 1994, Plant Physiol., 106:459–467), dem Mais Ubiquitin 1-Gen
(Cornejo et al., 1993, Plant Mol. Biol., 29:637–646), den Arabidopsis Ubiquin
1- und 6-Genen (Holtorf et al., 1995, Plant Mol. Biol., 29:637–646) und
dem Tabak-Translationsinitiationsfaktor 4A-Gen (Mandel et al., 1995
Plant Mol. Biol., 29:995–1004).
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Als "ausgewähltes Gen" wird irgendein Gen
bezeichnet, das in einer transformierten Pflanze exprimiert werden
soll. Ein entsprechendes, ausgewähltes
Gen kann umfassen, ist jedoch nicht beschränkt auf ein Gen, das für ein pharmazeutisch
aktives Protein kodiert, beispielsweise Wachstumsfaktoren, Wachstumsregulatoren,
Antikörper,
Antigene, deren Derivate, die für
die Immunisierung und Impfung und Ähnliches nützlich sind. Entsprechende
Proteine umfassen sind jedoch nicht beschränkt auf, Interleukine, Insulin,
G-CSF, GM-CSF, hPG-CSF, M-CSF oder Kombinationen davon, Interferone,
beispielsweise Interferon-α,
Interferon-β, Interferon-τ, Blutgerinnungsfaktoren,
beispielsweise Faktor VIII, Faktor IX oder tPA oder Kombinationen
davon. Ein ausgewähltes
Gen kann auch für
ein industrielles Enzym kodieren, ein Proteinsupplement, ein Nutraceutical
oder ein wertsteigerndes Produkt für Futtermittel, Nahrungsmittel
oder sowohl Futter- als auch Nahrungsmittelverwendung. Beispiele
entsprechender Proteine umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf
Proteasen, Oxidasen, Phytasechitinasen, Invertasen, Lipasen, Cellulasen,
Xylanasen, Enzyme, die bei der Ölbiosynthese beteiligt
sind, etc. Weitere Proteinsupplemente, Nutraceuticals oder wertsteigernde
Produkte umfassen native oder veränderte Samenvorratsproteine
und Ähnliche.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein chimäres Genkonstrukt, das eine
ausgewählte
DNA enthält,
die operativ mit einem regulatorischen Element der vorliegenden
Erfindung verknüpft
ist. Irgendein exogenes Gen oder ein ausgewähltes Gen kann verwendet und
gemäß der vorliegenden
Erfindung verändert
werden, um die Expression des exogenen Gens herbeizuführen.
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Die
Aktivierung der Expression eines ausgewählten Gens kann auch unter
der Kontrolle eines regulatorischen Elements erfol gen, das selbst
durch ein BNM3-Protein aktiviert wird. Ein nicht-beschränkendes
Beispiel stellt ein ausgewähltes
Gen dar, das an den Napin-Promotor fusioniert wurde, wobei der Napin-Promotor durch BNM3
induziert wird. Ein ausgewähltes
Gen kann ferner in somatischen Geweben unter der Kontrolle eines
oder mehrerer regulatorischer Elemente exprimiert werden, die durch
BNM3 induziert werden, sodass, wie nachfolgend detaillierter beschrieben,
das somatische Gewebe sich zu einer Samenähnlichen Struktur entwickelt,
die embryogene Zellen umfasst, und die Samen-ähnliche Struktur die Produkte
des ausgewählten Gens
erzeugt.
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Das
erfindungsgemäße chimäre Gen-Konstrukt
kann ferner einen 3' nicht-translatierten
Bereich umfassen. Ein 3' nicht-translatierter Bereich
bezeichnet einen Teil eines Gens, das ein DNA-Segment umfasst, welches
ein Polyadenylierungssignal und irgendein anderes regulatorisches
Signal umfasst, das in der Lage ist, mRNA-Prozessierung oder Genexpression
zu bewirken. Das Polyadenylierungssignal wird üblicherweise dadurch gekennzeichnet,
dass es die Addition von Polyadenylsäureresten an das 3'-Ende des mRNA-Vorläufers bewirkt.
Polyadenylierungssignale werden allgemein durch die Gegenwart einer
Homologie zu der kanonischen Form 5' AATAAA-3' erkannt, obwohl Variationen der Sequenz
nicht ungewöhnlich
sind. Beispiele für geeignete
3'-Bereiche sind
3'-transkribierte,
nicht-translatierte Bereiche, die ein Polyadenylierungssignal des Agrobacterium
Tumor-induzierenden Plasmid-Gens (Ti) enthalten, wie beispielsweise
die Nopalinsynthase (nos Gen) und Pflanzengene, wie das Sojabohnenvorratsprotein-Gen
und die kleine Untereinheit des Ribulose-1,5-bisphosphatcarboxylase-Gens
(ssRUBISCO). Der 3' nicht-translatierte
Bereich des Strukturgens des vorliegenden Konstrukts kann daher
zur Herstellung chimärer
Gene für
die Expression in Pflanzen verwendet werden.
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Die
chimären
Genkonstrukte der vorliegenden Erfindung können ferner Enhancer umfassen,
wobei es sich je nach Bedarf um Translations- oder Transkriptions-Enhancer
handelt. Diese Enhancer-Bereiche sind dem Fachmann gut bekannt und
können
das ATG-Initiationskodon und benachbarte Sequenzen umfassen. Das
Initiationskodon muss in Übereinstimmung
mit dem Leseraster der kodierenden Sequenz vorliegen, um eine Translation
der Gesamtsequenz zu ermöglichen.
Die Translationskontrollsignale und Initiationskodons können von
einer Vielzahl von Quellen abstammen, sowohl natürlicher als auch synthetischer
Art. Translationale Initiationsbereiche können aus derselben Quelle wie
die transkriptionalen Initiationsbereiche oder von demselben Strukturgen
bereitgestellt werden. Die Sequenz kann auch dem regulatorischen
Element entnommen werden, das für
die Expression des Gens ausgewählt
wurde, und spezifisch verändert
werden, um die Translation der mRNA zu steigern.
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Zur
Erleichterung der Identifizierung transformierter Pflanzenzellen
können
die erfindungsgemäßen Konstrukte
ferner verändert
werden, sodass sie für
Pflanzen selektierbare Marker umfassen. Geeignete selektierbare
Marker umfassen Enzyme, die für
die Resistenz gegen ein Antibiotikum, wie Gentamycin, Hygromycin, Kanamycin
und Ähnliche
kodieren. In ähnlicher
Weise können
Enzyme verwendet werden, welche die Herstellung einer Verbindung
bereitstellen, die mittels eines Farbumschlags, wie GUS (β-Glucuronidase),
Fluoreszenz oder Lumineszenz, identifizierbar sind.
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Als
Gegenstand der vorliegenden Erfindung werden ferner transgene Pflanzen
betrachtet, die ein Gen oder ein chimäres Genkonstrukt der vorliegenden
Erfindung enthalten, das ein BNM3-Gen, ein regulatorisches Element,
das von BNM3 abstammt, oder den kodierenden Bereich des BNM3 in
operativer Verknüpfung
mit einem konstitutiven, entwicklungsbiologisch regulierten oder
induzierbaren regulatorischen Element oder mit einer Kombination
davon umfasst. Verfahren zur Regeneration ganzer Pflanzen und Pflanzenzellen
sind im Stand der Technik bekannt. Im Allgemeinen werden transformierte
Pflanzenzellen in einem geeigneten Medium in Kultur gezogen, wobei
das Medium Selektionsmittel, wie Antibiotika, enthalten kann, wenn
selektive Marker eingesetzt wurden, um die Identifizierung transformierter
Pflanzen zu erleichtern. Sobald Kallusgewebe gebildet wird, kann
die Triebbildung durch Nutzung geeigneter Pflanzenhormone in Übereinstimmung
mit bekannten Verfahren verstärkt
werden, und die Triebe auf Wurzelbildungsmedium zur Generation von
Pflanzen überführt werden.
Die Pflanzen werden zur Begründung
repetitiver Generationen verwendet, entweder aus Samen oder unter
Verwendung von vegetativen Vermehrungsverfahren. Die erfindungsgemäßen Konstrukte
können
in Pflanzenzellen unter Verwendung von Ti-Plassmiden, Ri-Plasmiden,
viralen Pflanzenvektoren, unmittelbarer DNA-Transformation, Mikro-Injektion, Elektroporation,
biolistischen Verfahren, etc. eingeführt werden. Eine Übersicht
entsprechender Verfahren wird beispielsweise in Weissbach und Weissbach,
Methods for Plant Molecular Biology, Academic Press, New York VIII;
S. 421–463
(1988); Geierson und Corey, Plant Molecular Biology, 2. Ausgabe
(1988); und Miki und Iyer, Fundamentals of Gene Transfer in Plants,
In Plant Metabolism, 2. Ausgabe, D.T. Dennis, D.H. Turpin, D.D.
Lefebrve, D.B. Layzell (Hrsg.), Addison Wesly, Langmans Ltd. London,
S. 561–579
(1997) gegeben. Die vorliegende Erfindung betrifft ferner geeignete
Vektoren, die das Gen oder chimäre
Genkonstrukt umfassen.
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Eine
neue Klasse von Genen wurde aus Embryokulturen von Brassica napus
Mikrosporen isoliert. Durch die Fähigkeit die Bildung ungeschlechtlich
erhältlicher
Embryonen bei ektopischer Expression in vegetativen Geweben von
Pflanzen zu induzieren, konnte festgestellt werden, dass diese Gene
wichtige Regulatoren der Embryogenese sind. Die Gene werden nachfolgend
als BNM3-Gene (Brassica napus Mikrosporen Embryo) bezeichnet. SEQ
ID NO:1 zeigt die cDNA des BNM3A, SEQ ID NO:3 zeigt die cDNA des
BNM3B und die genomische Sequenz des BNM3A wird in SEQ ID NO:5 gezeigt.
Der regulatorische Bereich des BNM3A liegt innerhalb der Nukleotide
1–1619
der SEQ ID NO:5. Die abgeleiteten Proteinsequenzen, die durch die DNA
der SEQ ID NO:1 und 3 kodiert werden, werden in SEQ ID NO:2 und
4, respektive, dargestellt.
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Das
Ortholog des BNM3-Gens wurde ferner in Arabidopsis identifiziert
und wird nachfolgend als AtBBM bezeichnet. SEQ ID NO:6 zeigt die
genomische Sequenz des AtBBM. Die regulatorische Region des AtBBM
liegt in den Nukleotiden 1–2025
der SEQ ID NO:6. Die abgeleitete Aminosäuresequenz wird in SEQ ID NO:7
dargestellt.
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Die
BNM3-Translationsprodukte enthalten zwei Kopien einer AP2-Domäne, die
durch einen Linkerbereich getrennt sind (3, Aminosäuren 208–378 der
SEQ ID NO:2, und SEQ ID NO:4, Nukleotide 2694–4252 der SEQ ID NO:5, Nukleotide
2938–4416
der SEQ ID NO:6), die nachfolgend als "AP2-Domäne" oder "AP2-Domain-Repeat1-Linker-AP2-Domain-Repeat2" bezeichnet wird.
Es ist davon auszugehen, dass die AP2-Domäne Protein-Protein-Interaktionen bewirkt.
Die Fähigkeit
eines Proteins, das eine Anzahl von AP2-Domänen enthält, DNA zu binden, verknüpft mit
der Gegenwart von möglichen
nukleären
Lokalisationssignalen und sauren Bereichen, die als Transkriptionsaktivatoren
wirken können,
lässt es
wahrscheinlich erscheinen, dass diese Proteine als Transkriptionsfaktoren
wirken. Die AP2-Domain-Repeat1-Linker-AP2-Domain-Repeat2
des BNM3 weist etwa 99% Homologie mit der AP2-Domäne des AtBBM
auf (95% Nukleotidähnlichkeit
zwischen BNM3 und AtBBM), und ein hohes Ausmaß an Ähnlichkeit mit weiteren AP2-umfassenden Proteinen,
beispielsweise ANT etwa 85% (75% Nukleotidähnlichkeit), MOE17 (Chromosom
3), etwa 85% (78% Nukleotidähnlichkeit;
sofern die Introns in den Vergleich aufgenommen werden, beispielsweise
die AP2-Region der SEQ ID NO:5, weist mit MOE17 etwa 63% Nukleotidähnlichkeit über einen
Bereich von 285 bp innerhalb der zweiten AP2-Domäne auf), ZMMHCF1, 88%, oder
GLOSSY15, 66%. Außerhalb
der zwei AP2-Domänen
ist die Ähnlichkeit
der Sequenz zwischen BNM3 und diesen weiteren AP2-tragenden Proteinen wesentlich
reduziert.
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Als "BNM3" oder "BNM3-Gen" wird die Sequenz
der Oligonukleotide bezeichnet, die in SEQ ID NOs:1, 3, 5 oder 6
offenbart wird oder Fragmente, Derivate oder Mutationen davon oder
Oligonukleotidsequenzen, die mindestens Folgendes aufweisen:
- i) 70% Homologie oder Ähnlichkeit mit einem Fragment
oder Derivat der Sequenzen, die in SEQ ID NOs:1, 3, 5 oder 6 offenbart
werden, nicht umfassend die AP2-Domain-Repeat1-Linker-AP2-Domain-Repeat2-Region,
die durch die Nukleotide 741–1257
der SEQ ID NO:1, Nukleotide 672–1188
der SEQ ID NO:3, der entsprechenden Sequenz innerhalb des kodierenden
Bereichs der Nukleotide 2694–4252
der SEQ ID NO:5 oder der Nukleotide 2938–4416 der SEQ ID NO:6 (die
Bereiche, die als Nukleotide 2694–4252 der SEQ ID NO:5 oder
Nukleotide 2938–4416
der SEQ ID NO:6 definiert werden, werden durch 7 Introns unterbrochen; siehe 9)
definiert wird; oder
- ii) 70% Homologie oder Ähnlichkeit
mit den Sequenzen vollständiger
Länge,
die in SEQ ID NOs:1, 3, 5 oder 6 offenbart werden, darunter die
AP2-Domain-Repeat1-Linker-AP2-Domain-Repeat2-Region.
-
Entsprechende
Homologiebestimmungen können
unter Verwendung von Algorithmen der Oligonukleotidanlagerung ausgeführt werden,
z.B. aber nicht beschränkt
auf BLAST (GenBank URL: www.ncbi.nlm.nih.gov/cqi-bin/BLAST/, unter
Verwendung der folgenden Standardeinstellungen: Programm: blastn; Database:
nr; Expect 10; Filter: default, Alignment: pairwise; Query genetic
Codes: Standard (1) oder FASTA, wiederum unter Verwendung der Standardeinstellungen.
