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TECHNISCHES
GEBIET
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Die vorliegende Erfindung betrifft
diamantartiges Glas, Gegenstände,
auf denen diamantartiges Glas abgeschieden ist, Verfahren zur Herstellung
von diamantartigem Glas und Vorrichtungen zur Abscheidung von diamantartigem
Glas.
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HINTERGRUND
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In den letzten Jahren sind verschiedene
diamantartige Dünnfilme
erzeugt worden, mit denen die Ausbildung harter Abscheidungen auf
verschiedenen Substraten möglich
ist. Zum Beispiel lehrt das U.S.-Patent Nr.
5 466 431 diamantartige, metallische
Nanocomposite, bei denen es sich um diamantartige interpenetrierende
Netzwerke von Kohlenstoff, stabilisiert durch Wasserstoff, und ein
silikonartiges, glasartiges Netzwerk, stabilisiert durch Sauerstoff,
handelt. Solche Nanocomposite werden manchmal als DYLYN bezeichnet
und von Advanced Refractory Technologies, Buffalo, New York, hergestellt.
Obwohl DYLuYN-Nanocomposite für einige
Anwendungen brauchbar sind, weisen sie Einschränkungen auf, die sie für viele
Anwendungen ungeeignet machen. Zum Beispiel ist DYLYN gegenüber UV- – sichtbarem
Licht relativ absorbierend, was es für Anwendungen, bei denen eine
Transparenz für
solches Licht erforderlich ist, ungeeignet macht. DYLYN hat einen
relativ hohen Brechungsindex in der Größenordnung von 1,7 bis 2,5,
was seine Brauchbarkeit einschränkt,
wenn Brechungsverluste wie für
reflexmindernde Beschichtungen eingeschränkt werden müssen.
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Auf vergleichbare Weise sind verschiedene,
aus dem Plasma abgeschiedene Silciumoxid-Dünnfilme erzeugt worden. Solche
gewöhnlich
als SiOx dargestellte Filme werden gewöhnlich aus
Silan/Sauerstoff- oder Silan/Stickstoff(I)oxid-Mischungen gebildet
und enthalten keinen Kohlenstoff. Wiederum sind diese SiOx-Filme, obwohl sie für manche Anwendungen brauchbar
sind, normalerweise im wesentlichen optisch absorbierend und auch
relativ brüchig
und anfällig
für die
Biegerissbildung. Darüber
hinaus werden SiOx-Filme gewöhnlich bei
hohen Temperaturen abgeschieden, um die Bildung eines porösen Films
zu vermeiden. Obwohl bei diesen hohen Temperaturen dichte Filme
erzeugt werden können,
wird dadurch auch der Substratyp eingeschränkt, der eingesetzt werden
kann, ohne von der Wärme
zersetzt zu werden.
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Bei einem anderen Typ von harten
Dünnfilmen
handelt es sich um plasmapolymerisiertes Organosilicon (PPO). Etwas
PPO wird durch die Fragmentierung und Abscheidung von Vorstufenmolekülen in einem Plasma
gebildet, wodurch ein Plasmapolymer gebildet wird, das auf einer
geerdeten Elektrode abgeschieden wird. Oft bedeckt und füllt dieses
PPO topographische Merkmale von Oberflächen jedoch nicht ausreichend, und
die Größe des Plasmapolymers
schließt
bei der Kondensierung auf dem Substrat eine gewisse laterale Mobilität aus. "Laterale Mobilität" bezieht sich auf
die Fähigkeit
von auf einer Oberfläche
abgeschiedenen Atomen, sich einen kleinen Abstand von demjenigen
Punkt, an dem sie auftreffen, weg zu bewegen, wodurch sie Löcher ausfüllen und
eine gleichmäßigere Beschichtung
ergeben. Andere PPO umfassen kondensierte Monomermoleküle, die
unter Verwendung verschiedener Energiequellen wie Ultraviolettlicht-
oder Elektronenstrahl-Strahlung polymerisiert werden. Obwohl dieses
PPO einige Verwendungen hat, bildet es wiederum oft keine dicht
gepackten, statistischen Filme und ist daher nicht so hart oder
homogen, wie dies für
einige Anwendungen erwünscht
ist.
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WO 96/40446 offenbart eine erosionsbeständige Beschichtung
für optisch
durchlässige
Substrate, die aus einer diamantartigen, interpenetrierende Netzwerke
enthaltenden Nanocompositstruktur bestehen.
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WO 99/29477 betrifft fluordotierte
Beschichtungen, die eine diamantartige Zusammensetzung einschließen.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Während
jede der oben erwähnten
Zusammensetzungen einen speziellen Nutzen aufweist, besteht ein
Bedarf an einem verbesserten harten Film, der auf einer Vielzahl
von Substraten vorzugsweise einschließlich wärmeempfindlicher Substrate
abgeschieden werden kann. Der Film ist auch vorzugsweise biegsam,
so dass er auf eine weite Vielzahl von Substraten einschließlich biegsamer
Substrate aufgetragen werden kann. Darüber hinaus ermöglicht der
Dünnfilm
vorzugsweise die Transmission des meisten Lichts einschließlich Ultraviolettlicht.
Schließlich
weist der Film vorzugsweise eine diamantartige Härte und ein Minimum an Porosität auf.
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Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung
betrifft einen verbesserten Dünnfilm
mit einem Nutzen in vielen verschiedenen Anwendungen. Beim verbesserten
Dünnfilm
handelt es sich um ein diamantartiges Glas, das auf verschiedene
Substrate aufgetragen werden kann. Andere Aspekte der vorliegenden
Erfindung betreffen Gegenstände
mit einem diamantartigen Glasfilm, Verfahren zur Herstellung der
Gegenstände
und Vorrichtungen zur Herstellung des Films und der Gegenstände.
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Das diamantartige Glas (DLG) der
Erfindung umfasst ein kohlenstoffreiches, diamantartiges, amorphes,
kovalentes System, das Kohlenstoff, Silicium, Wasserstoff und Sauerstoff
umfasst. Das DLG wird durch das Abscheiden eines dichten, statistisch
kovalenten, Kohlenstoff, Silicium, Wasserstoff und Sauerstoff umfassenden
Systems unter Bedingungen des Ionenbeschusses erzeugt, indem ein
Substrat auf einer unter Spannung stehenden Elektrode in einem chemischen
Hochfrequenz- ("HF-")Reaktor positioniert
wird. In speziellen Ausführungsformen
wird DLG unter Bedingungen eines intensiven Ionenbeschusses aus
Mischungen von Tetramethylsilan und Sauerstoff abgeschieden. Typischerweise
weist das DLG eine vernachlässigbare
optische Absorption im sichtbaren und im Ultraviolett-Bereich (250
bis 800 nm) auf. DLG weist im Vergleich zu einigen anderen Typen
von kohlenstoffartigen Filmen eine verbesserte Beständigkeit
gegenüber
der Biegerissbildung und eine hervorragende Haftung an vielen Substraten
einschließlich
Keramiken, Glas, Metallen und Polymeren auf.
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DLG enthält ein dichtes, statistisch
kovalentes System, umfassend wenigstens 30 Atom-% Kohlenstoff, wenigstens
25 Atom-% Silicium und weniger als oder gleich 45 Atom-% Sauerstoff.
DLG enthält
typischerweise etwa 30 bis etwa 50 Atom-% Kohlenstoff. In speziellen
Ausführungsformen
kann DLB etwa 25 bis etwa 35 Atom-% Silicium enthalten. In bestimmten
Ausführungsformen
kann das DLG auch etwa 20 bis etwa 40 Atom-% Sauerstoff einschließen. In
speziellen, vorteilhaften Ausführungsformen
umfasst das DLG etwa 30 bis etwa 36 Atom-% Kohlenstoff, etwa 26
bis etwa 32 Atom-% Silicium und etwa 35 bis etwa 41 Atom-% Sauerstoff
auf wasserstofffreier Grundlage. "Wasserstofffreie Grundlage" bezieht sich auf
die atomare Zusammensetzung eines Materials, die durch ein Verfahren
wie die röntgenstrahlangeregte
Photoelektronenspektroskopie (ESCA) bestimmt wird, bei dem Wasserstoff
auch dann nicht nachgewiesen wird, wenn größere Menge in Dünnfilmen
vorhanden sind. (Hier aufgeführte
Bezugnahmen beziehen sich auf Atom-%).
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Gemäß der Erfindung hergestellte
Dünnfilme
können
eine Vielzahl von Lichtdurchlässigkeits-Eigenschaften
aufweisen. Somit können
die Dünnfilme
in Abhängigkeit
von der Zusammensetzung bei verschiedenen Frequenzen erhöhte Transmissionseigenschaften
aufweisen. In speziellen Ausführungsformen
ist der Dünnfilm
bei einer oder mehreren Wellenlängen
von etwa 180 bis etwa 800 nm zu wenigstens 50% strahlungsdurchlässig. In
anderen vorteilhaften Ausführungsformen
ist der DLG-Film zu mehr als 70% (und noch vorteilhafter mehr als
90%) bei Wellenlängen
von etwa 180 bis etwa 800 nm strahlungsdurchlässig. Eine hohe Durchlässigkeit
ist typischerweise bevorzugt, weil sie die Herstellung von dickeren
Filmen ohne eine signifikante Verminderung der durch den Film gelangenden
Strahlungsintensität
ermöglicht.
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Unabhängig davon, wie dick der Film
ist, hat das DLG typischerweise einen Extinktionskoeffizienten von
weniger als 0,002 bei 250 nm und noch typischer von weniger als
0,010 bei 250 nm. DLG weist gewöhnlich auch
einen Brechungsindex von mehr als 1,4 und manchmal von mehr als
1,7 auf. Insbesondere weist DLG niedrige, typischerweise sehr niedrige
Fluoreszenzgrade auf, die manchmal so niedrig sind, dass es keine
Fluoreszenz aufweist. Die Fluoreszenz von DLG ist mit derjenigen
von reinem Quarz vergleichbar, fast gleich dieser oder gleich dieser.
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Das DLG der Erfindung kann für zahlreiche
Anwendungen verwendet werden. Diese Anwendungen umfassen die Verwendung
auf einer Vielzahl von Substraten wie auf elastomeren Folien, relaxierbaren
Folien, Schrumpffolien, wodurch zum Beispiel eine Oberflächenbehandlung
zur Verbesserung der Benetzbarkeit der Folie, als Substrat für die in-Situ-Synthese
von Oligonucleotiden oder als Schleiffläche erhalten wird. Die Dünnfilme
können
als Innen- oder
Außenbehandlung
für Glas-
oder Kunststoffkapillaren, -arrays, und -biochips verwendet werden.
Zum Beispiel können
sie als Innenflächenbehandlung
zur Modifizierung der Oberflächenchemie
oder als Außenbehandlung
als Alternative zu Polymerbeschichtungen verwendet werden. Die guten
optischen Eigenschaften, die hohe Temperaturbeständigkeit, die Chemikalienbeständigkeit
und die physikalische Haltbarkeit von DLG-Filmen macht sie für diese
Zwecke gut geeignet. Die DLG-Filme können auch auf poröse Substrate
wie Vliese aufgetragen werden, wodurch ein weiterer vorteilhafter
Nutzen erhalten wird.
