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DE60014391T2 - Beeinflussung von partikeln in flüssigen medien - Google Patents

Beeinflussung von partikeln in flüssigen medien Download PDF

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DE60014391T2
DE60014391T2 DE60014391T DE60014391T DE60014391T2 DE 60014391 T2 DE60014391 T2 DE 60014391T2 DE 60014391 T DE60014391 T DE 60014391T DE 60014391 T DE60014391 T DE 60014391T DE 60014391 T2 DE60014391 T2 DE 60014391T2
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DE
Germany
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particles
chamber
ultrasonic
ultrasonic vibration
ultrasound
Prior art date
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Expired - Lifetime
Application number
DE60014391T
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DE60014391D1 (de
Inventor
Michael Gary Feltham LOCK
Ronald Anglesey PETHIG
Hendricus Gerardus Glossop MARKX
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bangor University
Original Assignee
Bangor University
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
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Publication of DE60014391T2 publication Critical patent/DE60014391T2/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B03SEPARATION OF SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS; MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
    • B03CMAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
    • B03C5/00Separating dispersed particles from liquids by electrostatic effect
    • B03C5/02Separators
    • B03C5/022Non-uniform field separators
    • B03C5/026Non-uniform field separators using open-gradient differential dielectric separation, i.e. using electrodes of special shapes for non-uniform field creation, e.g. Fluid Integrated Circuit [FIC]
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B03SEPARATION OF SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS; MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
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    • B03C5/02Separators
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Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf das Beeinflussen von Teilchen in flüssigen Medien.
  • In den letzten Jahren richtete sich viel Aufmerksamkeit auf die Entwicklung von Systemen zum Beeinflussen von Teilchen in flüssigen Medien. Die Grunde, aus denen Teilchen zweckmäßigerweise in flüssigen Medien beeinflußt werden sollen, sind zahlreich und vielfältig. Beispielsweise machen verschiedene Arten von Trennverfahren von der Tatsache Gebrauch, daß verschiedene Arten von Teilchen innerhalb eines Volumens einer Teilchen enthaltenden Flüssigkeit getrennt werden können und dann an einem speziellen Punkt innerhalb des Flüssigkeitsvolumens abgezogen werden, wobei die so abgezogenen Teilchen dann andere Eigenschaften aufweisen als andere Teilchen, die von anderen Punkten innerhalb des Volumens abgenommen worden sind. Derartige Trennverfahren können auf die Anwendung bei nichtteilchenförmigen Materialien ausgedehnt werden, z. B. auf den Fall großer Moleküle oder biologischer Objekte, wenn sie mit Trägerteilchen verbunden werden können, um verbesserte Teilchen zu bilden, die dann unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, welche eine Trennung der Teilchen erlauben. Ein anderes Gebiet mit zunehmender Bedeutung ist das Fördern erwünschter Reaktionen, üblicherweise in einem mikroskopischen Maßstab, durch Inkontaktbringen von Reaktionspartnern. Dabei liegen die Reaktionspartner selbst in Form von Teilchen vor, oder sie sind in Form von einem oder mehreren Teilchen in irgendeiner Teilchenform vorhanden, die mit einem im allgemeinen nichtteilchenförmigen Reaktionspartner verbunden ist.
  • Durch die vorliegende Beschreibung hindurch wird der Ausdruck "Teilchen" im Sinne von beispielsweise biologischen Zellen, Bakterien, Viren, parasitischen Mikroorganismen,. DNA, Proteinen, Biopolymeren, nichtbiologischen Teilchen oder anderen Teilchen, die in einer Flüssigkeit suspendiert sein können, in welcher dielektrophoretische Kräfte und Ultraschallkräfte ausgeübt werden können, benutzt. Der Ausdruck umfaßt auch chemische Verbindungen oder Gase, die in einer Flüssigkeit gelöst oder suspendiert sind, worin dielektrophoretische Kräfte und Ultraschallkräfte ausgeübt werden können. Der Ausdruck umfaßt ferner irgendwelche Teilchen, die an größere Teilchen gebunden werden können, worin dann dielektrische Kräfte und Ultraschallkräfte induziert werden können.
  • Es können zwei Basisarten der Bewegung eines Teilchens in einem flüssigen Medium leicht identifiziert werden, nämlich die Gesamtbewegung von Teilchen in einem flüssigen Medium als Ergebnis einer Gesamtbewegung des flüssigen Mediums selbst, und die Bewegung der Teilchen relativ zu dem umgebenden flüssigen Medium, wobei das Medium als im wesentlichen stationär betrachtet werden kann. Natürlich treten bei den praktischen Anwendungen, welche das Beeinflussen von Teilchen in einem flüssigen Medium beinhalten, beide Bewegungsarten auf.
  • In den letzten Jahren gab es bei der Nutzbarmachung des physikalischen Phänomens, das als Dielektrophorese bekannt ist, große Fortschritte, um nützliche Wirkungen der Teilchenbeeinflussung hervorzurufen. Beispielsweise wird auf Veröffentlichungen von Markx et al., Dielectrophoretic Characterisation and Separation of Microorganisms, Microbiology (1994), 140, Seiten 585-591, und Pethig, Dielectrophoresis: Using Inhomogenous AC Electrical Fields to Separate and Manipulate Cells, Critical Review in Biotechnology, 16(4), Seiten 331-348 (1996), Bezug genommen. Wie aus den ausführlichen Literaturlisten in diesen beiden Veröffentlichungen ersichtlich ist, gab es auf dem Gebiet der Anwendung der Dielektrophorese viel Aktivität.
  • Auch die Patentliteratur enthält Beschreibungen über dielektrophoretische Trennmethoden sowie verallgemeinerte Methoden zur Teilchenbeeinflussung unter Anwendung der Dielektrophorese. In diesem Zusammenhang wird auf die Internationalen Veröffentlichungen WO 91/11262, WO 93/16383, WO 94/22583, WO 97/34689 und die US-A-5454472 Bezug genommen.
  • Wir haben nun gefunden, daß bei der Beeinflussung von Teilchen deutliche Vorteile erreicht werden können, wenn eine Kombination von dielektrophoretischen Methoden der Beeinflussung von Teilchen mit einer Beeinflussung durch Ultraschall angewandt wird.
  • Eine solche Kombination wurde in einem begrenzten Umfang im USSR-Urheberzertifikat Nr. 744285 von Fomchenkov und Miroshnikov beschrieben, wobei eine zylindrische dielektrophoretische Kammer von einem koaxialen Ultraschallkopf umgeben ist sowie ein Ultraschallsignal und ein dielektrophoretisches Signal mit der gleichen Frequenz in der gleichen radialen Richtung und mit synchronisierten Phasen zugeführt werden. Der Durchmesser der zylindrischen Kammer übersteigt nicht die Länge der Ultraschallwelle.
  • Es wird angegeben: "Die geometrischen Dimensionen des Ultraschallstrahlers 8 werden derart gewählt, daß an dem Ort, wo die Kammer angeordnet ist, eine stehende Welle erzeugt wird, deren Schwingungsfrequenz über den gesamten Querschnitt der Kammer entlang des Radius in der Richtung zu der axialen Elektrode hin oder von ihr weg gerichtet ist. Auf diese Weise übersteigt der Durchmesser der Kammer nicht die Länge der Ultraschallwelle". Dann wird angegeben: "Die Schwingungsfrequenzen der Quellen 16 und 17 werden derart gewählt, daß sie gleich sind, und ihre Phasen werde unter Einsatz eines Synchronisators 18 synchronisiert". Die Quellen 16 und 17 beziehen sich auf die Signalquellen für den Ultraschall und die Dielektrophorese, und die für sowohl den Ultraschall als auch für die Dielektrophorese benutzten Signale selbst liegen bei der gleichen Frequenz, wobei ihre Phasen verbunden sind. Der Grund für die Benutzung der gleichen Frequenz und das Verbinden ihrer Phasen wird später angegeben, wo auch angegeben ist: "Als Ergebnis werden die dispergierten Teilchen zuerst durch das elektrische Feld und dann durch das Ultraschallfeld polarisiert, das ihnen ein zusätzliches elektrisches Dipolmoment verleiht, welches durch die Deformation ihrer elektrischen Doppelschicht hervorgerufen wird. Die Wechselwirkung des Dipolmoments eines Teilchens mit dem elektrischen Feld führt zu einer entstehenden Kraft, die im Bereich der maximalen Feldstärke an der axialen Elektrode 4 ausgerichtet ist".
  • Ein Nachteil einer solchen Anordnung besteht darin, daß die Einschränkungen, welche dem Ultraschallfrequenzbereich (z. B. 1 bis 6 MHz) durch die Kammergröße auferlegt werden, in entsprechender Weise auch das dielektrophoretische Ansprechen auf einen sehr kleinen Bereich begrenzen. Damit die Dielektrophorese von praktischem Nutzen ist, wird ein Frequenzbereich benötigt, der sich von mindestens 1 kHz bis 10 MHz erstreckt.
