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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Krebs
ist die zweithäufigste
Todesursache in den Vereinigten Staaten und macht 20% aller Todesfälle aus.
Bis jetzt hat die Medizin versucht, die Krebszelle mit brachialer
Gewalt zu überwältigen,
sie chirurgisch herauszuschneiden, sie mit Strahlung auszulöschen oder
sie mit Chemotherapie zu vergiften. Allzu häufig überleben jedoch einige wenige
Zellen den Angriff und entwickeln sich, manchmal Jahre später, zu
Tumoren, die für
eine Behandlung unzugänglich
sind. Wenn Tumore in frühen
Stadien diagnostiziert werden können,
wird dies sicher die Überlebensrate
der Krebspatienten erhöhen.
Daher sind in unseren und verschiedenen anderen Laboratorien derzeit
Bemühungen
im Gange, wirkungsvolle tumordiagnostische bildgebende Mittel zu
entwickeln.
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Für viele
Jahre war die Abbildung der menschlichen Anatomie in vivo von der
intravenösen Verabreichung
radioaktiver Atome (Nuklearmedizin) oder nicht-radioaktiver iodierter
Kontrastmittel (verschiedene Röntgenuntersuchungen
und Computertomographie) abhängig.
Jedoch hat im letzten Jahrzehnt die Magnetresonanzabbildung (MRI)
eine entscheidende Rolle bei der Abbildung eingenommen, und, anders
als Röntgen
oder Computertomographie, verwendet MR Kontrastmittel, die paramagnetische
Ionen enthalten, insbesondere Gadolinium [Gd(III)]. Paramagnetische
Ionen werden selbst von dem MR-Abtaster nicht "gesehen". Sie beeinflussen vielmehr das Wasser
in dem Körpergewebe,
so daß das
von Gewebe abgegebene "Signal" ansteigt, wenn es
in einem Magnetfeld plaziert ist.
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Im
großen
und ganzen waren MR-Kontrastmittel weder krankheitsspezifisch noch
organspezifisch. Wenn sie intravenös injiziert werden, werden die
meisten schnell von den Nieren durch glomeruläre Filtration ausgeschieden.
Obwohl einige leberspezifische Kontrastmittel erzeugt wurden, wurden
andere Organe: nicht erfolgreich angesteuert, und es sind derzeit
keine tumoraffinen MR-Kontrastmittel
verfügbar.
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Aufgrund
der Bedeutung der Detektion von unbekanntem primärem Tumor und metastatischer Krankheit
in der diagnostischen Onkologiebildgebung hätte ein tumoraffines MR-Kontrastmittel
große Auswirkungen
auf die Prognose, die Therapieauswahl und die Patientenergebnisse.
Das gesamte Ergebnis von Heilung gegenüber Linderung wäre betroffen.
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In
jüngeren
Jahren konzentrierten sich einige Berichte auf verschiedene Gd-basierende
Makrozyklen als potentielle Magnetresonanzabbildungsmittel (z.B.
Z.D. Grossman und S.F. Rosebrough, Clinical Radioimmunoimaging,
Grune & Stratton
Inc., 1988) und 99mTc- oder 111In-chelierte
Verbindungen als Radiopharmazeutika (z.B. H.D. Burns, R.F. Gibson,
R.F. Dannals und P.K.S. Siegel (Hrsg.); Nuclear imaging in Drug
Discovery, Development and Approval, Birkhauser, 1993, und G.B.
Saha, Fundamentals of Nuclear Pharmacy, Springer-Verlag, 1992).
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Seit
der Zulassung von [Gd(DTPA)(H2O)]2- 1988 wurden weltweit mehr als 30 metrische
Tonnen an Gadolinium an Millionen von Patienten verabreicht. Ungefähr 30% der
MRI- Untersuchungen
beinhalten Kontrastmittel, und es wird hochgerechnet, daß dieser
Prozentsatz ansteigt, wenn neue Mittel und Anwendungen hinzukommen.
Gadolinium findet auch einen Platz in der medizinischen Forschung. Über 600
Literaturstellen über
Gadolinium erscheinen jedes Jahr in der Literatur der Grundlagenwissenschaft.