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Die Erfindung betrifft weiterhin
ein Verfahren zur Abscheidung eines diamantartigen Glasfilms auf
einem Substrat. Das Verfahren umfasst die Bereitstellung eines kapazitiv
gekoppelten Reaktorsystems mit zwei Elektroden in einer evakuierbaren
Reaktionskammer. Die Kammer ist teilweise evakuiert, und an eine
der Elektroden wird Hochfrequenz angelegt. Eine Kohlenstoff und
Silicium enthaltende Quelle wird zwischen den Elektroden so eingeführt, dass
in der Nähe
der Elektroden ein eine reaktive Spezies einschließendes Plasma
und nahe wenigstens einer Elektrode auch eine Ionenwolke gebildet
werden. Das Substrat wird innerhalb der Ionenwolke angeordnet und
der reaktiven Spezies ausgesetzt, wodurch auf dem Substrat ein diamantartiges Glas
gebildet wird. Die Bedingungen können
zu einem Dünnfilm
führen,
der zum Beispiel eine diamantartige Struktur mit wenigstens 30 Atom-%
Kohlenstoff, wenigstens 25 Atom-% Silicium und weniger als 45 Atom-% Sauerstoff,
bezogen auf eine wasserstofffreie Grundlage, umfasst. Der Dünnfilm kann
in einer speziellen Dicke, typischerweise 1 bis 10 μm, aber gegebenenfalls
weniger als 1 μm
oder mehr als 10 μm
hergestellt werden.
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Der hier verwendete Begriff "diamantartiges Glas" (DLG) bezieht sich
auf ein im wesentlichen oder vollständig amorphes Glas, das Kohlenstoff
und Silicium und gegebenenfalls ein oder mehrere Komponenten einschließt, die
aus der Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Fluor, Schwefel, Titan
und Kupfer einschließenden Gruppe
ausgewählt
sind. In bestimmten Ausführungsformen
können
andere Elemente vorhanden sein. Die amorphen, diamantartigen Glasfilme
dieser Erfindung können
Atomcluster enthalten, wodurch sie eine Nahordnung erhalten, ihnen
fehlt jedoch eine Mittel- und Fernordnung, die zu einer Mikro- oder
Makrokristallinität führen, die
Strahlung mit Wellenlängen
von 180 nm bis 800 nm nachteilig streut.
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Der hier verwendete Begriff "amorph" bedeutet ein im
wesentlichen statistisch geordnetes, nichtkristallines Material
ohne Röntgenbeugungspeaks
oder geringen Röntgenbeugungspeaks.
Wenn eine Bildung von Atomclustern vorhanden ist, tritt dies typischerweise über Distanzen
auf, die im Vergleich zur Wellenlänge der aktinischen Strahlung
klein sind.
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Der hier verwendete Begriff "Parallelplattenreaktor" bedeutet einen Reaktor,
der zwei Elektroden enthält,
wobei es sich beim Hauptmechanismus für den Stromfluss zwischen den
Elektroden um eine kapazitive Kopplung handelt. Die Elektroden können asymmetrisch
sein, was bedeutet, dass sie von verschiedener Größe, Form,
Fläche
etc. sein können
und nicht notwendigerweise parallel zueinander sein müssen. Eine
Elektrode kann geerdet sein, und eine Elektrode kann die Reaktionskammer
selbst sein.
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Der hier verwendete Begriff "Plasma" bedeutet einen teilweise
ionisierten Gas- oder
Fluid-Aggregatzustand, der reaktive Spezies enthalten kann, die
Elektronen, Ionen, neutrale Moleküle, Radikale und Atome und
Moleküle
in einem anderen angeregten Zustand enthalten kann. Typischerweise
werden sichtbares Licht und andere Strahlung vom Plasma emittiert,
weil die das Plasma bildenden Spezies von verschiedenen angeregten
Zuständen
zu niedrigeren oder Grundzuständen
relaxieren. Das Plasma tritt in der Reaktionskammer normalerweise
als farbige Wolke auf.
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Der hier verwendete Begriff "negative Vorspannung" bedeutet, dass ein
Gegenstand (z.B. eine Elektrode) hinsichtlich einer anderen Materie
(z.B. einem Plasma) in seiner Nähe
ein negatives elektrisches Potential aufweist.
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Der hier hinsichtlich einer Elektrode
und eines Plasmas verwendete Begriff "Erzeugung einer negativen Vorspannung" bedeutet eine negative
Vorspannung, die sich durch das Anlegen einer Energie (z.B. Hochfrequenz)
an eine ein Plasma erzeugenden Elektrode bildet.
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Vorteile der Erfindung gehen aus
der folgenden Beschreibung, den folgenden Figuren, Beispielen und den
angefügten
Patentansprüchen
hervor.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung sind in der folgenden Beschreibung aufgeführt und
in den Zeichnungen dargestellt. In allen Zeichnungen beziehen sich ähnliche
Nummern auf ähnliche
Teile.
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1 ist
eine schematische Draufsicht eines ersten zur Herstellung von Beispielen
dieser Erfindung verwendeten Plasmareaktors.
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2 ist
eine schematische Draufsicht eines zweiten zur Herstellung von Beispielen
dieser Erfindung verwendeten Plasmareaktors.
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3 ist
ein Transmissionsspektrum von in Beispiel 1 hergestellten Dünnfilmen
aus diamantartigen Glas.
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4 ist
die Energielücke
von in Beispiel 1 hergestellten Dünnfilmen aus diamantartigem
Glas.
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5 ist
ein Diagramm der Brechungsindices von in Beispiel 1 hergestellten
Dünnfilmen
aus diamantartigem Glas.
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6 ist
ein Diagramm von Änderungen
der Zusammensetzung von in Beispiel 1 hergestellten Dünnfilmen
aus diamantartigem Glas.
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7 ist
ein Transmissionsspektrum einer optischen Glasfaser, auf der ein
in Beispiel 2 hergestellter Dünnfilm
aus diamantartigem Glas abgeschieden ist.
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8 ist
ein Digitalbild einer mit einer Vergrößerung von etwa 760 × angefertigten
optischen Querschnitts-Mikrophotographie einer optischen Glasfaser,
auf der ein in Beispiel 2 hergestellter Dünnfilm aus diamantartigem Glas
abgeschieden ist.
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9 ist
ein Weibull-Diagramm, in dem die Festigkeiten von optischen Glasfasern
verglichen werden, die unbeschichtet, mit Acrylat beschichtet bzw.
mit in Beispiel 2 hergestellten Dünnfilmen aus diamantartigem Glas
beschichtet sind.
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10 ist
ein Transmissionsspektrum von Gittern, die auf optische Glasfasern
geschrieben wurden, auf denen in Beispiel 2 hergestellte Dünnfilme
aus diamantartigem Glas abgeschieden sind.
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11 ist
ein Transmissionsspektrum einer optischen Glasfaser, auf der ein
in Beispiel 3 hergestellter Dünnfilm
aus diamantartigem Glas abgeschieden ist.
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12 ist
ein Weibull-Diagramm, in dem die Festigkeiten von optischen Glasfasern
verglichen werden, die unbeschichtet, mit Acrylat beschichtet bzw.
mit in Beispiel 3 hergestellten Dünnfilmen aus diamantartigem
Glas beschichtet sind.
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13 ist
ein Transmissionsspektrum von Gittern, die auf optische Glasfasern
geschrieben wurden, auf denen in Beispiel 3 hergestellte Dünnfilme
aus diamantartigem Glas abgeschieden sind.
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14 ist
ein Weibull-Diagramm, in dem die Festigkeiten von Glaskapillaren
verglichen werden, die unbeschichtet, mit Acrylat beschichtet bzw.
mit in Beispiel 5 hergestellten Dünnfilmen aus diamantartigem
Glas beschichtet sind.
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15 ist
ein Digitalbild einer Fluoreszenz-Mikrophotographie einer Glaskapillare,
die zur Hälfte
mit einer Acrylatbeschichtung (als "flüchtige
Beschichtung") beschichtet
ist und die zur anderen Hälfte
mit einem in Beispiel 5 hergestellten Dünnfilm aus diamantartigem Glas
beschichtet ist.
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16 ist
ein Fluoreszenzspektrum einer Glaskapillare, die unbeschichtet,
mit Acrylat beschichtet bzw. mit in Beispiel 5 hergestellten Dünnfilmen
aus diamantartigem Glas eingekapselt ist.
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17 ist
ein Digitalbild einer mit einer Vergrößerung von 5000 aufgenommenen
rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme einer in Beispiel 6B hergestellten
500 Å dicken
Schicht aus diamantartigem Glas auf einer geschrumpften Folie.
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18 ist
ein Digitalbild einer mit einer Vergrößerung von 5000 aufgenommenen
rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme einer in Beispiel 6C hergestellten
1000 Å dicken
Schicht aus diamantartigem Glas auf einer geschrumpften Folie.
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19 ist
ein Digitalbild einer mit einer Vergrößerung von 5000 aufgenommenen
rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme einer in Beispiel 6D hergestellten
5000 Å dicken
Schicht aus diamantartigem Glas auf einer geschrumpften Folie.
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Von der Erfindung können verschiedene
Modifikationen und alternative Formen existieren, und Spezifikationen
davon sind beispielhaft in den Zeichnungen aufgeführt und
ausführlich
beschrieben. Es gilt jedoch als vereinbart, dass nicht die Absicht
besteht, die Erfindung auf die beschriebenen speziellen Ausführungsformen
zu beschränken.
Im Gegenteil soll die Erfindung alle Modifikationen, Äquivalente
und Alternativen abdecken, die in den Rahmen der Erfindung fallen,
die durch die folgende ausführliche
Beschreibung und gemäß der Definition
durch die anliegenden Ansprüche
beschrieben ist.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft
einen Film aus diamantartigem Glas, Gegenstände, auf die der Film aus diamantartigem
Glas abgeschieden ist, Verfahren zur Herstellung der Gegenstände und
Vorrichtungen zur Herstellung der Gegenstände. In speziellen Ausführungsformen
umfassen die Gegenstände
ein Glassubstrat mit einem Film aus einem diamantartigen Glas. Ausführlichere
Beschreibungen dieser Filme, Gegenstände und Verfahren sind unten
angegeben.
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A. Diamantartiges Glas
(DLG)
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Bei diamantartigem Glas handelt es
sich um ein amorphes, eine wesentliche Menge an Silicium und Sauerstoff
einschließendes
Kohlenstoffsystem, das diamantartige Eigenschaften aufweist. In
diesen Filmen liegen auf einer wasserstofffreien Grundlage wenigstens
30% Kohlenstoff, eine wesentliche Menge Silicium (typischerweise
wenigstens 25%) und nicht mehr als 45% Sauerstoff vor. Die einzigartige
Kombination aus einer ziemlich hohen Siliciummenge, einer signifikanten
Sauerstoffmenge und einer wesentlichen Kohlenstoffmenge macht diese
Filme (anders als Glas) hoch transparent und biegsam.
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Gemäß der Erfindung hergestellte
Filme aus diamantartigem Glas können
eine Vielzahl von Lichtdurchlässigkeitseigenschaften
aufweisen. In Abhängigkeit
von der Zusammensetzung können
die Dünnfilme erhöhte Durchlässigkeitseigenschaften
bei verschiedenen Frequenzen aufweisen. In speziellen Ausführungsformen
ist der Dünnfilm
jedoch zu wenigstens 70% gegenüber
aktinischer Strahlung mit einer oder mehreren Wellenlängen von
etwa 180 bis etwa 800 nm durchlässig.
Quellen für
aktinische Strahlung können
einen Argon-Laser mit Frequenzverdoppelung, Neodym-YAG-Laser mit
Frequenzverdreifachungs- und Frequenzvervierfachungskristallen,
CO2-Laser, Femtosekunden-Laser, Röntgenstrahlen,
Elektronenstrahlen, Protonenstrahlen, Flammen, Plasmas etc. einschließen.