  • Wir haben nun gefunden, daß ein solcher Frequenzbereich durch Anwenden des Verfahrens und der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung erreicht werden kann.
  • Ferner wird bei Fomchenkov ein externer Fluidstrom zusätzlich benötigt, um eine Teilchentrennung herbeizuführen. Die Trennung kann nicht durch Anwenden von Ultraschall und von dielektrophoretischen Kräften erzielt werden. Wir haben jetzt gefunden, daß durch Anwenden eines Verfahrens und einer Vorrichtung gemäß der Erfindung eine Teilchentrennung ohne den Einsatz eines Fluidstroms erfolgen kann.
  • Allgemein wird gemäß der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zum Beeinflussen von Teilchen zur Verfügung gestellt, wobei in einer Flüssigkeit suspendierte Teilchen einer stehenden Ultraschallwelle und einem variierenden elektrischen Feld, das auf die Teilchen eine dielektrophoretische Kraft ausüben kann, unterworfen werden.
  • Im Gegensatz zu der Anordnung von Fomchenkow müssen die relativen Phasen der zwei Signale nicht gesteuert werden.
  • Weiterhin weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Behandeln von in einer Flüssigkeit suspendierten Teilchen eine Kammer, eine Einrichtung zum Zuführen von suspendierten Teilchen in die Kammer und zum Abführen aus dieser heraus, eine Elektrodenanordnung an mindestens einer Wand der Kammer, eine Einrichtung zum Anlegen einer elektrischen Wechselspannung an die Elektrodenanordnung, wodurch in suspendierten Teilchen in der Nähe der Anordnung eine dielektrophoretische Kraft erzeugt wird, und eine Einrichtung, mit der die Flüssigkeit in der Kammer einer sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle unterworfen wird, auf.
  • Die Technik der Anwendung von Ultraschall zum Beeinflussen von Teilchen in einem flüssigen Medium wurde früher beschrieben, z. B. in einer Veröffentlichung von Petersen et al., "Development of an ultrasonic blood cell separator", IEEE eighth annual conference of the Engineering in Medicine and Biology Society, 1986, Seiten 154-156.
  • Wie in jener Veröffentlichung dargestellt wird, ist die Ultraschallkraft auf ein komprimierbares Teilchen, verursacht durch eine stehende akustische Druckwelle, durch den Ausdruck
    Figure 00060001
    gegeben.
  • Die dielektrophoretische (DEP) Kraft, welche auf ein Teilchen ausgeübt wird, wie sie in der oben angegebenen Veröffentlichung von Markx et al. auf Seite 585 aufgeführt wird, ist durch den Ausdruck
    Figure 00060002
    gegeben.
  • Die Erklärung der Bedeutungen der in diesen beiden Gleichungen verwendeten Symbole wird in den entsprechenden Veröffentlichungen angegeben. In den zwei oben aufgeführten Gleichungen ist zu erkennen, daß, wie durch die Äquivalenzen zum Ausdruck gebracht wird, die Kraft direkt von der dritten Potenz des Radius des Teilchens abhängt, wobei alles andere gleich ist. Mit anderen Worten, die Kraft hängt vom Teilchenvolumen ab.
  • Es ist klar, daß durch Anpassen der Bedingungen, d. h. durch Variieren der Parameter des Ultraschalls und durch Variieren des angelegten elektrischen Felds, die willkürlichen Konstanten a und b gleichgemacht werden können, d. h. die auf ein Teilchen wirkende dielektrophoretische Kraft kann bezüglich der auf jenes Teilchen ausgeübten Ultraschallkraft größer, gleich oder kleiner eingestellt werden. Da die beiden Kräfte vom Teilchenvolumen abhängen, beeinflussen Veränderungen im Volumen nicht die Fähigkeit, einen Ausgleich der Ultraschallkraft und der dielektrophoretischen Kraft herbeizuführen oder diese Größen derart einzustellen, daß die eine die andere übersteigt. Dementsprechend wird die Fähigkeit, die Teilchen zu beeinflussen, in wirksamer Weise von ihrem Volumen unabhängig, und dies ermöglicht es, wesentlich verbesserte Einflußnahmen durchzuführen. Insbesondere hat die relative Größe der Teilchen keine Wirkung auf ihre Fähigkeit, unter Anwendung von Techniken getrennt zu werden, welche die kombinierte Anwendung von Ultraschallkraft und dielektrophoretischer Kraft auf die Teilchen beinhalten.
  • Bei der praktischen Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens können die dielektrophoretische Kraft und die Ultraschallkraft gleichzeitig angewandt werden. Jedoch können sie auch nacheinander ausgeübt werden, um eine geeignete Bewegung der Teilchen sicherzustellen. Insbesondere kann eine Ultraschallbestrahlung in Abwesenheit einer auf die Teilchen ausgeübten dielektrophoretischen Kraft benutzt werden, um Teilchen in Suspension in einem flüssigen Medium in einer gewünschten Weise zu bewegen. Gemäß einem besonders wertvollen Verfahren der Erfindung wird zuerst eine Ultraschallbestrahlung durchgeführt, um zu beeinflussende Teilchen aus einem ersten flüssigen Medium, in dem sie suspendiert sind, in ein zweites flüssiges Medium zu bewegen, wobei die Leitfähigkeit, die dielektrische Permittivität, der pH-Wert und andere physikochemische Eigenschaften des zweiten flüssigen Mediums geeignet sind, die Erzeugung einer geeigneten dielektrischen Kraft auf die einzelnen Teilchen zu ermöglichen. Dies ist besonders wertvoll in Verbindung mit Trennverfahren, bei denen die Dielektrophorese angewandt wird, da dies eine Alternative zur üblicherweise angewandten Zentrifugierung der Teilchen darstellt, so daß sie aus der ersten suspendierenden Flüssigkeit entfernt und dann in einer zweiten bekannten Flüssigkeit erneut dispergiert werden, die normalerweise Eigenschaften, wie eine ausgewählte Leitfähigkeit, aufweist, um die dielektrophoretische Trennung zu unterstützen.
  • In gleicher Weise können Teilchen, die einer dielektrophoretischen Trennung unterworfen worden sind, z. B. gemäß einigen der oben angegebenen Techniken des Standes der Technik, einem Ultraschall ausgesetzt werden, um die Teilchen in wirksamer Weise zusammen zu konzentrieren oder sie sogar aus dem flüssigen Medium auszusedimentieren, in dem sie während der dielektrophoretischen Trennung suspendiert worden sind. Dieses Konzentrationsverfahren kann benutzt werden, um die Leistungsfähigkeit der praktischen Trennvorrichtung zu erhöhen.
  • Wie in dem oben angegebenen extensiven Stand der Technik zur dielektrophoretischen Beeinflussung angegeben ist, müssen die Teilchen in großer Nähe zu Elektrodenanordnungen, welche ein elektrisches Feld erzeugen, angeordnet werden, um angemessene dielektrophoretische Kräfte hervorzurufen. Üblicherweise wird dies oft einfach durch die Ausnutzung der Schwerkraft erreicht, um es Teilchen in Suspension zu ermögliche, sich neben den Elektrodenoberflächen anzusammeln. Dies kann aber eine wesentliche Zeit in Anspruch nehmen, insbesondere dann, wenn die relativen Dichten der Teilchen und die suspendierenden Flüssigkeiten einander sehr nahe stehen. Wir haben gefunden, daß durch Anwenden der Ultra schallbeeinflussung Teilchen, welche in einer Flüssigkeit suspendiert sind, rasch in eine große Nähe zu einer geeigneten Elektrodenanordnung bewegt werden können. Durch Anwendung einer sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle ist es auch möglich, Teilchen durch eine Elektrodenanordnung hindurch zu bewegen.
  • Bei der praktischen Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Vorrichtung benutzt, die derart konstruiert und ausgebildet ist, daß sie es den Teilchen ermöglicht, sowohl einer Ultraschallkraft als auch einer dielektrophoretischen Kraft unterworfen zu werden. Gemäß einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zum Behandeln von Teilchen bereit, die in einem flüssigen Medium suspendiert sind, wobei die Vorrichtung eine Kammer, eine Einrichtung zum Zuführen von suspendierten Teilchen in die Kammer und zum Abführen aus dieser heraus, eine Elektrodenanordnung an mindestens einer Wand der Kammer, eine Einrichtung zum Anlegen einer elektrischen Wechselspannung an die Elektrodenanordnung, wodurch in suspendierten Teilchen in der Nähe der Anordnung eine dielektrophoretische Kraft erzeugt wird, und eine Einrichtung, mit der die Flüssigkeit in der Kammer einer sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle unterworfen wird, aufweist.
