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Die vorliegende Erfindung bezieht
sich auf eine Füllstoff-Zusammensetzung,
die ein eine Hydroxygruppe enthaltendes Polyacrylat, ein Polyisocyanat
und ein Pigment umfasst.
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Füllstoff-Zusammensetzungen
sind aus DE-A-35 46 594 und GB 2 186 281 bekannt. Beide Veröffentlichungen
offenbaren Füllstoff-Zusammensetzungen,
die Hydroxygruppen enthaltende Polyacrylate und Polyisocyanate umfassen.
Diese Füllstoff-Zusammensetzungen
sind zu weich, wenn sie gehärtet
sind, und ergeben eine mäßige Schleiffähigkeit.
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Die vorliegende Erfindung stellt
nun eine Füllstoff-Zusammensetzung
bereit, umfassend
- A) wenigstens ein eine Hydroxygruppe
enthaltendes Polyacrylat, umfassend
40 – 70 Gew.-% aromatische Vinylmonomere
und/oder Methylmethacrylat,
25 – 40 Gew.-% hydroxy-funktionelle
(Meth)acrylmonomere,
0 – 20
Gew.-% (Meth)acrylmonomere, die wenigstens 2 Kohlenstoffatome in
der Alkylgruppe aufweisen, und
0,5 – 2,5 Gew.-% (Meth)acrylsäure,
wobei
das eine Hydroxygruppe enthaltende Polyacrylat eine Hydroxylzahl
zwischen 100 und 160 mg KOH/g festes Harz, eine Säurezahl
zwischen 5 und 20 mg KOH/g festes Harz, ein Mw von
größer als
15 000 und ein Tg zwischen 25 °C und 100 °C aufweist, - B) wenigstens eine Polyisocyanat-Verbindung
und
- C) wenigstens ein Pigment,
wobei die Füllstoff-Zusammensetzung
eine Pigment-Volumenkonzentration im Bereich von 40 bis 80 % bezogen
auf Feststoffe aufweist.
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Die vorliegende Erfindung stellt
eine Füllstoff-Zusammensetzung
mit einem ausgezeichneten Gleichgewicht zwischen Topfzeit und Trocknungs-/Schleiffähigkeitseigenschaften,
Konsistenz gegenüber
Trocknungszeit und Viskosität
und Fließen
bereit. Der Füllstoff
kann für
Schleif- und Nichtschleifanwendungen verwendet werden, er kann mit
einer großen
Vielfalt von Polyisocyanaten gehärtet
werden und mit herkömmlichen Decklacken
bedeckt werden. Der Füllstoff
kann innerhalb eines großen
Temperatur- und Feuchtigkeitsbereichs verwendet werden. Eigenschaften
wie Schleiffähigkeit,
Haftung an ein Substrat und an einen Decklack, Topfzeit, Korrosionsbeständigkeit,
Wasserbeständigkeit,
Glanzbeständigkeit,
Härte und
Lagerbeständigkeit
sind denjenigen von kommerziellen Füllstoffen ähnlich oder besser als dieselben.
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Das eine Hydroxygruppe enthaltende
Polyacrylat kann aus aromatischen Vinyl-Verbindungen, Methylmethacrylat, Hydroxy-funktionellen
(Meth)acryl-Monomeren, (Meth)acryl-Monomeren mit wenigstens 2 Kohlenstoffatomen
in der Alkylgruppe und (Meth)acrylsäure hergestellt werden. Beispiele
aromatischer Vinyl-Verbindungen
schließen
Styrol und seine Derivate wie Vinyltoluol und Mischungen derselben
ein. Hydroxy-funktionelle (Meth)acryl-Monomere haben vorzugsweise
2 bis 4 Kohlenstoffatome in der Alkyl-Komponente. Beispielen von
Hydroxyfunktionellen (Meth)acryl-Monomeren schließen Hydroxyethyl(meth)acrylat,
Hydroxypropyl(meth)acrylat, Hydroxylbutyl(meth)acrylat und Mischungen
derselben ein. (Meth)acryl-Monomere haben vorzugsweise 2 bis 6 Kohlenstoffatome
in der Alkyl-Komponente. Beispiele von (Meth)acryl-Monomeren schließen Ethylmethacrylat,
Propylmethacrylat, Butylmethacrylat und Mischungen derselben ein.
