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Verwandte Anmeldungen
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Diese Anmeldung beansprucht die Priorität der vorläufigen U.S.-Patentanmeldung
Serien-Nr. 60/127,339, eingereicht am 01. April 1999 und 60/138,119,
eingereicht am 07. Juni 1999; ist eine teilweise Fortführung der
U.S.-Patentanmeldung Serien-Nr. 09/401,212, eingereicht am 22. September
1999, die eine teilweise Fortführung
der U.S.-Patentanmeldung Serien-Nr. 08/865,341, eingereicht am 29.
Mai 1997, ist; und ist verwandt mit U.S.-Patentanmeldung Serien-Nr.
09/468,673, eingereicht am 21.12.1999.
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Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
Verfahren und Vorrichtungen für
zellbasiertes Screening (Durchmustern) mit hohem Durchsatz und hohem
biologischen Gehalt.
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Hintergrund
der Erfindung
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In dem wachsenden Bereich der Arzneistofferkennung
und kombinatorischen Chemie zur Erzeugung von Kandidatenverbindungen,
würde es
sehr nützlich
sein, in der Lage zu sein, schnell eine große Anzahl von Substanzen auf
ihre physiologische Wirkung auf Tiere und Menschen durch einen Screen
mit hohem Durchsatz zu screenen. Bevor die Wirksamkeit eines "teilweise qualifizierten" Arzneistoffkandidaten
in Tieren gemessen wird, könnte
das Arzneimittel zunächst
auf seine biologische Aktivität
und potentielle Toxizität
in lebenden Zellen gescreent werden. Die physiologische Antwort
des Arzneistoffkandidaten könnte
dann aus den Ergebnissen dieser Zellscreens (Zellmusterungen) vorhergesagt
werden.
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Herkömmlicherweise wurden "Leitverbindungen" schnell in aufwendige
Tieruntersuchungen gebracht, die sowohl zeitraubend als auch teuer
sind. Darüber
hinaus wird ausgedehntes Arzneimitteltesten in Tieren zunehmend
weniger kulturell akzeptabel. Das Screening von Arzneimittelkandidaten
auf ihre Interaktion mit lebenden Zellen vor Tierversuchen kann
die Anzahl der Tiere, die in den nachfolgenden Screeningverfahren
benötigt
werden, reduzieren durch Ausschließen einiger Arzneimittelkandidaten,
bevor sie in die Tierversuche gehen. Allerdings ermöglicht die
Manipulation und Analyse von Arzneimittel-Zellinteraktionen unter
Verwendung der aktuellen Verfahren nicht sowohl Screens mit hohem
Durchsatz als auch Screens mit hohem biologischen Gehalt, aufgrund
der geringen Anzahl von Zellen und Verbindungen, die in einem gegebenen
Zeitraum analysiert werden können,
der schwerfälligen
Verfahren, die für
die Verbindungslieferung erforderlich sind und der großen Volumina
von Verbindungen, die zum Testen erforderlich sind.
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Screening mit hohem Durchsatz von
Nukleinsäuren
und Polypeptiden wurde unter Verwendung von DNA-Chiptechnologien
erreicht. In typischen DNA-Analyseverfahren werden DNA-Sequenzen von 10
bis 14 Nukleotiden an definierte Orte (oder Spots) angeheftet, bis
zu zehntausenden, auf einer kleinen Glasplatte (U.S.-PS Nr. 5,556,752).
Dies erzeugt einen Array (Anordnung) von Spots (Orten) von DNA auf
einer gegebenen Glasplatte. Der Ort eines Spots auf dem Array stellt
eine Adresse für
spätere
Referenz zu jedem DNA-Spot zur Verfügung. Die DNA-Sequenzen werden
dann mit komplementären
DNA-Sequenzen, die mit fluoreszierenden Molekülen markiert sind, hybridisiert.
Signale von jeder Adresse auf dem Array werden detektiert, wenn die
fluoreszierenden Moleküle,
die an die hybridisierenden Nukleinsäuresequenzen angeheftet sind,
in Anwesenheit von Licht fluoreszieren. Diese Vorrichtungen wurden
verwendet, um Screeningsysteme mit hohem Durchsatz füf DNA-Sequenzen in Bemühungen zur
Arzneimittelentdeckung zur Verfügung
zu stellen und in dem humanen Genom Sequenzierungsprojekt. In ähnlicher
Weise wurden Proteinsequenzen von unterschiedlicher Aminosäurelänge in unterschiedlichen
Spots als ein Array auf einer Glasplatte angeheftet (U.S.-PS Nr. 5,143,854).
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Die Information, die durch einen
Array von entweder Nukleinsäuren
oder Aminosäuren
die auf Glasplatten gebunden sind, zur Verfügung gestellt wird, ist eingeschränkt, gemäß der ihr
zugrundeliegenden "Sprachen". Beispielsweise
haben DNA-Sequenzen eine Sprache von nur vier Nukleinsäuren und
Proteine haben eine Sprache von etwa 20 Aminosäuren. Im Gegensatz dazu hat
eine lebende Zelle, die eine komplexe Organisation von biologischen
Verbindungen umfasst, eine ausgedehnte "Sprache" mit einer begleitenden Vielzahl von
potentiellen Interaktionen mit einer Vielzahl von Substanzen, wie
DNA, RNA, Zelloberflächenproteinen,
intrazellulären
Proteinen und dergleichen. Da ein typisches Ziel für Arzneimittelwirkung
mit und in den Zellen des Körpers
ist, stellen Zellen selbst ein extrem nützliches Screeningwerkzeug
in der Arzneistofferkennung zur Verfügung, wenn sie mit empfindlichen
Nachweisreagenzien kombiniert werden. Es würde somit am Nützlichsten sein,
eine Screeningvorrichtung mit hohem Durchsatz und hohem Gehalt zu
haben, um räumliche
Informationen mit hohem Gehalt auf zellulärer und subzellulärer Ebene
zur Verfügung
zu stellen, genauso wie zeitliche Informationen über Veränderungen in physiologischen,
biochemischen und molekularen Aktivitäten.
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Mikroarrays
von Zellen
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Es wurden Verfahren zur Herstellung
von Mikroarrays eines Einzelzelltypus auf einem üblichen Substrat für andere
Anwendungen beschrieben. Ein Beispiel eines solcher Verfahren ist
die photochemische Fotolack-Fotolithografie (Resist Photolithography)
(Mrksich und Whitesides, Ann. Rev. Biophys. Biomol. Struct. 25:
55–78,
1996), in der eine Glasplatte gleichmäßig mit einem Fotolack beschichtet
wird und eine Fotomaske über
die Fotolackbeschichtung gebracht wird, um den "Array" (die Anordnung) zu definieren oder
gewünschte Muster.
Nach Aussetzen gegen Licht wird der Fotolack in den unmaskierten
Bereichen entfernt. Die gesamte fotolithografisch definierte Oberfläche wird
einheitlich mit einer hydrophoben Substanz, wie einem Organosilan,
beschichtet, das sowohl an die Bereiche des exponierten Glases als
auch an die Bereiche, die mit dem Fotolack beschichtet sind, bindet.
Der Fotolack wird dann von der Glasoberfläche abgezogen, was einen Array von
Orten von freigelegtem Glas freilegt. Die Glasplatte wird dann mit
einem Organosilan gewaschen, dass terminale hydrophile Gruppen oder
chemisch reaktive Gruppen, wie Aminogruppen, besitzt. Das hydrophile Organosilan
bindet an die Orte des exponierten Glases mit dem Ergebnis, dass
die Glasplatte einen Array von hydrophilen oder reaktiven Spots
(lokalisiert in den Bereichen, auf denen ursprünglich Fotolack war) auf einer hydrophoben
Oberfläche
besitzt. Der Array von Spots von hydrophilen Gruppen stellt ein
Substrat für
unspezifische und nicht-kovalente Bindungen von bestimmten Zellen,
einschließlich
denen, die neuronalen Ursprungs sind, zur Verfügung (Kleinfeld et al., J.
Neurosci. 8: 4090–4120,
1988).
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In einem weiteren Verfahren, das
auf spezifischen nicht-kovalenten Interaktionen basiert, wird Prägung verwendet,
um eine Goldoberfläche,
die mit Protein-adsorptivem Alkanthiol beschichtet ist herzustellen (U.S.-PS
Nr. 5,776,748; Singhvi et al., Science 264: 696–698 (1994). Die bloße Goldoberfläche wird
dann mit Polyethylenglykol-terminierten Alkanthiolen beschichtet,
die Proteinabsorption widerstehen. Nachdem die ganze Oberfläche Laminin
ausgesetzt wurde, wurde ein zellbindendes Protein in der extrazellulären Matrix
gefunden, lebende Hepatozyten waren gleichmäßig angeheftet und wuchsen
auf den Lamininbeschichteten Inseln (Singhvi et al. 1994). Eine
Ausarbeitung, die starke, jedoch nicht-kovalente Metall-chelation einschließt, wurde
verwendet, um Goldoberflächen
mit Mustern von spezifischen Proteinen zu beschichten (Sigal et
al., Anal. Chem. 68: 490–497,
1996). In diesem Fall ist die Goldoberfläche mit Alkanthiolen, die mit
Nitrilessigsäure terminieren,
ge mustert. Die bloßen
Regionen des Goldes sind mit Tri(ethylenglykol) beschichtet, um
die Proteinabsorption zu reduzieren. Nach Zusatz von Ni2+ war
die spezifische Adsorption von fünf
Histidin-markierten Proteinen kinetisch stabil.
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Spezifischere Einzelzelltypbindung
kann erreicht werden durch chemisches Crosslinking (Quervernetzen)
von spezifischen Moleküle,
wie Proteinen, an reaktive Stellen auf dem gemusterten Substrat
(Aplin und Hughes, Analyt. Biochem. 113: 144–148, 1981). Eine weitere Ausarbeitung
von Substratmusterung erzeugt optisch einen Array von reaktiven
Spots. Eine Glasplatte wird mit einem Organosilan gewaschen, das
chemisch an das Glas adsorbiert, um das Glas zu beschichten. Die
Organosilanbeschichtung wird mit tiefem UV-Licht durch eine optische
Maske bestrahlt, die Muster auf einem Array definiert. Die Bestrahlung
spaltet die Si-C-Bindung, um reaktive Si-Radikale zu bilden. Die
Reaktion mit Wasser setzt die Si-Radikale
in polare Silanolgruppen um. Die polaren Silanolgruppen erzeugen
Spots auf dem Array und sind weiterhin modifiziert, um andere reaktive
Moleküle
an die Spots zu koppeln, wie offenbart in U.S.-PS Nr. 5,324,591.
Beispielsweise kann ein Silan, das eine biologisch funktionelle
Gruppe, wie eine freie Aminogruppe enthält, mit den Silanolgruppen reagieren.
Die freien Aminogruppen können
verwendet werden als Stellen der kovalenten Anheftung für Biomoleküle wie Proteine,
Nukleinsäuren,
Kohlenhydrate und Lipide. Die nichtgemusterte kovalente Anheftung
eines Lektins, von dem bekannt ist, dass es mit der Oberfläche von
Zellen interagiert, an ein Glassubstrat durch reaktive Aminogruppen
wurde gezeigt (Aplin & Hughes,
1981). Das optische Verfahren der Bildung eines Mikroarrays des
Einzelzelltyps auf einer Auflage (Support) erfordert weniger Schritte
und ist schneller als das Fotolackverfahren (d. h. nur zwei Schritte),
jedoch erfordert es die Verwendung von ultraviolettem Licht einer
hohen Intensität
von einer teuren Lichtquelle.
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Das Ergebnis all dieser Verfahren
ist ein Mikroarray eines Einzelzelltyps, da die biochemisch spezifischen
Moleküle
gleichmäßig an den
mikrogemusterten chemischen Array gebunden werden. In dem Fotolackverfahren
binden Zellen an einen Array hydrophiler Orte (Spots) und /oder
spezifische Moleküle,
die an diese Spots gebunden sind, binden wiederum Zellen. Somit
binden Zellen an alle Spots in dem Array in der gleichen Weise.
In dem optischen Verfahren binden Zellen an den Array von Spots
freier Aminogruppen durch Adhäsion.
Es gibt geringe oder keine Unterscheidung zwischen den Spots freier
Aminogruppen. Noch mal, Zellen binden an alle Spots in der gleichen
Weise und somit kann nur ein Einzelzelltyp der Zellinteraktion mit
diesen Zellarrays untersucht werden, da jeder Spot auf dem Array
im Wesentlichen der gleiche ist wie ein anderer. Solche Zellarrays
sind unflexibel in ihrer Anwendbarkeit als Werkzeuge zur Untersuchung
einer spezifischen Vielzahl von Zellen in einer Einzelprobe oder
einer spezifischen Vielzahl von Zellinteraktionen. Somit besteht
ein Bedarf an Arrays für
multiple Zelltypen auf einem gewöhnlichen
Substrat, um die Anzahl von Zelltypen und spezifischen Zellinteraktionen,
die gleichzeitig analysiert werden können, zu steigern, genauso
wie an Verfahren zur Herstellung dieser Mikroarrays multipler Zelltypen
auf einem gewöhnlichen
Substrat, um ein Screeningsystem von Zellen mit hohem Durchsatz
und hohem biologischen Gehalt zur Verfügung zu stellen.
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Optisches Lesen
der Zellphysiologie
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Die Durchführung eines Screens mit hohem
Durchsatz von vielen tausenden von Verbindungen erfordert die parallele
Handhabung und Prozessierung von vielen Verbindungen und Assay Verbindungsreagenzien.
Standardscreens mit hohem Durchsatz verwenden homogene Gemische
von Verbindungen und biologischen Reagenzien, zusammen mit einigen
Indikatorverbindungen, die in einen Array von Vertiefungen in Standardmikroplatten
mit 96 oder 384 Vertiefungen geladen werden (Kahl et al., J. Biol.
Scr. 2: 33–40,
1997). Das Signal, das von jeder Vertiefung gemessen wird, entweder
Fluoreszenzemission, optische Dichte oder Radioaktivität, integriert
das Signal von dem Gesamtmaterial in der Vertiefung, was einen Gesamtpopulationsdurchschnitt
von allen Molekülen
in der Vertiefung ergibt. Dieser Assaytyp wird normalerweise als
homogener Assay bezeichnet.
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Die U.S.-PS Nr. 5,581,487 beschreibt
ein Bildgebungs-Plattenlesegerät,
das einen CCD-Detektor
(ladungsgekoppelten optischen Detektor) verwendet, um den Gesamtbereich
einer Platte mit 96 Vertiefungen abzubilden. Das Bild wird analysiert,
um die Gesamtfluoreszenz pro Vertiefung für homogene Assays zu berechnen.
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Schroeder und Neagle beschreiben
ein System, das Laserscanningbeleuchtung mit geringem Winkel verwendet
und eine Maske, um selektiv Fluoreszenz in etwa 200 Mikrometern
des Bodens der Vertiefung in Standardplatten mit 96 Vertiefungen
anzuregen, um den Hintergrund zu reduzieren, wenn Zelleinzelschichten abgebildet
werden (J. Biomol. Scr. 1: 75-80,
1996). Dieses System verwendet eine CCD-Kamera, um den Gesamtbereich
des Plattenbodens abzubilden. Obwohl dieses System Signale misst,
die von einer Zelleinzelschicht auf dem Boden der Vertiefung stammen,
wird das gemessene Signal über
den Bereich der Vertiefung gemittelt und wird deshalb immer noch
als eine homogene Messung angesehen, da es eine durchschnittliche Antwort
einer Population von Zellen ist. Das Bild wird analysiert, um die
Gesamtfluoreszenz pro Vertiefung für zellbasierte homogene Assays
zu berechnen.
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Proffitt et al. (Cytometry 24: 204–213, 1996)
beschreibt ein halbautomatisiertes Fluoreszenzdigitales Bildgebungssystem
zur Quantifizierung von relativen Zellzahlen in situ, wobei die Zellen
mit Fluoreszeindiacetat (FDA) zuvor behandelt wurden. Das System
verwendet eine Vielzahl von Gewebekultur-Plattenformaten, insbesondere
Mikroplatten mit 96 Vertiefungen. Das System besteht aus einem invertierten
Epifluoreszenzmikroskop mit einer motorisierten Bühne, Videokamera,
Bildintensivierer und einem Mikrocomputer mit einem PC-Vision-Digitalisierer. Turbopascal-Software
kontrolliert die Bühne
und scannt die Platte durch Aufnahme multipler Bilder pro Vertiefung.
Die Software berechnet die Gesamtfluoreszenz pro Vertiefung, stellt
eine tägliche
Kalibrierung zur Verfügung
und konfiguriert das System für
eine Vielzahl von Gewebekultur Plattenformaten. Die Schwellenwertbildung
digitaler Bilder und die Verwendung von Reagenzien, die nur fluoreszieren, wenn
sie von lebenden Zellen aufgenommen werden, werden verwendet, um
die Hintergrundfluoreszenz zu reduzieren, ohne überschüssige Fluoreszenzreagenzien
zu entfernen.
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Eine Vielzahl von Verfahren wurden
entwickelt, um fluoreszierende Zellen mit einem Mikroskop abzubilden
und Informationen über
die räumliche
Verteilung und zeitlichen Veränderungen,
die in diesen Zellen auftreten, zu extrahieren. Ein Artikel, der
kürzlich
erschien, beschreibt viele dieser Verfahren und ihre Anwendungen
(Taylor et al., Am. Scientist 80: 322-335, 1992). Diese Verfahren wurden entworfen
und optimiert für
die Präparation
einer geringen Zahl von Proben für
Bildmessungen mit hoher räumlicher
und zeitlicher Auflösung der
Verteilung, Menge und biochemischer Umgebung von fluoreszierenden
Reportermolekülen
in den Zellen.
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Die Behandlung von Zellen mit Farbstoffen
und fluoreszierenden Reagenzien, die Abbildung der Zellen und die
Konstruktion von Zellen, die ein fluoreszierendes Reportermolekül erzeugen,
wie ein modifiziertes grün
fluoreszierendes Protein (GFP), sind nützliche Nachweisverfahren (Wang
et al., In Methods in Cell Biology, New York, Alan R. Liss, 29:
1–12,
1989). Das grün
fluoreszierende Protein (GFP) der Qualle Aequorea victoria hat ein
Anregungsmaximum bei 395 nm, ein Emissionsmaximum bei 510 nm und
benötigt
keinen exogenen Faktor. Die Verwendungen von GFP zur Untersuchung
der Genexpression und Proteinlokalisierung sind in Chalfie et al.,
Science 263: 802–805,
1994) diskutiert. Einige Eigenschaften von Wildtyp-GFP sind von
Morise et al. (Biochemistry 13: 2656–2662, 1974) und Ward et al.
(Photochem. Photobiol. 31: 611–615,
1980) offenbart. Ein Artikel von Rizzuto et al. (Nature 358: 325-327, 1992) diskutiert
die Verwendung von Wildtyp-GFP als ein Werkzeug zur Visualisierung
von subzellulären
Organellen in Zellen. Kaether und Gerdes (FEBS Letters 369: 267–271, 1995)
berichten die Visualisierung von Proteintransport über den
Sekretionssignalweg unter Verwendung von Wildtyp-GFP. Die Expression
von GFP in Pflanzenzellen wird von Hu und Cheng (FEBS Letters 369:
331–334,
1995) diskutiert, wohingegen GFP-Expression in Drosophila-Embryonen
von Davis et al. (Dev. Biology 170: 726–729, 1995) beschrieben wird.
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U.S.-PS Nr. 5,491,084 offenbart die
Expression von GFP aus Aequorea victoria in Zellen als Reportermolekül, fusioniert
an ein anderes Protein von Interesse. GFP-Mutanten wurden hergestellt
und verwendet in verschiedenen biologischen Systemen (Hasselhoff
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. 94: 2122–2127, 1997; Brejc et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci. 94: 2306–2311,
1997; Cheng et al., Nature Biotech. 14: 606–609, 1996; Heim und Tsien,
Curr. Biol. 6: 178–192,
1996; Ehrig et al., FEBS Letters 367: 163–166, 1995).
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Das ARRAYSCANTM-System,
wie entwickelt von Cellomics, Inc. (U.S.-PS Nr. 5,989,835) und U.S.-Anmeldung
Serien-Nr. 09/031,271, eingereicht am 27. Februar 1998, ist ein
optisches System zur Bestimmung der Verteilung, Umgebung oder Aktivität von lumineszierend
markierten Reportermolekülen
auf oder in Zellen zum Zwecke des Screenings einer großen Anzahl
von Verbindungen auf spezifische biologische Aktivität. Das ARRAYSCANTM-System schließt die Zur-Verfügung-Stellung
von Zellen, die lumineszierende Reportermoleküle in einem Array von Orten
enthalten, und das Scannen einer Anzahl von Zellen an jedem Ort,
die Konvertierung der optischen Information in digitale Daten ein
und verwendet die digitalen Daten, um die Verteilung, die Umgebung
oder Aktivität
der lumineszierend markierten Reportermoleküle in den Zellen zu bestimmen.
Das ARRAYSCANTM-System schließt eine
Vorrichtung und ein computergestütztes
Verfahren zur Prozessierung, Abbildung und Speicherung der Daten
ein, was die Arzneimittelentdeckung vergrößert durch Zur-Verfügung-Stellen
eines zellbasierten Screenings mit hohem Gehalt, genauso wie eines
kombinierten zellbasierten Screenings mit hohem Durchsatz und hohem
Gehalt in einem großen
Mikroplattenformat.
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Mikroflüssigkeiten
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Die effiziente Lieferung von Lösungen an
einen Array von Zellen, die an ein festes Substrat geheftet sind,
wird durch ein Mikroflüssigkeitssystem
erleichtert. Verfahren und eine Vorrichtung wurden beschrieben zur
präzisen
Handhabung von kleinen Flüssigkeitsproben
zur Ink (Tinten)-Lieferung (U.S.-PS Nr. 5,233,369; U.S.-PS Nr. 5,486,855;
U.S.-PS Nr. 5,502,467), Bioprobenaspiration (U.S.-PS Nr. 4,982,739),
Reagenzlagerung und -lieferung (U.S.-PS Nr. 5,031,797) und partitionierte
Mikroelektronik und Flüssigkeitsvorrichtungsarray
zur klinischen Diagnostik und chemischen Synthese (U.S.-PS Nr. 5,585,069).
Zusätzlich
wurden Verfahren und eine Vorrichtungen beschrieben zur Bildung
von Mikrokanälen
in festen Substraten, die verwendet werden können, um kleine flüssige Proben
entlang einer Oberfläche
zu steuern (U.S.-PS Nr. 5,571,410; U.S.-PS Nr. 5,500,071; U.S.-PS
Nr. 4,344,816).
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Für
Zwecke des integrierten zellbasierten Screenings mit hohem Durchsatz
und hohem Gehalt, insbesondere für
Abbildung von lebenden Zellen würde
eine optimale Mikroflüssigkeits vorrichtung
eine flüssige
Architektur umfassen, die den nächstmöglichen
Vertiefungsabstand ermöglicht
(d. h.: höchstmögliche Vertiefungsdichte),
wobei die Flüssigkeitsarchitektur
in dem Zellarraysubstrat integriert ist, um effiziente Flüssigkeitslieferung
zu den Zellen zu ermöglichen
und die Notwendigkeit zur Pipettierung von Flüssigkeiten in und aus den Vertiefungen
zu eliminieren. Solche optimalen Mikroflüssigkeitsvorrichtungen wären vorteilhaft
für Zellarrays
mit Sub-Millimeter-Abständen
zwischen den Vertiefungen, da es unhandlich, wenn nicht unmöglich ist, Flüssigkeiten
mit solch einem hohen Grad der räumlichen
Auflösung
und Genauigkeit zu pipettieren. Weiterhin könnten solche integrierten Vorrichtungen
direkt für
zellbasierte Screenings verwendet werden, ohne die Notwendigkeit,
das Zellsubstrat von der Flüssigkeitsarchitektur
zu entfernen, um die Zellen abzubilden.
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Eine optimale Mikroflüssigkeitsvorrichtung
für zellbasiertes
Screening könnte
weiterhin eine geschlossene Kammer umfassen, die die Umgebungskontrolle
von Zellen ermöglicht
und vorzugsweise würde
sie die Zellen nicht direkt elektrokinetischen Kräften aussetzen,
die die Physiologie der Zellen auf dem Substrat beeinflussen können. Beispielsweise
ist elektrohydrodynamisches Pumpen weniger wirksam mit polaren Lösungsmitteln
(Marc Madou, Fundamentals of Microfabrication, CRC Press, Boca Raton,
1997, S. 433). Elektroosmose wird typischerweise von einem gewissen
Maß elektrophoretischer
Trennung von geladenen Mediumbestandteilen wie Proteinen begleitet.
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U.S.-PS Nr. 5,603,351 ("das 351-Patent") beschreibt eine
Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
die Multiebenen-Design verwendet, das aus zwei oberen Ebenen mit
Kanälen
und einer unteren Ebene mit Reaktionsvertiefungen besteht. Allerdings
ist diese Vorrichtung nicht zur Verwendung in zellbasiertem Screening
ausgelegt. Das '351-Patent
offenbart kein Substrat das Zellen oder Zellbindestellen enthält. Das
offenbarte Mikroflüssigkeitsnetzwerk
ist dazu ausgelegt, es zwei oder mehreren Reagenzien zu ermöglichen,
in einer Reaktionsvertiefung kombiniert zu werden, was es im Gegensatz
zu einem optimalen Zellscreening Mikroflüssigkeitssystem lebenden Zellen,
die auf dem Vertiefungsboden kultiviert werden, ermöglicht,
in serienmäßiger Art
zwei oder mehreren verschiedenen Flüssigkeiten ausgesetzt zu werden.
Das '351-Patent
offenbart eine Vorrichtung, bei der die Vertiefungen in das Substrat
bei einer maximalen Vertiefungsdichte von 50 Vertiefungen/Inch2 geätzt sind.
Weiterhin muss das Substrat von dem Flüssigarray zur Inkubation und/oder
Analyse gelöst
werden. Schließlich
offenbart das '351-Patent
ein System elektrisch kontrollierter elektrohydrodynamischer Ventile
in einer Matrix von Vertiefungen, die weniger wirksam mit wässrigen
Medien sind, die in der Zellkultur verwendet werden, und die auch
den Grad des geringen Abstands zwischen den Vertiefungen in dem
Array von Vertiefungen begrenzen.
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Die U.S.-PS Nr. 5,655,560 offenbart
ein verstopfungsfreies Ventilsystem, das ein Flüssigkeitsverteilungssystem
mit multiplen Eingängen
und multiplen Ausgängen,
die einen gekreuzten Array von Mikrokanälen, die vertikal an Kreuzungspunkten
durch Teflonventile verbunden sind, beinhalten. Allerdings offenbart
dieses Patent weder einen substratenthaltenden Zellarray, noch eine
integrierte Flüssigkeitsvorrichtung
in Kombination mit dem Substrat, noch eine Vertiefungsdichte, die
optimal für
zellbasiertes Screening ist.
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Die U.S.-PS Nr. 5,900,130 (das „130"-Patent) beschreibt
die aktive elektronische Kontrolle von Flüssigkeitsbewegung in einer
verbundenen Kapillarstruktur. Dieses Patent lehrt nicht eine Flüssigkeitsarchitektur, die
den Bereich des Zellsubstrats, der von Zellbindestellen besetzt
werden kann, maximiert. Noch offenbart dieses Patent ein Substrat,
das einen Zellarray enthält,
noch eine integrierte Flüssigkeitsvorrichtung
in Kombination mit dem Substrat. Weiterhin lehrt das Patent nur
die Kontrolle von Flüssigkeitsfluss
durch Anwendung eines elektrischen Feldes auf die Vorrichtung.
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U.S.-PS Nr. 5,910,287 beschreibt
Multivertiefungs-Plastikplatten für Fluoreszenzmessungen von
biologischen und biochemischen Proben, einschließlich Zellen, beschränkt auf
Platten mit mehr als 864 Vertiefungen. Dieses Patent beschreibt
keine Mikroflüssigkeitsvorrichtung
mit einer Flüssigkeitsarchitektur,
integriert in das Zellarraysubstrat. Noch offenbart das Patent eine
geschlossene Kammer, die Umgebungskontrolle von Zellen auf dem Substrat
ermöglicht.