  • Mit einer in geeigneter Weise dimensionierten Behandlungskammer, d. h. einer Kammer, die relativ zur Wellenlänge des angewandten Ultraschalls niedrig ist, ist es möglich, Teilchen zu den Wänden der Kammer hin, an denen Elektrodenstrukturen angeordnet sind, wandern zu lassen. Somit kann gemäß einer typischen Anwendung ein Volumen einer Flüssigkeit, die Teilchen in Suspension enthält, welche nach geeigneten Kriterien getrennt werden müssen, in eine Kammer eingeführt werden und die Kammer dann einem Ultraschall ausgesetzt werden, um die Teilchen zu den Kammerwänden zu bewegen. Sodann können die Teilchen an den Wänden, welche Elektrodenanordnungen tragen, unter Anwendung einer Kombination aus Ultraschallkräften und dielektrophoretischen Kräften, welche auf die Teilchen einwirken, getrennt werden.
  • Bei einer derartigen Anwendung der erfindungsgemäßen Verfahren kann im Vergleich zur Benutzung der dielektrophoretischen Trennverfahren allein eine wesentliche Trennleistung erreicht werden. Insbesondere können bei Anwendung der kombinierten Ultraschallkräfte und der dielektrophoretischen Kräfte Teilchen auf der Basis sowohl ihrer mechanischen als auch ihrer dielektrischen Eigenschaften getrennt werden. Da sowohl Ultraschallkräfte als auch dielektrophoretische Kräfte genau gesteuert werden können, ist eine bessere Steuerung der Teilchentrennung möglich, verglichen mit der Anwendung eines Fluidstroms.
  • Die dielektrophoretischen Kräfte liegen. naturgemäß bezüglich ihrer Wirkung in einem engen Bereich. Somit muß entweder eine deutliche Zeit zugestanden werden, um den Teilchen ein Sedimentieren an den Elektroden zu ermöglichen, oder die Vorrichtung muß derart ausgebildet sein, daß sich die Teilchen innerhalb einer kurzen Entfernung von den Elektroden, normalerweise in einer Entfernung von nicht mehr als 300 μm, insbesondere von nicht mehr als 100 μm, befinden. Der Ultraschall kann benutzt werden, um die Zellen rasch an die Elektroden an den Kammerwänden zu bewegen, um nachfolgend eine wirksame dielektrophoretische Trennung zu erleichtern. Unter den Bedingungen, bei denen die Kammerhöhe in der Größenordnung der Wellenlänge der Schallwelle ist, beginnen Zellen sich zu den Wänden der Kammer hin zu bewegen (die genauen Dimensionen hängen von der Art und Weise, in welcher der Ultraschall angewandt wird, und auch von den akustischen Eigenschaften der Kammerwände ab). Die Wellenlänge des Ultraschalls in Wasser bei 20 °C, und zwar für einen Ultraschallfrequenzbereich von 500 kHz bis 10 MHz, liegt bei etwa 150 bis 3000 Mikron. Somit kann die Dielektrophoresekammer in einer Größenordnung liegen, welche eine Kammer übersteigt, die keinen. Ultraschall benutzt.
  • Die Erfindung wird beispielhaft unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert. Darin zeigen:
  • 1 eine einfache Trennvorrichtung;
  • 2 und 3 Fotografien, die durch die Elektrodenanordnung hindurch aufgenommen wurden und die Teilchenverteilung um die Elektroden herum aufzeigen;
  • 4a und 4b eine alternative Trennzelle;
  • 4c die Verbindung der Elektroden;
  • 4d die Teilchenbewegung;
  • 4e schematisch ein vollständiges Trennsystem; und
  • 5 DEP-Spektren der Teilchen.
  • Unter Bezugnahme auf 1 wird darin schematisch eine Trenneinheit gezeigt, die im wesentlichen. aus einer zentralen Trennkammer 1 besteht, die eine Flüssigkeitsverbindung mit einer Eingabekammer 2 und einer Ausgabekammer 3 aufweist, welche mit zwei Probenausgabeöffnungen 4 und 5 versehen ist. An jedem Ende der Kammer 1 sind Ultraschallköpfe 10, 11 angeordnet, und ebenso befinden sich zwei Ultraschallköpfe 12 und 13 an jedem Ende der Eingabekammer 2, die bezüglich der Kammer 1 quer angebracht ist.
  • An den Wänden der Kammer 1 befindet sich eine Anordnung aus zinnenartigen Elektroden mit einer geeigneten Größe und einem geeignetem Abstand, um zu ermöglichen, daß dielektrophoretische Kräfte auf Teilchen innerhalb der Kammer 1 einwirken, wenn geeignete elektrische Wechselspannungen an die Elektroden angelegt werden. Die Elektrodenanordnung wird schematisch in vergrößertem Maßstab bei 20 in 1 dargestellt.
  • Der Einfachheit halber sind die Einrichtung zum Zuführen einer Flüssigkeit mit darin suspendierten Teilchen zu der Eingabekammer 2, durch die Trennkammer 1 und dann durch die Ausgabekammer 3 weggelassen. Dies gilt auch für die elektrischen Verbindungen, welche nötig sind, um die Ultraschallköpfe zu betreiben und die Wechselspannungen an die bei 20 dargestellte Elektrodenanordnung anzulegen. Auch ist in der Darstellung eine Einrichtung zum selektiven Öffnen der Auslässe 4 und 5 aus der Auslaßkammer 3 nicht dargestellt.
  • Beim Gebrauch der Vorrichtung wird eine Flüssigkeitsprobe, welche suspendierte Teilchen enthält, in der Kammer 2 angeordnet. Durch Zuführen geeigneter Signale zu den Ultraschallköpfen 12 und 13 kann innerhalb des Flüssigkeitsvolumens in der Kammer 2 eine stehende Welle mit Ultraschallfrequenz erzeugt werden. Diese stehende Welle veranlaßt die Teilchen, sich entweder in Bereiche mit einem geringen Ultraschalldruck oder in Bereiche mit einem hohen Ultraschalldruck zu bewegen, und zwar in Abhängigkeit ihrer relativen akustischen Eigenschaften. Dementsprechend bringt die stehende Welle die Teilchen dazu, sich in Bändern gruppenweise anzusammeln. Wenn die einzelnen Teilchen einmal in Gruppen vorliegen, können sie als größere Gruppenteilchen betrachtet werden, die leichter sedimentieren und leichter kontrolliert werden können. Sie können dann auf eine gesteuerte Art und weise durch Sedimentieren aus der suspendierenden Flüssigkeit in die Kammer 2 bewegt und in der Flüssigkeit der Kammer 1 erneut suspendiert werden. Vor irgend einer Trennung füllt eine Flüssigkeit alle Kammern 1, 2 und 3 sowie die Ausgabepunkte 4, 5.
  • Wenn die Ultraschallköpfe 10 und 11 in die Trennkammer 1 einmal eingeführt worden sind, werden sie mit einem geeigneten Signal betrieben, um eine stehende Ultraschallwelle zu erzeugen, die sich entlang der Kammerlänge von links nach rechts bewegt. Unter der Annahme, daß die senkrechte Abmessung (wie in 1 dargestellt ist) der Kammer 1 im Bereich der Wellenlänge des durch die Ultraschallköpfe 10 und 11 erzeugten Ultraschalls liegt, werden die Teilchen zu den Wänden der Kammer 1 hin getrieben, an denen die Elektrodenanordnung 20 angeordnet ist. Durch Zuführen von elektrischen Signalen mit einer geeigneten Frequenz und einer geeigneten Amplitude zu der Elektrodenanordnung 20 sowie durch Einstellen der auf die Ultraschallköpfe 10 und 11 einwirkenden Signale ist es möglich, die Teilchen in der Nähe der Elektrodenanordnung sowohl einer dielektrophoretischen Kraft als auch einer auf dem Ultraschallweg erzeugten Kraft auszusetzen. Insbesondere können in einer sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle Teilchen mit speziellen Eigenschaften an der Elektrodenanordnung gehalten werden, während andere Teilchen, welche jene Eigenschaften nicht aufweisen, entlang der Kammer 1 von der Eingabekammer 2 weg und zur Ausgabekammer 3 hin bewegt werden.
  • Beim Erreichen des Endes der Kammer 1 stoßen die Teilchen auf eine Sperre, welche sie daran hindert, sich weiterzubewegen. Diese Sperre kann aus einem dünnen Material bestehen und ähnliche akustische Eigenschaften aufweisen wie jene des suspendierenden Mediums (um so eine nur minimale Unterbrechung des Ultraschallfelds zu erreichen), z. B. in Form eines angepaßten dünnen Mikroskop-Deckplättchens vorliegen. Die Teilchen beginnen dann damit, sich zu den Sammelöffnungen 4 und 5 hin zu sedimentieren. Zwischen den Sammelöffnungen 4 und 5 sowie der Hauptkammer 1 befindet sich ein Schaltventilsystem in Form einer Klappe. Diese führt die Teilchen zum Sammeln entweder zu der Öffnung 4 oder der Öffnung 5. Im vorliegenden Fall werden die Teilchen zu der Öffnung 4 geführt.