Die Ausdrücke
(Meth)acrylat und (Meth)acrylsäure
beziehen sich jeweils auf Methacrylat und Acrylat sowie Methacrylsäure und
Acrylsäure.
Das eine Hydroxygruppe enthaltende Polyacrylat wird durch herkömmliche
Verfahren hergestellt, z.B. durch langsame Zugabe geeigneter Monomerer
zu einer Lösung
eines geeigneten Polymerisationsinitiators wie eines Azo- oder Peroxy-Initiators.
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Vorzugsweise umfasst das eine Hydroxygruppe
enthaltende Polyacrylat
47 – 53 Gew.-% aromatische Vinylmonomere
wie Styrol und/oder Methylmethacrylat,
28 – 33 Gew.-% hydroxy-funktionelle
(Meth)acrylmonomere wie Hydroxyethyl(meth)acrylat,
14 – 19 Gew.-%
(Meth)acrylmonomere, die wenigstens 2 Kohlenstoffatome in der Alkylgruppe
aufweisen, wie Butylacrylat, und
0,5 – 2 Gew.-% (Meth)acrylsäure.
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Das eine Hydroxygruppe enthaltende
Polyacrylat hat eine Hydroxylzahl zwischen 100 und 160 mg KOH/g
festes Harz, vorzugsweise zwischen 110 und 130 mg KOH/g festes Harz.
Die Säurezahl
des eine Hydroxygruppe enthaltenden Polyacrylats liegt zwischen
5 und 20 mg KOH/g festes Harz. Das Massenmittel der Molmasse (Mw) des Polymers, die durch Gelpermeationschromatographie
mit Polystyrol als Standard gemessen wurde, ist größer als
15 000, vorzugsweise zwischen 15 000 und 30 000. Die Glasübergangstemperatur (Tg) liegt zwischen 25 °C und 100 °C, vorzugsweise zwischen 40 °C und 60 °C, wie aus
den Glasübergangstemperaturen
des Homopolymers der einzelnen Monomere, die in der Literatur angegeben
werden (Fox-Gleichung, siehe Batzer, Polymeric Material 1935, Seite
307), berechnet wurde.
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Die Polyisocyanat-Verbindung ist
ein Vernetzungsmittel , das mit Hydroxygruppen reagiert. Polyisocyanate
sind Verbindungen mit zwei oder mehr Isocyanatgruppen pro Molekül und in
der Technik der Füllstoffe wohlbekannt.
Geeignete Polyisocyanate sind aliphatische Polyisocyanate, wie Trimethylendiisocyanat, 1,2-Propylendiisocyanat,
Tetramethylendiisocyanat, 2,3-Butylendiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat,
Octamethylendiisocyanat, 4-Isocyanatomethyl-1,8-octandiisocyanat, 2,2,4-Trimethylhexamethylendiisocyanat, 2,4,4-Trimethylhexamethylendiisocyanat,
Dodecamethylendiisocyanat, α,α'-Dipropyletherdiisocyanat
und trans-Vinylidendiisocyanat; alicycliclische Polyisocyanate,
wie 1,3-Cyclopentylendiisocyanat, 1,2-Cyclohexylendiisocyanat, 1,4-Cyclohexylendiisocyanat,
4-Methyl-1,3-cyclohexylendiisocyanat, 4,4'-Dicyclohexylendiisocyanatmethan, 3,3'-Dimethyl-4,4'dicyclohexylendiisocyanatmethan,
Norbornandiisocyanat und Isophorondiisocyanat; aromatische Polyisocyanate,
wie m- und p-Phenylendiisocyanat,
1,3- und 1,4-Bis(isocyanatmethyl)benzol, 1,5-Dimethyl-2,4-bis(isocyanatmethyl)benzol,
1,3,5-Triisocyanatbenzol, 2,4- und 2,6-Toluoldi isocyanat, 2,4,6-Toluoltriisocyanat, α,α,α',α'-Tetramethyl-o-, m- und p-xylylendiisocyanat,
4,4'-Diphenylendiisocyanatmethan,
4,4'-Diphenylendiisocyanat,
3,3'-Dichlor-4,4'-diphenylendiisocyanat
und Naphthalin-1,5-diisocyanat, und Mischungen der oben genannten
Polyisocyanate.
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Auch können solche Verbindungen Addukte
von Polyisocyanaten sein, z.B. Biurete, Isocyanurate, Allophanate,
Uretdione, Prepolymere von Polyisocyanaten und Mischungen derselben.