Obwohl andere Arten von MRI-Kontrastmitteln, nämlich ein auf Eisenpartikeln
basierendes Mittel und ein Mangan(II)-Chelat, zugelassen wurden,
bleibt Gd(III) das beherrschende Material. Die Gründe dafür umfassen
die Ausrichtung der MRI-Entwicklung und die Natur von Gd-Chelaten. Die
Signalintensität
bei MRI rührt
zum großen
Teil von dem örtlichen
Wert der Längsrelaxationsrate
von Wasserprotonen, 1/T1, und der Querrate
1/T2 her. Das Signal tendiert dazu, mit
ansteigendem 1/T1 zuzunehmen und mit zunehmendem
1/T2 abzunehmen. Pulssequenzen, die Veränderungen
in 1/T1 verstärken, bezeichnet man als 1/T1-gewichtet, und das Gegenteil trifft für 1/T2-gewichtete Abtastungen zu. Kontrastmittel
erhöhen
sowohl 1/T1 als auch 1/T2 in
variierenden Ausmaßen,
abhängig
von ihrer Natur als auch dem angelegten Magnetfeld. Mittel, wie
Gadolinium(III), welches 1/T1 und 1/T2 um ungefähr ähnliche Beträge erhöht, werden
am besten unter Verwendung von 1/T1-gewichteten
Abbildungen visualisiert, weil die prozentuale Änderung von 1/T1 in
Gewebe viel größer ist
als von 1/T2. Die längsgerichteten und quergerichteten
Relaxationswerte r1 und r2 beziehen
sich alle auf die Erhöhung
von 1/T1 bzw. 1/T2 pro
Millimol an Mittel. T1-Mittel haben üblicherweise
r2/r1-Verhältnisse
von 1-2, wogegen der Wert für
T2-Mittel, wie Eisenoxidpartikel, bis zu
10 oder mehr hoch sein kann. Fortschritte in der MRI haben in starkem
Maße T1-Mittel und damit Gadolinium(III) favorisiert.
Schnellere Abtastungen mit höherer
Auflösung
erfordern schnellere Radiofrequenzpulse und sind somit im allgemeinen
T1-gewichtet, weil das MR-Signal in jedem
Voxel gesättigt
wird. T1-Mittel vermindern diese Sättigung
durch Wiederherstellen eines guten Teils der längsgerichteten Magnetisierung
zwischen den Pulsen. Gleichzeitig würde ein gutes T1-Mittel die gesamte
magnetische Suszeptibilität des
Geweberaums, in welchem es lokalisiert ist, nicht signifikant beeinflussen,
wodurch jegliche Inhomogenitäten,
welche zu Abbildungsartefakten und/oder verminderter Signalintensität führen könnten, minimiert
werden.
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Die
andere wichtige und interessante Eigenschaft von Gadolinium(III)-Chelaten
ist ihre Stabilität. Sie
bleiben in dem Körper
cheliert und werden intakt ausgeschieden. Zum Beispiel bilden die
Standardliganden, wie DTPA, Komplexe, die so stabil sind, daß, während das
Mittel in vivo ist, es keine feststellbare Dissoziation gibt. Aufgrund
ihrer großen
Größe tendieren
Lanthanoide dazu, eine hohe Koordinationszahl in wäßrigen Medien
zu bevorzugen. Derzeit sind alle Gd(III)-basierenden Chelate, die
für eine
Verwendung in der MRI zugelassen sind, neunfach koordinierte Komplexe,
in welchen der Ligand acht Bindungsstellen an dem metallischen Zentrum
besetzt und die neunte Koordinationsstelle von einem Lösungswassermolekül besetzt
wird.
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Radiopharmazeutika
sind Arzneimittel, die ein Radionuklid enthalten, und werden routinemäßig in der
Nuklearmedizinabteilung für
die Diagnose oder Therapie verwendet. Radiopharmazeutika können in zwei
Hauptklassen eingeteilt werden: solche, deren biologische Verteilung
ausschließlich
von ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften bestimmt wird
(wie Iod-131), und solche, deren letztendliche Verteilung von ihren
biologischen Wechselwirkungen bestimmt wird (wie ein radioaktiv
markierter Antikörper).