  • Anschließend wird die Ausgabeöffnung 4 geschlossen und die Ausgabeöffnung 5 geöffnet, und die an die Ultraschallköpfe 10 und 11 sowie die Elektrodenanordnung 20 geführten Signale können verändert werden, um die vorher festgehaltenen Teilchen freizugeben und dementsprechend es zu ermöglichen, daß sie aus der Öffnung 5 heraus gesammelt werden. wenn somit an den Öffnungen 4 und 5 geeignete Sammelbehälter, wie kleine Flaschen, angeordnet werden, sedimentieren die Teilchen in diese hinein. Teilchen einer Art sedimentieren an der Öffnung 4 und Teilchen einer davon verschiedenen Art sedimentieren an der Öffnung 5.
  • Beim Einsatz einer geeignet programmierten Steuerung kann die in 1 gezeigte Vorrichtung schrittweise verwendet werden, um eine Anzahl von Flüssigkeitsansätzen zu behandeln, von denen jede beide Arten von Teilchen enthält, um zwei Behälter bereitzustellen, von denen einer eine gewünschte Teilchenart oder gewünschte Teilchenarten und der andere die ungewünschten Teilchenarten enthält.
  • In den 2 und 3 sind Fotografien dargestellt, welche die Elektrodenanordnung 20 zeigen, wobei in jedem Fall gerade vier einzeln zinnenartig ausgebildete Elektrodnstreifen dargestellt werden. In den Fotografien wurde die Beleuchtung so eingestellt, daß die Anwesenheit von Hefezellen als blaßgraue Bereiche gegenüber dem klaren Flüssigkeitshintergrund und zwischen den dunkler grauen zinnenförmigen Elektroden ersichtlich ist.
  • 2 zeigt eine Stufe in dem Verfahren, bei dem eine Probe der suspendierten Hefezellen, einige lebend und einige tot, in die Kammer eingeführt und sowohl Ultraschallkräften als auch dielektrophoretischen Kräften ausgesetzt worden ist. Wie klar ersichtlich ist, besteht die Wirkung des Ultraschalls darin, die Zellen in Bändern parallel zur Längserstreckung der zinnenförmigen Elektroden zu gruppieren. Wenn die Zellen sich einmal in diesen Bändern befinden, werden sie dielektrophoretischen Kräften ausgesetzt, die derart eingestellt werden können, daß sich die Zellen in einer Weise bewegen, daß sie durch die Anordnung gehalten werden. Im Beispiel gemäß 2 ist die an die Elektroden angelegte elektrische Wechselspannung eine Spannung von drei Volt, die mit einer Frequenz von 500 kHz in einem Medium mit einer Leitfähigkeit von 50 μS/cm swingt. Wie ersichtlich ist, konzentrieren sich die grauen Bänder der Zellen zwischen den zinnenförmigen Elektroden und werden durch positive DEP-Kräfte gehalten.
  • Nach einem geeigneten Zeitraum, z. B. 1-20 Sekunden, wird die an die Elektrodenanordnung 20 angelegte Wechselspannung in eine Spannung abgeändert, die beispielsweise zwölf Volt von Peak zu Peak und eine Frequenz von sechs MHz aufweist. Dies bewirkt, daß lebende Hefezellen bezüglich der Elektrodenanordnung viel stärker stationär gehalten werden, als tote Hefezellen. Durch geeignetes Betreiben der Ultraschallköpfe 10 und 11 am Ende der Kammer 1 kann die stehende Ultraschallwelle veranlaßt werden, sich von der Kammer 2 weg und zur Kammer 3 hin zu bewegen, wobei tote Hefezellen entlang der Kammer mitgenommen werden. Diese Zellen gelangen dementsprechend in die Kammer 3 und können entfernt werden. Inzwischen werden die lebenden Hefezellen in der Elektrodenanordnung gehalten, von wo aus sie, wenn es erwünscht ist, abgenommen werden können, und zwar durch ändern der an die Elektrodenanordnung angelegten Spannung und der Frequenz. Anschließend können sie in der gleichen Weise an der Ausgabekammer 3 gesammelt werden.
  • 3 zeigt das "Ziehen" durch den Ultraschall und das Bewegen der Zellen, die durch die Elektroden mit Hilfe positiver DEP-Kräfte gehalten werden, wie dargestellt ist. Dies zeigt klar das Niveau der Steuerung, die durch Benutzen der Ultraschallkraft und der dielektrophoretischen Kraft in Kombination erreichbar ist, wobei durch eine starke positive DEP-Kraft gehaltene Teilchen durch marginal differierende Werte unterschieden und getrennt werden können. Dieses Steuerungsniveau ist nicht nur erwünscht, sondern findet eine breite Anwendung.
  • Die vorstehende Erläuterung zeigt, wie die Vorrichtung gemäß 1 benutzt werden kann, um eine Trennung von Teilchen innerhalb eines Ansatzes einer Flüssigkeit, der in die Kammer 2 eingeführt worden ist, zu bewirken. Bei einer alternativen Lösung kann eine Menge von in Suspension befindlichen Teilchen aus der Kammer 2 in die Kammer 1 überführt und z. B. durch Ultraschallsedimentation und Bewegung zu dem Elektrodenbereich gebracht werden. Die Teilchen in flüssiger Suspension können dann entlang der Kammer 1 rückwärts und vorwärts bewegt werden, wobei stehende Ultraschallwellen benutzt werden, welche durch die Ultraschallköpfe 10 und 11 erzeugt worden sind. Dies kann in Verbindung mit dem Abgeben eines geeigneten Signals an die Elektrodenanordnung 20 ermöglichen, daß Teilchen selektiv gehalten werden, wenn sich die fortschreitende Welle in eine Richtung bewegt, und freigegeben werden, wenn sie sich in die andere Richtung bewegt. Somit können eine Teilchenart zu dem einen Ende der Kammer 1 hin und andere Teilchenarten zu dem anderen Ende der Kammer 1 hin bewegt werden. Wenn die Teilchen aus der Kammer 2 irgendwo in den Mittelabschnitt der Kammer 1 eingeführt werden, kann die Vorrichtung kontinuierlich mit zwei getrennten Teilchenströmen betrieben werden, die an Stellen beider Enden der Kammer 1 gesammelt werden. Alternativ kann dieses Verfahren auch durch Einführen von Teilchen mittels eines Fluidstroms in die Kammer 1 durchgeführt werden, wenn die Kammer 2 nicht benötigt wird. Dies kann dann vorteilhaft sein, wenn die Teilchen z. B. in einem Medium mit der gewünschten Leitfähigkeit schon suspendiert sind und eine erneutes Suspendieren nicht erforderlich ist.
  • Die Bewegung der stehenden Welle kann durch eine Anzahl bekannter elektronischer Techniken erreicht werden, z. B. durch Phasenablenkung, Frequenzablenkung oder Frequenzverschiebung der relativen Signale, die an die Ultraschallköpfe 10 und 11 geführt werden, oder alternativ mechanisch durch Ändern der Kammerabmessungen. In ähnlicher Weise kann die stehende Ultraschallwelle durch einen einzigen Ultraschallkopf und einen Reflektor oder durch zwei oder mehr Köpfe erzeugt werden.
  • Bei einer Abwandlung für den Einsatz bei zerbrechlichen Teilchen, wie Blutzellen, oder in Fällen, in denen das Minimieren des Einfangens und/oder des Haftens von Teilchen an den Kammerwänden und/oder den Elektroden kritisch ist, kann der Ultraschall benutzt werden, um die Teilchen zur Mitte der Kammer hin statt zu den Kammerwänden hin zu bewegen. In diesem Fall kann entweder eine höhere Ultraschallfrequenz (für eine Kammer mit unveränderten Abmessungen) oder eine größere Kammerhöhe verwendet werden, um dieses Ziel zu erreichen. Unter diesen Umständen, bei denen Teilchen zur Mitte der Kammer hin gerichtet sind, ist es vorteilhaft, die Modulation der Kammerwände zu minimieren. Somit kann die Kammer vorzugsweise aus einem Material mit einem niedrigen Young-Modul, wie einem Weichkunststoff, hergestellt sein.
  • Umgekehrt ist es dann, wenn sich die Teilchen zu den Kammerwänden hin bewegt werden, günstig, die Modulation der Wände zu maximieren. Die Kammer besteht vorzugsweise aus einem Material mit einem hohen Young-Modul, wie Glas.
  • Es wurde gefunden, daß eine Vibration der Kammerwände zusätzlich helfen kann, das Haften von Teilchen an den Kammerwänden zu minimieren. Die Kammerwände können zu diesem Zweck in Schwingung versetzt werden, und zwar entweder unter Verwendung der zum Erzeugen der stehenden Welle in der Kammer eingesetzten Ultraschallköpfe, unter Verwendung eines externen Ultraschallkopfes oder durch Herstellen der Wände der Kammer aus einem piezoelektrischen Material.
  • Die Vibration der Kammerwände kann auch günstig sein, nachdem eine Abtrennung beendet ist, wobei ein sehr energiereicher Ultraschall zum Zerstören und/oder Abbauen und/oder Auflösen der in der Mitte der Kammer und/oder an den Kammerwänden zurückgelassenen Teilchen angewandt werden kann. Auf diese Weise kann eine Ultraschallreinigung und/oder -sterilisierung der Kammer nach dem dielektrophoretischen Trennen erreicht werden.
