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Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
die Verwendung einer Klasse von Ruthenium(II)-Komplexen in der Therapie,
speziell zur Behandlung von Tumore , die durch eine hohe Metastasenbildungsfähigkeit
gekennzeichnet sind.
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Stand der Technik
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Die Suche nach neuen Antitumorverbindungen
befindet sich in fortlaufender Entwicklung und ist hauptsächlich auf
die Identifizierung neuer Verbindungen mit hoher Selektivität, hoher
antimetastatischer Aktivität
und reduzierter Toxizität
für den
Patienten gerichtet.
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Verbindungen auf Basis von Übergangsmetallen,
wie z.B. Cisplatin, werden seit vielen Jahren in der Chemotherapie
von Tumoren verwendet; obwohl diese Produkte pharmakologisch wirksam
sind, besitzen sie eine reduzierte antimetastatische Aktivität und zeigen
schwere Nebenwirkungen, die durch die erhöhte systemische Toxizität verursacht
werden.
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Kürzlich
wurden die Anwendungsmöglichkeiten
einiger Ruthenium(II)-Komplexe
mit cytotoxischer Aktivität
und ihre mögliche
Verwendung in der Therapie neoplastischer Krankheiten erwogen. Unglücklicherweise zeigen
sie ebenfalls toxische Wirkungen für den Organismus, selbst wenn
diese Verbindungen einen höheren Tropismus
für die
Tumore als die Cisplatin-Derivate zeigen (Sava et al., Anticancer
Res. 11, 1103, 1991).
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Zur Verbesserung der mit der Aktivität und Toxizität verbundenen
Probleme wurden neue Ruthenium(III)-Komplexe in Form von wirksameren
und weniger toxischen Prodrugs vorgeschlagen (Sava et al., Anticancer
Res. 11, 1103, 1991, Sava et al. in Topics in Biological Inorganic
Chemistry, 143, 1999), für
die ein "in vivo"-Aktivierungsmechanismus
durch Reduktion der Ruthenium(III)-Komplexe zu den entsprechenden
reaktiven Ruthenium(II)-Typen entwickelt wurde.
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Für
diesen Mechanismus wurde eine Hypothese aufgestellt, wonach er in
der hypoxischen und reduzierenden Umgebung des Tumorgewebes wirksamer
ist, und dies würde
die hohe Selektivität
und Aktivität
der Ruthenium(III)- Komplexe
gegenüber
festen Tumoren erlauben (Sava et al., Anticancer Res. 11, 1103,
1991, Sava et al. in Topics in Biological Inorganic Chemistry, 143,
1999).
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Der Reduktionsprozeß würde in einem
geringeren Ausmaß in
gesunden Geweben auftreten, die normal vaskularisiert sind, und
in denen der Sauerstoffpartialdruck höher (40 mmHg) als im Tumorgewebe
(5 mmHg) ist. Höhere
Mengen der aktivere und toxischeren Typen von Ruthenium(II) werden
im Tumorgewebe relativ zum gesunden Gewebe gebildet, wobei ein Anreicherungseffekt
zu einer selektiven Cytotoxizität
gegenüber
festen Tumorzellen führt.
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Unter den oben genannten Ruthenium(III)-Komplexen
erwiesen sich ImH[trans-RuCl4Im2]
(B.K. Keppler et al., J. Cancer Res. Clin. Oncol., 111: 166–168, 1986)
und die Komplexe der Formel Na[trans-RuCl4(Me2SO)(L)] (WO 90/13553) als wirksam in der
Verlangsamung des Wachstums des Primärtumors, und die neuesten Komplexe
der Formel (LH)[trans-RuCl4(Me2SO)(L)]
(WO 98/00431) zeigen eine deutliche antimetastatische Aktivität.
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Trotz der in klinischen Anwendungen
in der Chemotherapie erhaltenen positiven Ergebnisse ist die Suche
auf dem Gebiet der Ruthenium-Derivate dennoch offen für die Identifizierung
neuer Verbindungen mit optimalen Merkmalen aus Cytotoxizität und Selektivität für den Tumor
und mit einer reduzierten systemischen Toxizität, um die Verwendung dieser
Verbindungen sicherer und wirksamer zu machen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
die therapeutische Verwendung von anionischen Ruthenium(II)-Komplexen
mit Antitumor- und antimetastatischer Aktivität mit der Formel (I):
worin R
1,
R
2 und R
3 identisch
oder voneinander unterschiedlich sind und ausgewählt sind aus H, linearem oder verzweigtem,
gesättigtem
oder ungesättigtem
C
1-6-Alkyl, C
3-7-Cycloalkyl
und Aryl;
oder NR
1R
2R
3 ein 5- bis 7-gliedriger, gesättigter
oder ungesättigter
Stickstoffheterocyclus ist, der gegebenenfalls 1 oder mehr O-, S-,
N-Atome oder mit einem Alkyl-, Aryl- oder Benzylrest substituiertes
N enthält;
wobei
der Stickstoffheterocyclus gegebenenfalls benzanelliert und/oder
mit C
1-4-Alkyl, C
1-4-Alkoxy,
C
1-4-Alkylthio, Aryl oder Benzyl substituiert
sein kann;
das Gigenion Q
+ durch
+NHR
1R
2R
3 dargestellt wird, worin R
1,
R
2 und R
3 die oben
angegebenen Bedeutungen beibehalten;
R
4 und
R
5 identisch oder voneinander verschieden
sind und ausgewählt
sind aus H, C
1-6-Alkyl, C
3-7-Cycloalkyl und
Aryl; oder R
4 und R
5 zusammen
mit dem S-Atom, an das sie gebunden sind, einen 4- bis 7-gliedrigen
Heterocyclus bilden.