Die letztgenannte Klasse umfaßt
stärker
zielspezifische Radiopharmazeutika. Ein zielspezifisches Radiopharmazeutikum
besteht aus vier Teilen: einem zielenden Molekül, einem Verbindungsstück, einem
chelierenden Liganden und einem Radionuklid. Das zielende Molekül dient
als das Vehikel, welches das Radionuklid zu der Zielstelle in erkranktem Gewebe
trägt.
Das Radionuklid ist die Strahlungsquelle.
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Metallische
Radionuklide bieten viele Möglichkeiten
zur Ausgestaltung neuer Radiopharmazeutika durch Modifizieren der
Koordinationsumgebung um das Metall herum mit einer Vielzahl von
Chelatoren. Die meisten der Radiopharmazeutika, die in der herkömmlichen
Nuklearmedizin verwendet werden, sind wegen dessen kurzer Halbwertszeit
(sechs Stunden) und idealen Gammaemission (140 KeV) mit 99mTc markiert. Milli-Curie-Mengen können ohne übermäßige Strahlung
auf den Patienten ausgeliefert werden. Die monoenergetischen 140-KeV-Photonen werden
einfach ausgerichtet, wobei sie Abbildungen von überragendem Auflösungsvermögen produzieren.
Darüber
hinaus ist 99mTc einfach in einem sterilen,
pyogenfreien und trägerfreien
Zustand von 99MO-99mTC-Generatoren erhältlich.
Seine sechsstündige
Halbwertszeit ist ausreichend lang, um die markierten Radiopharmazeutika
zu synthetisieren, hinsichtlich Reinheit zu testen, den Patienten
zu injizieren und noch kurz genug abzubilden, um die Bestrahlungsdosis
zu minimieren. Ein weiteres erfolgreich eingesetztes Radionuklid
ist 111In. Der Erfolg des Pharmazeutikums
In-DTPA-Octreotid (OCTREOSCAN), welches für die Diagnose von hinsichtlich Somatostatinrezeptor
positiven Tumoren verwendet wird, hat die Suche nach neuen zielspezifischen
Radiopharmazeutika intensiviert. Im Vergleich zu 99mTc ist
die Halbwertszeit von 111In viel länger (72
Stunden).
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Verschiedene
Porphyrine und verwandte Tetrapyrrolverbindungen neigen dazu, sich
in malignen Tumoren und anderem hyperproliferativem Gewebe, wie
hyperproliferativen Blutgefäßen, in
viel höheren Konzentrationen
als in normalen Geweben anzusammeln, so daß sie als ein Werkzeug für die Behandlung
von verschiedenen Krebsarten und anderem hyperproliferativem Gewebe
durch photodynamische Therapie (PDT) geeignet sind (T.J. Dougherty,
C.J. Gomer, B.W. Henderson, G. Jori, D. Kessel, M. Kprbelik, J.
Moan, Q. Peng, J. Natl. Cancer Inst., 1998, 90, 889). Jedoch werden
die meisten der auf Porphyrin basierenden Photosensibilisatoren,
einschließlich PHOTOFRIN® (welches
weltweit für
die Behandlung von Tumoren zugelassen ist), langsam aus normalem
Gewebe entfernt, so daß Patienten
eine Exposition an Sonnenlicht für
eine erhebliche Zeit nach einer Behandlung vermeiden müssen. In
den letzten Jahren wurde eine Anzahl an Chlorophyllanalogen synthetisiert
und hinsichtlich ihrer Verwendung als Photosensibilisatoren für PDT bewertet
(z.B. R.K. Pandey, D. Herman, Chemistry & Industn, 1998, 739). Unter diesen
Photosensibilisatoren haben das Hexyletherderivat von Pyrophäophorbid-a
9 (HPPH) (z.B. R.K. Pandey, A.B. Sumlin, S. Constantine, M. Aoudia,
W.R. Potter, D.A. Bellnier, B.W. Henderson, M.A. Rodgers, K.M. Smith
und T.J. Dougherty, Photochem. Photobiol., 1996, 64, 194: B.W. Henderson, D.A.
Bellnier, W.R. Graco, A. Sharma, R.K. Pandey, L.A. Vaughan, W.R.
Weishaupt und T.J. Dougherty, Cancer Res., 1997, 57, 4000, und R.K.