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Somit stellt keine dieser älteren Mikroflüssigkeitsvorrichtungen
eine Flüssigkeitsarchitektur
zur Verfügung,
die den geringsten möglichen
Vertiefungsabstand ermöglicht
(d. h.: höchstmögliche Vertiefungsdichte), wobei
die Flüssigkeitsarchitektur
integriert ist mit dem Zellarrey Substrat, um eine effiziente Flüssigkeitslieferung
zu den Zellen zu ermöglichen
und somit die Notwendigkeit des Pipettierens von Flüssigkeiten
in und aus den Vertiefungen eliminiert. Weiterhin verwenden ältere Mikroflüssigkeitsvorrichtungen,
die einen Array von Vertiefungen umfassen, elektrisch kontrollierte
elektrohydrodynamische Ventile in der Matrix von Vertiefungen, die
weniger effektiv sein würden,
wenn sie mit einem Medium für
Zellkultur verwendet würden
und die die Vertiefungsdichte beschränken würden.
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Während
die vorstehenden Vorteile in dem Zellarray, der optischen Zellphysiologieablesung
und Mikroflüssigkeitstechnologie
unterstützende
Technologien zur Verfügung
stellen, die anwendet werden können, um
zellbasierte Screenings mit hohem Durchsatz und hohem Gehalt zu
verbessern, bleibt ein Bedarf auf dem Fachgebiet an integrierten
Vorrichtungen und Verfahren, die weiterhin die Menge der notwendigen
Zeit für
solche Screenings verrin gern, genauso wie für Vorrichtungen und Verfahren,
die weiterhin die Fähigkeit,
zellbasierte Screenings mit hohem Durchsatz und hohem Gehalt durchzuführen, verbessern
und die Fähigkeit,
flexibel und schnell von einem zum anderen zu wechseln. Insbesondere
wären Vorrichtungen
und Verfahren, die die Vertiefungsdichte maximieren, wodurch die
Anzahl von Vertiefungen, die zum gleichen Zeitpunkt abgebildet werden
können,
gesteigert wird und somit der Durchsatz eines Screens stark gesteigert
wird, während
eine angebrachte Auflösung
des Bildes aufrechterhalten wird, sehr vorteilhaft.
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Die Arzneimittel-Entdeckungsindustrie
verwendet bereits Mikroplatten mit 96 und 384 Vertiefungen und befindet
sich im Übergang
zur Verwendung von Platten mit 1536 Vertiefungen. Allerdings sind
weitere Steigerungen der Vertiefungsdichte unter Verwendung älterer Technologie
unwahrscheinlich aufgrund der großen Schwierigkeit, Flüssigkeiten
in und aus Vertiefungen mit einem sehr geringen Durchmesser zu pipettieren.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung erfüllt den
Bedarf auf dem Fachgebiet an Vorrichtungen und Verfahren, die die
Zeit, die notwendig ist um zellbasierte Screenings durchzuführen verringert
und die spezifisch die Fähigkeit, zellbasierte
Screenings mit hohem Durchsatz und hohem Gehalt durchzuführen kombiniert
und um flexibel und schnell von einem zum anderen zu wechseln. Die
Erfindung stellt Vorrichtungen und Verfahren zur Verfügung zur
Maximierung der Anzahl von Vertiefungen, die gleichzeitig abgebildet
werden können,
während
noch eine angemessene Pixelauflösung
in dem Bild erhalten wird. Dieses Ergebnis wurde erreicht durch
die Verwendung von Flüssigkeitsarchitekturen,
die die Vertiefungsdichte maximieren. Die vorliegende Erfindung
stellt somit ein miniaturisiertes Mikrotiterplattensystem zur Verfügung, mit
geschlossenen Flüssigkeitsvolumina,
die intern mit Flüssigkeitsaustausch
versorgt werden und mit Vertiefungen, die einen geringen Abstand
haben um schneller räumlich
aufgelöste
Eigenschaften von individuellen Zellen nachzuweisen. In einem weiteren
Aspekt stellt die vorliegende Erfindung neue Verfahren zur Herstellung
eines Substrats zur selektiven Zellmusterung zur Verfügung und
die Substrate selbst, wobei das Verfahren In-Kontakt-Bringen von reaktiven
Hydroxylgruppen auf der Oberfläche
eines Substrats mit einem Hydroxyl-reaktiven bifunktionalen Molekül umfasst,
um eine Einzelschicht zu bilden und die Verwendung von Schablonen,
um zellabstoßende
oder zelladhäsive
Gruppen auf dem Substrat zu hinterlegen. In bevorzugten Ausführungsformen
ist das Hydroxyl-reaktive bifunktionale Molekül ein Aminosilan und die zellabstoßende Gruppe
umfasst Tresylaktiviertes Polyethylenglykol.
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Kurze Beschreibung
der Figuren
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1A ist
eine Draufsicht auf einen kleinen Substrat-mikrogemusterten chemischen
Array.
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1B ist
eine Draufsicht auf einen großen
Substrat-mikrogemusterten chemischen Array.
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2 beschreibt
ein Verfahren zur Herstellung eines mikrogemusterten chemischen
Arrays auf einem Substrat.
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3A ist
eine Fotografie, die Fibroblastenzellwachstum auf einem Chip mit
gemusterter Oberfläche, verbunden
mit einem mikrogemusterten chemischen Array und markiert mit zwei
Fluoreszenzsonden, zeigt.
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3B ist
eine Fotografie, die Fibroblastenzellwachstum in gepunkteten Mustern,
verbunden mit einem mikrogemusterten chemischen Array und markiert
mit zwei fluoreszierenden Sonden, zeigt.
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4 ist
eine Darstellung einer Kassette, die die Kombination des Mikroarrays
mit multiplen Zelltypen oben und Kammer unten ist.
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5 ist
eine Darstellung einer Kammer, die im Nano-Maßstab hergestellte Eingangskanäle hat,
die "Vertiefungen" in dem nichtgleichmäßigen mikrogemusterten
Array von Zellen ansteuern.
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6 ist
eine Darstellung einer Kammer ohne Kanäle.
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7A ist
Aufsicht Darstellung einer Kammer mit Mikroflüssigkeitskanälen, die
auf das Substrat geätzt
sind.
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7B ist
eine Seitenansicht einer Kammer mit Mikroflüssigkeitskanälen, die
auf das Substrat geätzt sind.
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8A ist
eine Aufsicht Darstellung einer Kammer, in der Mikroflüssigkeitskanäle und Vertiefungen aus
einer erhöhten
Matrix eines Materials, das auf die Flüssigkeitslieferungskammer geprägt ist,
gebildet sind.
-
8B ist
eine Seitenansicht einer Kammer, in der Mikroflüssigkeitskanäle und Vertiefungen
aus einer erhöhten
Matrix eines Materials, das auf die Flüssigkeitslieferungskammer geprägt ist,
gebildet sind.
-
9 ist
eine Darstellung einer Kammer, in der jede Vertiefung von einem
Kanal angesteuert wird, der von einer Seite der Kammer stammt.
-
10 ist
eine Darstellung einer Kammer, in der jede Vertiefung von Kanälen angesteuert
wird, der von zwei Seiten der Kammer stammen.
-
11 ist
eine Darstellung einer Kammer, in der die Umschaltungen der Mikrofülussigkeiten
durch Licht, Hitze oder mechanische Mittel kontrolliert werden.
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12 ist
eine Darstellung eines Lumineszenzleseinstruments.
-
13 ist
eine Darstellung einer Ausführungsform
des optischen Systems mit Lumineszenzleseinstrument.
-
14A ist
ein Flussdiagramm, das einen Überblick über das
Zellscreeningverfahren zur Verfügung stellt.
-
14B ist
ein Makro (Modus (Betriebsart) mit hohem Durchsatz)-Prozessierungs-Flussdiagramm.
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14C ist
ein Mikro (Modus mit hohem Gehalt)-Prozessierungsflussdiagramm.
-
15 ist
eine Darstellung eines integrierten Zellscreeningsystems.
-
16 ist
eine Fotografie des Benutzerinterface des Lumineszenzleseinstruments.
-
17A ist
eine Fotografie, die lymphoide Zellen zeigt, die unspezifisch an
ein unmodifiziertes Substrat geheftet sind.
-
17B ist
eine Fotografie, die lymphoide Zellen zeigt, die unspezifisch an
IgM-beschichtetes
Substrat geheftet sind.
-
17C ist
eine Fotografie, die lymphoide Zellen zeigt, die spezifisch an ein
Gesamtantiserum – beschichtetes
Substrat gebunden sind.
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18A ist
ein fotografisches Bild eines Modus mit hohem Durchsatz eines Lumineszenzleseinstruments,
das "Treffer" identifiziert.
-
18B ist
eine Serie fotografischer Bilder, die den Modus mit hohem Gehalt
zeigen, der biologische Informationen mit hohem Gehalt identifiziert.
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19 ist
ein fotografisches Bild, das die Zelldaten, die von dem Modus mit
hohem Gehalt erhalten wurden, darstellt.
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20 bildet
die Optimierung von Zellabbildung durch gleichzeitige Abbildung
von einem Unterarray von Zellbindungsorten des gesamten Arrays ab.
Es besteht eine Eins-zu-Eins-Übereinstimmung
zwischen dem Array der Zellbindungsorte auf dem Substrat, dem Array
der Flüssigkeitsorte
auf der Kammer und dem Array der Vertiefungen, die durch die Verbindung
der beiden gebildet wird.
-
21 zeigt
ein Beispiel eines 8 × 8-Arrays
(64 Vertiefungen, 128 Kanäle)
der Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
wobei jeder Flüssigkeitsort
mit einem getrennten Eingangs- und
Ausgangskanal versorgt ist, was 2n2-Kanäle für einen
n × n-Array
ergibt.
-
22 bildet
die Mikroflüssigkeitsvorrichtung
aus 21 ab, wobei m
+ n2 Ventile oder Pumpen verwendet werden,
um den Fluss von m Flüssigkeit
oder Dampfgemischen zu einem 8 × 8-Array
zu kontrollieren.
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23 bildet
eine Ausführungsform
einer Mikroflüssigkeitsvorrichtung
ab, wobei das Flüssigkeitslieferungssystem
aus einem überkreuzten,
nichtunterbrochenen Array von Eingangs- und Ausgangskanälen besteht
und horizontal Kanäle
verbindet, die mehrere Ebenen verwenden und wobei die zwei Schichten
in der gleichen Ebene der Vertiefungsschicht liegen.
-
24 bildet
eine Endansicht und Seitenansicht der Ausführungsform aus 23 ab.
-
25 bildet
eine Ausführungsform
der Mikroflüssigkeitsvorrichtung
ab, wobei das Flüssigkeitslieferungssystem
aus einem überkreuzten,
nicht unterbrochenen Array von Eingangs- und Ausgangskanälen besteht
und vertikal verbundenen Kanälen,
die mehrere Ebenen verwenden und wobei die zwei Schichten auf einer
Ebene oberhalb der Vertiefungsschicht liegen.
-
26 bildet
eine Endansicht und Seitenansicht der Ausführungsform aus 25 ab.
-
27 zeigt
eine Ausführungsform
der Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
wobei Verbindungen an einem einzigen Flüssigkeitsort gebündelt sind
durch Verwendung von m positiven Druckquellenreservoirs oder Pumpen,
einem Ventil-freien Sammelrohr und einen Ventil-freien Abfall-Reservoir
bei Atmosphären
Druck.
-
28 zeigt
eine Ausführungsform
der Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
wobei die Verbindungen an einem einzigen Flüssigkeitsort gebündelt sind
durch Verwendung von m positiven Druckquellreservoirs oder Pumpen,
einem Sammelrohr mit Ventilen oder einem negativen Druckabfallreservoir
oder einer Pumpe mit m Ventilen, verbunden mit m Quellenreservoirs
bei Atmosphärendruck
und ventilfreiem Abfallreservoir bei Atmosphärendruck.
-
29 zeigt
eine Ausführungsform
der Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
wobei der Array von m positiven Druckquellenreservoirs oder Pumpen
mit einem n × n-gekreuzten
Kanalarray von Flüssigkeitsorten
gebündelt ist
durch Mittel von 1 × n-Eingangs- und n × 1-Ausgangsventil-Sammelrohren.
-
30 zeigt
eine Ausführungsform
der Mikroflüssigkeitsvorrichtung
mit m Reservoirs bei Atmosphärendruck
und einem Negativdruckabfallreservoir durch Mittel von 1 × n-Eingangs- und n × 1-Ausgangsventil-Sammelrohren,
wobei das negative Druckreservoir entweder mechanisch oder thermodynamisch
gepumpt werden kann.
-
31 zeigt
eine Ausführungsform
eines Zweipumpensystems, in dem nur ein abfallnegatives Druckreservoir
vorliegt, das in koordinierter Weise in Gang gesetzt werden kann
mit der Ingangsetzung von jedem positiven Druckquellenreservoir.
Dieses negative Druckreservoir kann entweder durch mechanische oder
thermodynamische (z. B. eine Kapillarpumpe) Mittel funktionieren.
Der "Antrieb" der Kapillarpumpe
wird durch Ventile erreicht.
-
32 zeigt,
wie das Pump- und Ventilschema aus 29 unter
Verwendung von positiven Druckquellenreservoirs ausgedehnt werden
kann, um mit einem überkreuzten
Array von n Zeilenkanälen
und 2n-Spaltenkanäle
(n normale Spaltenkanäle
plus n Spülspaltenkanäle) zu arbeiten.
Dies erfordert ein 2n × 1-Ausgangsventil-Sammelrohr. Ähnlich kann
das Schema aus 30 unter
Ver wendung eines negativen Druckabfallreservoirs ausgedehnt werden,
um mit einem Array, der Spülkanäle enthält, zu arbeiten.
-
33 beschreibt
eine Ausführungsform
einer Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
wobei jeder Säulenkanal k
einen assoziierten parallelen Spülkanal
k* hat.
-
34 stellt
eine Ausführungsform
der Mikroflüssigkeitsvorrichtung
dar, wobei das Flüssigkeitslieferungssystem
aus einem überkreuzten,
nichtunterbrochenen Array von Eingangs- und Ausgangskanälen mit vertikalen
Verbindungskanälen
besteht, multiple Level verwendet, wobei die zwei Schichten in einer
Ebene oberhalb der Vertiefungsschicht liegen und jeder Säulenkanal
k einen assoziierten parallelen Spülkanal k* hat.
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35 zeigt
im Fall von Flüssigkeitsfluss
durch Vertiefung (j, k) ein Beispiel eines Verfahrens, um ein Segment
der Flüssigkeit
oder des Dampfes von dem Reihenkanal j in den Spülkanal k* zu spülen, wobei
k* direkt angrenzend an den Säulenkanal
k ist.
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36 stellt
ein Verfahren der Diffusionskontrolle unter Verwendung von "normal geschlossenen" Kontrollventilen
dar, umfassend ein Ventilelement und einen Ventilsitz zwischen jedem
Paar von angrenzenden Bohrungen, die die Kanäle mit den Flüssigkeitsorten
verbinden.
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37 stellt
eine Ausführungsform
dar, wobei ein extern angelegter Magnetfeldgradient eine Rückstellkraft
auf Ventilelemente und den Ventilsitz induziert, die ein magnetisches
Material beinhalten.
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38 zeigt
eine Ausführungsform
eines geformten Ventilsitzes, wobei die Diffusion entlang der Kugel gestoppt
wird, wenn die extern angelegte Rückstellkraft die Kugel nach
links in eine runde Öffnung
in dem Ventilsitz drückt.
-
39 zeigt
eine Ausführungsform,
die es einem einzelnen Magnetfeldgradienten, der auf die gesamte
Mikroflüssigkeitsvorrichtung
angewendet wird, ermöglicht,
sowohl Kraft auf einen Satz von Kugelventilen der Eingangskanäle als auch
auf einen Satz von Kugelventilen der Ausgangskanäle zu induzieren.
-
40 zeigt
eine Ausführungsform
der Pump- und Ventilpläne,
wie sie erscheinen würden
mit all den Pumpen und Ventilen auf (on-board) der Kassette.
-
41 zeigt
eine Ausführungsform,
wobei die Pumpen on-board angebracht sind und elektrisch betriebenen
Fluss verwenden, wobei die elektrischen Felder auf Regionen extern
der Matrix des Arrays von Vertiefungen beschränkt sind und minimale oder
keine elektrischen Feldgradienten über eine der Vertiefungen,
in denen lebende Zellen vorliegen, angewendet wird.
-
42(a) Die
Standardstruktur von Tresyl-PEG, wobei "n" jede
Anzahl sein kann. (b) Die Struktur
von Trimethoxysilylpropyldiethylentriamin.
-
43(a) Ein
Beispiel eines Amin-PG-Oberflächenprodukts.
(b) Ein Beispiel eines Oberflächenamins.
-
44 ist
eine am meisten bevorzugte Ausführungsform,
um selektive Positionierung von zelladhäsiven Molekülen und zellabstoßenden Gruppen
zu erreichen.
-
45 ist
ein experimentelles Flussdiagramm zur selektiven Unterscheidung
von Stammzellen auf einem Substrat, um sowohl gewebespezifische
als auch organspezifische Zellsubstrate zu erzeugen.
-
-
-
Detaillierte Beschreibung
der bevorzugten Ausführungsformen
-
Wie hier verwendet, ist der Ausdruck "Vertiefung" definiert als der
Volumenraum, der durch die Verbindung eines Flüssigkeitsorts der Kammer mit
einem Zellbindeort auf dem Substrat erzeugt wird. Der Volumenraum
kann erzeugt werden durch eine Vertiefung auf der Kammer, die mit
dem Flüssigkeitsort
korrespondiert, durch eine Vertiefung auf dem Substrat, die mit
dem Zellbindeort korrespondiert, durch eine Abstandhalterstütze, die
die Kammer und das Substrat trennt (wobei keine Notwendigkeit für eine Vertiefung
in dem Substrat der Kammer besteht), eine Kombination irgendwelcher
von diesen, oder jedes andere geeignete Verfahren zur Erzeugung
eines Volumenraums zwischen dem Flüssigkeitsort und dem Zellbindeort.
-
Wie hier verwendet, bezieht sich
der Ausdruck "Zellbindeort" auf einen bestimmten
Ort auf dem Substrat, der eine Vielzahl von Bindestellen umfasst,
die in der Lage sind, Zellen zu binden. Das Substrat kann derivatisiert
sein, um Zellbindestellen zu erzeugen oder die Zellbindestellen
können
natürlich
auf dem Substrat vorliegen. Die Vielzahl von Zellbindestellen in
einem individuellen Zellbindeort können in der Lage sein, nur einen
einzelnen Zelltyp zu binden oder können in der Lage sein, mehr
als einen Zelltyp zu binden. Verschiedene Zellbindeorte auf dem
gleichen Substrat können
identisch sein oder sich hinsichtlich des Typs von Zellen, den sie
binden können,
unterscheiden.
-
Der Ausdruck "Flüssigkeitsort" wie hier verwendet
bezieht sich auf einen bestimmten Ort auf der Kammer, der die Stelle
der Flüssigkeitslieferung
zu und/oder Entfernung von dem Zellbindeort ist. Der Flüssigkeitsort
kann eine Vertiefung umfassen, wie einen geätzten Bereich, ein erhobenes
Reservoir oder jeder andere Typ von Vertiefung. Alternativ kann
der Flüssigkeitsort
flach sein, so wie die Endstelle eines Eingangs- und/oder Ausgangskanals
oder die Endstelle einer Bohrung, die in Flüssigkeitskontakt mit einem
Eingangs- und/oder Ausgangskanal ist.
-
Wie hier verwendet, bedeutet der
Ausdruck "Kassette" die Kombination
des Substrats und der Kammer. Die Kombination kann entweder modular
(mehr als ein Stück)
sein, was eine wiederverwertbare Kammer und ein verfügbares Substrat
zur Verfügung
stellt, oder nichtmodular (Einzelstück), um jegliches Auslaufpotential
zwischen den Vertiefungen zu beschränken.
-
Wie hier verwendet, bedeutet der
Ausdruck "an Bord" (on-board) eingebaut
in die Kassette.
-
Wie hier verwendet, bedeutet der
Ausdruck "integrierte
Flüssigkeiten" eine Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
die sowohl eine Substratoberfläche
zur Zellbindung als auch eine Kammer umfasst.
-
Wie hier verwendet, bedeutet der
Ausdruck "Kammer" ein Flüssigkeitsliefersystem,
das Mikroflüssigkeitskanäle und Flüssigkeitsorte
umfasst, die als eine spezialisierte Substratbeschichtung dient.
-
Wie hier verwendet, bezieht sich
der Ausdruck "umschaltbare
Pumpe" auf eine
Pumpe, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf eine Spritzenpumpe, ein druckkontrolliertes Gefäß mit einem
Ventil oder eine elektrokinetische Pumpe, die extern eingesetzt
ist (mit der optionalen Verwendung einer elektrischen Abschirmung)
im Hinblick auf die Matrix des Arrays von Vertiefungen, so dass
keine schädlichen
elektrischen Feldwirkungen von den Zellen wahrgenommen werden.
-
Wie hier verwendet, bedeutet der
Ausdruck "Subarray" jeden zusammenhängenden
Unterabschnitt von Vertiefungen in dem Gesamtarray von Vertiefungen,
typischerweise in einem Format, das mit der Form eines Bildgebungsdetektorarrays,
wie einem CCD (ladungsgekoppelten Vorrichtungsdetektor) korrespondiert.
-
Wie hier verwendet, bedeutet der
Ausdruck "Matrix
des Zellarrays" den
Raum, der durch die imaginäre Parallelleitung
definiert wird (d. h. typischerweise ein kubischer oder rechteckiger
Behälter),
der in den gesamten Satz von Vertiefungen in dem Array der Kassette
passen würde.
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Wie hier verwendet, bezieht sich
der Ausdruck "Assaybestandteile" auf jeden Bestandteil,
der einem Zellscreeningassay zugesetzt werden würde, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf Reagenzien, Zellen, Testverbindungen, Medien, Antikörper, Lumineszenz
und Reporter.
-
Wie hier verwendet, schließt der Ausdruck "Lumineszenz" jeden Typ von Lichtemission
ein, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf Lumineszenz, Fluoreszenz und Chemilumineszenz.
-
In einem Aspekt lehrt die vorliegende
Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Mikroarrays von multiplen
Zelltypen auf einem herkömmlichen
Substrat. Wie hier definiert, bezieht sich ein Mikroarray multipler Zelltypen
auf einen Array von Zellen auf einem Substrat, die nicht einer einzelnen
einheitlichen Beschichtung auf der Stützungsoberfläche verteilt
sind, sondern eher in einer nichteinheitlichen Art, so dass jeder "Zellbindeort" oder Gruppen von
Zellbindeorten auf dem Substrat einzigartig in seiner Zellbindeselektivität sein kann.
-
Das Verfahren zur Herstellung eines
Mikroarrays multipler Zelltypen umfasst die Herstellung eines mikrogemusterten
chemischen Arrays (hier auch als ein chemisch modifizierter Array
von Zellbindeorten bezeichnet), nichteinheitliche chemische Modifizierung
des Arrays und Bindung von Zellen an den nichteinheitlichen chemischen
Array.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst ein mikrogemusterter chemischer Array ein Substrat 4,
das behandelt wird, um eine hydrophobe Oberfläche zu erzeugen, über die
in regulären
Intervallen hydrophile Spots oder "Zellbindeorte" verteilt sind. B. (1A–1B). Das Substrat kann eine Glas, Plastik
oder Siliconscheibe sein, wie ein herkömmliches Lichtmikroskop-Deckgläschen, jedoch
kann es auch aus jedem anderen geeigneten Material hergestellt sein,
das geeignet ist, um ein Substrat zur Verfügung zu stellen. Wie vorstehend
beschrieben, wird der Ausdruck "Zellbindeorte" verwendet, um einen
spezifischen Ort (Spot) auf dem Substrat zu beschreiben und erfordert
nicht eine bestimmte Tiefe. Die Oberfläche auf dem Substrat 4 ist
vorzugsweise etwa 2 cm bis 3 cm, kann jedoch größer oder kleiner sein. In einer
bevorzugten Ausführungsform enthalten
die Zellbindeorte 8 auf dem mikrogemusterten chemischen
Array reaktive funktionelle Gruppen, wie, jedoch nicht beschränkt auf,
Aminohydroxyl-, Sulfhydryl- oder Carboxylgruppen, die nichtspezifisch
an Zellen binden können
oder die weiter chemisch modifiziert sein können, um Moleküle zu binden,
die zellenspezifisch binden.
-
Chemisch modifizierte Zellbindungsorte
werden hergestellt durch spezifische chemische Modifikationen von
den Zellbindeorten auf dem Substrat. Die Zellbindeorte können eine
Vielzahl von verschiedenen Zellbindemolekülen umfassen, die die Anheftung
und das Wachstum von verschiedenen Zelltypen in den Bindeorten ermöglichen
oder sie können
die Anheftung von nur einem einzelnen Zelltyp ermöglichen.
Die hydrophoben Domänen,
die die Zellbindeorte auf dem Substrat umgeben, unterstützen die
Anheftung und das Wachstum von den Zellen nicht.
-
In einer Ausführungsform wird ein Mikroarray
multipler Zelltypen hergestellt durch Beschichten einer Glasscheibe
durch Chemisorbanz mit einer Schicht einer Substanz, die reaktive
funktionelle Gruppen hat, wie Aminogruppen. In einer bevorzugten
Ausführungsform
wird ein Aminosilan, wie 3-Aminopropyltrimethoxysilan (APTS) oder
N-(2-Aminoethyl-3-aminopropyl)trimethoxysilan
(EDA) verwendet oder andere reaktive Substanzen können verwendet
werden. Nach diesem ersten Schritt ist die gesamte Oberfläche der
beschichteten Glasscheibe hydrophil aufgrund der Anwesenheit der
reaktiven funktionellen Gruppen.
-
Zweitens wird eine Mikromusterungsreaktion
durchgeführt,
in der Tropfen, die eine Substanz enthalten, die fotospaltbare oder
chemisch entfernbare Aminoschutzgruppen enthält, in einem Mikromuster auf
bestimmte Orte auf der Aminosilan-beschichteten Glasscheibe gebracht
werden. In einer Ausführungsform
umfasst das Muster einen rechteckigen oder quadratischen Array,
allerdings kann jedes geeignete getrennte Muster verwendet werden
(wie, jedoch nicht beschränkt
auf dreieckig oder kreisförmig).
In einer Ausführungsform reichen
die Tropfen im Volumen von 1 Nanoliter (nl) bis 1000 nl. In einer
bevorzugten Ausführungsform
reichen die Tropfen von 250–500
nl im Volumen. Geeignete fotochemisch entfernbare Aminoschutzsubstanzen
schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf 4-Brommethyl-3-nitrobenzol,
1-(4,5-Dimethoxy-2-nitrophenyl)-ethyl (DMNPE) und Butyloxycarbonyl.
In einer Ausführungsform
wird die Musterungsreaktion für
1 bis 100 Minuten, bei Temperaturen, die von Raumtemperatur bis
37°C reichen,
ausgeführt,
unter Verwendung von Reagenskonzentrationen zwischen 1 Mikromolar
(μM) und
1000 μM.
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Reaktion bei 37°C
für 60
Minuten durchgeführt
unter Verwendung einer Reagenskonzentration von 500 μM.
-
Die Tropfen können auf die Aminosilan-beschichtete
Glasscheibe durch herkömmliche
Inkjet (Tintenstrahl)-Technologie gebracht werden (U.S.-PS Nr. 5,233,369;
U.S.-PS Nr. 5,486,855). Alternativ wird ein Array von Nadeln, hier
definiert als spitzzulaufende Stäbchen,
die zwischen 1 nl und 1000 nl Flüssigkeit
transferieren können,
in ein Bad der Aminoschutzsubstanz getaucht, um Tropfen der schützenden
Substanz an ihren Enden zu erzeugen. Die Nadeln werden dann mit
der Glasscheibe in Kontakt gebracht, um die Tropfen auf diese zu transferieren.