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Der Anmelder hat überraschend gefunden, daß die erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexe
unerwartete Antitumoraktivitäten
in bezug auf Aktivität
und therapeutische Breite zeigen.
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Eine weitere Aufgabe der vorliegenden
Erfindung wird durch pharmazeutische Zusammensetzungen dargestellt,
die die Ruthenium(II)-Komplex
der Formel (I) als Wirkstoff in Verbindung mit geeigneten Hilfsstoffen
und/oder Verdünnungsmitteln
und/oder Stabilisatoren enthalten.
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In einer weiteren Ausführungsform
stellt die Erfindung ein Kit zur Herstellung der Ruthenium(II)-Verbindungen
mit der Formel (I) bereit.
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In einer weiteren Ausführungsform
stellt die Erfindung die Verwendung der Ruthenium(II)-Komplexe der
Formel (I) zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von
festen Tumoren bereit, insbesondere von denjenigen, die durch hohe
metastasierende Eigenschaften gekennzeichnet sind.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung
ist die Verwendung von Ruthenium(II)-Komplexen der Formel (I) für therapeutische
Zwecke:
worin die Bedeutungen von
R
1, R
2, R
3, R
4, R
5 und
Q
+ nachfolgend angegeben werden.
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Die Gruppen R1,
R2 und R3, entweder
verschieden oder identisch, werden aus der Gruppe ausgewählt, die
aus H, linearem oder verzweigtem, gesättigtem oder ungesättigtem
C1-6-Alkyl, C3-7-Cycloalkyl
und Aryl besteht;
oder NR1R2R3 ist ein 5- bis
7-gliedriger entweder gesättigter
oder ungesättigter
Stickstoffheterocyclus, der gegebenenfalls ein oder mehrere O-,
S- oder N-Atome oder mit einem Alkyl-, Aryl- oder Benzylrest substituiertes N
enthält;
wobei der Stickstoffheterocyclus gegebenenfalls benzanelliert und/oder
mit C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy, C1-4-Alkylthio, Aryl oder Benzyl substituiert
sein kann.
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Wenn NR1R2R3 ein 5-gliedriger
Stickstoffheterocyclus ist, ist er bevorzugt aus der Gruppe ausgewählt, die
aus Imidazol, N-Methylimidazol, Pyrazol und Oxazol besteht; besonders
bevorzugt ist der Stickstoffheterocyclus Imidazol.
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Wenn NR1R2R3 ein 6-gliedriger
Heterocyclus ist, ist er bevorzugt aus der Gruppe ausgewählt, die
aus Pyridin, 3,5-Lutidin und 4-Methylpyridin besteht.
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Wenn NR1R2R3 ein 7-gliedriger
Heterocyclus ist, ist er bevorzugt aus der Gruppe ausgewählt, die
aus Azepin, Diazepin und Oxazepin besteht.
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Wenn der Heterocyclus benzanelliert
ist, ist er schließlich
bevorzugt aus der Gruppe ausgewählt,
die aus Indazol, Isochinolin, Benzimidazol und 1,5,6-Trimethylbenzimidazol
besteht.
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In den erfindungsgemäßen Komplexen
stellt Q+ eine NH+R1R2R3-Stickstoff-Gruppe
dar, worin R1, R2 und
R3 die oben zugewiesenen Bedeutungen beibehalten.
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Im erfindungsgemäßen Komplex weist der Sulfoxidligand
R
4-SO-R
5 R
4 und R
5 auf, die
entweder identisch oder voneinander verschieden sind und aus der
Gruppe ausgewählt
sind, die aus H, C
1-6-Alkyl, C
3-7-Cycloalkyl
und Aryl besteht; oder R
4 und R
5 bilden
zusammen mit dem S-Atom, an das sie gebunden sind, einen 4- bis
7-gliedrigen Heterocyclus. In den erfindungsgemäßen Komplexen ist der Sulfoxidligand
R
4-SO-R
5 bevorzugt
Dimethylsulfoxid (R
4 = R
5 =
Methyl) oder Diethylsulfoxid (R
4 = R
5 = Ethyl). Diese Produkte können durch Reduktion
der entsprechenden Ruthenium(III)-Komplexe erhalten werden, worin
mit einem entsprechenden Ruthenium(III)-Komplex die Verbindung der
folgenden Formel (II) gemeint ist:
worin Die Gruppen R
1, R
2, R
3,
R
4, R
5 und Q
+ die oben genannten Bedeutungen beibehalten.