Pandey, T.J. Dougherty, US-Patent, 1993, 5,198,460, US-Patent, 1994,
5,314,905 und US-Patent, 1995, 5,459,159) und das Hexyletherderivat
von Purpurin-18-N-hexylimid 10 (z.B. R.K. Pandey, W.R. Potter und
T.J. Dougherty, US-Patent, 1999, 5,952,366) eine hohe Aufnahme in
Tumor und eine minimale Hautphototoxizität im Vergleich mit PHOTOFRIN® gezeigt.
HPPH ist der zeit in der Phase I/II klinischer Tests für die Behandlung
von verschiedenen Krebsarten durch photodynamische Therapie am Roswell
Park Cancer Institute, Buffalo, NY, und die Ergebnisse sind vielversprechend.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
FIGUREN
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1 zeigt eine MR-Abbildungskontrolle
unter Verwendung eines handelsüblich
erhältlichen Kontrastmittels
gegenüber
der Nichtverwendung eines kontrastverstärkenden Mittels. Der Tumorbereich der
Abbildungen zeigt geringe oder keine Verstärkung bei Verwendung des handelsüblich erhältlichen Kontrastmittels.
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2 zeigt die MR-Abbildung
unter Verwendung eines Gd-HPPH-Kontrastmittels der Erfindung gegenüber keinem
Kontrastmittel. Die unter Verwendung des Kontrastmittels der Erfindung
hergestellte Abbildung zeigt eine deutliche Bildverstärkung des Tumorbereichs.
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3 ist ein Diagramm einer
Messung in vivo von Tumor- gegenüber
Muskelaufnahme mittels Reflexionsspektroskopie der in 3 gezeigten Verbindung.
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4 ist ein schematisches
Diagramm, welches die chemische Synthese von 4-Aminophenyl-DTPA-penta-tert-butylestern
zeigt.
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5 ist ein schematisches
Diagramm, welches die chemische Synthese von Carboxy-3-(hexyloxy)-ethylpyrophäophorbid-a
aus Methylphäophorbid-a
zeigt.
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6 ist ein schematisches
Diagramm, welches die chemische Synthese von HPPH-Aminophenyl-DTPA
aus Carboxy-3-(hexyloxy)-ethylpyrophäophorbid-a und 4-Aminophenyl-DTPA-penta-tert-butylester,
gefolgt von einer Umsetzung mit Gadolinium(III)-Trichlorid unter
Ausbildung von HPPH-Gd(III)-aminophenyl-DTPA, zeigt.
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7 ist ein schematisches
Diagramm, welches die chemische Synthese von Purpurin-18-imid-Gd(III)-aminophenyl-DTPA
(16) zeigt.
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8 ist ein schematisches
Diagramm, welches die Herstellung von Gd(III)-aminophenyl-DTPA-Komplex aus
Purpurin 7 zeigt.
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9 ist ein schematisches
Diagramm, welches die Herstellung von auf Bakteriochlorin basierendem
Gd(III)-aminophenyl-DTPA zeigt.
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13 ist ein schematisches
Diagramm, welches die Herstellung von auf HPPH basierendem In-aminophenyl-DTPA-Konjugat
28 zeigt.
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14 ist ein schematisches
Diagramm, welches die Herstellung von Aminophenyl-DTPA-111In-Komplex
und Aminophenyl-DTPA-Gd(III)-Komplex, z.B. 3-Desvinyl-3-(1'-alkoxyethyl)-17-[3'(4"-amidobenzylgadolinium(III)-DTPA)]-ethylpyrophäophorbid-a,
aus einer DTPA-Dihydrotetrapyrrol-Verbindung der Erfindung zeigt.
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15 ist ein schematisches
Diagramm, welches Aminophenyl-DTPA-111In-Komplex
und Aminophenyl-DTPA-Gd(III)-Komplex, z.B. Purpurin-18-[30-desvinyl-3-(4"-amidobenzylgadolinium-DTPA)]-N-substituiertes
Imid, aus einer DTPA-Dihydrotetrapyrrol-Verbindung der Erfindung
zeigt.