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Diamant-Dünnfilme, deren Eigenschaften
von denjenigen des amorphen, diamantartigen Glasfilms der vorliegenden
Erfindung aufgrund der Anordnung und intermoulekularen Bindungen
von Kohlenstoffatomen im speziellen Material signifikant verschieden
sind, sind zuvor auf Substraten abgeschieden worden. Der Typ und
der Umfang der intermolekularen Bindungen werden mit Infrarot- (IR-)
und magnetischen Kernresonanz- (NMR-)Spektren bestimmt. Kohlenstoffabscheidungen
enthalten im wesentlichen zwei Typen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen: trigonale Graphitbindungen
(sp2) und tetraedrische Diamantbindungen
(sp3). Diamant besteht praktisch ausschließlich aus
tetraedrischen Bindungen, wobei diamantartige Filme zu etwa 50 bis
90% aus tetraedrischen Bindungen bestehen, und Graphit besteht praktisch
ausschließlich
aus trigonalen Bindungen.
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Die Kristallinität und die Beschaffenheit der
Bindung des Kohlenstoffsystems bestimmt die physikalischen und chemischen
Eigenschaften der Abscheidung. Diamant ist kristallin, während das
diamantartige Glas der Erfindung ein nichtkristallines, amorphes
Material ist, wie durch Röntgenbeugung
bestimmt wird. Bei Diamant handelt es sich im wesentlichen um reinen
Kohlenstoff, während
diamantartiges Glas eine wesentliche Menge an Nicht-Kohlenstoffkomponenten
einschließlich
Silicium enthält.
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Diamant weist bei Umgebungsdruck
die höchste
Packungsdichte oder Grammatomdichte (GAD) aller Materialien auf.
Seine GAD beträgt
0,28 Grammatom/cm3. Amorphe diamantartige
Filme weisen eine von etwa 0,20 bis 0,28 Grammatom/cm3 reichende
GAD auf. Im Gegensatz dazu weist Graphit eine GAD von 0,18 Grammatom/cm3 auf. Die hohe Packungsdichte von diamantartigem
Glas ergibt eine hervorragende Beständigkeit gegenüber der
Diffusion von flüssigen
oder gasförmigen
Materialien. Die Grammatomdichte wird aus Messungen des Gewichts
und der Dicke eines Materials berechnet. "Grammatom" bezieht sich auf das in Gramm ausgedrückte Atomgewicht
eines Materials.
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Amorphes, diamantartiges Glas ist
diamantartig, weil es zusätzlich
zu den obigen physikalischen Eigenschaften, die denjenigen von Diamant ähnlich sind,
viele der wünschenswerten
Gebrauchseigenschaften von Diamant, wie eine extreme Härte (typischerweise
1000 bis 2000 kg/mm2), einen hohen spezifischen
elektrischen Widerstand (typischerweise 109 bis
1013 Ohm-cm), einen niedrigen Reibungskoeffizienten
(zum Beispiel 0,1) und eine optische Transparenz über einen
weiten Bereich von Wellenlängen
(einen typischen Extinktionskoeffizienten von weniger als 0,1 im
Bereich von 400 bis 800 nm) aufweist.
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Diamantfilme weisen auch einige Eigenschaften
auf, die sie bei vielen Anwendungen weniger günstig als Filme aus amorphem,
diamantartigem Glas machen. Wie mittels Elektronenmikroskopie bestimmt
wird, weisen Diamantfilme gewöhnlich
Kornstrukturen auf. Die Korngrenzen sind ein Weg für einen
chemischen Angriff und eine Zersetzung der Substrate und bewirken
auch eine Brechung aktinischer Strahlung. Wie mittels Elektronenmikroskopie
bestimmt wird, weist amorphes, diamantartiges Glas keine Kornstruktur
auf, und daher ist es für
Anwendungen, bei denen aktinische Strahlung durch den Film gelangt,
gut geeignet.
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Die polykristalline Struktur von
Diamantfilmen bewirkt eine Lichtstreuung von den Korngrenzen, wodurch
die "Durchschreibe-"Wirksamkeit sich
vermindern kann. Das Durchschreiben bezieht sich auf die Fähigkeit,
aktinische Strahlung so durch einen Film zu übertragen, dass die optischen
Eigenschaften des darunter liegenden Substrats geändert werden
können.
Ein Beispiel dafür
stellt die Erzeugung von optischen Gittern in optischen Fasern dar.
Gitter sind Bereiche in einer optischen Faser mit periodischen oder
quasiperiodischen Schwankungen des Brechungsindex. Überraschenderweise
ermöglichen
erfindungsgemäße Filme
aus diamantartigem Glas eine hervorragende Lichttransmission. Die
Erfinder der vorliegenden Endung fanden, dass die Transmission von
sichtbarem Licht eines Kohlenstoff- oder eines Kohlenstoff- und Wasserstoff-Systems durch
die während
des Abscheidungsvorgangs erfolgende Einarbeitung von Silicium- und
Sauerstoffatomen in ein amorphes, diamantartiges System weiter verbessert
werden kann. Dies ist bei Diamant-Dünnfilmen
nicht möglich,
weil zusätzliche
Komponenten dessen Kristallgitterstruktur zerstören.
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Bei der Erzeugung eines Films aus
diamantartigem Glas können
verschiedene zusätzliche
Komponenten in die Kohlenstoff- oder Kohlenstoff- und Wasserstoff-Grundzusammensetzung
eingearbeitet werden. Diese zusätzlichen
Komponenten können
zur Änderung
und Verstärkung
der Eigenschaften, die der Film aus diamantartigem Glas dem Substrat
verleiht, verwendet werden. Zum Beispiel kann es wünschenswert
sein, die Sperrschicht- und Oberflächeneigenschaften weiter zu
verstärken.
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Die zusätzlichen Komponenten können eines
oder mehrere der Elemente Wasserstoff (sofern dieser nicht bereits
eingearbeitet ist), Stickstoff, Fluor, Schwefel, Titan oder Kupfer
einschließen.
Andere zusätzliche Komponenten
können
ebenfalls gut funktionieren. Die Zugabe von Wasserstoff fördert die
Bildung von tetraedrischen Bindungen. Die Zugabe von Fluor ist zur Verstärkung der
Sperrschicht- und Oberflächeneigenschaften
des Films aus diamantartigem Glas einschließlich der Fähigkeit, in einer unverträglichen
Matrix dispergiert zu werden, besonders brauchbar. Die Zugabe von
Stickstoff kann auch zur Verstärkung
der Oxidationsbeständigkeit
und zur Erhöhung
der spezifischen elektrischen Leitfähigkeit verwendet werden. Die
Zugabe von Schwefel kann die Haftung verstärken. Durch die Zugabe von
Titan wird die Neigung zur Verstärkung
der Haftung sowie der Diffusions- und Sperrschichteigenschaften
erhöht.
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B. Vorrichtung zur Bildung
von diamantartigem Glas
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Die Figuren veranschaulichen Aspekte
einer Vorrichtung zur Herstellung eines auf einem Substrat abgeschiedenen
DLG-Films. 1 veranschaulicht
ein System 10 zur Bildung von DLG-Filmen auf einem Substrat.
Das System 10 umfasst Elektroden 12, wobei an
einer oder beiden HF anliegt (typischerweise wird nur an eine Spannung
angelegt, aber an beide kann so Spannung angelegt werden, dass sie
um 180° phasenverschoben
sind und eine Konfiguration aufweisen, die im Fachgebiet als Gegentakt-Konfiguration
bekannt ist), und eine geerdete Reaktionskammer 14, deren
Oberfläche
größer als
diejenige der unter Spannung stehenden Elektrode 12 ist.
Ein Substrat 16 wird in der Nähe der Elektrode angeordnet,
eine Ionenwolke bildet sich um der unter Spannung stehenden Elektrode,
und ein starkes elektrisches Feld wird in der Ionenwolke aufgebaut.
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Die Reaktionskammer 14 wird
wie mit Vakuumpumpen eines Pumpenpakets, das an der Öffnung 18 an
die Kammer 14 angeschlossen ist, evakuiert, so dass die
meiste Luft entfernt wird. Aluminium ist ein bevorzugtes Kammermaterial,
weil es eine niedrige Zerstäubungsergiebigkeit
aufweist, was bedeutet, dass eine sehr geringe Verunreinigung des
diamantartigen Films von den Kammerflächen auftritt. Jedoch können andere geeignete
Materialien wie Graphit, Kupfer, Glas oder rostfreier Stahl verwendet
werden.
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Es sei darauf hingewiesen, dass es
sich bei der Kammer 14 um jede Vorrichtung handeln kann,
die eine kontrollierte Umgebung ergibt, die evakuiert werden kann,
nach der Evakuierung Gas enthalten kann, in der Ionen beschleunigt
und ein Film abgeschieden werden kann. In der in den 1 und 2 dargestellten Ausführungsform weist die Kammer 14 Außenwandungen 20 auf,
die auf eine Weise konstruiert sind, die ausreichend ist, damit
das Innere 22 der Kammer evakuiert werden und ein Fluid
zur Plasmaerzeugung, Ionenbeschleunigung und Filmabscheidung enthalten
kann.
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Ebenfalls in der dargestellten Ausführungsform
ist das Substrat 16, bei dem es sich um eine lange Faser
handelt, die über
eine Ausgangsspule 24 und eine Aufnahmespule 26 verfügt. Während des
Betriebs gelangt das Substrat 16 von der Ausgangsspule 24 an
den Elektroden 12 vorbei und auf die Aufnahmespule 26. Diese
Spulen 24, 26 sind gegebenenfalls innerhalb der
Kammer 14 eingeschlossen, oder sie können sich außerhalb
der Kammer 16 befinden, solange ein Niederdruckplasma in
der Kammer 16 aufrecht erhalten werden kann. In einigen
Ausführungsformen,
wenn zum Beispiel optische Glasfasern beschichtet werden, werden
die Fasern kontinuierlich von einem Siliciumdioxid-Glashalbzeug
in einen Ziehofen gezogen und dann in eine Plasmakammer eingeführt, wo
der Film aus diamantartigem Glas abgeschieden wird. Am Eingang und
am Ausgang der Kammer wird mittels (nicht dargestellter) Grobvakuumpumpen,
wobei eine an der Position 28 und die andere an der Position 29 angeschlossen
ist, ein Vakuum aufrecht erhalten.
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Die gewünschten Verfahrensgase werden
vom Vorrat durch ein Einlassrohr eingeführt. Ein Gasstrom wird in der
gesamte Kammer verteilt. Die Kammer 14 wird verschlossen
in dem Maß evakuiert,
das erforderlich ist, um Spezies zu entfernen, die den Film aus
diamantartigem Glas verunreinigen könnten. Das gewünschte Gas
(z.B. ein Kohlenstoff und Silicium enthaltendes Gas) wird mit einer
gewünschten
Durchflussrate, die von der Größe des Reaktors
und der Substratmenge im Reaktor abhängt, in die Kammer 14 eingeführt. Diese Durchflussraten
müssen
ausreichend sein, damit ein geeigneter Druck, typischerweise 0,13
Pa bis 130 Pa (0,001 Torr bis 1,0 Torr), aufgebaut wird, bei dem
die Plasmaabscheidung erfolgen kann. Bei einem Reaktor mit einem
Innendurchmesser von etwa 55 cm und einer Höhe von etwa 20 cm betragen
die Durchflussraten typischerweise etwa 50 bis etwa 500 Standard-Kubikzentimeter/Minute
(sccm).