Verbindungen der Formel (II) sind z.B. wie in WO 98/00431 beschrieben
erhältlich,
das hier als Verweis eingeführt
wird.
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Die erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexe
sind überraschend
wirksamer als die bekannten Ruthenium(II)-Komplexe und als die entsprechenden
Ruthenium(III)-Verbindungen der Formel (II) und unerwartet weniger
toxisch als beide Komplexe.
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In einer weiteren Ausführungsform
stellt die vorliegende Erfindung pharmazeutische Zusammensetzungen
bereit, die als Wirkstoff den Ruthenium(II)-Komplex der Formel (I)
in Kombination mit geeigneten Hilfsstoffen, Verdünnungsmitteln oder pharmakologisch
akzeptablen Stabilisatoren enthalten.
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Die pharmazeutischen Zusammensetzungen
sind in Form einer Lösung
oder Suspension oder ansonsten in Form eines Gels, granularen Pulvers,
von Tabletten, Pillen, Kapseln oder Einlagen.
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Die erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzungen
können
neben den Verbindungen der Formel (I) einen oder mehrere Antitumorwirkstoffe
enthalten, wie z.B. Cisplatin, Vincristin, Vinblastin, 5-Fluoruracyl,
Cyclophosphamid, Bleomycin, Anthracyclin, Taxol oder andere Ruthenium-Komplexe. In einer
bevorzugten Ausführungsform
werden die pharmazeutischen Zusammensetzungen der Erfindung im Augenblick
der Verwendung oder unmittelbar vor der Verwendung durch Reduktion
der entsprechenden Ruthenium(III)-Komplexe der Formel (II) mit Reduktionsmitteln
hergestellt, die bevorzugt aus der Gruppe von physiologisch kompatiblen
Reduktionsmitteln ausgewählt
werden.
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Diese Reduktionsmittel werden aus
denjenigen mit einem Redoxpotential ausgewählt, worin die Summe der zwei
Halbpotentiale (die Summe aus dem Reduktionspotential des Komplexes
und dem Potential des Reduktionsmittels mit entgegengesetztem Vorzeichen)
positiv ist, um eine wirksame Reduktion sicherzustellen. Potentialmessungen
werden durchgeführt
wie von Alessio et al. beschrieben, Inorganica Chimica Acta, 1993,
203: 205–217.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
werden die physiologisch kompatiblen Reduktionsmittel aus der Gruppe
ausgewählt,
die aus Ascorbinsäure,
Cystein und Glutathion besteht.
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Die Reduktion wird durch Verwendung
eines Äquivalenzverhältnisses
zwischen dem Ruthenium(III)-Komplex und dem Reduktionsmittel im
Bereich von 5 : 1 bis 1 : 2 durchgeführt (die Anzahl der Äquivalente
eines Stoffes, der an einer Redoxreaktion teilnimmt, wird durch
Dividieren der Masse des Stoffes in Gramm durch sein Äquivalenzgewicht
erhalten. Das Äquivalenzgewicht
wiederum wird durch Dividieren des Molekulargewichts des Stoffes
durch die Veränderung
der Oxidationszahl erhalten).
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Das Äquivalenzverhältnis zwischen
dem Ruthenium(III)-Komplex und dem Reduktionsmittel ist bevorzugt
1. Unter diesen Bedingungen ist die Reduktion von Ruthenium(III)
zu Ruthenium(II) vollständig
und unmittelbar.
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Als Alternative kann die Reduktion
des Ruthenium(III)-Komplexes der Formel (II) in Gegenwart von anorganischen
Reduktionsmitteln, wie z.B. Sn2+ oder Ce3+, oder elektrochemisch oder ansonsten in
Gegenwart von H2 erfolgen.
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In einer ihrer weiteren Ausführungsformen
stellt die Erfindung ein Kit zur Herstellung des Ruthenium(II)-Komplexes
der Formel (I) mit zwei Komponenten bereit, worin die erste Komponente
der entsprechende Ruthenium(III)-Komplex ist und die zweite ein
Reduktionsmittel wie oben beschrieben ist. Beide Kit-Komponenten
sind in Form von Lösungen,
die in getrennten Behältern
vorliegen, die im Augenblick der Verwendung oder unmittelbar vor
der Verwendung vermischt werden, oder in einer festen Form als einzelne
Verbindungen, die mit geeigneten Lösungsmitteln solubilisiert
werden, wenn sie verwendet werden oder unmittelbar vor der Verwendung;
als Alternative ist das Kit aus zwei Behältern zusammengesetzt, deren
Inhalt im Augenblick der Verwendung oder unmittelbar vor der Verwendung
vermischt wird, und worin der erste die Verbindung der Formel (II)
enthält,
die in trockener Form mit dem Reduktionsmittel vermischt wurde,
und letzterer das Lösungsmittel
enthält.