In einer weiteren Ausführungsform
wird ein Array von Kapillarröhrchen,
die aus Glas oder Plastik hergestellt sind, wie beschrieben in U.S.-PS
Nr. 5,567,294 und 5,527,673, der die Aminoschutzsubstanz enthält, in Kontakt
gebracht mit der Glasscheibe, um die Tropfen auf die Oberfläche zu transferieren.
Somit ist die Glasplatte mikrogemustert mit einem Array von Orten
(Spots) oder Zellbindeorten, die geschützte Aminogruppen auf einer
hydrophoben Oberfläche
enthalten (2A–B).
-
Drittens wird eine hydrophobe Substanz,
die mit ungeschützten
Aminogruppen reaktiv ist, über
die Glasplatte gespült.
Die hydrophobe Substanz kann eine Fettsäure oder ein Alkyliodid sein
oder jede andere geeignete Struktur. Bestimmte Bedingungen für solch
eine Derivatisierung von Glas können
gefunden werden in Prime und Whitesides, Science 252: 1164-1167, 1991, Lopez
et al., J. Am. Chem. Soc. 115: 5877–5878, 1993 und Mrksich und
Whitesides, Ann. Rev. Biophys. Biomol. Struct. 25: 55–78, 1996.
Die Fettsäure
oder das Alkyliodid reagiert mit den ungeschützten Aminogruppen und heftet
sich kovalent an sie und die Aminogruppen sind nun hydrophob aufgrund
der Fettsäure
oder Alkyliodidgruppe. Der resultierte modifizierte Array von Zellbindeorten 9 umfasst
eine Glasscheibe 4 mit einem Array von Zellbindeorten 8,
die geschützte
Aminogruppen auf einem hydrophoben Hintergrund enthält ( 2C).
-
Viertens wird ein nichtgleichmäßiger Array
von Zellbindeorten hergestellt durch gleichmäßige Deprotektion der Aminogruppen
in einem mikrogemusterten chemischen Array, der gemäß den vorstehend
beschriebenen Verfahren hergestellt wurde. In einer Ausführungsform
kann chemische Spezifität
hinzugefügt
werden durch chemisches Quervernetzen (Crosslinking) spezifischer
Moleküle
an die Zellbindeorte. Es gibt eine Anzahl von gutbekannten homo- oder heterobifunktionellen
Vernetzungsreagenzien, wie Ethylenglykolbis(succinimidylsuccinat),
die mit den freien Aminogruppen in den Zellbindeorten reagieren
werden und mit einem spezifischen Molekül quervernetzt werden. Reagenzien
und Bedingungen für
Quervernetzungs-freie Aminogruppen mit anderen Biomolekülen sind
in dem Fachgebiet gutbekannt, wie beispielhaft erläutert durch
die folgenden Referenzen: Grabarek und Gergely, Analyt. Biochem.
185: 131–135,
1990; McKenzie et al., J. Prot. Chem. 7: 581-592, 1988; Brinkley, Bioconjugate Chem.
3: 12–13;
1992; Fritsch et al., Bioconjugate Chem. 7: 180–186, 1996; und Aplin und Hughes,
1981.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird ein nichteinheitlicher Array von Zellbindeorten in kombinatorischer
Weise produziert. Die resultierenden Zellbindeorte sind nichteinheitlich
(d. h. jeder Zellbindeort oder Gruppe von Zellbindeorten kann einzigartig
in seiner Zellbindeselektivität
sein). Der Ausdruck kombinatorisch bedeutet, dass die Zellbindeorte
variabel behandelt werden.
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In einer Ausführungsform werden die geschützten Aminogruppen
des modifizierten Arrays von Zellbindeorten aus Schritt 3 deprotektiert
und dann werden spezifische Moleküle mit chemischen Quervernetzungs-Reagenzien
in einem gewünschten
Muster hinterlegt. Die spezifischen Quervernetzungs-Mittel können an
die Aminogruppen binden und weiterhin eine Zellbindegruppe besitzen.
In diesem Schritt kann der Typus der Zellbindegruppe von einem Zellbindeort
zu einem anderen variiert werden oder von einer Gruppe von Zellbindeorten
zu einer anderen, um ein nichteinheitliches Design des Arrays zu
erzeugen.
-
In einer anderen Ausführungsform
sind die Aminogruppen der chemisch modifizierten Zellbindeorte aus
Schritt 3 einheitlich deprotektiert. Ein fotoaktivierbarer Crosslinker
reagiert mit den deprotektierten Aminogruppen. Eine optische Maske
eines gewünschten
Musters wird über
die Oberfläche
der Zellbindeorte gebracht und die exponierten Zellbindeorte werden
mit einer Lichtquelle beleuchtet. Die Position und die Anzahl der
Zellbindeorte, die Licht erhalten, wird durch die Mikromusterung
der optischen Maske kontrolliert. Geeignete fotoaktivierbare Crosslinker
schließen
Arylnitrene, fluorinierte Arylazide, Benzophenone und Diazopyruvate
ein. Reagenzien und Bedingungen zur optischen Maskierung und zum
Grosslinken werden in Prime und Whitesides, 1991; Sighvi et al.,
1994, Sigal et al., 1996 und Mrksich und White sides, 1996, diskutiert.
Der fotoaktivierbare Quervernetzer ist bifunktional, indem er chemisch
an die Aminogruppe auf den Zellbindeorten bindet und wenn er Licht
ausgesetzt wird, kovalent an Zellbindemoleküle, wie Antikörper, bindet.
Reagenzien und Bedingungen zum fotoaktivierten Grosslinken werden
diskutiert in Thevenin et al., Eur. J. Biochem. 206: 471–477, 1992
und Goldmacher et al., Bioconjugate Chem. 3: 104–107, 1992.
-
Wenn ein fotoaktivierbarer Quervernetzer
verwendet wird, wird die Glasplatte mit Zellbindemolekülen, die
an die Zellbindeorte gebunden werden sollen, überschwemmt. In einer Ausführungsform
werden Zellbindemoleküle,
wie Zelloberflächenantigen-reaktive
Antikörper,
extrazelluläre
Matrixproteine (z. B. Fibronectin oder Collagen) oder geladene Polymere
(z. B. poly-L-Lysin oder poly-L-Arginin) verwendet in Konzentrationen, die
von etwa 0,1 bis etwa 1 mM reichen. Während die Zellbindemoleküle die Zellbindeorte überdecken,
wird die Glasplatte von der Unterseite der Glasplatte bestrahlt,
in einem Winkel unterhalb des kritischen Winkels für das Material
der Glasplatte, was in einer internen Gesamtreflexion des Lichts
resultiert (zur Diskussion von interner Gesamtreflexions-Fluoreszenzmikroskopie,
vergleiche Thompson et al., 1993). In einer Ausführungsform wird die Bestrahlung
bei zwischen Raumtemperatur und 37°C für 0,1 bis 10 Sekunden mit Licht
der Wellenlänge
zwischen 300 Nanometern (nm) bis 1000 nm durchgeführt. In
einer bevorzugten Ausführungsform wird
die Bestrahlung durchgeführt
bei Raumtemperatur für
1 Sekunde unter Verwendung von Licht mit einer Wellenlänge zwischen
etwa 300 und 400 nm. Das optische Quervernetzen beschränkt das
fotoaktivierbare Quervernetzen auf eine kurze Distanz in der Lösung oberhalb
der Zellbindeorte und wird beschrieben in Bailey et al., Nature
366: 44–48,
1993; Farkas et al., Ann. Rev. Physiol. 55: 785–817, 1993; Taylor et al.,
Soc. Opt. Instr. Eng. 2678: 15–27;
1996; Thompson et al., in Mason, W.T. (Hrsg.), "Fluorescent and Luminescent Probes for
Biological Activity",
San Diego: Academic Press, S. 405–419, 1993).
-
Der fotoaktivierbare Quervernetzer
bindet mit den Zellbindemolekülen,
wie Antikörpern
und Matrixproteinen, nur in den Zellbindeorten, in denen der Quervernetzer
bestrahlt wurde. Beispielsweise kann eine einzelne Reihe eines Arrays
der Zellbindeorte bestrahlt werden, um eine einzelne Reihe von Zellbindeorten
mit Zellbindemolekülen,
gebunden an den Quervernetzer, zu erzeugen. Nach einer Waschung
des Arrays, um alle ungebundenen Zellbindemoleküle zu entfernen, kann eine
zweite Reihe von Zellbindeorten an ein zweites Zellbindemolekül durch
nachfolgende Überschwemmung
der Glasscheibe mit einem zweiten Zellbindemolekül gebunden werden, während die
zweite Reihe bestrahlt wird und die anderen Reihen optisch maskiert
werden. Ungebundene Zellbindemoleküle werden durch Waschen des
Arrays mit PBS oder jedem anderen geeigneten Puffer entfernt. Auf
diese Weise können
mehrere Reihen von Zellbindeorten oder Gruppen von Zellbindeorten nacheinander
bestrahlt werden durch aufeinanderfolgende Maskierung in Anwesenheit
eines bestimmten Zellbindemoleküls.
Alternativ kann jeder Zellbindeort einzeln bestrahlt werden unter
Verwendung von genau festgelegtem Aussetzen und optischer Maskierung.
Auf diese Weise werden unterschiedliche Zellbindemoleküle an Reihen
des Arrays oder an individuelle Zellbindeorte gebunden, was einen
nichteinheitlichen Array von Zellen, die an Zellbindeorte jedes
gewünschten
Musters gebunden sind, erzeugt.
-
In einer weiteren Ausführungsform
zur Herstellung chemisch modifizierter Arrays von Zellbindeorten wird
zunächst
ein chemisch modifizierter Array erzeugt, wobei die Aminogruppen
der Zellbindeorte einheitlich mit fotospaltbaren Schutzgruppen geschützt werden.
Zeilen, Spalten und/oder individuelle Zellbindeorte werden nachfolgend
fotodeprotektiert, um die freien Aminogruppen zu exponieren durch
Verwendung einer optischen Maske mit verschiedenen Mustern, um alle
bis auf die Zellbindeorte, die deprotektiert werden sollen, zu überdecken.
Die exponierten Zellbindeorte (d. h. diese, die nicht von der Maske
bedeckt wurden) werden bestrahlt, was in der Entfernung der Schutzgruppen
resultiert. Der Array wird mit einem bifunktionalen Quervernetzer überschwemmt,
der chemisch an die deprotektierte Aminogruppe bindet und die Zellbindeorte
aktiviert. Bedingungen für
die Fotodeprotektion von Aminogruppen werden diskutiert in Padwa,
A. (Hrsg.) "Organic
Photochemistry",
New York 9: 225–323,
1997, Ten et al., Makromol. Chem. 190: 69–82, 1989, Pillai, Synthesis 1980:
1–26,
1980, Self und Thompson, Nature Medicine 2: 817–820, 1996 und Senter et al.,
Photochem. Photobiol. 42: 231–237,
1985. Anschließend
werden die Zellbindemoleküle
auf den modifizierten chemischen Array gespült, worin sie mit der anderen
Hälfte
des Quervernetzers reagieren. Der Array wird dann gewaschen, um
alle nichtgebundenen bifunktionalen Quervernetzer und Zellbindemoleküle zu entfernen.
Ein anderer Zellbindeort oder ein Satz von Zellbindeorten kann deprotektiert
werden unter Verwendung einer anderen optischen Maske und der Array
kann dann mit einer zweiten Behandlung von einem bifunktionalen
Quervernetzer überspült werden,
gefolgt von einem bestimmten Zellbindemolekül, das an diesen zweiten Zellbindeort
oder Satz von Zellbindeorten von deprotektierten Aminogruppen bindet.
Der Array wird gewaschen, um die zweite Behandlung eines bifunktionalen
Quervernetzers und Zellbindemolekülen zu entfernen. Ein nichteinheitlicher Array
von Zellbindemolekülen
kann somit erzeugt werden durch eine wiederholte Sequenz von Fotodeprotektion,
chemischem Crosslinking von spezifischen Molekülen und Waschen unter einer
Vielzahl von Masken. Alternativ können die Quervernetzungsreagenzien
zu den deprotektierten Zellbindeorten zusammen mit den Zellbindemolekülen in einem
Schritt geliefert werden. Konzentrationsgradienten von angehefteten
Zellbindemolekülen
können
erzeugt werden durch Kontrollieren der Anzahl von deprotektierten
Aminogruppen, die exponiert werden unter Verwendung einer optischen
Maske oder durch Kontrollieren der Dosis der Bestrahlung der fotoaktivierbaren
Crosslinker.
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Der chemisch modifizierte Array von
Zellbindeorten wird dann verwendet, um einen nichteinheitlichen Array
von Zellen auf den Zellbindeorten zu erzeugen. In einer Ausführungsform
wird der chemische Array "ausgesät" mit Zellen durch
Einführen
von gelösten
Zellen in den Array, was die Bindung der Zellen an die Zellbindeorte
ermöglicht
und dann Spülen
der Scheibe, um ungebundene und schwach gebundene Zellen zu entfernen.
Die Zellen werden nur in den Zellbindeorten gebunden, da die spezifische
chemische Umgebung in den Zellbindeorten in Verbindung mit der hydrophoben
Umgebung, die jeden der Zellbindeorte umgibt, die selektive Bindung
von Zellen nur an die Zellbindeorte ermöglicht. Weiterhin ermöglicht die
Modifikation von Zellbindeorten mit spezifischen Zellbindemolekülen die
selektive Bindung von Zellen an spezifische Zellbindeorte, was einen
nichteinheitlichen Array von Zellen auf den Zellbindeorten erzeugt.
Weiterhin können
die Zelloberflächenmoleküle, die
spezifisch an die Zellbindeorte binden, entweder natürlich anwesend
oder genetisch konstruiert sein durch exprimieren von "zellbindeortspezifischen" Molekülen, die
an zelluläre
Transmembranmoleküle
fusioniert wurden, so dass die Zellen mit modifizierten Zellbindeorten
interagieren oder an diese spezifisch binden. Die Erzeugung eines
Arrays von Zellbindeorten mit verschiedenen Zellerkennungsmolekülen ermöglicht es
einem Zellbindeort, einer Gruppe von Zellbindeorten oder dem gesamten
Array, spezifisch Zellen aus einer gemischten Population von Zellen
zu "erkennen", wachsen zu lassen
und zu screenen.
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In einer Ausführungsform werden Zellen, die
in Kulturmedium bei Konzentrationen im Bereich von etwa 103 bis 107 Zellen
pro ml suspendiert sind, in Kontakt mit den Zellbindeorten für 1 bis
120 Minuten bei Temperaturen im Bereich von Raumtemperatur bis 37°C inkubiert.
Ungebundene Zellen werden dann von den Zellbindeorten unter Verwendung
von Kulturmedium oder einer Lösung
hoher Dichte weggespült,
um die ungebundenen Zellen von den gebundenen Zellen abzuheben (Channavajjala
et al., J. Cell Sci. 110: 249–256, 1997).
In einer bevorzugten Ausführungsform
werden Zellen, die in Kulturmedium bei Konzentrationen im Bereich
von etwa 105 bis etwa 106 Zellen
pro ml suspendiert sind, in Kontakt mit den Zellbindeorten bei 37°C für einen
Zeitraum im Bereich von etwa 10 Minuten bis etwa 2 Stunden inkubiert.
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Die Dichte der Zellen, die an die
Zellbindeorte angeheftet sind, wird kontrolliert durch die Zelldichte
in der Zellsuspension, die Zeit, in der Zellanheftung an die chemisch
modifizierten Zellbindeorte ermöglicht
wird und/oder die Dichte von Zellbindemolekülen in den Zellbindeorten.
In einer Ausführungsform
des Zellanheftungsverfahrens werden 103 bis
107 Zellen pro ml inkubiert bei Temperaturen
zwischen Raumtemperatur und 37°C
für 1 Minute
bis 120 Minuten mit Zellbindeorten, die zwischen 0,1 und 100 nMol
pro cm2 Zellbindemoleküle enthalten. In einer bevorzugten
Ausführungsform
werden 105 und 106 Zellen
pro ml für
10 Minuten bis 2 Stunden bei etwa 37°C inkubiert mit Zellbindeorten,
die etwa 10 bis 100 nMol pro cm2 Zellbindemoleküle enthalten.
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In einer Ausführungsform können die
Zellen chemisch an die Zellbindeorte fixiert sein, wie beschrieben
durch Bell et al., J. Histochem. Cytochem 35: 1375–1380, 1987;
Poot et al., Histochem. Cytochem 44: 1363–1372, 1996; Johnson, J. Elect.
Micros. Tech. 2: 129–138,
1985 und dann für
ein Screening zu einem späteren
Zeitpunkt mit lumineszenzmarkierten Molekülen, wie Antikörpern, Nukleinsäurehybridisierungssonden oder
anderen Liganden verwendet.
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In einer weiteren Ausführungsform
können
die Zellen modifiziert werden mit Luminszenzindikatoren von zellchemischen
oder molekularen Eigenschaften, gesät werden auf einen nichteinheitlichen
chemisch modifizierten Array von Zellbindeorten und analysiert werden
im lebenden Status. Beispiele solcher Indikatoren werden zur Verfügung gestellt
in Giuilano et al., Ann. Rev. Biophys. Biomol. Struct. 24: 405–434, 1995;
Harootunian et al., Mol. Biol. Cell 4: 993–1002, 1993; Post et al., Mol.
Biol. Cell 6: 1755–1768,
1995; Gonzalez und Tsien, Biophys. J. 69: 1272–1280, 1995; Swaminathan et
al., Biophys. J. 72: 1900–1907,
1997 und Chalfie et al., Science 263: 802–805, 1994. Die Indikatoren
können
in die Zellen eingeführt
werden vor oder nachdem sie auf den Array gesät werden durch jede oder eine
Kombination von verschiedenen physikalischen Verfahren, wie, jedoch
nicht beschränkt
auf Diffusion über
die Zellmembran (rezensiert in Haugland, Handbook of fluorescent
probes and research chemicals, 6. Ausg., Molecular Probes, Inc.,
Eugene, 1996), mechanische Zerstörung
der Zellmembran (McNeil et al., J. Cell Biology 98: 1556–1564, 1984;
Clarke und McNeil, J. Cell Science 102: 533–541, 1992; Clarke et al.,
BioTechniques 17: 1118–1125,
1994) oder genetische Konstruktion, so dass sie in Zellen unter
vorbeschriebenen Bedingungen exprimiert werden (Chalfie et al.,
1994). In einer bevorzugten Ausführungsform
enthalten die Zellen Lumineszenzreportergene, obwohl andere Zelltypen
von Reportergenen, einschließlich
denen, die Chemilumineszenzproteine kodieren, auch geeignet sind.
Lebendzellstudien erlauben die Analyse des physiologischen Status
von Zellen, wie berichtet, durch Lumineszenz während ihrem Lebenszyklus oder
wenn sie mit einem Arzneimittel oder einer anders reaktiven Substanz
in Kontakt gebracht werden.
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In einem weiteren Aspekt der vorliegenden
Erfindung wird ein nichteinheitlicher Zellarray auf den Zellbindeorten
zur Verfügung
gestellt, wobei die Zellen nichteinheitlich an einen chemisch modifizierten
Array von Zellbindeorten auf einem Substrat gebunden werden. Der Zellarray
ist nichteinheitlich, da der zugrundeliegende nichteinheitlich chemisch
modifizierte Array von Zellbindeorten eine Vielzahl von Zellbindestellen
verschiedener Spezifität
zur Verfügung
stellt. Jeder Zelltyp kann in dem Array verwendet werden unter der
Voraussetzung, dass ein Molekül
in der Lage ist, spezifisch diesen Zelltyp, der in dem chemisch
modifizierten Array von Zellbindeorten vorliegt, zu binden. Bevorzugte
Zelltypen für
den nichteinheitlichen Zellarray auf den Zellbindeorten schließen Lymphozyten,
Krebszellen, Neuronen, Pilze, Bakterien und andere prokaryotische
und eukaryotische Organismen ein. Beispielsweise zeigt 3A einen nicht einheitlichen
Zellarray auf den Zellbindeorten die Fibroblastenzellen enthalten,
die auf einer substratgemusterten Oberfläche gewachsen sind und mit zwei
Fluoreszenzsonden markiert sind (Rhodamin, um Actin zu färben und
Hoechst, um Kerne zu färben),
wogegen 3B einen nicht
einheitlichen Zellarray auf den Zellbindeorten, die Fibroblastenzellwachstum
(L929- und 3T3-Zellen) in gepunkteten Mustern enthalten, markiert
mit zwei Fluoreszenzsonden und sichtbar gemacht bei verschiedenen
Vergrößerungen,
zeigt.
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Beispiele für Zellbindemoleküle, die
in dem nicht einheitlichen Zellarray auf den Zellbindeorten verwendet
werden können,
schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf Antikörper,
Lektine und extrazelluläre Matrixproteine.
Alternativ können
genetisch veränderte
Zellen, die spezifisch Zelloberflächenmarker exprimieren, selektiv
direkt an die modifizierten Zellbindeorte binden. Der nicht einheitliche
Zellarray auf den Zellbindeorten kann entweder fixierte oder lebende
Zellen umfassen. In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der nicht
einheitliche Zellarray auf den Zellbindeorten lebende Zellen wie,
jedoch nicht beschränkt
auf, Zellen, die mit Lumineszenzindikatoren der chemischen oder
molekularen Zelleigenschaften „markiert" sind.
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In einem weiteren Aspekt wird ein
Verfahren zur Analyse von Zellen zur Verfügung gestellt, umfassend Herstellung
eines nicht einheitlichen Zellarrays auf den Zellbindeorten, wobei
die Zellen wenigstens ein Lumineszenzreportermolekül enthalten,
In-Kontakt-Bringen des nich einheitlichen Zellarrays auf den Zellbindeorten mit
einem Flüssigkeitsliefersystem,
um Reagenslieferung zu den Zellen zu ermöglichen, Durchführen eines Screens
mit hohen Durchsatz durch Aufnahme eines Lumineszenzbilds des gesamten
nicht einheitlichen Zellarrays bei geringer Vergrößerung,
um Lumineszenzsignale von allen Zellbindeorten sofort aufzunehmen,
um diejenigen zu identifizieren, die eine Antwort zeigen. Dies wird
gefolgt von einem Nachweis mit hohem Gehalt in den antwortenden
Zellbindeorten unter Verwendung eines Satzes von Lumineszenzreagenzien
mit verschiedenen physiologischen und spektralen Eigenschaften,
Scannen der ausgewählten
Zellbindeorte, um Lumineszenzsignale von den Lumineszenzreportermolekülen in den
Zellen zu erhalten, Konvertieren der Lumines zenzsignale in digitale
Daten und Verwendung der digitalen Daten, um die Verteilung, die
Umgebung oder Aktivität
der Lumineszenzreportermoleküle
in den Zellen zu bestimmen.
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Bevorzugte Ausführungsformen des nichteinheitlichen
Zellarrays auf den Zellbindeorten sind vorstehend offenbart. In
einer bevorzugten Ausführungsform
des Flüssigkeitsliefersystems
ist eine Kammer mit dem Substrat enthaltenden nichteinheitlichen
Zellarray verbunden. Die Kammer besteht vorzugsweise aus Glas, Plastik
oder Silicon, aber jedes andere Material, das eine Kammer zur Verfügung stellen
kann, ist geeignet. Eine Ausführungsform
der Kammer 12, gezeigt in 4,
besitzt einen Array von geätzten
Bereichen 13, die zu den Zellbindeorten 8 auf
dem Substrat 4 passen. Zusätzlich sind Eingangskanäle 14 geätzt, um
Flüssigkeit zu
den geätzten
Domänen 13 zur
Verfügung
zu stellen. Eine Reihe von "Ausgangskanälen" 16 zur Entfernung von überschüssiger Flüssigkeit
von den geätzten
Domänen 13 kann
auch mit den Zellbindeorten verbunden sein. Die Kammer 12 und
das Substrat 10 zusammen bilden eine Kassette 18.
Während
diese Ausführungsform
geätzte
Domänen
verwendet, kann jeder andere Typ von Vertiefung 13, gebildet
an dem Flüssigkeitsort 1 auch
verwendet werden in dieser Ausführungsform.
Alternativ kann der Flüssigkeitsort
flach sein und die Zellbindeorte 8 können Vertiefungen umfassen,
die zu den Flüssigkeitsorten 1 passen.
In einer weiteren Alternative kann sowohl die Zellbindestelle 8 als
auch der Flüssigkeitsort 1 flach
sein und ein Volumenraum für
die Vertiefung wird erzeugt durch die Verwendung einer Abstandhalterstütze 20 zwischen
dem Substrat 4 und der Kammer 12.
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Die Kammer 12 wird somit
zur Lieferung von Flüssigkeit
zu den Zellen, die auf den Zellbindeorten 10 angeordnet
sind, verwendet. Die Flüssigkeit
kann einschließen,
ist jedoch nicht beschränkt
auf eine Lösung eines
bestimmten Arzneimittels, Proteins, Liganden oder einer anderen
Substanz, die mit auf der Oberfläche exprimierten
Gruppen von Zellen Bindung eingehen oder die von den Zellen aufgenommen
werden. Die Flüssigkeit,
die mit den Zellen, die auf den Zellbindeorten 10 angeordnet
sind, interagieren sollen, können
auch Liposomen, die ein Arzneimittel verkapseln, einschließen. In
einer Ausführungsform
wird solch ein Liposom aus einem fotochromatischen Material gebildet,
das das Arzneimittel nach Aussetzen gegenüber Licht entlässt, wie
ein fotoresponsives synthetisches Polymer (rezensiert in Willner
und Rubin, Chem. Int. Ed. Engl. 35: 367–385, 1996). Das Arzneimittel
kann aus den Liposomen in allen Kanälen 14 gleichzeitig
entlassen werden oder individuelle Kanäle oder getrennte Zeilen von
Kanälen
können
bestrahlt werden, um das Arzneimittel nachfolgend zu entlassen.
Solch eine kontrollierte Entlassung des Arzneimittels kann verwendet
werden in kinetischen Studien und Lebendzellstudien. Die Kontrolle
der Flüssigkeitslieferung
kann erreicht werden durch eine Kombination von Mikroventilen und
Mikropumpen, die auf dem Ge biet der Kapillartechnologie gutbekannt sind
(U.S.-PS Nr. 5,567,294; U.S.-PS Nr. 5,527,673; U.S.-PS Nr. 5,585,069).
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Eine weitere Ausführungsform der Kammer 12,
gezeigt in 5, besitzt
einen Array von Eingangskanälen 14,
die zu den geätzten
Domänen 13 der
Kammer passen, die leicht größer im Durchmesser
sind als die Zellbindeorte 8 auf dem Substrat 4,
so dass die Zellbindestellen in die geätzten Domänen 13 der Kammer 12 versinken.
Abstandhalterstützen 20 werden
zwischen die Kammer 12 und die Zellen, die auf den Zellbindeorten 12 entlang
den Kontaktstellen angeordnet sind, gebracht. Das Substrat 4 und
die Kammer 12 können
zusammen verschlossen werden unter Verwendung eines Elastomers oder
anderer klebriger Beschichtungen auf den erhöhten Regionen der Kammer. Jede
geätzte
Domäne 13 der
Kammer 12 kann einzeln oder einheitlich mit einem Medium
gefüllt
werden, das das Wachstum und/oder die Gesundheit von den Zellen,
die auf den Zellbindeorten 10 angeordnet sind, unterstützt. In
einer weiteren Ausführungsform
(6) enthält die Kammer keine
Eingangskanäle
zur Behandlung aller Zellen, die auf den Zellbindeorten 10 angeordnet
sind mit der gleichen Lösung.