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Plasma wird von einer Energiequelle
(einem HF-Generator, der bei einer Frequenz im Bereich von 0,001
bis 100 MHz arbeitet) erzeugt und aufrecht erhalten. Um eine wirksame
Kopplung zu erhalten (d.h., wobei die reflektierte Energie einen
kleinen Bruchteil der zugeführten
Energie darstellt), kann die Impedanz der Plasmabeladung mit einem
von RF Power Products, Kresson, NJ, als Modell # AMN 3000 erhältlichen
Abgleichnetzwerk, das zwei verstellbare Kondensatoren und eine Induktionsspule
einschließt,
mit der Energiequelle abgeglichen werden. Eine Beschreibung solcher
Netzwerke findet sich in Brian Chapman, Glow Discharge Processes,
153 (John Wiley & Sons,
New York, 1980).
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Die HF-Stromquelle betreibt die Elektrode
mit einer typischen Frequenz im Bereich von 0,01 bis 50 MHz, vorzugsweise
13,56 MHz oder einem ganzzahligen Vielfachen (z.B. 1, 2 oder 3)
davon. Diese HF-Energie wird der Elektrode so zugeführt, dass
aus dem Kohlenwasserstoffgas innerhalb der Kammer ein kohlenstoffreiches
Plasma gebildet wird. Bei der HF-Stromquelle kann es sich um einen
HF-Generator wie einen 13,56-MHz-Oszillator handeln, der über ein
Netzwerk an die Elektrode angeschlossen ist, das dahingehend wirkt,
dass es die Impedanz der Stromquelle auf diejenige der Übertragungsleitung
(die gewöhnlich
einen Widerstand von 50 Ohm aufweist) abgleicht, damit die HF-Energie wirksam durch
eine Koaxial-Übertragungsleitung übertragen
wird.
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Beim Anlegen von HF-Energie an die
Elektrode wird das Plasma aufgebaut. Bei einem HF-Plasma weist die
Elektrode eine negative Vorspannung in Bezug auf das Plasma auf.
Diese Vorspannung liegt gewöhnlich
im Bereich von 100 bis 1500 V. Die Vorspannung bewirkt eine Beschleunigung
von Ionen innerhalb des kohlenstoffreichen Plasmas in Richtung der
Elektrode, wodurch eine Ionenwolke gebildet wird. Sich beschleunigende
Ionen bilden den kohlenstoffreichen Film auf dem in Kontakt mit
der Elektrode befindlichen Substrat.
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Die Tiefe der Ionenwolke reicht von
etwa 1 mm (oder weniger) bis 50 mm und hängt vom Typ und von der Konzentration
des verwendeten Gases, dem angelegten Druck und der relativen Größe der Elektroden
ab. Zum Beispiel werden durch verminderte Drücke und Elektroden mit verschiedener
Größe die Größe der Ionenwolke
vergrößert. Wenn
die Größe der Elektroden
verschieden ist, bildet sich eine größere (d.h. tiefere) Ionenwolke
um die kleinere Elektrode. Im allgemeinen ist die Differenz der
Größe der Ionenwolken
umso größer, je größer der
Unterschied der Elektrodengröße ist.
Durch eine Erhöhung
der an der Ionenwolke anliegenden Spannung wird die Energie des
Ionenbeschusses ebenfalls erhöht.
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Die Abscheidung des Films aus diamantartigem
Glas tritt in Abhängigkeit
von Bedingungen einschließlich
des Drucks, der Energie, der Gaskonzentration, den Gastypen, der
relativen Elektrodengröße etc. typischerweise
mit Raten auf, die von etwa 1 bis 100 nm/s (etwa 10 bis 1000 Å/s) reichen.
Im Allgemeinen steigen die Abscheidungsraten mit steigender Leistung,
steigendem Druck und steigender Gaskonzentration, wobei die Raten
sich jedoch einer Obergrenze annähern.
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Eine alternative Konstruktion für eine gemäß der Erfindung
konstruierte Vorrichtung ist in 2 dargestellt. 2 zeigt eine Kammer, aus
der mittels eines (nicht dargestellten) Pumpenpakets Luft entfernt
wird. Verdrängungsgase
zur Bildung des Plasmas werden durch eine Öffnung in wenigstens einer
Wandung der Kammer injiziert. Ein Fasersubstrat 32 wird
in der Nähe
der Elektroden 34, 36, an denen HF-Energie anliegt, positioniert.
Die Elektroden 34, 36 sind durch Teflonhalterungen 38, 40 von
der Kammer 30 isoliert.
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C. Verfahren zur Abscheidung
eines Films aus diamantartigem Glas auf dem Substrat
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Die Erfindung betrifft weiterhin
Verfahren zur Abscheidung eines diamantartigen Glases auf einem Substrat.
In speziellen Ausführungsformen
umfassen die Verfahren die Bereitstellung eines kapazitiv gekoppelten
Reaktorsystems mit zwei Elektroden in einer evakuierbaren Reaktionskammer.
Die Kammer wird partiell evakuiert, und Hochfrequenzenergie wird
an eine der Elektroden angelegt. Eine gasförmigen Kohlenstoff und gasförmiges Silicium
enthaltende Quelle und eine getrennte Sauerstoffquelle werden zwischen
den Elektroden angeordnet, wodurch ein Plasma gebildet wird, das
reaktive Spezies in der Nähe
der Elektroden einschließt und
auch eine Ionenwolke in der Nähe
von wenigstens einer Elektrode einschließt. Das Substrat wird der reaktiven
Spezies innerhalb der Ionenwolke, die sich in der Nähe einer
Elektrode befindet, ausgesetzt, wodurch ein Film aus einem diamantartigen
Glas auf dem Substrat gebildet wird.
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Beim Verfahren dieser Erfindung werden
Filme aus diamantartigem Glas durch Plasmaabscheidung aus Gasen,
die Kohlenstoff, Silicium, Sauerstoff und gegebenenfalls zusätzliche
Komponenten enthalten, auf Substraten abgeschieden. Die Abscheidung
erfolgt bei verminderten Drücken
(in Bezug auf Atmosphärendruck)
und in einer geregelten Umgebung. In der Reaktionskammer wird ein
kohlenstoff- und siliciumreiches Plasma erzeugt, indem ein elektrisches
Feld an ein Kohlenstoff und Silicium enthaltendes Gas angelegt wird. Mit
DLG zu beschichtende Substrate werden in der Nähe der Elektrode zum Beispiel
in einem Gefäß oder Behälter in
den Reaktor gelegt oder in der Nähe
der Elektrode daran vorbeigeführt.
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Spezies innerhalb des Plasmas reagieren
auf der Substratoberfläche
unter Bildung von kovalenten Bindungen, was zum Film aus amorphem,
diamantartigem Glas auf der Substratoberfläche führt. Während des Verfahrens dieser
Erfindung kann eine Vielzahl von Substraten gleichzeitig mit DLG
beschichtet werden. Die Substrate können innerhalb einer evakuierbaren
Kammer, die dazu in der Lage ist, Bedingungen aufrecht zu erhalten,
die die Abscheidung eines diamantartigen Films bewirken, in einem
Gefäß oder Behälter enthalten sein.
Alternativ könnte
das Substrat gemäß der Veranschaulichung
in 2 durch die Vakuumkammer
geleitet werden. Dass heißt,
dass die Kammer eine Umgebung erzeugt, die unter anderem die Regelung
des Drucks, des Flusses verschiedener inerter und reaktiver Gase,
der Spannung, die an die unter Spannung stehende Elektrode angelegt
wird, der Stärke
des elektrischen Feldes um die Ionenwolke, der Bildung eines reaktive Spezies
enthaltenden Plasmas, der Intensität des Ionenbeschusses und der
Abscheidungsrate eines Films aus diamantartigem Glas aus den reaktiven
Spezies ermöglicht.
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Vor dem Abscheidungsvorgang wird
die Kammer in demjenigen Ausmaß evakuiert,
das erforderlich ist, um Luft und Verunreinigungen zu entfernen.
Inertgase (wie Argon) können
zur Änderung
des Drucks in der Kammer gelassen werden. Sobald die Substrate in
der Kammer positioniert sind und diese evakuiert ist, wird eine
Kohlenstoff und Silicium enthaltende Substanz, vorzugsweise ein
kohlenstoffhaltiges Gas und gegebenenfalls eine Substanz, aus der
eine zusätzliche
Komponente oder zusätzliche
Komponenten abgeschieden werden können, in die Kammer gelassen
werden, und beim Anlegen eines elektrischen Feldes bildet sich ein Plasma,
aus dem der Film aus dem diamantartigen Glas sich abscheidet. Bei
den Drücken
und Temperaturen der Abscheidung des diamantartigen Films (typischerweise
0,13 bis 133 Pa (0,001 bis 1,0 Torr) (wobei alle hier aufgeführten Drücke Überdrücke sind)
und weniger als 50°C)
liegen die Kohlenstoff und Silicium enthaltenden Substanzen und
die Substanzen, aus denen eine optionale zusätzliche Komponente erhalten
werden kann, in ihrer Dampfform vor.
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Wenn Wasserstoff in den Film aus
diamantartigem Glas einzuschließen
ist, sind Kohlenwasserstoffe als Quelle für den Kohlenstoff und den Wasserstoff
besonders bevorzugt, wobei geeignete Kohlenwasserstoffe Acetylen,
Methan, Butadien, Benzol, Methylcyclopentadien, Pentadien, Styrol,
Naphthalin und Azulen einschließen.
Mischungen dieser Kohlenwasserstoffe können ebenfalls verwendet werden.
Siliciumquellen umfassen Silane wie SiH4,
Si2H6, Tetramethylsilan
und Hexamethyldisiloxan. Gase, die optionale zusätzliche Komponenten enthalten,
können
ebenfalls in die Reaktionskammer eingeführt werden. Gase mit niedrigen
Ionisierungspotentialen, d.h. 10 eV oder weniger, werden typischerweise
für eine
wirksame Abscheidung des DLG verwendet. Die zusätzlichen optionalen Komponenten
des Films aus diamantartigem Glas, die eines oder mehrere der Elemente
Wasserstoff, Stickstoff, Fluor, Schwefel, Titan oder Kupfer einschließen, werden
während
des Abscheidungsvorgangs in Dampfform in die Reaktionskammer eingeführt. Typischerweise
bewirkt der verminderte Druck in der Kammer sogar dann, wenn die
Quellen für
die zusätzlichen
Komponenten Feststoffe oder Flüssigkeiten
sind, ein Verdampfen der Quelle. Alternativ können die zusätzlichen
Komponenten in einen Inertgasstrom eingeschlossen sein. Die zusätzlichen
Komponenten können
in die Kammer aufgegeben werden, während ein Kohlenstoff oder
Kohlenwasserstoff enthaltendes Gas das Plasma erhält, und/oder
sie können
in die Kammer aufgegeben werden, nachdem der Fluss des Kohlenstoff
oder Kohlenwasserstoff enthaltenden Gases gestoppt wurde.
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Wasserstoffquellen umfassen Kohlenwasserstoffgase
und molekularen Wasserstoff (N2). Fluorquellen umfassen
Verbindungen wie Kohlenstofftetrafluorid (CF4),
Schwefelhexafluorid (SF6), Perfluorbutan
(C4F10), C2F6, C3F8 und C4F10. Sauerstoffquellen umfassen Sauerstoffgas
(O2), Wasserstoffperoxid (H2O2), Wasser (H2O)
und Ozon (O3). Stickstoffquellen umfassen
Stickstoffgas (N2), Ammoniak (NH3) und Hydrazin (N2H6). Schwefelquellen umfassen Schwefelhexafluorid
(SF6), Schwefeldioxid (SO2)
und Schwefelwasserstoff (H2S). Kupferquellen
umfassen Kupferacetylacetonat. Titanquellen umfassen Titanhalogenide
wie Titantetrachlorid.
