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Die
Erfindung betrifft das Gebiet der Vorrichtungen, die für die Lokale-Hyperthermie-Therapien
bestimmt sind. Zudem wird ein Anwendungsverfahren solcher Vorrichtungen
offenbart.
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Die
Lokale-Hyperthermie-Therapien bestehen darin, einen Zielbereich
eines biologischen Gewebes lokal zu erwärmen. Wird diese Art von Therapie
im Rahmen der Gentherapie angewandt, kann Wärme zum Beispiel wegen ihrer
Wirkung auf einen thermosensiblen Promotor eingesetzt werden. Man
kann Wärme
auch einsetzen, um biologische Gewebe zu nekrotisieren und eine
Tumorablation vorzunehmen.
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Die
Lokale-Hyperthermie-Therapien bieten außerdem zahlreiche Vorteile.
Diese Vorteile sind sowohl qualitativer als auch wirtschaftlicher
Art. In qualitativer Hinsicht bieten sie zum Beispiel ein hohes
Potential zur Kontrolle von Behandlungen wie etwa der Gentherapien,
zur lokalen Zuführung
von Arzneimitteln, zur Tumorablation, usw. In wirtschaftlicher Hinsicht
sind sie mit einer ambulanten Behandlung der Kranken vereinbar,
ermöglichen
sie eine Verkürzung
des Krankenhausaufenthaltes, usw.
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Bei
den Hyperthermietherapien kann Wärme
beispielsweise durch einen Laser, Mikrowellen oder Radiofrequenzwellen,
fokussierten Ultraschall, usw. zugeführt werden. Im Allgemeinen
ermöglichen
die Lokale-Hyperthermie-Therapien medizinische Eingriffe, deren
invasiver Charakter auf ein Minimum reduziert ist. Jedoch ist unter
den vorgenannten Energieformen fokussierter Ultraschall von besonderem
Interesse, da dieser es ermöglicht,
den Fokussierbereich tief im Inneren eines biologischen Körpers auf
nicht-invasive Weise zu erwärmen,
ohne die an den Fokussierbereich angrenzenden Gewebe signifikant
zu erwärmen.
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In
allen Fällen
muß die
Temperatur des Zielbereichs und seiner unmittelbaren Umgebung während der Behandlung
präzise
und kontinuierlich kontrolliert werden, während die Energiezufuhr lokalisiert
und schnell (in der Größenordnung
von einigen Sekunden) ist. Hierfür
kann man im Zielbereich und seiner unmittelbaren Umgebung Temperaturfühler installieren.
Man kann jedoch auch die Bildgebung mittels magnetischer Resonanz
(MRI) anwenden. Die MRI ermöglicht
es, eine genaue Kartographie der Temperaturverteilungen sowie der
detaillierten anatomischen Informationen zu erhalten. Die MRI ermöglicht außerdem eine
nicht-invasive Kontrolle der Temperatur.
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Es
sind bereits Vorrichtungen bekannt zur Temperaturkontrolle während der
Behandlungen mittels fokussiertem Ultraschall, welche auf der Temperaturmessung
durch Magnetresonanz beruhen. Solche Vorrichtungen sind insbesondere
in folgenden Dokumenten beschrieben: "Control system for an MRI compatible
intracavitary ultrasons array for thermal treatment of prostate
disease", Smith
NB et al., Proceedings of the annual meeting of the International
Society of Magnetic Resonance in Medicine, 1999, 5.672 und "Real time control
of focused ultrasound heating based on rapid MR thermometry", Vimeux Fc et al.,
Invest. Radiol. 1999, 34, S. 190–193. Dank der durch MRI erhaltenen
Kartographien ist in den in diesen Dokumenten beschriebenen Vorrichtungen
die Rückregelung
der durch den fokussierten Ultraschall zugeführten Temperatur vom Typ PID (Akronym
des angelsächsischen
Begriffs Proportional Integral and Derivative). Bei diesen Vorrichtungen
beruht die Kontrolle der dem Gewebe zugeführten Wärme außerdem auf der Erfassung einer
Temperatur, die nur im Fokussierbereich des Ultraschalls gemessen
wird oder einem Mittelwert entspricht, der aus der räumlichen Temperaturverteilung
im kartographierten Bereich erhalten wird.
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1 stellt
den zeitlichen Verlauf der gemittelten Temperatur des Fokussierbereichs
dar, der mit Hilfe der im ersten dieser Dokumente beschriebenen
Vorrichtung behandelt wurde. In dieser Figur verläuft die
Temperatur bis zu einem Plateau, das der Temperatur entspricht,
die man im Fokussierbereich zu erreichen wünscht. Es ist festzustellen,
daß die
im Fokussierbereich gewünschte
Temperatur erst nach einem Zeitraum von etwa 30 Minuten erreicht
ist.
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Die 2 stellt
den zeitlichen Verlauf der gemittelten Temperatur des Fokussierbereichs
dar, der mit Hilfe der im zweiten der obengenannten Dokumente beschriebenen
Vorrichtung behandelt wurde. Es ist festzustellen, daß die im
Fokussierbereich gewünschte
Temperatur in weniger als 2 Minuten erreicht ist. Man beobachtet
hingegen Schwankungen der gewünschten
Temperatur von plus oder minus 4°C.
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Ein
Ziel der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur thermischen Behandlung
eines Zielbereichs eines biologischen Gewebes vorzuschlagen, die
es ermöglicht,
die im Fokussierbereich gewünschte
Temperatur schnell zu erreichen und zugleich die Temperatur in diesem
Fokussierbereich mit erhöhter
Genauigkeit im Vergleich zu dem, was mit den aus dem Stand der Technik
bekannten Techniken möglich
war, aufrecht zu erhalten und zu regeln.