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Die Lösungsmittel, die zur Herstellung
sowohl der Lösung
des Ruthenium(III)-Komplexes als auch des Reduktionsmittels verwendet
werden, sind wäßrige Lösungsmittel,
wie isotonische Lösungen
von 0,9% NaCl oder gepufferte Lösungen
wie Phosphatpuffer, Citratpuffer etc., und sind bevorzugt identisch
in beiden Lösungen.
Bevorzugt wird der Ruthenium(III)-Komplex der Formel (II) in einer wäßrigen Lösung in
einer Konzentration im Bereich von 0,1 bis 20 g/l und mit einem
pH im Bereich von 3 bis 8 aufgelöst.
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In einer weiteren Ausführungsform
betrifft die Erfindung die Verwendung des Ruthenium(II)-Komplexes
der Formel (I) zur Herstellung von Medikamenten zur Verwendung in
der Vorbeugung und Behandlung von Tumoren und Metastasen. Die Verwendung
dieser erfindungsgemäßen Verbindungen
hat sich als sehr wirksam für
feste Tumore erwiesen, speziell für diejenigen, die durch eine
hohe Metastasenbildungsfähigkeit
gekennzeichnet sind, speziell diejenigen, die aus der Gruppe ausgewählt sind,
die aus Kolonkarzinomen oder Tumoren des Magen-Darm-Traktes, Mammakarzinomen,
Lungentumoren oder Lungenmetastasen aus hochinvasiven Tumoren besteht.
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Die parenterale, orale, topische
oder transdermale Verabreichung ist bevorzugt. Bevorzugt wird der Ruthenium(II)-Komplex
im Augenblick der Verwendung und unmittelbar vor der Verwendung
durch Vermischen des entsprechenden Ruthenium(III)-Komplexes mit
einem Reduktionsmittel wie zuvor beschrieben hergestellt.
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Bevorzugt wird das Reduktionsmittel
aus der Gruppe ausgewählt,
die aus Ascorbinsäure,
Cystein und Glutathion besteht. Das Vermischen kann durch schwaches
mechanisches Rühren
oder durch ein anderes, dem Fachmann bekanntes Verfahren durchgeführt werden.
Für erläuternde,
aber nicht einschränkende
Zwecke der Erfindung werden die folgenden Beispiele angegeben.
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Experimenteller
Teil
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Herstellung von Ruthenium(II)-Komplexen
der Formel (I)
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Beispiel 1: Herstellung
des Ruthenium(II)-Komplexes durch Reduktion von {trans-RuCl4(Me2SO)(Im)}ImH
(Im = Imidazol) mit Ascorbinsäure
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Zu einer auf pH 7,2 gepufferten 0,15
M NaCl-Lösung
von {trans-RuCl4(Me2SO)(Im)}ImH
(Im = Imidazol) (10 g/l) wird ein äquivalente Menge Ascorbinsäure gegeben.
Bald nach dem Vermischen wir die erhaltene Lösung mittels 1H-NMR
analysiert. Das aufgezeichnete Spektrum zeigt die vollständige Reduktion
des Ruthenium(III)-Kerns zu Ruthenium(II) mit einer äußerst schnellen
Reaktionskinetik.
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Die Tatsache, daß das Signal, das dem mit Ruthenium
koordinierten Me2SO entspricht, bei 3,60
ppm ausgelesen wird (wohingegen das Me2SO-Signal, das mit dem
Ruthenium(III)-Komplex koordiniert ist, bei –15 ppm sein muß), und
daß die
spektrale Breite gleich 3 Hz ist (während der entsprechende wert
im Spektrum des Ruthenium(III)-Komplexs 370 Hz sein muß), zeigte
die Umwandlung des Rutheniumkerns von paramagnetisch zu diamagnetisch.
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Außerdem wurden im Spektrum weiter
koordinierte Imidazoliumsignale (8,53 ppm, H2; 7,83 und 7,54 ppm
H4, H5) und von freiem Imidazolium (8,46 ppm, H2; und 7,39 ppm H4,
H5) beobachtet. Die Signale bei 4,83, 4,67 und 4,35 ppm entsprachen
den Signalen der oxidierten Ascorbinsäure.
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Entsprechend der obigen Information
erwies es sich, daß die
Reduktion des Ruthenium(III)-Komplexes die dianionische Spezies
erzeugt hat, {trans-RuCl4(Me2SO)(Im)}2-, entsprechend Ruthenium(II).
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Beispiel 2: Herstellung
des Rutheniumkomplexes (II) durch Reduktion von {trans-RuCl4(Me2SO)(Pyz)}PyzH (Pyz
= Pyrazin) mit Ascorbinsäure
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Zu einer wäßrigen Lösung des Ruthenium(III)-Komplexes
{trans-RuCl4(Me2SO)(Pyz)}PyzH
(Pyz = Pyrazin) in 0,1 M Phosphatpuffer, pH 7,4, wird eine äquivalente
Menge (1 : 1) von Ascorbinsäure
gegeben. Unmittelbar nach dem Vermischen wird die erhaltene Lösung mittels 1H-NMR analysiert. Das aufgezeichnete Spektrum
betont die vollständige
Reduktion des Ru(III)- zum Ru(II)-Kern, entsprechend der Beobachtung
im vorhergehenden Beispiel. Die Multiplettsignale bei 9,66 und 8,70
ppm des Spektrums betonten die Gegenwart von Pyrazin, das an das
Ruthenium der dianionischen {trans-RuCl4(Me2SO)(Pyz)}2--Spezies
koordiniert ist. Die Signale des freien PyzH+ werden
bei 8,69 ppm ausgelesen. Die Protonen des Me2SO,
das an Ruthenium(II) koordiniert ist, werden bei ca. 3,65 ppm detektiert.