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Eine Ionenwolke ist erforderlich,
um einen Ionenbeschuss zu erhalten, der seinerseits erforderlich
ist, um einen dicht gepackten, diamantartigen Film zu erhalten.
Eine Erläuterung
der Bildung von Ionenwolken findet sich in Brian Chapman, Glow Discharge
Processes, 153 (John Wiley & Sons,
New York, 1980).
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Die Elektroden können dieselbe Größe oder
verschiedene Größen aufweisen.
Wenn die Elektroden verschiedene Größen aufweisen, verfügt die kleinere
Elektrode über
eine größere Ionenwolke
(unabhängig
davon, ob es sich um die geerdete oder die unter Spannung stehende
Elektrode handelt). Dieser Konfigurationstyp wird als "asymmetrischer" Parallelplattenreaktor
bezeichnet. Bei einer asymmetrischen Konfiguration wird ein höheres Spannungspotential über der
die kleinere Elektrode umgebende Ionenwolke erzeugt. Die Bildung einer
großen
Ionenwolke auf einer der Elektroden ist für diese Erfindung bevorzugt,
weil das Substrat sich vorzugsweise innerhalb einer Ionenwolke befindet,
um von den innerhalb der Wolke auftretenden Vorteilen des Ionenbeschusses
zu profitieren.
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Bevorzugte Elektroden-Oberflächenverhältnisse
betragen 2:1 bis 4:1 und noch mehr bevorzugt 3:1 bis 4:1. Die Ionenwolke
auf der kleineren Elektrode vergrößert sich, wenn das Verhältnis sich
erhöht,
wobei über ein
Verhältnis
von 4:1 hinaus jedoch ein geringer zusätzlicher Vorteil erreicht wird.
Die Reaktionskammer selbst kann als eine Elektrode dienen. Eine
bevorzugte Konfiguration für
diese Erfindung umfasst eine unter Spannung stehende Elektrode innerhalb
einer geerdeten Reaktionskammer, die das Zwei- bis Dreifache der
Fläche der
unter Spannung stehenden Elektrode aufweist.
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Bei einem HF-erzeugten Plasma wird
Energie über
Elektronen in das Plasma gepumpt. Das Plasma dient als Ladungsträger zwischen
den Elektroden. Das Plasma kann die gesamte Reaktionskammer ausfüllen und
ist normalerweise als gefärbte
Wolke sichtbar. Die Ionenwolke erscheint als ein dunklerer Bereich
um eine oder beide Elektroden. Bei einem Parallelplatten-Reaktor,
bei dem HF-Energie eingesetzt wird, sollte die angelegte Frequenz
im Bereich von 0,001 bis 100 MHz, vorzugsweise 13,56 MHz oder einem
ganzzahligen Vielfachen davon liegen. Diese HF-Energie erzeugt ein
Plasma aus dem Gas (oder den Gasen) innerhalb der Kammer. Bei der
HF-Energiequelle kann es sich um einen HF-Generator wie einen 13,56-MHz-Oszillator
handeln, der über
ein Netzwerk an die unter Spannung stehende Elektrode angeschlossen
ist, das dahingehend wirkt, dass die Impedanz der Energiequelle
auf diejenige der Übertragungsleitung
und der Plasmabeladung (die gewöhnlich
etwa 50 Ohm beträgt,
um die HF-Energie wirksam zu koppeln) abgeglichen wird. Daher wird dies
als Abgleichnetzwerk bezeichnet.
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Die Ionenwolke um die Elektroden
bewirkt eine negative Vorspannung der Elektroden relativ zum Plasma.
Bei einer asymmetrischen Konfiguration ist die Erzeugung einer negativen
Vorspannung auf der größeren Elektrode
vernachlässigbar,
und die negative Vorspannung auf der kleineren Elektrode liegt typischerweise
im Bereich von 100 bis 2000 V. Obwohl der akzeptable Frequenzbereich
aus der HF-Energiequelle hoch genug sein kann, um eine Vorspannung
mit einem hohen negativen Gleichstrom (DC) an der kleineren Elektrode
zu bilden, darf dieser nicht hoch genug sein, um stehende Wellen
im resultierenden Plasma zu erzeugen, was für die Abscheidung eines DLG-Films unwirksam ist.
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Für
planare Substrate wird die Abscheidung von dichten Filmen aus diamantartigem
Glas in einem Parallelplattenreaktor normalerweise bewerkstelligt,
indem die Substrate in direktem Kontakt mit einer unter Spannung
stehenden Elektrode, die kleiner als die geerdete Elektrode ausgebildet
ist, angeordnet werden. Dadurch kann das Substrat aufgrund einer
kapazitiven Kopplung zwischen der unter Spannung stehenden Elektrode
und dem Substrat als Elektrode dienen. Dies wird in M. M. David
et al., Plasma Deposition and Etching of Diamond-Like Carbon Films,
AIChE Journal, Band 37, Nr. 3, S. 367 (1991), beschrieben. Im Fall
eines länglichen
Substrats wird das Substrat gegebenenfalls kontinuierlich durch
die Kammer gezogen, wobei es in der Nähe der Elektrode mit der größten Ionenwolke
vorbei geführt
wird, während
ein kontinuierliches HF-Feld an die Elektrode angelegt ist und ausreichendes
kohlenstoffhaltiges Gas in der Kammer vorhanden ist. Am Ein- und
Auslass der Kammer wird mit zwei (nicht dargestellten) Grobvakuumpumpen
ein Vakuum aufrecht erhalten, wobei eine an den Positionen 28 und
die andere an der Position 29 angeschlossen ist. Das Ergebnis
ist ein kontinuierlicher DLG-Film
auf einem länglichen
Substrat und im wesentlichen nur auf dem Substrat.
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In der obigen Beschreibung sind bestimmte
Begriffe zu Zwecken der Kürze,
der Klarheit und des Verständnisses
verwendet worden. Daraus dürfen
keine Einschränkungen über das
Erfordernis des Standes der Technik hinaus hergeleitet werden, weil
diese Begriffe nur für
beschreibende Zwecke verwendet werden und in weitem Sinne ausgelegt
sein sollen. Darüber
hinaus sind die Beschreibung und die Veranschaulichung der Erfindung
beispielhaft, und der Rahmen der Erfindung ist nicht auf die exakten,
dargestellten oder beschriebenen Einzelheiten beschränkt.
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Diamantartiges Glas kann auch auf
Teilchen abgeschieden werden, indem eine Vorrichtung und ein Verfahren
gemäß der Beschreibung
in WO-A-99/27033 verwendet werden, wobei in einigen Ausführungsformen
die Teilchen in den Beschichtungsvorrichtungen dem Plasma ausgesetzt
werden, indem ein Fließbett
von Teilchen erzeugt wird. Das diamantartige Glas kann auf Teilchen
mit wenigstens einem Oxidfilm, wie denjenigen, die in WO-A-99/27033
beschrieben sind, besonders brauchbar sein.
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D. Beispiele
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Diese Erfindung kann mittels der
folgenden Beispiele einschließlich
der Testverfahren, die zum Auswerten und Charakterisieren der in
den Beispielen erzeugten DLG-Filme verwendet wurden, erläutert werden.
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Hydrophilie
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Die hydrophile Beschaffenheit modifizierter
DLG-Dünnfilme
wurde bestimmt, indem ein Tropfen deionisiertes Wasser auf die Probenoberfläche aufgebracht
und der Kontaktwinkel am Luft/Substrat/Wasser-Meniskus im stationären Modus
gemessen wurde.
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Beschreibung
von Plasmareaktoren
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Reaktor 1: Filme aus diamantartigem
Glas (DLG) wurden in einem selbstgebauten, speziell zur Abscheidung
von Fasern konstruierten Plasmareaktor abgeschieden, der in 1 schematisch veranschaulicht ist.
Er umfasst eine vertikale Aluminiumkammer mit zwei linearen Aluminiumelektroden
mit einer Nennlänge von
610 mm (24 inch) und einer Nennbreite von 38 mm (1,5 inch), die
entlang der Längsachse
der Kammer positioniert sind, wobei die eine versetzt, d.h. nicht
vertikal, über
der anderen ausgerichtet ist. Die Seiten und die Rückseite
der Elektrode sind mit Polyetherimid, der unter der Handelsbezeichnung
ULTEM von Union Carbide erhältlich
ist, isoliert, und mit einer aus Aluminium bestehenden Masseebene
so verkappt, dass nur die Vorderseite der Elektrode gegenüber dem
Plasma aktiv frei liegt. Die Elektroden werden mit einer 1,25-kW-HF-Energiequelle,
die mit einer Frequenz von 13,56 MHz (Modell CX1250 von Comdel Inc.,
Beverly, Massachusetts) und einem Abgleichnetzwerk (Modell MatchPro
von Comdel Inc.) betrieben wurde, unter Spannung gesetzt. Das Aufgabegas
oder die Aufgabe-Gasmischung wurde durch Massenflussregler (von MKS
Instruments, Andover, Massachusetts) in die Abscheidekammer eingeführt und
mittels eines Roots-Gebläses
(Modell EH1200 von Edwards High Vacuum, Sussex, England), unterstützt von
einer mechanischen Pumpe (Modell E2M80 von Edwards High Vacuum)
gepumpt. Der Druck in der Kammer wurde mittels eines Kapazitätsmanometers
gemessen und mittels eines Drosselventils und eines Reglers (Modelle
der Serie 653 bzw. 600 von MKS Instruments) geregelt. Die Fasersubstrate
wurden von atmosphärischen
Bedingungen durch differentiell evakuierte Drosselscheiben in die
Kammer geführt.
Zur Aufrechterhaltung eines Vakuums am Eingang und am Ausgang der
Vakuumkammer wurden Grobvakuumpumpen verwendet.
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Reaktor 2: Ein kommerzieller Parallelplatten-Reaktor
mit kapazitiv gekoppeltem Plasma (als Modell 2480 von PlasmaTherm,
St. Petersburg, Florida kommerziell erhältlich) wurde modifiziert und
zur Abscheidung von DLG auf Kapillarrohren verwendet. Dieser in 2 schematisch veranschaulichte Reaktor
umfasst eine geerdete Kammerelektrode, die eine unter Spannung stehende
Elektrode umfasst. Die Form der Kammer ist zylindrisch, wobei der
Innendurchmesser 26 inch und die Höhe 12 inch beträgt. Eine
kreisförmige
Elektrode mit einem Durchmesser von 55,9 cm (22 inch) wurde innen
montiert und an ein Abgleichnetzwerk und eine 3-kW-HF-Energiequelle,
die mit einer Frequenz von 13,56 MHz betrieben wurde, angeschlossen.
Die Kammer wurde mittels eines Roots-Gebläses, unterstützt von
einer mechanischen Pumpe, evakuiert. Sofern nichts anderes angegeben
ist, betrug der Basisdruck in der Kammer 0,67 Pa (5 mTorr). Verfahrensgase
wurden der Kammer entweder durch Massenflussregler oder durch ein
Nadelventil zudosiert. Alle Plasmaabscheidungen und -behandlungen
erfolgten, wenn das Substrat sich auf der unter Spannung stehenden
Elektrode des Plasmareaktors befand.
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Beispiel 1
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Dieses Beispiel veranschaulicht die
Auswirkung der Chemie des zugeführten
Gases auf die optischen Eigenschaften und die Zusammensetzung von
DLG-Dünnfilmen.