  • Es können eine oder mehrere dieser Varianten in Kombination derart Anwendung finden, daß z. B. die Ultraschallfrequenz verändert wird, wobei eine Abtrennung der Teilchen stattfindet, die hauptsächlich in der Mitte der Kammer gebildet und durch den Ultraschall bewegt worden sind, gefolgt von einer zweiten Abtrennung bezüglich der Teilchen, die hauptsächlich an den Kammerwänden gebildet und dort durch die stehende Ultraschallwelle bewegt werden. Für komplexe Trennungen ist die Anwendung einer oder mehrerer Varianten günstig.
  • Es wurde gefunden, daß ein Erhitzen ein beträchtliches Problem mit sich bringt, wenn Ultraschall angewandt wird. Dies ist hauptsächlich auf die akustische Impedanz von wirksamen piezoelektrischen Ultraschallköpfen, wie PZT, zurückzuführen, die von der akustischen Impedanz des Fortpflanzungsmediums, in dem die Teilchen suspendiert sind, z. B. Wasser, sehr verschieden ist. Dies führt zu einer fehlenden Übereinstimmung an der Grenzfläche, wobei eine beträchtliche Energiemenge zurückreflektiert und als Wärme verbraucht wird.
  • Die akustische Impedanz kann als ein Analogon der elektrischen Impedanz betrachtet werden. Somit können die Grundsätze des Anpassens der Impedanz der Radiofrequenz angewandt werden, wie bekannt ist. Unter Anwendung dieser Grundsätze wurde berechnet, daß eine Größenordnung von 92% der durch einen PZT-Kopf übertragenen Energie an der Wassergrenzfläche zurückreflektiert und als Wärme verbraucht wird. Unter Anwendung der Zwischichteninpedanzanpassung, beim Verbinden eines Viertelwellenabschnitts (λ/4) aus Aluminium mit der Vorderseite eines PZT-Kopfes und Verbinden eines λ/4-Abschnitts aus PMMA mit der Oberseite davon, kann die Situation beträchtlich verbessert werden, wobei λ die Wellenlänge bedeutet. Die Wahl, Aluminium einzusetzen, erfolgt deshalb, weil seine akustische Impedanz zwischen jener im Fall von PZT und im Fall von Wasser liegt, und Polymethylmethacrylat (PMMA) wird verwendet, weil sie zwischen jener von Aluminium und Wasser liegt. Somit ist die Impedanz des Aluminiums dem PZT, das PMMA dem Aluminium und dann das PMMA dem Wasser angepaßt. Dieser Grund für die λ/4-Dicke oder das ungerade Vielfache von z. B. λ/4, 3 λ/4, 5 λ/4 usw. ist: gut bekannt.
  • Es wurde gefunden, daß die Zweischichtenimpedanzanpassung unter Einsatz von Aluminium und PMMA die Sache wesentlich verbessert, wobei nun etwa 92 % der Energie übertragen werden. Somit wurde die Leistungsfähigkeit beträchtlich verbessert und das Erhitzen minimiert. Anstelle von Aluminium und PMMA können für diesen Zweck alternative Materialien eingesetzt werden. Auch können zusätzliche Anpassungsschichten benutzt werden, um die Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen.
  • Durch eine mathematische Behandlung eines Modells der Schallwellen innerhalb der Kammer wurde gefunden, daß die Anwendung der Impedanzanpassung zusätzliche Vorteile bietet, nicht nur den Vorteil des minimierten Erhitzens. Eine Schallwelle, die entlang einer Kammer fortschreitet, bewegt sich sowohl in der Zeit als auch im Raum. Beim Erreichen des Kammerendes wird sie reflektiert und bewegt sich somit zurück entlang der Kammer in der Richtung, aus der sie kam. Sie überlagert sich dann konstruktiv und destruktiv mit der nach außen laufenden Welle. Wenn über die Zeit gemittelt wird, erzeugt sie das, was als eine stehende Welle bekannt ist. Aus diesem Grund können die Kammern 1 und 2 gemäß der 1 alternativ jeweils mit einem einzigen Ultraschallkopf und einem Reflektor ausgerüstet sein. Zwei gegenüberliegende Köpfte sind nicht erforderlich, aber bevorzugt. Wenn zwei gegenüberliegende Ultraschallköpfe verwendet werden, sind die Reflexionen an den Enden der Kammer nachteilig. Aus der Modellbildung dieser Effekte wurde gefunden, daß beim Anwenden der Phasenablenkung zum Bewegen der stehenden Welle, wenn die Phase über einen Zyklus (d. h. 0 bis 360 Grad) verändert wurde, die Amplitude der stehenden Welle deutlich verändert wurde. Dies war ein Ergebnis der Reflexionen zweiter, dritter, vierter usw. Ordnung von der Vorderseite des gegenüberliegenden Ultraschallkopfes, die sich mit den primär ausgesandten wellen überlagerten. Bei Anwendung der Impedanzanpassung an der Vorderseite der Ultraschallköpfe (wie schon erläutert) werden diese sekundären Reflexionen minimiert. Das Ergebnis ist, daß die Amplitude der stehenden Welle während eines Zyklus relativ konstant bleibt, wobei deutliche Verbesserungen des Niveaus der Steuerung der Teilchen erreicht werden.
  • Die Anwendung der Impedanzanpassung für Trennungen mit einer Kombination aus Ultraschall und Dielektrophorese ist deshalb bevorzugt. Die Vorteile des Einsatzes der Impedanzanpassung beziehen sich nicht nur auf die Phasenablenkung, sondern auch auf alle anderen Methoden der elektrischen und der mechanischen Steuerung der stehenden Welle und auf die Fälle der Benutzung eines oder mehrerer Ultraschallköpfe.
  • Unter Bezugnahme auf 1 kann als Abwandlung eine vertikale Kammer anstelle der Kammer 2, also nicht die im allgemeinen bevorzugte horizontal angebrachte Kammer, benutzt werden. Die Verwendung einer vertikalen Kammer führt normalerweise dazu, daß die Teilchen sich über größere Entfernungen bewegen müssen. Es wurde gefunden, daß dann, wenn sich Bänder von Teilchen über größere Entfernungen bewegen, ein Aufbrechen dieser Bänder leichter geschieht, wobei die Leistungsfähigkeiten der Sedimentation bewirkt werden.
  • Die Sedimentation in der Kammer 2 kann entweder durch Benutzen einer sich bewegenden stehenden Welle, durch eine Kombination einer sich bewegenden stehenden Welle und einer stationären stehenden Welle oder durch Pulsieren der den Ultraschallköpfen 12, 13 zugeführten Signale erreicht werden. Das Pulsieren der Signale führt dazu, daß die stehende Welle vorübergehend beseitigt wird, wobei die Teilchen sedimentieren, sich aber auch von ihren Bändern aus verteilen. Das Verfahren des Anwendens der stehenden Welle, des vorübergehenden Entfernens derselben und dann das erneute Ausbilden (d. h. das Ergebnis des Pulsieren des Signals) erlaubt es, daß die Teilchen in einer gesteuerten Art und Weise sedimentieren.
  • Es ist bevorzugt, daß die Kammer im Querschnitt kreisförmig ist, so daß eine tonnenförmige Kammer gebildet wird. Es resultieren eine verbesserte Sedimentationszeit und eine höhere Leistungsfähigkeit. Durch Verwenden eines Bessel-Schallfelds können bevorzugte Bedingungen weiter verbessert werden. Durch Einstellen des Bereichs des Ultraschallkopfes, der mit 2/3 des Kammerdurchmessers angeregt wird, und auch (nicht notwendigerweise, aber in bevorzugter Weise) durch den Durchmesser des Ultraschallkopfes, der mit dem Dreifachen der Dicke des Kopfes angeregt wird, wird ein Bessel-Schallfeld erzeugt, das in der Mitte der Kammer einen maximalen Druck und an der Kammerwand einen minimalen Druck erzeugt, wie bekannt ist. Dies konzentriert die Teilchen zum Mittelbereich der Kammer hin und erlaubt eine weiterhin verbesserte Sedimentation und Steuerung.
  • Zusätzlich werden deutliche Verbesserungen der Leistungsfähigkeit der Sedimentation erreicht, wenn die Impedanzanpassung erfolgt, wobei die Impedanz des Ultraschallkopfes an das Suspensionsmedium angepaßt wird. Dies verbessert die Wirksamkeit der Übertragung der Schallenergie in die Kammer und vermindert so das Erhitzen. Das Erhitzen beeinträchtigt nicht nur beispielsweise die Gesamtheit der biologischen Zellen sondern führt auch zur Bildung einer regionalen Fluidbewegung innerhalb der Kammer, die ihrerseits die Bänder unterbricht und eine deutliche Wirkung auf die Steuerung und die Leistungsfähigkeit der Sedimentation hat. Durch Anordnen einer dünnen Sperre, z. B. eines Mikroskop-Deckglases (etwa 0,1 mm dick) an der Vorderseite der Ultraschallköpfe, wobei ein festgelegtes Flüssigkeitsvolumen von der Hauptkammer isoliert wird, können die Wirkungen des Erhitzens und des Unterbrechens der Zellbänder weiter deutlich vermindert werden. Die Verwendung einer dünnen Sperre, die ein festgelegtes Flüssigkeitsvolumen vor den Ultraschallköpfen einschließt, und ihre Vorteile, gelten in gleicher Weise für die Anwendung bei der Kammer 1, wo Teilchen getrennt werden, wie in der Kammer 2, wo die Teilchen sedimentiert und erneut suspendiert werden. Sie wird somit vorzugsweise in beiden Kammern benutzt.