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Beispiel 3: Herstellung
des Ruthenium(II)-Komplexes durch Reduktion von {trans-RuCl4(Me2SO)(Im)}ImH
mit Ascorbinsäure
(Äquivalenzverhältnis =
2,5 : 1)
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Eine wäßrig Lösung des Ruthenium-Komplexes
{trans-RuCl4(Me2SO)(Im)}ImH
(1,832 g/l), die Ascorbinsäure
enthält
(1,41 × 10-2 g/l), wurde hergestellt. Unmittelbar nach
dem Rühren
wurde die Lösung
in eine Quarzküvette
(Lichtweg: 1 cm) überführt, und
die UV/VIS-Spektren wurden zu definierten Zeitpunkten aufgezeichnet.
Die Abnahme der Extinktion (Abs) bei 390 nm, die Hauptabsorptionsbande,
zeigte die Reduktion des Ruthenium(III)-Komplexes zu Ruthenium(II).
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Untersuchungen
zur biologischen Aktivität
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Beispiel 4: In vivo-Aktivitätstests
der Zusammensetzungen der erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexe an
Mäusen,
die an MCa-Mammakarzinom erkrankt sind: Hemmaktivität auf die
Bildung von Lungenmetastasen
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Sechs Gruppen, die aus 6 verwandten
weiblichen Mäusen
von Stamm CBA/Lac mit einem Gewicht von 23 ± 3 g bestanden, wurden am
Tag 0 mit 106 lebensfähigen
Zellen (gemäß Bestimmung
mit Trypan-Blau-Ausschlußtest)
vom MCa-Mammakarzinom in einem Volumen von 0,05 ml von Dulbeccos
auf pH 7,4 gepufferter, calcium- und magnesiumfreier physiologischer
Kochsalzlösung
(D-PBS) durch intramuskuläre
Injektion mit einer sterilen Insulinspritze geimpft. die Tumorzellen
stammen aus Spendern des gleichen Stammes, wurden mit einer sterilen
Insulinspritze gemäß dem gleichen
Verfahren zwei Wochen zuvor transplantiert. Die Tumorzellen in PBS-Suspension
wurden hergestellt durch mechanisches Zerkleinern der aus Spendermäusen erhaltenen
Tumormasse und durch weiteres Entfernen von Gewebe und Zelltrümmern durch
Filtration durch eine Doppelschicht aus steriler Gaze und weiteres
Zentrifugieren mit 250 × g
für 10
Minuten. Die verwandten Tiere stammten aus einer Kolonie, die von
Chester Beatthy, London (UK) erhalten und an der Universität Triest
gemäß den Verfahren
zur Aufzucht von verwandten Tieren gezüchtet wurden. Die MCa-Mammakarzinom-Tumorlinie
stammt aus einem in flüssigem
Stickstoff aufbewahrten Vorrat von Tumorzellen, die ursprünglich vom
Rudjer Boskovic Institute, Zagreb (HR) erhalten wurden.
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Ab Tag 12 bis zum Tag 17 nach der
Tumorimplantation wurden die sechs Gruppen von Mäusen intraperitoneal unter
Verwendung einer sterilen Insulinspritze jeweils wie folgt behandelt:
- Gruppe 1: Kontrolle: 10 mg/kg Körpergewicht/Tag
von steriler pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 2: ASC: 6,69 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Ascorbinsäure
in steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 3: CYST: 12 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Cystein in steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 4: RUT: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag
des Ruthenium(III)-Komplexes, (ImH)(trans-RuCl4(Me2SO)(Im)], in
pyrogenfreier und steriler physiologischer Lösung;
- Gruppe 5: RUT-ASC: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag des Ruthenium(III)-Komplexes, (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)], und
12 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Cystein in steriler und pyrogenfreier physiologischer Kochsalzlösung;
- Gruppe 6: RUT-CYST: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag des Ruthenium(III)-Komplexes, (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)], und
12 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Cystein in steriler und pyrogenfreier physiologischer Kochsalzlösung.
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Die Reduktionsmittel Ascorbinsäure und
Cystein wurden in einem 1 entsprechenden Äquivalenzverhältnis zum
Ruthenium(III)-Komplex verwendet. Die Redoxreaktion war unmittelbar.
Die Verabreichung fand nach der analytischen Kontrolle der vollständigen Reduktion
des Ruthenium(III)-Komplexes
zu Ruthenium(II) statt.