Beispiele solcher Addukte sind das Addukt von 2 Molekülen Hexamethylendiisocyanat
oder Isophorondiisocyanat an ein Diol wie Ethylenglycol, das Addukt
von 3 Molekülen
Hexamethylendiisocyanat an 1 Molekül Wasser, das Addukt von 1
Molekül
Trimethylolpropan an 3 Moleküle
Isophorondiisocyanat, das Reaktionsprodukt von 3 mol α,α,α',α'-Tetramethylxyloldiisocyanat mit 1 mol
Trimethylolpropan, das Addukt von 1 Molekül Pentaerythrit an 4 Moleküle Toluoldiisocyanat,
das Isocyanurat von Hexamethylendiisocyanat, das von Bayer unter
der Handelsbezeichnung Desmodur® N3390
und Desmodur® N3600
erhältlich
ist, das Uretdion von Hexamethylendiisocyanat, das von Bayer unter
der Handelsbezeichnung Desmodur® N3400
erhältlich
ist, das Allophanat von Hexamethylendiisocyanat, das von Bayer unter
der Handelsbezeichnung Desmodur® LS
2101 erhältlich
ist, das Addukt von 3 mol Toluoldiisocyanat an 1 mol Trimethylolpropan,
das von Bayer unter der Handelsbezeichnung Desmodur® L
erhältlich
ist, und das Isocyanurat von Isophorondiisocyanat, das von Hüls unter
der Handelsbezeichnung Vestanat® T1890
erhältlich
ist. Weiterhin sind (Co)polymere von isocyanatfunktionellen Monomeren,
wie α,α'-Dimethylm-isopropenylbenzylisocyanat,
zur Verwendung geeignet. Schließlich
können
die oben erwähntem
Isocyanate und Addukte derselben in Form von blockierten Isocyanaten
vorliegen, wie dem Fachmann bekannt ist.
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Bevorzugt werden das Isocyanurat
von Hexamethylendiisocyanat, das Biuret von Hexamethylendiisocyanat,
das Isocyanurat von Isophorondiisocyanat, Mischungen des Biurets
von Hexamethylendiisocyanat und des Isocyanurats von Isophorondiisocyanat
und Mischungen des Isocyanurats von Hexamethylendiisocyanat und
des Isocyanurats von Isophorondiisocyanat.
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Die Polyisocyanat-Verbindung wird
in einer solchen Menge verwendet, dass das Verhältnis der Isocyanatgruppen
zu der Gesamtzahl der Hydroxygruppen in der Füllstoff-Zusammensetzung im
Bereich von 0,5 bis 2 und vorzugsweise von 0,75 bis 1,25 liegt.
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Pigmente liegen in der Füllstoff-Zusammensetzung
der vorliegenden Erfindung vor. Brauchbare Pigmente sind verschiedene
Typen, die in der Technik üblich
sind, welche folgende – ohne
aber auf dieselben beschränkt
zu sein – einschließen: Titandioxid,
Graphit, Ruß,
Zinkoxid, Calciumsulfid, Chromoxid, Zinksulfid, Zinkchromat, Strontiumchromat,
Bariumchromat, Bleichromat, Bleicyanamid, Bleisilicochromat, gelbes
Nickeltitan, gelbes Chromtitan, rotes Eisenoxid, gelbes Eisenoxid,
schwarzes Eisenoxid, Naphtolrot und -braun, Anthrachinone, Dioxazinkviolett,
Isoindolingelb, Arylidgelb und -orange, Ultramarinblau, Phthalocyanin-Komplexe,
Amarant, Chinacridone, halogenierte Thioindigo-Pigmente, Verschnittpigmente wie Magnesiumsilicat,
Aluminiumsilicat, Calciumsilicat, Calciumcarbonat, Quarzstaub, Bariumsulfat
und Zinkphosphat und Mischungen derselben. Vorzugsweise werden Magnesiumsilicat,
Aluminiumsilicat, Bariumsulfat, Calciumcarbonat, Titandioxid, Zinkphosphat,
vorzugsweise mikronisiert, und Mischungen derselben verwendet. Die
Pigmentvolumen-Konzentration
in der Füllstoff-Zusammensetzung
reicht von 40 % bis 80 %, vorzugsweise von 40 % bis 60 %, bezogen
auf Feststoffe.