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Dieses
Ziel wird gemäß der Erfindung
mittels einer Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines Zielbereichs
eines biologischen Gewebes erreicht, die aufweist:
- – Energieerzeugungsmittel,
um in den Zielbereich lokal Energie zuzuführen;
- – Mittel
zur Messung und Aufzeichnung der Temperatur im Zielbereich;
- – eine
Regelungseinheit, die Mittel umfaßt, um, ausgehend von der im
Zielbereich gemessenen Temperatur, die Energiemenge zu ermitteln,
die dem Zielbereich zugeführt
werden soll, sowie Mittel, um die Energieerzeugungsmittel so anzusteuern,
daß sie
diesen Leistungswert bereitstellen;
dadurch gekennzeichnet,
daß die
Regelungseinheit außerdem
Mittel zur punktweisen numerischen Verarbeitung der räumlichen
Temperaturverteilung im Zielbereich und dessen Umgebung umfaßt, um Temperaturgradienten
zu berechnen.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
zur thermischen Behandlung erfaßt
die reale räumliche
Temperaturverteilung im Zielbereich, aber auch in der Umgebung dieses
Bereiches. Das heißt
daß sie
diese räumliche Verteilung
punktweise erfaßt
und verarbeitet. Im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtungen zur thermischen Behandlung wird die räumliche
Temperaturverteilung dazu verwendet, daraus Temperaturgradienten
und nicht nur einfache Mittelwerte abzuleiten. Dies ermöglicht es,
mit größerer Genauigkeit
abzuschätzen
wie hoch die zuzuführende
Energiemenge sein muß und
somit schneller zur gewünschten Temperatur
zu gelangen und die Temperatur des biologischen Gewebes mit erhöhter Stabilität aufrecht
zu erhalten.
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Vorteilhafterweise
umfaßt
die Regelungseinheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur thermischen Behandlung
Mittel, um, ausgehend von einer Schätzung der Wärmeleitung und der räumlichen
Temperaturverteilung im Zielbereich und dessen Umgebung, die lokalen
Verluste an thermischer Energie abzuschätzen. Die durch den Wert der
Temperaturgradienten gegebene Information sowie die Erfassung einer
Schätzung
der lokalen Wärmeverluste
ermöglichen
es nicht nur zu erfahren, auf welche Weise das behandelte biologische Gewebe
auf die bereits auf es angewandte Wärme reagiert hat, sondern ermöglichen
außerdem
eine Vorhersage darüber,
wie das biologische Gewebe auf die Wärme reagieren wird. Dies ermöglicht es
zudem, die Temperatur des thermisch behandelten Gewebes schneller
auf die gewünschte
Temperatur zu bringen und die Temperatur des biologischen Gewebes
mit erhöhter
Stabilität
aufrecht zu erhalten.
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Vorteilhafterweise
senden die Energieerzeugungsmittel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur thermischen Behandlung fokussierten Ultraschall aus. Fokussierter
Ultraschall ermöglicht
es, auf nicht-invasive Weise in einen sehr begrenzten Bereich Wärme zuzuführen, selbst
wenn sich dieser Bereich tief im Inneren eines menschlichen oder
tierischen Körpers
befindet. Außerdem
ermöglicht
die Fokussierung es, die an den behandelten Bereich des biologischen
Gewebes angrenzenden Gewebe nicht bedeutend zu erwärmen.
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Vorteilhafterweise
umfassen die Mittel zur Messung und Aufzeichnung der räumlichen
Temperaturverteilung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur thermischen
Behandlung ein Gerät
zur Bildgebung mittels magnetischer Resonanz. Die MRI ermöglicht eine
nicht-invasive, präzise
und in zahlreiche Punkte des kartographierten Bereichs aufgelöste Temperaturmessung.
Die mittels MRI erfaßten
Daten werden zudem mühelos
numerisch verarbeitet.
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Vorteilhafterweise
umfaßt
die erfindungsgemäße Vorrichtung
zur thermischen Behandlung Mittel zur Schätzung, im Zielbereich und dessen
Umgebung, der räumlichen
Verteilung der dem Zielbereich zugeführten Energie.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt ist die Erfindung ein Verfahren zur Regelung einer
Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines Zielbereichs eines
biologischen Gewebes, das den Schritt umfaßt, der darin besteht, in den
Zielbereich lokal Energie zuzuführen,
dadurch
gekennzeichnet, daß es
außerdem
die Schritte umfaßt,
die darin bestehen,
- – die Temperaturgradienten
im Zielbereich und dessen Umgebung zu ermitteln; und
- – daraus
die Energie abzuleiten, die dem Zielbereich zugeführt werden
muß, um
die gewünschte
Temperatur zu erreichen.
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Vorteilhafterweise
umfaßt
dieses Verfahren außerdem
den Schritt, der darin besteht, die lokalen Energieverluste im Zielbereich
und dessen Umgebung abzuschätzen.
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Vorteilhafterweise
umfaßt
dieses Verfahren außerdem
den Schritt, der darin besteht, die räumliche Verteilung, im Zielbereich
und dessen Umgebung, der dem Zielbereich zugeführten Energie zu ermitteln.
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Weitere
Merkmale, Ziele und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden ausführlichen Beschreibung.