Unter Verwendung der Sequenzähnlichkeitsrecherchen
weist AtBBM etwa 85% Homologie zu der Gesamtlänge des BNM3 auf, AtBBM ist
daher ein BNM3-Gen. Ein BNM3-Gen kann ferner durch Bezugnahme auf
die Fähigkeit
definiert werden mit den erfindungsgemäßen Sequenzen zu hybridisieren.
Daher umfasst "BNM3" oder "BNM3-Gen" ferner:
- iii) Oligonukleotide mit einer Länge von mehr als etwa 15 Nukleotiden,
vorzugsweise einer Länge
von 20 bis 25 Nukleotiden, die mit irgendeiner der SEQ ID NOs:1,
3, 5 oder 6 assoziieren oder mit einem Fragment oder Derivat der
Sequenzen, die in SEQ ID NOs:1, 3, 5 oder 6 offenbart werden, darunter
nicht der Bereich, der für
die AP2-Domäne
kodiert (AP2-Domain-Repeat1-Linker-AP2-Domain-Repeat1) wie oben definiert unter
Bedingungen hoher Stringenz hybridisieren, beispielsweise, aber
nicht beschränkt
auf unter Verwendung von Gel-Blots hybridisieren (Southern-Hybridisierung)
bei etwa 65°C
bei 5×SSC,
gefolgt von Waschbedingungen bei 0,1×SSC, bei 65°C; oder
- iv) Nukleotidsequenzen mit im Wesentlichen vollständiger Länge oder
Nukleotidsequenzen mit einer Länge von
mehr als etwa 1000 Nukleotiden, die mit SEQ ID NO:1 oder 3, oder
ein Fragment oder Derivat der Sequenzen, die in SEQ ID NOs:1, 3
offenbart sind, mit einer Länge
von mehr als etwa 1000 Nukleotiden, darunter nicht der Bereich,
der für
die AP2-Domäne
kodiert (AP2-Domain-Repeat1-Linker-AP2-Domain-Repeat2),
wie oben definiert, unter Bedingungen moderater oder hoher Stringenz
hybridisieren, beispielsweise, jedoch nicht beschränkt auf,
Hybridisierungen unter Verwendung von Gel-Blots (Southern-Hybridisierungen)
bei etwa 25°C
und 0,2×SSC, 0,1%
SDS oder 65°C
5×SSC,
respektive, gefolgt von Waschbedingungen bei 0,2×SSC, 0,1% SDS bei 25°C.
-
Unter
Bedingungen moderater Stringenz hybridisiert die BNM3-cDNA vollständiger Länge nur
mit Fragmenten des AtBBM (siehe 9B),
AtBBM ist daher ein BNM3-Gen. Die Sequenzanalysen des genomischen
Klons des AtBBM positioniert das 5'-Ende des IRREGULAR XYLEM3 (IXR3)-Gen
stromabwärts
des erwarteten AtBBM kodierenden Bereichs (Position 7479, 9A). IXR3 wurde zuvor auf eine 150 kb-Region des Chromosoms
5 zwischen den Markern nga 106 (33,26 cM) und mi438 (33,34 cM) kartiert
(Taylor et al., 1999). Die Daten weisen darauf hin, dass das Arabidopsis-Ortholog
des Brassica napus-Gens durch ein einziges Gen kodiert wird, das
auf Chromosom 5 kartiert ist. Eine Sequenz, die der AtBBM-Sequenz
in hohem Maße ähnlich ist,
TAMU BAC Klon: T10B6 (Zugriffsnummer AP002073; Nakamura, 18. Mai
2000) wurde ebenfalls auf Chromosom 5 kartiert.
-
"BNM3-Gen" umfasst ferner DNA-Moleküle, die
mindestens 27 aufeinanderfolgende Nukleotide der SEQ ID NOs:1, 3,
5 oder 6 oder mindestens 22 aufeinanderfolgende Nukleotide innerhalb
des regulatorischen Bereichs der Nukleotide 1–1619 der SEQ ID NO:5 oder
Nukleotide 1–2025
der SEQ ID NO:6 umfassen. Ein Fragment des BNM3, wie in der vorliegenden
Anmeldung definiert, kann als Sonde für die Identifizierung von Nukleotiden
benutzt werden, die mit den BNM3 regulatorischen oder kodierenden
Bereichen innerhalb eines Organismus verwandt sind, oder als Primer
für die
Amplifikation dieser Nukleotidsequenzen. Moleküle werden ebenfalls als BNM3-Gene
angesehen, wenn sie mindestens 27 aufeinanderfolgende Nukleotide
umfassen und vorzugsweise mehr als etwa 30 bis etwa 35 Nukleotide
der Sequenz der SEQ ID NOs:1, 3, 5 oder 6, die für ein Protein oder ein aktives
Fragment davon kodieren, die wenn sie in einer Pflanzenzelle in
ausreichender Menge vorliegen die Zelle embryogen machen, die regenerative
Kapazität
der Pflanzenzelle steigern oder die Zelle embryogen machen und die
regenerative Kapazität
der Pflanzenzelle steigern. Ein BNM3-Gen umfasst vorzugsweise etwa
50 bis etwa 1981 Nukleotide der SEQ ID NOs:1 oder 3, von etwa 50
bis etwa 3538 Nukleotiden des kodierenden Bereichs (1620–4858) der
SEQ ID NO:5 oder von etwa 50 bis etwa 3009 Nukleotiden des kodierenden
Bereichs (2025–5035)
der SEQ ID NO:6.
-
Die
genomischen BNM3-Sequenzen, die von Brassica napus und Arabidopsis
erhältlich
sind, können dadurch
gekennzeichnet werden, dass sie 8 Introns umfassen. Diese Introns
werden bei den Nukleotiden 1846–2298,
2720–2952,
3036–3160,
3170–3314,
3403–3553,
3628–3797,
3849–3961
und 4039–4148,
der SEQ ID NO: 5; und Nukleotiden 2249–2578, 2994–3220, 3304–3420, 3429–3521, 3611–3770, 3845–3969, 4020–4151 und 4229–4310 der
SEQ ID NO:6 gefunden. Das Startkodon der SEQ ID NOs:5 und 6 liegt
bei Nukleotiden 1620 und 2026, respektive, während die Stoppkodons bei den
Positionen 4856 und 5035, respektive, gefunden werden.
-
Als "BNM3-regulatorischer
Bereich" wird eine
Sequenz von Oligonukleotiden bezeichnet, welche die Eigenschaft
aufweist, die Expression zu regulieren (entweder positiv, beispielsweise
als Enhancer oder Promotorbereich, oder negativ, beispielsweise
als Silencerbereich), und in operativer Verknüpfung mit einem BNM3-Gen vorliegt.
Typischerweise umfasst die BNM3-regulatorische
Region die Nukleotide oberhalb der Startstelle des BNM3-Gens, Sequenzen
innerhalb weiterer Bereiche des Gens können jedoch ebenfalls regulatorische
Eigenschaften aufweisen und werden als eine BNM3-regulatorische
Region angesehen, beispielsweise, jedoch nicht beschränkt auf,
Sequenzen innerhalb der Introns. Ein Beispiel für eine BNM3-regulatorische
Region, das jedoch nicht als beschränkend erachtet werden sollte,
umfasst:
- – eine
mit einem BNM3-Gen operativ verknüpfte Sequenz, die eine regulatorische
Funktion aufweist, beispielsweise, aber nicht darauf beschränkt, eine
regulatorische Region stromaufwärts
der Startstelle des BNM3-Gens oder innerhalb eines Introns oder
ein Fragment, Derivat, oder Mutationen davon;
- – Nukleotide
von etwa 1 bis etwa 1619 der SEQ ID NO:5 oder ein Fragment oder
Derivat davon;
- – Nukleotide
von etwa 1 bis etwa 2025 der SEQ ID NO:6 oder ein Fragment oder
Derivat davon;
- – eine
Nukleotidsequenz, die mit einer Nukleotidsequenz von etwa 1000 bis
etwa 1619 der SEQ ID NO:5 oder von etwa 1500 bis etwa 2025 der SEQ
ID NO:6 oder einem Fragment oder Derivat davon unter Bedingungen
hoher Stringenz assoziiert, beispielsweise, aber nicht beschränkt auf,
Hybridisierung an Gel-Blots bei etwa 65°C in 5×SSC, gefolgt von Waschbedingungen
bei 0,1×SSC,
65°C;
- – eine
Nukleotidsequenz, die mit einer Nukleotidsequenz von etwa 1 bis
etwa 1000 der SEQ ID NO:5 oder von etwa 1 bis etwa 1500 der SEQ
ID NO:6 oder einem Fragment oder Derivat davon unter Bedingungen moderater
oder hoher Stringenz assoziiert, beispielsweise, aber nicht beschränkt auf,
Hybridisierung an Gel-Blots bei etwa 25°C in 0,2×SSC, 0,1% SDS oder 65°C in 5×SSC, respektive,
gefolgt von Waschbedingungen bei 0,1×SSC bei 65°C; oder
- – eine
Nukleotidsequenz, die mindestens 70% Ähnlichkeit mit der Nukleotidsequenz
von etwa 1000 bis etwa 1619 der SEQ ID NO:5 oder von etwa 1500 bis
etwa 2025 der SEQ ID NO:6 oder einem Fragment davon von mindestens
22 Nukledotiden aufweist, wie mittels Oligonukleotidanlagerung bestimmt
(beispielsweise, aber nicht beschränkt auf BLAST- oder FAST-Recherchen, unter
Verwendung der Standardparameter; siehe oben).
-
Als "BNM3-Protein" wird ein Protein
oder ein biologisch aktives Fragment davon bezeichnet, das eine Pflanzenzelle
em bryogen macht, die regenerative Kapazität der Pflanzenzelle erhöht oder
die Pflanzenzelle embroygen macht, die regenerative Kapazität der Pflanzenzelle
erhöht
und durch ein BNM3-Gen, wie oben definiert, kodiert wird. Ein BNM3-Protein
umfasst vorzugsweise von etwa 30 bis etwa 579 Aminosäuren der Sequenz,
die in SEQ ID NO:2 offenbart wird, von etwa 30 bis etwa 579 Aminosäuren der
Sequenz, die in SEQ ID NO:4 offenbart wird oder von etwa 30 bis
etwa 581 Aminosäuren
der Sequenz, die in SEQ ID NO:7 offenbart wird. BNM3-Protein kann
jedoch auch als ein Protein definiert werden, das eine Homologie
von mindestens 70% entweder mit SEQ ID NO:2, 4 oder 7 aufweist,
darunter nicht die AP2-Repeat1-Linker-AP2-Repeat2-Region (Aminosäuren 208–378 der
SEQ ID NOs:2 und 3, Aminosäuren
205–375
der SEQ ID NO:7).
-
Die
Recherche nach Sequenzen in Datenbanken hat gezeigt, dass die BNM3-Translationsprodukte zwei
Kopien einer AP2-Domäne enthalten
(3, siehe ebenfalls SEQ ID NO:2 für BNM3A,
SEQ ID NO:4 für BNM3B,
und SEQ ID NO:7 für
AtBBM). Die AP2-Domäne
wurde zunächst
in APETALA2 identifiziert, einem Arabidopsis-Protein, das die Meristemidentität, Blütenorganspezifikation,
Samenmantelentwicklung und homeotische Genexpression der Blüte reguliert
(Jofuku et al., 1994), konnte jedoch nachfolgend bei einer großen Breite
von Proteinen mit verschiedenen Funktionen identifiziert werden.
-
Die
AP2-Domäne
weist üblicherweise
eine Länge
zwischen 58 und 68 Aminosäuren
auf und enthält einen
konservierten Zentralbereich von 18 Aminosäuren, der durch die Eigenschaft
gekennzeichnet ist, eine amphipatische α-Helix zu bilden, eine Struktur,
von der angenommen wird, dass sie Protein-Protein-Interaktionen bewirkt.
Die Fähigkeit
einer Anzahl von Proteinen, die AP2-Domänen enthalten, DNA zu binden,
verknüpft
mit der Gegenwart eines möglichen
nukleären
Lokalisationssignals und saurer Bereiche, die als Transkriptionsaktivatoren
wirken können,
liegt die Schlussfolgerung nahe, dass diese Proteine als Transkriptionsfaktoren
wirken.
-
Zwei
phylogenetisch verschiedene Klassen von Proteinen mit AP2-Domänen wurden
identifiziert; Proteine mit einer einzelnen AP2-Domäne (EREBP-ähnlich)
und Proteine mit zwei AP2-Domänen
(AP2-ähnlich; (Zhou,
1997)). Die Proteine, die durch die erfindungsgemäßen Gene
kodiert werden, stellen einzigartige Mitglieder der letzteren Proteinklasse
dar.
-
In
einem Aspekt stellt die vorliegende Erfindung demgemäß ein isoliertes
DNA-Molekül
zur Verfügung, das
eine Sequenz umfasst, die für
ein Protein kodiert, das zwei AP2-Domänen enthält. Wenn das Protein in ausreichender
Menge in einer Pflanzenzelle vorliegt, macht es die Pflanzenzelle
embryogen, steigert die regenerative Kapazität der Zelle oder macht die
Zelle sowohl embryogen und steigert die regenerative Kapazität der Zelle.
-
Analysen
der BNM3-Expression während
der von Mikrosporen abstammenden Embryoentwicklung, Samenentwicklung
oder Nicht-Samengewebeentwicklung
unter Verwendung von Northerns (6) wiesen darauf
hin, dass BNM3-Gene vorzugsweise in embryogenen Mikrosporenkulturen,
Embryonen, die aus Mikrosporen erhalten wurden, und Samen exprimiert
werden. BNM3-Transkripte wurden in keinem der Nicht-Samengewebe
nachgewiesen, die untersucht wurden.
-
BNM3
mRNA wurde in Mikrosporenkulturen nachgewiesen, die induziert wurden,
um Embryogenese zu durchlaufen, sowie in den nachfolgenden globulären-, herzförmigen,
Torpedo- und Cotyledonen-Phasen der aus Mikrosporen erhältlichen
Embryonalentwicklung (z.B. 6A).
RNA wurde ebenfalls innerhalb sich entwickelnder Samen, 14 Tage
nach der Bestäubung
(14 DAP) nachgewiesen, was der herzförmigen Phase der Embryonalentwick lung
entspricht. BNM3-Expression steigt während der frühen (21
DAP) und mid-Cotyledonen (28 DAP) Phasen der Embryonalentwicklung
und bleibt anschließend
konstant (6B).
-
Die
konstitutive Expression des BNM3 führt zur Bildung somatischer.
Embryonen auf vegetativen Strukturen, wie Cotyledonen, Blattstiele,
Blätter
und dem Apikalmeristem des Triebs von Pflanzen (7).