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Die Lieferung von Arzneimitteln oder
anderen Substanzen wird erreicht durch die Verwendung von verschiedenen
Modifikationen der Kammer wie folgt. Eine Lösung eines Arzneimittels, das
getestet werden soll auf Interaktion mit Zellen des Arrays, kann
von einer Mikrotiterplatte mit 96 Vertiefungen in einen Array von Mikrokapillarröhrchen 24 geladen
werden (7). Der Array der Mikrokapillarröhrchen 24 stimmt
eins zu eins mit den Eingangskanälen 14 der
Kammer 12 überein,
was es der Lösung
ermöglicht,
aus den Mikrokapillarröhrchen 24 in
die Kanäle 14 zu
fließen
oder gepumpt zu werden. Die Kassette 18 ist invertiert,
so dass die Zellbindeorte 8 in den geätzten Domänen 13, die mit der
Flüssigkeit
gefüllt
sind, überspült werden
(7B). Sobald die Interaktion
zwischen der Flüssigkeit
und den Zellen auftritt, können
Lumineszenzsignale, die von den Zellen, die auf den Zellbindeorten 10 angeordnet
sind, direkt gemessen werden oder alternativ kann das Substrat 4 von
der Kammer abgehoben werden für
Nachbehandlung, Fixierung und Markierung. Die Platzierung und das
Entfernen des Arrays von Zellen kann über Roboter und/oder hydraulische
Mechanismen erreicht werden (Schroeder und Neagle, 1996).
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In einer Ausführung der Kammer 12,
gezeigt in 7, sind die Kanäle und die
passend geätzten
Domänen 13 chemisch
in die Kammer geätzt
(Prime und Whitesides, 1991; Lopez et al., 1993; Mrksich und Whitesides,
1996). Die geätzten
Domänen 13 sind
im Durchmesser größer als
die Zellbindeorte 8. Dies erlaubt es der Kammer 12,
mit dem Substrat 4 kontaktverschlossen zu werden, was für Zellen
und ein geringes Volumen von Flüssigkeit
Raum lässt.
Eingangskanäle 14 werden
in jede Reihe von geätzten
Domänen 13 der
Kammer 12 geätzt.
Jeder Eingangskanal 14 dehnt sich von zwei gegenüberliegenden
Seiten der Kammer 12 aus und ist an jeder Seite offen.
Die geätzten
Domänen 13 einer
Einzelreihe sind in Flüssigkeitsverbindung
mit den Eingangskanälen 14 durch
Platzierung eines Mikrokapillarröhrchens 24,
das eine Lösung
enthält,
in Kontakt mit der Seite der Kammer 12. Jede Zeile von
verbundenen Eingangskanälen 14 kann
gleichzeitig oder nacheinander gefüllt werden. Während des
Füllens
der Inputkanäle 14 durch
Ventile und Pumpen oder Kapillaraktivität füllt sich jeder der Kanäle der Kammer 12 und
das Arzneimittel passiert, um jede geätzte Domäne 13 in der Reihe
der geätzten
Domänen 13,
die mit dem Eingangskanal 14 verbunden sind, zu füllen.
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In einer weiteren Ausführungsform
der Kammer 12 können
erhöhte
Reservoirs 28 und Eingangskanäle 14 auf die Oberfläche der
Kammer 12 gebracht werden, wie gezeigt in 8B. In einer bevorzugten Ausführungsform
können
die erhöhten
Reservoirs 28 und Eingangskanäle 14 aus Polytetrafluorethylen
oder elastomeren Material hergestellt sein, allerdings können sie
aus jedem anderen klebrigen Material hergestellt sein, das die Anheftung
an das Substrat 4 ermöglicht,
wie Poly(dimethylsiloxan), hergestellt von Dow Corning unter dem
Handelsnamen SYLGARD 184TM. Die Wirkung
ist die gleiche wie mit einer Kammer, die geätzte Kanäle und Kanäle hat und die Verwendungen
sind ähnlich.
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In einer weiteren Ausführungsform
der Kammer, die in 8A gezeigt
ist, dehnt sich ein erster Kanal 30 von einer Seite der
Kammer 12 zu einer ersten geätzten Domäne 13 aus oder zu
einem erhöhten
Reservoir 28 und Kanälen.
Ein zweiter Kanal 32 dehnt sich von der gegenüberliegenden
Seite zu einer zweiten geätzten Domäne, die
an die erste geätzte
Domäne
angrenzt, aus. Die ersten 30 und zweiten 32 Kanäle sind nicht in Flüssigkeitskontakt
miteinander, sind jedoch dennoch in der gleichen Zeile von Eingangskanälen 14 oder
erhöhten
Reservoirs 28.
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In einer weiteren Ausführungsform,
wie gezeigt in 9 und 10, kann die Kammer 12 einen
Eingangskanal 14 haben, der sich von jeder geätzten Domäne 13 oder
jedem erhöhten
Reservoir 28 zu der Seite der Kammer ausdehnt. Die Kanäle 14 können alle
von einer Seite der Kammer 12 (9) stammen oder von beiden Seiten (10). Die Eingangskanäle 14 können auch
auf beiden Seiten der geätzten
Domänen 13 getrennt
sein, um den Raum, der durch die Eingangskanäle 14 besetzt wird,
zu minimieren. Getrennte Flüssigkeitskanäle ermöglichen
die Durchführung
von kinetischen Studien, in denen eine Reihe zu einem Zeitpunkt oder
eine Vertiefung zu einem Zeitpunkt mit dem Arzneimittel geladen
wird.
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In einer weiteren Ausführungsform,
dargestellt in 11,
ist jede geätzte
Domäne 13 in
Flüssigkeitskontakt
mit einem korrespondierenden Eingangskanal 14, der einen
Stopfen 36 zwischen dem Ende des Kanals 14 und
der geätzten
Domäne 13 hat,
der verhindert, dass die injizierte Lösung vor der gewünschten
Zeit in die geätzte
Domäne 13 fließt. Lösungen können in
die Eingangskanäle 14 vorgeladen
werden, um zu einem späteren
Zeitpunkt verwendet zu werden. Ein Stopfen 36 kann ähnlich zwischen
einer terminalgeätzten
Domäne 13 in
einem Satz von verbundenen geätzten
Domänen 13 in
Flüssigkeitskontakt
mit einem Eingangskanal 14 angeordnet werden. Nach Freigabe
des Stopfens 36 fließt
die Substanz durch und füllt
alle geätzten Domänen 13,
die in Flüssigkeitskontakt
mit dem Eingangskanal 14 sind.
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In einer Ausführungsform sind die Stopfen 36 aus
einem hydrophoben Polymer gebildet wie, jedoch nicht beschränkt auf
Proteine, Kohlenhydrate oder Lipide, die mit fotospaltbaren Quervernetzern
vernetzt wurden, und das nach Bestrahlung hydrophil wird und mit
dem Arzneimittel in die Vertiefung abläuft. Alternativ kann der Stopfen 36 aus
einem quervernetzten Polymer gebildet werden, wie Proteinen, Kohlenhydraten
oder Lipiden, die mit fotospaltbaren Quervernetzern vernetzt wurden,
so dass er sich, wenn bestrahlt wird, zersetzt und in die geätzte Domäne 13 mit
der Lösung
abfließt.
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Die Kassette 18, die das
Substrat 4 und die Kammer 12 umfasst, wird in
ein Lumineszenzleseinstrument gebracht. Das Lumineszenzleseinstrument
ist eine optisch-mechanische Vorrichtung, die die Kassette handhabt,
die Umgebung kontrolliert, die Lieferung von Lösungen zu Vertiefungen kontrolliert
und die emittierte Lumineszenz von dem Array der Zellen analysiert,
entweder eine Vertiefung zu einem Zeitpunkt oder den ganzen Array
gleichzeitig. In einer bevorzugten Ausführungsform (12) umfasst das Lumineszenzleseinstrument 44 eine
integrierte Kreisinspektionsstation unter Verwendung eines Fluoreszenzmikroskops
als Lesevorrichtung und Mikroroboter, um die Kassette zu handhaben.
Die Lesevorrichtung kann jedes optische System umfassen, das dazu
konstruiert ist, eine Lumineszenzprobe auf einem Detektor abzubilden.
Ein Speicherkompartiment 48 hält die Kassetten 18,
von wo sie von einem Roboterarm 50, der durch den Computer 56 kontrolliert
wird, abgeholt werden. Der Roboterarm 50 inseriert die
Kassette 18 in das Lumineszenzleseinstrument 44.
Die Kassette 18 wird aus dem Lumineszenzlesegerät 44 durch
einen anderen Roboterarm 52 entfernt, der die Kassette 18 in
ein zweites Speicherkompartiment 54 bringt.
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Das Lumineszenzleseinstrument 44 ist
eine optisch-mechanische Vorrichtung, die konstruiert wurde als
eine Modifikation von lichtoptisch basierten integrierten Kreisinspektionsstationen,
die zum "Screenen" integrierter Kreis "Chips" auf Defekte verwendet
werden. Systeme, die Umgebungskontrolle, Mikroroboter und optische
Lesevorrichtungen integrieren, werden hergestellt von Firmen wie
Carl Zeiss [Jena, GmbH]. Zusätzlich,
um die Roboterhandhabung, Flüssigkeitslieferung
und das schnelle und präzise
Scannen zu erleichtern, werden zwei Lesebetriebsarten, Betriebsart
mit hohem Gehalt und mit hohem Durchsatz, unterstützt. Die
Ablesung mit hohem Gehalt ist im Wesentlichen die gleiche, die von
dem ARRAYSCANTM-Lesegerät durchgeführt wird (U.S.-PS Nr. 5,989,835).
In der Betriebsart (Modus) mit hohem Gehalt wird jeder Ort des Mikroarrays
multipler Zelltypen mit einer Vergrößerung von 5-40X oder mehr
abgebildet, was eine ausreichende Anzahl von Feldern aufzeichnet,
um die gewünschte
statistische Auflösung
der Messungen) zu erreichen.
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In der Betriebsart mit hohem Durchsatz
bildet das Lumineszenzleseinstrument 44 den Mikroarray
multipler Zelltypen bei einer wesentlich geringeren Vergrößerung von
0,2X- bis 1,0X-Vergrößerung ab,
was eine verringerte Auflösung
zur Verfügung
stellt, es allerdings ermöglicht,
alle Zellbindeorte auf dem Substrat in einem einzelnen Bild aufzunehmen.
In einer Ausführungsform
würde ein
20 mm × 30
mm Mikroarray mehrerer Zelltypen abgebildet bei 0,5X-Vergrößerung 1000 × 1500 Array
von 10 μm
Pixeln füllen,
was eine 20 μm/Pixel-Auflösung erreichen
würde,
unzureichend, um intrazelluläre
Lumineszenzverteilung zu definieren, allerdings ausreichend, um
eine durchschnittliche Antwort in einer einzelnen Vertiefung aufzuzeichnen
und die Anzahl eines bestimmten Zellsubtyps in einer Vertiefung
zu zählen.
Da typische Integrationszeiten in der Größenordnung von Sekunden liegen,
ermöglicht
die Lesetechnologie mit der Betriebsart des hohen Durchsatzes, gekoppelt
mit der automatischen Beladung und Handhabung, das Screenen von
Hunderten von Verbindungen in einer Minute.
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In einer Ausführungsform, die in 13 gezeigt ist, umfasst
das Lumineszenzlesegerät
eine optisch-mechanische Konstruktion, die entweder ein aufrechtes
oder invertiertes Fluoreszenzmikroskop 44 ist, das eine
computerkontrolliert x,y,z-Bühne
64 umfasst, ein computerkontrolliertes rotierendes Mundstück 48, das
ein Objektiv 70 (z. B. 0,5 ×) mit geringer Vergrößerung hält und ein
oder mehrere Objektive 72 mit höherer Vergrößerung, eine weiße Lichtquelllampe 74 mit
einem Anregungsfilterrad 76, einem dichromatischen Filtersystem 78 mit
Emissionsfiltern 80 und einem Detektor 82 (z.
B. gekühlte,
ladungsgekoppelte Vorrichtung). Für die Betriebsart mit hohem
Durchsatz wird das Objektiv 70 mit geringer Vergrößerung eingesetzt
und ein oder mehrere Lumineszenzbilder des gesamten Zellarrays werden
aufgenommen. Vertiefungen, die einige ausgewählte Lumineszenzantworten zeigen,
werden identifiziert und weiterhin durch ein Screening mit hohem
Gehalt analysiert, wobei das Mundstück 68 gedreht wird,
um ein Objektiv 72 mit höherer Auflösung auszuwählen und die x,y,z-Bühne 64 wird
eingestellt, um die "ausgewählte" Vertiefung zu zentrieren
für sowohl zelluläres als auch
subzelluläres
Screening mit hohem Gehalt, wie beschrieben in U.S.-PS Nr. 5,989,835.
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In einer alternativen Ausführungsform
kann das Lumineszenzleseinstrument 44 einen Abtastlaserstrahl
in entweder konfokalem oder Standardbeleuchtungsmodus verwenden.
Die Spektralauswahl basiert auf multiplen Laserlinien oder einer
Gruppe von getrennten Laserdioden, wie hergestellt von Carl Zeiss
(Jena, GmbH, Deutschland) oder wie diskutiert in Denk et al. (Science
248: 73, 1990).
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In einer anderen Ausführungsform
schließt
die Betriebsart mit hohem Durchsatz die Verwendung eines Systems
mit geringer Auflösung,
bestehend aus einem Array (1 × 8,
1 × 12,
usw.) von Lumineszenzerreger ein und Lumineszenzemissionsdetektoren,
die Subsets (Untergruppen) von Vertiefungen auf einem nicht einheitlich
mikrogemustertem Array von Zellen scannen. In einer bevorzugten
Ausführungsform
besteht dieses System aus gebündelten
optischen Fibern, allerdings wird jedes System, das Lumineszenzanregungslicht steuert
und Lumineszenzemissionslicht von der gleichen Vertiefung sammelt,
ausreichen. Das Scannen des gesamten Mikroarray mehrerer Zelltypen
mit diesem System erreicht die Gesamtlumineszenz aus jeder Vertiefung,
sowohl von Zellen als auch von der Lösung, in der sie schwimmen.
Diese Ausführungsform
ermöglicht die
Sammlung von Lumineszenzsignalen von zellfreien Systemen, sog. "homogenen" Assays.
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14A zeigt
ein Verfahren in Form eines Flussdiagramms, zur Analyse eines Mikroarrays
multipler Zelltypen in sowohl der Betriebsart mit hohem Durchsatz
als auch der Betriebsart mit hohem Gehalt unter Verwendung des Lumineszenzleseinstruments,
das zunächst
Detektion mit hohem Durchsatz verwendet, um eine Antwort von dem
Gesamtarray "A" zu messen (14B). Jede Vertiefung,
die oberhalb des voreingestellten Schwellenwerts antwortet, wird
als Treffer angesehen und die Zellen in dieser Vertiefung werden
durch ein Screening mit hohem Gehalt gemessen (14C). Die Betriebsart mit hohem Gehalt
("B") kann oder kann nicht
die gleichen Zellparameter messen, die während der Betriebsart mit hohem
Durchsatz ("A") gemessen wurden.
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In einem weiteren Aspekt wird ein
Zellscreeningsystem offenbart, wobei der Ausdruck "Screeningsystem" die Integration
eines Lumineszenzleseinstruments, einer Kassette, die in das Lumineszenzleseinstrument
eingeführt
werden kann, die einen Mikroarray multipler Zelltypen umfasst, wobei
die Zellen wenigstens ein Lumineszenzreportermolekül enthalten,
und eine Kammer, die mit dem nicht einheitlichen mikrogemusterten
Array von Zellen in Zusammenhang stehen, einen digitalen Detektor
zum Empfang von Daten von dem Lumineszenz lesegerät und eine Computervorrichtung
zum Empfang und zur Prozessierung digitaler Daten von dem digitalen
Detektor, umfasst.
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Bevorzugte Ausführungsformen des Lumineszenzleseinstruments
und der Kassette, die den Mikroarray mehrerer Zelltypen und die
Kammer umfassen, sind vorstehend offenbart. Eine bevorzugte Ausführungsform
des digitalen Detektors ist in U.S.-PS Nr. 5,989,835 offenbart und
umfasst eine digitale Kamera mit hoher Auflösung, die Lumineszenzdaten
von dem Lumineszenzleseinstrument erhält und in digitale Daten konvertiert.
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Computervorrichtung ein digitales Kabel, das die digitalen
Signale von dem digitalen Detektor zu dem Computer transportiert,
ein Display für
Benutzerinteraktion und ein Display für Assayergebnisse, eine Vorrichtung
zur Prozessierung von Assayergebnissen und ein digitales Speichermedium
für Datenspeicherung
und Archivierung, wie beschrieben in U.S.-PS Nr. 5,989,835.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst das Zellscreeningsystem die Integration von bevorzugten
Ausführungsformen
der vorstehend offenbarten Elemente (15).
Der Array mehrerer Zelltypen 10 umfasst Zellen, die an
chemisch modifizierte Zellbindeorte 8 auf einem Substrat 4 gebunden
sind. Die Kammer 12 dient als ein Mikroflüssigkeits-Liefersystem
für den
Zusatz von Verbindungen zu den Zellen 10 auf dem Substrat 4 und
die Kombination von den beiden umfasst die Kassette 18.
Die Kassette 18 wird in ein Lumineszenzleseinstrument 44 gebracht.
Die digitalen Daten werden, wie vorstehend und in U.S.-PS Nr. 5,989,835
beschrieben, prozessiert. Die Daten können auf einem Computerbildschirm 86 abgebildet
werden und zum Teil einer Bioinformatikdatenbank 90 gemacht
werden, wie beschrieben in U.S.-PS Nr. 5,989,835. Diese Datenbank 90 erlaubt
die Speicherung und Abfrage von Daten und erlaubt auch die Erlangung
und Speicherung von Daten, die sich auf vorhergehende Experimente
mit den Zellen beziehen. Ein Beispiel eines Computerbildschirmsist
in 16 gezeigt.
-
Beispiel 1. Kopplung von
Antikörpern
an einen Mikroarray multipler Zelltypen zur Anheftung spezifischer
lymphoider Zellen
-
- 1. Die verwendete Zelllinie war eine Maus B-Zelllymphom-Zelllinie
(A20), die nicht IgM auf ihrer Oberfläche exprimiert. Ein Mikroarray
multipler Zelltypen wurde zur Derivatisierung vorbereitet durch
Eintauchen über Nacht
in 20% Schwefelsäure,
Waschen 2–3
mal mit einem Überschuss
destilliertem Wasser, Spülen
in 0,1 M Natriumhydroxid und Trockenblotten. Der Mikroarray multipler
Zelltypen wurde entweder sofort verwendet oder in ein sauberes Becherglas
gebracht und mit Parafilm für
zukünftige
Verwendung verschlossen.
- 2. Der Mikroarray multipler Zelltypen wurde in eine 60 mm Petrischale
gebracht und 3-Aminopropyltrimethoxysilan
wurde auf den Mikroarray multipler Zelltypen geschichtet unter Sicherstellung
einer vollständigen Bedeckung,
ohne über
die Kanten zu laufen (etwa 0,2 ml für einen 22 × 22 mm nichteinheitlichen
mikrogemusterten Array von Zellen und etwa 0,5 ml für einen
22 × 40
mm nichteinheitlichen mikrogemusterten Array von Zellen). Nach 4
Minuten bei Raumtemperatur wurde der Mikroarray multipler Zelltypen
in deionisiertem Wasser gewaschen und Überschuss an Wasser wurde durch
Blotten entfernt.
- 3. Der Mikroarray multipler Zelltypen wurde in saubere 60 mm
Petrischalen gebracht und mit Glutaraldehyd (2,5% in PBS, etwa 2,5
ml) für
30 Minuten bei Raumtemperatur inkubiert, gefolgt von drei PBS-Waschungen. Überschüssiges PBS
wurde durch Blotten entfernt.
- 4. Die Zellkerne in dem Mikroarray multipler Zelltypen wurden
mit einem Lumineszenz-Hoechst-Farbstoff während des
Blockierungsschrittes markiert. Die angemessene Anzahl lymphoider
Zellen (vergleiche nachstehend) in C-DMEM wurden in ein konisches
Röhrchen
mit 15 ml transferiert und Hoechst-Farbstoff wurde in einer Endkonzentration
von 10 μg/ml
zugegeben. Die Zellen wurden für
10 bis 20 Minuten bei 37°C
in 5% CO2 inkubiert und dann durch Zentrifugation
bei 1000 x g für
7 Minuten bei Raumtemperatur pelletiert. Der Überstand, der ungebundenen
Hoechst-Farbstoff enthielt, wurde entfernt und frisches Medium (C-DMEM)
wurde zugefügt,
um die Zellen wie folgt zu resuspendieren: Etwa 1,25-1,5 × 105 Zellen in 0,2 ml pro 22 × 22 mm
nichteinheitlich mikrogemustertem Array von Zellen und etwa 2,5 × 105 Zellen in 0,75 ml für den 22 × 40 mm nichteinheitlich mikrogemustertem
Array von Zellen.
- 5. Der Mikroarray multipler Zelltypen wurde kurz in PBS gewaschen
und auf eine saubere, trockene 60 mm Petrischale transferiert, ohne
die Seiten der Schale zu berühren.
Die Zellen wurden vorsichtig auf die Oberfläche des Mikroarrays multipler
Zelltypen pipettiert in der vorstehend beschriebenen Dichte. Die
Schälchen wurden
bei 37°C
in 5% CO2 für 1 Stunde inkubiert. Ungebundene
Zellen wurden dann durch wiederholte PBS-Waschungen entfernt.
- 6. Antikörperlösungen (Ziegen-Anti-Maus-IgM
oder Ziegen-Anti-Maus Gesamtserum) wurden auf Parafilm gespottet
(50 μl für einen
22 × 22
mm nichteinheitlichen mikrogemusterten Array von Zellen, 100 μl für einen 22 × 40 mm
nichteinheitlich mikrogemusterten Array von Zellen). Der Mikroarray
von multiplen Zelltypen wurde auf die Spots invertiert, so dass
das Antiserum die gesamte Oberfläche
des behandelten Mikroarrays multipler Zelltypen bedeckte, ohne Erzeugen
von Luftblasen. Der Mikroarray multipler Zelltypen wurde mit der
Antikörperlösung für 1 Stunde
bei Raumtemperatur inkubiert.
- 7. Der Mikroarray multipler Zelltypen wurde vorsichtig von dem
Parafilm gehoben, in eine saubere 60 mm Petrischale gebracht und
dreimal mit PBS gewaschen. Nichtreagierte Stellen wurden dann durch
Zusatz von 2,5 ml eines 10%-igen Serums (Kälber- oder fötales Kälberserum
in DMEM oder Hanks Balancierte Salzlösung) für 1 Stunde bei Raumtemperatur
blockiert.
- 8. Beide Zelllinien sollten an das Anti-Maus-Gesamtserum binden,
wohingegen nur die X16s an das Anti-Maus-IgM binden sollten. Die
Bindung von spezifischen lymphoiden Zellstämmen an die chemisch modifizierte
Oberfläche
ist in 17 gezeigt. Die lymphoide Maus
A20-Zelllinie, der Oberflächen
IgM-Moleküle fehlen,
die jedoch IgM-Moleküle zeigt,
band viel stärker
an die Oberfläche,
die mit Gesamt-Ziegen-Anti-Maus-Serum
beschichtet war (17C)
als an die Oberfläche,
die mit Ziegen-Anti-Maus-IgM
(17B) modifiziert war
oder an unbeschichtete Gläschen
(17A).
-
Beispiel 2. Screen mit
hohem Gehalt und hohem Durchsatz.
-
Die Insulin-abhängige Stimulation von Glukoseaufnahme
in Zellen wie Adipozyten und Myozyten erfordert eine komplexe Instrumentation
von zytoplasmatischen Prozessen, die in der Translokation von GLUT4-Glucosetransportern
von einem intrazellulären
Kompartiment in die Plasmamembran resultiert. Eine Anzahl von molekularen
Ereignissen wird durch die Bindung von Insulin an seinen Rezeptor
getriggert, einschließlich
direkter Signaltransduktionsereignisse und indirekter Prozesse,
wie der Zytoskelettreorganisation, die für den Translokationsprozess
erforderlich ist. Da das Actinzytoskelett eine wichtige Rolle in
der Zytoplasmaorganisation spielt, werden intrazelluläre Signalionen
und Moleküle,
die dieses lebende Gel regulieren, auch als Intermediate von GLUT4-Translokation
angesehen.
-
Ein Screen auf zwei Ebenen auf Insulinmimetika
ist wie folgt eingeschlossen. Zellen, die eine stabile Chimäre von GLUT4
mit einem blaufluoreszierenden Protein (BFP) tragen, sind auf einem
Mikroarray multipler Zelltyparrays angeordnet und werden dann mit
der Acetoxy methylesterform von Fluo-3, einem Calciumindikator (grüne Fluoreszenz)
beladen. Der Array der Orte wird dann gleichzeitig mit einem Array
von Verbindungen behandelt unter Verwendung eines Mikroflüssigkeits-Liefersystems
und eine kurze Sequenz von Fluo-3-Bildern des gesamten Mikroarrays
multipler Zelltypen wird analysiert auf Vertiefungen, die eine Calciumantwort in
der Betriebsart mit hohem Durchsatz zeigen. Die Vertiefungen, die
Verbindungen enthalten, die eine Antwort induzieren, werden dann
auf einer Zelle für
Zelle Basis auf Hinweise von GLUT4-Translokation zur Plasmamembran
analysiert (d. h. die Betriebsart mit hohem Gehalt) unter Verwendung
von blauer Fluoreszenz, die in Zeit und Raum nachgewiesen wird.
-
18 zeigt
sequentielle Bilder des gesamten Mikroarrays multipler Zelltypen
in der Betriebsart mit hohem Durchsatz (18A) und in der Betriebsart mit hohem
Gehalt ( 18B). 19 zeigt die Zelldaten von
der Betriebsart mit hohem Gehalt.
-
Beispiel 3. Verbesserte
Kassetten und gesteigerte Vertiefungsdichte
-
Vorrichtungen und Verfahren zur Maximierung
des zellplattierten Bereichs und der Anzahl von Vertiefungen, die
in einem Subarray abgebildet werden können, während immer noch geeignete
Pixelauflösungen in
dem Bild erreicht werden. Dieses Ergebnis wurde erreicht durch die
Verwendung von Flüssigarchitektur,
die die Distanz und den Bereich zwischen den Vertiefungen minimiert
und somit die Vertiefungsdichte maximiert.
-
In einer Ausführungsform dieses Aspekts wird
eine Kassette zur Verfügung
gestellt zum Zellscreening, umfassend ein Substrat, das eine Oberfläche hat,
wobei die Oberfläche
eine Vielzahl von Zellbindeorten enthält; ein Flüssigkeitslieferungssystem zur
Lieferung von Reagenzien zu der Vielzahl von Zellbindeorten, wobei das
Flüssigkeitsliefersystem
eine Kammer mit multiplen Ebenen umfasst, die mit dem Substrat in
Verbindung steht, wobei die Kammer mit multiplen Ebenen umfasst
- i. einen gekreuzten Array von Mikroflüssigkeits-Eingangskanälen und
-Ausgangskanälen,
wobei jede Vertiefung in Flüssigkeitskontakt
ist mit einem oder mehreren Eingangskanälen und einem oder mehreren
Ausgangskanälen;
- ii. eine Vielzahl von Flüssigkeitsorten
in Flüssigkeitskontakt
mit den Mikroflüssigkeits-Eingangskanälen und -Ausgangskanälen;
- iii. ein oder mehrere Eingangssammelrohre in Flüssigkeitskontakt
mit den Mikroflüssigkeits-Eingangskanälen;
- iv. ein oder mehrere Ausgangssammelrohre in Flüssigkeitskontakt
mit den Mikroflüssigkeits-Eingangskanälen;
- v. wenigstens ein Quellengefäß in Flüssigkeitskontakt
mit einem oder mehreren Eingangssammelrohren; und
- vi. wenigstens einen Abfallbehälter in Flüssigkeitskontakt mit einem
oder mehreren Ausgangssammelrohren; und eine Vielzahl von Vertiefungen,
wobei eine individuelle Vertiefung den Raum umfasst, der durch die
Verbindung von einem Zellbindeort und einem Flüssigkeitsort definiert wird.
-
In bevorzugten Ausführungsformen
umfasst die Kassette weiterhin eine Pumpe zur Kontrolle des Flüssigkeitsflusses
in der Mikroflüssigkeitsvorrichtung;
eine Substrattemperatur-Kontrolleinheit
und/oder ein Kontrollgerät,
um Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxid-Partialdrücke in der Vorrichtung zu regulieren.
