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Umfeld der
Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft Immunassays, die spezifische Bindung einschließen, und
Testvorrichtungen zum Durchführen
solcher Assays. Insbesondere betrifft diese Erfindung Immunassays
(und Testvorrichtungen), die eine verbesserte Reproduzierbarkeit
als ein Ergebnis des Assays, der eine integrierte Referenz aufweist,
zeigen, wobei die integrierte Referenz die Berechnung des Assayergebnisses
erlaubt, um Schwankungen in der Menge des Assaybindungsreagenz zu
erklären.
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Hintergrund
der Erfindung
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Immunassays,
welche die spezifischen Bindungseigenschaften von Antikörper-ähnlichen
Molekülen verwenden,
um die Anwesenheit von gewissen Analyten in einer Probe nachzuweisen,
sind im Stand der Technik gut bekannt. Im Wesentlichen funktionieren
solche Immunassays durch in Kontakt bringen einer Probe mit verschiedenen
Bindungsreagenzien, so dass die Bildung eines Komplexes erlaubt
wird, der aus dem Analyten und einem oder mehreren Antikörper-ähnlichen
Molekülen
besteht, und anschließendem
darauf folgendem Nachweisen der Anwesenheit oder Abwesenheit des
Komplexes auf einer Oberfläche
oder in einer Lösung.
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Immunassays
können
irgendeine von einer Vielzahl von spezifischen Formen annehmen,
abhängig von
der Art des Analyten, den sie messen sollen und/oder der besonderen
diagnostischen Umgebung, in der sie verwendet werden. Beispielsweise
können
Immunassays ihrer Natur nach entweder kompetitiv oder nicht kompetitiv
(d.h. vom "Sandwichtyp") sein, von denen
beide in der Literatur in beträchtlichem
Ausmaß beschrieben
wurden. Darüber
hinaus können
Immunassays eine Vielzahl von Bindungsreagenzien einschließen, und eine
solche Vielzahl, sowohl in der Zahl als auch der Art der verwendeten
Bindungsreagenzien, kann ein Mittel bereitstellen, durch das die
Selektivität
und Sensitivität
eines Assays gegenüber
einer Vielzahl von Analyten moduliert werden kann. Immunassays können auch
derart konstruiert werden, dass sie eine Vielzahl von Arten von
Assaysignalen bereitstellen, beispielsweise Signale, die mit dem
menschlichen Auge sichtbar sind oder Signale, die nur mit der Hilfe
von komplexer Überwachungsausstattung
gemessen werden können.
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Wie
das zuvor Gesagte impliziert, sind moderne kommerziell verwendete
Immunassays komplexe diagnostische Werkzeuge. So existiert ein signifikantes
Potenzial für
Variabilität
unter verschiedenen Tests für denselben
Analyten, selbst wenn dieselbe Testvorrichtung verwendet wird. Die
meisten Assays sind wenigstens teilweise sensitiv gegenüber Temperatur,
Entwicklungszeit, Inkubation, Probengröße und Reagenzstabilität, von denen
jede, wenn sie verändert
wird, zu variablen und somit nicht akzeptablen Ergebnissen führen könnte. Eine
andere potenzielle Fehlerquelle in Immunassays ist die Variabilität in der
Menge des Bindungsreagenz, gegenüber
dem eine gegebene Probe exponiert ist. Weil dies so ist, ist es
wünschenswert,
die Menge eines solchen Reagenz integriert zu messen und hinsichtlich
irgendwelcher Variationen in ihrer Menge unter aufeinanderfolgenden
Assaytests zu korrigieren.
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In
dieser Hinsicht beschreiben Attridge et al. WO 92/09892, Gunars
et al. AU-A-70447/87 und Litman et al. EP-A-0093613 alle Immunassays,
die eine Form einer integrierten Referenz einschließen, die
fähig ist, hinsichtlich
einer Variabilität
in Testergebnissen zu korrigieren. Insbesondere die EP-A-0093613
beschreibt einen Immunassay (und Testvorrichtung), der eine Messoberfläche und
eine Berechnungsoberfläche
verwendet. Die Messoberfläche
schließt
die Bindung eines Konjugats an die Oberfläche durch eine spezifische
Bindungspaar Komplexbildung ein, wobei das Konjugat zwei verschiedene-Bestandteile aufweist,
nämlich
ein Teil eines Signal bildenden Systems, das an ein Teil eines spezifischen
Bindungspaares gebunden ist. Die Berechnungsoberfläche schließt im Gegensatz
dazu ein Signal bildendes Teil ein, das an die Oberfläche gebunden ist,
entweder anfänglich
oder durch die Zwischenstellung von spezifischer Bindungspaar Komplexbildung,
wobei das spezifische Bindungspaar von dem Bindungspaar der Messoberfläche verschieden
ist.
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Obwohl
die EP-A-0093613 eine integrierte Referenz bereitstellt, tut sie
dies in einer Weise, die offensichtliche Nachteile aufweist. Die
EP-A-0093613 benötigt,
sowohl in kompetitiven als auch in nicht kompetitiven Assayformaten,
die Bildung einer Vielzahl von verschiedenen spezifischen Bindungspaarteilen,
von denen jedes unabhängig
der Inaktivierung durch Denaturierung zugänglich ist, falls die Temperatur
oder andere Testbindungen variieren. Eine solche Inaktivierung ist
eindeutig und nicht gewünscht,
weil sie zu nicht akzeptabler Variabilität in den Testergebnissen führen kann.
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Immunassays
mit integrierter Referenz, wie sie in der WO 92/09892 und AU-A-70447/87
beschrieben sind, zeigen in ähnlicher
Weise diese selben Nachteile.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Es
wäre deshalb
wünschenswert,
einen Immunassay bereitzustellen, der fähig ist, die zuvor genannten
Nachteile zu überwinden,
und eine analytische Testvorrichtung bereitzustellen, welche fähig ist,
einen solchen Immunassay durchzuführen. In dieser Hinsicht stellt
die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Nachweis der Anwesenheit
eines Analyten in einer Probe bereit, das Verfahren umfasst:
- a) in Kontakt bringen der Probe mit einem Bindungsreagenz
und einem Analytrezeptor, um einen ersten Komplex zu bilden, umfassend
das Bindungsreagenz, den Analyten und den Analytrezeptor, der erste
Komplex liefert ein Testsignal, wobei der Analytrezeptor in einer
ersten Testzone angeordnet ist und fähig ist, an den Analyten zu
binden, und das Bindungsreagenz eine Bindungsspezifität für den Analyten
besitzt;
- b) in Kontakt bringen der Probe mit einem Referenzliganden,
um einen zweiten Komplex zu bilden, umfassend das Bindungsreagenz
und den Referenzliganden, der zweite Komplex liefert ein Referenzsignal,
wobei der Referenzligand in einer Referenzzone angeordnet ist, und
weiterhin wobei das Bindungsreagenz eine Bindungsspezifität für den Referenzliganden
besitzt; und
- c) Nachweisen der Test- und Referenzsignale aus den Test- und
Referenzzonen, wobei das Verhältnis
des Testsignals zu dem Referenzsignal, wenn es aufgenommen wird,
die Menge des Analyten in der Probe definiert, diese Menge ist unabhängig von
der Menge des Bindungsreagenz, die mit der Probe in Kontakt gebracht
wurde.
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Ebenfalls
umfasst ist eine analytische Testvorrichtung zum Nachweis der Anwesenheit
eines Analyten in einer flüssigen
biologischen Probe durch spezifische Bindung des Analyten an ein
Bindungsreagenz, gegenüber
dem die Probe ausgesetzt ist, und ein Analytrezeptor, um einen ersten
Komplex zu bilden, wobei das Bindungsreagenz ausgewählt ist
unter einem Antikörper
oder einem multivalenten Antigen-bindenden Protein, der Antikörper und
das multivalente Antigen-bindende Protein weisen jeweils eine erste
und eine zweite Domänen-Bindungseinheit
auf, wobei die erste Domänen-Bindungseinheit eine
Bindungsspezifität
für den
Analyten liefert und die zweite Domänen-Bindungseinheit eine Bindungsspezifität für einen
Referenzliganden liefert; die Vorrichtung umfasst einen ersten und
zweiten festen Träger,
der erste feste Träger
umfasst eine Referenzzone, die Referenzzone weist an sie irreversibel
immobilisiert den Referenzliganden auf, der, wenn er an das Bindungsreagenz
gebunden ist, einen zweiten Komplex bildet, der ein Referenzsignal
liefert, das ein Mittel ist, durch das Variationen in der Menge
des Bindungsreagenz, die der Probe ausgesetzt ist, korrigiert werden;
und der zweite feste Träger
umfasst eine Testzone, die Testzone weist irreversibel an sie immobilisiert
den Analytrezeptor auf, der, wenn er an den Analyten und das Bindungsreagenz
gebunden ist, den ersten Komplex bildet, der ein Testsignal liefert.