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Die
Erfindung wird auch anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in
welchen:
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1 den
zeitlichen Verlauf der Temperatur eines Zielbereichs darstellt,
wenn dieser unter Verwendung einer aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtung zur thermischen Behandlung behandelt wird;
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2 den
zeitlichen Verlauf der Temperatur eines Zielbereichs darstellt,
der durch eine andere aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtung
zur thermischen Behandlung behandelt wird;
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3 eine
schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur thermischen
Behandlung ist;
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4 ein
Organigramm des erfindungsgemäßen Regelungsverfahrens
ist;
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5 den
zeitlichen Verlauf des Laplace-Operators während der thermischen Behandlung
durch die erfindungsgemäße Vorrichtung,
einem nachfolgend beschriebenen In-vitro-Versuch entsprechend, darstellt;
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6 die
Ergebnisse einer Versuchsreihe darstellt, die darauf abzielt, die
Wirkung der Schätzfehler auf
die durch die Wärmeleitfähigkeit
dargestellten Energieverluste und den Absorptionskoeffizienten der
Ultraschallenergie zu untersuchen;
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7 den
zeitlichen Verlauf der Maximaltemperatur darstellt, die während der
thermischen Behandlung eines biologischen Gewebes durch die erfindungsgemäße Vorrichtung,
dem In-vitro-Versuch aus 5 entsprechend, gemessen wird;
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8 den
zeitlichen Verlauf der Amplitude des Signals darstellt, das vom
Generator der erfindungsgemäßen Vorrichtung
während
der thermischen Behandlung eines biologischen Gewebes, dem In-vitro-Versuch
aus den 5 und 7 entsprechend,
ausgesendet wird;
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9 den
zeitlichen Verlauf der Maximaltemperatur während der thermischen Behandlung
eines biologischen Gewebes durch die erfindungsgemäße Vorrichtung,
einem anderen nachfolgend beschriebenen In-vitro-Versuch mit drei
Temperaturstufen entsprechend; und
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10 den
zeitlichen Verlauf der Maximaltemperatur darstellt, die während der
thermischen Behandlung durch die erfindungsgemäße Vorrichtung, einem nachfolgend
beschriebenen In-vivo-Versuch entsprechend, gemessen wird; Eine
Ausführungsform
der Erfindung wird nachfolgend ausführlich beschrieben. Diese Ausführungsform
der Erfindung entspricht beispielsweise einer Vorrichtung zur Behandlung
per lokaler Hyperthermie durch fokussierten, MRI-geregelten Ultraschall.
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Wie
in 3 dargestellt, umfaßt eine solche Vorrichtung:
- – Energieerzeugungsmittel 100;
- – Kartographiemittel 200;
- – eine
Regelungseinheit 300; und
- – einen
Probenhalter 400 für
das zu behandelnde biologische Gewebe 410.
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In
der hier beschriebenen Ausführungsform
der Erfindung bestehen die Energieerzeugungsmittel 100 aus
einem Transducer 110, einem Sinussignal-Generator 120,
einem Verstärker 130 und
einem Konverter 140, der den Sinussignal-Generator 120 mit
der Regelungseinheit 300 verbindet.
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Der
Transducer 100 wird bei 1,45 MHz betrieben. Ein Transducer 110 dieser
Art wird beispielsweise von der Firma Speciality Engineering Associates® (Soquel,
Kalifornien) vermarktet. Sein Durchmesser und seine Brennweite betragen
38 mm beziehungsweise 25 mm.
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Der
Sinussignal-Generator 120 ist beispielsweise vom Typ FG110,
der von der Firma Yokogawa® (Tokyo, Japan) vermarktet
wird.
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Der
Verstärker 130 ist
beispielsweise vom Typ KMP 170F, der von der Firma Kalmus® (Bothel,
Washington) vermarktet wird. Dieser Verstärker 130 hat eine
Leistungsverstärkung
von 58 dB.
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Der
Konverter 140 ist beispielsweise ein Konverter Serie IEEE-488,
der von der Firma I.O. Tech.® (Cleveland, Ohio) vermarktet
wird.
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Die
Kartographiemittel 200 ermöglichen es, die räumliche
Temperaturverteilung zu messen und aufzuzeichnen. Sie umfassen beispielsweise
ein MRI-Gerät
vom Typ Bruker Biospec, das von der Firma Bruker® (Ettlingen,
Deutschland) vermarktet wird. Dieses Gerät verwendet einen 4,7 T-Magneten,
der mit einem Insert von 120 mm Durchmesser ausgestattet ist, das
Magnetfeldgradienten erzeugt (der Maximalwert des Gradienten beträt 0,193
T/m).
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Die
Regelungseinheit 300 umfaßt insbesondere eine Workstation
310 vom Typ Alpha PW 500a MHz, die von der Firma Digital® vermarktet
wird.
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Die
Regelungseinheit 300 umfaßt außerdem Mittel 320 zur
Ermittlung und numerischen Verarbeitung der räumlichen Temperaturverteilung,
Mittel 330 zur Bestimmung des Wertes der Leistung, die
dem Zielbereich zugeführt
werden soll, Mittel 340 zur Schätzung der lokalen Verluste
an thermischer Energie, sowie Mittel 350 zur Steuerung
der Energieerzeugungsmittel 100. Die Steuerungsmittel 350 zeigen
den Energieerzeugungsmitteln 100 an, den von den Mitteln 330 zur
Bestimmung des Leistungswertes gelieferten Leistungswert bereitzustellen.
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Der
Probenhalter 400 umfaßt
einen Träger 420 aus
Plexiglas® für Ratten.
Dieser Träger 420 enthält den Transducer 110 und
eine Oberflächenspule
(in 3 nicht dargestellt). Ein derartiger Probenhalter
wurde bereits in den Dokumenten "Fast
lipid supressed MR temperature mapping with echo-shifted gradient
echo imaging and spectral-spatial excitation", de Zwart JA et al., 1999, Magn. Res.
Med., 42, S. 53–59;
und "On the feasibility
of MRI-guided focused ultrasound for local induction of gene expression", Madio DP et al.,
1998, J. Magn. Res. Imaging. I, 8, S. 101–104. Der Träger 420 befindet
sich in einem Plexiglas®-Rohr, das teilweise mit Wasser
gefüllt
ist. Der Transducer 110 ist so plaziert, daß der Brennpunkt 460 des
Ultraschalls ungefähr
10 mm tief im biologischen Gewebe 410 liegt. Während der
In-vitro-Messungen wird ein Temperaturfühler 430 in das aus
einem Stück
frischen Fleisch bestehende biologische Gewebe 410 eingeführt, um
eine Referenz für die
Temperatur zu erhalten. Dieser Fühler 430 ist
beispielsweise ein Thermoelement vom Typ Digi-Sence DualLog, das
von der Firma Cole-Parmer Instrument Co.® (Vernon
Hill, Illinois) vermarktet wird.