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16 ist ein schematisches
Diagramm, welches Aminophenyl-DTPA-111In-Komplex
und Aminophenyl-DTPA-Gd(III)-Komplex, z.B. Purpurin-18-(3-desvinyl-3-(1'-alkoxyethyl)-17-[3'-(4"- amidobenzylgadolinium(III)-DTPA)]-ethylpyrophäophorbid-a,
aus einer DTPA-Dihydrotetrapyrrol-Verbindung der Erfindung zeigt.
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17 ist ein schematisches
Diagramm, welches Aminophenyl-DTPA-111In-Komplex
und Aminophenyl-DTPA-Gd(III)-Komplex, z.B. Bacteriopurpurin-18-3-(alkyl
oder alkoxyalkyl)-7-keto-17-[3'-(4"-amidobenzylgadolinium(III)-DTPA)]-N-substituiertes
Imid, aus einer DTPA-Tetrahydrotetrapyrrol-Verbindung der Erfindung
zeigt.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
ERFINDUNG
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Die
Erfindung umfaßt
Zusammensetzungen, die eine chemische Kombination aus Porphyrinen und
Chlorinen und verwandten Tetrapyrrolverbindungen mit radioaktiven
Elementen, wie Gadolinium, Indium111 und
radioaktivem Iod, sind. Wenn das Element Kationen bilden kann, ist
die Verbindung üblicherweise
ein Chelat mit der Porphyrin- oder Chlorinstruktur. Wenn das Element
Anionen bildet, ist die Verbindung üblicherweise eine direkte chemische Kombination
des radioaktiven Elements in der Porphyrin- oder Chlorinstruktur.
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Beispiele
für Porphyrin-
und Chlorinstrukturen, die Verbindungen mit radioaktiven Elementen ausbilden
können,
wenn sie gemäß der vorliegenden Erfindung
modifiziert werden, sind z.B. in den US-Patenten 5,756,541, 5,028,621,
4,866,168, 4,649,151, 5,438,071, 5,198,460, 5,002,962, 5,093,349, 5,171,741,
5,173,504, 4,968,715, 5,314,905, 5,459,159, 5,770,730, 5,864,035,
5,190,966 und 5,952,366 beschrieben.
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Die
Erfindung umfaßt
weiterhin das Verfahren zur Verwendung der Verbindungen der Erfindung für die diagnostische
Abbildung von hyperproliferativem Gewebe, wie Tumoren, und dem Wachstum
von neuen Blutgefäßen, wie
es mit der nassen Form von mit dem Alter einhergehender Makuladegeneration einhergeht.
Unerwarteterweise tragen Porphyrine und Chlorine, wie sie oben beschrieben
sind, nach einer Injektion das radioaktive Element in Zellen von hyperproliferativem
Gewebe und verstärken
das von Tumorgewebe in der MR-Abbildung erzeugte Signal dramatisch.
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Es
ist zu verstehen, daß Porphyrin-
und Chlorinverbindungen (einschließlich Bacteriochlorine) durch
Substitutionen und Modifikationen zu anderen Formen chemisch verändert werden
können, vorausgesetzt,
daß die
Tetrapyrrolgrundstruktur, die ein selektives Eindringen und eine
Zurückhaltung
in Zellen von hyperproliferativem Gewebe (z.B. Tumoren) beibehalten
wird.
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Verbindungen
der Erfindung haben die Formel
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In
der obigen Formel ist R
1 oder -CONH-Phenylen-CH
2DTPA, worin R
9 =
H oder -OR
10 ist, worin R
10 niederes
Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen ist; R
2 ist
-CH
3, R
5 ist -CH
2CH
3 und R
3 und R
4 bilden zusammen
eine kovalente Bindung aus oder R
2 und R
3 sind zusammen =O, R
4 ist
-CH
2CH
3 und R
5 ist -CH
3; R
6 ist
oder eine kovalente Bindung;
R
7 ist =O, wenn R
6 ist, und R
7 ist
Wasserstoff, wenn R
6 eine kovalente Bindung
ist; R
8 ist -(CH
2)
2CO
2CH
3 oder -(CH
2)
2CONH-Phenylen-CH
2DTPA; R
11 ist niederes Alkyl
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder -(CH
2)
2CONH-Phenylen-CH
2DTPA; mit der Maßgabe, daß eines und nur eines unter
R
1, R
8 und R
11 eine -CONH-Phenylen-CH
2DTPA-Gruppe
enthält,
und wobei die -CONH-Phenylen-CH
2DTPA-Gruppe
die folgende Strukturformel aufweist
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Eine
Aufgabe der Erfindung bestand darin, diese Photosensibilisatoren
als Vehikel zur Auslieferung des gewünschten Konjugats (cheliert
mit Gd oder Radionukliden) an einen Tumor zu verwenden. Das Chelat
ist "bifunktional", weil es das Gd
an einem Ende und das zielspezifische Vehikel an dem anderen bindet.