  • Die obigen Variationen können einzeln oder in Kombination angewandt werden. Wenn alle kombiniert werden, wird eine sehr hohe Leistungsfähigkeit der Sedimentation erreicht. Leistungsfähigkeiten von über 99 % (Prozentsatz der aus der Suspension entfernten Teilchen) kann bei besonderen Teilchen und Konzentrationen erreicht werden.
  • Alle oben erwähnten Beispiele der Anwendung von Ultraschall in Verbindung mit der Dielektrophorese gelten in gleicher Weise für statische DEP-Felder (d. h., wo ein stationäres, nicht fortschreitendes Feld an die Elektroden angelegt wird), wie es auf die Dielektrophorese mit fortschreitender Welle (travelling wave dielectrophoresis, TWD) zutrifft, wo fortschreitende Felder benutzt werden. Fortschreitende Felder werden durch Aufgeben von mehrphasigen Signalen auf benachbarte Elektroden erzeugt, wie es auf dem Gebiet der Elektrophorese bekannt ist. Ultraschall kann in Verbindung mit TWD benutzt werden, um eine Teilchentrennung durchzuführen. Beispielsweise können in der 1 die Elektroden 20 der Kammer 1 durch gerade parallele Elektroden entlang der Kammerlänge ersetzt werden, wobei diese Elektroden ihrerseits mit einem Mehrphasensignal verbunden sind, um ein wanderndes Feld zu erzeugen. Die in die Kammer 1 eingeführten Teilchen können dann durch eine Kombination aus Ultraschallkräften und TWD-Kräften getrennt werden.
  • Die Teilchen in der Kammer 1 gemäß 1. können auch durch Anwenden der Grundsätze der Feldflußfraktionierung (FFF) in Kombination mit der Dielektrophorese (DEP) getrennt werden. In diesem Fall wird Ultraschall benutzt, um die Teilchen und nicht den Gesamtfluidstrom zu transportieren. Der Gesamtfluidstrom und der Ultraschall können auch in Kombination mit der Dielektrophorese benutzt werden.
  • Veränderungen in den Eigenschaften des Suspensionsmediums in der Kammer 1 können eine deutliche Wirkung auf die Teilchentrennungen und die Leistungsfähigkeit ausüben. Unter Bezugnahme auf 1 kann es auch dann, wenn eine Trennung in der Kammer 1 durch Kombination von Ultraschall und DEP erfolgt, es vorteilhaft sein, einen Fluidstrom einzuführen. Beispielsweise kann eine kleine Menge eines Fluidstroms entlang der Kammer eingeführt werden, um die Eigenschaften des suspendierenden Mediums zu stabilisierten. Wenn die Kammer 2 verwendet wird, um die Teilchen aus einem unbekannten Suspensionsmedium in der Kammer 1, die ein bekanntes Medium enthält, erneut zu suspendieren, kann es leicht geschehen, daß die Teilchen weitere Elemente mit sich bringen, welche die physikochemischen Eigenschaften des suspendierenden Mediums verändern, z. B. einen Ionenüberschuß, der die Leitfähigkeit ändern kann. Um die diesbezügliche Wirkung auszugleichen, kann Fluid mit einer bekannten Eigenschaft in die Kammer 1 eingeführt werden. Ein Fluidstrom kann auch in die Kammer 1 als eine zusätzliche Kraft in Kombination mit dem Ultraschall und der Dielektrophorese eingeführt werden.
  • Unter Bezugnahme auf 1 kann ein Fluidstrom, der in Verbindung mit der Kammer 2 benutzt wird, auch für eine kontinuierliche Trennung vorteilhaft sein. Dieses Verfahren hat gewisse Vorteile gegenüber einem diskontinuierlichen Verfahren, bei dem 10 ml mit suspendierten Teilchen wiederholt eingeführt, werden, die Teilchen in der Kammer 1 sedimentieren und das Fluid entfernt sowie durch eine andere Suspension ersetzt wird. Für eine kontinuierliche Trennung kann die Kammer 2 mit dem Fluid gefüllt bleiben, und die suspendierten Teilchen können kontinuierlich in diese Kammer strömen sowie durch Ultraschall sedimentieren.
  • Es steht eine Anzahl von Optionen zur Verfügung, wenn es erwünscht ist, Trennungen mit einer Kombination aus Ultraschall und Dielektrophorese bei den Teilchen durchzuführen, die zuerst in der Kammermitte gebildet werden, und dann in einer späteren Stufe bei den an den Kammerwänden gebildeten Teilchen durchzuführen oder umgekehrt. Eine Option besteht darin, die Abmessungen der Kammer zu ändern. Es ist aber mehr bevorzugt, die Ultraschallfrequenz zu verändern, um dies zu erreichen. Die Leistungsfähigkeit des Ultraschallkopfes kann vermindert werden, was es ermöglichen würde, daß er über einen breiteren Frequenzbereich verwendet wird. Alternativ kann der Kopf mit der gleichen hohen Wirksamkeit benutzt werden, aber es werden die Oberschwingungen des Ultraschallkopfes angeregt. Beispielsweise weist ein 1-MHz-Kopf normalerweise Oberschwingungen bei gerade über 3 MHz und 5 MHz auf. Der gleiche Kopf kann bei diesen Frequenzen benutzt werden, was es erlaubt, Teilchen zur Mitte oder zu den Wänden der Kammer hin zu bewegen. Es kann auch vorteilhaft sein, zu verschiedenen Zeitpunkten nicht nur unterschiedliche Frequenzen an die Ultraschallköpfe anzulegen, sondern auch gleichzeitig ein kombiniertes Frequenzsignal an die Ultraschallköpfe zu geben.
  • Normalerweise kann das zu einem der Ultraschallköpfe geführte Signal als Bezugsgröße betrachtet und das andere Signal variiert werden, d. h. phasen- oder frequenzverschoben oder frequenzversetzt, relativ hierzu, um die stehende Welle und somit die Teilchen zu bewegen. Bei einer weiteren Variation können beide Signale relativ zueinander zur gleichen Zeit verändert werden. Das Ergebnis ist entweder, daß sich Teilchen von beiden Enden aus zur Mitte der Kammer hin bewegen (zur gleichen Zeit), oder daß die Bewegung der Teilchen von der Mitte aus zu beiden Enden hin erfolgt. Die gleiche Wirkung kann auch mechanisch erreicht werden. Eine solche Lösung kann besonders wertvoll sein, wenn eine Variation der FFF (Feldflußfraktionierung) angewandt wird.
  • 4 zeigt eine Vorrichtung auf der Grundlage von negativen dielektrophoretischen Kräften (DEP-Kräften) zum Trennen von zwei oder mehr Teilchenarten. 4a zeigt eine Kammer 30, die normalerweise ein oberes und ein unteres Glassubstrat aufweist, die sandwichartig angeordnet sind und einen Mittelspalt von 100-300 Mikron freilassen. Die Kammer ist mit einem ersten Paar Durchflußöffnungen 32, 34 an einem Eingabeende und mit einem zweiten Paar Durchflußöffnungen 36, 38 an einem Ausgabeende ausgerüstet. An dem Ausgabeende und stromaufwärts von den Öffnungen 36, 38 sind an gegenüberliegenden Seiten der Kammer Ausgabeöffnungen 40, 42 vorgesehen.
  • An jedem Ende der Kammer 30 befindet sich ein Ultraschallkopf 44, 46, der zum Erzeugen einer stehenden Welle mit Knoten und Bäuchen, welche durch die dicken Striche 48 dargestellt werden, in der Kammer betrieben werden kann.
  • Die stehende Welle ist derart ausgebildet, daß sie sich in der Figur von links nach rechts bewegt.
  • Wenn man eine Teilchensuspension von der Öffnung 32 zu der Öffnung 34 strömen läßt, wie durch den Pfeil I dargestellt ist, kann die sich bewegende stehende Welle zwischen den Ultraschallköpfen 44 und 46 die Teilchen aus dieser Suspension des Querstromfluids entfernen und sie entlang der Kammer verteilen, wie durch den Pfeil I' gezeigt wird.