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Die
Vorbereitung der Proben für
die In-vitro- und In-vivo-Versuche
wird folgendermaßen
durchgeführt. Es
werden männliche
Ratten des Stammes Wistar mit einem Gewicht von 325–500 g verwendet.
Diese werden, gemäß einem
bewährten
Protokoll, betäubt,
indem 1 Vol% Halothan mit einer Mischung bestehend aus 7 Volumen
Distickstoffoxid (N2O) und 3 Volumen Sauerstoff
verbunden wird. Um das Eindringen des Ultraschallbündels in
das biologische Gewebe 410 zu verbessern, wird der Schenkel
der Ratte (der sich zwischen dem Transducer und dem Brennpunkt befindet)
mit einem dazu vorgesehenen, dem Fachmann bekannten Mittel enthaart.
Während
der In-vivo-Messungen wird die endorektale Temperatur der Ratten
aufgezeichnet. Die Körpertemperatur
der Ratten wird durch Eintauchen des Körpers der Ratten in ein Bad,
dessen Temperatur entsprechend eingestellt ist, bei 35°C gehalten.
Nach der thermischen Behandlung werden die Ratten geopfert.
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Die
Kartographiemittel 200 werden verwendet, indem eine Gradienten-Echo-Sequenz
mit den folgenden Parametern durchgeführt wird: TR = 50 ms, Matrixgröße = 64 × 63, drei
k-Raum-Zeilen pro
TR, FOV = 64 mm × 63
mm, wobei TR die Repetitionszeit, TE die Echozeit und FOV das Sichtfeld
(FOV ist das Akronym des angelsächsischen
Begriffs " Field-of-View" ist) sind. Die Daten
werden mittels MRI ausgehend von einem 2 mm dicken Schnitt erhalten,
der senkrecht zum Ultraschall-Transducer
verläuft
und den Brennpunkt des fokussierten Ultraschalls enthält. Die
zeitliche Auflösung
der mittels MRI erhaltenen Kartographien beträgt 1,05 s. Die räumliche
Auflösung
der mittels MRI erhaltenen Kartographien beträgt 1×1×2 mm3.
Die Kartographien der mittels magnetischer Resonanz gemessenen Temperatur
werden aus der Messung der Frequenzverschiebung von Wasserprotonen
erhalten. Die Wahl der Wasser-Protonenresonanz
zur Durchführung
dieser Messungen beruht auf der Tatsache, daß die Beziehung zwischen der
Resonanzfrequenz des Wasserprotons und der Temperatur in erster
Näherung
unabhängig
von der Zusammensetzung des biologischen Gewebes 410 ist.
Die Frequenzverschiebung des Wasserprotons in Abhängigkeit
von der Temperatur ist außerdem
linear und diese Linearität
wird nicht durch die durch die Wärme
induzierten Veränderungen
des biologischen Gewebes 410 beeinträchtigt (Ishihara Y et al.,
Magn. Res. Med., 1995, 34, S. 814–823; Peters RD et al., Magn.
Res. Med., 1998, 40, S. 454–459).
Die Temperaturabhängigkeit
der Protonenresonanzfrequenz beträgt 0,0094 ppm-K–1 ("Fast magnetic-resonance
temperature imaging",
de Zwart JA et al., 1996, J. Mag. Res. B, 112, S. 86–90; "Fast lipid supressed
MR temperature mapping with echo-shifted gradient echo imaging and
spectral-spatial excitation",
de Zwart JA et al., 1999, 42, S. 53–59).
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Die
von den Lipiden erzeugten Magnetresonanzsignale stellen bei den
Kartographien berechneter Temperaturen eine bedeutende Fehlerquelle
dar, da die Resonanzfrequenzen der Lipidprotonen nicht von der Temperatur
abhängen.
Man unterdrückt
deshalb die von den Lipiden erzeugten Magnetresonanzsignale, indem
man eine wasserselektive Anregung verwendet, entsprechen dem Dokument "Fast lipid supressed
MR temperature mapping with echo-shifted gradient echo imaging and
spectral-spatial excitation",
de Zwart JA et al., 1999, 42, S. 53–59.
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Die
Verwendung der Mittel 320 zur Ermittlung und numerischen
Verarbeitung der räumlichen
Temperaturverteilung wurde ebenfalls bereits in dem Dokument "Fast lipid supressed
MR temperature mapping with echo-shifted gradient echo imaging and
spectral-spatial excitation",
de Zwart JA et al., 1999, 42, S. 53–59 beschrieben.
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Ein
Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Regelung der Vorrichtung zur thermischen Behandlung wird nachfolgend
ausführlich
beschrieben.
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In 4 ist
ein Organigramm dieser besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
schematisch dargestellt.
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Gemäß dieses
Ausführungsbeispiels
umfaßt
das erfindungsgemäße Verfahren:
- – einen
Schritt 1, in welchem der Wärmediffusionskoeffizient (α1)
und der Absorptionskoeffizient des fokussierten Ultraschalls (α2)
in dem biologischen Gewebe 410 geschätzt werden;
- – einen
Schritt 2, in welchem ein Profil des zeitlichen Verlaufs
der gewünschten
Temperatur durch den Betreiber definiert wird;
- – einen
Schritt 3, in welchem ein MRI-Bild erfaßt wird;
- – einen
Schritt 4, in welchem die räumliche Verteilung der Phase
im Brennpunkt 460 und in seiner Umgebung berechnet wird;
- – einen
Schritt 5, in welchem die räumliche Verteilung der Temperatur
im Brennpunkt 460 und seiner Umgebung festgelegt wird;
- – einen
Schritt 6, in welchem der Temperaturgradient im Brennpunkt 460 und
in seiner Umgebung ermittelt wird;
- – einen
Schritt 7, in welchem der neue vom Generator 120 bereitzustellende
Leistungswert berechnet wird; und
- – einen
Schritt 8, in welchem die vom Generator 120 bereitgestellte
Energiemenge verändert
wird.