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Am Tag 17 nach der Tumorimplantation
wurde das Wachstum des Primärtumors
ausgewertet und der Tumor chirurgisch nach allgemeiner Anästhesie
der Tiere mit Ketamin entfernt. Die Tumorgröße wurde durch Messung beider
orthogonaler Achsen des Tumors mittels Greifzirkel bestimmt; das
Gewicht in Gramm des um diese Achsen entwickelten Rotationskörpers wurde
gemessen unter Berücksichtigung
einer Tumordichte von 1 und unter Verwendung der Formel (π/6) · a2 · b,
worin a die Neben- und b die Hauptachse war.
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Am Tag 21 nach der Tumorimplantation
wurden die Mäuse
durch zervikale Dislokation getötet,
und die Lungenmetastasen wurden analysiert. Die aus dem Tier unmittelbar
nach der Tötung
entfernten Lungen wurden in einzelne Lappen unterteilt, die dann
unmittelbar mit einem schwach vergrößernden Mikroskop untersucht
wurden, das mit einem Okularraster zur Messung der Metastasengröße ausgerüstet war,
aus denen die zwei orthogonalen Achsen a und b (mit a ≤ b) identifiziert
werden. Die Metastasen wurden dann auf der Grundlage ihrer Abmessungen
gruppiert, und das metastatische Tumorgewebe wurde als Summe der
Massen jeder einzelnen Metastase berechnet, wobei jede davon als
um die oben genannten Achsen entwickelter Rotationskörper betrachtet
wurde, und wobei das Volumen durch die gleiche Formel berechnet
wurde, die für
den Primärtumor
verwendet wurde. Die erhaltenen experimentellen Daten wurden dann
durch geeignete statistische Tests verarbeitet. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 1 angegeben, worin die Anzahl und Gewichte der in jeder Gruppe
von Tieren erhaltenen Lungenmetastasen gezeigt sind. Tabelle
1

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Die in Tabelle 1 angegebenen Daten
zeigen, daß Cystein
(Gruppe 3) und Ascorbinsäure
(Gruppe 2) bei alleiniger Verwendung keine relevante Wirkung auf
die Lungenmetastasen ausüben,
während
der Ruthenium(III)-Komplex (Gruppe 4) und die Zusammensetzungen
der erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexe (Gruppen
5 und 6) eine deutliche Reduktion der Anzahl und eine noch deutlichere
Abnahme des Gewichts der Lungenmetastasen im Vergleich zu den Kontrollen
verursachten. Es ist offensichtlich, daß die erfindungs gemäßen Ruthenium(II)-Zusammensetzungen
(Gruppen 5 und 6) eine deutlichere Wirkung als das entsprechende
Ruthenium(III) (Gruppe 4) auf die Anzahl der Metastasen haben. In
Bezug auf das Metastasengewicht wurde die stärkere Wirkung in den Zusammensetzungen
beobachtet, die Cystein als Reduktionsmittel enthalten (Gruppe 6).
Es ist außerdem
relevant, daß im
Vergleich zur Behandlung mit den Ruthenium(III)-Komplexen gemäß dem Stand
der Technik (Gruppe 4) die Verwendung von erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexen (Gruppen
5 und 6) die Bildung von Metastasen verhinderte, wie es durch das
ap/at-Verhältnis
zwischen Tieren ohne Metastasen und der Anzahl der gesamten Tiere
im Vergleich zu den Kontrollbehandlungen gezeigt und durch statistische
Analyse (Fischer-Test) bestätigt
wird.
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Beispiel 5: In-vivo-Aktivitätstest der
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
auf Mäuse,
die an MCa-Mammakarzinom erkrankt sind: Hemmaktivität der Bildung
von Lungenmetastasen
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In einem weiteren Experiment ähnlich dem
vorhergehenden wurden sechs Gruppen von Tieren, die jeweils aus
7 verwandten weiblichen CBA/Lac-Mäusen mit einem Gewicht von
23 ± 3
g zusammengesetzt waren, am Tag 0 mit Zellen von MCa-Mammakarzinom
gemäß dem im
vorhergehenden Beispiel beschriebenen Protokoll geimpft. Ab dem
Tag 10 bis zum Tag 15 nach der Tumorimplantation wurden die sechs
Gruppen von Mäusen
intraperitoneal unter Verwendung einer sterilen Insulinspritze jeweils
wie folgt behandelt:
- Gruppe 1: Kontrolle: 10
ml/kg Körpergewicht/Tag
von steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 2: GLU: 23,5 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Glutathion in steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 3: CYST: 12 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Cystein in steriler und pyrogenfreier physiologischer Kochsalzlösung;
- Gruppe 4: RUT: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Ruthenium(III)-Komplex, (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)], in steriler und pyrogenfreier
physiologischer Kochsalzlösung;
- Gruppe 5: RUT-GLU: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag von Ruthenium(III)
[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)]
und 23,5 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Glutathion in steriler und pyrogenfreier physiologischer Kochsalzlösung;
- Gruppe 6: RUT-CYST: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag von Ruthenium(III)-Komplex (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)] und
12 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Cystein in steriler und pyrogenfreier physiologischer Kochsalzlösung.