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Die
erfindungsgemäßen Immunassays
stellen herstellbare Assayvorrichtungen bereit, die zu akkuraten
und reproduzierbaren Testergebnissen fähig sind, die ideal für kommerzielle
Märkte,
wie die klinischen Märkte
oder die Märkte
des Testens zu Hause geeignet sind. Die Immunassays besitzen eine
integrierte Referenz durch Verwendung eines Bindungsreagenz, das
spezifisch hergestellt ist, um die inhärenten Probleme des Standes
der Technik zu vermeiden. Weil das Bindungsreagenz auf einem einzigen
Molekül
die zwei Domänen-Bindungseinheiten
aufweist, die für
die Analytmessung und die integrierte Referenz nötig sind, gibt es weniger Möglichkeiten
für das
Auftreten der Denaturierung von Assaybestandteilen unter variablen
Testbedingungen, und somit wird die Variabilität von Testergebnissen minimiert.
Weil darüber
hinaus das Bindungsreagenz, das in der vorliegenden Erfindung verwendet
wird, nicht ein einzelnes Molekül
sondern ein Komplex aus zwei oder mehr Molekülen ist, ist es wahrscheinlich,
dass, falls Denaturierung auftritt, das gesamte Molekül denaturieren
wird, so dass das Signalverhältnis
von Test- zu Referenzsignal nicht beeinflusst werden wird.
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Kurzbeschreibung
der Figuren
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1 zeigt
die Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO:1, ein Lama biköpfiges
grün fluoreszierendes Protein
Bindungsreagenz, das zwei Bindungsstellen enthält, eine für menschliches Choriongonadotropin (hCG)
und eine für
reaktiven roten 6 Farbstoff (RR6).
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2 zeigt
die Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO:2, ein doppelköpfiges
Antikörper
Bindungsreagenz, das zwei Bindungsstellen enthält, eine für menschliches Choriongonadotropin
(hCG) und eine für
Glucoseoxidase (GOx).
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
erfindungsgemäßen Immunassays
können
verwendet werden, um die Anwesenheit irgendeiner Anzahl von bekannten
Analyten zu bestimmen. Repräsentative
Analyten schließen
Arzneimittel, metabolische Analyten (z.B. Enzyme), Proteine, Nukleinsäuren oder
Kohlenhydrate ein. Alternativ dazu kann der Analyt von makromolekularer
oder partikulärer
Natur sein, wie Allergenen (z.B. Staubmilbenkot), Bakterien (z.B.
Chlamydia oder Salmonella) oder Viruspartikel oder Bestandteilen
davon, oder anderen Mikroorganismen wie Pilzen oder bakteriellen
Sporen. Von besonderem Interesse sind hormonelle Analyten, insbesondere
Sex- und/oder Fertilitätshormone
und Analoge davon, wie Östrogen-3-Glucuronid
(E3G), Prägnandiol-3-Glucuronid
(P3G), menschliches Choriongonadotropin (hCG), lutenisierendes Hormon
(LH) und Follikel stimulierendes Hormon (FSH).
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Die
Immunassays können
für irgendeine
Art von biologischer oder nicht biologischer Probe verwendet werden,
obwohl flüssige
biologische Proben, die von Urin, Serum, Tränen, Speichel, Gebärmutterhals,
Tränen oder
Harnröhrenflüssigkeiten
stammen, und Stuhlproben typischerweise am meisten verwendet werden.
Andere Proben, die geeigneterweise für die erfindungsgemäßen Assays
verwendet werden können,
schließen flüssige oder
feste Nahrungsmittelproben und Proben aus industriellen Umgebungen
ein. Die Proben können vor
dem Testen gereinigt oder verdünnt
werden.
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Wenn
Proben verwendet werden, die bakterielle oder virale Analyten enthalten,
kann es notwendig sein, die Probe zuerst mit einem Extraktionspuffer
in Kontakt zu bringen, der fähig
ist, den interessierenden Analyten aus dem Bakterium oder Virus
zu extrahieren. Die Extraktion kann durch irgendein bekanntes Mittel durchgeführt werden,
wie durch die Verwendung von zwitterionischen Detergenzien oder
nicht ionischen Detergenzien.
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Sobald
eine geeignete Probe identifiziert wurde, können die erfindungsgemäßen Immunassays
verwendet werden, um die Anwesenheit oder Abwesenheit eines bestimmten
Analyten in der Probe zu bestimmen. Dies wird stattfinden durch
- a) in Kontakt bringen der Probe mit einem Bindungsreagenz
und einem Analytrezeptor, um einen ersten Komplex zu bilden, umfassend
das Bindungsreagenz, den Analyten und den Analytrezeptor, der erste
Komplex liefert ein Testsignal, wobei der Analytrezeptor in einer
ersten Testzone angeordnet ist und fähig ist, an den Analyten zu
binden, und das Bindungsreagenz eine Bindungsspezifität für den Analyten
besitzt;
- b) in Kontakt bringen der Probe mit einem Referenzliganden,
um einen zweiten Komplex zu bilden, umfassend das Bindungsreagenz
und den Referenzliganden, der zweite Komplex liefert ein Referenzsignal,
wobei der Referenzligand in einer Referenzzone angeordnet ist, und
weiterhin wobei das Bindungsreagenz eine Bindungsspezifität für den Referenzliganden
besitzt; und
- c) Nachweisen der Test- und Referenzsignale aus den Test- und
Referenzzonen, wobei das Verhältnis
des Testsignals zu dem Referenzsignal, wenn es aufgenommen wird,
die Menge des Analyten in der Probe definiert, diese Menge ist unabhängig von
der Menge des Bindungsreagenz, die mit der Probe in Kontakt gebracht
wurde.
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Das
Bindungsreagenz in diesem Assay kann irgendeine Verbindung mit zwei
verschiedenen Bindungsspezifitäten
sein, von denen eine für
den interessierenden Analyten und die andere für einen Referenzliganden ist.
Unter Bindungsspezifität
wird verstanden, dass das Bindungsreagenz fähig ist, an ein interessierendes
Epitop in einer selektiven Weise in der Anwesenheit von überschüssigen Mengen
an anderen, nicht interessierenden Materialien zu binden, und fest
genug (mit genügend
hoher Affinität),
um einen nützlichen
Assay bereitzustellen. Beispiele für Standardreagenzien, die spezifische
Bindung zeigen, schließen
Antikörper ein,
die nur an eine Spezies von Bakterien, aber nicht an andere Spezies
binden. Unter "verschieden" wird verstanden,
dass das Bindungsreagens zwei verschiedene Bindungsspezifitäten gegenüber zwei
verschiedenen Molekülen,
oder gegenüber
zwei verschiedenen Stellen auf demselben Molekül zeigt, so dass eine sterische oder
andere Wechselwirkung zwischen den resultierenden zwei Bindungsereignissen
vernachlässigbar
ist und die Fähigkeit
des Bindungsreagenz, beide Moleküle
oder Stellen gleichzeitig zu binden, nicht signifikant beeinflusst
wird.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist das Bindungsreagenz ausgewählt unter einem Antikörper oder
einem multivalenten Antigen-bindenden Protein, der Antikörper und
das multivalente Antigen-bindende Protein weisen jeweils eine erste
und eine zweite Domänen-Bindungseinheit
auf, wobei die erste Domänen-Bindungseinheit
eine Bindungsspezifität
für den
Analyten liefert und die zweite Domänen-Bindungseinheit eine Bindungsspezifität für den Referenzfiganden
liefert. Eine Domänen-Bindungseinheit,
wie hier verwendet, bedeutet eine Immunglobulin variable Domäne, die
natürlicherweise
eine vollständige
Antigenbindungsstelle bildet.
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Verschiedene
Formen von Antikörpern
sind vorgesehen, die solche Antikörper-ähnlichen Moleküle und Konstrukte
wie Fv, Fab, ScFv und ähnliches
einschließen
können.
Spezifische Beispiele von Antikörpern, die
für die
vorliegende Erfindung geeignet sind, schließen jene multivalente und/oder
multispezifische Konstruktionen ein, die in der Literatur beschrieben
wurden und zwei oder mehr Polypeptidketten aufweisen – siehe
beispielsweise Patentanmeldung Harris et al., WO 94/09131 und Davis
et al., WO 97/14719 – oder
sie basieren auf einem "doppel
ScFv" Ansatz, wobei
die Multivalenz aus zwei oder mehr monovalenten ScFv Molekülen entsteht,
die miteinander verbunden sind, und ein Einzelkettenmolekül liefern,
das wenigstens vier variable Domänen
umfasst, wie beispielsweise beschrieben in Whitlow et al., WO 93/11161
und Mezes et al., WO 94/13806. In all diesen Fällen werden die Domänen-Bindungseinheiten
durch die Assoziation von variablen Domänen der leichten und schweren
Kette gebildet. Andere geeignete Bindungsreagenzien können von
solchen Antikörpern
abgeleitet sein, wie jenen, die in Casterman et al., EP-A-0584421
beschrieben sind, die Fragmente von schwere Kette Immunglobulinen
offenbart, die keine leichten Ketten aufweisen, einschließlich Fragmenten,
die isolierten VH Domänen oder VH Dimeren,
die durch das Brückendisulfid
verbunden sind, entsprechen.