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Die
Schritte 3 bis 8 werden in einer Schleife wiederholt,
um das in Schritt 2 definierte Profil des zeitlichen Verlaufs
der gewünschten
Temperatur zu erreichen und zu durchlaufen.
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Für ein gegebenes
Element des Transducers
110 wird die an eine Probe weitergegebene
elektrische Leistung P(t) durch die Mittel
330 zur Ermittlung
des Leistungswertes bestimmt. Ihr Wert kann also direkt durch die
Regelungseinheit
300 verändert werden. Er wird ausgehend
von der Gleichung
erhalten.
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Diese
Gleichung wird gestützt
auf die folgenden Überlegungen
aufgestellt.
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Der
Brennpunkt ist definiert durch r =(0,0,0).
Der zeitliche Verlauf und die Maximaltemperatur im Brennpunkt entsprechen
somit Tmax(t)= T(0,0,0,t). Θ(t) sei
das im voraus bestimmte Profil des gewünschten zeitlichen Verlaufs
der Maximaltemperatur Tmax(t). Wie oben
vermerkt wird das Profil vor Beginn jedes Versuches definiert. Zum
Beispiel umfaßt
dieses Profil Θ(t)
einen Anstieg von 10°C
innerhalb von 100 s. Diesem Anstiegsabschnitt folgt eine halbe Periode
der Kosinusfunktion. Ihr folgt eine Zeitspanne, in der die Temperatur während 250
s konstant (10°C über dem
Ausgangswert) ist.
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Die
Maximaltemperatur T
max(t)= T(0,0,0,t) kann
nur im Brennpunkt geregelt werden. Die Geometrie des Transducers
110 und
die räumliche
Verteilung des Brechungsindex im biologischen Gewebe
410 bestimmen
das Schallfeld. Folglich bringt der Temperaturverlauf in vom Fokussierbereich
abweichenden Bereichen Funktionen ins Spiel, die von der Raumkoordinate
r und der Temperatur T abhängen. Das
Feld der Schallleistung ρ(
r), der Wärmeleitfähigkeitstensor α ^
1(
r,T) im biologischen Gewebe
410 und
der Absorptionskoeffizient des fokussierten Ultraschalls α
2(
r,T) sind somit über die
Beziehung
miteinander verknüpft.
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Im
Fall, daß die
Leitfähigkeit
isotrop ist und sich räumlich
langsam entwickelt, vereinfacht sich die Gleichung 1a zur Gleichung
1b, in der
ein Skalarfeld und ∇
2 der durch
definierte Laplace-Operator
ist:
-
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Es
ist zu bemerken, daß die
Funktionen α1(r,T)
und α2(r,T)
zu Beginn der Erwärmung
nicht genau bekannt sind.
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Das
Schallleistungsfeld eines kugelförmigen
Elements eines Transducers für
fokussierten Ultraschall entspricht annähernd einer Gaußverteilung
um den Brennpunkt
460, mit einem Dämpfungsradius R
0 bei
6 dB. Die spezifische Diffusionszeit τ ist definiert durch
. Für eine Ultraschallwellenlänge von
1 mm beträgt
die Größenordnung
von τ in
etwa 10 s.
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Man
setzt sich folgende Zielsetzungen:
- 1) Die Temperatur
des Brennpunktes 460 soll den gewünschten Wert so schnell wie
möglich
erreichen (das heißt
in einer Zeit in der Größenordnung
von τ),
und dies ohne Schwankung und ohne Überschreitung des gewünschten
Wertes;
- 2) Bei Erreichen dieses gewünschten
Wertes soll die Temperatur über
eine vom Benutzer im voraus definierte Zeitspanne konstant bleiben.
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Das
Integral des Profils Θ(t),
das Integral des zeitlichen Verlaufs der experimentell beobachteten
Maximaltemperatur Tmax(t) und die Differenz
zwischen diesen beiden Integralen sind jeweils:
-
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Unter
Verwendung dieser Ausdrücke,
kann die Gleichung 1b, welche den Verlauf der Temperatur am Brennpunkt
angibt, in Abhängigkeit
von Δ(t)
ausgedrückt
werden als:
wobei
r =(0,0,0) ausgelassen wird und ρ(0,0,0)=1.
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In
Gleichung 3 ist der Parameter, den man direkt zu kontrollieren wünscht, die
Leistung des fokussierten Ultraschalls P(t). Es sei darauf hingewiesen,
daß von
der Regelungseinheit
300 vorteilhafterweise eine in Δ(t) lineare
Differentialgleichung zweiter Ordnung, in einer dem PID-Regelungssystem ähnlichen
Weise, verwendet werden kann. Der Grund hierfür ist, daß die Lösung einer derartigen Gleichung
für Δ(t) asymptotisch gegen
Null strebt und daß das
auch für
deren erste Ableitung der Fall ist. Wenn die erste Ableitung von Δ(t) gleich
Null ist, zeigt T
max(t) eine Überdeckung
mit dem im voraus bestimmten Profil des zeitlichen Temperaturverlaufs Θ(t). Dies
stellt den Grundgedanken des von der Regelungseinheit
300 durchgeführten Regelungsverfahrens
dar. Wir können
somit die Gleichung 3 in eine in Δ(t)
lineare Differentialgleichung zweiten Grades der Art
umschreiben.
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Um
aus Gleichung 3 den gewünschten
Ausdruck der Gleichung 4 zu erhalten, wird P(t) mit dem folgenden
Ausdruck umgeschrieben:
-
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Gleichung
5 entspricht der Hauptgleichung, die verwendet wird, um direkt die
Höhe der
Leistung des fokussierten Ultraschalls zu berechnen. Ausgehend von
der Lösung
der linearen Differentialgleichung zweiten Grades entsprechend Gleichung
4 ist zu sehen, daß der
Parameter a mit der charakteristischen Ansprechzeit tr der
Regelungsschleife über
den Ausdruck a=2/tr verknüpft ist.