In diesen Experimenten wurde die BNM3-cDNA unter die Kontrolle von zwei getrennten
konstitutiven Promotorkonstrukten gesetzt, einem modifizierten Sonnenblumen
POLYUBIQUITIN-Promotorkonstrukt und einem doppeltverstärktem 35S-Promotorkonstrukt,
das ein AMV-translationales Enhancerelement enthält, es sollte jedoch klar sein,
dass irgendein geeigneter Promotor für diesen Zweck verwendet werden
kann. Entsprechende BNM3-erzeugte ektopische Embryonen enthalten
alle Organsysteme und Gewebeschichten, die bei der Entwicklung -
zygotischer Embryonen gefunden werden, wobei diese Embryonen bipolar
sind (7B), eine Achse aufweisen,
einen Hypocotyl- und Radikulumbereich, Trieb- und Wurzelmeristeme
und Cotyledonen. Jedes Organsystem enthält ferner die typische radiale
Anordnung der drei spezialisierten Gewebeschichten (Epidermis, Basisparenchym
und provaskuläres
Gewebe), die bei zygotischen Embryonen gefunden werden. Fortgesetzte
Expression des BNM3-Gens innerhalb des sich entwickelnden ektopischen
Embryos führt
zu einer Reiteration des Embryo-bildenden Prozesses mit dem Ergebnis,
dass neue Embryonen kontinuierlich auf der Oberfläche der
bestehenden Embryonen gebildet werden (7E).
-
Die
konstitituve Expression des BNM3 führt zu der gesteigerten Fähigkeit
einer Pflanze Triebe in vitro in Gegenwart von zugesetzten Wachstumsregulatoren
zu regenerieren. Wurzelexplantate transgener Pflanzen, die BNM3
ektopisch exprimieren, zeigen mindestens eine fünffache Steigerung in der Wurzelregeneration in
Gegenwart von Hormonen, wenn diese mit Wur zelexplantaten verglichen
werden, die von Wildtyp-Pflanzen erhalten wurden (8A, B). Die Triebe entwickeln sich
in den transgenen Explantaten oft schneller im Vergleich zum Wildtyp.
Wildtyp-Blatt und Hypocotyl-Explantate reagieren ursprünglich durch
die Erzeugung von Kallus an dem geschnittenen Ende des Blattstiels
(8B), gefolgt von Kallusbildung entlang der Länge des
Blattstiels. Im Gegensatz dazu erzeugen Explantate transgener Linien
unmittelbar neue Triebe (8B) oder
Wurzeln an der Schnittstelle des Blattstiels. Explantate, die ursprünglich Wurzeln
ausgebildet haben, bilden schließlich auch Triebe.
-
Transgene
Explantate, die BNM3 konstitutiv exprimieren, konnten auch in Abwesenheit
von zugefügten
Wachstumsregulatoren regeneriert werden. Wenn diese Explantate auf
ein Medium gebracht wurden, das keine Wachstumsregulatoren aufweist,
wurden Triebe entweder von der Schnittstelle der Blatt- und Hypocotyl-Explantate
oder von den Knötchen-ähnlichen
Strukturen der Wurzel-Explantate regeneriert (8C, D). In allen Fällen bildeten
sich regenerierte Triebe, Wurzeln, Blüten und Samen. Im Gegensatz
dazu erzeugen Wildtyp-Blatt- und Hypocotyl-Explantate, die auf Medium
ohne Wachstumsregulatoren platziert werden, gelegentlich Kallus
oder Wurzeln an der Schnittstelle des Blattstiels, es bilden sich
jedoch keine Triebe aus diesen Strukturen (8C, D).
-
Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung kann die Expression des BNM3 dazu
verwendet werden, die Entwicklungskaskade innerhalb transformierter
Pflanzen oder Pflanzenzellen zu initiieren. Diese Kaskade kann das
Ergebnis der stabilen Integration eines auf DNA-basierenden Vektors
sein, der BNM3 innerhalb der Pflanzenzelle exprimiert, eine solche
Kaskade kann jedoch auch das Ergebnis einer transienten Epxression des
BNM3 sein und fordert nicht die stabile Integration des BNM3-basierten
Vektors innerhalb der Pflanzenzelle. Diese transienten Ansätze können für die Induktion
somatischer Embryogenese, von Gametophyten erhältlicher Embryogenese oder
zur Steigerung der regenerativen Kapazität einer Pflanze oder einer
Pflanzenzelle nützlich
sein.
-
Pflanzen,
in denen das BNM3-Gen ektopisch exprimiert wird, weisen bevorzugte
Eigenschaften auf, darunter:
- – Bildung
ungeschlechtlich erhaltener Embryonen;
- – Gesteigerte
regenerative Kapazität
der Gewebeexplantate;
- – die
Fähigkeit
der Gewebeexplantate in Abwesenheit von zugegebenen Wachstumsregulatoren
zu regenerieren; und
- – die
Expression der Samenkomponenten in Nicht-Samenorganen, in denen
BNM3 ektopisch exprimiert wird.
-
Pflanzen,
die mindestens ein BNM3-Gen ektopisch exprimieren können ferner
für die
Herstellung rekombinanter Proteine verwendet werden, wobei Samen-spezifische
regulatorische Elemente verwendet werden.
-
Für die nachfolgend
beschriebenen Anwendungen des BNM3 ist es vorteilhaft, eine große Menge
des BNM3-Transkriptes und/oder BNM3-Proteins zu erhalten, um Pflanzen
zu erzeugen, in denen sich der Phänotyp stark durchsetzt. Dies
kann erzielt werden, indem genetische Elemente verwendet werden,
wie Introns, transkriptionale Enhancer oder translationale Enhancer,
von denen man weiß,
dass sie die Gen- oder Proteinexpressionsmengen steigern.
-
Die
BNM3-Sequenzen der vorliegenden Erfindung können für verschiedene Anwendungen
genutzt werden, darunter, jedoch nicht beschränkt auf, die Kontrolle der
embryonalen Entwicklung, die Kontrolle bei Regenerationsverfahren,
die Verwendung von regulatorischen Sequenzen für die gezielte Genexpression,
die Verwendung der BNM3-Sequenzen als selektierbaren Marker für transformierte
Pflanzen oder für
embryogene Zellen. Diese Anwendungen werden nachfolgend noch detaillierter
offenbart.
-
Verwendung von BNM3-Sequenzen
zur Kontrolle embryogener Prozesse
-
Wie
hierin beschrieben, spielen BNM3-Gene eine wichtige Rolle bei der
Initiation und Aufrechterhaltung der embryonalen Entwicklung. BNM3-Gene
wurden in einem weiten Bereich von Mitgliedern des Königreiches
der Pflanzen gefunden. Regulatorische Bereiche, die von diesen Genen
erhalten wurden, können
dazu verwendet werden, die Transkription des BNM3 oder eines Derivates
oder Fragmentes davon oder von irgendeinem ausgewählten Gen
nach im Stand der Technik bekannten Verfahren zu kontrollieren.
-
Die
ektopische Expression eines BNM3-Gens reicht aus, die sich wiederholende
Bildung von ungeschlechtlich erhaltenen Embryonen auf vegetativen
Pflanzengeweben zu induzieren (siehe Beispiel 4). In Abhängigkeit
des verwendeten Promotors kann die exktopische Überexpression des BNM3-Gens
dazu verwendet werden, somatische oder gametophytische Embryonen
zu erzeugen. Somatische oder gametophytische Embryonen können durch
Expression des BNM3-Gens unter der Kontrolle eines konstitutiven
regulatorischen Elementes erhalten werden, wie in Beispiel 5 gezeigt,
oder können
durch Expression eines BNM3-Gens unter der Kontrolle eines Gewebe-spezifischen
oder entwicklungsbiologisch regulierten Elementes, induzierbarer Elemente,
die entweder von Pflanzen- oder Nicht-Pflanzengenen oder durch transiente
Expression erhalten werden. In dieser Hinsicht können ferner chemische Induktionssysteme
(z.B. siehe Gatz und Lenk, 1998, die durch Bezugnahme hierin aufgenommen
wird) oder transiente Expression unter Verwendung von Verfahren, die
nicht in einer stabilen Integration des BNM3-Gens resultieren oder
die unmittelbar das BNM3-Protein nutzen, z.B. Mikroprojektilbeschuss
einer DNA oder eines Proteins, verwendet werden.
-
Temporäre und/oder
räumliche
Beschränkung
der BNM3-Expression
unter Verwendung induzierbarer Gewebe-spezifischer oder entwicklungsbiologisch
regulierter Elemente wird bevorzugt, wenn eine sich wiederholende
Embryogenese kein gewünschtes
Merkmal ist. Die regulatorischen Elemente, die dazu verwendet werden,
BNM3 auf eine bestimmte Entwicklungsphase oder einen Zelltyp zu
beschränken,
hängen
von der gewünschten
Anwendung ab. Regulatorische Elemente, die dazu verwendet werden
können,
BNM3 zur Erzeugung von Embryonen, die aus Mikrosporen abstammen,
zu exprimieren, umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf
solche der Klasse I Hitzeschock-induzierbaren Gene mit geringem
Molekulargewicht, GMHSP17.3B (Zarsky et al., 1995, das durch Bezugnahme
hierin aufgenommen wird), oder Mikrosporen/Pollen-exprimierte Gene
wie NTM19 (Custers et al., 1997,
EP
790 311 , die durch Bezugnahme hierin aufgenommen werden),
BCP1 (Xu et al., das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird),
LAT52'' (Twell et al., 1989, das
durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird), BNM1 (Treacy et al.,
1997, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird), und APG (Robers
et al., 1993, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird).
-
Beispiele
regulatorischer Elemente, die zur Expression des BNM3 für die Herstellung
somatischer Embryonen verwendet werden können, umfassen, sind jedoch
nicht beschränkt
auf solche Gene, die durch Pflanzenwachstumsregulatoren aktiviert
werden, die üblicherweise
zur Induktion somatischer Embryogenese in Gewebekulturen verwendet
werden. Bestimmte Beispiele, die jedoch nicht als beschränkend erachtet
werden, umfassen die Cytokin-induzierbaren IB6- und CKI1-Gene (Brandstatter
und Kieber, 1998, Kakimoto, 1996, die durch Bezugnahme hierin aufgenommen
werden) und das Auxin-induzierbare Element DR5 (Ulmasov et al., 1997,
das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird). Es sollte jedoch
klar sein, dass andere regulatorische Elemente für die Expression des BNM3 in
Pflanzen verwendet werden können.
-
Beispiele
von Genen für
regulatorische Elemente, welche für die Kontrolle der Expression
des BNM3 zur Erzeugung adventiver Embryonie geeignet sind, umfassen
ferner, sind jedoch nicht beschränkt
auf solche, die aus dem Ovulum- und Embryoexprimierten SERK-Gen
erhältlich
sind (Schmidt et al., 1997, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen
wird), dem Ovulumexprimierten AGL11-Gen (Roundsley et al., 1995,
das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird), die in Nucellusexprimierten
NUC1-Gene (Doan et al., 1996; WO 98/08961, das durch Bezugnahme
hierin aufgenommen wird) oder den von den inneren Integument-exprimierten
Genen FBP7 (Argenent et al., 1995, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen
wird) und SC4 (US-Anmeldung 09/059,909, die am 13. April 1998 eingereicht
wurde, die durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird).
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur effizienten Erzeugung
von Embryonen, die von Mikrosporen abstammen, in Pflanzen bereitgestellt.
Dieses Verfahren umfasst:
- i) die Transformation
einer ausgewählten
Pflanze, beispielsweise Brassica napus (unter Verwendung von dem
Fachmann bekannter Transformationsverfahren, beispielsweise DeBlock
et al., 1989, Clough und Bent, 1998, Vergunst et al., 1998, Klein.
et al, 1997, die durch Bezugnahme hierin aufgenommen werden) mit
einem Vektorkonstruktur oder isolierter DNA, bestehend aus einem
BNM3-Gen unter Kontrolle eines geeigneten regulatorischen Elements,
das konstitutiv, Gewebespezifisch, entwicklungsbiologisch reguliert oder
induzierbar und gegebenenfalls einem Markergen zur Selektion auf
Transformanden versehen sein kann;
- ii) transformierte Pflanzen auswählt;
- iii) Linien erzeugt, die das BNM3-Gen oder das BNM3-Protein
ektopisch überexprieren;
- iv) Mikrosporen und Pollen aus den transgenen Linien isoliert
und Mikrosporen und Pollen in Kultur zieht, um Embryogenese zu induzieren.
-
Embryogenese
kann unter Verwendung irgendeines Protokolls induziert werden, beispielsweise,
was jedoch nicht als beschränkend.
erachtet wird, können
Mikrosporen und Pollen für
etwa 4 Tage bei etwa 28°C bis
etwa 35°C,
vorzugsweise bei etwa 33°C
in Kultur gezogen werden, wonach die embryogenen Zellen oder Embryonen
auf etwa 25°C überführt werden.
-
Unter
Verwendung des obigen Verfahrens weisen Brassica napus Kultivare,
die BNM3 ektopisch überexprimieren
eine Steigerung der embryogenen Zellen und Embryonen auf im Vergleich
zu Mikrosporen oder Pollen, die von Wildtyp-Pflanzen erhalten wurden,
welche BNM3 nicht ektopisch exprimieren.
-
Beispiele
für regulatorische
Elemente, die dazu verwendet werden können, BNM3 für die Erzeugung von
Embryonen, die von Mikrosporen abstammen, zu exprimieren, umfassen,
sind jedoch nicht beschränkt auf,
solche der Klasse I Hitzeschockinduzierbaren Gene mit geringem Molekulargewicht
GMHSP17.3B (Zarsky et al., 1995, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen
wird), oder Mikrosporen/Pollen-exprimierte Gene, wie NTM19 (Oldenhof
et al., 1996,
EP 790 311 ,
die durch Bezugnahme hierin aufgenommen werden), BCP1 (Xu et al.,
1995, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird), LAT52 (Twell
et al., 1989, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird), BNM1
(Treacy et al., 1997, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird),
und APG (Roberts et al., 1993, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen
wird). Induzierbare regulatorische Elemente die ferner verwendet
werden können,
sind beispielsweise, aber nicht beschränkt auf den Tetracyclin-induzierbaren
Promotor (Gatz 1997, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird),
Steroidinduzierbaren Promotor (Aoyama und Chua 1997, das durch Bezugnahme
hierin aufgenommen wird) und Ethanol-induzierbaren Promotor (Slater
et al., 1998, Caddick et al., 1998, die durch Bezugnahme hierin
aufgenommen werden).