Das Chelat ist ein mehrzähliger
Ligand, welcher für
eine Koordination an das Metall geeignete ligierende Gruppen aufweist.
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
unsere Erfindung folgendes:
Entwicklung von auf Chlorin und
Bacteriochlorin basierenden Gd(III)-Aminophenyl-DTPA-Konjugaten mit variabler
Lipophilizität
als Tumordiagnostikmittel durch MRI und
Entwicklung von auf
Chlorin und Bakteriochlorin basierenden 111In-Aminophenyl-DTPA-Konjugaten mit variabler
Lipophilizität
als Tumordiagnostikradiopharmazeutika.
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Ein
Ziel war: (i) Gadolinium erfolgreich an ein tumoraffines Porphyrin
zu binden, welches ursprünglich
für die
photodynamische Therapie (PDT) vorgesehen war, und zu beweisen,
daß eine
beachtliche Tumoraufnahme nach 24 Stunden das von dem Tumor erzeugte "Signal" verstärkt, wodurch
dessen Sichtbarkeit bei MR-Abbildung deutlich erhöht wird, und
(ii) verwandte 111In-markierte Radiopharmazeutika
als diagnostische Mittel für
die Nuklearmedizin herzustellen.
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Diese
Erfindung umfaßt
die Synthese und Anwendung bestimmter modifizierter Ditetratriethylaminpentacarbonsäure-(DTPA-)Konjugate
als MR-Kontrastmittel und Radiopharmazeutika zur Diagnose von primärer Malignität und metastatischer
Erkrankung.
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Die
folgenden Beispiele beschreiben Beispiele für die Synthese und Verwendung
von Magnetresonanzabbildungsmitteln.
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Synthese
von HPPH-Gd(III)-Aminophenyl-DTPA 14: Für die Herstellung der Titelverbindung wurde
Methylpyrophäophorbid-a
6b aus Methylphäophorbid-a
6a (welches wiederum aus Spirulina algae extrahiert wurde) durch
Befolgen des Literaturverfahrens erhalten. Es wurde dann in Methyl-3-(hexyloxy)-ethyl-Analoges
9a durch Befolgen eines in unserem Labor entwickelten Verfahrens
umgewandelt. Hydrolyse der Methylesterfunktionalität mit wäßrigem LiOH/Methanol/THF
lieferte die entsprechende Carbonsäure 9b in quantitativer Ausbeute.
Die Umsetzung von 9b mit 4-Aminophenyl-DTPA-penta-tert-butylestern,
hergestellt nach dem Verfahren in 4 über den
Carbodiimidansatz (R.K. Pandey, F.-Y. Shiau, A.B. Sumlin, T.J. Dougherty
und K.M. Smith, Bioorg. Med. Chem. Lett., 1994, 4, 1263) lieferte
das entsprechende Analoge 12 in einer Ausbeute von 57% (5 und 6). Die Struktur wurde durch NMR- und
Massenspektrometrieanalysen bestätigt.
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Vor
der Herstellung des Gd(III)-Komplexes wurden die tert-Butylgruppen
in dem Konjugat in die entsprechende Carbonsäure durch Umsetzung mit Trifluoressigsäure umgewandelt
(Ausbeute 100%). Für
die Herstellung von Gd(III)-Komplex 14 wurde das Konjugat in Pyridin
gelöst
und Gadoliniumchlorid-Hexahydrat in entionisiertem Wasser gelöst. Das Gemisch
wurde bei Raumtemperatur für
zwei Stunden gerührt.