  • Die 4b zeigt die DEP-Elektroden 50 in paarweiser Anordnung entlang den gegenüberliegenden Seiten der Kammer 30 in Winkeln zur Strömungsrichtung, um eine Fischgrätanordnung auszubilden. Die Elektroden erstrecken sich in einem Winkel zur Richtung der Bewegung der Teilchen, verursacht durch das Ultraschallfeld, mit Ausnahme eines mittleren Streifens, der keine Elektroden aufweist. 4c zeigt, daß die Elektroden jedes Paars mit gegenüberliegenden Seiten einer Wechselstrom-Signalquelle 52 mit Hilfe von Verbindungselementen 54, 56 verbunden sind. Die Verbindungselemente bilden ein Spiegelbild entlang der Anordnung, so daß bei allen Elektrodenpaaren die stromaufwärtige Elektrode mit dergleichen Seite der Quelle 52 verbunden ist.
  • Der Spalt zwischen einzelnen Elektrodenpaaren ist deutlich geringer als zwischen benachbarten Elektrodenpaaren, wie es bei den Elektroden 50 ersichtlich ist, die in den 4b, 4c und 4d dargestellt ist. Beispielsweise gibt es 40 μm breite Elektroden, einen 40-μm-Spalt zwischen den Elektrodenpaaren und einen 250-μm-Spalt zwischen benachbarten Paaren. Durch Zuführen eines Signals mit einer gewünschten Frequenz wird eine starke (relativ) negative DEP-Kraft in dem Bereich zwischen den Elektrodenpaaren erzeugt. Jedoch ist zwischen benachbarten Paaren der Spalt deutlich größer, und so wird eine sehr viel schwächere negative DEP-Kraft erzeugt. Das Ergebnis hiervon ist, daß dann, wenn ein spezielles Teilchen entlang der Kammer wandert, es den Bereichen zwischen den Elektrodenpaaren als "Wänden" oder sehr starken Sperren mit negativer DEP begegnet, wodurch es von diesen Bereichen abgestoßen wird. Bei den Elektroden, die in einem Winkel zur Kammermitte hin geneigt sind, wird das Teilchen durch die Sperren aus negativer DEP zu diesem Bereich in der Kammermitte geführt.
  • Es wird angenommen, daß sich in der Suspension zwei Arten von Teilchen befinden und eine Signalfrequenz gewählt wird, bei der ein Teilchen, der Typ S, eine starke negative DEP-Kraft erfährt, während das andere Teilchen des Typs W einer schwachen negativen DEP-Kraft unterworfen ist. Da sich beide Typen entlang der Kammer 30 und über die Elektroden 50 hinwegbewegen, werden die Teilchen des Typs S vorzugsweise zur Mitte der Kammer hin geführt, wie in 4d durch die Pfeile G dargestellt ist, während die Teilchen des Typs W sich entlang der Kammer bewegen, da sie relativ unbeeinflußt sind. Das Ergebnis ist, daß sich die Wirkung einer Teilchenkonzentration ergibt.
  • Unter Bezugnahme auf 4b ist zwischen den Öffnungen 40 und 36 auf der einen Seite der Kammer und zwischen den Öffnungen 42 und 38 an der anderen Seite ein Paar Winkelsperren 60, 62 angeordnet, um die Teilchen in der Nähe der Ränder der Kammer 30 aus den Öffnungen 40, 42 abzulenken. Die Sperren bestehen aus einem Material mit einer ähnlichen akustischen Impedanz wie Wasser, z. B. aus Glas, und sind im Vergleich zu der Wellenlänge der Ultraschallwelle dünn, so daß bei der sich bewegenden stehenden Welle nur eine minimale Störung eintritt.
  • Um das Entfernen der Teilchen an den Öffnungen 40 und 42 zu unterstützen, kann aus diesen Öffnungen eine kleine Menge an Fluid entnommen werden, wobei an zusätzlichen Öffnungen stromabwärts von den Öffnungen 32 und 34 Fluid eingeführt wird, um dies auszugleichen (nicht dargestellt). Das Niveau des für diesen Zweck verwendeten Fluidstroms ist normalerweise niedrig, damit es die Trennung in der Kammer 30 nicht beeinflußt. Als eine Variation können alternativ TWD-Elektroden (Elektroden für die Dielektrophorese mit Wanderwelle) benutzt werden, um diese Teilchen an den Öffnungen 40 und 42 abzunehmen, oder es können sowohl ein Fluidstrom als auch TWD in Kombination angewandt werden.
  • Weiter stromabwärts von den Öffnungen 40, 42 wird ein Querstrom aus Fluid zwischen den Öffnungen 36, 38 eingerichtet, wie durch den Pfeil O argestellt ist. Teilchen, die entlang des Ultraschallfeldes wandern, erreichen vor dem Ultraschallkopf 46 eine Sperre. Sie sind nicht in der Lage, weiterzuwandern, und werden durch den Fluidquerstrom durch die Öffnung 38 abgeführt. Die Sperre kann ähnlich sein wie jene gemäß 60, 62, beispielsweise kann sie aus einem dünnen Glas oder einem dünnen Polyimidfilm bestehen und hat normalerweise eine Dicke von 100 μm.
  • Somit wird ein an Teilchen des Typs S angereicherter Strom von dem Strom der Teilchen des Typs W abgetrennt.
  • 4e erläutert schematisch das gesamte Strömungssystem. Eine Eingabekammer 64 enthält eine Suspension aus den zu trennenden Teilchen des Typs S sowie des Typs W und ist durch Leitungen 66, 68 mit den Querstromöffnungen 32, 34 verbunden. Am Ausgabeende der Kammer 30 befindet sich eine optionale sekundäre DEP-Trenn- und Reinigungsstufe 17, die durch eine Leitung 72, 74 mit den Querstromöffnungen 36, 38 verbunden ist sowie eine Ausgabeöffnung 76 aufweist. Wenn eine sekundäre Trennung nicht nötig ist, kann die Öffnung 38 eine direkte Ausgabeöffnung bilden.
  • Die Anwendung der negativen DEP-Kraft in einem Trennverfahren ist besonders wirksam, wenn Teilchen mit hoher Konzentration getrennt werden sollen, z. B. bei einer Konzentration von 100 Millionen Teilchen pro Milliliter oder mehr, und wenn ein großes Volumen der Suspension verarbeitet werden soll, normalerweise zig Milliliter Suspension.
  • Unter Bezugnahme auf 4e ist die Ausstattung besonders vielseitig insofern, als sie die Durchführung einer kontinuierlichen Trennung erlaubt. Die Eigenschaften des suspendierenden Mediums des Querstromfluids zwischen den Öffnungen 32 und 34 können von jenen der zentralen Kammer 30 verschieden sein. Zusätzlich können auch die Eigenschaften des suspendierenden Mediums des Querstromfluids zwischen den Öffnungen 36 und 38 sowohl von jenen der Kammer 30 als auch von jenen zwischen den Öffnungen 32 und 34 verschieden sein. Dies ermöglicht es beispielsweise, daß in einem unbekannten Fluid suspendierte Teilchen in die Kammer 64 eingeführt werden. Diese Suspension strömt dann zwischen den Öffnungen 32 und 34 durch die Kammer 30. Die Leitfähigkeit und andere physikochemische Eigenschaften des suspendierenden Mediums in der Kammer 30 werden derart gewählt, daß sie für die Trennung dieser Teilchen bevorzugt sind. Die Teilchen in dem Querstromfluid zwischen den Öffnungen 32 und 34 werden entfernt und in der stehenden Ultraschallwelle entlang der Kammer mitgenommen. Wenn die Teilchen über die Elektroden 50 wandern, werden jene des gewünschten Typs in der Mitte der Kammer angereichert und an das Ende geführt. Wenn diese Teilchen das Ende der Kammer erreichen, werden sie durch das Querstromfluid zwischen den Öffnungen 36 und 38 entfernt sowie in die Kammer 70 geleitet. Die Leit fähigkeit und die anderen physikochemischen Eigenschaften des suspendierenden Mediums in der Kammer 70 und somit auch das zwischen den Öffnungen 36 und 38 strömende Fluid werden vorzugsweise für eine sekundäre DEP-Trennstufe, z. B. eine TWD (Dielektrophorese mit Wanderwelle), gewählt. Zusätzlich kann die Durchflußgeschwindigkeit zwischen den Öffnungen 32 und 34 variiert und eingestellt werden, um unterschiedliche Konzentrationen der Teilchen in der Lösung in der Kammer 64 auszugleichen. So kann notwendigerweise von der Kammer 64 ein breiter Bereich der Teilchenkonzentrationen gehandhabt werden, während die Konzentration der Teilchen in der Kammer 30 konstant bleibt. Die Geschwindigkeit, mit der die stehende Welle entlang der Kammer wandert, kann auch in Übereinstimmung hiermit eingestellt werden. Das Ergebnis hiervon besteht darin, daß optimale Trennbedingungen erreicht werden können, selbst dann, wenn die eingeführte Probe eine unterschiedliche Leitfähigkeit und unterschiedliche Eigenschaften des suspendierenden Mediums aufweist, und daß eine Vorstufe zum erneuten Suspendieren der Teilchen und/oder Verdünnen und/oder Anreichern der Probe nicht erforderlich ist. In ähnlicher Weise kann auch die Strömungsgeschwindigkeit zwischen den Öffnungen 36 und 38 eingestellt werden.