-
In ähnlicher
Art und Weise können
Embryonen, die von Mikrosporen erhalten werden, ebenfalls in Pflanzen
erzeugt werden, indem das BNM3-Protein in eine ausgewählte Pflanze
eingeführt
wird (z.B. mit biolistischen Verfahren, Klein et al., 1987) und
Pflanzen ausgewählt
werden, die eine verstärke
Mikrosporen-Embryogenese aufweisen.
-
Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren für die effiziente Erzeugung
somatischer Embryonen in vitro. Das Verfahren umfasst Schritte,
bei denen man:
- i) eine Pflanze transformiert,
beispielsweise Arabidopsis, unter Verwendung von dem Fachmann bekannten Transformationsverfahren
(beispielsweise, aber nicht beschränkt auf DeBlock et al., 1989,
Clough and Bent, 1998, Vergunst et al., 1998, die durch Bezugnahme
hierin aufgenommen werden) oder eine Pflanzenzelle transient transformiert
unter Verwendung von dem Fachmann bekannten Verfahren (beispielsweise
biolistische Verfahren, Klein et al., 1987) mit einem Vektorkonstrukt,
das ein BNM3-Gen unter der Kontrolle eines geeigneten regulatorischen
Elements enthält,
das konstitutiv, induzierbar oder entwicklungsbiologisch reguliert
sein kann, und gegebenenfalls ein Markergen für die Selektion auf Transformanden
aufweist,
- ii) transformierte Pflanzen auswählt, und
- iii) ausgewählte
Explantate aus den ausgewählten
transformierten Pflanzen in Kultur zieht, beispielsweise, jedoch
nicht beschränkt
auf, Wurzeln, Blatt, Sämlinge
in vitro, in einem Medium mit oder ohne geeignete Wachstumsregulatoren,
beispielsweise, aber nicht beschränkt auf 2,4-D (z.B. Mordhorst
et al., 1998), um unmittelbare Embryogenese oder embryogenen Kallus
zu erzeugen; und
- iv) die Embryonen, nicht-embryogenen Kallus oder sowohl Embryonen
als auch nicht-embryogenen Kallus auf geeignetes Medium überführt, um
die Herstellung von-Embryonen, Pflänzchen oder sowohl von Embryonen
oder Pflänzchen
zu bewirken.
-
Wenn
die Ergebnisse des obigen Verfahrens beispielsweise mit der Erzeugung
somatischer Embryonen in vitro unter Verwendung einer Anzahl von
Arabidopsis Ecotypen verglichen wird, kann festgestellt werden,
dass gerichtete Embryogenese oder embryogener Kallus in höherer Frequenz
aus den transgenen Linien initiiert wird, die BNM3 ektopisch überexprimieren
als in den Wildtyp-Kontrollen.
-
Beispiele
regulatorischer Elemente, die dazu verwendet werden können, BNM3
zur Erzeugung somatischer Embryonen zu exprimieren, umfassen, sind
jedoch nicht beschränkt
auf solche Gene, die durch Pflanzenwachstumsregulatoren aktiviert
werden, die üblicherweise
zur Induktion somatischer Embryogenese in Gewebekultur verwendet
werden. Bestimmte Beispiele, die jedoch nicht als beschränkend angesehen
werden sollten, sind Cytokinin-induzierbare IB6- und CK11-Gene (Brandstatter
und Kieber, 1998; Kakimoto, 1996, die durch Bezugnahme hierin aufgenommen
werden) und das Auxin-induzierbare Element, DR5 (Ulmasov et al., 1997,
das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird). Induzierbare regulatorische
Elemente sind ferner nützlich,
bei spielsweise, aber nicht beschränkt auf einen Tetracyclininduzierbaren
Promotor (Gatz, 1997, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird),
ein Steroid-induzierbarer Promotor (Aoyama und Chua, 1997, das durch
Bezugnahme hierin aufgenommen wird) und ein Ethanol-induzierbarer
Promotor (Slater et al., 1998, Caddick et al., 1998, die durch Bezugnahme
hierin aufgenommen werden).
-
Ektopische
Initiation der Embryonalentwicklung ist einer der wesentlichen Schritte
bei der Apomixis. Wie in Beispiel 4 gezeigt, reicht die ektopische
Expression eines BNM3-Gens aus, um die Embryobildung in Gewebe zu
induzieren, das anderenfalls Nicht-Embryo-bildendes Gewebe ist.
Ein BNM3-Gen kann daher dazu verwendet werden, adventive Embryonie
oder Parthenogenese einer reduzierten oder nicht-reduzierten Embryosackzelle
durch Expression des Gens in sporophytischen oder gametophytischen
Geweben des sich entwickelnden Ovulums zu initiieren.
-
Adventive
Embryonie wird durch Expression des BNM3 in sporophytischen Ovlumgeweben,
wie dem Nucellus, den inneren Integumente, oder anderen Geweben,
die neben oder in Nähe
zu dem sich entwickelnden Embryosack liegen, erreicht. Das Verfahren
umfasst Schritte, bei denen man:
- i) eine ausgewählte Pflanze
mit einem Vektorkonstrukt, das aus einem BNM3-Gen unter der Kontrolle
eines geeigneten regulatorischen Elements besteht, das konstitutiv,
induzierbar oder entwicklungsbiologisch reguliert sein kann, und
gegebenenfalls einem Markergen zur Selektion auf Transformanten
unter Verwendung von im Stand der Technik bekannten Verfahren transformiert
(siehe obige Verfahren);
- ii) transformierte Pflanzen auswählt;
- iii) die transformierten Pflanzen emaskuliert;
- iv) die transformierten Pflanzen mit Pollen bestäubt, die
eine oder mehrere dominante, selektierbare Marker tragen, beispielsweise
GUS oder Kanamycin-Resistenz; und
- v) auf die Erzeugung klonaler Nachkommen hin untersucht.
-
Wenn
die Ergebnisse des obigen Verfahrens mit der Bestäubung einer
Wildtyp-Arabidopsis-Pflanze mit Pollen, die einen dominanten selektierbaren
Marker tragen, verglichen werden, weisen alle F1-Embryonen, die
aus dieser Kreuzung resultieren, den dominanten Marker auf, während die
Embryonen, die aus Pflanzen abstammen, die das BNM3-Gen oder Protein
ektopisch überexprimieren
und über
sexuelle Embryobildung klonal erhalten wurden, den dominant selektierbaren
Marker nicht aufweisen.
-
Bestimmte
Beispiele regulatorischer Elemente, die für die Kontrolle der Expression
des BNM3 geeignet sind, um adventive Embryonie, Diplosporie oder
haploide Parthenogenese der Komponenten eines Embryosacks zu erzeugen,
umfassen das Ovulumexprimierte SERK-Gen (Schmidt et al., 1997, das
durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird), das Meiose-exprimierte
AtDMC1-Gen (Klimyuk
und Jones, 1997; WO 98/28431, die durch Bezugnahme hierin aufgenommen
werden), das Ovulum-exprimierte AGL1-Gen (Roundsley et al., 1995,
das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird), das Nucellus-exprimierte
NUC1-Gen (Doan et al., 1996; WO 98/08961), das durch Bezugnahme
hierin aufgenommen wird) und die von den inneren Integumenten exprimierten
Gene FBP7 (Angenent et al., 1995, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird)
und SC4 (US-Anmeldung 09/059,909, die am 13. April 1998 eingereicht
wurde und hierin durch Bezugnahme aufgenommen wird). Induzierbare
Systeme können
ferner verwendet werden, beispielsweise, aber nicht beschränkt auf,
den Tetrazyklin-induzierbaren Promotor (Gatz 1997), Steroid induzierbaren
Promotor (Aoyama und Chua 1997, das durch Bezugnahme hierin aufgenommen
wird), Ethanol-induzierbaren Promotor (Slater et al., 1998, Caddick
et al., 1998, die durch Bezugnahme hierin aufgenommen werden). Parthenogenese
der Zellen des Embryosacks bedarf eines regulatorischen Elements,
das in einer oder mehreren Zellen des weiblichen Gametophyten oder
dessen Vorläufers
aktiv ist. Die Befruchtung der meiotisch abstammenden polaren Kerne
ist bevorzugt, wenn die Entwicklung von Samen von der Gegenwart
des Endosperms abhängt.
-
Verwendung der BNM3 Sequenzen
zur Kontrolle des Regenerationsverfahrens
-
Pflanzen,
die BNM3 Gene ektopisch überexprimieren,
weisen eine gesteigerte regenerative Kapazität auf und die Fähigkeit,
zu ganzen Pflanzen in Abwesenheit von zugegebenen Wachstumsfaktoren
zu regenerieren (siehe Beispiel 5). BNM3 Genexpression kann daher
dazu verwendet werden, die Regenerationskapazität von Pflanzengeweben in vivo
oder in vitro zu verstärken
oder zu induzieren. Die regulatorischen Elemente, die zur Expression
des BNM3 verwendet werden, werden daher teilweise davon abhängen, ob
das Zielgewebe für
die Regeneration benutzt werden soll. Regeneration von Pflanzengeweben
kann durch Expression eines BNM3 Gens unter der Kontrolle eines
konstitutiven regulatorischen Elements erreicht werden, beispielsweise,
aber nicht beschränkt
auf 35S oder durch Expression eines BNM3 Gens unter der Kontrolle
eines fewebespezifischen oder entwicklungsbiologisch regulierten
Elements, induzierbaren Elements, das entweder von Pflanzen oder
nicht-Pflanzengenen abstammen kann (z. B. Gatz und Lenk, 1998, das
durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird) oder durch transiente
Expressionsverfahren, die nicht in einer stabilen Integration des
BNM3 Gens resultieren oder die eine direkte Verwendung des BNM3
Proteins umfassen (z. B. der Mikroprojektilbeschuß mit DNA
oder Protein). Chemische Induktionssysteme (siehe Gatz und Lenk,
1998) oder regulatorische Elemente von Genen, die auf Pflanzenwachstumsregulatoren
reagieren, können
für die
Induktion der Regeneration verwendet werden, wie beispielsweise
Cytokinin (Brandstatter und Kieber, 1998; Kakimoto, 1996) oder Auxin
(Ulmasov et al., 1997) oder Gene, die an der Wundstelle eines Gewebeexplantats
exprimiert werden (Xu et al., 1993) können verwendet werden.
-
Eine
weitere Verwendung besteht in der Nutzung des BNM3 Gens als selektierbare
Marker für
die Wiedergewinnung transgener Pflanzen. Ein Beispiel für diese
Anwendung, das nicht als in irgendeiner Form beschränkend erachtet
werden sollte, sind Wurzeln eines Sämlings, beispielsweise des
Arabidopsis Ecotyp C24 Sämlings,
die mit einem einzigen Agrobacterium tumefaciens Stamm cokultiviert
werden, der zwei binäre
Konstrukte enthält
(per Vergunst et al., 1998; mit Ausnahme aller Schritte, die in
Abwesenheit der zugegebenen Wachstumsregulatoren durchgeführt werden):
- – ein
erster binärer
Vektor trägt
eine Reportergenfusion, beispielsweise, aber nicht beschränkt auf, 35S:GUS;
- – ein
zweiter binärer
Vektor einhält
ein BNM3 Gen unter der Kontrolle eines geeigneten regulatorischen
Elements.
-
BNM3
Genexpression wird durch Integration der obigen Konstrukte in das
Arabidopsis-Genom aktiviert und die transgenen Pflanzen werden auf
der Grundlage ihrer Fähigkeit
selektiert unter Bedingungen zu regenerieren, bei dem Wildtyp-Explantate nicht
regeneriert werden können,
beispielsweise, aber nicht beschränkt auf, die Abwesenheit von
Wachstumsregulatoren. Bei vielen Ausführungsformen wird die T-DNA,
die das BNM3 Gen trägt,
und die T-DNA, die das ausgewählte
Gen trägt,
an nicht-verknüpfte Genorte
integrieren. Die T-DNA, welche die BNM3 Sequenz enthält und der
damit assoziierte Phänotyp
mit gesteigerter regenerativer Kapazität, kann daher bei den Nachkommen
der Pflanze durch einfache Segregation entfernt werden (Daley et
al., 1998). Es wird dem Fachmann unmittelbar klar sein, daß andere
Verfahren, wie transiente Expression genutzt werden können, welche
nicht in einer stabilen Integration des BNM3 Gens resultieren oder das
unmittelbar das BNM3 Protein verwenden.
-
Verwendung der BNM3 Sequenzen
zur zielgerichteten Genexpression in dem Embryo
-
Da
BNM3 Gene vorzugsweise in sich entwickelnden Embryonen exprimiert
werden (siehe Beispiel 3), besteht eine weitere Anwendung der vorliegenden
Erfindung in der Verwendung der BNM3 regulatorischen Bereiche zur
zielgerichteten Expression mindestens eines ausgewählten heterologen
Gens in dem sich entwickelnden Embryo für einen beliebigen Zweck, beispielsweise,
aber nicht beschränkt
auf die Änderung
der Embryo- und Sameneigenschaften, wie Samenvitalität oder -größe, die
Zusammensetzung der Bestandteile des Samens, Krankheitsresistenz
oder Erzeugung von hochwertigen Produkten, wie Impfstoffen, Antikörpern, Biopharmazeutika
oder anderen Spezialchemikalien.
-
Verwendung
der BNM3 Expression als Marker für
Embryogene Zellen
-
Wie
in den Beispielen 3 und 4 gezeigt, wird die BNM3 Genexpression während der
frühesten
Phase der Pflanzenembryogenese beobachtet und reicht selbst aus,
um die Signaltransduktionskaskaden zu aktivieren, welche zur Embryoentwicklung
führen.
Die BNM3 Genexpression ist daher ein spezifischer Marker für den Übergang
einer Pflanzenzelle in den embryogenen Weg.
-
Die
BNM3 Expression wird mit Embryo-bildenden Zellteilungen in vitro
und in vivo assoziiert und kann daher dazu verwendet werden, Kulturbedingungen
zu definieren, welche die Embryo-bildende Kapazität eines Gewebes
in vitro verändert.
Zellen mit embryogener Kapazität
oder Zellen, die eine beschränkte
Anzahl von Embryo-bildenden Teilungen durchlaufen, sind in Abwesenheit
von Strukturen, die Embryonen morphologisch ähneln, schwer zu identifizieren.
Diese Zellen können
jedoch auf der Grundlage ihrer BNM3 Expression identifiziert werden.
Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung wurde ein Vektor, der den BNM3
regulatorischen Bereich an ein Reportergen fusioniert, enthält, beispielsweise,
aber nicht beschränkt
auf, GUS (Jefferson et al., 1987) Luciferase (Ow et al., 1987) oder
GFP (Haselhoff und Amos, 1995) in eine ausgewählte Pflanze eingebracht. Homozygote
transgene Linien, die große
Mengen an Reportergenexpression im Embryo aufwiesen, wurden unter
in vitro Bedingungen in Kultur gezogen. Embryogene Zellen, sowie
Kulturbedingungen, welche die Bildung embryogener Zellen erleichtern
oder verstärken
wurden auf der Grundlage der Expression des Reportergens in den
in Kultur gezogenen Geweben identifiziert.