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Die Füllstoff-Zusammensetzung kann
auch Katalysatoren für
die Isocyanat-Hydroxy-Reaktion
umfassen, wie Dibutylzinndilaurat, Dimethylzindilaurat, Dioctylzinndilauratdiazabicyclooctan
(DABCO), Zirconiumoctoat, Triethylamin und Mischungen derselben.
Vorzugsweise wird eine Mischung von Dibutylzinndilaurat und Zirconiumoctoat
verwendet. Der Katalysator wird in einer Menge von 0,001 Gew.-%
bis 5 Gew.-%, bezogen auf festes Harz, vorzugsweise von 0,1 bis
2,5 Gew.-% verwendet. Das Mischungsverhältnis von Dibutylzinndilaurat
und Zirconiumoctoat kann im Bereich von 1:5 – 100, vorzugsweise von 1:15 – 75 liegen.
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Die Zusammensetzung kann weiterhin
herkömmliche
Polymere umfassen, wie ein Polyesterharz, ein Epoxyharz, das gegebenenfalls
hydroxylfunktionell ist, und Mischungen derselben. Auch Haftvermittler,
wie Amino-, Mercapto- und Epoxysilane und Elastizitätsverbesserer
wie Elast-o-ActifTM von Akzo Nobel Coatings BV,
Niederlande, können
eingeschlossen sein.
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Vorzugsweise kann Nitrocellulose
zu der Füllstoff-Zusammensetzung
gegeben werden, um die Konsistenz zu verstärken. Nitrocellulose kann in
einer Menge von 0,01 bis 5 Gew.-% der Füllstoff-Zusammensetzung verwendet
werden.
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Die Zusammensetzung kann weiterhin
konventionelle Additive umfassen, wie Stabilisatoren, Tenside, UV-Absorber,
Katalysatorblockierer, Antioxidationsmittel, Pigment-Dispergiermittel,
Fließmitteladditiven,
Rheologieregler, Egalisierhilfsmittel und Lösungsmittel. Das Lösungsmittel
kann jedes Lösungsmittel
sein, das in der Technik bekannt ist, d.h. aliphatische und/oder
aromatische Kohlenwasserstoffe. Beispiele schließen die folgenden ein: Solvesso® 100,
Toluol, Xylol, Butanol, Isopropanol, Butylacetat, Ethylacetat, Methoxypropylacetat,
Aceton, Acetylaceton, Methylisobutylketon, Methylisoamylketon, Methylethylketon,
Methoxypropanal, Diacetonalkohol, Butylglycolacetat, Ethylethoxypropionat,
Tetrahydronaphthalin und Mischungen derselben.
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Vorzugsweise umfasst die Füllstoff-Zusammensetzung
weniger als 600 g/l flüchtiges
organisches Lösungsmittel,
bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, mehr bevorzugt weniger
als 550 g/l, am meisten bevorzugt weniger als 525 g/l, gemessen
gemäß ISO 11890.
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Die Füllstoff-Zusammensetzungen werden
in einem Ein-, Zwei- oder Dreikomponentensystem formuliert, und
zwar in Abhängigkeit
von der Auswahl der freien Isocyanatgruppen oder der blockierten
Isocyanatgruppen und dem Vorliegen von Katalysatoren in dem System.
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Die Füllstoff-Zusammensetzung der
vorliegenden Erfindung wird zur Herstellung beschichteter Substrate
verwendet. Diese Substrate schließen Holz, Kunststoff und Metall
ein. Das Substrat kann vorher mit einem Primer beschichtet werden,
bevor die Füllstoff-Zusammensetzung
aufgetragen wird. Die Füllstoff-Zusammensetzung
ist besonders in der Reparaturlackindustrie brauchbar, insbesondere
der Karosseriewerkstatt, um Automobile zu reparieren. Die Füllstoff-Zusammensetzung
ist auch in der Automobilindustrie zum Decklackieren großer Transportfahrzeuge
wie Züge
und Busse anwendbar, und sie kann auch bei Flugzeugen verwendet werden.
Die Füllstoff-Zusammensetzung
kann unter Verwendung herkömmlicher
Sprühgerätschaften
oder großvolumiger
Niederdruck-Sprühgerätschaften
aufgetragen werden, was einen Decklack hoher Qualität ergibt.