  • Als eine weitere Variation können die Öffnungen 32 und 34 und/oder die Öffnungen 36 und 38 von jenen, die in der 4e dargestellt sind, verlegt werden, so daß das Querstromfluid zwischen den Öffnungspaaren in einem Winkel relativ zur Länge der Kammer 30 und der stehenden Ultraschallwelle verläuft. Dies kann für die Leistungsfähigkeit des Einführens und/oder des Entfernens von Teilchen aus dem Ultraschallfeld in der Kammer 30 vorteilhaft sein.
  • Bei einer weiteren Variante kann das Fluidvolumen in diesem System auch festgelegt und in jenem Fluid eingeschlossen sein, das zwischen den Öffnungen 32 und 34 sowie der Kammer 64 strömt, wie im Fall des Fluids, das zwischen den Öffnungen 36 und 38 sowie der Kammer 70 strömt. Das Ergebnis hiervon besteht darin, daß die Benutzung des Fluidstroms nicht zu einer Verdünnung der Probe führt. Wenn ein nichtgeschlossenes System verwendet wird, kann sich eine beträchtliche Verdünnung der Probe ergeben.
  • 4c zeigt Elektroden, die paarweise mit gegenüberliegenden Seiten einer Wechselstromsignalquelle verbunden sind. Zusätzlich ist die Elektrode des benachbarten Paars auch mit der gegenüberliegenden Seite der Wechselstromsignalquelle verbunden, wie in 4c dargestellt ist. Dies bedeutet, daß zwischen dem Elektrodenpaar nicht nur eine DEP-Kraft erzeugt wird, sondern zwischen den Elektroden der benachbarten Paare eine viel schwächere DEP-Kraft entsteht. Die Elektroden können alternativ derart verbunden sein, daß zwischen den Elektroden von benachbarten Paaren keine DEP-Kraft erzeugt wird. Dies wird durch Verbinden der Elektroden in der Weise erreicht, daß die Elektrode des benachbarten Paars mit der gleichen Seite der Wechselstromsignalquelle verbunden ist. Sie weisen somit die gleiche Spannung auf, und es ergibt zwischen ihnen keine DEP-Kraft.
  • Zusätzlich können gemäß einer weiteren Variante die dielektrischen Eigenschaften von einer oder mehreren Teilchen, die getrennt werden, geändert werden, um die gewünschte Trennung zu erreichen. Dies kann Faktoren beinhalten, wie das Ändern der physiologischen Eigenschaften der Teilchen, das Belasten der Teilchen, das Ändern der Temperatur der Probe, das Zusetzen von chemischen Stoffen zu der Teilchensuspension, das Anbringen zusätzlicher Teilchen, wie von Antikörpern oder Proteinen, oder insbesondere bei biologischen Teilchen das selektive Abtöten oder Zerstören von speziellen Teilchen, um somit die Trennung zu verbessern, wofür das Belasten oder Auflösen von roten Blutzellen ein Beispiel sein kann.
  • Es hat sich gezeigt, daß im allgemeinen die praktische Anwendung von Ultraschall zur Beeinflussung von Teilchen vorzugsweise im niedrigeren MHz-Frequenzbereich (normalerweise 1 bis 6 MHz) liegt, insbesondere bei biologischen Zellen oder Mikron- oder Submikronteilchen, wie gut bekannt ist (Peterson et al., Development of an ultrasonic blood cell separator, IEEE 8th annual conference of the Engineering in Medicine and Biological Society, 1986, Seiten 154 – 156, insbesondere Seite 154).
  • Als ein Beispiel zeigt 5 Dielektrophoresespektren, die für menschliche rote Blutzellen (rbc's) und T-Lymphozyten/weiße Blutzellen (wbc's) in einem Medium mit einer Leitfähigkeit von 200 μS/cm erwartet werden. Das T-Lymphozyten-Spektrum ist als eine gestrichelte Linie dargestellt, während das Spektrum der roten Blutzellen (rbc) als eine durchgezogene Linie gezeigt wird. Für die Trennung dieser zwei Teilchen besteht der bevorzugte Fall darin, daß eine Art der Teilchen durch eine positive DEP-Kraft gehalten wird, während die andere eine negative DEP-Kraft erfährt und von den Elektroden abgestoßen wird. Die Frequenz, die vorzugsweise zum Trennen dieser zwei Teilchen benutzt werden würde, ist als F1 angegeben, etwa 130 kHz.
  • Aus 5 ist ersichtlich, daß die Ultraschallfrequenz (normalerweise 1 bis 6 MHz – entsprechend einem log-Wert von 6 bis 6,8) von der bevorzugten DEP-Frequenz 130 kHz, F1 (log-Wert 5,1) sehr verschieden ist. Unterschiedliche Frequenzen für den Ultraschall und die DEP sind bevorzugt.

Claims (15)

  1. Verfahren zum Beeinflussen von Teilchen, wobei in einer Flüssigkeit suspendierte Teilchen einer Ultraschallschwingung und einem variierenden elektrischen Feld, das eine dielektrophoretische Kraft auf die Teilchen ausüben kann, unterworfen werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschallschwingung in Form einer sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle angewandt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Ultraschallschwingung und das variierende elektrische Feld zu verschiedenen Zeiten angewandt werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem eine stationäre stehende Ultraschallwelle angewandt wird, gefolgt von einer sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem eine sich bewegende stehende Ultraschallwelle angewandt wird, gefolgt von einer stationären stehenden Ultraschallwelle.
  5. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die Ultraschallschwingung zu Beginn angewandt wird, um die Teilchen von einem ersten flüssigen Medium in ein zweites flüssiges Medium zu bewegen.
  6. verfahren nach Anspruch 2, bei dem die Ultraschallschwingung angewandt wird, um die Teilchen in eine große Nähe zu einer ein elektrisches Feld erzeugenden Elektrodenanordnung zu bewegen.
  7. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die Ultraschallschwingung angewandt wird, um die Teilchen in das Zentrum des flüssigen Mediums zu bewegen.
  8. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Ultraschallschwingung und das variierende elektrische Feld gleichzeitig angewandt werden.
  9. Verfahren nach Anspruch 8 zum Trennen von zwei Arten von Teilchen, wobei eine sich bewegende stehende Ultraschallwelle derart angewandt wird, daß sich beide Arten von Teilchen durch eine Elektrodenanordnung bewegen, und an die Elektrode ein elektrisches Signal bei einer solchen Frequenz angelegt wird, daß eine Art der Teilchen eine starke negative DEP-Kraft erfährt und in einen Bereich der Elektrodenanordnung abgelenkt wird, während die zweite Art der Teilchen eine schwache negative DEP-Kraft erfährt und relativ unbeeinflusst ist, wenn sie sich durch die Anordnung bewegt.
  10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, das ferner die Anwendung einer Fluidströmung umfasst, um die Beeinflussung der Teilchen zu unterstützen.
  11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, worin die Ultraschallschwingung und das variierende elektrische Feld verschiedene Frequenzen aufweisen.
  12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, worin die Ultraschallschwingung und das variierende elektrische Feld in verschiedenen Ebenen angewandt werden.
  13. Vorrichtung zum Behandeln von Teilchen, die in einer Flüssigkeit suspendiert sind, mit einer Kammer, einer Einrichtung zum Zuführen von suspendierten Teilchen in die Kammer und zum Abführen aus dieser heraus, einer Elektrodenanordnung an mindestens einer Wand der Kammer, einer Einrichtung zum Anlegen einer elektrischen Wechselspannung an die Elektrodenanordnung, wodurch in suspendierten Teilchen in der Nähe der Anordnung ein elektrisches Feld erzeugt wird, so daß eine dielektrophoretische Kraft induziert wird, und einer Einrichtung, mit der die Flüssigkeit in der Kammer einer sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle unterworfen wird.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei der die Kammer eine rechtwinklige Trennkammer ist, an der ein Paar Ultraschallköpfe an jedem Ende angeordnet ist, und bei der die Einrichtung zum Zuführen von suspendierten Teilchen in die Trennkammer eine Eingabekammer aufweist, die quer zu der Trennkammer angebracht ist, wobei die Eingabekammer an jedem Ende ein Paar Ultraschallköpfe aufweist.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei der die Kammer eine rechtwinklige Trennkammer ist, wobei an jedem Ende derselben ein Paar Ultraschallköpfe angeordnet ist, und bei der Elektrodenanordnung eine Anordnung von Elektrodenpaaren entlang jeder Seite der Kammer ist, wodurch Teilchen, welche auf Grund der sich bewegenden stehenden Ultraschallwelle durch die Anordnung hindurchbewegt werden und eine starke negative DEP-Kraft bei der angewandten Frequenz erfahren, zur Mitte der Kammer hin bewegt werden.
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