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Sowohl Siliciumwafer als auch Quarz-Objektträger wurden
mit Klebeband an der unter Spannung stehenden Elektrode von Plasmareaktor
1 befestigt. Die Kammer wurde auf ihren Basis-Nenndruck von 10 mTorr evakuiert,
und die Substratflächen
wurden in einem Sauerstoffplasma gereinigt. Während des Sauerstoffplasma-Reinigungsschritts
wurden die Gasflussrate, der Druck bzw. die HF-Energie auf 100 sccm,
100 mTorr bzw. 200 W gehalten. Die Plasmareinigung erfolgte für 10 s.
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Nach der Reinigung wurde mit einem
zweiten Plasma eine von vier verschiedenen chemischen Zusammensetzungen
(Proben A–D)
auf den Silicium- und Quarzsubstraten abgeschieden. Für Probe
A wurde das zweite Plasma aus einer Mischung aus Tetramethylsilan
(TMS, als Flüssigkeit
von der Aldrich Chemical Company, Milwaukee, Wisconsin, erhältlich)
und Sauerstoff (in Gasbomben von der Oxygen Service Company, Minneapolis,
Minnesota, erhältlich)
gebildet. Die Durchflussrate von TMS bzw. Sauerstoff betrugen 150 Standard-Kubikzentimeter
(sccm) bzw. 10 sscm, was zu einem TMS-O2-Verhältnis von
15 führte.
Bei den Proben B–D
wurde die Durchflussrate von Sauerstoff variiert, was zu einem TMS-Sauerstoff-Verhältnis von
3,75, 2,14 bzw. 1,5 führte.
Der Druck und die HF-Energie wurden für alle Proben auf 40 Pa (300
mTorr) bzw. 200 W gehalten. Das Plasma pulsierte bei einer Frequenz
bzw. einem Arbeitszyklus, d.h. demjenigen Prozentwert der Zeit,
in dem die Stromversorgung an ist, von 10 Hz bzw. 90%. Die Abscheidungszeit
wurde so variiert, dass bei jeder Probe auf Silicium Filme mit einer
Nenndicke von 0,1 μm
und auf Quarz Filme mit einer Nenndicke von 1 μm erhalten wurden.
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Die optische Transmission, die Breite
der optischen Energielücke
und der Brechungsindex wurden an DLG-Filmen gemessen oder berechnet,
die auf den Quarz-Objektträgern
abgeschieden waren. Transmissionsspektren der Proben, gemessen an
einem Modell Lambda 900 Spectrophotometer, erhältlich von der Perkin Elmer
Corporation, Norwalk, Connecticut, sind in 3 veranschaulicht. Wie zu sehen ist,
waren die Filme im sichtbaren Bereich des Spektrums komplett (100%)
transparent, während
die UV-Absorption abrupt anstieg, wenn das TMS/Sauerstoff-Verhältnis auf über 4 erhöht wurde.
Die Breite der optischen Energielücke wurde mittels des Tauc-Verfahrens
bestimmt, bei dem die Quadratwurzel (Absorption × Photonenenergie) als Funktion
der Photonenenergie graphisch dargestellt wird. Dies ist in 4 dargestellt, und der Achsenabschnitt
wurde abgelesen, und es wurde gefunden, dass er in Abhängigkeit
von der Sauerstoff-Flussrate während
der Abscheidung von etwa 4 bis etwa 5 eV variiert. Der Brechungsindex
wurde durch eine Analyse des Maximalwertes der Extrema in den in 3 dargestellten Transmissionsspektren
berechnet. Die zusammengefassten Ergebnisse dieser Analyse von Maximalwerten
sind in 5 dargestellt.
Die Brechungsindices wurden aus der Steigung der geraden Linien
und dem Wert der Dicke der DLG-Dünnfilme,
der mittels eines Taster-Oberflächenmessgeräts von Tencor
gemessen wurde, berechnet. Wie in 5 zu
sehen ist, variiert der Brechungsindex in Abhängigkeit von der Aufgabegas-Zusammensetzung
von etwa 1,6 bis 1,69.
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Die Zusammensetzungen der DLG-Dünnfilmproben
wurden mit Hilfe der röntgenstrahlangeregten Photoelektronenspektroskopie
(XPS) unter Verwendung eines AXIS-Ultra-Systems von Kratos bestimmt.
Bei der XPS bestrahlt ein fokussierter Röntgenstrahl die Probe, wodurch
Photoelektronen erzeugt werden, die dann durch ihre Energie und
Intensität
charakterisiert werden. Die Energien der Photoelektronen sind für bestimmte
Elemente und deren chemischen Zustand spezifisch. XPS-Spektren der
Proben wurden in demjenigen Zustand, in dem die Proben erhalten
wurden, und dann wieder jedes Mal, nachdem die Proben in Intervallen
von etwa 5 nm mit einem 5-kV-Argon-Ionenstrahl
ionengeätzt
worden waren, aufgenommen. Die mittlere Zusammensetzung für jede Probe
hinsichtlich der Atom-% Kohlenstoff, der Atom-% Silicium und der Atom-%
Sauerstoff, bezogen auf eine wasserstofffreien Grundlage, sind in
Tabelle 1 aufgeführt.
Durch Auger-Elektronen-Spektroskopie
wurde auch ein Tiefenprofil erfasst, das bestätigte, dass die Zusammensetzung über die
Tiefe des Films gleichmäßig war.
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Die Daten aus dieser Tabelle sind
auch in 6 aufgeführt, die
die Trends innerhalb der Zusammensetzung mit einem sich ändernden
Aufgabegas-Verhältnis zeigt.
Aus 6 gehen monotone,
d.h. graduelle Änderungen
der Zusammensetzung der resultierenden Filme hervor. Dies war bei
einem statistischen, kovalenten System, bei dem monotone Änderungen
der elementaren Zusammensetzung möglich sind, zu erwarten.
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Beispiel 2
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Dieses Beispiel veranschaulicht die
Auswirkung eines niedrigen Konzenitrationsverhältnisses von Tetramethylsilan
(TMS) zu Sauerstoff auf die Durchschreibeeigenschaft von Dünnfilmen
aus diamantartigem Glas (DLG).
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Von mit Acrylat beschichteten optischen
Fasern (Ummantelung aus reinem Siliciumdioxid mit einem optischen
Kern, wobei es sich beim optischen Kern um den innersten Teil der
Glasfaser handelt, der so hergestellt wurde, dass er einen höheren Brechungsindex
aufweist, indem er mit Germanium so dotiert ist, dass innen eine
Totalreflexion auftreten kann, wodurch er als optische Faser wirkt)
mit einem Nenn-Kerndurchmesser von 5 bis 10 μm, einem Umhüllungsdurchmesser von 125 μm und einem
Durchmesser der Acrylatbeschichtung von 250 μm, erhältlich als Teilnr. CS-96-0110
von der 3M Company – Optical
Transport Systems, West Haven, Connecticut) wurde die Acrylatbeschichtung
abgeschält,
indem ein 6 cm langer Abschnitt eines langen Faserstücks nacheinander
in rauchende Schwefelsäure
(bei 175°C),
Wasser und Methanol getaucht wurde, die in drei getrennte Bechergläser gegossen
worden waren. Die abschnittsweise abgestreiften Fasern wurden an
einem Probenhalter befestigt, wobei der abgestreifte Abschnitt frei
aufgespannt war und somit keinen Kontakt zu einer anderen Oberfläche hatte.
Der Probenhalter wurde an der unter Spannung stehenden Elektrode von
Plasmareaktor 1 montiert. Die von der Elektrode weg weisende Oberfläche der
Faser wurde 15 s lang mit einem Sauerstoffplasma bei 13,3 Pa (100
mTorr) und 400 W vorgereinigt. Nach der Reinigung der ersten Seite wurde
die Kammer geöffnet,
der Halter wurde umgedreht, die Kammer wurde geschlossen, und die
andere Seite der Faser wurde auf vergleichbare Weise vorgereinigt.
Nach der Reinigung mit Sauerstoffplasma wurden DLG-Filme auf der
Oberfläche
der Fasern abgeschieden, indem ein zweites Plasma 10 min lang auf
jede Seite der Faser einwirkte. Das zweite Plasma bestand aus einer
Mischung aus TMS und Sauerstoff. Der Druck bzw. die HF-Energie wurden
auf 20 Pa (150 mTorr) bzw. 200 W gehalten. Die Durchflussrate von
TMS bzw. Sauerstoff betrugen 150 Standard-Kubikzentimeter (sccm)
bzw. 750 sccm, was zu einem TMS-O2-Verhältnis von
0,2 führte.
Die Behandlung mit dem zweiten Plasma führte zu einem DLG-Film mit
einer Dicke von 5 μm.
Ein ähnlicher
DLG-Film mit einer Dicke von 1,0 μm
wurde für
einen anschließenden
Test der Transmission auf einer Seite eines mit einem Sauerstoffplasma
gereinigten Quarz-Objektträgers
abgeschieden.
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Die optische Transmission des DLG-Films
wurde an denjenigen Filmen gemessen, die auf dem Quarz-Objektträger abgeschieden
worden waren. Die Transmissionsspektren wurden an einem Lambda 900-Spektrophotometer
gemessen. Wie aus 7 hervorgeht,
war die Transmission im wesentlichen wasserklar mit einer Transmission
von 90% bei 250 nm.
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Die Dicke des DLG-Dünnfilms
auf der Faser wurde mit einem Elektronenmikroskop gemessen. Die
Dicke betrug 5,0 μm.
Die Gleichmäßigkeit
und Konzentrizität
des Dünnfilms
sind in 8 dargestellt.
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Die mechanischen Eigenschaften der
mit Dünnfilm
beschichteten Fasern wurden dann mit denjenigen sowohl der ursprünglichen
mit Acrylat beschichteten Fasern als auch der abgestreiften Fasern
verglichen. Die Fasern, auf denen DLG abgeschieden war, schienen
gegenüber
einer Handhabung wie einem Abwischen der Fasern zwischen den Fingern
oder einem Aufwickeln auf Formkernen mit einem Durchmesser von 2
inch unempfindlich zu sein. Im Gegensatz dazu brachen abgestreifte
Fasern bei einer solchen Handhabung leicht. Alle drei Fasern wurden
einer Zugprüfung
an einer Zugprüfvorrichtung
von Vytran (Modell PTR-100, erhältlich von
der Vytran Corporation, Morganville, New Jersey) unterzogen. Wie
aus 9 hervorgeht, lag
die Wahrscheinlichkeit für
ein Reißen
sowohl der mit Acrylat beschichteten Fasern als auch der Fasern,
auf denen DLG abgeschieden war, bei höheren Zugkräften als bei abgestreiften
Fasern.
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Auf die Faser, auf der DLG abgeschieden
war, wurde bei erhöhter
Temperatur und erhöhten
Drücken Wasserstoffgas
einwirken gelassen, um den Wasserstoff in den lichtempfindlichen
Bereich der Faser diffundieren zu lassen und so die Lichtempfindlichkeit
der Faser zu erhöhen
(eine ausführliche
Beschreibung der Wirkungen von Wasserstoff findet sich in Raman
Kashap, Fiber Bragg Gratings, Academic Press, San Diego (1999),
und die Bedingungen wurde bei etwa –45°C aufrecht erhalten, bis ein
Braggsches Gitter geschrieben war. Die Gitter wurden dann mittels
eines Excimer-Lasers von Lambda Physik (LPX210) und einem interferometrischen
Schreibverfahren geschrieben. Bei der Energiedichte handelte es
sich um 26 mJ/cm2 pro Impuls bei einer Wiederholungsrate
von 50 Hz, was 240 mW auf einem Fleck von etwa 9 mm (entlang der
Faserachse) × 2
mm entsprach. Alle DLG-Daten wurden mit Daten von abgestreiften
Fasern verglichen, die am selben Tag aufgenommen worden waren, um
Variation des Interferometer-Systems zu berücksichtigen und Wirkungen der DLG-Behandlung
zu ermitteln.