-
Das Substrat der vorliegenden Erfindung
ist chemisch modifiziert, so dass Zellen selektiv an Zellwachstumssubstrat
anheften und in kleinen Bereichen, hier als "Zellbindeorte", enthalten sind, die eine Größe unterhalb
eines Millimeters bis wenige Millimeter haben. Die Kombination eines
Zellbindeorts auf dem Substrat und eines Flüssigkeitsorts auf der Kammer
definiert einen Raum, der als "Vertiefung" bezeichnet wird.
Das Substrat kann vornehmlich flach sein und die Zellbindeorte können zu
den Flüssigkeitsort-Vertiefungen
auf einer Substratbeschichtung passen, so dass einige Tiefe in dem
Bereich der Vertiefungen gebildet wird, wenn die beiden Teile zusammengebaut
werden. Umgekehrt kann der Flüssigkeitsort,
der mit Substrat bedeckt ist flach sein und das Substrat kann an
den Zellbindeorten Vertiefungen enthalten, so dass einige Tiefe
in dem Bereich der Vertiefungen gebildet wird, wenn die zwei Teile
zusammengebaut werden. Flüssigkeiten
und Testverbindungen werden durch eine Kammer zu den Vertiefungen
gebracht, die die Substrate kombiniert, um eine Kassette zu bilden.
In einer bevorzugten Ausführungsform
wirkt die Kammer als Substratbedeckung und enthält Flüssigkeitsorte in Flüssigkeitskontakt
mit den Mikroflüssigkeitskanälen der
Vorrichtung, wobei die Flüssigkeitsorte
Vertiefungen umfassen, die zu den Zellbindeorten auf dem Substrat
passen, so dass das Volumen in jeder Vertiefung in die Kammer geätzt wird.
-
Es gibt Verschlussregionen auf der
Oberfläche
des Substrat, die zwischen und um die Zellbindeorte liegen und es
gibt korrespondierende Verschlussregionen auf dem Boden der Kammer,
die zwischen und um die Flüssigkeitsorte
liegen. Wenn das Substrat und die Kammer in Verbindung gebracht
werden, treffen sich die Verschlussregionen beider Bestandteile,
wodurch ein Verschluss gebildet wird, der den Fluss von Flüssigkeiten über die
Verschlussregionen zwischen den Vertiefungen verhindert. Diese Verschlussregionen
beider Bestandteile können
physikalisch und/oder chemisch modifiziert sein, um den Verschluss
zu verstärken.
In einem ersten Beispiel wird eine hydrophobe Silanbeschichtung
von Octadecyltrichlorsilan auf die Verschlussregionen geschichtet.
In einem zweiten Beispiel sind durch Licht aushärtbare Adhäsive und Cyanoacrylate, die USP-Klasse
IV-verträglich
sind, wie die, die erhältlich
sind von Dymax Corporation, wünschenswert
zur Verwendung mit biomedizinischen Vorrichtungen, hergestellt aus
Keramik, Glas, Plastik oder Metall. In einem dritten Beispiel ist
ein biokompatibles Bandmaterial mit Präzisionsaussparungen, die zu
den Vertiefungen des Arrays passen, erhältlich von Avery Dennison Speciality
Type Division. Ähnlich
können
biomedizinische Acryladhäsive
von Bändern
auf Oberflächen
transferiert werden, wie die, die erhältlich sind von Tyco Corporation,
zur Anbringung einer adhäsiven
Beschichtung präzise
auf diese Verschlussregionen. In einem vierten Beispiel kann ein
durch Licht aushärtbares
Siliconelastomer verwendet werden zur Bindung und zum Verschluss
zwischen den Verschlussregionen des Substrats und der Kammer, wie
die, die erhältlich
sind von Master Bond, Inc.
-
Die Mikroflüssigkeitskassette besitzt Vorteile
gegenüber
Zellarray-Mikroflüssigkeitsvorrichtungen
des Stands der Technik, die in Screeningsystemen mit hohem Gehalt
verwendet wurden, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf:
- 1) schnellere Abbildung eines statistisch
relevanten Satzes von Zellen (basierend auf der Abbildung eines Satzes
von Zellbindeorten (d. h.: "Sub-arrays") gleichzeitig; vgl. 20)
- 2) mehrere Vertiefungen pro Platte und weniger physikalischer
Raum, der pro Platte besetzt wird (d. h.: höhere Vertiefungsdichte),
- 3) effizientere Verwendung von wertvollen Testverbindungen und
- 4) effizientere Verwendung von Zellen im Vergleich zu Mikroplatten,
in denen nicht der Gesamtvertiefungsbereich abgebildet wird.
-
Wie vorstehend diskutiert, kann auf
früheren
Mikrovertiefungsplatten der Austausch für jede Vertiefung nur mit Hilfe
einer Pipette erreicht werden, die in die Vertiefung inseriert wird
und durch entweder jeweils Entlassen oder Ansaugen von Flüssigkeit
in oder aus der Vertiefung. Automatisierte Flüssigkeitshandhabung in früheren Mikrovertiefungsplatten
wird erreicht durch Verwendung von Roboter-Pipettoren, die eine
Pipette in jede Vertiefung für
jeden Flüssigkeitstransferschritt
in einem Verfahren inserieren. Diese Pipette wird typischerweise
auch benötigt,
um zu oder von einer anderen Mikroplattenvertiefung zur Quelle oder
Bestimmung der Flüssigkeit,
die mit der Mikrovertiefungsplatte von Interesse ausgetauscht wird,
zu bewegen.
-
Integrierte Flüssigkeit ist vorteilhaft für Arrays
mit sub- Millimeter Abständen
zwischen den Vertiefungen, da es unhandlich, wenn nicht unmöglich ist,
Flüssigkeiten
mit einem akzeptablen Grad der räumlichen Auflösung und
Genauigkeit zu pipettieren. Ein angemessener Grad der Genauigkeit
erfordert, dass der Messfehler nicht 2% übersteigen sollte. Somit ist
für 100
Mikroliter (μl)-Volumen
in der Vertiefung einer Platte mit 96 Vertiefungen ein Messfehler
von 2 μl
akzeptabel. Für
100 Nanoliter (nl)-Volumen würde
ein 2 nl-Messfehler erforderlich sein. Dieser Grad der Genauigkeit
ist nicht zuverlässig
mit früheren
automatischen Pipettoren über ein
Spektrum von Zusammensetzungen und Viskositäten zu erreichen.
-
Die Minimierung der Abstände zwischen
den Vertiefungen ermöglicht
das schnelle parallele Lesen von Subarrays von Vertiefungen. Wenn
die integrierte Flüssigkeit
in zu großer
Menge vorliegt (d. h. keinen geringen Abstand von Vertiefungen erlaubt),
dann geht solch eine schnelle parallele Lesefähigkeit verloren. Eine gekreuzte
Kanalarchitektur wird verwendet, die weniger Kanäle, Ventile und Pumpen ermöglicht und
somit weiterhin den Raum reduziert, der von Kanälen auf der erfindungsgemäßen Kassette
eingenommen wird. In einer am meisten bevorzugten Ausführungsform
werden die Kanäle
auf einer Ebene oberhalb der der Vertiefungen angebracht, was einen
geringstmöglichen
Abstand zwischen den Vertiefungen erlaubt. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform
ermöglicht
die Verwendung eines durchlässigen
Mediums als eine Abfluss-„Pumpe" eine einfachere
Konstruktion und Fabrikation des Systems. Die Kanäle können von
jeder Größe sein,
die die hier definierte Flüssigkeitsarchitektur
erlauben. In einer bevorzugten Ausführungsform reicht der Bereich der
Größe von etwa
0,025 mm bis etwa 0,5 mm im Durchschnitt für quadratische Querschnittskanäle oder
im Durchmesser für
kreisförmige
Durchschnittskanäle.
-
Die Flüssigkeitsarchitektur der vorliegenden
Mikroflüssigkeitskassette
ermöglicht
es, die Kontrollelemente (einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf
Pumpen, Sammelrohre, Kon trolldruckgefäße und/oder Ventile) außerhalb
der Matrix des Zellarrays zu lokalisieren. 40 zeigt eine Ausführungsform der Pump- und Ventilschemata,
wie sie erscheinen würde
mit allen Pumpen und Ventilen on board der Kassette. Alle Variationen
der Pump- und Ventilschemata, die in verschiedenen Figuren gezeigt
sind (und andere, die für
den Fachmann auf dem Gebiet offensichtlich sein würden) können auf
diesem Weg eingeschlossen werden, entweder mit on board aktiven
Vorrichtungen außerhalb
der Matrix der Vertiefung, mit off-board aktiven Vorrichtungen oder mit
einigen Vorrichtungen an Bord und einigen Vorrichtungen off Board.
Als ein Ergebnis können
die Kontrollelemente entweder in der Kassette (on-board) oder extern
zur Kassette (off board) sein. In beiden Fällen sind keine aktiven Bestandteile
in der Matrix des Arrays von Vertiefungen, die den geringen Abstand
von Kanälen
und Vertiefungen beschränken
könnten.
Da diese Kassette insbesondere zur Kultur und Analyse von lebenden
Zellen konstruiert ist, sind die Flüssigkeitsarchitektur und alle
ihre Unterbestandteile und funktionellen Teile kompatibel mit, unterstützen und
ermöglichen
die Kultur von lebenden Zellen. Die besonderen Aspekte dieser Unterbestandteile
und funktionellen Teile, die für
lebende Zellkultur konstruiert sind, sind nachstehend identifiziert.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Kassette eine Off-Board-Pumpe, um den druckgetriebenen
Fluss, der auch kontrolliert, welche Vertiefung von dem Fluss angesteuert
wird, zur Verfügung
zu stellen. Diese Konstruktionseigenschaft stellt sicher, dass das
Pumpverfahren nicht, wie viele Verfahren des Standes der Technik,
ineffektiv oder schädlich
ist, wenn es mit Zellkulturmediumverwendet wird, das flüssig ist, polar
ist und Proteine und Salze enthält.
Beispielsweise ist elektrohydrodynamisches Pumpen ineffektiv mit
polaren Lösungsmitteln
(Marc Madou, Fundamentals of Microfabrication, CRC Press, Boca Raton,
1997, S. 433). Elektroosmose wird typischerweise von einem gewissen
Grad elektrophoretischer Trennung von geladenen Medienbestandteilen,
wie Proteinen, begleitet. Außerdem
erfordert Elektroosmose typischerweise die Verwendung von elektrischen
Feldstärken
im Bereich von 100 V/cm bis 1000 V/cm, die die Physiologie von lebenden Zellen
in der Vorrichtung beeinflussen können. Das Flüssigkeitskontrollsystem
der vorliegenden Vorrichtung leidet nicht an den Nachteilen der
elektrisch induzierten Verfahren, wenn biologische Flüssigkeiten
verwendet werden.
-
In einer weiteren Ausführungsform
ist die Pumpe on board und kann elektrisch betriebenen Fluss verwenden,
allerdings sind die elektrischen Felder auf Regionen extern der
Matrix des Arrays der Vertiefungen beschränkt und keine elektrischen
Feldgradienten werden über
eine der Vertiefungen, in denen lebende Zellen vorliegen, angewendet.
Diese Ausführungsform
ist in 41 gezeigt,
wo zwei Elektroden verwendet werden, um elektrische Potentialunterschiede
entlang eines Segments von Flüssigkeitskanälen, korrespondierend
zu verschie denen On Board-Quellreservoiren anzulegen (730).
Jedes Kanalsegment mit seinem Elektrodenpaar bildet eine elektrokinetische
Pumpe (740). Diese Quellenreservoirs (730) können mit
Medium und/oder Verbindungen über
Füllzugänge (700)
in der Kassettenoberfläche
versorgt werden. Ventile (720) zwischen den Reservoirs
und den Pumpen sind geschlossen, wenn die korrespondierende elektrokinetische
Pumpe aus ist, und sind offen, wenn die korrespondierende elektrokinetische
Pumpe an ist, um jeweils Gegendruck aufrecht zu erhalten und die
Aufnahme von Luft oder Flüssigkeit
zu ermöglichen.
Die Kontrolle der elektrischen Spannung, die auf Elektrode 1 (760)
angelegt wird, wird verwendet, um den elektrokinetischen Fluss der
Flüssigkeit
in dem korrespondierenden Kanalsegment zu induzieren. Elektrode 2 (780)
(am nächsten
zu der Matrix von Vertiefungen) wird auf einem Grundpotential gehalten,
wie die Matrix der Vertiefungen, um sicherzustellen, dass sich nur
ein minimaler oder kein Potentialunterschied und/oder elektrisches
Feld in der Nachbarschaft der Zellen entwickelt, da bekannt ist,
dass elektrische Felder Zellphysiologie beeinflussen. Alternativ
kann die elektrokinetische Pumpe stromabwärts des Arrays lokalisiert
sein, um als eine Negativdruckpumpe zu dienen. In dieser Ausführungsform
würde die
Elektrophorese des Mediums durch Pumpwirkung, falls vorhanden, nur
das Medium beeinflussen, nachdem es bereits durch die Zellen verwendet
wurde und es auf seinem Weg zu dem Abfallreservoir ist.
-
In allen Ausführungsformen eliminiert die
Verwendung von On-Board- oder Off-Board-Pumpen, die extern zu der Matrix von
Vertiefungen sind, um Flüssigkeitsfluss
zu kontrollieren, die Notwendigkeit für aktive Pumpen in der Matrix
von Vertiefungen und eliminiert somit das Problem der Belegung von
Raum in der Matrix, was den geringen Abstand von Vertiefungen verhindern
könnte.
-
Die Kontrolle des Flüssigkeitswegs
durch Mittel der Druckkontrolle ermöglicht auch die optionale Verwendung
verschiedener Diffusionskontrollmittel, die kompatibel sind und
wirksam mit Zellmedium sind, das wässrig ist, polar ist und Proteine
und Salze enthält.
Diese Mittel erfordern auch minimalen Raum auf der Vorrichtung und
verhindern somit nicht den geringen Abstand der Vertiefungen.
-
U.S.-PS Nr. 5,603,351 beschreibt
eine Mikroflüssigkeitsvorrichtung,
die gekreuzte Kanäle
einschließt, allerdings
ist das Kanalnetzwerk nicht so definiert, dass es zwei oder mehreren
Reagenzien ermöglicht,
in einer Reaktionsvertiefung kombiniert zu werden, sondern eher,
um es Reagenzien zu ermöglichen,
in eine Vertiefung in serieller Art gegeben zu werden. Der Zweck
der vorliegenden Kassette ist es nicht, zwei oder mehrere verschiedene
Flüssigkeiten
gegeneinander auszusetzen, sondern die lebenden Zellen, die auf
dem Vertiefungs boden in serieller Art kultiviert wurden, zwei oder
mehreren verschiedenen Flüssigkeiten
auszusetzen.
-
Die Flüssigkeitskanäle der Kassette
stellen den Transport von Flüssigkeit
und Verbindungen von Quellbehältern
zu jeder Vertiefung zur Verfügung
und von jeder Vertiefung zu einem oder mehreren Abfallbehältern. Jede
Vertiefung könnte
mit einem getrennten Eingangs- und Ausgangskanal (21) versorgt werden, was 2n2 Kanäle (100, 120)
für einen
n × n
Array (040) ergeben würde.
Um den Fluss von m Flüssigkeit oder
Dampfgemischen zu einem n × n
Array zu kontrollieren, sind m + n2 Ventile
oder Pumpen erforderlich (22).
Allerdings wird die Anzahl der Kanäle, Pumpen und Ventile für diesen
Typ von Architektur für
einen großen
Array unhandlich. Eine Pumpe, die einen variablen oder umstellbaren
Druck (z. B. eine Spritzenpumpe) hat, ist funktionelle gleichwertig
zu einem unter Druck stehenden Reservoir mit einem Ventil. Deshalb
sollte die folgende Diskussion von Pumpen, Reservoirs und Ventilen
so verstanden werden, dass diese Bestandteile ersetzt werden können.
-
Bauweise mit
gekreuzten Kanälen
und mehreren Ebenen
-
Eine bevorzugte Ausführungsform
der Architektur (Bauweise) der Kassette, bestehend aus einem gekreuzten
nichtunterbrochenen Array von Eingangs- (100) und Ausgangs- (120)-Kanälen und
die Verwendung multipler Ebenen ist offenbart. Spezifische Ausführungsformen
in dieser Klasse der Architektur sind in 23–26 und 33 und 34 gegeben.
-
Da die Bauweise in dieser Klasse
weniger unabhängige
Kanäle
pro Vertiefung benötigt,
im Vergleich zu der Klasse der Bauweise mit getrennten Eingangs-
und Ausgangskanälen
für jede
Vertiefung, minimieren diese gekreuzten Kanalarchitektur auch den
lateralen Raum (140), der zwischen den Vertiefungen erforderlich ist,
um dem Weg für
die Kanäle
entgegenzukommen.
-
Die Bauweise mit gekreuztem Kanal
und multiplen Ebenen erfordern es nur 2n Kanäle, um n2 Vertiefungen
anzusteuern. In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Zeilen-
und Spaltenkanäle
selbst in zwei unterschiedlichen Schichten gebildet, so dass sie
Sich nicht überkreuzen.
Die Zeilenkanäle
liegen oberhalb der Spaltenkanäle
und umgekehrt. Die zwei Schichten liegen entweder in der gleichen
Ebene der Vertiefungsschicht (23 und 24) oder liegen in einer
Ebene oberhalb der Vertiefungsschicht (25–26 und 33–34). In anderen Ausführungsformen
sind Strukturen mit mehr als zwei Ebenen eingeschlossen.
-
In einer am meisten bevorzugten Ausführungsform
sind die Kanäle
oberhalb der Ebene der Vertiefungen angebracht, so dass der minimale
Abstand zwischen den Vertiefungen (140) nur von optischen
und physikalischen Erfordernissen für eine bestimmte Wanddicke,
die jede Vertiefung trennt, erzwungen wird. Der Vorteil der Platzierung
der Kanäle
in Ebenen oberhalb der Vertiefungen wird von den folgenden Beispielen
gezeigt. Vertiefungen, die 0,4 mm × 0,4 mm sind, können auf
einem 0,5 mm Abstandgitter angebracht werden, was 0,1 mm Wände zwischen
den Vertiefungen ermöglicht,
was einen 5 mm × 5
mm Bereich für
einen 10 × 10
Vertiefungsarray ergibt. Reihen und Spaltenkanäle von 0,2 mm Durchmesser können leicht
in oberen Ebenen der Vorrichtung mit hinreichender Distanz zwischen
den Kanälen
gebildet werden. Wenn 0,2 mm Kanäle
mit 0,1 mm Wänden
in der Ebene der Vertiefungen erforderlich sind (und Zeilen- und
Spaltenkanalschichten sind in zwei getrennten Ebenen in der Ebene
der Vertiefungen gebildet) steigert sich im Gegensatz dazu der Vertiefungsabstand
auf 0,8 mm. Dies ergibt einen 8 mm × 8 mm Bereich für einen
Array mit 10 × 10
Vertiefungen. In diesem Beispiel steigert die Platzierung von Kanälen zwischen
den Vertiefungen den Bereich, der für den Array erforderlich ist,
um den Faktor 2,6. Für
verschiedene Kanalbauweisen mit getrennten Eingangs- und Ausgangskanälen für jede Vertiefung
ist der zusätzliche
Raum, der zwischen den Vertiefungen erforderlich ist, wesentlich
größer.
-
Entweder von Kanälen oberhalb oder in der Ebene
der Vertiefungen werden horizontal (160) oder vertikal (180) verbindende
Kanäle
oder Ventile von jeder Vertiefung (j, k) zu ihrem korrespondierenden
Reihenkanal j und Säulenkanal
k gebildet. Die Herstellung solcher Strukturen aus Glas-, Halbleiter-
oder Plastikmaterialien ist auf dem Fachgebiet gutbekannt. In einem
solchen Verfahren wird Silicondioxid (SiO2)
lithografisch in Siliconnitrid (Si3N4)-Schichten
gebildet unter Verwendung eines Mehrschritt-Schicht-für-Schicht-Verfahrens (Turner
und Craighead, Proc. SPIE 3528: 114–117 (1998)). Das Aussetzen
der Struktur gegenüber
einem flüssigen Ätzmittel
entfernt das SiO2, um ein Kanalnetzwerk
in dem Si3N4 zu
bilden, das nicht geätzt
ist.
-
Kontrolle des
Flusses in der Bauweise mit gekreuzten Kanälen
-
In einem gekreuzten Array von Zeilen
(A, B, C, usw.) und Spalten (1, 2, 3,
usw.) wird der Fluss von Flüssigkeit
zu und von Vertiefung (j, k) erzeugt, wenn beispielsweise positiver
Druck auf die Zeile j ausgeübt und
das Ventil des Ausgangskanals k wird geöffnet, wobei sich j und k auf
zum Beispiel jeweils Zeile D und Spalte 7 beziehen. Fluss
zu allen Vertiefungen einer Gesamtzeile j wird erzeugt, wenn beispielsweise
positiver Druck auf Zeile j ausgeübt wird und die Ventile aller
Ausgangskanäle
(1, 2, 3, usw.) geöffnet werden. Ein ähnliches
Verfahren würde
den Fluss zu allen Vertiefungen einer Säule erreichen.
-
Die Drücke, die hier diskutiert werden,
sind in Wirklichkeit Druckunterschiede im Verhältnis zu Umgebungsatmosphärendruck,
ansonsten bekannt als "Anzeigendruck". Somit ist der Wert
des positiven Drucks die Menge, durch die ein zugefügter Druck
größer ist
als Atmosphärendruck;
der Wert des negativen Drucks ist die Menge, durch die ein ausgeübter Druck
geringer ist als Atmosphärendruck.
Diese Drücke
werden jeweils als positiver und negativer Anzeigendruck bezeichnet.
-
Der Ausdruck "Flüssigkeitsweg", wie hier verwendet,
zeigt den bestimmten Satz von Vertiefungen {(j, k), (j, n), (m,
k), (m, n) ... usw.}, der dem Flüssigkeitsfluss
unterworfen wird, durch Ermöglichung
der Flusskontrollvorrichtungen der Reihen j und m, usw. und Säulen k und
n, usw. Es ist zu beachten, dass die Ermöglichung der Flusskontrollvorrichtungen
von zwei Reihen von zwei Säulen
einen Flüssigkeitsweg
durch vier Vertiefungen erreicht. Dies wird hier als Einzelflussweg,
der vier Vertiefungen einschließt,
definiert, im Gegensatz zu vier Signalwegen, die Einzelvertiefungen
einschließen.
-
Reduktion der
Anzahl von aktiven Ventilen oder Pumpen
-
Verschiedene Kombinationen von aktiv
kontrollierten Flusskontrollvorrichtungen (Pumpen oder unter Druck
stehende Reservoirs mit Ventilen) werden verwendet, um den Fluss
durch eine gewünschte
Vertiefung (010) oder Flüssigkeitsweg zu erzeugen. Beispielsweise
können
m Verbindungen zu einer Einzelvertiefung gebündelt werden durch Verwendung
von m positiven Druckquellreservoirs oder Pumpen (200),
einem ventillosen Sammelrohr (240) und eines ventilfreien
Abfallreservoirs bei Atmosphärendruck
(300) (27).
Dieses ventillose Sammelrohr (240) kann ersetzt werden
durch ein Sammelrohr mit Ventil [z. B. (260) aus 28] zur besseren Kontrolle
der Diffusion von Flüssigkeiten
zwischen m Quellen. Alternativ kann die gleiche Funktionalität erreicht
werden durch Verwendung eines negativen Druckabfallreservoirs oder
einer Pumpe (320) mit m Ventilen (260), verbunden
mit m Quellreservoirs bei Atmosphärendruck (220) (28). Die Verwendung von Quellenreservoirs
bei Atmosphärendruck
ermöglicht
das geeignete Blubbern von Gasen durch die Quellreservoire, um ein
gewünschtes
Niveau gelöstes
CO2 und O2 in dem
Medium zu etablieren und aufrecht zu erhalten.
-
In einer anderen Ausführungsform
ist ein Abfallreservoir mit einem durchlässigen Medium gefüllt, das als
eine Kapillaraktionspumpe (320) dient und einen negativen
Druck (28) zur Verfügung stellt.
Die Thermodynamik des Anfeuchtens erzeugt einen Druck über ein
Flüssigkeits-Dampf-Interface,
beschränkt
durch eine Fest-Flüssig-Dampf-Kontaktlinie.
Der Druck der Kapillaraktion kann verwendet werden, um eine Flüssigkeitssäule von
jedem Mikrokanalweg in den hohen Oberflächenbereich des porösen Mediums
zu ziehen. Eine Reihe solcher negativer Druckreservoirs können verbunden
werden zu einem Array über
ein ein bündelndes Ventilsammelrohr
zur Kontrolle des Flusses oder ein Einzelreservoir kann gleichzeitig
an die Ausgangskanäle aller
Vertiefungen eng gekoppelt werden. Eine Anzahl von durchlässigen Medien
sind auf dem Fachgebiet bekannt, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf
Silicagel-Technologie, durchlässige
Keramikmaterialien wie Zeolit, ein Pad hydrophiler (synthetischer
oder natürlicher)
Fasern und teilweise hydratisierte oder lyophilisierte Hydrogele
wie Alginate, Poly(vinyl)alkoholgele, Agarose, Zucker-Polyacrylgele
und Polyacrylamidgele. In einer bevorzugten Ausführungsform basiert das durchlässige Medium
auf Silicagel-Technologie. Eine dünne Membran oder ein Filterblatt
kann verwendet werden, um das poröse Medium von dem Mikrokanalarray
zu trennen. Dieses Verfahren kann Druck zum Pumpen zur Verfügung stellen,
bis der interne Oberflächenbereich des
porösen
Mediums weitestgehend durch die Flüssigkeit angefeuchtet ist.
Durch geeignete Auswahl des durchlässigen Mediums und des Aufbaus
dieses Verfahrens können
angemessen große
Mengen der Flüssigkeit
gepumpt werden, um eine ausgewählte
Messung mit dem Arraysystem durchzuführen.
-
In einer anderen Ausführungsform
ist der Array von m positiven Druckquellreservoirs oder Pumpen (200),
gezeigt in 27 mit einem
n × n überkreuzten
Kanalarray von Vertiefungen (040) durch Mittel von 1 × n Eingangs-
(400) und n × 1
Ausgangs- (410)-Ventilsammelrohren
gebündelt
(29). Dies erinnert
an Bauweisen mit getrennten Eingangs- und Ausgangskanälen für jede Vertiefung
(22), m + n2 Ventile oder Pumpen sind in dieser Situation
erforderlich. Noch mal, das ventillose Sammelrohr (240)
kann durch ein Sammelrohr mit Ventil [z. B. (260) aus 28] ersetzt werden, um
die Diffusion von Flüssigkeiten
zwischen den m Quellen besser zu kontrollieren. Der Fluss durch
die Vertiefung (j, k) wird bewirkt, wenn das Eingangsventil j und
das Ausgangsventil k geöffnet
sind. Alternativ kann die gleiche Funktionalität erreicht werden mit m Reservoirs
bei Atmosphärendruck
(220) und einem negativen Druckabfallreservoirs (entweder 320 oder 340),
wie in 28 durch Mittel
von 1 × n
Eingangs- (400) und n × 1
Ausgangsventil-(410)-Sammelrohren
(30).
-
Spülkanäle
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird ein n × n
Mikrovertiefungsarray durch einen zusätzlichen Säulenkanal k* oder einen Satz
von Spaltenkanälen
{k*} angereichert, die das Passieren eines Segments von Flüssigkeit
oder Dampf von einer gegebenen Reihe j zu ei nem Abfallreservoir
ermöglichen,
ohne durch die Vertiefungen {(j, k)} oder den Säulenkanal {k} zu gehen. Diese
zusätzlichen
Spaltenkanäle
{k*} werden als Spülkanäle (130)
bezeichnet, da sie das Spülen
der Zeilenkanäle
ermöglichen,
ohne den Fluss durch die Vertiefungen zu erfordern.