Man nimmt an, daß in
den Gleichungen 4 und 5 alle Funktionen, die dazu verwendet werden,
die Leistung P(t) zu berechnen, genau bekannt sind. Wie es die nachfolgende
Gleichung 6 zeigt, kann man ebenfalls nachweisen, daß sich die
experimentell beobachtete Temperatur asymptotisch dem Profil Θ(t) nähert:
-
-
Wie
bereits weiter oben erwähnt,
sind im reellen Versuch die Ultraschall-Absorptionskoeffizienten α2 und
der Wärmediffusionskoeffizient α1,
sowie ihre Temperaturabhängigkeit
unbekannt. Diese Parameter α1 und α2 hängen
ab von der Zusammensetzung des biologischen Gewebes 410,
von physiologischen Prozessen wie der Perfusion, sowie von irreversiblen
Veränderungen,
die während
dem Erwärmungsverfahren,
zum Beispiel bei Ablationsverfahren, auftreten. So muß ein Regelungssystem
tolerant gegenüber
Fehlern in den Parametern α1 und α2 sein.
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Allein
das Profil Θ(t)
und seine Ableitung sind genau bekannt.
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Außerdem treten,
wenn die Ultraschallleistung direkt aus der Gleichung 5 berechnet
wird, zwei Schwierigkeiten auf:
- 1) Tmax(t) und ∇2 Tmax(t) wie sie aus der Kartographie der aus
der MRI stammenden Temperatur erhalten werden, werden von Rauschen
beeinträchtigt.
- 2) Die Werte von α1 und α2 sowie ihre Temperaturabhängigkeit
sind nicht genau bekannt, ebenso wie ihre Empfindlichkeit auf Nekrose
durch Erwärmung
(zum Beispiel bei Ablationsverfahren) und die physiologischen Parameter,
wie die Perfusion, nicht genau bekannt sind.
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Jeder
mögliche
Fehler, der α1 und α2 beeinflussen kann, kann wie ein Parameterfehler
in einer Regelungsschleife gemäß einem
linearen Modell behandelt werden. So werden Schätzungen der Ausgangswerte von α1 und α2 gewählt und
dann während
dem Erwärmungsverfahren
zur Berechnung der Ultraschallleistung gemäß Gleichung 5 verwendet.
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Eine
theoretische Analyse der Wirkung des Fehlers in den Parametern α1 und α2 in
Gleichung 5 bringt folgende Wirkungen zu Tage:
- 1)
Eine falsche Schätzung
des Parameters α2 reduziert die Wirksamkeit der Regelungsschleife;
das kann unter Umständen
eine Überschreitung
der gewünschten
Temperatur oder einen zu geringen Wert für die bestimmte Temperatur
zur Folge haben; dies führt
wiederum zu einer Erhöhung
der Konvergenzzeit. Wie dem auch sei, nähert sich die Versuchstemperatur,
selbst unter diesen Bedingungen, immer asymptotisch dem im voraus
bestimmten Profil des zeitlichen Temperaturverlaufs an.
- 2) Eine falsche Schätzung
des Parameters α2 führt
im Bereich, in dem das Profil Θ(t)
flach ist zu einer konstanten Verschiebung der Temperaturwerte zwischen
den experimentell gemessenen Temperaturwerten und dem Profil Θ(t). Diese
Ver schiebung ist proportional zur ersten Ableitung des Laplace-Operators
nach der Zeit multipliziert mit dem absoluten Fehler in α1 mal
a–2.
Um diese Wirkung abzuschätzen,
wurde die Ableitung des Laplace-Operators unter Verwendung einer
lineare Regression der in 5 dargestellten Kurve
zwischen 150 und 250 s bestimmt. Ihr Wert liegt in der Größenordnung
von 0.01 K.mm–2.s–1,
was zu einer Temperaturverschiebung von etwa 0.1°C führt. Der Fehler in der tatsächlichen
Temperatur dürfte
somit aufgrund der Grenzen der Genauigkeit der Temperaturmessungen
wegen des Rauschens nicht direkt beobachtet werden.
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Der
Einfluß des
Fehlers in den Werten α1 und α2 auf die Wirksamkeit der Temperaturregelung
durch die erfindungsgemäße Vorrichtung
zur thermischen Behandlung wird nachfolgend an einem Stück frischen Fleisch
experimentell untersucht.
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Gemäß Schritt 1 müssen die
Parameter α1 und α2 geschätzt
werden. Dies geschieht zunächst
durch einen Vorversuch mit fokussiertem Ultraschall von konstanter
Leistung. Der Parameter α1 wird aus der Zeitableitung der Temperatur
im Brennpunkt, dividiert durch den Mittelwert (aus fünf MRI-Bildern) des Laplace-Operators
berechnet. Er wird unmittelbar nach Ausschalten der Emission des
fokussierten Ultraschall berechnet und wird in mm2/s
angegeben. Der Parameter α2 (die Geschwindigkeit der Energiedeposition
im Brennpunkt unter Berücksichtigung
der räumlichen
Verteilung der Leistung des fokussierten Ultraschalls) wird aus
der Ableitung der Temperatur des Brennpunktes nach der Leistung
des fokussierten Ultraschalls in der Anfangszeit (wenn der Ultraschall
ausgesendet wird und die Diffusion vernachlässigbar ist, siehe Gleichung
1) berechnet. Er wird in K.s–1.(mV)–2 angegeben.
Die für α1 und α2 geschätzte Genauigkeit
ist, wie man wiederholten Versuchen entnehmen kann, besser als 10%.