-
Eine
verwandte Anwendung besteht in der Nutzung des BNM3 Gens als Marker
für apomiktische
Arten zur Identifizierung individuellen Zellen, die in dem Verfahren
zur Bildung ungeschlechtlich erhältlicher
Embryonen sind. Bei dieser Anwendung werden Zellen, die eine autonome
Embryoentwicklung verfolgen, mittels mRNA in situ Hybridisierung
verwendet, wobei eine RNA Sonde benutzt wird, die von einer BNM3
Gensequenz abstammt, mittels Immunocytochemie unter Verwendung eines
Antikörpers,
der gegen ein BNM3 Protein gerichtet ist, durch Transformation von
Pflanzen mit einem DNA Konstrukt, das eine Genfusion zwischen den BNM3
regulatorischen Bereichen und einem Reportergen enthält oder
durch ähnliche
Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind.
-
Identifizierung
der Signaltransduktionskomponenten
-
Signaltransduktionskomponenten,
welche die BNM3 Genexpression aktivieren oder von dieser aktiviert
werden, können
durch Identifizierung von Proteinen und DNA Sequenzen, die mit einem
BNM3 Gen und dem Proteinprodukt interagieren, identifiziert werden.
Diese Sinaltransduktionskomponenten können unter Verwendung von Verfahren
identifiziert werden, die dem Fachmann bekannt sind, darunter beispielsweise, aber
nicht beschränkt
auf:
- – Mutagenese
zur Identifizierung von intro- und/oder extragenen Suppressoren
oder Enhancern des BNM3 gain-of-function Phänotyps;
- – Yeast
one Hybrid Screens zur Isolierung von Proteinen, die an BNM3 regulatorische
Bereiche binden, um die BNM3 Genexpression zu beeinflussen;
- – genetische
Selektion in Hefe, um Gene zu identifizieren, welche die unmittelbaren
Ziele der BNM3 Bindung sind;
- – DNA
Arrays oder Proteomic zur Identifizierung von Genen, die in einer
BNM3 Signaltransduktionskaskade aktiviert werden; und
- – Yeast
two Hybrid Screens zur Identifizierung von Proteinen, die mit BNM3
interagieren, um die Expression der stromabwärts liegenden Zielgene zu beeinflussen.
-
Verfahren
zur Analyse der Signaltransduktionskomponenten und Signalkomponenten
sind im Stand der Technik bekannt (siehe beispielsweise Meijer et
al., 1998, Lipshutz et al., 1999, und Anderson und Anderson, 1998).
-
Pflanzen,
welche das BNM3 Gen unter Kontrolle eines starken konstitutiven
regulatorischen Elementes überexprimieren,
wie beispielsweise, aber nicht beschränkt auf den Blumenkohlmosaikvirus
35S Promotor, weisen starke ektopische Embryobildung, verstärkte Regeneration
via Organogenese oder eine Kombination dieser Merkmale auf (Beispiele
4 und 5). Die Fähigkeit
der ektopischen BNM3 Überexpression
sowohl Embryobildung zu induzieren, als auch regenerative Verfahren
zu steigern, kann dazu verwendet werden, Mutationen zu identifizieren,
die in ihrer Embryobildung oder regenerativen Kapazität verändert sind.
In der vorliegenden Anmeldung wurde ein Vektorkonstrukt bestehend
aus dem kodierenden Bereich eines BNM3 Proteins unter Kontrolle
eines regulatorischen Elements hergestellt, das ausreicht, um entweder
ektopische Embryobildung oder den Phänotyp der verstärkten Regeneration
auszubilden, und in ausgewählte
Pflanzen eingeführt.
Homozygote transgene Linien, die eine hohe Penetranz der ektopischen
Embryobildung aufwiesen, einen gesteigerten GenerationsPhänotyp oder
eine Kombination davon, wurden identifiziert. Diese Linien werden
durch irgendein verfügbares
und dem Fachmann bekanntes Verfahren mutagenisiert, darunter EMS
Mutagenese, schnelle Neutronenmutagenese, Transposonmutagenese oder
T-DNA Mutagenese. Mutagenisierte Pflanzen werden anschließend auf
Veränderungen
in der ektopischen Embryobildung oder des regenerativen Phänotyps hin
untersucht. Diese Veränderungen
umfassen beispielsweise, sind jedoch nicht beschränkt auf
die Eliminierung oder Verstärkung
der Fähigkeit
ektopische, ungeschlechtliche Embryobildung oder die Regeneration
in Abwesenheit zu gegebener Wachstumsregulatoren zu fördern.
-
Heterologe
Proteinexpressionssysteme
-
Die
genetische Kontrolle der Signaltransduktionswege, die zur Embryogenese
und Organogenese in nicht-Samenorganen transgener Pflanzen führen, können durch
die ektopische Expression eines BNM3 Gens aktiviert werden. Die
Expression eines BNM3 Gens in Assoziation mit einem heterologen
Promotor kann dazu verwendet werden, um veränderte Samenkomponenten zu
erzeugen, darunter beispielsweise Proteine, Öle und andere Metabolite. Die
Biotransformation gewünschter
Organe kann ferner die Veränderung
des nutritiven Werts beispielsweise von Blättern von Futterpflanzen verändern oder
kann dazu verwendet werden alternative Verwendungen für Nutzpflanzen
bereitzustellen. Die Verwendung von Promotoren, die durch die Signaltransduktionskaskade
induziert werden, welche durch Expression des BNM3 initiiert werden,
kann dazu verwendet werden, hochwertigere kombinante Proteine in
anderen Organen als Samen zu exprimieren. Beispiel für einen solchen
Promotor ist der Napin Promotor, der aus den 2S Samen Vorratsprotein
Napin erhältlich
ist. Die Erzeugung. von Proteinen ausgehend von einer BNM3 induzierten
Kaskade kann in Organen erzielt werden, die eine größere Biomasse
als Samen aufweisen. Diese Technologie kann daher dazu verwendet
werden, Alternativen zu Pflanzen als Nutzpflanzen zu entwickeln.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft demgemäß ein binäres System, in dem das BNM3
Protein unmittelbar oder indirekt an eine Embryonal exprimierte
regulatorische Sequenz (Zielsequenz) bindet und die Transkription
eines chimären
Genkonstrukts in irgendeiner Pflanzenzelle, einem Gewebe oder einem
Organ aktiviert. BNM3 kann daher dazu verwendet werden unmittelbar
oder indirekt Transkription eines chimären Genkonstrukts zu aktivieren.
Dieser Ansatz umfaßt,
daß BNM3
entweder unmittelbar mit mindestens einer Zielsequenz eines Embryoexprimierten
Gens interagiert oder indirekt durch Auslösung einer embryogenen Signalkaskade,
welche einen Transkriptionsfaktor aktiviert, der wiederum mindestens
eine Zielsequenz bindet und die Transkription aktiviert. Dieses
binäre
System kann für
die Expression von Proteinen in somatischen Geweben mit den Eigenschaften
einer Expression in Samen verwendet werden.
-
Im
Rahmen der vorliegenden Anmeldung wurden transgene Pflanzen erzeugt,
die das BNM3 Gen unter der Kontrolle eines konstitutiven regulatorischen
Elements, beispielsweise, aber nicht beschränkt auf den 35S Promotor (35S:BNM3)
enthalten, um eine BNM3 Aktivatorlinie zu erzeugen. Die BNM3 Expression
kann in einer Vielzahl von Geweben der BNM3 Aktivatorlinie mittels
RNA Gel Blot Analyse gezeigt werden. Stabile homozygote Akti vatorlinien
mit hoher Menge an BNM3 Expression wurden identifiziert. Somatische
Gewebe, welche BNM3 überexpremieren,
können
auf die Expression anderer Embryo-exprimierter Gene, wie Arabin (Guerche
et al., 1990) Cruceferin (Pang et al., 1988) oder Oleosin oder für morphologische
Eigenschaften, die üblicherweise
Samen kennzeichnen, wie die Gegenwart von Lipid- oder Proteinkörpern, untersucht werden.
-
Transgene
Pflanzen derselben Art, die für
die oben beschriebene Erzeugung der BNM3 Aktivatorlinie verwendet
wurden, wurden ebenfalls erzeugt, wobei diese einen in Embryonen
exprimierten Promotor an ein ausgewähltes Gen enthalten, um eine
Linie mit einem ausgewählten
Gen zu erzeugen. Zur Vereinfachung der Beschreibung dieser Ausführungsform
exprimiert das ausgewählte
Gen ein Reportergen, wie beispielsweise GUS und Beispiele, die nicht
als beschränkend
erachtet werden sollten, solcher Linien umfassen, Brassica napus
2S Albumin-Samen Vorratsprotein-Gen, BngNAP1:GUS Fusion (Baszczynski
et al., 1994) oder eine SERK:GUS Fusion (Schmidt et al., 1997; ein
nicht-Samen exprimiertes
Reporterkonstrukt, wie BNM1:GUS (Treacy et al., 1997) kann als Negativkontrolle
verwendet werden). Das Ausmaß der
Expression des ausgewählten
Gens in den bestimmten Organen und Geweben dieser Linie für das ausgewählte Gen
wird für
jedes Konstrukt gezeigt. Stabile homozygote Linien mit hoher Expressionsmenge
des ausgewählten
Gens wurden erzeugt.
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Transgene
Linien, welche die BNM3 Aktivatorlinie und die Linie mit dem ausgewählten Gen
enthalten, wurden gekreuzt und die Nachkommensamen wurden gesammelt.
Die BNM3 Genexpression und in diesem Beispiel die GUS Aktivität, die Expression
weiterer Embryo-exprimierter Gene, sowie die morphologischen Ei genschaften
transformierter Gewebe wurden untersucht. Die BNM3 Expression in
nicht-Samengeweben aktiviert typischerweise sowohl Embryoentwicklung
als auch die Expression des ausgewählten Gens (d.h. GUS), jedoch
kann eine Aktivierung der Expression des ausgewählten Gens in Abwesenheit morphologisch
ausgebildeter Embryonen auch beobachtet werden. Die Expression des
ausgewählten
Gens in Abwesenheit eines morphologisch feststellbaren Embryos stellt
einen ersten Hinweis auf die unmittelbare Interaktion des BNM3 mit
der Zielsequenz dar.
-
Die
direkte Interaktion des BNM3 mit einer Zielsequenz kann ferner dadurch
gezeigt werden, daß transiente
Expression des BNM3 in Pflanzenprotoplasten zusammen mit der transienten
Koexpression eines Embryo-exprimierten Promotors, der an ein ausgewähltes Gen
fusioniert wurde (d. h. ein Konstrukt mit einem ausgewählten Gen)
gezeigt werden. Die 35S:BNM3 DNA und das ausgewählte Genkonstrukt werden in
Protoplasten eingeführt,
die aus nicht-Samenzellen gewonnen wurden, wie Blattmesophyllzellen,
mittels Elektroporation. Die Expression des ausgewählten Gens
wird nach mehreren Stunden untersucht, um die Aktivierung der Zielsequenz
zu bestätigen.
Unmittelbare Interaktion des BNM3 mit der Zielsequenz kann ferner
dadurch gezeigt werden, daß man
die Zielsequenz alleine als kompetitive DNA cotransformiert.
-
Um
zu ermitteln, ob Gewebe verschiedener Pflanzenarten durch BNM3,
35S:BNM3 DNA und ein Reportergen (beispielsweise, aber nicht beschränkt auf
GUS) transaktiviert werden, kann das Konstrukt. mittels Mikroprojektilbeschuß in somatische
Gewebe einer Pflanze eingeführt
werden. Sofern BNM3 unmittelbar mit einer Zielsequenz interagiert,
sollte die Expression des Re portergens mit der transienten Expression
des BNM3 in allen Arten und Geweben übereinstimmen.
-
Einen
unmittelbaren Beweis für
eine BNM3-Zielsequenz Interaktion kann ferner durch Isolierung des in
Bakterien, Insekten oder Hefen exprimierten BNM3 Proteins erhalten
werden. BNM3 wird unter Verwendung von kommerziell erhältlichen
Expressionssystemen in Bakterien, Insekten oder Hefen exprimiert
und bis zur Reinheit isoliert. Gelmobilitäts Shift Assays (Gustavson
et al., 1991) werden durchgeführt
unter Verwendung einer BNM3-Zielsequenz, beispielsweise einer Embryo-exprimierten
Zielsequenz, um eine unmittelbare Bindung des BNM3 an die BNM3-Zielsequenz
zu zeigen. Footprint Analysen können
ferner durchgeführt
werden, um die Region der BNM3 Bindung zu identifizieren. Fragmente
der Zielsequenz, die BNM3 binden, können anschließend subkloniert
werden und als Kompetitoren für
die BNM3 Bindung in transienten Nachweisverfahren, wie oben beschrieben,
benutzt werden.
-
Die
nachfolgende Beschreibung stellt eine bevorzugte Ausführungsform
dar und erfolgt in Form eines Beispiels ohne Beschränkung auf
eine Kombination der Merkmale, die für die Ausführung der Erfindung notwendig
sind.
-
Die
vorliegende Erfindung wird ferner durch die nachfolgenden Beispiele
erläutert.
Es sollte jedoch klar sein, daß diese
Beispiele nur erläuternden
Charakter haben und nicht zur Beschränkung des Umfangs vorliegenden
Erfindung in irgendeiner Art und Weise verwendet werden können.
-
Beispiele
-
Allgemeine Verfahren:
Mikrosporenembryokultur
-
Brassica
napus c.v. Topas wurde als Quelle für das Pflanzenmaterial der
Mikrosporenembryokultur verwendet. Spenderpflanzen für die Mikrosporenkultur
wurden in einem Wachstumskabinett bei 20°C/15°C (Tag/Nacht) mit einer Photoperiode
von 16 Stunden (400 μE/m/s)
die von VHO kalten weißfluoreszierenden Lampen
erzeugt wurde (165W, Sylvania) mit Glühbirnen (40W, Duro-test).