-
Generell kann ein Spülkanal k*
(130) angrenzend und parallel zu Säulenkanal k (016)
lokalisiert sein, allerdings verbunden durch eine Bohrung mit Reihenkanal
j (014) an dem Punkt, an dem sie sich überkreuzen [und nicht direkt
verbunden mit der korrespondierenden Vertiefung (j, k)]. In einer
Ausführungsform
hat jeder Säulenkanal
k einen assoziierten parallelen Spülkanal k* (33 und 34).
In anderen Ausführungsformen
gibt es nur einen Spülkanal,
um Spülen
für den
gesamten Satz von Zeilenkanälen
{j} zur Verfügung
zu stellen, oder es gibt jede Kombination von Spülkanälen {k*}, eingefügt in den
Array von Spaltenkanälen
{k}. Wenn es nur einen Spülkanal
gibt, kann es bevorzugt sein ihn direkt angrenzend an den letzten
Säulenkanal
des Arrays zu lokalisieren, wo k = n.
-
35 zeigt
im Fall von Flüssigkeitsfluss
durch Vertiefung (j, k) ein Beispiel eines Verfahrens, um ein Segment
von Flüssigkeit
oder Dampf von Reihenkanal j zu spülen und in Spülkanal k*
wo k* direkt angrenzend an Säulenkanal
k ist. Dieses Verfahren und die Bauweise ermöglichen es diesem Flüssigkeitssegment,
zu dem Abfallreservoir befördert
zu werden, ohne die Vertiefungen zu passieren {(j, k + 1), (j, k
+ 2), usw.}, die stromabwärts
entlang des Reihenkanals j sind. Dies ist wünschenswert, um die Diffusion
einer gegebenen Verbindung aus einer Vertiefung (j, k) zu anderen
Vertiefungen stromabwärts
{(j, k + 1), (j, k + 2), usw.}, wo die Verbindung nicht erforderlich
sein könnte,
zu beschränken.
Zusätzlich,
wie nachstehend beschrieben, kann Diffusion durch Einführen von
Dampfsegmenten in den Mikrokanal-Mikrovertiefungsarray
kontrolliert werden.
-
32 zeigt,
wie das Pump- und Ventilschema von 29,
die positive Druckquellenreservoirs einsetzt, ausgedient werden
kann, um mit einem gekreuzten Array von n Zeilenkanälen und
2n Spaltenkanälen (n
normale Spaltenkanäle
plus n Spülspaltenkanäle) zu arbeiten.
Dies erfordert ein 2n × 1
Ausgangsventil-Sammelrohr (420). Generell wird für jeden
zusätzlichen
Spülkanal
k*, der zugefügt
wird, ein zusätzliches Ventil
zu dem Ventilsammelrohr, das mit den Spaltenkanälen verbunden ist, zugefügt. Ähnlich kann
das Schema aus 30,
das ein negatives Druckabfallreservoir verwendet, ausgedehnt werden,
um mit einem Array zu arbeiten, der Spülkanäle besitzt (130).
-
Doppelt gepumpte
Konstruktionen
-
Der Fluss durch einen Flüssigkeitsweg
{(j, k), (j, n), (m, k), (m, n) ... usw.}, oder genereller durch
jede Länge
einer Röhre,
wird durch einen kontinuierlichen Druckgradienten erzeugt, der entlang
der Länge
des Wegs oder der Röhre
besteht. Die Kontrolle dieses Druckgradienten durch Mittel von Drücken, die
an den Eingängen
und Ausgängen
der Flüssigkeitswege
angelegt werden, erfordert, dass kein Leck des Flusses über die Wände des
Wegs besteht. Ein Leck stört
auch die angemessene Dosierung von Verbindungen in den Vertiefungen
für Arzneimittelscreening.
Der Verschluss der Wände
des Wegs muss angemessen sein für
die angezeigten Drücke,
die wahrscheinlich angewendet werden sollen. Für Flüssigkeitsflussraten von annähernd einigen
Millimetern pro Minute, Pfadlängen
nicht größer als
wenige Zentimeter und Kanalkreuzungen in der Größenordnung von 100 mm × 100 mm
sagt das Hagen-Poiseuille-Gesetz, dass der erforderliche End-zu-End-Druckunterschied ΔP geringer
als 1 Atmosphäre
(1 Atm. ≈ 14
Pfund pro Quadratinch) ist. Nichtsdestotrotz, unter Einbeziehung
der verschiedenen Materialien und Strukturen, die in dem Fachgebiet
bekannt sind, die eingesetzt werden können für die Vorrichtung, wird die
Möglichkeit
des Leckens zwischen benachbarten Vertiefungen durch Reduktion des
Anzeigendrucks, der über
die Wände
des Systems angewendet wird, minimiert. Gegen Ende kann die vorliegende
Vorrichtung positive Druckquellreservoirs mit einem negativen Druckabfallreservoir
(d. h. ein "doppelt
gepumptes" System)
verwenden, um im Wesentlichen die Hälfte der maximalen Anzeigendrücke zu halbieren,
die angewendet werden müssen,
um ein gegebenes Gesamt End-zu-End Druckdifferential zu erreichen.
-
Für
ein "einzeln gepumptes" System, d. h. ein
System, das offen gegenüber
Atmosphärendruck
an einem Ende ist und das an dem anderen Ende gepumpt wird (entweder
zu einem positiven oder einem negativen Anzeigendruck, ±ΔP), ist der
Druckunterschied, der über
die Wände
des Systems angelegt wird, maximal an dem Ort des gepumpten Reservoirs,
d. h. (200) aus 27 und 29; oder (320, 340)
aus 28 und 30. Das Auftreten eines
Lecks ist am wahrscheinlichsten an diesen Punkten des maximalen
Anzeigendrucks, mit einem positiven Druck, der dazu tendiert, Flüssigkeit
aus dem Weg zu drängen
und einem negativen Druck, der dazu tendiert, die Flüssigkeit
in den Weg aus einer benachbarten Vertiefung oder Kanal zu ziehen.
(Dies setzt voraus, dass die benachbarten Kanäle und Vertiefungen bei einem
Null-Anzeigendruck gehalten werden, wenn sie dem Fluss nicht unterworfen
sind. Ein anderes Verfahren zur Kontrolle der Druckunterschiede über die
Systemwände
ist, passende Drücke
auf die benachbarten Wege auszuüben,
während
sie nicht unter Fluss stehen).
-
An Zwischenpunkten entlang des Flüssigkeitswegs
haben die Druckdifferentiale über
die Systemwände
Werte zwischen ±ΔP und Null
für sowohl
positiv als auch negativ gepumpte Systeme.
-
Das gleiche End-zu-End Druckdifferential ΔP wird über den
Weg angelegt durch Etablierung von Drücken von ±ΔP/2 an jeweils den Eingangs-
und Ausgangsreservoirs. In diesem Fall sind die maximalen Anzeigewerte,
die über
die Wände
des Systems angelegt werden ±ΔP/2 und treten
an den korrespondierenden Endpunkten des Systems auf. Darüber hinaus
ist der angelegte Anzeigendruck in der Vorrichtung nahe Null, wenn die
Vertiefungen etwa in der Mitte zwischen den Eingangs- und Ausgangsreservoirs
entlang der Länge
des Wegs sind. An den Endpunkten des Wegs werden die maximalen Druckunterschiede ±ΔP/2 leichter
gehalten ohne Leck in den Plastikrohren oder Silicakapillaren. Der
Nachweis eines Lecks wird erleichtert, da es wahrscheinlich nur
an den Systemendpunkten auftritt.
-
In einer Ausführungsform haben die zwei Spritzen
eines dualen Pumpsystems den gleichen Durchmesser und das gleiche
Volumen und da sie mit dem gleichen Aktuator in einer Gegentaktanordnung
verbunden sind, wird jede Spritze um die gleiche lineare Distanz
bewegt und identische Volumina werden für jeden Zuwachs der Bewegung
ausgetauscht. Wie jede bestimmte Quellverbindung in den Array gedrückt wird,
wird ein gleiches Volumen von Abfallflüssigkeit herausgezogen. Somit
enthält
der Array von m Quellspritzen auch einen Array von m negativen Druckabfallreservoirs.
Dieser Array der negativen Druckabfallreservoirs ist mit den Spaltenkanälen durch
ein 1 × m
ventilloses Sammelrohr gebündelt,
genauso wie der Array von Quellreservoirs mit den Zeilensäulen gebündelt ist.
-
In einer weiteren Ausführungsform
sind die Quell- und Abfallspritzen von unterschiedlichem Durchmesser
und die Spritzen müssen
durch zwei getrennte Mitnehmer, die jede Spritze in einer unterschiedlichen linearen
Rate bewegen, kontrolliert werden, die jedoch die gleichen Volumenaustausche
in jeder Spritze erreichen. Beispielsweise könnte eine Spritze mit geringerem
Durchmesser für
eine Verbindung verwendet werden, während eine Spritze mit größerem Durchmesser
als Abfallbehälter
verwendet werden könnte.
Wenn der Durchmesserwert ein Faktor 2 ist, wenn der Mitnehmer der
kleinen Spritze eine lineare Einheit bewegt, um Flüssigkeit
auszutauschen, bewegt sich der Mitnehmer der großen Spritze nur um ein Viertel
der linearen Einheit, um die Flüssigkeit
zu verwerten, allerdings sind die ausgetauschten Volumina identisch. 31 zeigt einen bestimmten
Fall dieser Ausführungsform
eines "zweifach
gepumpten" Systems,
in dem nur eine Abfallspritzenpumpe vorliegt, die in koordinierter
Weise angetrieben werden muss (z. B. durch Mittel der Computerkontrolle)
mit der Antreibung jeder spezifischen Quellspritzenpumpe. Alternativ
kann die negative Druckpumpe eine Kapillarpumpe sein, ebenfalls
in 31 gezeigt. Bei
der Kapillarpumpe wird die "Betreibung" der Pumpe durch
Ventile erreicht.
-
Zusammenfassend besitzt das doppelt
gepumpte System die folgenden Vorteile:
-
- 1) Reduktion des maximal angewendeten Anzeigedrucks,
- 2) der angewendete Anzeigendruck ist nahe der Mitte des Weges
gering und
- 3) ein Lecken kann leicht nachgewiesen werden und tritt am wahrscheinlichsten
an den Systemendpunkten auf.
-
Bündelung
auf höherer
Ebene
-
Die Verwendung von Flusssammelröhren mit
mehreren Öffnungen
(Multiport) zwischen den gepumpten Reservoirs und den gekreuztem
Kanalarray ermöglicht
es m verschiedenen Pumpen (200) oder Reservoirs (220)
in diesen verschiedenen Ausführungsformen
mit m verschiedenen Flüssigkeits-
oder Dampfgemischen selektiv und nacheinander Fluss in jede Vertiefung
(j k) des n × n
Vertiefungsarrays (002) zu erzeugen. Generell kann ein
Satz von Vertiefungen, der einen einzelnen Flüssigkeitsweg {(j, k), (j, n),
(m, k), (m, n) ... usw.} definiert, durch dieses System definiert
werden. Der Fluss von nur einer Flüssigkeit oder einem Dampfgemisch kann
durch nur einen Flüssigkeitsweg
zu einem Zeitpunkt erfolgen. Bündelung
auf einer höheren
Ebene, die den gleichzeitigen Fluss von verschiedenen Flüssigkeits- oder Dampfgemischen
durch verschiedene Wege ermöglicht,
ist möglich
mit einem komplexen System von Flusssammelrohren. Solch ein System
kann leicht als eine Generalisierung der vorliegenden Konstruktion
konstruiert werden.
-
Kontrolle der
Diffusion
-
Das Prinzip dieser Ausführungsform
ist, dass das Ventilelement (250) und der Ventilsitz (540)
so geformt sind, dass sie Fluss in eine Richtung ermöglichen
und Diffusion unterdrücken,
wenn der Fluss gestoppt wird.
-
Weiterhin werden die Rückstellkräfte auf
alle Ventile "passiv" und konstant angewendet.
Es wird kein detailliertes Kontrollsystem zur Überprüfung der Ventile benötigt, da
die Kontrolle des Flüssigkeitsdruckgradienten
das Mittel ist, durch das einzelne Ventile geöffnet werden.
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Die Verwendung von gekreuzten Mikrokanälen mit
einer großen
Anzahl offener Wege zwischen zum Beispiel den 2n Mikrokanälen und
den n2 Vertiefungen können in einigen Ausfüh rungsformen
angereichert werden durch zusätzliche
Verfahren zur Kontrolle der Diffusion von Verbindungen zwischen
den Vertiefungen und Mikrokanälen.
Im Gegensatz zu früheren
Systemen benötigt
das Mikroflüssigkeitssystem
kein detailliertes Kontrollsystem in der Vorrichtung zur Kontrolle
von Vertiefung-zu-Vertiefung Diffusion. Zwei exemplarische Mittel
zur Kontrolle der Zwischenvertiefungsdiftusion sind offenbart, die
nicht die aktive Kontrolle von On-Board Ventilen erfordern. Beide
dieser Verfahren blockieren die Diffusion zwischen Vertiefungen
durch Mittel der Flüssigkeitsflusskontrolle
von Ventilen, Pumpen und Sammelrohren, die extern zu dem Array von
Vertiefungen sind und entsprechen somit den Gesamtkonstruktionsprinzipien
der Erfindung: Die optimale Abbildung von Subarrays von Vertiefungen
in einer Klasse von Flüssigkeitsarchitekturen,
die weniger Kanäle
benötigt
und geringere Abstände
zwischen den Vertiefungen ermöglicht.
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Das erste Verfahren verwendet die
Insertion von Luftsegmenten zwischen verschiedenen Flüssigkeitssegmenten.
Die positiven und/oder negativen Druckverfahren, die in den vorstehenden
Ausführungen
gegeben sind, werden eingesetzt, um diese Luftsegmente zu inserieren.
Generell kann die Anwendung von unterschiedlichem Druck in geeigneten
Sequenzen über
bestimmte Zeilen {j} und Spalten {k} oder {k*} eine Anzahl von getrennten
Luftsegmenten in die Eingangskanäle
{j} zwischen einer Anzahl von verschiedenen Flüssigkeiten platzieren. Insbesondere
kann eine angemessene Abfolge ein Flüssigkeitssegment zu einer Vertiefung
(j, k) steuern und ein anderes Flüssigkeitssegment zu einer anderen
Vertiefung (j, k – 1)
steuern, während
auch ein Luftsegment in Zeile j zwischen diesen zwei Vertiefungen
inseriert und aufrecht erhalten wird. Nachfolgend kann das Luftsegment
aus dem System entlassen werden durch eine ungenutzte Vertiefung
oder durch einen Spülkanal
k* (130) ( 35).
-
Das zweite Verfahren der Diffusionskontrolle
verwendet "normal
geschlossene" Kontrollventile
(500) zwischen jedem Paar angrenzender Bohrungen (Bohrung
k und Bohrung k + 1) (180), die die Kanäle j mit den Vertiefungen (j,
k) und (j, k + 1) (36)
verbinden. Ähnlich
können
Kontrollventile in Bauweisen verwendet werden, die Spülspaltenkanäle {k*}
einbauen. In anderen Ausführungsformen
können
Kontrollventile in die Bohrungen (160, 180) gebracht
werden, die Vertiefungen mit Mikrokanälen oder Zeilenkanälen verbinden,
um Spaltenkanäle
zu spülen.
Diese Ventile sind geschlossen, bis ein Druckgradient über einen
Flüssigkeitsweg des
Arrays angelegt wird. Dann werden nur diese Ventile, die entlang
des ausgewählten
Flüssigkeitswegs
verteilt sind, offengedrückt.
Wenn der Fluss gestoppt wird und die Ventile in die geschlossene
Position zurückkehren,
unterdrücken
die Ventile Diffusion von Verbindungen zwischen den Vertiefungen
und Mikrokanälen
oder Zeilenkanälen
und Spülkanälen. Die
Rückstellkraft,
die jedes Ventilelement (520) in seinem korrespondierenden Ventilsitz
(540) schließt,
kann durch jede Anzahl von Verfahren, die auf dem Fachgebiet bekannt
sind, zur Verfügung
gestellt werden. Die Stärke
der Rückstellkraft
muss es ermöglichen,
die Ventile nach Anwendung von Druckgradienten, die angemessene
Flussraten (typischerweise weniger als 1 cm/Min.) erreichen, zu öffnen. Verfahren
zur Anwendung von Rückstellkräften schließen mechanische
Kräfte
durch die Deformation von metallischen, Halbleiter- oder organischen
Materialien; pneumatischen Druck; elektrostatische Kraft, magnetische
Kraft und die Schwerkraft ein.
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In einer weiteren Ausführungsform
induziert ein extern angelegter Magnetfeldgradient (620)
eine Rückstellkraft
auf Ventilelemente (520), die ein magnetisches Material
beinhalten. Dies schließt
ein, ist jedoch nicht beschränkt
auf die Verwendung von paramagnetischen Kügelchen (600) (z.
B. geliefert von Dynal Corp.), wie gezeigt in 37. Diese paramagnetischen Kügelchen
(600) dienen als Kugeln in Mikrokugelventilen, die in und
entlang jedes Zeilen- und Säulenkanals
eingebaut sind. U.S.-PS Nr. 5,643,738 und U.S.-PS Nr. 5,681,484
beschreiben ein magnetisch gesteuertes Mikrokugel-Kontrollventil.
Allerdings beschreiben diese Patente insbesondere ein aktiv kontrolliertes
Ventil, das das Schließen
des Kugelventils auf "Anforderung" erlauben würde und
hat seinen Zweck in dem Stoppen des Flusses, der durch externen
Druck ausgeübt
wird. In dem vorliegenden Fall ist der besondere Vorteil des Mikroflüssigkeitsarchitektursystems,
dass eine sanfte Rückstellkraft
gleichzeitig auf eine große
Anordnung von Kugelventilen über
den gesamten Array ausgeübt wird
und keine aktive Kontrolle erforderlich ist. Die Bewegung von ausgewählten Kugeln
(wann immer es gewünscht
ist, die Ventile zu öffnen)
entlang eines Flüssigkeitswegs
wird dadurch erreicht, dass die Flüssigkeit selbst fließt. Das
Kugelventil wird durch den Fluss der Flüssigkeit kontrolliert, nicht
der Fluss der Flüssigkeit wird
durch das Kugelventil kontrolliert. In dieser Ausführungsform
ist der Ventilsitz darüber
hinaus besonders konstruiert, so dass ein Verschluss in einer Richtung
nicht erreicht wird, im Gegensatz zu der anderen Richtung, in der
ein sanfter Verschluss ausreichend ist, um ein Stoppen der Diffusion
zu erreichen.
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In einer Ausführungsform ist ein Mikrokugelventil
zwischen jedem Paar angrenzender Bohrungen (Bohrung k und Bohrung
k + 1) lokalisiert, die die Kanäle
j mit den Vertiefungen (j, k) und (j, k + 1) verbinden. Jedes Mikrokugelventil öffnet sich
nur, wenn ein Druckgradient über
einen Weg angelegt wird, der das Ventil einschließt. Die
Konstruktion des Ventilsitzes (540) auf einer Seite ist
geformt (z. B. mit Fugen), so dass der Fluss nicht gestoppt wird,
wenn der Flüssigkeitsdruck
die Kugel in Richtung des Flusses bewegt. Wird kein Druckgradient
angelegt (und fließt
keine Flüssigkeit)
an der Stelle eines bestimmten Kugelventils, presst eine magnetische
Rückstellkraft
die paramagnetische Kugel zurück
gegen die andere Seite des Ventilsitzes (540) (wo der Sitz
so geformt ist, um zu der Kugel zu passen), um Diffusion von Verbindungen über einen
Teil des Mikrokanals zu unterdrücken.
Die Rückstellkraft
wird durch einen Magnetfeldgradienten induziert, der auf den gesamten
Array angewendet wird, so dass alle Ventile normalerweise geschlossen
sind.
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In einer anderen Ausführungsform
induziert ein extern angelegter Magnetfeldgradient (620)
eine Rückstellkraft
auf Ventilelemente (520), die ein eisenmagnetisches Material
enthalten. Beispielsweise sind Präzisions-Chromstahlkugeln erhältlich von
Glenn Mills, Inc., Clifton, NJ in einem Bereich von weniger als
einem mm bis wenigen mm Durchmesser.
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38 zeigt
eine Ausführungsform
eines geformten Ventilsitzes, der dieses Konstruktionsprinzip exemplarisch
darstellt. Insbesondere wird Diffusion entlang der Kugel gestoppt,
wenn die extern angelegte Rückstellkraft
den Ball nach links in eine runde Öffnung in dem Ventilsitz drückt. Wenn
Fluss durch extern angelegte Drücke
betrieben wird, wird die Kugel nach rechts gedrückt, allerdings stoppt die
Kugel nicht den Fluss, da die rechte Seite des Ventilsitzes oval
geformt ist und eine fugenähnliche
Deformation entlang einer Seite einschließt, was einen Weg für Flüssigkeit
bildet, um die Kugel in dieser offenen Position des Ventils zu passieren.
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39 zeigt
eine Ausführungsform,
die es einem einzelnen magnetischen Feldgradienten, der auf die gesamte
Kassette angewendet wird, ermöglicht,
Kraft sowohl auf einen Satz von Kugelventilen der Eingangskanäle als auch
auf einen Satz von Kugelventilen der Ausgangskanäle auszuüben.
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In einer Ausführungsform ist die Richtung
des Magnetfeldgradienten parallel zu der Ebene des Arrays, allerdings
bezogen auf 45° zu
sowohl den Zeilen- als auch Spaltenkanälen. Somit erlebt jede Kugel
einen Bestandteil der Kraft in der Richtung der "geschlossenen" Seite seines korrespondierenden Ventilsitzes
(540). In anderen Ausführungsformen
wird der Magnetfeldgradient senkrecht zu der Ebene des Arrays angelegt
und die Kugelventile arbeiten in vertikaler Richtung in den horizontalen
Mikrokanälen
oder in den vertikalen Bohrungen. In dem letzten Fall (vertikal
betriebene Kugelventile in vertikalen Bohrungen) muss die Bohrungsarchitektur
wiederum jeder Kugel erlauben, einem Teil der magnetischen Kraft
in der Richtung der "geschlossenen" Seite seines korrespondierenden
Ventilsitzes (540) unterworfen zu werden.
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Ein Beispiel eines eisenmagnetischen
oder paramagnetischen Ventilelements (520) von kugelförmiger Form
wurde gegeben, allerdings können
andere Formen und andere Rückstellkräfte generell
verwendet werden, die auf die gleiche Weise funktionieren.
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Vertiefungsmaße und -eigenschaften
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Eine andere Ausführungsform stellt eine Kassette
zum Zellscreening zur Verfügung,
umfassend ein Substrat, das eine Oberfläche hat, wobei die Oberfläche eine
Vielzahl von Zellbindeorten enthält;
ein Flüssigkeitsliefersystem
zur Lieferung von Reagenzien zu der Vielzahl von Zellbindeorten,
wobei das Flüssigkeitsliefersystem
eine Kammer mit mehreren Ebenen umfasst, die mit dem Substrat in
Verbindung stehen, wobei die Kammer mit mehreren Ebenen einen gekreuzten
Array von Mikroflüssigkeits-Eingangskanälen und
Ausgangskanälen
und eine Vielzahl von Flüssigkeitsorten
in Flüssigkeitskontakt
mit den Mikroflüssigkeits-Eingangskanälen und
-Ausgangskanälen
umfasst; und eine Vielzahl von Vertiefungen, wobei eine individuelle
Vertiefung einen Raum umfasst, der durch die Verbindung von einem
Zellbindeort und einem Flüssigkeitsort
definiert wird und wobei die Vertiefungen in einer Dichte von wenigstens
etwa 20 Vertiefungen pro Quadratzentimeter vorliegen. In einer bevorzugten
Ausführungsform
liegt die Vertiefungsdichte zwischen etwa 20 Vertiefungen pro Quadratzentimeter
und etwa 6400 Vertiefungen pro Quadratzentimeter.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Kassette dieser Ausführungsform
weiterhin einen oder mehrere Eingangssammelrohre in Flüssigkeitskontakt
mit den Mikroflüssigkeits-Eingangskanälen einen oder
mehrere Ausgangssammelrohre in Flüssigkeitskontakt mit den Mikroflüssigkeits-Ausgangskanälen. In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Kassette dieser Ausführungsform
weiterhin wenigstens ein Quellgefäß in Flüssigkeitskontakt mit einem
oder mehreren Eingangssammelrohren und wenigstens ein Abfallgefäß in Flüssigkeitskontakt
mit einem oder mehreren Ausgangssammelrohren. Die verschiedenen Kontrollvorrichtungen
in diesen Ausführungsformen
sind vorstehend beschrieben.
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Es gibt für die Vertiefungsformgeometrie
der vorliegenden Erfindung keine Beschränkung, genauso wie die Form
in verschiedenen Ausführungsformen
der Erfindung sich unterscheiden kann. Während eine rechteckige Vertiefungsform
den minimalen Abstand und minimalen Bereich zwischen den Vertiefungen
in dem Array ermöglicht,
hat diese Form den Nachteil potentieller Unterschiede in der Zellkultur
oder den Flüssigkeitseigenschaften
in Eckenbereichen der Vertiefungen. Deshalb wird eine Vertiefungsform,
die kreisförmig ist
oder die rechteckig mit abgerundeten Ecken ist, in einer bevorzugten
Ausführungsform
dieser Erfindung verwendet.
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Das Arraysystem der vorliegenden
Erfindung ist konstruiert für
die Abbildung von individuellen Zellen in einem Feld von Zellen
in einem Arzneimittelscreening Assaysystem. Screening mit abbildenden
Assays, die die Messung von jeder individuellen Zelle in einem Feld
von Zellen parallel einschließen,
werden als Screenings mit hohem Gehalt (HCS) bezeichnet, da detaillierte
Informationen über
intrazelluläre
Prozesse in dem Bild einer Einzelzelle enthalten sind. Screenings
mit geringerer Auflösungsabbildung
oder mit Detektoren, die ein Signal über eine Population von Zellen
integrieren, werden als Screenings mit hohem Durchsatz (HTS) bezeichnet,
da sie schneller sind. In HCS werden die Zellen üblicherweise durch Abbilden
der Kerne der Zellen identifiziert, die kreisförmig oder ellipsoid in der
Form sind mit einer Langachsenlänge,
die typischerweise von 5 μm
bis 15 μm
reicht. Der Zellarray, der in der vorliegenden Erfindung verwendet
wird, optimiert die Rate von HCS durch Verwendung eines Formats
mit höherer
Dichte und mehreren Vertiefungen, im Vergleich zu herkömmlichen
Platten mit 96 Vertiefungen.
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In dem HCS variiert die Anzahl von
Zellen, die eine statistisch relevante Probe zur Verfügung stellen, genauso
wie die Anzahl von Zellen, die pro Einheit Oberflächenbereich
erforderlich sind, abhängig
von dem Typ des Assays und dem Typ der Zellen, die kultiviert werden.
Somit ist die minimale Größe der Vertiefung,
die erforderlich ist für
statistische Kriterien in jedem Assay unterschiedlich. Nichtsdestotrotz,
ungeachtet was die minimale oder optimale Vertiefungsgröße ist,
die Rate, bei der Vertiefungen mit geeigneter Bildauflösung gelesen
werden können,
um individuelle Zellkerne aufzulösen,
wird durch die vorliegende Vorrichtung optimiert, die es ermöglicht verschiedene
Vertiefungen zum gleichen Zeitpunkt parallel abzubilden. Dies wird
am effizientesten durchgeführt,
wenn der verschwendete Raum zwischen den Vertiefungen minimal ist
und der zellplattierte Bereich in dem Gesamtbild deshalb maximiert
ist.
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Darüber hinaus optimiert das vorliegende
Arraysystem die flexible Implementation von HTS als auch HCS auf
dem gleichen optischen bildgebenden zellbasierten Screeningsystem.