Andere Arten des Auftragens sind Walzenauftrag, Streichen, Bespritzen,
Fließbeschichten,
Eintauchen, elektrostatisches Sprühen oder Elektrophorese, wobei
das Sprühen
bevorzugt wird. Beispielhafte Metallsubstrate schließen Stahl,
verzinkten Stahl, Aluminium, Kupfer, Zink, Magnesium und Legierungen
derselben ein. Die Härtungstemperaturen
liegen vorzugsweise zwischen 0 °C
und 80 °C
und mehr bevorzugt zwischen 20 °C und
60 °C. Die
Härtung
kann auch unter IR-Licht durchgeführt werden.
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Es ist ein weiterer Vorteil der Füllstoff-Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung, dass sie Schichten von 25 μm bis 250 μm ohne irgendein
Problem bereitstellen können.
Die erwähnte
Dicke bezieht sich auf die Trockenfilmdicke. Die Schichtdicke kann
ohne Gardinenbildung und Blasenbildung erreicht werden.
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Die Erfindung wird weiterhin durch
die folgenden Beispiele erläutert.
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Beispiele
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Die folgenden Verfahren wurden verwendet,
falls nichts Anderweitiges angegeben ist.
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Die Viskosität wird in einem DIN Auslaufbecher
Nr. 4 gemäß DIN 53221-1987
(Din C 4) gemessen. Die Viskosität
wird in Sekunden angegeben.
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Die Topfzeit ist die Zeitspanne zwischen
dem anfänglichen
Vermischen aller Komponenten und dem Punkt, an dem die Viskosität auf das
Doppelte der anfänglichen
Viskosität
angestiegen ist.
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Das VOC der Füllstoff-Zusammensetzung wird
gemäß ISO 11890
gemessen. Die Persoz-Härte
wird gemäß ISO 1522-1973
gemessen, außer
dass eine Stahlplatte, die behandelt wurde, wie in den Beispielen angegeben
ist, anstelle einer Glasplatte verwendet wird.
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Die Adhäsion wird gemäß ISO 2409
gemessen. Die Adhäsion
wird auf einer Skala von 0 (= kein Ablösen) bis 5 (vollständiges Ablösen) visuell
bestimmt.
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Die Elastizität wird gemäß ISO 1520 (Erichsen) und gemäß ASTM D2974
(Aufprallen) bestimmt.
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Die Steinsplitterbeständigkeit
wird gemäß Ford BI
157-04 bestimmt. Die Platten werden auf einer Skala von 0 (=gut)
bis 7 (=schlecht) visuell bewertet. Ein erster Test wurde mit einer
nicht behandelten Platte durchgeführt. Ein zweiter Test an der
gleichen Stelle auf der Platte wurde nach einem 72stündigen Einweichen
in Wasser gemäß ASTM D870
durchgeführt.
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Die Wasserbeständigkeit wird gemäß ASTM D4585
(Kondensationstest QTC 40 °C)
gemessen.
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Die Korrosionsbeständigkeit
wurde gemäß ASTM B117
(Salzsprühtest)
gemessen.
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Die folgenden Verbindungen wurden
verwendet:
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Hydroxygruppe-enthaltendes Polyacrylat
A mit der folgenden Monomer-Zusammensetzung:
53 Gew.-% Styrol, 28 Gew.-% Hydroxyethylmethacrylat, 18 Gew.-% Butylacrylat
und 1 Gew.-% Acrylsäure,
Mw = 21 000 (GPC mit Polystyrol als Standard);
Hydroxyzahl = 120 mg KOH/g festes Harz, Säurezahl: = 8 mg KOH/g festes
Harz; Tg = 47 °C und Feststoffgehalt = 52 Gew.-%
in Xylol.
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Hydroxygruppe-enthaltendes Polyacrylat
B, das gemäß Copolymer
1 – offenbart
in
DE 35 46 594 und GB
2 186 281 – hergestellt
wurde, mit der folgenden Monomer-Zusammensetzung:
30 Gew.-% Styrol, 18,4 Gew.-% Methylmethacrylat, 30 Gew.-% Hydroxyethylmethacrylat,
20,3 Gew.-% Butylacrylat und 1,3 Gew.-% Acrylsäure. M
w =
6750 (GPC mit Polystyrol als Standard); Hydroxyzahl = 120 mg KOH/g
festes Harz, Feststoffgehalt = 71 Gew.-%.