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Das
erfindungsgemäße Bindungsreagenz
ist vorzugsweise ein multivalentes Antigen- bindendes Protein, weiter bevorzugt
eines, das eine einzelne Polypeptidkette aufweist, in dem die ersten
und zweiten Domänen-Bindungseinheiten
in Reihen verbunden sind. Optimal umfasst das Bindungsreagenz ein
bivalentes Antigen-bindendes Protein.
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Die
Domänen-Bindungseinheiten,
die das multivalente Bindungsprotein umfassen, sind vorzugsweise variable
Domänen
der schweren Kette, die von einem Immunglobulin abgeleitet sind,
das natürlicherweise
keine leichten Ketten aufweist, so dass die Antigenbindungsstelle,
ausschließlich
in der variablen Domäne
der schweren Kette angeordnet ist. Vorzugsweise sind die variablen
Domänen
der schweren Kette von Immunglobulinen abgeleitet, die natürlicherweise
keine leichten Ketten aufweisen, die von Camelids, wie in Casterman et
al., EP-A-0584421 beschrieben, erhalten werden können.
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Variable
Domänen
von der schweren Kette, die von einem Immunglobulin abgeleitet sind,
das natürlicherweise
keine leichten Ketten aufweist, mit einer bestimmten Antigenspezifität können, geeigneterweise durch
Screenen von Expressionsbibliotheken von klonierten Fragmenten von
Genen, die gebildete Camelid-Immunglobuline kodieren, unter Verwendung
herkömmlicher
Techniken, wie beispielsweise beschrieben in Casterman et al., EP-A-0584421
und Frenken et al., WO 99/23221, erhalten werden.
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Die
multivalenten Antigen-bindenden Proteine können durch das Verknüpfen der
Domänen-Bindungseinheiten
in Reihen gebildet werden, so dass jedes einzelne Domänen-Bindungseinheit mit
wenigstens einer anderen variablen Domäne verbunden ist. Die einzelne
Domänen-Bindungseinheit
kann sequentiell durch Peptidlinker verbunden werden, geeigneterweise
flexible Peptidlinker, die es den Domänen erlauben, sich in Bezug
zueinander zu bewegen, so dass die gleichzeitige Bindung an multiple
antigene Determinanten erreicht werden kann. Es wird begrüßt, dass
die Bindung des Linkers an die einzelne Domänen-Bindungseinheit derart ist,
dass sie die Bindungsfähigkeit
der Domänen-Antigenbindungsstelle
nicht beeinflusst. Irgendein Peptidlinker, der es erlaubt, dass
die Domänen-Bindungseinheitenbestandteile
in einer solchen Weise miteinander verknüpft werden können, dass
jede variable Domäne
die Bindungsspezifität
des gesamten Immunglobulins, von dem sie abgeleitet ist, behält, kann
geeigneterweise verwendet werden. Solche Linker schließen beispielsweise
z.B. Peptide, die von bekannten Proteinen, wie Glucoamylase, Zellobiohydrolase
oder Zellwandproteinen (CWP) oder synthetischen Peptiden abgeleitet
sind, ein. Der Linker kann geeigneterweise von 1 bis 400 oder mehr
Aminosäureresten
umfassen; weiter bevorzugt umfasst der Peptidlinker von 5 von 20
Aminosäureresten.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung können
die einzelnen Domänen-Bindungseinheiten
direkt in Reihen ohne irgendeinen dazwischen geschalteten Linker
miteinander verbunden werden. Auf diese Weise werden die Bindungsstellen
in den multivalenten Bindungsproteinen, die in der Erfindung verwendet
werden, in sehr viel engerer Nähe
zueinander gehalten, als dies in dem ganzen Immunglobulin der Fall
wäre, von
dem die Immunglobulinfragmente abgeleitet sind.
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Das
Bindungsreagenz, das in der vorliegenden Erfindung verwendet wird,
ist vorzugsweise ein markiertes Bindungsreagenz. Alternativ dazu
kann die Markierung auf dem Analytrezeptor oder dem Referenzliganden
ruhen. Die Markierung erlaubt es dem ersten Komplex (d.h. dem gebundenen
Bindungsreagenz, Analyten und Analytrezeptor) ein Testsignal zu
liefern, das direkt mit der Menge des Analyten in der Probe verbunden
ist. Die Markierung erlaubt es weiterhin dem zweiten Komplex (d.h.
dem Bindungsreagenz und dem Referenzliganden) ein Referenzsignal
zu liefern, das direkt mit der Menge des Bindungsreagenz, das in
dem Assay für
die Bindung an den Analyten zur Verfügung steht, verbunden ist,
und das im Wesentlichen unabhängig von
der Menge des Analyten in der Probe sein sollte. Durch Aufnehmen
des Verhältnisses
des Testsignals gegenüber
dem Referenzsignal kann die Menge des Analyten in der Testprobe
einfach bestimmt werden, wobei die Menge unabhängig ist von der Menge des
Bindungsreagenz, das mit der Probe in Kontakt gebracht wurde. So
kann eine Abschwächung
des Einflusses von Umgebungs- und
nicht spezifischen Faktoren auf die Assayergebnisse, wie Temperatur,
Probenviskosität,
Innenstärke
der Probe und ähnlichem,
erreicht werden.
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Die
Test- und Referenzsignale können
von den Test- und Referenzoberflächen
durch irgendwelche bekannten Mittel nachgewiesen werden. Dies schließt die Bewertung
mit dem nackten Auge ein, oder, falls präzisere Messungen gewünscht sind,
durch geeignete Instrumente. Instrumente sind insbesondere geeignet, wenn
das Referenz- oder Testsignal durch die Menge der Masse des Komplexes
an der Referenz- oder Testoberfläche
gemessen wird.
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In
der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung kann die Markierung, die an das Bindungsreagenz konjugiert
ist, irgendeine Substanz sein, deren Anwesenheit einfach nachgewiesen
werden kann. Vorzugsweise ist die Markierung eine direkte Markierung,
wie jene, die im Detail in May et al., US Patent 5,656,503 beschrieben
sind. Direkte Markierungen sind Substanzen, die, in ihrem natürlichen
Zustand, einfach entweder mit dem nackten Auge sichtbar sind, oder
mit Hilfe eines optischen Filters und/oder angewendeter Stimulation, z.B.
UV-Licht, um Fluoreszenz zu verstärken. Beispiele schließen radioaktive,
chemilumineszente, elektroaktive (wie Redox Markierungen) und fluoreszierende
Verbindungen ein. Direkte partikuläre Markierungen, wie Farbstoffsole,
metallische Sole (z.B. Gold) und farbige Latexpartikel, sind ebenfalls
sehr geeignet und sind, zusammen mit fluoreszierenden Verbindungen,
bevorzugt. Von diesen Möglichkeiten
sind farbige Latexpartikel und fluoreszierende Verbindungen am meisten
bevorzugt. Die Konzentration der Markierung in eine kleine Zone
oder Volumen sollte ein einfach nachweisbares Signal erlauben, z.B.
einen stark gefärbten
Bereich.
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Indirekte
Markierungen, wie Enzyme, z.B. alkaline Phosphatase oder Meerrettichperoxidase,
können ebenfalls
verwendet werden, aber diese benötigen
für gewöhnlich das
Hinzufügen
von einem oder mehreren Entwicklungsreagenzien, wie Substraten,
bevor das sichtbare Signal nachgewiesen werden kann. Deshalb sind
sie weniger bevorzugt. Solche zusätzlichen Reagenzien können in
einen festen Träger
einer Assayvorrichtung eingeschlossen werden, so dass sie sich lösen oder
verteilen, wenn eine flüssige
Probe aufgetragen wird. Alternativ dazu können die Entwicklungsreagenzien
zu der Probe vor dem Auftragen der Probe auf dem festen Träger hinzugefügt werden.
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Die
Konjugation der Markierung an das Bindungsreagenz kann durch kovalente
oder nicht kovalente (einschließlich
hydrophobischer) Bindung sein, wenn gewünscht, oder durch Adsorption.
Techniken für
eine solche Konjugation sind im Stand der Technik bekannt und können einfach
für das
bestimmte Bindungsreagenz und die Markierung, die in der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, angepasst werden. In der bevorzugten Ausführungsform,
in der die Markierung ein farbiges Latexpartikel ist, ist die Markierung
vorzugsweise an das Bindungsreagenz durch Adsorption konjugiert.
Wenn die Markierung eine Fluoreszenzverbindung ist, ist es bevorzugt,
dass die Markierung an das Bindungsreagenz konjugiert oder als Teil
des Bindungsreagenz konstruiert ist.