-
Vier
Wochen nach der Keimung der Pflanzen wurden diese in Wachstumskabinette
unter denselben Lichtbedingungen überführt, die jedoch auf 10°C/5°C (Tag/Nacht)
eingestellt wurden. Mikrosporen und Pollen wurden isoliert und wie
in Keller et al. (1987) beschrieben in Kultur gezogen, wobei nach
21 Tagen in Zellkultur Embryonen der Cotyledonen Phase auf ein Reifungsmedium überführt wurden,
das aus 1/2 × NLN
Salzen, 1% Sukrose, 0,35 M Mannitol und 5 μM ABA bestand. Nicht-induzierte
Kulturen (Mikrosporen und Pollen, welche die gametophytische Entwicklung
fortsetzten) und durch Hitze gestreßte, nicht-embryogene Kulturen (zur Herstellung
einer Subtraktionssonde), wurden aus demselben Ausgangsmaterial
in Kultur gezogen, das für
die Erzeugung embryogener Kulturen verwendet wurde. Nicht-induzierte Proben
wurden durch Kultur von Mikrosporen und Pollen für vier Tage bei 25°C erhalten.
Hitze-gestreßte,
nicht-embryogene
Proben wurden durch Kultur der Mikrosporen und Pollen für einen
Tag bei 25°C,
gefolgt von drei Tagen bei 32°C
erhalten.
-
Proben
von Mikrosporen und Pollen, die für weniger als 10 Tage in Kultur
gezogen wurden, wurden mittels Zentrifugation gesammelt. Ältere Proben,
die globuläre,
herzförmige,
Torpedo und Cotyledonen Phasen der aus Mikrosporen erhaltenen Embryonen
aufwiesen wurden durch Filtration unter Verwendung von Nylonnetzen
verschiedener Porengröße gesammelt,
wie in Ouellet et al. (1992), beschrieben. Alle anderen Pflanzengewebe
wurden aus Material gesammelt, das im Gewächshaus gezogen wurde. Samenmaterial
wurde durch Handbestäubung
von Blüten
am Tag der Anthese und durch Sammlung sich entwickelnder Samen an verschiedenen
Tagen nach der Bestäubung
(DAP) erhalten.
-
Nukleinsäureisolierung
und Analyse
-
Gesamt
RNA wurde entweder unter Verwendung eines Cäsiumchlorid/Guanidiniumisothiozyanatverfahrens
(Ouellet, 1992) oder des TRIZOL Reagenzes (Gibco-BRL) isoliert.
RNA Gel Blot Analysen wurden durch Auftrennung von 5 bis 20 μg Gesamt
RNA pro Bahn auf 1,5% Agarosegelen, die 0,62 M Formaldehyd enthielten,
im wesentlichen wie in Sambrook et al. (1989) durchgeführt, gefolgt
von einem Kapillartransfer auf Hybond-N Nylonmembranen (Amersham).
Poly(A)+RNA wurde aus der Gesamt RNA unter
Verwendung von Oligo(dT)-Zellulose Chromatographie isoliert (Sambrook,
1989).
-
Genomische
DNA wurde aus Blattgewebe nach dem in Fobert et al (1991) beschriebenen
Verfahren isoliert und mit bestimmten Restriktionsenzymen unter
Verwendung von Standardverfahren verdaut (Sambrook, 1989). Die DNA
Gel Blot Analyse wurde mittels Elektrophorese von 10 μg DNA auf
0,8% Agarosegelen durchgeführt,
gefolgt von einem Kapillartransfer auf Hybond-N Membranen.
-
Die
1,2 kb BNM3A cDNA Insertion wurde als Sonde für DNA und RNA Gel Blot Hybridisierungen
verwendet. Die Hybridisierung an geblottete Gele wurde bei 65°C gemäß dem Hybond-N
Protokoll ausgeführt. Die
letzte Waschbedingungen waren 0,1 × SSC, 65°C.
-
Herstellung der Subtraktionssonde
und cDNA Bibliothekscreening
-
Poly(A)mRNA
wurde von späten
einkernigen Mikrosporen und frühen
zweikernigen Pollen isoliert, die für vier Tage bei 32°C in Zellkultur
gezogen wurden, um Embryogenese zu induzieren (embryogene Probe) und
wurde zur Synthese einer Erststrang cDNA verwendet (Riboclone cDNA
kit; Promega). Die cDNA wurde anschließend mit einem fünffachen Überschuß (Gewicht)
an poly(A)+RNA aus späten einkernigen Mikrosporen und
frühen
zweikernigen Pollen hybridisiert, die für einen Tag bei 25°C in Kultur
gezogen wurden, gefolgt von drei Tagen bei 32°C, um Embryogenese zu inaktivieren
(nicht-embryogene Probe; Pechan et al., 1991). Die Subtraktionshybridisierung
wurde im wesentlichen wie im Sambrook et al. (1989) beschrieben
ausgeführt.
Die einzelsträngige
cDNA, die durch Subtraktion gewonnen wurde, wurde mittels [α–32P] dCTP unter Verwendung eines random Primer
Kits (BRL) markiert und als Subtraktionssonde zum Screenen einer
Lambda Phagen cDNA Bibliothek verwendet, welche aus derselben embryogenen
Probe erstellt wurde, die oben beschrieben wurde (Boutilier, 1994).
Dreifache Nylonfilter Abzüge
(Hybond-N) von etwa
1,5 × 105 Plaque-bildenden Einheiten der Bibliothek
wurden unter Verwendung der Subtraktionssonde untersucht, wobei
mittels eines random Primers der erste Strang der nicht-embryogenen Sonde
markiert wurde und mittels eines random Primers eine Napinsamenvorratsprotein
cDNA Probe markiert wurde (pN2; Crouch, 1983). Napin mRNA wurde überwiegend
in der Bibliothek aus embryogenen Mikrosporen gefunden (Boutilier,
1994) und Plaques, die mit der Napinsonde hybridisierten, wurden
daher von nachfolgenden Screeningschritten ausgeschlossen. Plaques,
die mit der Subtraktionssonde aber nicht mit der nicht-embryogenen
oder Napinsonde hybridisierten, wurden ausgewählt und zwei weiteren Durchläufen eines
differenziellen Screeningverfahrens unterworfen, die beide die Subtraktions- und nicht-embryogenen
cDNA Sonden verwendeten. DNA ausgewählter Lambda Klone wurde isoliert
(Sambrook, 1989), teilweise mit Eco RI und XbaI verdaut und in pGEM-4Z
(Promega) subkloniert.
-
Sieben
cDNAs, die 6 einzigartige Gene umfassen, von denen eines eine trunkierte
BNM3A cDNA umfaßt,
wurden identifiziert. Zwei verschiedene BNM3 cDNA Klone vollständiger Länge (BNM3A
und BNM3B) wurden anschließend
durch Screening von ca. 2,5 × 105 Plaque-bildenden Einheiten einer cDNA Bibliothek unter
stringenten Bedingungen erhalten (UniZAPII, cDNA Synthesekit, Stratagene),
die aus cDNA von 10 Tage alten globulären bis herzförmigen Embryonen
erstellt wurde, die von Mikrosporen von B. napus c.v. Topas abstammen.
Die BNM3 cDNA Insertionen wurden durch in vivo Excision in Bluescript
SK(–)(Stratagene)
gewonnen.
-
Isolierung
der Brassica napus genomischen DNA Sequenzen
-
Das
universelle Genom Walker Kit (Clonetech) wurde zur Isolierung genomischer
DNA-Fragmente verwendet, die stromaufwärts des BNM3 ATG-Startkodons
liegen. Vereinigte Proben aus nicht-klonierten Adaptor-ligierten genomischen
DNA-Fragmenten von Brassica napus cv Topas wurden erzeugt und zur
Isolierung von BNM3 genomischen Squenzen mittels nested PCR verwendet.
Die primäre
PCR nutzt den äußeren Adapter-Primer
(AP1), der von dem Hersteller geliefert wird und einen BNM3-spezifischen
Primer mit der Sequenz
-
-
Die
nested PCR verwendete den nested-Adapter-Primer (AP2), der vom Hersteller
bereitgestellt wurde, und einen BNM3-spezifischen Primer mit der Sequenz:
-
-
Die
primäre
PCR-Mischung wurde anschließend
1 : 50 verdünnt
und als Matrize für
die nested PCR verwendet. Sowohl die pri märe als auch die nested PCR
wurde wie vom Hersteller empfohlen durchgeführt. Die nested PCR-Produkte
wurden in den pGEMT-Easy-Vektor
(Promega) kloniert und sequenziert. Die PCR-Produkte, welche der 5'-nicht-translatierten
genomischen Region sowohl von BNM3A und BNM3B cDNA entsprechen,
wurden identifiziert.
-
Die
genomische cDNA-Sequenz, die das BNM3A ATG-Translationsstart- und TAG-Translationsstoppkodon überspannt,
wurde mittels PCR aus B. napus cv Topas genomischer DNA isoliert,
wobei eine Pfu Polymerase (Stratagene) und nachfolgende Primerkombination
verwendet wurden:
-
-
Die
Primer wurden in Standard-PCR-Bedingungen eingesetzt. Die PCR-Produkte
wurden in den pGEMT-Easy-Vektor kloniert und sequenziert.
-
DNA-Gel-Blot-Analyse
und Kartierung in Arabidpsis thaliana
-
500
ng Arabidopsis genomischer DNA (Ecotypen Columbia und Landsberg
erecta) (Shure et al., 1983) wurde mit 20 verschiedenen Restriktionsendonukleasen
verdaut, durch Elektrophorese auf einem 0,8 Agarosegel aufgetrennt
und unter Verwendung von Standarsdverfahren auf Hybond N+ Nylon-Membranen (Amersham) geblottet. Die
Blots wurden hybridisiert (1,5 M NaCl, 65°C) mit einer 32P[dATP]
Random-Primer markierten Sonde (Megaprime, Amersham), entsprechend
entweder:
- 1) etwa den ersten 405 bp der BNM3A
cDNA (SEQ ID NO:1), oder
- 2) etwa den letzten 1200 nt der BNM3A cDNA (SEQ ID NO:1) und
anschließend
unter Bedingungen geringer Stringenz (2×SSC, 0,1% SDS bei 65°C) oder bei
moderater Stringenz (0,2×SSC,
0,1% SDS bei 25°C) gewaschen.
-
Ein
Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus
(RFLP) wurde zwischen den Ecotypen Columbia und Landsberg erecta
unter Verwendung der Cfo I Restriktionsendonuklease identifiziert.
Dieser RFLP wurde zur Kartierung der Position des BNM3-Homologs
in dem Arabidopsis-Genom verwendet, wobei die rekombinanten, ingezogenen
(RI) Linien Lister und Dean verwendet wurden (Lister and Dean, 1993).
DNA aus 100 rekombinanten ingezogenen Linien wurde aus einer Kreuzung
zwischen den Ecotypen Columbia und Landsberg erecta erhalten und
mit Cfo I verdaut, auf Hybond N+ Nylon-Membranen überführt, mit
der BNM3A cDNA hybridisiert (wie oben beschrieben) und unter Bedingungen
geringer Stringenz gewaschen. Die resultierenden RFLP-Daten wurden
an die RI-Datenbank des Nottingham Arabidopsis Stock Center zur
Bestimmung des Ortes auf der Karte übermittelt (Lander et al.,
1987). Die Ergebnisse werden in Beispiel 2-2, unten, diskutiert.
-
Isolierung
der Arabidopsis thaliana genomischen DNA-Sequenzen
-
Drei
genomische Äquivalente
einer genomischen Lambda-Phagenbibliothek
eines amplifizierten Arabidopsis Ecotyps C24 (Lambda-GEM11, Promega)
wurden unter Verwendung einer trunkierten BNM3A cDNA-Probe gescreent
(etwa die letzten 1200 nt der SEQ ID NO:1). Die Blots wurden mit 32P-[dATP] Random-primer markierter Sonde
(wie oben beschrieben) hybridisiert und anschließend unter Bedingungen geringer
Stringenz gewaschen (2×SSC,
0,1% SDS bei 65°C).
Sieben Lambda-Phagen wurden ursprünglich identifiziert. Drei Lambda-Phagenklone,
die möglicherweise
das vollständige
Arabidospsis-Homolog des BNM3-Gens (SEQ ID NO:6) enthielten, wurden
anschließend
durch Hybridisierung unter Bedingungen geringer Stringenz mit einer Sonde
identifiziert, die vom 5'-Ende
der Brassica napus BNM3 cDNA abstammt (nt 1–405 der SEQ ID NO:1). Einzelne
Klone, die etwa 0,8 kb überlappender
Sequenz aufwiesen, wurden in jedem der drei Phagen identifiziert
und in pBR322 subkloniert und sequenziert.
-
Plasmidherstellung
für die
Pflanzentransformation
-
Die
Herstellung eines Plasmidvektors, der die BNM3 cDNA unter der Kontrolle
eines POLYUBIQUITIN oder Blumenkohlmosaik-Virus 35S-Promotors enthält, werden
nachfolgend beschrieben. Das Plasmid pRAP2TUBI enthält einen
veränderten
Helianthus annus POLYUBIQUITIN-Promotor (Binet et al., 1991) in dem
Plasmid pRAP2T. Das Plasmid pRAP2T enthält das pUCAP Plasmid (van Engelen
et al., 1995) und einen Nopalin-Synthase (nos) Terminator, der in
die Sac I und Eco RI Restriktionsschnittstellen eingeführt wurde.
Ein PCR-Fragment des POLYUBIQUITIN UbBI-Promotors, welches das 5'-Ende des Promotors
bis zum 3'-Ende des
ersten Exons umfasst, wurde aus dem Vektor unter Verwendung eines
M13 Reversen Primers und des UBIQ-3'-Primers amplifiziert:

der Nco I und Bam HI Restriktionsschnittstellen
enthält.
Das POLYUBIQUITIN-Promotorfragment wurde mit Pst I und Bam HI verdaut, über ein
Gel gereinigt und in die Pst I und Bam HI Stellen des pRAP2T ligiert,
wodurch der Vektor pRAP2TUBIHa erzeugt wurde. Die BNM3B cDNA vollständiger Länge wurde
mit Eco RI und Xho I Restriktionsenzymen verdaut, die Enden wurden
mit Klenow-Enzym geglättet,
das Fragment wurde über ein
Gel gereinigt und in die Sma I Schnittstelle des pRAP2TUBI ligiert,
wodurch das Plasmid pKBIS erhalten wurde. Ein Asc I/Pac I DNA-Restriktionsfragment,
das in veränderten
POLYUBIQUITIN-Promotor,
die BNM3B cDNA und den nos-Terminator enthielt, wurde über ein
Gel gereinigt und in die Asc I/Pac I Stelle des binären Vektor
pBINPLUS (van Engelen et al., 1995) ligiert, wodurch das Plasmid
pKBBINIS erzeugt wurde.
-
Die
Herstellung eines BNM3A cDNA enthaltenden Vektors unter der Kontrolle
eines doppeltverstärkten
35S-Promotors und AMV-translationalen
Enhancers wurde wie folgt ausgeführt.