Die erforderliche Pixeldichte (Pixel pro Mikrometer) ist geringer
für HTS
(beispielsweise 0,001 bis 0,1 Pixel pro Mikrometer) und höher für HCS (0,1
bis 4,0 mehr Pixel pro Mikrometer). Das vorliegende System stellt
nahtlos die kombinierte Verwendung von HTS und HCS zur Verfügung, worin
ein "Treffer", der in HTS identifiziert
wurde, auch in der Betriebsart für
HCS für
detailliertere Analysen gelesen wird. Tatsächlich vergrößert die
Erhältlichkeit
von HCS auf der gleichen Plattform und mit der gleichen Probe stark
die Information, die mit "Treffern", die in der HTS-Betriebsart
identifiziert wurden, verbunden ist. Dennoch ist die schnellstmögliche Rate
von HCS vorteilhaft, um einen maximalen Gesamtscreeningdurchsatz
zu ermöglichen,
wann immer HCS verwendet wird. Die minimale Pixeldichte, die für HCS erforderlich
ist in Kombination mit der maximalen Vertiefungsdichte des Arrays
sind die zwei entscheidenden Parameter, die die maximale Rate, bei
der Vertiefungen in der HCS-Betriebsart gelesen werden können, definieren.
Diese Erfindung beschreibt, wie die Konstruktion des vorliegenden
Arraysystems diese HCS-Rate genauso wie die HTS-Rate maximieren
kann.
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Ein herkömmliches Mikroskop-Abbildungssystem
kann in Verwendung mit Mikroplatten mit 96 Vertiefungen quadratische
Felder, die 0,1 mm bis 10 mm breit, zentriert auf jeder 7 mm Durchmesser-Vertiefung
sind, abbilden. Die Vertiefungen werden in Serie abgebildet oder "gelesen". In jeder Position
auf der Bühne
wird typischerweise nur ein Bereich einer Vertiefung gelesen. Um
den Gesamtarray (entweder in der HTS oder HCS Betriebsart) der Probenbühne zu lesen,
muss die Mikroplatte wenigstens 96 mal bewegt werden.
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Wir definieren ein neues Zellscreeningverfahren,
in dem viele Vertiefungen gleichzeitig gelesen werden. Da der vorliegende
Array Vertiefungsquerschnitte und Abstände zwischen den Vertiefungen
hat, die etwa 10-fach geringer als in der Mikroplatte mit 96 Vertiefungen
sind (Vertiefungen, die kleiner als 1 mm im Durchmesser sind und
Gesamtplattenmaße
von eher verschiedenen Millimetern als verschiedene Zentimeter Breite),
kann ein Zellscreeningsystem viele Vertiefungen gleichzeitig abbilden.
Somit wird die Probenbühne
weniger pro Platte bewegt und verschiedene Vertiefungen werden parallel
gelesen (39).
-
Dies schließt im Wesentlichen die serielle
Abbildung von "Subarrays" (020) des
gesamten Mikrovertiefungsarrays (040) ein, während Daten
von allen Vertiefungen von jedem Subarray parallel erhalten werden. Beispielsweise
erfordert die Abbildung von 3 × 3
Vertiefungs-Subarrays
9-fach weniger Bewegungen der Probenbühne und ermöglicht etwa eine 9-fach schnellere
Rate der Datengewinnung.
-
Bei einem gegebenen CCD-Detektor
Array (080) bestimmt die Vergrößerung des optischen Systems (060)
den Bereich des Subarrays (020), der auf den Detektor projiziert
wird. Beispielsweise wird eine Bildpixeldichte von 1 Pixel pro Mikrometer
für einen
1000 μm × 1000 μm Subarray
von Vertiefungen erreicht durch Verwendung einer 10× optischen
Vergrößerung und
einem 1000 × 1000
Pixel CCD-Array von 10 μm × 10 μm Elementen.
In einem zweiten Beispiel kann ein 2000 μm × 2000 μm Subarray von Vertiefungen
abgebildet werden auf einem 2000 × 2000 Pixel CCD-Array bei
der gleichen Vergrößerung,
um die gleiche Bildpixeldichte zu erreichen. In einem dritten Beispiel
wird eine Bildpixeldichte von 0,1 Pixel pro Mikrometer erreicht
für einen
10 mm × 10
mm Subarray von Vertiefungen durch Verwendung von 1,0 × optischer
Vergrößerung und
einem 1000 × 1000
Pixel CCD-Array von 10 μm × 10 μm Elementen.
In einem vierten Beispiel kann ein 10 mm × 10 mm Subarray von Vertiefungen
auf einem 2000 × 2000
Pixel CCD-Array abgebildet werden bei 2,0× Vergrößerung, um die gleiche Pixeldichte
zu erreichen.
-
Nachstehend geben wir Ausführungsformen
von bestimmten Ausführungsformen
der Vertiefungsgrößen und
der Abstände
gemäß der vorliegenden
Erfindung, die die Abbildung von Subarrays optimiert. Diese Vertiefungsgrößen müssen groß genug
sein, um eine gewünschte
Anzahl von Zellen, gebunden an eine gewünschte Anzahl von Zellbindestellen
in jedem Ort auf dem Array zu enthalten. Aufgrund des beachtlichen
Bereichs der gewünschten
Zelldichten, die auf den Zellbindestellen kultiviert werden sollen
(d. h.: Kulturen von Zellen mit sehr weitem Abstand oder konfluente
Einzelschichten können
gewünscht
sein) kann die gewünschte Vertiefungsdichte,
von der, die nur eine Zelle oder sehr kleine Zellbindestellen von
etwa 10 μm
im Durchmesser (d. h.: eine Vertiefungsgröße von 20 bis 50 Mikrometern)
bis zu der reichen, die entweder eine große Zellbindestelle oder einen
Array vieler Zellbindestellen enthält (d. h.: eine Vertiefungsgröße von 1
bis 2 mm), umfassend einen Einzelort auf dem Array. Der erste Fall
führt zu
einer höheren
Vertiefungsdichte und der zweite zu einer geringeren Vertiefungsdichte.
-
Die Klasse von Mikroflüssigkeitsarchitekturen
erlaubt für
sowohl hohe als auch geringe Vertiefungsdichten und für Vertiefungen,
die eine oder viele Zellbindestellen enthalten, den optimalen Abstand
von Vertiefungen, den minimal verschwendeten Raum zwischen den Vertiefungen
und die maximale Anzahl von Vertiefungen, die gleichzeitig in einem
Subarray abgebildet werden können
und ermöglicht
noch die Erlangung von angemessener Pixelauflösung in dem Bild.
-
Wir verwenden jetzt vier Beispiele
der optischen Auflösung,
die vorstehend gegeben wurden, um zu illustrieren, wie für einen
bevorzugten Bereich von Subarraygrößen, optischen Vergrößerungen
und Pixelauflösungen
und basierend auf den Vorteilen der Mikroflüssigkeitsarchitektur, hier
beschrieben sind, die vorliegende Vorrichtung Vertiefungsgrößen und
Abstände
unterstützt,
die große
Steigerung in der Geschwindigkeit, in der die Vertiefungen abgebildet
oder gelesen werden können,
ermöglicht.
Zusätzliche
Subarraygrößen, optische
Vergrößerungen
und Pixelauflösungen
werden durch die Verfahren und Vorrichtungen der Erfindung unterstützt. Der
Rahmen der Erfindung ist nicht auf den augenblicklichen Stand der
Technik in der Anzahl der erhältlichen
Pixel beschränkt
und auch nicht in den Pixelgrößen in elektronischen
Bildgebungssystemen.
- 1. Für das erste Beispiel vorstehend
wird ein 1000 μm × 1000 μm Subarray
von Vertiefungen auf einer 1000 × 1000 Pixel CCD-Kamera (mit
einer Bildauflösung
von 1 Pixel pro Mikrometer) abgebildet. Wir geben jetzt vier Beispiele
von Vertiefungsgrößen und – dichten,
die durch diese Erfindung unterstützt werden. (a) Erstens, ein
2 × 2
Subarray von 300 μm × 300 μm Vertiefungen
mit 200 μm
dicken Wänden
und einer Vertiefungsdichte von 400 Vertiefungen pro cm2.
Die Abbildung dieser Vertiefungen in Gruppen von 4 erreicht eine
4-fache Beschleunigung, verglichen mit Lesen einer Vertiefung der
Platte zu einem Zeitpunkt. (b) Zweitens, ein 3 × 3 Subarray von 200 μm × 200 μm Vertiefungen
mit 100 μm
Wänden
erreicht einen 9-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine
Vertiefungsdichte von 1111 Vertiefungen pro cm2.
Die Anzahl der Vertiefungen pro Einheitsbereich ist um einen Faktor
80 größer als
der, der durch die augenblicklich höchste Dichte einer kommerziellen
Mikroplatte (die 1536 Vertiefungsplatte) zur Verfügung gestellt
wird. (c) Drittens, ein 5 × 5
Subarray von 100 μm × 100 μm Vertiefungen
und 100 μm
Wänden
erreicht einen 25-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine
Dichte von 2500 Vertiefungen pro cm2. (d)
Viertens, für
eine noch höhere
Dichte von Vertiefungen und einen größeren Geschwindigkeitsvorteil
kann die Vertiefung 25 μm × 25 μm mit 100 μm Wänden sein,
was einen 8 × 8
Subarray, einen 64-fachen
Anstieg in der Geschwindigkeit und eine Vertiefungsdichte von 6400
Zellen pro cm2 ergibt.
- 2. Für
einen 2000 μm × 2000 μm Subarray
von Vertiefungen, abgebildet auf einer 2000 × 2000 Pixel CCD-Kamera (mit
einer Bildauflösung
von 1 Pixel pro Mikrometer) wird ein zusätzliches Beispiel der Vertiefungsdichte,
zusätzlich
zu den vier vorstehend in Betracht gezogenen Beispielen in Betracht
gezogen. (a) Erstens, ein 2 × 2
Subarray von 800 μm × 800 μm Vertiefungen
mit 200 μm
dicken Wänden
ergibt einen 4-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine Vertiefungsdichte
von 100 Vertiefungen pro cm2. Die Anzahl
von Vertiefungen pro Einheitsbereich ist um einen Faktor 5 größer als
der, der durch die augenblicklich höchste Dichte einer kommerziellen
Mikroplatte (die 1536 Vertiefungsplatte) zur Verfügung gestellt
wird. (b) Zweitens, ein 4 × 4
Subarray von 300 μm × 300 μm Vertiefungen
mit 200 μm
dicken Wänden
ergibt einen 16-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine Vertiefungsdichte
von 400 Vertiefungen pro cm2. (c) Drittens,
ein 6 × 6
Subarray von 200 μm × 200 μm Vertiefungen
mit 100 μm
Wänden
ergibt eine 36-fache Steigerung in der Geschwindigkeit und eine
Vertiefungsdichte von 900 Vertiefungen pro cm2.
(d) Viertens, ein 10 × 10
Subarray von 100 μm × 100 μm Vertiefungen
mit 100 μm
Wänden
ergibt einen 100-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine
Vertiefungsdichte von 2500 Vertiefungen pro cm2.
(e) Fünftens,
ein 16 × 16
Subarray von 25 μm × 25 μm Vertiefungen
mit 100 μm
Wänden
ergibt einen 256-fachen
Anstieg in der Geschwindigkeit und eine Vertiefungsdichte von 6400
Vertiefungen pro cm2.
- 3. Für
einen 10 mm × 10
mm Subarray von Vertiefungen, abgebildet auf einer 1000 × 1000 Pixel
CCD-Kamera (mit einer Bildauflösung
von 0,1 Pixel pro Mikrometer) beschreiben wir wieder die vier Fälle von
Vertiefungsgrößen und
-dichten, die in Beispiel 1 vorstehend beschrieben sind. (a) Erstens,
ein 20 × 20
Subarray von 300 μm × 300 μm Vertiefungen
mit 200 μm
dicken Wänden
ergibt einen 400-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine
Dichte von 400 Vertiefungen pro cm2. (b)
Zweitens, ein 30 × 30
Subarray von 200 μm × 200 μm Vertiefungen
mit 100 μm
Wänden
ergibt einen 900-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine
Vertiefungsdichte von 1111 Vertiefungen pro cm2.
Wie zuvor, unterstützt
dieser Fall eine Vertiefungsdichte, die 80-fach größer ist
als die, die durch die augenblicklich höchste Dichte einer kommerziellen Mikroplatte
zur Verfügung
gestellt wird. (c) Drittens, ein 50 × 50 Subarray von 100 μm × 100 μm Vertiefungen
mit 100 μm
Wänden
ergibt einen 2500-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine
Vertiefungsdichte von 2500 Vertiefungen pro cm2.
(d) Viertens, ein 80 × 80
Subarray von 25 μm × 25 μm Vertiefungen mit
100 μm Wänden ergibt
einen 6400-fachen Anstieg in der Geschwindigkeit und eine Dichte
von 6400 Vertiefungen pro cm2. Für eine noch
höhere
Dichte der Vertiefungen und einen größeren (2500-fachen) Vorteil in der Geschwindigkeit
können
die Vertiefungen 100 μm × 100 μm sein mit
Wänden,
die die Vertiefungen trennen, die 100 μm breit sind, was 2500 Vertiefungen
pro Subarray ergibt und 2500 Vertiefungen pro cm2.
- 4. Für
einen 10 mm × 10
mm Subarray von Vertiefungen, abgebildet auf einer 2000 × 2000 Pixel
CCD-Kamera (mit einer Bildauflösung
von 0,1 Pixel pro Mikrometer) treffen die Fälle von Beispiel 2 vorstehend
von 100, 400, 1111, 2500 und 6400 Vertiefungen pro cm2 wieder
zu, ergeben jedoch einen 100-fach größeren Anstieg in der Geschwindigkeit,
da die Subarrays 10-fach breiter sind an jeder Seite. Somit sind
die Anstiege in der Geschwindigkeit für Vertiefungsdichten von 100,
400, 1111, 2500 und 6400 Vertiefungen/cm2 jeweils
400X, 1600X, 3600X, 10000X und 25600X in dem 10 mm × 10 mm
Array.
-
Die folgende Tabelle vergleicht Vertiefungsabstände für verschiedene
andere Vorrichtungen:
-
All diese bestimmten Aspekte der
vorliegenden Mikroflüssigkeitsvorrichtung – der gekreuzte
Kanal, Multiebenen-Architekturen, die hohe Vertiefungsdichte, die
Flüssigkeitsflusskontrolle
in diesen Architekturen, die Anordnung von Vertiefungen in räumlich optimierte
Subarrays von Vertiefungen und die optionalen Mittel der Kontrolle
von Diffusion von Verbindungen zwischen den Vertiefungen – sind speziell
ausgewählt
und konstruiert, um ein integriertes System zu bilden, das kompatibel
mit der Verwendung von Zellkulturmedium (eine polare, wässrige Lösung, die
biologische Makromoleküle
und Salze enthält),
mit der Aufrechterhaltung von gewünschten physiologischen Niveaus
von gelöstem
Sauerstoff und Kohlendioxidgasen in dem Medium, und mit der Aufrechterhaltung
der gewünschten
physiologischen Temperatur (typischerweise 37°C, jedoch andere Temperaturen
in etwa dem Bereich von 15°C
bis 40°C
können
für bestimmte
Zelltypen gewünscht
sein) ist.
-
Insbesondere kann das Zellkulturmedium
in Off-Board Gefäßen auf
das gewünschte
Niveau der Temperatur und des gelösten Kohlenstoffdioxids und
Sauerstoffs äquilibriert
werden. Dann wird das Medium unter Verwendung von Off-Board Gefäßen und
Ventilen durch die Mikrokanäle
zu den Vertiefungen bewegt. Der Verschluss dieser Mikrokanäle und Vertiefungen
vor der Atmosphäre
ermöglicht
es, die Partialdrücke
von Gasen zu kontrollieren durch Mittel der Äquilibrierung von den externen
Gefäßen. In
einer bevorzugten Ausführungsform
kann das Niveau des Kohlendioxids in dem Medium in den Vertiefungen
etabliert und aufrecht erhalten werden durch Äquilibrierung des Mediums vor
seinem Fluss in die Vorrichtung und/oder durch Ermöglichen eines
Austausches eines Gemisches von Kohlendioxid und Luft mit dem Medium,
wenn es in der Vertiefung ist. Es existiert eine Anzahl verschiedener
Umgebungskontrollkammern für
lebende Zellkultur (U.S.-PS Nr. 5,552,321 und 4,974,952; Payne et
al., J. Microscopy 147: 329–335
(1987); Boltz et al., Cytometry 17: 128–134 (1994); Moores et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci. 93: 443–446
(1996); Nature Biotech. 14: 3621–362 (1996)).
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
wird die Temperatur des gesamten Substrats kontrolliert durch in
Kontakt sein mit oder eingebaut sein in eine Heizvorrichtung und
mit einem Temperatursensor. Ein elektronisches Temperaturkontrollsystem
reguliert die Heizvorrichtung, um einen gewählten Temperatursollwert zu
erreichen. Somit kann die Konstruktion des in dieser Erfindung beschriebenen
Mikroflüssigkeits-Arraysystems
leicht auf einem Weg verwendet werden, der lebende Zellkultur ohne
ein externes Inkubatorsystem unterstützt. 12 zeigt das automatisierte Lesen von
Kassetten. Die Kassetten werden unter Umgebungskontrollbedingungen
in zwei Speicherkompartimenten (48 und 54) vor
und nach Lesen in dem Lumineszenzleseinstrument 44 gehalten.
Während
von dem Lumineszenzleseinstrument gelesen wird, hält das System
die geeignete Temperatur und die Zusammensetzung gelöster Gase
in den Zellkulturmedien in den Vertiefungen der Kassette aufrecht.
Temperaturkontrolle in den Vertiefungen wird durch Heizvorrichtungen)
und Temperatursensoren) in der Kassette des Lumineszenzleseinstruments
zur Verfügung
gestellt. Die Kontrolle von gelösten
Gaszusammensetzungen in den Vertiefungen wird durch Äquilibrierung
des Mediums mit einer Quelle vorgemischter Luft und Kohlenstoffdioxid
(kommerziell erhältlich)
vor dem Fluss des Mediums in die Vertiefungen der Kassette zur Verfügung gestellt.
Jeder Typ von Regler zur Regulation von Gaspartialdrücken kann
mit der vorliegenden Erfindung verwendet werden. In einer bevorzugten
Ausführungsform
umfasst das System einen Gasregler, umfassend eine vorgemischte
Gasquelle, verbunden mit einem Reservoir oder Reservoirs, die Zellkulturmedium
und/oder Testverbindungen enthalten. Ein Gasdruckregulator und ein
Flusskontrollventil kontrollieren die Rate des Flusses von diesem
Gasgemisch und seinen Druck in dem (den) verbundenen Flüssigkeitsreservoir(s).
Diese Äquilibrierung
von Gasgemischen mit den Flüssigkeiten
kann durchgeführt
werden in Reservoirs, entweder on board oder off board der Kassette,
jedoch in jedem Fall außerhalb
der Matrix von Vertiefungen.
-
Die vorliegende Erfindung erfüllt einen
Bedarf auf dem Fachgebiet für
Vorrichtungen und Verfahren, die die notwendige Zeit, um zellbasierte
Screenings mit hohem Durchsatz und/oder hohem Gehalt durchzuführen, verringern.
Die Vorrichtungen der Erfindung sind auch ideal geeignet als Zellunterstützungssystem
für tragbare
diagnostische Vorrichtungen (d. h.: ein miniaturisiertes bildgebendes
zellbasiertes Assaysystem). Die Arzneimittel-Entdeckungsindustrie verwendet bereits
Mikroplatten mit 96 Vertiefungen und ist im Übergang zur Verwendung von
Platten mit 384 Vertiefungen. Platten mit bis zu 1536 Vertiefungen
sind vorgesehen. Somit besteht ein großer Vorteil in sowohl dem Durchsatz
als auch der Ökonomie
aus der Verwendung von Platten mit einer noch höheren Dichte, wie die der vorliegenden
Erfindung.
-
Die verschlossene Eingrenzung von
den Zellen in den Zellarray werden ein stabiles System zur Verfügung stellen,
das tragbar ist und in jeder Orientierung verwendbar. Die Vorrichtungen
der vorliegenden Erfindung werden für militärische und zivile Toxinuntersuchungen
zwei primäre
Vorteile zur Verfügung
stellen. Erstens, Toxinuntersuchung, basierend auf zellulärer Funktion,
ist vorteilhaft, verglichen mit Toxinuntersuchung, basierend auf
molekularer Struktur (z. B. Massenspektrometrie oder optische Spektroskopien),
da es die endgültige
Wirkung von der Verbindung auf Gewebe eher untersucht als eine im
Zusammenhang stehende Eigenschaft der Verbindung, deren Verbindung
zur Toxizität
unbekannt sein kann oder abhängig
von anderen Bedingungen. Zweitens, ein automatisiertes, miniaturisiertes,
stabiles und portables Format für
einen Sensor der auf zellulären
Funktionen basiert würde
vorteilhaft sein, vergleichen mit dem augenblicklichen Stand der Technik,
der große
Mikroplatten um fasst, die von großen Roboter-Pipettiersystemen
gefüllt
werden und von großen
Mikroskoplesegeräten
gelesen werden.
-
Zusätzlich können andere Assayeigenschaften
in die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung integriert werden,
die in den Vorrichtungen des Standes der Technik nicht möglich sind,
wie einfache Plastikmikroplatten. Beispielsweise kann eine Massenspektrometrie
oder kapillarelektrophoretisch analytische Vorrichtung oder Systeme
für DNA-
und/oder Proteinanalyse in die vorliegende Vorrichtung integriert
werden, um chemische und strukturelle Parameter der Testverbindungen
zu messen. Diese Integration würde
Informationen zur Verfügung
stellen, die komplementär
zu zellbasierten funktionellen Parametern, die durch ein HCS- oder HTS-System gemessen sind,
sind. Bei herkömmlichen
Mikroplatten sind solche zusätzlichen
Assayfunktionen extern der Platte und erfordern deshalb extensive
zusätzliche
Ausrüstung
für sowohl
den Transfer von Proben von der Mikroplatte als auch für die analytische
Ausstattung selbst. In dem miniaturisierten Format mit integrierten
Flüssigkeiten
wird die Probe intern zu einem mikroanalytischen System auf dem
Chip oder auf einem intern verbundenen zweiten Chip gepumpt. Diese
mikroanalytischen Chips werden die Kosten reduzieren und die Geschwindigkeit
von zellbasierter Analyse dramatisch steigern. In diesem Zusammenhang
wird erwartet, dass die Verbindung eines Lebendzell-analytischen
Systems im Mikromaßstab
mit einem chemisch-analytischen System im Mikromaßstab große Verbesserungen
gegenüber
existierenden Verfahren und Vorrichtungen zur Verfügung stellen
werden.
-
Beispiel 4. Zellmusterung
-
Polymere und Glasoberflächen wurden
in ihrer natürlichen
Struktur als zelluläre
Wachstumssubstrate für
Jahrzehnte verwendet. Unterschiedliche Techniken wurden verwendet,
um die Oberflächenchemie
dieser Materialien einzustellen, um sie attraktiver für Zelladhäsion zu
machen, einschließlich
der Adsorption von Zelladhäsionsmolekülen; Sulfonisierung
des Materials (europäische
Patentanmeldung 576184); Co-Polymergemische von extrazellulären Matrixproteinfragmenten,
wie RGD (U.S.-PS Nr. 5,733,538); und chemische Oxidation (unter
Verwendung von Lösungschemie)
der Oberfläche
für weitere
chemische Modifikation (unter Verwendung von Lösungschemie) (U.S.-PS Nr. 5,330,911),
wie Silanen (U.S.-PS Nr. 5,077,085) oder Thiolen (U.S.-PS Nr. 5,776,748).
-
Zusätzlich zur Einstellung der
Oberfläche
dieser Substrate, um sie attraktiver für zelluläre Adhäsion zu machen, wurden Techniken
entwickelt, um die Oberflächen
abstoßend
für zelluläre Adhäsion zu
machen. Zellabstoßende
Oberflächen
wurden erreicht durch Verwendung von extrem hydrophoben Oberflächen (Kontaktwinkel >90°), die Zellabstoßung für mehrere Tage
zeigen. (Dulcey et al., Science 252: 551 (1991)). Ein weiter verbreitet
verwendetes Verfahren verwendet extrem hydrophile Oberflächen (Kontaktwinkel
etwa 0°)
durch Immobilisierung von Zuckern und sauerstoffreichen Gruppen
auf der Oberfläche
durch herkömmliche
Verbindungschemie. Diese Oberflächen
zeigen längere
Perioden der Zellabstoßung
vor dem Abbau und ermöglichen Zelladhäsion. Das
am meisten verwendete Molekül
zur Zellabstoßung
ist das sauerstoffreiche Poly(ethylenglycol) (PEG). PEG kann an
Polymere und Glassubstrate geheftet werden durch Verfahren einschließlich chemischer
Aktivierung der Substrate, um mit einem Poly(ethylenimid)-PEG-Molekül zu reagieren
(Brink, Colloids and Surfaces, 1992. 66: S. 149–156), Aminieren einer aktivierten
Oberfläche
und Reaktion dieser Oberfläche mit
bifunktionalen elektrophilen Molekülen, wie PEG-Epoxid (Bergstrom,
K., Journal of Biomedical Materials Research, 1992. 26: S. 779–790; WO
98/32466, EP0576184, Nilsson, D., in Methods in Enzymology, 1984, 104:
S. 56–69;
Sofia, S., Macromolecules, 1998. 31: S. 5059–5070) und fotochemisch durch
fotolabile PEG-Konjugate, wie PEG-Benzophenon und PEG-Styrol Co-Polymergemischen
(Becker, Makromolecular Chemistry, 1982. 3: S. 217–223; U.S.-PS
Nr. 5,502,107).
-
Die bisher erwähnten Techniken führen zu
Homo-Einzelschichten, die eine der zellanziehenden oder zellabstoßenden Gruppen
enthalten. Eine Kombination der vorstehenden Technologien kann zu
der Erzeugung von Hetero-Einzelschichten führen. Wenn die Positionierung
dieser zelladhäsiven
und zellabstoßenden Signalstoffe
zu einem hohen Maße
kontrolliert werden kann, können
die Zellen auf einem Substrat der Wahl gemustert werden. Zellmusterung
wurde erreicht auf Glas und metallisierten Glassubstraten unter
Verwendung von Silanen (U.S.-PS Nr. 5,077,085), Thiolen (U.S.-PS
Nr. 5,776,748) und Azidos (U.S.-PS Nr. 5,593,814). Diese Verfahren
stellen selektive Lokalisierung von Zellen zur Verfügung unter
Verwendung eines Vielschritt-, ausstattungsintensiven Verfahrens
und/oder nichtreproduzierbaren Techniken, wie tiefe Ultraviolettabtragung
von Molekülen
und/oder Drucken durch mechanische Prägung und/oder Erforderung einer
Polymerschicht von Dutzenden Nanometern (nm) in der Dicke, was die
optische Qualität
des Substrats verändert.
-
Somit besteht auf dem Fachgebiet
ein Bedarf für
erschwingliche, leichte, ausstattungsunempfindliche reproduzierbare
Verfahren zur Zellmusterung auf dauerhaften Substraten, wie Glas
und Plastik, das nicht die optische Qualität des Substrats verringert,
genauso wie an Zellmusterungssubstraten selbst. Die meisten Oberflächenmodifikationsverfahren
für Glas
und Siliconscheiben sind nicht anwendbar auf Plastik aufgrund der
Natur der starken verwendeten Lösungsmittel.
Thiole sind ungeeignet zur Beschichtung von Plastik, da sie ein
geprägtes
Metall zur Bildung einer koordinierten Bindung mit dem Substrat
erfordern. Obwohl Silane zugänglich
zur Beschichtung auf Plastik sind, erfordern sie eine hydroxylierte Oberfläche, wie
sie von Glas und Silicon gezeigt wird, um eine kovalente Brücke mit
dem Substrat zu bilden.
-
Somit stellt ein Aspekt der vorliegenden
Erfindung neue Verfahren zur Herstellung eines Substrats zur selektiven
Zellmusterung zur Verfügung.