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Der
Analytrezeptor, der in den Assays der vorliegenden Erfindung verwendet
wird, kann jede Verbindung sein, welche fähig ist, an den interessierenden
Analyten zu binden, weiter bevorzugt eine Verbindung, die eine Bindungsspezifität für den interessierenden
Analyten zeigt. Der Analytrezeptor sollte an ein anderes Epitop
auf dem Analyten binden, als jenes das von dem Bindungsreagenz gebunden
wird, und sollte derart sein, dass minimale sterische oder andere
Wechselwirkung zwischen den zwei Bindungsereignissen auftritt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist der Analytrezeptor ein Antikörper,
vorzugsweise ein monoklonaler Antikörper, aber es ist insbesondere
vorgesehen, dass polyklonale Antikörper ebenfalls verwendet werden
können.
Die Antikörper
können
zusätzlich
irgendwelche funktionalen Antikörperfragmente,
wie Fab, Fv und sogar kleinere Einheiten, wie variable Fragmente
der schweren Kette (im Stand der Technik auch als HCV oder VHH Fragmente
bekannt), einschließen,
die durch biochemische oder Antikörper Engineering Verfahren aus
bekannten Gesamtantikörpern
oder indirekt aus Bibliotheken von Antikörpern oder Antikörper-ähnlichen Molekülen hergestellt
werden können
(siehe beispielsweise Verhoeyen und Windust, Advances in Antibody Engineering
in Molecular Immunology: Frontiers in Molecular Biology, 2. Aufl.,
veröffentlicht
von Oxford University Press, S. 283–325 (Oxford, 1995)).
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Polyklonale
Antikörper
und monoklonale Antikörper
können
durch irgendein geeignetes, bekanntes Verfahren, einschließlich jener,
die beschrieben sind in Price et al., Principles and Practice of
Immunoassays, 2. Aufl., veröffentlicht
von Macmillan Publishers Ltd. (London, 1997), hergestellt werden.
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Andere
Substanzen, die fähig
sind als ein Analytrezeptor zu dienen, schließen Einzel- oder Multikettenpolypeptide
ein, die fähig
sind, an den Analyten zu binden. Diese können durch irgendwelche herkömmlichen
Verfahren, die im Stand der Technik bekannt sind, hergestellt werden.
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Der
Referenzligand, der in dem erfindungsgemäßen Assay verwendet wird, kann irgendeine
Verbindung sein, die fähig
ist, von dem Bindungsreagenz gebunden zu werden. Dies wird irgendwelche
antigenen Verbindungen einschließen, für die das Bindungsreagenz eine
Bindungsspezifität
besitzt (einschließlich
des bestimmten Analyten, für
den der Assay ausgelegt ist), ebenso wie irgendein Antikörper- oder
funktionelles Fragment davon, das eine Bindungsspezifität für das Bindungsreagenz
besitzt. Vorzugsweise besitzt der Referenzligand keine spezifische
Bindungsaffinität
für den
Analyten oder das Bindungsreagenz. So kann er antigene Verbindungen
oder Antikörper
(oder Fragmente davon) einschließen, die ein bestimmtes Epitop
enthalten, an welches das Bindungsreagenz binden kann. Optimal ist
der Referenzligand ein nicht-Antikörper Antigen, das von dem interessierenden
Analyten verschieden ist.
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Der
Kontakt der Probe mit dem Bindungsreagenz und dem Analytrezeptor,
und mit dem Referenzliganden, um jeweils die ersten und zweiten
Komplexe zu bilden, kann durch irgendein herkömmliches Verfahren erreicht
werden. Beispielhafte Verfahren reichen von der Kapillarwirkung,
die in herkömmlichen,
Streifen-enthaltenden Testvorrichtungen auftritt, zu einfacher Diffusion
einer oder mehrerer der Bestandteile in einer Lösung an den Ort des anderen
Bestandteils, die in manchen Formen von ELISA ähnlichen Immunassays und Energietransfer
Immunassays ("ETI"), auftritt. In solchen
zuletzt genannten Formen von Immunassays (d.h. ETIs) können die
Test- und Referenzzonen derart sein, dass sie nicht mit irgendeiner
Form eines Trägers verbunden
sind. Typischerweise sind jedoch die Testzonen und Referenzzonen
(für alle
Ausführungsformen der
Erfindung) auf einem oder mehreren Trägern angeordnet, so dass, im
Wesentlichen, die Testzone die Testoberfläche ist, auf der das Bindungsreagenz
irreversibel immobilisiert ist, und die Referenzzone ist eine Referenzoberfläche, auf
der der Referenzligand irreversibel immobilisiert ist.
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Wenn
ein erster und zweiter Träger
für jeweils
die Referenzzone und die Testzone verwendet wird, können sie
im Wesentlichen in der Natur gleich oder identisch sein, oder sie
können
verschieden sein. Auf der Testzone wird ein irreversibel immobilisierter
Analytrezeptor angeordnet sein, und auf der Referenzzone wird ein
irreversibel immobilisierter Referenzligand angeordnet sein. Unter "irreversibel immobilisiert" wird eingeschlossen
auf oder gebunden an den Träger
in einer Art verstanden, um seine Wanderung zu verhindern, wenn er
(oder der Träger)
feucht ist. Die irreversible Immobilisierung des Analytrezeptors
oder Referenzliganden kann in irgendeiner der Vielzahl von Arten
erreicht werden, von denen jede für den Fachmann offensichtlich sein
wird.
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Wenn
der Referenzligand und Analytrezeptor an Träger gebunden sind, profitiert
die Erfindung von dem zusätzlichen
Vorteil, dass sie fähig
ist, stärkere
Referenzsignale im Vergleich zu vielen der Assays mit integrierter
Referenz zu liefern, die vorher im Stand der Technik beschrieben
wurden. Dieser Vorteil stammt von der Tatsache, dass die erfindungsgemäßen Assays
auf der Bindungsaktivität
des Bindungsreagenz beruhen, in Lösung ein Referenzsignal zu
bilden, anstelle auf der Bindungsaktivität eines Antikörperähnlichen
Moleküls,
das an die Referenzoberfläche
gebunden ist. So wird unter den Umständen, unter denen eine signifikante
Menge des Referenzliganden als ein Ergebnis dessen, dass sie auf
einen Träger
beschichtet ist, denaturiert, das Referenzsignal in der vorliegenden
Erfindung minimal beeinflusst sein, insbesondere wenn die Spezifität des Bindungsreagenz
für ein
Epitop des Referenzliganden ausgestaltet ist, das durch die Denaturierung
nicht beeinflusst ist. In bekannten Assays mit integrierter Referenz
wird dagegen jedes Denaturieren des Antikörper-ähnlichen Moleküls auf der
Referenzoberfläche
sehr wahrscheinlich zu einem begleitenden Abfall der Bindung an
die Oberfläche
führen,
und damit zu einem geringeren Referenzsignal.
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Feste
Träger,
die in der Erfindung verwendet werden können, sind gut bekannt und
schließen
beispielsweise synthetische Plastikmaterialien, Mikrotriterassayplatten,
Latexkügelchen,
Filter enthaltend Cellulose (z.B. Nitrocellulose) oder synthetische
polymere Materialien, Glas oder Plastikobjektträger, Tauchstäbchen, Kapillarfüllvorrichtungen
oder ähnliches,
ein.
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Die
erfindungsgemäße analytische
Testvorrichtung schließt
einen ersten und zweiten Träger,
wie oben ausgeführt,
ein. Die Einzelheiten der Vorrichtung können in Abhängigkeit von der exakten Natur
des durchzuführenden
Assays variiert werden. Beispielsweise können in einer Ausführungsform
der erste und zweite Träger
physikalisch sehr nahe zueinander liegen (in der Größenordnung
eines Millimeters oder ähnlichem
voneinander entfernt). In einer anderen Ausführungsform kann die Vorrichtung
eine Kapillarfülltestvorrichtung
aufweisen, in der eine flüssige
Probe in eine Vorrichtung durch Kapillarwirkung entlang einem geeignet
angeordneten Kapillareinlass gezogen werden kann. Kapillarfüllvorrichtungen,
die für
die Verwendung in der vorliegenden Erfindung angepasst werden können, sind
beispielsweise in Shanks et al., US Patent 5,141,868, Shanks et
al., EP-A-0422708 und Birch et al., EP-B-0274215, offenbart.
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In
noch einer anderen Ausführungsform
umfasst der erste Träger
einen synthetischen Plastikstopfen, der entweder mit dem Bindungsreagenz
oder dem Analytrezeptor beschichtet ist und der so ausgelegt ist,
dass er in eine Vertiefung einer Mikrotiterplatte passt, wobei sich
nur eine schmale Trennung zwischen dem Stopfen und den Seiten der
Vertiefung ergibt. Der zweite Träger
wird durch die Mikrotiterplatte gebildet; die Vertiefung ist ebenfalls
mit entweder dem Bindungsreagenz oder dem Analytrezeptor beschichtet,
wobei aber das Bindungsreagenz und der Analytrezeptor nicht beide
auf demselben Träger
beschichtet sind. In dieser besonderen Ausführungsform kann der Kontakt
der Probe mit dem Bindungsreagenz im Wesentlichen zu derselben Zeit
stattfinden, zu der die Probe mit dem Referenzligand in Kontakt
gelangt, was bevorzugt ist, weil es einen entscheidenden Vorteil über gewisse
andere Formen von Vorrichtungen liefert, so dass irgendeine zeitbezogene
Assayvariabilität
minimiert werden kann. Idealerweise wird die Probe mit dem Bindungsreagenz
und dem Referenzligand gleichzeitig in Kontakt gebracht.