Das Hind III/Xba I DNA-Restriktionsfragment, das den doppelten 35S-Promotor
und den AMV-Translationsenhancer des Plasmids pBI525 (Datla, et
al., 1993) enthielt, wurde in den Hind III/Xba I verdauten pRAP2T
ligiert, wodurch das Plasmid pRAP2T35S erzeugt wurde. Eine Nco I
Schnittstelle wurde in den BNM3A cDNA-Klon mittels zielgerichtete
Mutagenese eingeführt.
Die Sequenz des BNM3ANCOI-Primers, der für die Mutagenese verwendet wurde,
ist:
-
-
Ein
zweiter Primer, BNM3AHINDIII:
wurde zusammen mit dem BNM3ANCOI-Primer
für die
Amplifikation eines 305 bp Fragmentes der BNM3A cDNA verwendet.
Dies PCR-Fragment
wurde mittels Nco I und Hind III verdaut und in Nco I/Kpn I verdauten pRAP2T35S
ligiert und ein Hind III/Kpn I Fragment, das den Bereich der BNM3A
cDNA stromabwärts
der Hind III Stelle enthielt, erzeugte den Vektor p35S:BNM3. P35S:BNM3
wurde mit den Restriktionsenzymen Asc I und Pac I verdaut und das
Fragment, das den doppelten 35S-Promotor, den AMV-translationalen
Enhancer und die BNM3A cDNA und den nos-Terminator enthielt, wurde über ein
Gel gereinigt und in den mit Asc I/Pac I verdauten binären Vektor
pBINPLUS ligiert, wodurch das Plasmid p35S:BNM3BIN erzeugt wurde.
-
Sowohl
die Plasmide pKBBINIS und p35S:BNM3BIN wurden in den Agrobacterium
tumefaciens C58C1 Stamm überführt, der
ein ent waffnetes Ti-Plasmid pMP90 trägt, und für die Transformationsversuche verwendet.
-
Pflanzentransformation
-
Arabidopsis
thaliana Ecotyp C24 wurde als Empfänger für die Transformationsversuche
verwendet. Die Pflanzen wurden entweder unter Verwendung des Blüten-Dip-Verfahrens,
das von Clough and Bent, (1998) entwickelt worden war, oder mittels
des Wurzeltransformationsverfahrens transformiert, das in Vergunst et
al. (1998) beschrieben wird.
-
Transgene
Pflanzen von Brassica napus c.v. "Topas" wurden mittels Agrobacterium tumefaciens-vermittelter
Transformation von Mikrosporen abstammender Embryonen erzeugt. Embryonen,
die von Mikrosporen abstammen, wurden für 5 Wochen bei einer Dichte
von etwa 1000 Embryonen pro ml in Kultur gezogen. Übernachtkulturen
von Agrobacterium wurden in B5-Medium, das 9% Sucrose enthielt,
100fach verdünnt.
Die Embryonen wurden mit den verdünnten Bakterien für 48 Stunden
bei 24°C
in der Dunkelheit bei leichtem Schütteln co-kultiviert. Die Embryonen
wurden anschließend
auf NLN13-Medium für
mindestens zwei Wochen in der Dunkelheit bei 25°C überführt, das mit 350 mg/L Cefotaxim
und 200 mg/L Vancomycin supplementiert wurde.
-
Die
Embryonen keimten bei schwachem Licht 25°C für etwa zwei Wochen auf festem
B5-Medium, was mit 2% Sucrose, Cefotaxim (200 mg/L) und Vancomycin
(100 mg/L) supplementiert wurde. Gut entwickeltes Hypocotyl aus
gekeimten Embryonen wurde isoliert und. auf frisches Keimungsmedium überführt, das
mit 100 mg/L Kanamycin supplementiert wurde. Nach zwei Wochen auf
diesem Medium wurden Explantate in einem ähnlichen Medium subkultiviert,
das mit Kanamycin supplementiert wurde (25 mg/L). Grüne, möglicherweise transgene,
sekundäre
Embryonen wurden nach einem Monat Selektion sichtbar.
-
Mikroskopische
Untersuchungen
-
Alles
Pflanzenmaterial wurde über
Nacht bei 4°C
in 0,1 M Phosphatpuffer, pH 7,0 fixiert, der 4% Paraformaldehyd
enthielt. Die Proben wurden in 0,1 M Phosphatpuffer gewaschen und
anschließend
in gereinigtem Ethanol-Reihen bis 100% Ethanol dehydriert. Die Proben
für die
Rasterelektronenmikroskopie wurden bei einem kritischen Punkt in
flüssigem
CO2 getrocknet (Balzers CDP020) und auf
SEM-Stümpfe
unter Verwendung von leitendem Kohlenstoffkleber angebracht. Die
Proben wurden mit 30 nm Palladium/Gold beschichtet, wobei ein Polaron
E5100 Sprühbeschichter
verwendet wurde. Die Proben mit einem JEOL JSM 5200 Rasterelektronenmikroskop
mit einer Beschleunigungsspannung von 15 kV beobachtet. Digitale
Bilder wurden unter Verwendung eines Orion Framegrabbers erzeugt.
Die Proben für
die Lichtmikroskopie wurden in Technovit 7100 (Kulzer) eingetaucht.
Abschnitte wurden für
10 Sekunden in 1% Toluidinblau in 1% Natriumtetraborat gefärbt, mit
Wasser gewaschen und in Euparal angebracht. Digitale Bilder wurden
unter Verwendung einer Sony 3 CCD Kamera aufgenommen.
-
Regenerationsexperimente
-
Wildtyp-
und transgene Arabidopsis-Samen wurden oberflächensterilisiert, auf ½ MS Medium,
das 20% Sucrose (1/2 MS-20) enthielt, ausplattiert und bei 21°C gezogen,
wobei die Platten in einem 60° Winkel geneigt
wurden. Acht Wildtyp-Sämlinge
und 8 Sämlinge
von jeweils 7 unabhängigen
transgenen Linien wurden 10 Tage nach Keimung geerntet und in Wurzel,
Hypocotyl und Blattbestandteile aufgeteilt. Dies Material wurde anschließend in
zwei Teile aufgeteilt. Die Hälfte
der Explantate wurde auf B5-Medium, das 20% Glucose enthielt (B5-20),
kontinuierlich in Kultur gezogen. Die Explantate wurden auf frisches
B5-20 Medium alle zwei Wochen überführt. Die verbleibenden
Explantate wurden auf B5-20 Medium in Kultur gezogen, das Pflanzenwachstumsregulatoren
enthielt, um die Triebbildung zu induzieren (Vergunst et al., 1998).
Diese Explantate wurden zunächst
für zwei
Tage auf Kallus-induzierende Medien gesetzt (CIM; hohes Verhältnis Auxin
zu Cytokinin) und anschließend
für den
Rest der Kulturphase auf Wurzelinduzierendes Medium transferiert
(SIM; hohes Verhältnis
Cytokinin zu Auxin). Die Explantate wurden auf frisches SIM-Medium
für zwei
Wochen überführt.
-
Beispiel 1: Isolierung
und Kennzeichnung des BNM3-Gens von Brassica napus
-
Ein
Subtraktionsscreeningansatz wurde verwendet, um Gene zu isolieren,
die vorzugsweise während der
Induktion der Brassica napus c.v. Topas Mikrosporenembryogenese
induziert werden (1). Zwei Arten von Mikrosporen-Kulturen
wurden für
die Herstellung einer Subtraktionssonde verwendet: embryogene und nicht-embryogene.
Die embryogenen Kulturen wurden erhalten, indem späte einkernige
Mikrosporen und frühe
zweikernige Pollen einer Hitzestressbehandlung für 4 Tage bei 32°C unterworfen
wurden. Die nicht-embryogenen Proben wurden erhalten, indem dieselbe
Ausgangspopulation später
einkerniger Mikrosporen und früher
zweikerniger Pollen für
einen Tag bei 25°C,
gefolgt von 3 Tagen bei 32°C
in Kultur gezogen wurden (Pechan et al., 1991). Poly(A) mRNA wurde
aus den embryogenen Proben isoliert und zur Synthese einer Erststrang-cDNA
verwendet. Die cDNA wurde anschließend mit einem Überschuss
an poly(A)+ RNA hybridisiert, die von nicht-embryogenen
Mikrosporen/Pollenproben isoliert wurde. Die nicht-hybridisierende,
einzelsträngige
cDNA, die Sequenzen, welche in der embryogenen Probe vorliegen,
aber nicht oder nur in geringerer Menge in der nicht-embryogenen
Probe, in angereicherter Menge enthält, wurden wiedergewonnen,
radioaktiv markiert und als Substraktionssonde für das Screening einer cDNA-Bibliothrk
verwendet, die wie oben beschrieben von der embryogenen Probe erhalten
wurde. Plaques, die mit der Subtraktionssonde hybridisieren, aber
nicht mit einer Sonde, die von der nicht-embryogenen Probe erhalten
wurde, wurden ausgewählt
und zwei weiteren Runden eines differentiellen Screeningsverfahrens
unterworfen. Sieben unabhängige
cDNA-Klone, die sechs einzigartige DNA-Sequenzen umfassen, wurden
identifiziert und es wurde festgestellt, dass diese in embryogenen
und nicht-embryogenen Proben differentiell exprimiert werden. Einer
dieser sieben Klone, 42A1, später
als BNM3A bezeichnet (steht für
Brassica napus Mikrosporen Embryo) wurde weiter analysiert.
-
Beispiel 2-1: Die BNM3-Gene
kodieren für
neue Mitglieder einer AP2-Domäne
enthaltenden Klasse von Transkriptionsaktivatoren
-
Ein
einzelner BNM3 cDNA-Klon, BNM3A, wurde nach dem Screening einer
embryogenen Mikrosporen-cDNA-Bibliothek mit einer Subtraktionsprobe,
die für
Gene, die in embryogenen Mikrosporen und Pollen exprimiert werden
angereichert war, isoliert. Die Diskrepanz zwischen der Größe des cDNA-Klons
(1,2 kb) und der Größe des mittels
RNA-Gel-Blots detektierten Transkripts (2,2 kb) weist darauf hin,
dass der Klon keine cDNA vollständiger
Länge repräsentiert.
Zwei längere
cDNA-Klone, die die cDNA des ursprünglichen Klons in vollständiger Länge enthalten,
BNM3A (SEQ ID NO:1), und ein neuer Klon, BNM3B (SEQ ID 0:3), wurden
aus einer cDNA-Bibliothek eines 10 Tage alten Brassica napus Mikrosporen-Embryos
isoliert. Die Gegenüberstellung
der DNA-Sequenzen dieser Klone wird in 2 gezeigt.
Die zwei BNM3 cDNA-Klone sind 2011 und 1992 nt lang und auf Nukleotidebene
97% ähnlich,
wobei sie sich nur geringfügig
in der Länge
und Sequenz der 5' und
3' nicht-translatierten Bereiche
unterscheiden. Beide cDNA-Klone kodieren für ein voraussichtlich 579 Aminosäuren langes
Polypeptid (vorhergesagtes Molekulargewicht 63,9 kDa, pI von 5,7),
das auf Aminosäureebene
etwa 97% Ähnlichkeit
aufweist (3).
-
Die
genomische Komplexität
der BNM3-Gene wurde durch Hybridisierung der BNM3 cDNA an Gel-Blots,
die Brassica napus genomische DNA enthielten, bestimmt (4).
Die BNM3 cDNAs hybridisierten mit zwei DNA-Fragmenten unter Bedingungen
hoher Stringenz. Die zwei hybridisierenden Fragmente stellen zwei
BNM3-Gene dar, BNM3A und BNM3B. B. napus ist eine amphidiploide
Art, die durch die Hybridisierung der diploiden B. rapa und B. oleracea
Genome erhalten wurde, und die beiden BNM3-Sequenzen stammen daher wahrscheinlich
von einem einzigen Genort von jedem der parentalen diploiden Vorgänger.
-
Die
Recherche mit der Sequenz in Datenbanken konnte zeigen, dass die
BNM3-Translationsprodukte zwei Kopien einer AP2-Domäne
enthalten (3). Die AP2-Domäne wurde
zuerst in APETALA2 (AP2) identifiziert, einem Arabidopsis-Protein,
das Meristemidentität,
Blütenorganspezifizierung,
Samenmantelentwicklung und homeotische Genexpression der Blüte reguliert
(Jofuku et al., 1994; WO 98/07842), und dass bei einer Vielzahl
von Proteinen mit verschiedenen Funktionen identifiziert wurde.
Diese Funktionen reichen von der Aktivierung von Genen, die mit
Stress zusammenhängen
(Zhou, 1997; Stockfinger, 1997) Ethylenreaktion (Ohme-Takagi, 1995),
der Regulierung der Blatt-, Blüten-
und Ovulumentwicklung (Moose, 1996; Jofuku, 1994; Elliot, 1996;
Klucher, 1996). Die AP2-Domäne
stellt ein repetitives Motiv mit einer Länge von 56–68 Aminosäuren dar, das mindestens zwei
konservierte Bereiche enthält:
ein hochbasisches YRG-Element, das ein konserviertes YRG-Aminosäuremotiv
enthält,
und das RAYD-Element. Das RAYD-Element weist einen konservierten zentralen
Bereich von 18 Aminosäuren
auf, von dem angenommen wird, dass er eine amphipathische α-Helix ausbildet,
eine Struktur, von der angenommen wird, dass sie Protein-Protein-Interaktionen
bewirkt. Die Fähigkeit
einer Anzahl von Proteinen, die AP2-Domänen enthalten, DNA zu binden,
verknüpft
mit der Gegenwart eines möglichen
nukleären
Lokalisationssignals und saurer Bereiche, die als transkriptionale
Aktivatoren wirken können,
weisen darauf hin, dass diese Proteine als Transkriptionsfaktoren
wirken.
-
Zwei
phylogenetisch getrennte Klassen von Proteinen mit AP2-Domänen, bestehend
entweder aus einer AP2-Domäne
(EREBP-ähnlich)
oder zwei AP2-Domänen,
die mit einem Linkerbereich verknüpft sind (AP2-ähnlich),
wurden identifiziert (Zhou, 1997) BNM3 gehört zu der letzteren Klasse.