Die auf diese Weise erhaltenen Zahlenwerte können direkt in Gleichung 5
verwendet werden, um, jedesmal wenn eine neue Kartographie der Temperatur
zur Verfügung
steht, den tatsächlichen
Wert der Leistung zu berechnen, die vom Generator 120 zugestellt
werden soll.
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Gemäß Schritt 2 wird
ein Profil des gewünschten
zeitlichen Verlaufs der Temperatur im Brennpunkt vor Beginn jedes
Versuchs definiert. Dieses Profil umfaßt einen ansteigenden Anfangsabschnitt,
der einer halben Periode der Kosinusfunktion entspricht, gefolgt
von einem Abschnitt konstanter Temperatur. Die erste Ableitung der
diesem Profil entsprechenden Kurve ist kontinuierlich und kann numerisch
per Computer berechnet werden.
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Der
Schritt 3 wird mittels der Kartographiemittel 200 durchgeführt.
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Die
Schritte 4 bis 6 werden mittels der Mittel 320 zur
Ermittlung und numerischen Verarbeitung der räumlichen Temperaturverteilung
durchgeführt.
Die Phasen werden aus den mittels der Kartographiemittel 200 erhaltenen
MRI-Signalen berechnet. Die Veränderungen
der Resonanzfrequenz des Wassers werden ausgehend von diesen Phasen
berechnet. Die Temperaturveränderungen
werden ausgehend von diesen Frequenzveränderungen berechnet.
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In
den Schritten 5 beziehungsweise 6 werden die Maximaltemperatur
Tmax(t) und das Integral Δ(t) direkt
aus den durch MRI erhaltenen Kartographien abgeleitet. Das Integral Δ(t) (Gleichung
2c) wird mit Hilfe der Workstation 310 numerisch berechnet.
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Im
Schritt 6 werden die lokalen Verluste an thermischer Energie
mittels der Mittel 340 zur Schätzung der lokalen Verluste
an thermischer Energie neu abgeschätzt.
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Gemäß Schritt 7 des
erfindungsgemäßen Verfahrens
wird der Laplace-Operator ∇2T(F,t) auf die Verarbeitung der durch MRI
erhaltenen Kartographien der Temperatur angewandt. Der Wert dieses
Laplace-Operators wird unter Verwendung der Finiten- Elemente-Methode
in Kombination mit einem temporalen Rauschfilter berechnet. Dieser
Filter verwendet ein binomiales Gewichtungsverhältnis von 1:4:6:4:1 von fünf Bilder.
Dieser Schritt 7 wird mit den Mitteln 330 zur
Bestimmung des Leistungswertes durchgeführt.
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Die
Leistung wird letztlich mittels Gleichung 5 berechnet und der berechnete
Wert wird an den Konverter 140 weitergegeben (Schritt 8).
Schritt 8 wird mit den Mitteln 350 zur Steuerung
der Energieerzeugungsmittel 100 durchgeführt.
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Die
Gesamtberechnungsdauer zur Verarbeitung jeder Kartographie der räumlichen
Temperaturverteilung, das heißt
jeder Durchlauf der oben beschriebenen Schritte 3 bis 8,
beträgt
unter 250 ms.
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Um
die Toleranz gegenüber
Fehlern in den Ausgangsschätzungen
von α1 und α2 zu analysieren, wurden mehrere Erwärmungsprozesse
durchgeführt,
in welchen die Parameter α1 und α2 über
einen weiten Bereich variieren. Dieser Bereich reicht von 0 bis
300 % eines im voraus bestimmten Wertes für α1 und
von 40 bis 250 % für α2.
Dieser im voraus bestimmte Wert ist jener, der aus den oben dargestellten
Vormessungen erhalten wird. Es wurden Wartezeiten von 30 Minuten
zwischen den aufeinanderfolgenden Versuchen eingeführt, mit
dem Ziel, räumlich
einheitliche und für
jeden Versuch identische Temperaturbasislinien zu erreichen. Neun
repräsentative
Ergebnisse sind in 6 aufgetragen. Diese Ergebnisse
zeigen, daß das
System eine hohe Toleranz gegenüber
Fehlern in den Schätzungen
der Ausgangswerte von α1 und α2 aufweist. Wie dem auch sei, kann man festhalten,
daß die
Regelungsschleife nur dann instabil wird, wenn α1 stark überschätzt wird.
Diese Instabilität
wird verschärft,
wenn α1 stark überschätzt und α2 unterschätzt wird.
Diese Wirkung kann auf das experimentelle Rauschen bei den Temperaturmessungen
per MRI zurückgeführt werden.
Wenn eine durch das Rauschen beeinträchtigte Rechnung zu einer Überschätzung des
Wertes des Laplace-Operators (die zweiten Ableitungen sind rauschempfindlich)
führt,
nimmt die Leistung des angewandten fokussierten Ultraschalls im
Verhältnis α1.dα2 zu,
wobei ε die Überschätzung des
Laplace-Operators
ist. Eine Zunahme der Leistung des fokussierten Ultraschalls führt zu einem
starken Anstieg des Laplace-Operators
im biologischen Gewebe 410 und somit zu einer erneuten
Zunahme der Leistung des fokussierten Ultraschalls. Diese positive Reaktion
wird sich nach einer Zeit von ungefähr 2/a aufgrund einer negativen
Reaktion in der Regelungsschleife einstellen. Dies erklärt die Periodizität der Instabilitäten in diesem
Extremfall.