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Die Reduktionsmittel Glutathion und
Cystein wurden in einem Äquivalenzverhältnis von
1 zum Ruthenium(III)-Komplex verwendet. Die Redoxreaktion erfolgte
unmittelbar.
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Die Verabreichung fand nach der analytischen
Kontrolle der vollständigen
Reduktion der Ruthenium(III)- zu Ruthenium(II)-Komplexen statt.
Am Tag 16 nach der Tumorimplantation wurde das Wachstum des Primärtumors
wie im vorhergehenden Beispiel beschrieben ausgewertet.
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Am Tag 23 nach der Tumorimplantation
wurden die Mäuse
getötet
und die Metastasen wie im vorhergehenden Beispiel ausgewertet. Die
erhaltenen experimentellen Daten wurden durch geeignete statistische Tests
verarbeitet und sind in Tabelle 2 angegeben, worin die Anzahl und
das Gewicht der in der behandelten Gruppe von Tieren erhaltenen
Lungenmetastasen ebenfalls angegeben sind. Tabelle
2
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Aus den in Tabelle 2 gezeigten Daten
ist die antimetastatische Wirkung der erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexe
(Gruppen 5 und 6) im Vergleich zur Wirkung der entsprechenden Verbindung
von Ruthenium(III) (Gruppe 4) klar ersichtlich; diese Wirkung bezieht
sich sowohl auf die Reduktion der Anzahl von Metastasen als auch,
sogar signifikanter, auf die Reduktion ihres Gewichts.
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Beispiel 6: In-vivo-Aktivitätstest der
Ruthenium(III)- und Ruthenium(II)-Komplexe des Standes der Technik
in BD2Fl-Mäusen,
die am Lewis-Lungenkarzinom (LLC) erkrankt sind
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Gruppen von 7 weiblichen BD2Fl-Mäusen wurden
mittels intramuskulärer
Injektion am Tag 0 mit Zellen des Lewis-Lungenkarzinoms (LLC) geimpft.
Ab Tag 8 bis zum Tag 13 wurden die Tiere mit dem Ruthenium(III)-Komplex [trans-RuCl4(DMSO)(Im)](ImH) (Verbindung der Formel
II) und mit dem Ruthenium(II)-Komplex trans-RuCl2(DMSO)4 behandelt, die beide zum Stand der Technik
gehören.
Am Tag 20 nach der Tumorimplantation wurden die Mäuse getötet und
die Metastasen ausgewertet. Alle Verfahren der Experimente wurden
wie in den vorhergehenden Beispielen berichtet durchgeführt.
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Die erhaltenen experimentellen Daten,
verarbeitet durch geeignete statistische Tests, sind in Tabelle 3
gezeigt. Tabelle
3
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Die in Tabelle 3 angegebenen Daten
zeigen, daß der
Ruthenium(III)-Komplex
der Formel (II) ([trans-RuCl4(DMSO)(Im)](ImH)),
der zum Stand der Technik gehört,
wirksamer in der Reduktion der Lungenmetastasen als der Ruthenium(II)-Komplex
(trans-RuCl2(DMSO)4)
des Standes der Technik ist.
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Toxizitätstests
-
Beispiel 7: Wirkungen
der in-vivo-Behandlung der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen auf Mäuse, die an
MCa-Mammakarzinom erkrankt sind
-
Vier Gruppen, von denen jede aus
7 weiblichen verwandten CBA/Lac-Mäusen mit
einem Gewicht von 23 ± 3
g bestand, wurden am Tag 0 mit MCa-Mammakarzinomzellen gemäß den in
den vorhergehenden Beispielen beschriebenen Protokoll geimpft. Ab
dem Tag 11 bis zum Tag 16 nach der Tumorimplantation wurden die
vier Gruppen von Mäusen
intraperitoneal unter Verwendung einer sterilen Insulinspritze jeweils
wie folgt behandelt:
- Gruppe 1: Kontrolle: 10
ml/kg Körpergewicht/Tag
von steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 2: CYST: 2 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Cystein in steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 3: RUT: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag
des Ruthenium(III)-Komplexes (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)] in
steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 4: RUT-CYST: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag des Ruthenium(III)-Komplexes (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)] und
12 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Cystein in steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung.
-
Das Reduktionsmittel (Cystein) wurde
in einem Äquivalenzverhältnis von
1 zum Ruthenium(III)-Komplex verwendet. Die Redoxreaktion erfolgte
unmittelbar.
-
Die Verabreichung fand nach analytischer
Kontrolle der vollständigen
Reduktion der Ruthenium(III)- zu den Ruthenium(II)-Komplexen statt.