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Andere
Vorrichtungen, wie jene die in May et al., US Patent 5,622,871 und
May et al., US Patent 5,656,503 beschrieben sind, sind ebenfalls
für die
Durchführung
der erfindungsgemäßen Immunassays
geeignet. Wenn sie verwendet werden, umfassen diese Vorrichtungen
vorzugsweise ein hohles langgestrecktes Gehäuse, das den festen Träger enthält, der
am meisten typischerweise ein trockener poröser Träger ist. Der feste Träger kommuniziert
indirekt mit dem Äußeren des
Gehäuses über ein
flüssigkeitsaufnehmendes
Aufnahmeteil für
die flüssige
Probe, das von dem Gehäuse
vorstehen kann, oder auch nicht, wobei der feste Träger und
das Probenaufnahmeteil derart miteinander verbunden sind, dass die
flüssige
Probe zwischen den beiden durch Kapillarwirkung wandern kann, wobei
der feste Träger
eine Zone aufweist, in der das Bindungsreagenz reversibel immobilisiert
ist – dies
bedeutet, dass das Bindungsreagenz auf dem trockenen festen Träger immobilisiert
ist, aber auf oder innerhalb des festen Trägers frei beweglich wird, wenn
der Träger
feucht wird. Eine solche reversible Immobilisierung des Bindungsreagenz in
der Zone kann durch irgendeine der vielen bekannten Wege erreicht
werden (z.B. wie beschrieben in beispielsweise Taylor et al. Protein
Immobilisation, veröffentlicht
von Marcel Dekker, Inc., 1991). Insbesondere ist es bevorzugt, dass
eine solche Immobilisierung durch Adsorption an den Träger, wie
beschrieben in May et al., US Patent 5,622,871, stattfindet.
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Die
Test- und Referenzzonen sind räumlich
beabstandet von dem Probenaufnahmeteil entlang des festen Trägers angeordnet.
Wie zuvor beschrieben, kann die Immobilisierung des Analytrezeptors
und Referenzliganden durch irgendeine Art von bekannten Mitteln
erreicht werden. Der Analytrezeptor oder Referenzligand kann chemisch
an dem Träger
unter Verwendung von beispielsweise CNBr, Carbonyldiimidazol oder Tresylchlorid,
gekoppelt sein. Alternativ dazu können verschiedene "Druck" Techniken verwendet
werden. Diese schließen
das Auftragen von flüssigen
Bindungsreagenzien durch Mikrospritzen, direktes Drucken, Tintenstrahldrucken
und ähnlichem
ein. Die chemische oder physikalische Behandlung des Trägers vor
dem Auftragen des Bindungsreagenz ist ebenfalls insbesondere vorgesehen,
weil dies die Immobilisierung erleichtern kann.
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Das
Gehäuse
solcher Vorrichtungen ist typischerweise aus durchsichtigem oder
durchscheinendem Material hergestellt, das wenigstens eine Öffnung aufweist,
durch die das analytische Ergebnis beobachtet werden kann, vorzugsweise
optisch durch das nackte Auge beobachtet werden kann.
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Solche
Vorrichtungen können
an klinische Labors oder als Kits, die für die Verwendung zuhause geeignet
sind, bereitgestellt werden, wobei solche Kits eine oder mehrere
Vorrichtungen aufweisen, die einzeln in feuchtigkeitsundurchlässige Verpackung
eingepackt und zusammen mit geeigneten Anweisungen an den Anwender
verpackt sind.
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Das
Probenaufnahmeteil kann aus irgendeinem flüssigkeitsaufnehmenden, porösen oder
fibrillären Material
hergestellt sein, das fähig
ist, Flüssigkeit
schnell zu absorbieren. Die Porosität des Materials kann unidirektional
(d.h. mit Poren oder Fasern, die insgesamt oder vorwiegend parallel
zu der Achse des Teils verlaufen) oder multidirektional (omnidirektional,
so dass das Teil eine amorphe, schwammähnliche Struktur aufweist)
sein. Poröse
Plastikmaterialien, wie Polypropylen, Polyethylen (vorzugsweise
mit sehr hohem Molekulargewicht), Polyvinylidenfluorid, Ethylenvinylacetat,
Acrylnitril und Polytetrafluorethylen können verwendet werden. Es kann
vorteilhaft sein, das Teil mit einem oberflächenaktiven Mittel während der
Herstellung vorzubehandeln, weil dies irgendeine inhärente Hydrophobizität in dem
Teil reduzieren und deshalb seine Fähigkeit, eine feuchte Probe
schnell und wirksam aufzunehmen und zu transportieren, verstärken kann.
Poröse
Probenaufnahmeteile können
auch aus Papier oder anderen Cellulosematerialien, wie Nitrocellulose
hergestellt werden. Vorzugsweise sollte das Material, welches das
Probenaufnahmeteil umfasst, derart ausgewählt werden, dass das poröse Teil
mit flüssiger
Probe innerhalb von Sekunden gesättigt
werden kann. Die Flüssigkeit
muss in der Lage sein, frei von dem porösen Probenaufnahmeteil in den
festen Träger
zu wandern.
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Der
feste Träger
in solchen Vorrichtungen ist vorzugsweise ein trockener poröser Träger. Er
kann aus getrennten Streifen oder Schichten hergestellt sein und,
wie das Probenaufnahmeteil, kann er aus irgendeinem Material hergestellt
sein, das fähig
ist, das Wandern der flüssigen
Probe durch einen Abschnitt seiner Länge durch vorzugsweise kapillare
Wirkung, zu erlauben. Der Träger
sollte die Immobilisierung des Analytrezeptors und Referenzliganden
auf seiner Oberfläche
erlauben und sollte nicht mit den Bindungsreaktionen, welche die
ersten und zweiten Komplexe bilden, interferieren.
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Der
feste Träger
kann mit sich assoziiert ein absorbierendes "Becken" aufweisen, das die Kapillarwirkung
der Flüssigkeit über die
Länge des
Trägers
erleichtert, und er wird ein Mittel bereitstellen, durch welches das Überfluten
der Testvorrichtung durch das Auftragen von überschüssiger Probe verhindert wird.
Besondere Materialien für
und Anwendungen von Becken sind im Stand der Technik bekannt, und
sie können
einfach auf erfindungsgemäße Vorrichtungen
angewendet werden.
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Die
Erfindung kann unter Bezugnahme auf die folgenden spezifischen Beispiele
besser verstanden werden. Sie sollen darstellend und nicht erschöpfend für die erfindungsgemäßen Verfahren
und Vorrichtungen sein.
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Beispiele
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Diese
Beispiele zeigen, wie Bindungsreagenzien mit zwei unterschiedlichen
Bindungsspezifitäten
in Immunassays verwendet werden können, um absichtlich eingeführte Assayvariation
zu korrigieren. Es wird begrüßt, dass
es dem Fachmann möglich
ist, alternative Konstruktionswege für die Bindungsreagenzien (und
andere Bestandteile), die in den Beispielen verwendet werden, zu
beschreiten.
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Beispiel 1 Korrektur von
Assayvariation unter Verwendung eines Bindungsreagenz eines Lama
biköpfigen grün fluoreszierenden
Proteins
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Dieses
Beispiel zeigt, dass ein Bindungsreagenz eines Lama biköpfigen grün fluoreszierenden
Proteins, das zwei Bindungsstellen enthält, eine für menschliches Choriongonadotropin
(hCG, der Analyt) und eine für
reaktiven rot 6 Farbstoff (RR6, der Referenzligand), absichtlich
eingeführte
Assayvariation durch Aufnehmen eines Verhältnisses der resultierenden
Assaybindungssignale korrigieren kann. In diesem Beispiel wird die
Bindung des Bindungsreagenz durch seine grün fluoreszierende Proteindomäne unter
Verwendung von Flusszytometrie nachgewiesen.
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1.1 Konstruktion Expression
und Reinigung des Bindungsreagenz
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Die
Konstruktion, Expression und Reinigung des Bindungsreagenz des Lama
biköpfigen
grün fluoreszierenden
Proteins (GFP-HCV Lama biköpfiges
grün fluoreszierendes
Fusionsprotein), das in diesem Beispiel verwendet wurde, wird in
der folgenden Weise durchgeführt.