Die Recherche in Datenbanken mit dem Bereich, der den zwei AP2-Domänen und
dem Linkerbereich des BNM3 entspricht, konnte zeigen, dass BNM3
dem Arabidopsis AINTEGUMENTA (ANT; Elliot, 1996; Klucher, 1996)
und dem Zea mays ZMMHCF1 AP2-Domänen
enthaltenden Protein (ZM; Daniell, 1996) am ähnlichsten ist. 5 zeigt
eine Anlagerung der beiden AP2-Domänen des BNM3 mit solchen anderer
Proteine, die zwei AP2-Domänen
enthalten. BNM3 teilt 85% Aminosäuresequenzähnlichkeit
mit ANT und 88% mit ZMMHCF1 in diesem Bereich, jedoch nur 66% Aminosäureähnlichkeit
mit AP2 und GLOSSY15 in diesem Bereich. Eine 10 Aminosäureinsertion
in der ersten AP2-Domäne
der BNM3-Proteine unterscheidet diese drei Proteine ferner von anderen
Proteinen mit AP2-Domäne
(Elliot, 1996). Die BNM3, AINTEGUMENTA- und ZMMHCF1-Proteine teilen
ferner ein kleines hydrophobes Aminosäuremotiv, LG/SFSLS, in ihrem
aminoterminalen Bereich, weisen jedoch sonst keine wesentliche Ähnlichkeit
in ihrer DNA oder Aminosäuresequenz
außerhalb
der AP2-Domänen
und Linker auf. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die BNM3-Sequenzen
einzigartige Mitglieder der Proteinfamilie mit AP2-Domänen kodieren.
-
Eine
paarweise Anlagerung der BNM3B cDNA und Aminosäuresequenzen mit ANT- oder
ZMMHCF-1-Sequenzen zeigt, dass die BNM3B-Nukleotidsequenz:
- – zu
65% identisch mit der ANT cDNA ist (über die 1905 Nukleotide des
ANT) und zu 50% identisch mit ZMMHCF1 cDNA ist (über die 1773 Nukleotidsequenz
des ZM);
und für
die BNM3B-Aminosäuresequenz:
- – das
BNM3B-Protein ist zu 41% identisch mit dem ANT-Protein (über die
555 Aminosäuresequenzen
des ANT) und zu 46% identisch mit dem ZMMHCF1-Protein (über die
485 Aminosäuresequenz
des ZM).
-
Beispiel 2-2: Die Brassica
napus BNM3-Gene entsprechen einem einzigen Arabidopsis thaliana-Ortholog
-
DNA-Gel-Blot-Analysen
genomischer DNA von Arabidopsis hybridisierte zu einer Anzahl von
Brassica napus BNM3A cDNA (SEQ ID NO:1) Sonden unter Bedingungen
geringer und mittlerer Stringenz, was auf die Gegenwart eines einzigen
Homologs des Brassica napus BNM3-Gens in dem Arabidopsis-Genom hindeutet. Ein
RFLP wurde ferner zwischen den Ecotypen Columbia und Landsberg erecta
unter Verwendung der Cfo I-Restriktionsendonuklease
identifiziert. Dieses RFLP wurde zur Kartierung der Position des
einzigen BNM3-Homologs auf dem Arabidopsis-Genom etwa bei 34 cM
auf Chromosom 5 verwendet (Lister und Dean, 1993).
-
Screening
von drei genomischen Äquivalenten
einer Arabidopsis genomischen Bibliothek identifizierte drei Lambda-Klone,
welche das Arabidopsis BNM3-Homolog möglicherweise vollständiger Länge enthielten (AtBBM).
Die Sequenzanalyse der drei AtBBM-Klone zeigte, dass sie identisch
sind (SEQ ID NO:6). Die 9A und B zeigen
respektive das Restriktionsfragmentmuster der isolierten genomischen
Klone von Arabidopsis und das Muster der Restriktionsrfragmente,
die nach Hybridisierung der genomischen DNA von Arabidopsis mit
der Brassica BNM3A cDNA- Probe
erhalten wurden. Ein Vergleich der fünf Figuren zeigt, dass die
genomischen AtBBM Arabidopsis-Klone und das mittels DNA-Gel-Blot-Analyse
unter Verwendung einer heterologen Sonde identifizierte Homolog
identisch sind. Die Squenzanalyse der AtBBM genomischen Klone positionierte
das 5'-Ende des
IRREGULAR XYLEM3 (IXR3) Gens stromabwärts der vorhergesagten AtBBM kodierenden
Region (Position 7479, 9A).
Es konnte zuvor gezeigt werden, dass IXR3 in einem 150 kb Bereich
des Chromosoms 5 zwischen den Markern nga 106 (33,26 cM) und mi438
(33,34 cM); Taylor et al., 1999) vorliegt. Diese Daten zeigen, dass
das Arabidopsis-Ortholog des Brassica BNM3-Gens durch ein einziges
Gen kodiert wird, das auf Chromosom 5 liegt. Eine Sequenz, die sehr ähnlich zu
AtBBM ist, TAMU BAC Klone: T10B6 (Zugriffsnummer AP002073; Nakamura,
18. Mai 2000) liegt ebenfalls auf Chromosom 5.
-
Ein
Vergleich der Struktur des genomischen Brassica-Klons BNM3A (SEQ
ID NO:5) und des genomischen Arabidopsis-Klons AtBBM (SEQ ID NO:6)
zeigt, dass die vorhergesagten Intron/Exon-Grenzen zwischen den
beiden Sequenzen hochkonserviert sind. Es wird davon ausgegangen,
dass beide Sequenzen neun Exon- und 8 Intronsequenzen umfassen.
-
Ein
Vergleich der DNA-Sequenz des AtBBM-Gens (SEQ ID NO:6) und der beiden
Brassica cDNA-Sequenzen (SEQ ID NO:1 und SEQ ID NO:3) zeigt, dass
die drei Sequenzen zu 85% ähnlich über die
gesamte abgeleitete Protein-kodierende Region und zu 95% ähnlich in
der 546 nt Region sind, welche die zwei AP2 und die Linkerregio überspannt,
die zwischen den beiden AP2-Domänen
liegt. Die Nukleotidähnlichkeit
zu anderen Genen, die für
AP2-Domänen kodieren,
wie ANT und zu der Sequenz auf dem Klon MOE17 auf Chromosom 3 (Zugriffsnummer
AB025629) in dem Bereich, welcher die beiden AP2-Domänen und
die Linker-Region, welche zwischen den beiden AP2-Domänen liegt,
beträgt
67% und 78%, respektive. Weder ANT noch die Sequenz auf Chromosom
3 zeigt signifikante Ähnlichkeit
auf DNA-Ebene zu AtBBM außerhalb
der für
die AP2-Domäne
kodierenden Region.
-
Die Ähnlichkeit
zwischen der abgeleiteten Aminosäuresequenz
des AtBBM und der beiden Brassica cDNA-Sequenzen (SEQ ID NO:1 und
SEQ ID NO:3) beträgt
etwa 80% über
die gesamte Proteinkodierende Sequenz und etwa 99% in dem 182 Aminosäurebereich,
der die beiden AP2-Domänen
und die Linker-Region, die zwischen den beiden AP2-Domänen liegt, überspannt.
Die Aminosäureähnlichkeit
sowohl zu ANT als auch der AP2-Domänen-Sequenz, die auf Klon MOE17,
Chromosom 3 liegt, in der Region der Aminosäuren, welche die beiden AP2-Domänen und
die Linker-Region überspannt,
die zwischen den beiden AP2-Domänen
liegt, beträgt
etwa 85%. Keine dieser beiden Proteinsequenzen zeigt signifikante Ähnlichkeiten
zu AtBBM außerhalb des
Bereichs der AP2-Domänen des
Proteins.
-
Beispiel 3: Die BNM3-Gene
werden vorzugsweise in sich entwickelnden Embryonen exprimiert
-
RNA-Gel-Blot-Analysen
(6) wurden dazu verwendet, um das Muster der BNM3-Gen-Expression während der
Entwicklung von Embryonen, die von Mikrosporen abstammen, während der
Samenentwicklung, und in Nicht-Samengeweben bestimmt. Alle Analysen
zeigten, dass die BNM3-Gene vorzugsweise in sich entwickelnden Embryonen
exprimiert werden.
-
Die
RNA-Gel-Blot-Analysen zeigten, das BNM3 mRNA Mikrosporenkulturen,
die Embryogenese durchlaufen, sowie in den nachfolgenden globulären, herzförmigen,
Torpedo- und Cotyledon-Phasen
der Entwicklung von Embryonen, die von Mikrosporen abstammen, nachgewiesen
werden konnte (6A). BNM3 mRNA wurde nicht
in nicht-embryogenen Mikrosporenkulturen, in frisch isolierten Mikrosporenpollen
oder in Mikrosporen und Pollen, die eine gametophytische Entwicklung
in Zellkultur fortsetz ten, nachgewiesen (6A).
RNA-Gel-Blot-Analysen sich entwickelnder Samen zeigte, dass die
BNM3-Expression zum ersten Mal 14 Tage nach Bestäubung nachgewiesen wird (14
DAP), was der herzförmigen
Phase der Embryonalentwicklung entspricht. Die BNM3-Expression steigt
während
der frühen
(21 DAP) und mittleren Cotyledon-Phase (21 DAP) der Embryonalentwicklung
an und bleibt anschließend
konstant (6B). BNM3-Transkripte wurden in
keinen der Nicht-Samengewebe gefunden, die untersucht wurden, was
eine geringe Menge oder Abwesenheit der Transkripte in diesen Geweben
anzeigt.
-
Beispiel 4: Expression
von BNM3 in vegetativen Geweben verstärkt die Bildung ungeschlechtlicher
Embryonen
-
Um
die Funktion der Brassica napus BNM3-Proteine zu bestimmen, wurde
die BNM3 cDNA unter die Kontrolle von zwei verschiedenen Promotorkonstrukten,
einem veränderten
Sonnenblumen POLYUBIQUITIN-Promotorkonstrukt, nachfolgend als UBI:BNM3
bezeichnet) und einem doppeltverstärkten 35S-Promotorkonstrukt,
das ein AMV Translationsenhancer-Element enthält (nachfolgend als 35S:BNM3
bezeichnet), und in Arabidopsis eingeführt. Die Analyse des Phänotyps der
transfomierten Pflanzen zeigte, dass ektopische Überexpression der BNM3 cDNA
die Bildung somatischer Embryonen auf vegetativen Strukturen, wie
Cotyledonen, dem Blattstiel, den Blättern und dem apikalen Meristem
des Triebs verstärkt
(7). Die Frequenz der transformierten Pflanzen,
welche ektopische Embryonen produzieren, sowie die Penetranz des
ektopischen Embryo-Phänotyps,
war stärker
wenn das BNM3-Gen unter der Kontrolle des stärkeren, doppeltverstärkten 35S-Promotor-AMV
Translationsenhancers im Vergleich zu dem POLYUBIQUITIN-Promotors
exprimiert wurde. Es wird daher offenbar eine hohe Grenzmenge an
Proteinprodukt benötigt,
um die Frequenz und Penetranz des ektopischen Embryo-Phänotyps zu
steigern.
-
Von
BNM3 abstammende ektopische Embryonen enthalten alle Organsysteme
und Gewebeschichten, die in sich entwickelnden zygotischen Embryonen
gefunden werden. Von BNM3 abstammende ektopische Embryonen sind
bipolar (7D und E) und
bestehen aus einer Achse, welche die Hypocotyl- und Radiculumbereiche,
die Trieb- und Wurzelmeristeme und Cotyledonen umfasst (7E). Jedes Organsystem enthält ferner die typischen radialen
Anordnungen der drei spezialisierten Gewebetypen (Epidermis, Basisparenchym
und provaskuläres
Gewebe), die in zygotischen Embryonen gefunden werden (7E). Die kontinuierliche Expression des BNM3-Gens
innerhalb sich entwickelnder ektopischer Embryonen führt zu einer
Reiteration des embryobildenden Verfahrens mit dem Ergebnis, dass
neue Embryonen kontinuierlich auf der Oberfläche von bereits existierenden
Embryonen erzeugt werden (7D und E).
Diese Ergebnisse zeigen in schlüssiger
Art und Weise, dass die Expression eines einzigen Gens, BNM3, ausreicht,
um die Signaltransduktionskaskade zu induzieren, welche zur Bildung
von vollständig
differenzierten ungeschlechtlich-erhaltenen Embryonen führt.
-
Beispiel 5: Expression
von BNM3 steigert die Regenerationskapazität von Pflanzengeweben
-
Wir
haben die Wirkung der BNM3-Genexpression auf die Fähigkeit
von Arabidopsis-Pflanzen untersucht, Triebe in vitro in Gegenwart
oder Abwesenheit von zugegebenen Wachstumsregulatoren zu erzeugen. Blatt-,
Wurzel- und Hypocotyl-Explantate von 10 Tage alten Sämlingen
von Wildtyp Arabidopsis und transgenen Arabidopsis-Linien, welche
BNM3 unter der Kontrolle des POLYUBIQUITIN-Promotors exprimierten,
wurden auf ein Medium überführt, das
Wachstumsregulatoren enthielt, um eine erste Kallusbildung und anschließend Trieborganogenese
zu induzieren. Wurzelexplantate von transgenen Linien zeigten eine
mindestens fünffache
Steigerung in der Triebbildung in Gegenwart der Hormone, im Vergleich
zu Wildtyp-Wurzelexplantaten (8A). Diese
Triebe entwickelten sich oft schneller in den transgenen Explantaten
im Vergleich zum Wildtyp. Wildtyp-Blatt- und Hypocotylexplantate
reagierten durch die Bildung von Kallus an der Schnittfläche des
Blattstiels (8B). Im Gegensatz dazu bildeten
die Explantate transgener Linien unmittelbar neue Triebe (8B) oder Wurzeln von der Schnittfläche des
Blattstiels. Transgene Explantate, die zunächst Wurzeln bildeten, erzeugten
später
Triebe.
-
Transgene
Explantate waren ferner in der Lage, in Abwesenheit von zugegebenen
Wachstumsregulatoren zu regenerieren. Wildtyp-Blatt- und Hypocotylexplantate,
die auf Medium ohne Wachstumsregulatoren überführt wurden, erzeugten gelegentlich
Kallus oder Wurzeln an der Schnittfläche des Blattstiels, es konnten jedoch
keine Triebe aus diesen Strukturen regeneriert werden (8C, D). Wildtyp-Wurzeln wurden
grün und
bildeten verdickte Knötchen-ähnliche
Strukturen an der Grenze zu den lateralen Wurzeln, entwickelten sich
jedoch nicht weiter. Im Gegensatz dazu bildeten die Explantate transgener
Pflanzen, die auf Medium ohne Wachstumsregulatoren gezogen wurden,
Triebe entweder aus der Schnittfläche des Blattes und der Hypocotylexplantate
oder Knötchen-ähnliche
Strukturen der Wurzelexplantate (8C, D).
-
Alle
Zitate werden durch Bezugnahme hierin aufgenommen.
-
Die
vorliegende Erfindung wurde im Hinblick auf bevorzugten Ausführungsformen
beschrieben. Es wird jedoch dem Fachmann klar sein, dass eine Vielzahl
von Änderungen
und Variationen ausgeführt
werden können,
ohne vom Umfang der hierin offenbarten Erfindung abzuweichen.
-
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