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Innerhalb des experimentellen Fehlers
waren die Ergebnisse von den DLG-Proben
von denjenigen der nackten Faserproben ununterscheidbar. Wie aus 10 hervorgeht, war das Gitterspektrum
einer DLG-Probe demjenigen einer abgestreiften Faser ähnlich.
Im Gegensatz dazu wurde die standardmäßige Acrylatbeschichtung der
Faser durch die Einwirkung des Excimer-Lasers schwer beschädigt und übertrug
UV-Wellenlängen nicht.
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Beispiel 3
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Dieses Beispiel veranschaulicht die
Auswirkung eines höheren
Konzentrationsverhältnisses
von TMS zu Sauerstoff auf die Durchschreibeeigenschaft von DLG-Dünnfilmen.
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DLG-Dünnfilme wurden mit der Ausnahme,
dass die Durchflussraten der Aufgabegase für das zweite Plasma und der
Kammerdruck geändert
wurden, wie in Beispiel 2 auf abgestreiften optischen Fasern abgeschieden.
Die Durchflussraten von TMS bzw. Sauerstoff betrugen 150 sccm bzw.
100 sccm, was zu einem TMS-Sauerstoff-Verhältnis von 1,5 führte. Dieser
Druck wurde auf 40 Pa (300 mTorr) gehalten. Weiterhin wurde die
HF-Energie mit einer Frequenz bzw. einem Arbeitszyklus von 10 Hz
bzw. 90% gepulst. Ein vergleichbarer Dünnfilm mit einer Dicke von
0,1 μm wurde
für eine
anschließende
Bestimmung der Zusammensetzung auf einer Siliciumplatte abgeschieden.
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Die Zusammensetzung des DLG-Dünnfilms
wurde wie in Beispiel 1 mittels XPS bestimmt. Die mittlere Zusammensetzung
auf wasserstofffreier Basis betrug 33 Atom-% Kohlenstoff, 29 Atom-%
Silicium und 38 Atom-% Sauerstoff. Mittels Auger-Elektronen-Spektroskopie
wurde auch ein Tiefenprofil erstellt, das bestätigte, dass die Zusammensetzung über die
Tiefe des Films gleichmäßig war.
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Die Transmission des DLG-Dünnfilms
von Beispiel 3 war sogar höher
als diejenige von Beispiel 2. Wie in 11 dargestellt
ist, betrug die Transmission bei 250 nm 98%. Die mechanischen Eigenschaften
wurden durch die Bestimmung der mittleren Festigkeit bei einer Versagenswahrscheinlichkeit
von 50 % bestimmt, indem gemäß dem Standard-Testverfahren
der Electronic Industries Association (EIA) für Faseroptik, Testverfahren
FOTP-28, gemessen wurde. Auf vergleichbare Weise wurden die mechanischen
Eigenschaften des DLG-Dünnfilms
von Beispiel 3 gegenüber
denjenigen von Beispiel 2 verbessert. Ein Weibull-Diagramm für Beispiel
3 ist in 12 dargestellt.
Bei einem Weibull-Diagramm handelt es sich um eine grafische Darstellung der
Reißfestigkeiten
einer statistischen Probe von optischen Fasern, die verwendet werden
kann, um die Betriebsdauer unter einer gegebenen Stressbedingung
vorherzusagen. Weibull-Diagramme sind im EIA/TIA-Standard-Testverfahren
für die
Faseroptik FOTP-28 des American National Standard Institute und
den darin aufgeführten
Literaturstellen diskutiert. Siehe auch 3M Technical Publications:
Fredrick Bacon, "Silica Optical
Fibers – Application
Note" auf Seite
3, erhältlich
von 3M Optical Transport Systems, West Haven, Connecticut.
-
Das Beschreiben des Braggschen Gitters
von Beispiel 3 war demjenigen von Beispiel 2 ähnlich. In 9 ist das Gitter-Transmissionsspektrum
für die
DLG-beschichtete Faser von Beispiel 3 dargestellt. Wie durch die Ähnlichkeit
in den Transmissionsspektren gezeigt wird, hat das Vorhandensein
des DLG-Films im Vergleich
zur abgestreiften Faser keine nachteilige Wirkung. Der Vergleich
mit dem Spektrum der unbeschichteten Faser in 13 ist nicht exakt, weil die Gitter unter
leicht verschiedenen Bedingungen geschrieben wurden. Das Verfahren
zur Gitterherstellung wurde für
einen längeren
Zeitraum durchgeführt,
was zu tieferen Gittern (mit einem höheren Dezibel-Wert) bei der durch
DLG geschützten
Faser führte.
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Beispiel 4
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Dieses Beispiel veranschaulicht die
Beziehung zwischen mehreren Verfahrensvariablen (TMS/Sauerstoff-Verhältnis, Druck
und Energie) und mehreren Eigenschaften (Wachstumsgeschwindigkeit,
prozentuale Transmission und mechanische Festigkeit der Fasern,
auf denen der Dünnfilm
abgeschieden ist). Messungen der Wachstumsgeschwindigkeit erfolgten,
indem die Stufenhöhe
der diamantartigen Filme auf Glas-Objektträgern mittels eines Taster-Oberflächenmessgeräts (Modell
Alpha Step 500, Tencor Instruments, Mountainview, CA) gemessen wurde.
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Die Proben 4A bis 4L wurden wie in
Beispiel 2 hergestellt mit der Ausnahme, dass das TMS/Sauerstoff-Verhältnis, der
Druck und die HF-Energie wie in Tabelle 2 aufgeführt variiert wurden.
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Die Transmissionsspektren, die Wachstumsgeschwindigkeit
des Films und das Weibull-Diagramm wurden wie in Beispiel 2 für jede Probe
bestimmt. Die Transmission betrug im sichtbaren Bereich im wesentlichen
100%, wobei die Transmission im UV-Bereich abfiel. Die Transmissionswerte
(T) bei 250 nm sind in Tabelle 2 aufgeführt. Die Wachstumsgeschwindigkeit
variierte in Abhängigkeit
von den Verfahrensbedingungen im Bereich von 20–60 Å/s. Die mittlere Weibull-Festigkeit
wurde aus dem Zugprüfmessungen
an drei verschiedenen Faserproben pro Zustand berechnet. Sowohl
die Wachstumsraten als auch die mittlere Weibull-Festigkeit sind
in Tabelle 2 aufgeführt.
Innerhalb des experimentellen Fehlers ist die mittlere Festigkeit
der Fasern keine Funktion der Verfahrensbedingungen.
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Die Ergebnisse aus Tabelle 2 demonstrieren
die Robustheit von DLG-Dünnfilmen
sogar bei einer weiten Variation der zu ihrer Herstellung angewandten
Bedingungen.
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Beispiel 5
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Dieses Beispiel veranschaulicht die
Festigkeitseigenschaften von DLG-Dünnfilmen
in einer Glaskapillaren einschließenden Biofluid-Anwendung.
Beispiel 5 wurde wie Beispiel 3 hergestellt mit der Ausnahme, dass
verschiedene Substrate verwendet wurden. Bei den Substraten handelte
es sich um experimentelle, mit Acrylat beschichtete, aus reinem
Quarzglas bestehenden Glaskapillaren mit einem Außendurchmesser
von 200 μm
und einem Innendurchmesser von 50 μm. Als Teil des Ziehvorgangs
wird die Siliciumdioxid-Kapillare mit einem acrylierten Urethan
beschichtet, so dass sich ein Durchmesser von 300 μm ergibt.
Die mechanische Festigkeit der Kapillaren wurde mittels einer Vytran-Zugprüfvorrichtung
getestet. Zur Simulierung der mechanischen Handhabung wurde der
mit Säure
abgestreifte Abschnitt ein Mal mit Fingern abgewischt, die Kapillaren
bis zum Versagen auseinandergezogen und die Endstabilität aufgezeichnet.
In dem Fall, in dem die maximale Belastung zum Brechen der Kapillaren
unzureichend war, wurde die maximale Belastung aufgeführt und dass
die tatsächliche
Stabilität
der Kapillaren höher
als der aufgezeichnete Wert ist. Die Ergebnisse der mechanischen
Stabilität
sind in 14 zusammengefasst,
wodurch eine verbesserte Stabilität der behandelten Kapillaren
demonstriert wird.
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Die Effektivität der mit DLG gekapselten Glaskapillaren
für die
Kapillar-Elektrophorese
wurde durch ein Fehlen der Fluoreszenz bei der Belichtung in einem
Fluoreszenzmikroskop demonstriert. In 15 ist
eine Fluoreszenz-Mikrophotographie
einer Kapillare mit einer herkömmlichen
Acrylatbeschichtung und einer mit DLG gekapselten Kapillare dargestellt.
Zu erkennen ist eine dramatische Differenz der Fluoreszenzintensität, wobei
die mit DLG gekapselte Faser – wenn überhaupt – nur eine
geringe Fluoreszenz aufweist.
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Der Vorteil der mit DLG gekapselten
Kapillaren wurde weiterhin durch die Durchführung von Fluoreszenzmessungen
mittels eines Raman-Spektrometers quantifiziert. Die Proben wurden
alle mittels des Renishaw-Systems 1000 Raman analysiert. Die Laseranregung
erfolgte mittels eines bei 488 nm betriebenen Argon-Ionenlasers.
Ein Objektiv mit 20-fachen Vergrößerung wurde
verwendet, und jede Probe wurde mit einem Scan aufgenommen. Zum
Vergleich wurden zusätzlich
zu den mit DLG gekapselten Kapillaren ein Substrat nur aus Quarz
und mit Acrylat gekapselte Kapillaren ebenfalls ausgewertet. Die
Ergebnisse sind in 16 zusammengefasst.
Wie zu sehen ist, beträgt
die Größenordnung
der Fluoreszenz oberhalb von 3000 cm–1 weniger
als 200 Zählimpulse
sowohl für
mit DLG gekapselte als auch für
nur aus Quarz bestehende Kapillaren, während sie für die mit Acrylat beschichteten
Kapillare mehr als 30000 Zählimpulse
betrug.
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Beispiel 6
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Dieses Beispiel veranschaulicht eine
Schrumpffolien-Anwendung von DLG-Dünnfilmen.
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Vier Heißschrumpffolien, auf denen
DLG abgeschieden wurde, die Proben A–D, wurden jeweils in Reaktor
2 hergestellt. Zum Auftragen der DLG-Filme wurden Proben auf einer
kreisförmigen
Elektrode von 22 Inch montiert, an die eine HF-Stromquelle von 3
kW und ein mit einer Frequenz von 13,56 MHz betriebenes Abgleich-Netzwerk
angeschlossen worden waren. Bevor mit den Durchgängen begonnen wurde, wurde
das System mittels eines 5,4-m3/min-(200-cfm-)Roots-Gebläse, unterstützt von
einer mechanischen Pumpe, auf einen Basisdruck von weniger als 10
mTorr evakuiert. In allen Durchgängen
erfolgte eine Plasmabehandlung in drei Schritten. Die Durchflussrate
der Verfahrensgase wurde entweder mit einem Nadelventil oder einem Massenflussregler
beibehalten. Der Druck der Kammer wurde mit einem Kapazitätsmanometer
gemessen.