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1.1.1 Konstruktion des
Bindungsreagenz Expressionsvektors
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Die
Konstruktion des endgültigen
pPIC-HIS6-GFP-HCV21-myc Expressionsvektors schloss einige Klonierungsschritte
und die folgenden Plasmide als Ausgangsmaterial ein:
| pEGFP-N2 | (CLONTECH,
Genbank Zugangsnummer: U57608) |
| pPIC9 | (Invitrogen,
EMBL Zugang: Z46233) |
| pUC19 | (New
England Biolabs, GenBank Zugang: (veröffentlicht 14. Mai 1999, X02514) |
| pPIC.HCV21. | (erhalten
in einer Weise, die detailliert in Frenken et al., WO 99/23221 beschrieben
ist, veröffentlicht
14. Mai 1999 (EMBL Zugang CAA15419 und EMBL Zugang CAA15409)). |
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Um
die Expression und Sekretion des HIS6-GFP-HCV21-myc Fusionskonstruks
in P. pastoris zu erlauben, wurde das Gen, welches das HIS6-GFP-HCV21-myc
Konstrukt kodiert, an die alpha-Paarungsfaktor Leitsequenz in dem
kommerziell erhältlichen
P. pastoris Expressionsvektor pPIC9 (Invitrogen) fusioniert. Die Konstruktion
der endgültigen
Expressionsvektaren schloss einige Klonierungsschritte ein, die
zu zwei Zwischenvektoren, pPIC9-HIS6 und pPIC-HIS6-GFP führten. Für pPIC9-HIS6
wurde das XhoI/SnaBI Fragment des Leitpeptids in pPIC9 entfernt
und durch ein synthetisches XhoI/SnaBI Fragment ersetzt, wodurch
das deletierte Leitsequenzfragment ersetzt und es an eine 6 × HIS Sequenz
fusioniert wurde.
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Synthetisches
Insert von pPIC9-HIS6:
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Der
synthetische Linker wurde durch Annealen der synthetischen Oligonukleotide
PCR.529 und PCR.530 hergestellt.
PCR.529: 5'-TCGAGAAAAGACATCACCATCACCATCACGGCTCTTAC-3' (SEQ ID NO:5)
PCR.530:
5'-GTAAGAGCCGTGATGGTGATGGTGATGTCTTTTC-3' (SEQ ID NO:6)
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Der
Expressionsvektor pPIC9-HIS6-GFP wurde durch Öffnen des pPIC9-HIS6 Vektors
mit SnaBI/NotI hergestellt, wodurch die Polylinkersequenz aus dem
Vektor entfernt und durch die SmaI/NotI GFP kodierende Gensequenz
aus pEGFP-N2 ausgetauscht wurde.
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Der
endgültige
Expressionsvektor pPIC9-HIS6-GFP-HCV21-myc wurde in einer 3 Punkt
Ligationsreaktion hergestellt, in der das XhoI/XbaI HIS6-GFP PCR
Fragment aus pPIC9-HIS6-GFP
(unter Verwendung von PCR.393 und PCR.689) mit dem NheI/NotI HCV21-myc
Fragment aus pPIC9-HCV21-myc verbunden und in den XhoI/NotI geöffneten
pPIC9 kloniert wurde.
PCR. 393: 5'-GACTGGTTCCAATTGACAAGC-3' (SEQ ID NO:7)
PCR.
689 : 5'-ATCGAATTCTCTAGATCCACCGC
(SEQ ID NO:8)
CTCCAGAACCGCCAGTGATCCCGGCGGCGGTCACGAA-3'
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1.1.2
Expression und Reinigung des Bindungsreagenz
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BglII
geöffnetes
pPIC-HIS6-GFP-HCV21-myc wurde verwendet, um P. pastoris Zellen,
wie im Folgenden beschrieben, zu transformieren:
P. pastoris
GS115 Zellen wurden über
Nacht bei 30°C
in 500 ml YDP Medium (1 % Hefeextrakt, 2 % Pepton, 1 % Glucose)
bis zu einer OD600 = 1,4 angezogen. Die
Zellen wurden zentrifugiert, und das Pellet wurde mit sterilem destilliertem
Wasser gewaschen, bevor es in 100 ml KDTT Puffer (50 mM Kaliumphosphat
pH 7,5, 25 ml DTT) resuspendiert wurde. Nach 15 Minuten Inkubation
bei 37°C
wurden die Zellen pelletiert (3 min 3000 rpm) und in 100 ml eiskaltem
STM Puffer (92,4 g Glucose/l, 10 mM Tris HCl pH 7,5, 1 ml MgCl2) resuspendiert. Nach 5 Waschschritten mit
diesem Puffer wurde das Zellpellet in einem Endvolumen von 0,5 ml
STM Puffer resuspendiert. Ungefähr
2–5 μl H2O (gespaltene pPIC9 Konstrukte: DNA, die über Phenol/Chloroform
Extraktionen und EtOH Präzipitation
gereinigt wurde) wurde mit 70 μl
frischen kompetenten P. pastoris Zellen (auf Eis) gemischt. Die
Zellen wurden in 0,2 cm Küvetten
bei 1,5 kV, 400, 25 μF
in einem BioRad Gen-Pulser elektroporiert. Unmittelbar nach der
Elektroporation wurde 1 ml YPD Medium zu den Zellen hinzugefügt. Nach
dem Erholen für
1 h bei 30°C
wurden die Zellen pelettiert und in 200 μl 1 M Sorbitol resuspendiert
und auf einer MD Platte ausplattiert (1,34 % YNB, 4 × 10–5 %
Biotin, 1 % Glucose, 0,15 % Agar). Kolonien, die von transformierten
Zellen (His+) gebildet wurden, waren innerhalb
von 48 Stunden Inkubation bei 30°C
sichtbar. Transformierte P. pastoris Zellen GS115 wurden im Wesentlichen
selektiert, wie in dem Invitrogen Pichia Pastoris Expressionshandbuch
empfohlen: Die Platten, welche die His+ Transformanten enthielten,
wurden verwendet, um hinsichtlich des Mut+ und
MutS Phenotyps wie folgt zu screenen: unter
Verwendung steriler Zahnstocher wurden Kolonien auf sowohl eine
MM Platte (1,34 % YNB, 4 × 10–5 %
Biotin, 0,5 % MeOH, 0,15 % Agar) als auch auf eine MD Platte in
einem regelmäßigen Muster übertragen,
wobei sichergestellt wurde, dass die MM Platte zunächst bestückt wurde.
Ungefähr
100 Transformanten wurden für
jedes Konstrukt gepickt. Nach Inkubieren der Platten bei 30°C für 2–3 Tage
wurden die Platten bewertet. Kolonien, die normal auf den MD Platten
wachsen, aber nur wenig oder kein Wachstum auf den MM Platten zeigen,
wurden als MutS Klone klassifiziert.
-
Transformierte
und selektiert P. pastoris Klone wurden unter Verwendung des im
Folgenden angegebenen Protokolls induziert, um das Bindungsreagenz
zu exprimieren:
- 1. Unter Verwendung einer einzelnen
Kolonie von der MD Platte Inokulieren von 10 ml BMGY (1 % Hefeextrakt,
2 % Pepton, 100 mM Kaliumphosphat pH 6,0, 1,34 % YNB, 4 × 10–5 %
Biotin, 1 % Glycerol) in einem 50 ml Röhrchen.
- 2. Wachstum bei 30°C
in einem Schüttelinkubator
(250 rpm) bis die Kultur eine OD600 = 2–8 erreicht.
- 3. Zentrifugieren der Kulturen bei 2000 g für 5 min und Resuspendieren
der Zellen in 2 ml BMMY Medium (1 % Hefeextrakt, 2 % Pepton, 100
mM Kaliumphosphat pH 6,0, 1,34 % YNB, 4 × 10–5 %
Biotin, 0,5 % Glycerol).
- 4. Zurückstellen
der Kulturen in den Inkubator.
- 5. Hinzufügen
von 20 μl
MeOH zu den Kulturen nach 24 Stunden, um die Induktion aufrechtzuerhalten. Nach
48 Stunden Ernte des Überstandes
durch Entfernen der Zellen durch Zentrifugation.
-
Die
Rohüberstände wurden
hinsichtlich der Anwesenheit von HCV biköpfigem Fragment über Analyse auf
12 % Acrylamidgelen unter Verwendung des Bio-Rad mini-Protean IITM Systems getestet.
-
Bispezifische
Bindungsaktivität,
gezeigt über
ELISA wie folgt:
- 1. 96 Vertiefungs ELISA Platten
(Greiner HC Platten) wurden über
Nacht bei 37°C
mit 200 μl/Vertiefung
des BSA-RR6 Konjugats (siehe Beispiel 1) in PBS aktiviert.
- 2. Nach einem Waschschritt mit PEST wurden die Vertiefungen
für 1 Stunde
bei 37°C
mit 200 μl
Blockierpuffer pro Vertiefung inkubiert. Blockierpuffer: 1 % BSA
in PBST.
- 3. Verdünnungsreihen
der Testproben (100 μl)
wurden mit gleichen Volumina des Blockierpuffers gemischt und zu
den sensitivierten ELISA Vertiefungen hinzugefügt. Inkubieren bei 37°C für 1–2 Stunden.