Nach dem Abschluß der
Reaktion (überwacht
mittels TLC) wurde Pyridin unter Hochvakuum entfernt. Der Rückstand
wurde mit Wasser gewaschen, um den Überschuß an Gadoliniumchlorid zu entfernen,
unter Vakuum getrocknet, und die Titelverbindung wurde in einer
Ausbeute von 92% isoliert. Die Struktur des Endprodukts wurde durch
Massenspektrometrie bestätigt.
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Synthese
von Purpurin-18-imid-Gd(III)-aminophenyl-DTPA 16: Methylphäophorbid-a
6a wurde in das Hexyletherderivat von N-Hexylpurpurinimid in einer
Ausbeute von 70% umgewandelt. Die Methylestergruppe wurde dann zu
der entsprechenden Carbonsäure
10 nach dem Verfahren, wie es für
die Herstellung von 9b diskutiert wird, hydrolysiert. Purpurinimid
10 wurde dann mit Aminophenyl-DTPA-penta-tert-butylester
5 nach einer Reaktionsabfolge, wie sie in 8 angegeben ist, umgesetzt, und das Zwischenproduktkonjugat
wurde in einer Ausbeute von 45% isoliert. Weitere Umsetzung mit
Trifluoressigsäure
und anschließend
mit GdCl3·H2O
lieferte den Gd(III)-Komplex 16 in einer Ausbeute > 90%. Die Strukturen
der Konjugate wurden durch NMR und Massenspektrometrie bestätigt.
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In
unserem Versuch zur Untersuchung der Wirkung der Position des Gd(III)-Konjugats
in dem Makrozyklus wurde Purpurinimid 7 in das verwandte Carbonsäureanaloge
11 nach herkömmlichen
Verfahren umgewandelt. Umsetzung von 11 mit Aminophenyl-DTPA 5 liefert
Gd(III)-Aminophenyl-DTPA-Konjugat
15, Purpurin-18-3-desvinyl-3-(4'-amidophenyl-gadolinium(III)-DTPA]-N-hexylimid.
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In
dieser Reihe von Verbindungen kann die Gesamtlipophilizität des Moleküls durch
Variieren der Länge
der Kohlenstoffkette von entweder den Alkylethersubstituenten und/oder
der N-substituierten
Alkylkette verändert
werden. Somit liefern diese Verbindungen eine einzigartige Möglichkeit,
die Korrelation von Tumoraufnahme und Lipophilizität zu untersuchen.
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Synthese
von auf Bacteriochlorin basierendem Gd(III)-Aminophenyl-DTPA 22:
Bacteriochlorine sind eine Klasse von Tetrapyrrolen, in welchen
die zwei Pyrroleinheiten diagonal zueinander reduziert sind. Ausgehend
von N-Hexyl-purpurinimid 7, haben wir Ketobacteriochlorin 20 nach
einer in 9 erläuterten
Reaktionsabfolge hergestellt. In unserem Ansatz wurde Purpurinimid
7, das eine Vinylgruppe an Position 3 enthielt, in das 3-Desvinyl-3-ethyl-Analoge 17
(auch bezeichnet als meso-N-Hexylpurpurin-18-imid)
durch Umsetzung mit Wasserstoff unter Verwendung von Pd/C als ein
Katalysator umgewandelt. Es wurde dann mit Osmiumtetroxid/Pyridin/H2S umgesetzt (A.N. Kozyrev, T.J. Dougherty
und R.K. Pandey, Tetrahedron Lett., 1996, 37, 3781), und das entsprechende
vic-Dihydroxybacteriochlorin
18 wurde in einer Ausbeute von 75% als ein Gemisch von Diastereomeren
(cis-Hydroxygruppen oben oder unten relativ zu dem trans-reduzierten
Ring D) isoliert. Das Dihydroxy-Analoge als ein diastereomeres Gemisch
wurde mit Schwefelsäure
unter Bedingungen der Pinacol-Pinacolon-Reaktion behandelt (R.K. Pandey,
T. Tsuchida, S. Constantine, G. Zhen, C. Medforth, A. Kozyrev, A.
Mohammad, M.A.J. Rodgers, K.M. Smith und T.J. Dougherty, J. Med.