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Hydroxygruppe-enthaltendes Polyacrylat
C mit der folgenden Monomer-Zusammensetzung:
30 Gew.-% Styrol, 18,4 Gew.-% Methylmethacrylat, 30 Gew.-% Hydroxyethylmethacrylat,
20,3 Gew.-% Butylacrylat und 1,3 Gew.-% Acrylsäure. Mw =
33 400 (GPC mit Polystyrol als Standard); Hydroxyzahl = 120 mg KOH/g
festes Harz; Feststoffgehalt = 62 Gew.-%.
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Hydroxygruppe-enthaltendes Polyacrylat
D, das gemäß Copolymer
7 – offenbart
in
DE 35 46 594 und GB
2 186 281 – hergestellt
wurde, mit der folgenden Monomer-Zusammensetzung:
50,5 Gew.-% Styrol, 17,6 Gew.-% Methylmethacrylat, 15 Gew.-% Hydroxyethylacrylat,
15,2 Gew.-% 2-Ethylhexylacrylat und 1,8 Gew.-% Acrylsäure. M
w = 28 900 (GPC mit Polystyrol als Standard);
Hydroxyzahl = 80 mg KOH/g festes Harz; Feststoffgehalt = 51 Gew.-%.
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DBTL ist Dibutylzinndilaurat, 1 Gew.-%
in Xylol.
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Durham-Zirconium 18 ist 63 Gew.-%
Zirconiumoctoat in Exxsol D60.
NCO – X: Isocyanurat von Hexamethylendiisocyanat,
NCO – Y: 4:1
Gewichtsmischung des Biurets von Hexamethylendiisocyanat und des
Isocyanurats von Isophorondiisocyanat
NCO – Z: 5:1 Gewichtsmischung des
Isocyanurats von Hexamethylendiisocyanat und des Isocyanurats von Isophorondiisocyanat
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Beispiele 1 bis 24
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Die Füllstoff-Zusammensetzung wird
aus den folgenden Verbindungen hergestellt, außer dem Polyisocyanat und DBTL:
27,6
g eine Hydroxygruppe enthaltendes Polyacrylat A
14,8 g Titandioxid
10
g mikronisiertes Zinkphosphat
10 g Calciumcarbonat
21,8
g Aluminiumsilicat
14 g Butylacetat und Methoxypropylacetat
1,25
g herkömmliche
Additive 0,5 g Durham-Zirconium 18 Tabelle
1
Füllstoff-Zusammensetzungen
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Substrat
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Stahl
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Eine Stahlplatte wurde mit M600 Degreaser
(im Handel von Akzo Nobel Coatings BV, Niederlande erhältlich)
entfettet und maschinell mit P180 geschliffen.
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Aluminium
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Eine Aluminiumplatte wurde mit M600
Degreaser entfettet und mit einem rotem Scotch Brite Kissen, Typ
A abgerieben.
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Verzinkter Stahl
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Ein verzinkter Stahl wurde mit M600
Degreaser entfettet und mit einem rotem Scotch Brite Kissen, Typ A
abgerieben. Dann wurde die Platte wieder mit M600 entfettet.
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Vorbeschichtungen
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Die Platten wurden vor dem Auftragen
des Füllstoffs
mit Washprimer CR von Akzo Nobel Coatings BV, Niederlande behandelt.
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Decklacke
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B/C = Basis/Klarlack
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- Autobase (im Handel von Akzo Nobel-Coatings erhältlich),
- Autoclear MS 2000 (im Handel von Akzo Nobel-Coatings erhältlich).
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Feste Farben
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- AC: Autocryl (im Handel von Akzo Nobel-Coatings erhältlich),
- AC+: Autocryl Plus (im Handel von Akzo Nobel-Coatings erhältlich),
- AC LV: Autocryl LV 480 (im Handel von Akzo Nobel-Coatings erhältlich).
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Schleiffüllstoffe
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Die vorher beschichteten Substrate
wurden mit den Schleiffüllstoffen
besprüht
und 1 Tag bei Raumtemperatur getrocknet. Dann wurden die beschichteten
Substrate mit P500 geschliffen und mit den unterschiedlichen Decklacken
beschichtet. Die Dicke der getrockneten Füllstoffschicht war 70 bis 100 μm.
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Das Schleifen war nach dreistündigem Trocknen
bei Raumtemperatur, 30minütigem
Trocknen bei 60 °C,
16stündigem
Trocknen bei 10 °C
oder 15minütigem
Trocknen unter IR-Licht möglich.