- 4. 200 μl
hCG-AP Konjugat in Blockierpuffer wurde zu jeder Vertiefung hinzugefügt, in der
das hCG an die alkalische Phosphatase über Glutaraldehydkopplung gekoppelt
war.
- 5. Nach einem Waschschritt mit PBST wurde gefangenes hCG-AG
durch Hinzufügen
von 100 μl/Vertiefung pNPP
Substrat (1 mg/ml pNPP in 1 M Diethanolamin/1 mM MgCl2)
nachgewiesen.
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Die
Rohüberstände wurden
hinsichtlich der Anwesenheit von GFP (grün fluoreszierendes Protein)
Aktivität
durch Verdünnen
der Überstände (10
ml) auf 100 ml in PBSTA getestet. Diese wurden anschließend auf einem
Perkin Elmer Fluorimeter mit Anregung bei 488 nm und Emission, die
bei 509 nm nachgewiesen wurde, analysiert.
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Der
Kulturüberstand
(200 ml, pH 6–8)
wurde durch einen 0,45 m Actatfilter mit Cellulose, die wenig Protein
bindet (Nalge Nunc Intl.) geklärt,
auf eine Ni-NTA Superfluss Säule
(5 ml, Qiagen Ltd., UK) bei 2 ml/min aufgetragen und mit PBSA gewaschen,
bis die Absorption bei 280 nm die Grundlinie erreichte. Eine Elution mit
einem linearen Gradienten von 0 – 500 mM Imidazol über 5 Säulenvolumina
wurde unmittelbar gefolgt von Pufferaustausch durch Herunterpassagieren
einer G-25 Sepadex Säule
(150 ml Bettvolumen, Pharmacia), die mit PBSA prääquilibriert worden war, von
der 4 ml Fraktionen gesammelt wurden. Die Peak Fraktionen wurden durch
SDS-PAGE und ELISA untersucht, anschließend vereinigt und in Aliquots
gefriergetrocknet.
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Insbesondere
umfasste das Bindungsreagenz, das durch das zuvor genannte Verfahren
hergestellt worden war, die Aminosäuresequenz, wie sie in 1 (SEQ
ID NO:1) beschrieben ist.
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1.2 Herstellung eines
Referenzliganden
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Ein
Referenzligand aus einem Konjugat von reaktivem rot 6 bovinem Serumalbumin
(RR6-BSA) wurde hergestellt
durch Inkubieren von 200 μl
reaktivem rot 6 (10 mg/ml) mit 1 ml bovinem Serumalbumin (10 mg/ml) in
einem Ende über
Ende Mischer für
3 Stunden bei Raumtemperatur (20°C).
Daran anschließend
wurden 200 μl
Ethanolamin (1 M) hinzugefügt,
und die Lösung
wurde für
weitere 15 Minuten inkubiert. Freies ungebundenes reaktives rot
6 wurde von der Fraktion aus bovinem Serumalbumin durch das Durchlaufen
von 0,75 ml der Lösung
durch eine Pharmcia PD10TM Entsalzungssäule entfernt,
die mit phosphatgepufferter Kochsalzlösung enthaltend 0,01 % Natriumazid
prääquilibriert
worden war, und Eluieren mit Äquilibrierungspuffer.
Es wurden Fraktionen (1 ml) gesammelt und in diesem und folgenden
Beispielen verwendet.
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1.3 Herstellung eines
Analytrezeptors
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Ein
monoklonaler Antikörper
mit Bindungsspezifität
für hCG
und der den Analytrezeptor darstellt (MAb 1140) wurde gemäß den im
Stand der Technik bekannten Verfahren hergestellt. Ein repräsentatives
Verfahren zum Herstellen monoklonaler Antikörper ist bei Gani et al. J.
Steroid Biochem. Molec. Biol 1994, Vol. 48, S. 277–282) beschrieben,
und dieses Verfahren kann angepasst werden, um einen relevanten
Antikörper
mit einer Bindungsspezifität
für hCG
herzustellen. Ein geeigneter monoklonaler Antikörper kann auf der Basis seiner relativen
Affinität
und Spezifität
für den
Analyten und Analytanaloga selektiert werden. Dies kann beispielsweise
unternommen werden durch Durchführen
von Standard kinetischen Bestimmungen unter Verwendung eines BiacoreTM 2000 Biosensors (Biacore AB, Schweden),
wie in dem Protokoll des Herstellers beschrieben ist (Anwendungshandbuch,
Biacore AB), unter Verwendung einer Reihe von nahe verwandten Analoga.
MAb ist auch kommerziell erhältlich
und kann von Calbiochem – Novabiochem
(UK) Ltd., Nottingham, UK erhalten werden.
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1.4 Bildung von Test-
und Referenzzonen
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Die
Bildung von Test- und Referenzzonen durch Adsorption des Analytrezeptors
und des Referenzliganden an Latexoberflächen wurde in der folgenden
Weise durchgeführt.
Ein 3 um Latex, adsorbiert mit RR6-BSA, wurde wie folgt hergestellt.
Latexstocklösung
(500 μl
1 % Feststoffe) wurde in ein Rundboden Eppendorf pipettiert und
zu diesem wurden 500 μl
10 mM Boratpuffer, pH 8,5, enthaltend 0,01 % Merthiolat, hinzugefügt. Die
Lösung
wurde gemischt und in einer Tisch Eppendorfzentrifuge für 10 Minuten
bei Raumtemperatur zentrifugiert. Der Überstand wurde entfernt, und
das Pellet kurz gevortext. In einem getrennten Eppendorf wurden
100 μl RR6-BSA
Konjugatlösung
zu 900 μl
Boratpuffer hinzugefügt,
und die resultierende Lösung
wurde gemischt und zu dem Latexpellet hinzugefügt. Die Latex-RR6-BSA Lösung wurde
gevortext, mit einer Ultraschallsonde für 10 Sekunden sonifiziert und
anschließend
für 1 Stunde
bei Raumtemperatur (20°C)
in einem Ende über
Ende Mischer inkubiert. Nach 1 Stunde wurden 50 μl einer 200 mg/ml bovinen Serumalbuminlösung hinzugefügt, und
die Latexlösung
wurde für
weitere 30 min inkubiert. Die Latexkügelchen wurden für 10 min bei
Raumtemperatur in einer Eppendorfzentrifuge zentrifugiert, und das
Pellet wurde in 1 ml Boratpuffer resuspendiert. Eine Referenzzone,
welche die Latexkügelchen
adsorbiert mit RR6-BSA in einer Menge von 10 μl (0,5 % Feststoffe) darstellt,
wurde von dieser Suspension getrennt und bei 4°C gelagert, bis sie benötigt wurde.
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Ein
3 μm Latex,
das wie oben beschrieben erhalten wurde, wurde mit einem MAb 1140
adsorbiert, das wie folgt hergestellt wurde: Latexstocklösung (500 μl 1 % Feststoffen)
wurde in ein Rundboden Eppendorf pipettiert und in einer Tisch Eppendorfzentrifuge
zentrifugiert. Der Überstand
wurde entfernt, und zu diesem wurden 500 μl 10 mM Boratpuffer, pH 8,5,
enthaltend 0,01 % Merthiolat hinzugefügt. Die Lösung wurde gemischt und, wie
oben beschrieben, zentrifugiert. Der Überstand wurde entfernt, und
das Pellet wurde kurz gevortext. In einem getrennten Eppendorf wurde
1 ml einer 1 mg/ml MAb 1140 Lösung,
die in Boratpuffer hergestellt wurde, hergestellt, und die resultierende
Lösung
wurde gemischt und zu dem Latexpellet hinzugefügt. Die Latex-MAb 1140 Lösung wurde
gevortext und mit einer Ultraschallsonde für 10 Sekunden sonifiziert.
Zu dieser Lösung
wurden 200 μl
95 % (v/v) Ethanol 0,5 % (w/v) Natriumacetat hinzugefügt, und
die resultierende Lösung wurde
gevortext. Nach 2 Stunden des Mischens bei 37°C in einem Ende über Ende
Drehmischer wurden 50 μl
einer 200 mg/ml BSA Lösung
hinzugefügt,
und die Latexlösung
wurde für
weitere 30 min inkubiert. Die Latexkügelchen wurden 10 min bei Raumtemperatur
in einer Eppendorfzentrifuge zentrifugiert, und das Pellet wurde
in 1 ml Boratpuffer resuspendiert. Eine Testzone, welche die Latexkügelchen,
die mit MAb 1140 in einer Menge von 10 μl (0,5 % Feststoffe) adsorbiert
waren, darstellt, wurde von dieser Suspension getrennt und bei 4°C gelagert,
bis sie benötigt
wurde.