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Beim ersten Schritt der Plasmabehandlung
wurden Flächen
von Proben aus 1 mil dicker Wärmeschrumpffolie
(als Cyrovac D955 von der Sealed Air Corporation, Saddle Brook,
New Jersey, erhältlich)
an der kreisrunden, unter Spannung stehenden Elektrode montiert.
Sie wurden mit einem Plasma aus reinem Sauerstoff grundiert, um
auf der Oberfläche
Radikale zu bilden, mittels derer eine gute Bindung der DLG-Schicht
ermöglicht
wird. Die Sauerstoff-Durchflussrate,
der Druck bzw. die HF-Energie für
jede Probe betrugen etwa 750 sccm, etwa 152 bis etwa 167 mTorr bzw.
500 W. Die Einwirkdauer betrug 30 s für Probe A und 60 s für die Proben
B–D. In
einem zweiten Schritt wurde eine DLG-Schicht auf jeder der grundierten
Flächen
abgeschieden. Bei allen vier Proben wurden DLG-Dünnfilme durch Plasmaabscheidung
gebildet, indem eine Mischung aus Tetramethylsilan (TMS) und Sauerstoff
mit den in Tabelle 3 aufgeführten
Durchflussraten, Drücken
und HF-Energien zugeführt
wurde. Die Einwirkdauern und die resultierende Filmdicke sind ebenfalls
in Tabelle 3 aufgeführt.
Schließlich
wurde im dritten Schritt der für
die Proben A–D abgeschiedene
DLG-Dünnfilm
in einem Sauerstoffplasma behandelt, um elementaren und kovalent
gebundenen Kohlenstoff von den Oberflächen-Atomschichten zu entfernen. Dies macht
die Oberfläche
hydrophil, weil dann nur Silicium und Sauerstoff in der Oberflächenschicht
verbleiben. Die Durchflussraten, Drücke und HF-Energien waren denjenigen
Werten ähnlich,
die im ersten Schritt verwendet wurden, und die Einwirkdauer betrug
für jede
Probe wenigstens 2 min.
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Quadratische Stücke der Proben A–D mit einer
Größe von jeweils
10 cm × 10
cm wurden auf einer Heizplatte von Corning, Modell PC-400, geschrumpft,
wobei die Hitze auf "5" eingestellt war.
Wie erwartet schrumpften alle Filme auf etwa 4% ihrer ursprünglichen
Fläche.
Keiner der DLG-Filme löste
sich von der Polyethylenfolie. Mit bloßem Auge betrachtet sahen die
Oberflächen
trübe,
aber gleichmäßig aus.
Bei einer Untersuchung unter dem Lichtmikroskop wiesen die abgeschiedenen
Glasflächen
sichtbare Faltungen auf. Die Filme wurden dann mittels Rasterelektronenmikroskopie
(SEM) untersucht. Das Element-Nachweissystem des SEM wurde zur Analyse
der elementaren Zusammensetzung der Oberflächen verwendet. SEM-Bilder
der Filme der Proben B–D
vor dem Relaxieren zeigten, dass sie glatt und ohne bestimmte Merkmale
waren. Mit einer Vergrößerung von
5000 aufgenommene SEM-Bilder
der Oberfläche
der Proben B–D
nach dem Relaxieren sind jeweils in den 17–19 veranschaulicht. Wie zu
sehen ist, schrumpften die 500 bzw. 1000 Å dicken Dünnfilme der Proben B und C,
wobei der Film aus diamantartigem Glas die hochgefaltete Form einnahm.
Der 5000 Å dicke
Film schien jedoch in kleine Glasplatten zersprungen zu sein. Alle
drei Filme konnten nicht vom geschrumpften Foliensubstrat entfernt
werden. Ein Oberflächenscan
der Filme mittels SEM zeigte das Vorhandensein von Silicium- und
Sauerstoffatomen in einer gleichmäßigen Verteilung.
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Dann wurde gezeigt, dass die DLG-Dünnfilme
auf der Schrumpffolie einer Silylierung unterzogen werden konnten,
d.h. Silan aufgebracht werden konnte, wie dies für gewöhnliches Siliciumdioxid oder
Glas zu erwarten ist. Ungeschrumpfte quadratische Stücke aus
unbeschichtetem Substrat und der Proben C und D von etwa 25 mm × 25 mm
wurden in Ampullen mit 10 ml Lösung
1 (10 ml Aminopropyltrimethoxysilan, vermischt mit 85 ml Ethanol
und 5 ml Wasser) gegeben und 1 h lang sanft geschüttelt. Die
Stücke
wurde dann mit Ethanol gewaschen, gefolgt von Wasser, und in Ampullen
mit 10 ml Lösung
2 (5 mg Fluoresceinisothiocyanat, gelöst in 50 ml 50 mM 3-[(1,1-Dimethyl-2-hydroxyethyl)amino]-2-hydroxypropansulfonsäure (C.A.S.
registry number 68399-79-1, Sigma Chemical Co., St. Louis, MO) (AMPSO-Puffer
bei einem pH-Wert von 9,0) gegeben und sanft über Nacht geschüttelt. Dann
wurden sie gründlich
mit Wasser gewaschen, gefolgt von wenigstens drei Waschvorgängen mit
dem AMPSO-Puffer. Die Stücke
wurden dann getrocknet und gemäß der obigen
Beschreibung auf der Corning-Heizplatte geschrumpft. Bei einer Betrachtung
unter einem Fluoreszenzmikroskop wies die unbeschichtete Polyethylenfolie
wie erwartet im wesentlichen keine Fluoreszenz auf. Die beiden Proben
mit den abgeschiedenen DLG-Filmen waren hochgradig fluoreszierend,
und eine Untersuchung des Querschnitts zeigte, dass die auf die
Silylierung zurückzuführende Fluoreszenz
von der beschichteten Oberfläche stammte.
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Beispiel 7
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Dieses Beispiel veranschaulicht den
Nutzen eines hydrophilen DLG-Dünnfilms
bei einer Mikrofluid-Anwendung unter der Einbeziehung von Polymerplatten
mit Mikrokanälen.
Anwendungen von Mikrofluid-Vorrichtungen umfassen den Transport
von biologischen Flüssigkeiten,
Wärmeübertragungsflüssigkeiten,
Oberflächen
mit geringer Reibung/mit niedrigem Zugwiderstand etc.
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In diesem Beispiel handelte es sich
beim Substrat um ein Polymethylmethacrylat- (PMMA-)Experimentierplatte
mit Mikrokanälen
zum Transport von Flüssigkeiten
einschließlich
Wasser. Die Polymerplatte mit Mikrokanälen wurde hergestellt, indem
eine Poly(methylmethacrylat)-Folie (PLEXIGLAS DR101 von der Rohm and
Haas Co., Philadelphia, PA) gegen ein Nickel-Formwerkzeug formgepresst
wurde, das Rippen und Reservoirs enthielt, die den Kanälen und
Reservoiren in der Polymerplatte entsprachen. Die Abmessungen des Werkzeugs
betrugen 26,5 cm × 26,5
cm. Die Folie aus DR101 (mit einer Nenndicke von 250 μm) und das Formwerkzeug
wurden bei einer Temperatur von 187°C und bei einem Druck von 6,3 × 105 Pa 2 min lang in Kontakt gebracht, wonach
der Druck 2,5 min lang auf 3,2 × 106 Pa erhöht
wurde. Danach wurde die Temperatur auf einen Nennwert von 50°C vermindert,
und das Formwerkzeug und die Folie wurden dann getrennt. Die PMMA-Oberfläche ist
hydrophob und weist eine natürliche
Tendenz auf, den Transport innerhalb der Kanäle zu hemmen. Dieses Beispiel
demonstrierte, wie ein modifizierter DLG-Dünnfilm die PMMA-Oberfläche permanent hydrophil
machte und eine robuste Oberfläche
für den
Transport von Flüssigkeiten
ergab.
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Die PMMA-Oberfläche wurde anfänglich bei
einem Druck bzw. einer HF-Energie
von 50 mTorr bzw. 500 W 60 s lang mittels eines Sauerstoffplasmas
grundiert. In diesem Beispiel betrugen die Durchflussgeschwindigkeiten
für TMS
bzw. Sauerstoff 24 sccm bzw. 750 sccm. Die Seite der PMMA-Oberfläche mit
den Kanälen
wurde 5 min lang behandelt, was zu einem DLG-Dünnfilm mit einer Dicke von
600 nm führte.
Die Oberflächenschicht
wurde weiter bearbeitet, um die DLG-Fläche in eine hydrophile Fläche umzuwandeln,
indem ein Sauerstoffplasma bei einem Druck und einer Energie von
50 mTorr bzw. 500 W 2 min lang auf sie einwirken gelassen wurde.
Die Oberfläche
war mit Wasser vollständig
benetzbar, wobei der Kontaktwinkel weniger als 10° betrug.
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Beispiel 8
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Dieses Beispiel veranschaulicht die
feuchtigkeitssperrenden Eigenschaften von DLG-Dünnfilmen bei einer Biofluid-Anwendung
mit polymeren Kapillaren.
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Bei den Substraten handelte es sich
um experimentelle Polymerkapillaren, die entweder aus Polymethylmethacrylat
(PMMA) oder einem als ZEONEX 480R (Zeon Chemicals L.P., 4100 Bells
Lane, Louisville, Kentucky 40211, U.S.A.) erhältlichen Polybicyclopentadien-Polymer
bestanden. Die Kapillaren hatten einen Außendurchmesser von etwa 360 μm und einen
Innendurchmesser von etwa 50 μm
bei einer Länge
von etwa 60 cm. DLG-Dünnfilme
wurden mittels Plasmareaktor 1 auf diese Kapillaren aufgetragen.
Die Außenfläche der PMMA-Kapillaren wurde
2 min lang auf jeder Seite bei einem Druck bzw. einer HF-Energie von 100 mTorr
bzw. 400 W mittels eines Sauerstoffplasmas grundiert. Beim zweiten
Plasma-Zufuhrgas handelte es sich um TMS bzw. Sauerstoff mit Durchflussraten
von 150 sccm bzw. 100 sccm, was zu einem TMS-Sauerstoff-Verhältnis von
1,5 führte.
Der Druck und die Leistung wurden auf 40 Pa (300 mTorr) bzw. 200
W gehalten. Das zweite Plasma wurde in einem Impulsmodus betrieben,
wobei die Impulsfrequenz bzw. der Arbeitszyklus auf 10 Hz bzw. 90%
gehalten wurden. Auf jede Seite der Kapillare wurde das Plasma 5
min lang einwirken gelassen, was zu einem DLG-Dünnfilm mit einer Dicke von
etwa 3 μm
führte.
Die resultierenden DLG-Filme waren, wie mittels einer Sichtprüfung bestimmt
wurde, optisch klar und rissen oder delaminierten nicht, wenn die
Kapillaren geknickt und gebogen wurden. Der DLG-Film verhinderte
das Verdampfen des in der Kapillare eingeschlossenen Wassers. Ohne
den DLG-Film verdampfte das Wasser durch einen Transport durch die
Kapillarwände.
Dies veranschaulichte die hervorragenden Sperrschichteigenschaften
des DLG-Dünnfilms.
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Nachdem jetzt die Eigenschaften,
Befunde und Prinzipien der Erfindung beschrieben wurden, sind die Weise,
auf die das Verfahren und die Vorrichtung konstruiert und eingesetzt
werden, die Konstruktionsmerkmale und die Vorteile, neue und brauchbare
erhaltene Ergebnisse, die neuen und brauchba ren Strukturen, Vorrichtungen,
Elemente, Anordnungen, Teile und Kombinationen in den anliegenden
Patentansprüchen
aufgeführt.