Demgemäß ist die Trocknungszeit
der Schleiffüllstoffe
ausgezeichnet.
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Nichtschleif-Füllstoffe
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Die vorher beschichteten Substrate
wurden mit Nichtschleif-Füllstoffen
besprüht
und direkt mit den unterschiedlichen Decklacken beschichtet (nass-auf-nass).
Die geschätzte
Dicke der getrockneten Füllstoffschicht
war 35 bis 50 μm.
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Die Topfzeit sowohl der Schleif-
als auch der Nichtschleif-Füllstoffe
war 60 bis 120 min. Das Gleichgewicht zwischen Topfzeit und Trocknungs/Schleiffähigkeitseigenschaften
war ausgezeichnet, ebenso wie die Konsistenz gegenüber der
Trocknungszeit. Die Fließeigenschaften
waren ausgezeichnet, insbesondere für den Schleiffüllstoff,
der ein geringeres Schleifen ergab. Die Glanzbeständigkeit
war gut.
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Die Ergebnisse der Eigenschaften
des Systems sind nachstehend in den Tabellen 2 und 3 aufgeführt.
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Tabelle
2
Eigenschaften von Schleiffüllstoff und Nichtschleiffüllstoff
auf Stahl mit Vorbeschichtung
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Die Schleif- und Nichtschleif-Füllstoffe
der vorliegenden Erfindung stellen eine ausgezeichnete Härte, Elastizität, Adhäsion, Wasser-
und Korrosionsbeständigkeit
bereit, und zwar unabhängig
von den verwendeten Härtungsmitteln.
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Tabelle
3
Eigenschaften von Schleif- und Nichtschleif-Füllstoff
auf verzinktem Stahl und Aluminium mit Vorbeschichtung
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Wiederum sind die Systemeigenschaften
der Platten, die mit Schleif- und Nichtschleif-Füllstoffen beschichtet wurden,
ausgezeichnet.
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Beispiel 25 und Vergleichsbeispiele
A und B
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Die folgende Füllstoff-Zusammensetzung wurde
hergestellt:
27,6 g Hydroxygruppe enthaltendes Polyacrylat
C (der Feststoffgehalt wurde unter Zugabe von Butylacetat auf 51
% gebracht)
14,8 g Titandioxid
10 g mikronisiertes Zinkphosphat
10
g Calciumcarbonat
21,8 g Aluminiumsilicat
14 g Butylacetat
und Methoxypropylacetat
1,25 g herkömmliche Additive
0,5 g
Durham-Zirconium 18
0,5 g DBTL
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NCO-X wurde zugegeben, um ein NCO:OH-Verhältnis von
1 zu erhalten. Diese Füllstoff-Zusammensetzung
wurde auf eine Stahlplatte aufgetragen. Die Schleifeigenschaften
und die MEK-Beständigkeit
wurden nach dreistündigem
Trocknen bei Umgebungstemperatur bestimmt. Der Versuch wurde wiederholt,
außer dass
das Hydroxygruppe enthaltendes Polyacrylat C mit einem Feststoffgehalt
von 51 % durch das Hydroxygruppe enthaltende Polyacrylat B oder
das Hydroxygruppe enthaltende Polyacrylat D ersetzt wurde. Die Ergebnisse
der Versuche sind in der Tabelle 4 aufgeführt.
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Tabelle
4
Eigenschaften von Schleiffüllstoffen, die unterschiedliche
Hydroxygruppen enthaltende Polyacrylate umfassen
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Bewertung
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0 = am schlechtesten, 10 = am besten.
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Schleiffähigkeit
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Wird als Verklumpen des Schleifpapiers
bewertet, d.h. die Bildung von harten, glänzenden Klumpen, die an dem
Schleifpapier kleben.
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MEK-Beständigkeit
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Ein Stück Baumwolle, das mit Methylethylketon
durchtränkt
ist, wird 1 Minute lang auf die Beschichtung gelegt; nach dem Entfernen
der Baumwolle wird die Härte
mit dem Fingernagel beurteilt.
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Härte
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Sie wird mit dem Fingernagel beurteilt.
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Wie aus den Ergebnissen der Tabelle
4 ersichtlich ist, stellt eine Füllstoff-Zusammensetzung gemäß der Erfindung
bessere Ergebnisse bereit als eine Füllstoff-Zusammensetzung gemäß dem Stand
der Technik.