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Am Tag 17 nach der Tumorimplantation
wurden die Mäuse
getötet,
der Primärtumor
und die Milz wurden entfernt und wie im vorhergehenden Beispiel
analysiert. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 angegeben, die zeigt:
die Gewichtsveränderung
des Primärtumors
(prozentuale Veränderung
im Vergleich zu den Kontrollen) ab dem Tag 11 bis zum Tag 17, das
Gewicht der Tiere am Tag 11 und 17, die Körpergewichtsveränderung
(ausgedrückt
als Prozentwert im Vergleich zu den Kontrollen) und das Milzgewicht
am Tag 17. Tabelle
4
-
Die in Tabelle 4 angegebenen Daten
zeigen, wie das Körpergewicht
und das Milzgewicht, die Indikatoren für die systemische Toxizität der Behandlung
sind, sich als der Kontrolle (Gruppe 1) ähnlicher zeigten, wenn die
Mäuse mit
den erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexen
behandelt wurden (Gruppe 4), als wenn sie nur mit Ruthenium(III)
(Gruppe 3) behandelt wurden. Diese Daten sind in Übereinstimmung
mit einer niedrigeren systemischen Toxizität der erfindungsgemäßen Ruthenium(II)-Komplexe
im Vergleich zu den Ruthenium(III)-Komplexen der entsprechenden
Formel.
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Beispiel 8: Wirkung der
in-vivo-Behandlung der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen auf Mäuse, die
an MCa-Mammakarzinom erkrankt sind.
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Vier Gruppen, die jeweils aus 6 weiblichen
verwandten CBA/Lac-Ratten mit einem Gewicht von 23 ± 3 g bestanden,
wurden am Tag 0 mit Tumorzellen gemäß dem in den vorhergehenden
Beispielen beschriebenen Protokoll geimpft. Ab Tag 12 bis zum Tag
17 nach der Tumorimplantation wurden die vier Gruppen von Mäusen intraperitoneal
unter Verwendung einer sterilen Insulinspritze jeweils wie folgt
behandelt:
- Gruppe 1: Kontrolle: 10 ml/kg Körpergewicht/Tag
von steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 2: ASC: 6,69 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Ascorbinsäure
in steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 3: RUT: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag
des Ruthenium(III)-Komplexes (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)] in
steriler und pyrogenfreier physiologischer Lösung;
- Gruppe 4: RUT + ASC: 35 mg/kg Körpergewicht/Tag des Ruthenium(III)-Komplexes (ImH)[trans-RuCl4(Me2SO)(Im)] und
6,69 mg/kg Körpergewicht/Tag
von Ascorbinsäure
in steriler und pyrogenfreier physiologischer Kochsalzlösung.
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Das Reduktionsmittel (Ascorbinsäure) wurde
in einem Äquivalenzverhältnis von
1 zum Ruthenium(III)-Komplex verwendet. Die Redoxreaktion war unmittelbar.
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Die Verabreichung fand nach analytischer
Kontrolle der vollständigen
Reduktion des Ruthenium(III)-Komplexes zu Ruthenium(II) statt.
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Am Tag 18 nach der Tumorimplantation
wurden der Primärtumor
und die Milz wie zuvor beschrieben entfernt und gewogen.
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Die Ergebnisse sind in Tabelle 5
angegeben, die zeigt: die Gewichtsveränderung des Primärtumors (Veränderung
in % gegenüber
den Kontrollen) von Tag 12 bis Tag 18, das Tiergewicht an den Tagen
12 und 18 und die Körpergewichtsveränderung
(prozentuale Veränderung
im Vergleich zu den Kontrollen).
Tabelle
5
-
Das Experiment bestätigt die
niedrigere Toxizität
der Ruthenium(II)-Komplexe
der Erfindung (Gruppe 4) im Vergleich zu den Ruthenium(III)-Komplexen des Standes
der Technik (Gruppe 3).
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Es ist aus den in Tabellen 4 und
5 angegebenen Daten ersichtlich, daß die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
weniger toxisch als die entsprechenden Ruthenium(III)-Komplex der
Formel (II) sind. Tatsächlich
ist nicht nur die Abnahme des Körpergewichts
geringer, sondern ebenfalls ist das Milzgewicht im wesentlichen
unverändert,
im Gegensatz zum Ablauf in der Gruppe mit der Ruthenium(III)-Verbindung.
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Als Ergebnis aller durchgeführten Aktivitäts- und
Toxizitätsuntersuchungen
ist es daher möglich
zu schließen,
daß die
Ruthenium(II)-Verbindungen
der Erfindung deutlich aktiver als die entsprechenden Ruthenium(III)-Komplexe
und als die Ruthenium(II)-Komplexe sind, die zum Stand der Technik
gehören.
Außerdem besitzen
die erfindungsgemäßen Komplexe
unterwartet eine niedrigere systemische Toxizität, im Gegensatz zu der Erwartung
aus dem Stand der Technik.
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Zusammengenommen zeigen die Ergebnisse,
daß eine
neue therapeutische Alternative zur Behandlung von Tumoren mit einer
höheren
und selektiveren Wirksamkeit und mit geringerer systemischer Toxizität im Vergleich
zu allen bekannten Behandlungen auf Basis von Ruthenium-Komplexen
hier offenbart wird.