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1.5 Assay mit integrierter
Referenz zum Nachweis von hCG
-
Eine
Zeitzone, die hergestellt und oben beschrieben wurde, wurde gegenüber einer
Lösung
enthaltend einen Analyten, hCG (10 μl einer 20 IU/ml) und einer
20 μl Lösung enthaltend
ein Bindungsreagenz (d.h. Lama biköpfiges grün fluoreszierendes Protein,
das hergestellt und oben beschrieben wurde) in einer Konzentration, wie
in Tabelle 1 dargestellt, ausgesetzt, wobei das Volumen auf 50 μl mit phosphatgepufferter
Kochsalzlösung aufgefüllt wurde.
Die Testzone wurde in der Lösung
für 1 Stunde
bei Raumtemperatur (20°C)
inkubiert.
-
Eine
Referenzzone, die hergestellt und oben beschrieben wurde, wurde
denselben Bedingungen wie die Testzone unterworfen. Nach der 1-stündigen Inkubationszeit
wurden sowohl die Test- als auch die Referenzzonen hinsichtlich
Fluoreszenz quantifiziert, unter Verwendung eines Coulter EliteTM Flusszytometers mit einem Argonlaser (durchschnittliche
Fluoreszenzeinheiten wurden auf den Populationen der Latexkügelchen gemessen).
-
Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 beschrieben. Wie eindeutig ersichtlich
ist, wurde in jedem durchgeführten
Test die Assayvariation, wie sie durch den Koeffizient der Variation
gemessen wurde, durch Verwendung einer inneren Referenz reduziert;
und, insbesondere durch Verwendung einer internen Referenz, welche eine
Referenzoberfläche
und ein Bindungsreagenz mit Bindungsspezifität für sowohl den Analyten als auch den
Referenzliganden verwendete.
-
-
Beisuiel 2 Korrigieren
von Assayvariation unter Verwendung eines doppelköpfigen Antikörperbindungsreagenz
-
Dieses
Beispiel zeigt, dass ein doppelköpfiges
Antikörperbindungsreagenz,
das zwei Bindungsstellen enthält,
eine für
humanes Choriongonadotropin (hCG, der Analyt) und eine für Glucoseoxidase
(GOx, der Referenzligand) absichtlich eingeführte Assayvariation korrigieren
kann, indem es ein Verhältnis
der resultierenden Bindungssignale aufnimmt. In diesem Beispiel
wird die Bindung des Bindungsreagenz durch seine inhärente Masse
unter Verwendung eines Oberflächenplasmon
Resonanz Biosensors nachgewiesen.
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2.1 Konstruktion Expression
und Reinigung des Bindungsreagenz
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Die
Konstruktion, Expression und Reinigung des doppelköpfigen Bindungsreagenz,
das in diesem Beispiel verwendet wurde, wurde in einer Weise durchgeführt, die
beschrieben ist in Davis et al., WO 97/14719, insbesondere hinsichtlich
der Konstruktion des GOSA.T Konstrukts, mit der Ausnahme, dass die
anti-S. sanguis spezifischen VH4715 und VL4715 Domänen durch
die anti-hCG spezifischen VH3299 und VL3299 Domänen ersetzt wurden (beschrieben
in WO 96/27612 als FvKC-II, gebunden über ein BstEII-SacI Linkerfragment)
durch herkömmliche
Mittel (wie exemplarisch ausgeführt
in Sambrook et al. (1989) Molecular Cloning, A Laboratory Manual
(2. Auflage, Cold Spring Harbor Laboratory Press)), wodurch ein
anti-hCG/anti-GOx doppelköpfiges
Bindungsreagenz erhalten wurde, das die Aminosäuresequenz, die in 2 dargestellt
ist (SEQ ID NO:2), aufwies.
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2.2 Herstellung einer
Test- und Referenzzone auf einem Biosensorchip
-
Ein
CM5 Biosensor Chip (Biacore AB) wurde mit Referenzligand GOx und
Analytrezeptor MAb 1140 (hergestellt wie in Beispiel 1.3) in der
folgenden Weise gekoppelt. Der Chip wurde in einen BiacoreTM 2000 Biosensor (Biacore AB) eingesetzt,
und ein Sensorgramm wurde wie folgt laufen gelassen. Der Flussweg
wurde gesetzt, um über
Flusszellen 1, 2, 3 und 4 zu fließen, und die Fließgeschwindigkeit
von Hepes gepufferter Kochsalzlösung
(HBS, Biacore AB) wurde auf 10 μl/min
gesetzt. Die Sensorchipoberfläche
wurde anschließend
durch zwei aufeinanderfolgende Injektionen von 60 μl einer 1-Ethyl-3-[Dimethylaminopropyl]carbodiimid (EDC)
N-Hydroxysuccinimid (NHS) Aktivierungslösung aktiviert, die wie von
dem Hersteller (Biacore AB) beschrieben, hergestellt wurde. Der
Flussweg wurde anschließend
geändert,
um über
Flusszelle 2 zu fließen, und
zwei aufeinanderfolgende Injektionen von GOx (Aspergillus niger,
erhalten von Novo Nordisk, Kopenhagen, Dänemark), die auf 100 μg/ml in 10
mM Natriumcitratpuffer pH 4 verdünnt
wurden, wurden durchgeführt. Der
Flussweg wurde anschließend
geändert,
um über
Flusszelle 3 und die Injektionen (3 × 20 μl und 1 × 40 μl) eines MAb 1140 zu fließen. Der
Flussweg wurde nochmals geändert,
um über
die Flusszellen 1, 2, 3 und 4 zu fließen, und die im Überschuss
aktivierten Bindungsstellen wurden durch zwei 60 μl Injektionen
von 1 M Ethanolamin blockiert.
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Die
Menge an GOx, die an Flusszelle 2 des Biosensorchips gekoppelt war,
betrug 2770 Antworteinheiten ("engl.:
Response Units) (RU)",
wie auf einem BiacoreTM 2000 Biosensor gemessen).
Die Menge von MAb 1140, die an Flusszelle 3 des Biosensorchips gekoppelt
war, betrug 2570 RU. Keine andere Flusszelle wies an sich gekoppeltes
GOx oder MAb 1140 auf. Die Flusszellen 1 und 4 stellten Kontrolloberflächen dar. Die
Flusszelle 2 stellte die Referenzzone dar, wohingegen die Flusszelle
3 die Testzone darstellte.
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2.3 Assay mit integrierter
Referenz für
den Nachweis von hCG
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Das
doppelköpfige
Antikörperbindungsreagenz,
das in Paragraph 2.1 hergestellt wurde, wurde mit HBS in den folgenden
Verhältnissen
(19:1, 18:2, 17:3; doppelköpfig:
HBS) verdünnt.
Deshalb variierten diese Lösungen
gering von der nicht verdünnten
Lösung
und voneinander in der Menge des Bindungsreagenz, das sie enthielten.
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Ein
Biacore Verfahren wurde aufgestellt, um das Folgende durchzuführen. Die
Fließgeschwindigkeit von
HBS wurde auf 10 μl/min
gesetzt und der Flussweg wurde gesetzt, um die Flusszellen 1, 2,
3 und 4 zu kreuzen. Zwanzig Mikroliter hCG (10 IU/ml in HBS) wurden über die
Sensoroberflächen
injiziert. Nur die Oberfläche
bei Flusszelle 3 fing hCG (dies war die Oberfläche mit gekoppeltem Analytrezeptor
MAb 1140). Zwanzig Mikroliter Bindungsreagenz (nicht verdünnte Lösung) wurden
anschließend über alle
Flusszellen des Sensorchips injiziert. Bindung des Bindungsreagenz
fand an der Oberfläche
von Flusszelle 2 (gekoppelt mit Referenzligand, GOx) und auch an
der Oberfläche
von Flusszelle 3 (enthielt jetzt gefangenen Analyt, hCG) statt.
Die Menge an Bindungsreagenzbindung wurde in RU bestimmt. Die Oberflächen wurden
anschließend
durch eine Injektion von 5 μl
10 mM HCl regeneriert. Die Injektionen von hCG (10 IU/ml) und doppelköpfigem Bindungsreagenz
wurden dreimal wiederholt, aber dieses Mal unter Verwendung der
19:1, 18:2 und 17:3 Verhältnisse des
Bindungsreagenz. Dies ergab vier Werte für das Einfangen von Bindungsreagenz.
Die Flusszellen 1 und 4 zeigten kein Einfangen. Die Flusszellen
2 und 3 zeigten Einfangen von Bindungsreagenz. Der vorherige Test (Test
1) wurde unter Verwendung von 5 IU/ml hCG wiederholt, um Test 2
zu erhalten.
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Die
Ergebnisse, als Variationskoeffizient, sind in Tabelle 2 gezeigt.
Wie in Beispiel 1 war in jedem Test, der durchgeführt wurde,
die Assayvariation, wie sie durch den Variationskoeffizient gemessen
wurde, durch Verwendung einer integrierten Referenz reduziert; und
insbesondere durch Verwendung einer integrierten Referenz, die eine
Referenzoberfläche
und ein Bindungsreagenz mit Bindungsspezifität für sowohl den Analyt als auch
den Referenzliganden verwendete.
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