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Die
Stärke
der negativen Reaktion auf die Regelungsschleife entspricht dem
Parameter a. Wie wir weiter oben gesehen haben, ist der Parameter
a gleich dem Zweifachen des Kehrwertes der charakteristischen Ansprechzeit
tr (a=2/tr). Der
Wert dieses Parameters ist für
jeden Versuch in 6 angegeben. Im allgemeinen sind
für a Werte
von 0,1 s–1 bis
0,2 s–1 ausreichend,
um ähnliche
Temperaturanstiegszeiten zu erhalten wie die des Profils Θ(t), selbst
wenn für α1 und α2 stark
fehlerhafte Werte verwendet werden. Nur im dem extremen Fall, daß α1 stark
unterschätzt
und α2 überschätzt wird
(siehe 6, unten rechts), muß a bis auf den Wert 0,40 s–1 erhöht werden,
um eine Deckung mit dem im voraus bestimmten Profil des zeitlichen
Temperaturverlaufs zu erhalten. Der experimentell gefundene optimale
Wert von a beträgt
(in allen Fällen,
außer
den Fällen mit
extremen Fehlern in α1 und α2) 0,2 s–1,
wobei die Ansprechzeit der entsprechenden Regelungsschleife 10 s
beträgt.
Wenn die Stärke
der negativen Reaktion zunimmt, wird eine schnellere Korrektur der
Fehler in den Ausgangsparametern erhalten, aber die Amplitude der
Leistung des fokussierten Ultraschalls und der Temperaturschwankungen
um den im voraus bestimmten Wert nimmt ebenfalls zu.
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Die
Durchführung
und die Leistungen der Behandlungsvorrichtung gemäß der oben
beschriebenen Erfindung werden nachfolgend anhand von zwei Beispielen
veranschaulicht.
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Beispiel 1: Verwendung
der Vorrichtung zur thermischen Behandlung gemäß der vorliegenden Erfindung
im Rahmen von In-vitro-Messungen.
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Gemäß diesem
Beispiel wird ein Protokoll mit einem Temperaturanstieg von 10°C auf eine
Probe frischen Fleisches angewandt. Die Ausgangstemperatur beträgt 15°C. Mit diesem
Protokoll wird keinerlei irreversible, sich aus diesem Profil des
zeitlichen Temperaturverlaufs ergebende Veränderung des biologischen Gewebes 410 erwartet. 7 stellt
den Verlauf der Maximaltemperatur als Funktion der Zeit dar. Im
flachen Teil dieser Kurve beträgt
die mittlere Temperaturerhöhung
9.97°C,
mit einer Standardabweichung von 0.19°C. Diese Standardabweichung
ist mit der zu vergleichen, die sich, gleich 0.18°C, aus den
Temperaturmessungen ergibt, die ohne Erwärmung durch fokussierten Ultraschall
vorgenommen wird (das heißt
was der Rausch-Basislinie in den Temperaturmessungen entspricht).
In 5 ist der direkt berechnete Laplace-Operator aufgetragen.
Die Abschwächung
im Abschnitt konstanter Temperatur entspricht der Verminderung der
Temperaturgradienten um den Brennpunkt. Die Amplitude der direkt
angewandten Leistung ist in 8 aufgetragen.
Aufgrund des Rauschens der Messung weisen der berechnete Wert des
Laplace-Operators
und die Amplitude der vom Generator bereitgestellten Leistung eine
Schwankung in der Größenordnung
von etwa 10 % auf. Dies hat nur eine geringe Wirkung auf die resultierende
Temperatur, da die Schwankungsfrequenz (das heißt der Kehrwert der zeitlichen
Auflösung
der Kartographie durch magnetische Resonanz) sehr viel größer ist
als der Kehrwert der spezifischen Ansprechzeit (τ) des biologischen Gewebes 410 auf
die Erwärmung.
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Die 9 zeigt
die Temperaturstabilität,
die mit einem dreistufigen Profil (15, 25, 30°C) erreicht wird. Die Standardabweichung
beträgt
0.35°C,
0.36°C beziehungsweise
0.40°C für Temperaturanstiege
bis 15°C, 25°C und 30°C. Die in 9 dargestellten
Ergebnisse bestätigen
die hohe Temperaturstabilität
des erfindungsgemäßen Regelungssystems
der Vorrichtung zur thermischen Behandlung über einen weiten Bereich an
Temperaturanstiegen.
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Beispiel 2: Verwendung
der Vorrichtung zur thermischen Behandlung gemäß der vorliegenden Erfindung
im Rahmen von Invivo-Messungen.
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Durch Übernahme
eines zu dem im Fall des Beispiels 1 durchgeführten analogen Verfahrens wurden Versuche
in-vivo am Schenkel einer Ratte durchgeführt. Die entsprechenden Ergebnisse
sind in 10 gezeigt. Die zeitliche Auflösung beträgt 0.5 s.
Die mittlere Temperatur zwischen 90 und 120 s nach Beginn des Versuchs
beträgt
54.9°C (der
Wert des zu erreichenden Profils beträgt 55°C) mit einer Standardabweichung von
0.33°C.
Die 7, 9 und 10 zeigen,
daß man
die Temperatur mit einer Genauigkeit regeln kann, die nahe jener
liegt, die durch die in-vitro oder in-vivo durchgeführten Temperaturmessungen
gegeben ist.
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Obenstehend
wurde eine Ausführungsform
der Erfindung beschrieben, die einer Vorrichtung zur Behandlung
per lokaler Hyperthermie durch fokussierten, MRI-geregelten Ultraschall
entspricht. Die Erfindung erfaßt
jedoch auch weitere Vorrichtungen zur thermischen Behandlung. Es
versteht sich, daß die
Erfindung auch auf Fälle
verallgemeinert werden kann, in denen Wärme beispielsweise durch einen
Laser, durch Mikrowellen oder Radiofrequenzwellen, durch fokussierten
Ultraschall, usw. zugeführt
wird. Es versteht sich ebenfalls, daß in der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur thermischen Behandlung anstelle der MRI auch andere Mittel zur Temperaturmessung
verwendet werden können.
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Ebenso
wurden die Ermittlung und die numerische Verarbeitung der räumlichen
Temperaturverteilung oben als mit Hilfe des Laplace-Operators vorgenommen
beschrieben. Es können
jedoch auch andere Mittel zur Durchführung dieser Ermittlung verwendet
werden, ohne daß dadurch
der Rahmen der Erfindung verlassen wird.