Chem., 1997, 40, 2770), und das Ketobacteriochlorin, das die Ketogruppe
entweder an Position 7 (Verbindung 20) oder Position 8 (Verbindung
19) enthielt, wurde in einer Ausbeute von 70% isoliert. Unter diesen
Bacteriochlorinen zeigte das 7-Keto-Analoge 20 eine hohe Tumoraufnahme,
wie es durch Reflexionsspektroskopie in vivo im Mausmodell, transplantiert
mit RIF-Tumor, bestimmt wurde (siehe 3).
Die Strukturen der Bacteriochlorine 19 und 20 wurden durch NMR-
und Massenspektrometrieanalysen bestätigt.
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Unsere
nächste
Stufe bestand darin, die Methylestergruppe in Purpurinimid 20 zu
Carbonsäure 21
zu hydrolysieren, bevor es zu dem entsprechenden 4-Aminophenyl-DTPA-Konjugat
22 nach dem zuvor diskutierten Verfahren für die Herstellung von verwandten
HPPH- und Purpurinimid-Analogen
umgewandelt wurde.
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Synthesen
von auf HPPH basierendem 111In-Aminophenyl-DTPA-Konjugat
28: Für
die Herstellung der Titelverbindung wurde das HPPH-Aminophenyl-DTPA
13 mit 111In(III)-Chlorid nach dem von Low
und Mitarbeitern beschriebenen Verfahren umgesetzt (S. Wang, J.
Juo, D.A. Lantrip, D.A. Waters, C.J. Mathias, W.A. Green, P.L. Fuchs
und P.S. Low, Bioconjugate Chem., 1997, 8, 673) für die Herstellung
von 111In-DTPA-Folat, und die 111In-markierte Verbindung
wurde in einer Ausbeute von 82% erhalten.
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Körpertumor-MR-Abbildung
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HPPH-Gd(III)-aminophenyl-DTPA-Konjugat
14
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Nach
der Synthese von Gd-markiertem HPPH wurde eine Reihe von drei Ratten
intravenös injiziert
und unmittelbar nach der Injektion, nach einer Stunde und nach 24
Stunden untersucht, um festzustellen, ob das Gd-HPPH länger als
das derzeitige Standardkontrastmittel (Magnavist oder Gd-DTPA) im
Kreislauf verblieb.
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Während Magnavist
schnell aus dem Säugerkreislauf
durch glomeruläre
Filtration mit einer Zirkulationshalbwertszeit von 16-20 Minuten
entfernt wird, wurde das neu synthetisierte Kontrastmittel Gd-HPPH
in dem zerebralen Kreislauf nach einer Stunde nachgewiesen. Anschließend wurde
zur Feststellung, ob das Gd-HPPH tumoraffin ist, eine einzelne Ratte
mit einem subkutan implantierten Ward'schen Dickdarmkarzinom 24 Stunden nach
intravenöser
Gabe von Gd-HPPH dargestellt. Eine zweite Tumor tragende Ratte wurde
24 Stunden nach Injektion von Magnavist dargestellt (siehe 1 und 2). Deutlich zeigte das verstärkte Tumorsignal
nach Gd-HPPH-Injektion, daß Gd-HPPH 14 ein Potential als
ein Kontrastmittel für
MR besitzt. HPPH (ein Chlorophyll-a-Derivat) stellt das Vehikel
dar, durch welches der Gd-Komplex in den Tumor gebracht wird. Die
Hinzufügung
des Gd-Chelats zu HPPH behindert nicht dessen Fähigkeit, eine Singletsauerstoff
produzierende Wirksamkeit auszubilden, so daß dieses Kontrastmittel auch
das Potential für
eine doppelte Wirkung besitzt: verstärkte Lokalisierung bei MR-Abbildung
(Diagnose), gefolgt von gerichteter Lichtbestrahlung mit Tumorschädigung (Behandlung).
Auch aufgrund seiner ausgezeichneten Tumorselektivität und hohen
Fluoreszenz kann das neu synthetisierte Konjugat für IR-Abbildung
verwendet werden. Indium oder andere Radionuklide, die an Chlorine
und Bacteriochlorine gebunden sind, welche in dieser Erfindung synthetisiert
und vorgeschlagen werden, besitzen ein Potential als Abbildungsmittel
für die
Nuklearmedizin.