In einer Ausführungsform
umfasst das Verfahren
- a) Zur-Verfügung-Stellung
eines Substrats mit einer Oberfläche,
wobei die Oberfläche
reaktive Hydroxylgruppen enthält;
- b) In-Kontakt-Bringen der Hydroxylgruppen auf der Oberfläche des
Substrats mit einem bifunktionalen Molekül, das eine Hydroxy-reaktive
Gruppe und eine nukleophile Gruppe umfasst, um eine Einzelschicht
zu bilden;
- c) Anbringen einer Schablone auf das Substrat;
- d) Anbringen einer elektrophilen zellabstoßenden Gruppe auf exponierte
Bereichen auf der Einzelschicht, um eine kovalente Bindung zwischen
der zellabstoßenden
Gruppe und dem bifunktionalen Nukleophil, das in Schritt b) hinterlegt
wurde, zu bilden, um zellabstoßende
Orte zu bilden;
- e) Entfernen der Schablone; und
- f) Anbringen zelladhäsiver
Moleküle
an das Substrat, um Zellbindeorte zu erzeugen, wobei die Zellbindemoleküle das Substrat
nur an Orten bindet, die mit der Schablone in Kontakt waren.
-
In einer weiteren
Ausführungsform
umfasst das Verfahren
-
- a) Zur-Verfügung-Stellung
eines Substrats mit einer Oberfläche,
wobei die Oberfläche
reaktive Hydroxylgruppen auf der Oberfläche des Substrats umfasst;
- b) In-Kontakt-Bringen der Hydroxylgruppen auf der Oberfläche des
Substrats mit einem bifunktionalen Molekül, das eine Hydroxy-reaktive
Gruppe und eine nukleophile Gruppe umfasst, um eine Einzelschicht
zu bilden;
- c) Anbringen einer Schablone auf das Substrat;
- d) Anbringen zelladhäsiver
Moleküle
auf exponierte Regionen auf der Einzelschicht, um Zellbindeorte
zu erzeugen;
- e) Entfernen der Schablone; und
- f) Anbringen einer elektrophilen zellabstoßenden Gruppe an das Substrat,
um zellabstoßende
Orte zu erzeugen, wobei die zellabstoßende Gruppe eine kovalente
Verbindung mit dem bifunktionalen Nukleophil bildet, das in Schritt
b) nur an Orten hinterlegt wurde, die durch die Schablone kontaktiert
waren.
-
Die oberflächenreaktiven Hydroxylgruppen
können
entweder natürlich
vorkommen oder sie können durch
jede Technik, die auf dem Fachgebiet bekannt ist, eingeführt werden.
Beispielsweise können
Polymer oder Glas oxidiert werden, so dass sie Oberflächen-Hydroxylgruppen zeigen,
die mit Organosilanen reagieren, um kovalente Si-O-Substrat (Siloxan)-Verbindungen
zu erzeugen (U.S.-PS Nr. 5,077,085).
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird Oxidation durchgeführt
durch Sauerstoffplasmabehandlung, die erreicht werden kann unter
Verwendung von Sauerstoff-dotierter Hochfrequenz-Glimmentladung (oxygen
doped radio frequency glow discharge). Diese Entladung wird durchgeführt mit
einem Instrument, das geladene Partikel (Elektronen und positive
Ionen) erzeugen kann, die mit dem Hintergrundgas (Sauerstoff) interagieren,
um freie Radikale unter dem zeitlich variierenden elektrischen Feld
der Hochfrequenz zu erzeugen. Die Probe wird in einen zylindrischen
Reaktor gebracht, eine minimale Menge Sauerstoffgas wird eingeführt und
geladene Partikel entwickeln sich zwischen den parallel angebrachten
Elektroden, was in der Spaltung der O2-Bindung
resultiert. Nach dieser Spaltung können Freie Radikale hoher Energie
sich selbst in das Polymerrückgrat
inserieren, was in der Bildung von verschiedenen Sauerstoffgruppen,
unter denen Hydroxylgruppen sind, resultiert (U.S.-PS Nr. 5,357,005;
U.S.-PS Nr. 5,132,108).
-
Wie hier verwendet, umfasst das bifunktionale
Molekül
- (a) ein Hydroxyl-reaktives Elektrophil, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf Silane, Carboxymethylgruppen, Succimide, Succimidylsuccinate,
Benzotriazolcarbonate, Glycidylether (oder -epoxide), Oxycarbonylimidazole,
p-Nitrophenylcarbonate, Aldehyde, Isocyanate und Tresylate; und
- (b) ein Nukleophil (einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf
Sulfhydrylgruppen, Amingruppen, Hydroxylgruppen oder Proteine oder
Fragmente davon, Peptide und synthetische Liganden für Zelloberflächenrezeptoren,
wobei das Nucleophil an andere Moleküle und/oder Zellen binden kann.
-
In einer Ausführungsform umfasst das bifunktionale
Molekül
ein Organosilan, wobei das Silan das Elektrophil ist und das Nukleophil
einschließt,
jedoch nicht beschränkt
ist auf Sulfhydrylgruppen, Amingruppen, Hydroxylgruppen oder Proteine,
Peptide und synthetische Liganden für Zelloberflächenrezeptoren,
wobei das Nukleophil an andere Moleküle und/oder Zellen binden kann.
Wie hier verwendet, fallen Organosilane in eine größere Klasse
von Molekülen,
die die Fähigkeit
besitzen, selbstbildende (SA) Filme zu bilden. Die allgemeine Form
dieser Moleküle
umfasst RnSiX4–n,
wobei n = 1, 2 oder 3; X = Cl, OCH3 oder
OC2HS und R das
Nucleophil wie vorstehend beschrieben ist.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst das bifunktionale Molekül
ein Aminosilan, wobei das Silan das Elektrophil ist, das an die
Oberflächen-Hydroxylgruppen
anheftet und eine Amingruppe ist das Nukleophil, das an andere Moleküle und/oder
Zellen binden kann.
-
In einer bevorzugteren Ausführungsform
ist das Aminosilan ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Methoxy- oder Ethoxysilanen, die einschließen, jedoch
nicht beschränkt
sind auf Trimethoxysilylpropyldiethylentriamin, Trimethoxysilylethylendiamin,
Aminopropyltriethoxysilan, Trimethoxyaminopropylsilan oder Chlorsilane,
wie Trichlorsilylethylendiamin, Aminopropyltrichlorsilan. In einer
am meisten bevorzugten Ausführungsform
ist das Aminosilan Trimethoxysilylpropyldiethylentriamin.
-
Wie hier verwendet, schließt ein zelladhäsives Molekül Verbindungen
ein, die: (1) Ladungen einführen; und/oder
(2) polar sind; und/oder (3) Schwefel und/oder Amine enthalten;
und/oder (4) in der Lage sind, Zellen oder andere Zellbindegruppen
zu verbinden, wie Proteine, Peptide und synthetische Liganden für Zelloberflächenrezeptoren,
wodurch ein Zellbindeort gebildet wird.
-
Wie hier verwendet, schließt der Ausdruck
zellabstoßende
Gruppe Verbindungen ein, die in der Lage sind, direkt Zellbindung
zu inhibieren, oder die an andere Gruppen binden, die Zellbindung
an den Ort inhibieren, einschließlich Polyethylenglycol (PEG)
und andere, sauerstoffreiche Verbindungen, Zucker, Hydrogele, extrem
hydrophile Oberflächen
oder extrem hydrophobe Oberflächen.
-
In all diesen Ausführungsformen
können
zelladhäsive
Moleküle
und/oder zellabstoßende
Gruppen angewendet werden auf das Substrat durch Lösung oder
Dampfphasenhinterlegung. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird Dampfhinterlegung des zelladhäsiven Moleküls und/oder der zellabstoßenden Gruppe
verwendet. Dampfphasenhinterlegung von verschiedenen Silanen wurde
beispielsweise gezeigt. (Tripp et al., Langmuir 8: 1120–1126 (1992);
Moses et al., Analytical Chemistry 20: 4 1978). In den meisten Fällen wird
eher eine hydroxylierte Oberfläche
in Anwesenheit von verdampftem Silan gebracht (erhältlich durch
herkömmliche Vakuumtechniken)
als dass die Probe einer Lösung
aus Silan zugegeben wird. Die Reaktion findet an der Oberfläche statt
und resultiert in dem Selbstzusammenbau von Einzelschichten, ähnlich der
Silanlösungshinterlegung.
-
Ein weiter Bereich zelladhäsiver Moleküle und zellabstoßender Gruppen
kann verwendet werden mit Gasphasenhinterlegung, da kein Lösungsmittel
benötigt
wird. Viele Silanlösungsmittel
würden
beispielsweise das polymere Substrat lösen und seine optische Qualität zerstören. In
dieser Ausführungsform
umgeht das Verfahren die Verwendung von Lösungsmitteln insgesamt.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
umfasst die zellabstoßende
Gruppe eine Amin-reaktive Gruppe, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf
2,2,2-Trifluorethansulfonylchlorid
(Tresylchlorid)-aktiviertes Polyethylenglycol (PEG), Polyvinylpyrrolidon,
Polyvinylalkohol oder jede andere Amin-reaktive extrem hydrophile
Verbindung wie Zucker (Mannitol) oder PEG, in denen der Amin-reaktive
Teil einschließen
kann, jedoch nicht beschränkt
ist auf Carboxymethylgruppen, Succinimide, Succinimidylsuccinate,
Benzotriazolcarbonate, Glycidylether (oder -epoxide), Oxycarbonylimidazole,
p-Nitrophenylcarbonate, Aldehyde, Isocyanate und Tresylate; oder
jede Amin-reaktive extrem hydrophobe Verbindung, wie Tridecafluor-1,1,2,2-tetrahydrooctylgruppen
(13f), in denen der Amin-reaktive Teil einschließen kann, jedoch nicht beschränkt ist
auf Carboxymethylgruppen, Succinimide, Succinimidylsuccinate, Benzotriazolcarbonate,
Glycidylether (oder -epoxide), Oxycarbonylimidazole, p-Nitrophenylcarbonate,
Aldehyde, Isocyanate und Tresylate. In einer am stärksten bevorzugten
Ausführungsform
umfasst die Amin-reaktive zellabstoßende Gruppe Tresylchlorid-aktiviertes
Polyethylenglycol ("Tresylchlorid-aktiviertes
PEG").
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Die Chemie des Tresyl-aktivierten
PEGs kann verwendet werden, um Oberflächen-Hydroxyl-Amin- oder Sulfhydrylgruppen
zu regulieren. Tresylchlorid wird es ermöglichen, eine stabile Bindung
zwischen dem Nucleophil und dem ursprünglichen Hydroxyl-, Amin- oder
dem Sulfhydrylgruppen tragenden Kohlenstoff zu bilden. In einer
bevorzugten Ausführungsform
ist PEG an eine Tresylgruppe zur Reaktion mit Oberflächen-Aminosilangruppen
angeheftet.
-
In diesen bevorzugten Ausführungsformen
können
zelladhäsive
Signalstoffe durch die Verwendung einer Schablone, die keine Größenbeschränkung besitzt,
definiert werden. Zellabstoßende
Signalstoffe, die auch definiert werden können durch die Schablone, werden
an eine Aminosilaneinzelschicht gebunden. Die Zellbindeorte können optional
mit zelladhäsiven
Proteinen, Proteinfragmenten oder Peptiden überschichtet werden und mit
Zellen besät
werden, was in einem gemusterten Array von Zellen resultiert.
-
Dieses hydroxylierte Substrat wird
in Kontakt gebracht mit einem bifunktionalen Molekül, das ein
Elektrophil und ein Nucleophil umfasst. Dieses modifizierte Substrat
wird in Kontakt gebracht mit einem texturierten elastomeren Substrat
(hier bezeichnet als "Schablone"), wie Gummi, Polyurethane
und Poly(dimethyl)siloxane ("PDMS"), um einen hermetischen
Verschluss zwischen definierten Regionen der Schablone und dem modifizierten
Substrat zu bilden. In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Schablone
PDMS. Diese Materialien sind gut erschwinglich, stellen einen signifikanten
Nutzen gegenüber
herkömmlicher
UV-Fotolithografieverfahren,
die eine teure Hochenergielaservorrichtung verwenden, zur Verfügung (U.S.-PS
Nr. 5,077,085).
-
Die Schablone umfasst eine physikalische
Maske, die physikalischen Schutz ermöglicht von definierten Regionen
des darunter liegenden Substrats vor einer nachfolgenden Lösung oder
einer Dampfphasenhinterlegung von der zellabstoßenden oder zelladhäsiven Gruppe.
Das offenbarte Verfahren zur Verwendung einer "physikalischen Maske" unterscheidet sich selbst von dem existierenden
Fachwissen, das auf der Verwendung einer "optischen Maske" beruht (Dulcey et al., Science 252:
551 (1991) und U.S.-PS Nr. 5,965,305 und 5,391,463) oder "Kontaktprägung" (U.S.-PS Nr. 5,512,
131 und 5,776,748). Die Verwendung von optischen Masken zum Schutz
oder zur Deprotektion definierter Regionen eines Substrats ist auf
die Verwendung von fotoaktivierbaren Chemikalien und/oder fotolabilen
Molekülen
beschränkt.
Die Verwendung von "Kontaktprägung" ist beschränkt auf
den Lösoungsphasentransfer
von Materialien auf eine Oberfläche,
während
kein "Schutz" oder keine "Deprotektion" von definierten
Regionen auf der Oberfläche
ermöglicht
wird. Weiterhin ermöglicht
Kontaktprägung
nicht den reproduzierbaren Transfer von kontrollierten Mengen des
Materials auf die Oberfläche.
Die Verwendung einer "Schablone", wie in dieser Erfindung
offenbart, ermöglicht
den Schutz einer Region des Substrats, um Modifikation von ungeschützten Regionen
mit Lösung
oder Gasphasenchemie, nicht beschränkt auf fotoreaktive/fotolabile
Moleküle,
zu ermöglichen.
-
Die vorliegende Erfindung ist nicht
auf einen bestimmten Typ von Substrat beschränkt. Die Verbindungschemie
der primären
Einzelschicht oder das Organosilan ist so, dass es mit O- berflächenhydroxylgruppen
reagiert. Diese Hydroxylgruppen können in die Oberfläche von
annähernd
jedem Plastik und Glas durch Plasmabehandlung bei geringer Temperatur
eingeführt
werden. Die sekundäre
Verbindungschemie, Tresylchemie, kann reagieren mit Oberflächenaminen,
Hydroxyl und Sulfhydrylen, was es ermöglicht, an einen breiteren
Array von Oberflächenchemie
anzuheften. Die gewünschte
Wirkung ist auch erreichbar mit Oberflächenhydroxylgruppen in hoher
Dichte (was jede Silanbehandlung eliminieren kann). (Dust, Macromolecules,
1990. 23: 3742–3746;
U.S.-PS Nr. 5,330,911). All diese Vorzüge machen das offenbarte Verfahren
zur Musterung auf Glas und Plastik erschwinglich, leicht und genau.
-
Die gutartige Natur der verwendeten
Chemie macht es attraktiv für
biologische Anwendungen, was es ermöglicht, den Array auf Glas
und jedem Thermoplasten und Duroplasten der Wahl herzustellen, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf Poly(styrol), Poly(olefin), Poly(dimethyl)siloxan (PDMS), Poly(carbonat),
Poly(vinyl)chlorid, Poly(ethylen), Poly(ethylen)teraphthalat, Teflon
und fluoriniertes Ethylenco-poly(propylen) (FEP). Die vorliegenden
Verfahren haben die Bequemlichkeit und Flexibilität, auf Polymere
und Glassubstrate angewendet zu werden unter Verwendung des gleichen
Verfahrens. Plastik, wie Poly(styrol), Acryle und Poly(olefin) haben
Vorzüge
gegenüber
Glas, Keramik und Metall aufgrund ihrer Erschwinglichkeit, Flexibilität der Form
und Größe, der
Bequemlichkeit des Einbaus, der Beständigkeit, der geringen Kosten
und der Kontrolle über
ihre optische Qualität.
Diese Plastikarten sind leicht erhältlich bei minimalen Kosten,
können
in fast jede denkbare Form gepresst werden und sind dauerhaft.
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Die vorliegenden Verfahren zur Herstellung
eines Substrats zur selektiven Zellmusterung sind reproduzierbarer
als Verfahren, die Kontaktdrucken verwenden, da es weniger Möglichkeiten
für Benutzerfehler gibt.
Es besteht eine Benutzerabhängigkeit
beim Kontaktdrucken aufgrund der Subjektivität der Anwendung des Stempels
auf das Substrat (Kraft, durch die der Stempel herabgedrückt wird,
Menge der Lösung
auf dem Stempel) und somit werden die Resultate variieren (U.S.-PS
Nr. 5,776,748). Das vorliegende Verfahren zur Verwendung einer Schablone
zur Maskierung während
Lösungs-
oder Dampfphasenhinterlegung der zelladhäsiven Moleküle und/oder der zellabstoßenden Gruppen
unabhängig
durchgeführt
wird ist Benutzer unabhängig,
somit wird ein skalierbares und herstellbares Verfahren zur Verfügung gestellt.
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Das hier offenbarte Verfahren der
Zellmusterung besitzt bemerkenswerte Vorteile gegenüber früherer Thiolchemie.
Die frühere
Technologie des Kontaktdruckens mit Thiolen führt nicht nur Benutzerfehler
ein, sondern erfordert auch eine dünne Schicht von Gold, die auf
der O berfläche
des Zellkultursubstrats aufgedampft wird. Aufgrund der hohen Temperaturen,
die mit der Goldverdampfung verbunden sind, können die meisten Plastikarten
nicht verwendet werden. Die optische Qualität ist begrenzt und Fluoreszenzlicht
wird aufgrund der zusätzlichen
Goldschicht absorbiert, was die Qualität der Information, die erhalten
wird, wenn zellbasiertes Screening durchgeführt wird, reduziert. Zusätzlich zu
einer geringeren optischen Qualität sind hohe Kosten mit der
Goldbeschichtung verbunden. Weiterhin sind Silanverbindungen kovalent
und sind nicht Gegenstand der Degradation, wie es Thiole auf Gold
sind, die über
die Zeit aufgrund von Unreinheiten und aufgrund der Tatsache, dass
eine Thiolbindung koordiniert ist und nicht kovalent ist, degradieren.
Die Verfahren der vorliegenden Erfindung ermöglichen Zellmusterung auf einem
optisch klaren Substrat und geben die zusätzliche Möglichkeit der Kontrolle über das
Substrat, so dass man die Freiheit hat, das am überlegendste erhältliche
Plastik oder Glas für
optische Qualität
zu wählen.
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In einer bestimmten Ausführungsform
des vorliegenden Verfahrens wird Sauerstoffplasma verwendet, um
die Oberfläche
im Fall von Poly(styrol) und Poly(olefin) zu aktivieren und Säurewaschung
wird verwendet, um die Oberfläche
im Fall von Glas zu aktivieren. Beide Oberflächen können weiterhin mit einer milden
sauren alkoholischen Lösung
aus Aminosilan inkubiert werden, das ein primäres Amin am terminierenden
Ende des gebundenen Moleküls
aufweist. Nach Silanbehandlung wird eine Schablone auf das Substrat
gebracht. Eine wässrige
Lösung
aus Tresylchlorid-aktiviertem PEG wird zugesetzt zu dem Substrat,
um die Schablone, was in Bereichen exponierter Amine und Regionen
von PEG in vorsichtig kontrollierter Nähe zueinander resultiert. Nach
der Oberflächenmodifikation
kann die Oberfläche
mit zelladhäsiven
Proteinen, Proteinfragmenten oder Peptiden geprimt werden, um den
Zelladhäsionsprozess
zu beschleunigen (U.S.-PS Nr. 5,874,219).
-
In einem weiteren Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung neue gemusterte Substrate zur Zellkultur zur Verfügung. In
einem Aspekt stellt die Erfindung Zellmusterungssubstrate zur Verfügung, umfassend:
- 1. wenigstens einen ersten Teil, der eine reaktive
Oberfläche
besitzt, an die eine Vielzahl von zelladhäsiven Molekülen gekoppelt ist;
- 2. und wenigstens einen zweiten Teil, der eine exponierte Oberfläche besitzt,
an die eine Vielzahl von zellabstoßenden Gruppen gekoppelt ist;
wobei die zelladhäsiven
Moleküle
ausgewählt
sind aus der Gruppe, bestehend aus Silanen, und wobei die zellabstoßenden Gruppen
Tresylchlorid-aktiviertes Poly(ethylen)glycolumfassen.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst das Silan RnSiX4–n wobei
n = 1, 2 oder 3; X = Cl, OCH3 oder OC2H5 ist; R = ein
Nucleophil ist, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf Sulfhydrylgruppen, Amingruppen, Hydroxylgruppen, geladene Gruppen,
polare Gruppen oder Proteine, Proteinfragmente, Peptide und synthetische
Liganden für
Zelloberflächenrezeptoren,
wobei das Nucleophil an andere Moleküle und/oder Zellen binden kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Silan ein Aminosilan. In einer noch bevorzugteren Ausführungsform
ist das Aminosilan ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Methoxy- oder Ethoxysilanen, die einschließen, jedoch
nicht beschränkt
sind auf Trimethoxysilylpropyldiethylentriamin, Trimethoxysilylethylendiamin,
Aminopropyltriethoxysilan, Trimethoxyaminopropyl-silan oder Chlorsilane,
wie Trichlorsilylethylendiamin, Aminopropyltrichlorsilan. In einer
am meisten bevorzugten Ausführungsform
wird Trimethoxysilylpropyldiethylentriamin verwendet.
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In einer weiteren Ausführungsform
umfasst das Substrat weiterhin zelladhäsive Proteine, Proteinfragmente
oder Peptide, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf Fibronectin, Laminin, Collagen, Vitronectin, Osteopontin, RGD-Peptide,
RGDS-Peptide, YIGSR-Peptide. Die Stärke der Zelladhäsion an
Zelladhäsionspromotoren
kann modifiziert werden durch Variieren der Zusammensetzung der
zelladhäsiven
Proteine, Proteinfragmente oder Peptide. In einer weiteren Ausführungsform
umfasst das Substrat weiterhin Zellen, die an die Zellbindeorte
gebunden sind, entweder direkt oder indirekt über zelladhäsive Proteine, Proteinfragmente oder
Peptide. Jeder Zelltyp kann verwendet werden, einschließlich prokaryotischer,
eukaryotischer und archäbakterieller
Zellen.
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Die Zellbindeorte gemäß den verschiedenen
Verfahren und Substraten der Erfindung können so klein sein wie der
Durchmesser einer Einzelzelle und so groß sein wie verschiedene hundert
Zelldurchmesser. Der Abstand zwischen Zellbindeorten (d. h. die
zellabstoßenden
Orte) ist zellgrößenabhängig, ist
jedoch ausreichend groß,
so dass eine Zelle nicht den Abstand zwischen Zellbindeorten überbrücken kann
(d. h. einen Zelldurchmesser), wenn nicht eine bestimmte Anwendung
Interaktion von Zellen in verschiedenen Zellbindeorten erfordert.
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In einer weiteren Ausführungsform
werden die verschiedenen Zellmusterungssubstrate mit einem Flüssigkeitslieferungssystem
in Verbindung gebracht, um Flüssigkeit
und/oder Reagensfluss zu dem Zellbindeort zur Verfügung zu
stellen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Flüssigkeitsliefersystem
das hier beschriebene.
-
In einer weiteren Ausführungsform
umfasst das Zellmusterungssubstrat ein Zellmusterungssubstrat, hergestellt
durch die erfindungsgemäßen Verfahren,
wie vorstehend offenbart.
-
Dieser Aspekt der vorliegenden Erfindung
kann besser verstanden werden mit Bezugnahme auf die begleitenden
bevorzugten Ausführungsformen,
die nur zu illustrativen Zwecken gedacht sind und nicht ausgelegt
werden sollten, um den Rahmen der Erfindung, wie durch die hier
angehängten
Ansprüche
definiert, zu beschränken.
-
Materialien und Verfahren:
-
Reagenzien und Ausstattung, die in
der Durchführung
der Verfahren der Erfindung verwendet werden können, schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf 60 und 35 mm Petrischalen, Mikroplatten, Thermoplasten, Poly(olefin),
Plasmareiniger/-Sterilisator, digitale Konvektionsanzeiger, Trimethoxysilylpropyldiethylentriamin
und 2,2,2-Trifluorethansylphonylpoly(ethylen)5000-glycol.
-
Poly(styrol), Poly(olefin) oder andere
Thermoplastsubstrate wie Poly(ester) und Poly(ether) werden Sauerstoffplasma-behandelt
innerhalb eines Plasmareinigers unter Verwendung des folgenden Verfahrens. Die
Substrate werden in die Glasröhrchenkammer
gebracht und die Kammer wird evakuiert zu einem Druck von ∼200 mTorr
(1 Torr = 133,3 Pa), wie angezeigt durch eine Konvektionsanzeige.
Sauerstoff wird durch ein Regulationsventil gepulst und die Kammer
wird wieder evakuiert bis auf einen Druck von ∼200 mTorr. Der vorstehende Sauerstoffpuls
wird 2 weitere Male wiederholt. Nach dem letzten Sauerstoffpuls
wird es dem Gas ermöglicht,
konstant aus der Kammer zu entweichen und der endgültige Äquilibrierungsdruck
(mit dem Sauerstoffentlassungsventil an und der aktivierten Vakuumpumpe)
sollte ∼300
mTorr sein. Nachdem der geeignete Druck erreicht wird, wird der
Spannungsschalter bis auf HI (100 W) geschaltet und die Substrate
werden für 25
Minuten behandelt.
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Glasoberflächen werden aktiviert unter
Verwendung des folgenden Verfahrens. Eine 1 M KOH-Lösung wird
hergestellt in doppelt destilliertem/deionisiertem (DI)-Wasser.
Die Glasoberflächen
werden inkubiert für
10 Minuten in 1 M KOH. Nach 10 Minuten werden die Substrate 3 mal
in doppeltem DI-Wasser gespült.
Deckgläschen
werden in HCl : MeOH (1 : 1) für
30 Minuten getaucht. Nach der Inkubation werden die Deckgläschen in doppeltem
DI-Wasser gespült und in
ein konzentriertes Bad Schwefelsäure
für 30
Minuten transferiert, gefolgt von 3 Spülungen mit doppeltem DI-Wasser.
Die Deckgläschen
werden dann in destilliertem Wasser für 15 Minuten gekocht und die
Oberflächen
werden mit einer Stickstoffpistole trockengeblasen.
-
Die Aminosilanbehandlung ist die
gleiche für
Glas, Poly(styrol) und Poly(olefin). Eine 1%-ige Lösung von
Trimethoxysilylpropyldiethylentriamin wird hergestellt in mildsaurem
Methanol (94% Methanol, 5% Wasser und 0,004% Eisessigsäure) und
inkubiert mit den Substraten für
15 Minuten. Nach der Silanbehandlung werden die Substrate gespült mit Methanol
und in einem 80°C-Ofen
für 30
Minuten gebacken.
-
Die PDMS-Schablone wird aufgelegt
auf das aminierte Glas oder Poly(styrol) (diese Ausführungsform schließt ein,
ist jedoch nicht beschränkt
auf 50, 100, 200 Mikrometer und 500 Mikrometer Orten). Druck wird angelegt,
bis die Schablone einen festen Verschluss herstellt.
-
Die Tresyl-PEG-Behandlung ist die
gleiche für
Glas und Poly(styrol). Nach Aufbringung der Schablone wird eine
0,12 M Natriumbicarbonatlösung
in Wasser hergestellt. Eine 25%-ige Lösung von Tresyl-PEG (nach Gewicht)
wird in dem Bicarbonat hergestellt. Die Lösung wird aufgebracht um die
Schablone und es wird ihr ermöglicht,
sich um die PDMS zu sammeln, was darin resultiert, dass die Flüssigkeit
nur exponierte aminierte Oberflächenbereiche
berührt.
Die Substrate werden für
4 Stunden inkubiert.
-
Nach PEG-Behandlung werden die Oberflächen mit
0,12 M Natriumbicarbonatlösung
gespült.
Den Substraten wird es ermöglicht,
für 2 Stunden
zu inkubieren und dann werden sie unter einem Strom PBS gespült. Die
Substrate ("teilweise
aktiv") können für mehr als
30 Tage in einer trockenen Schachtel gelagert werden vor Proteinbeschichtung
und Zellinkubation.
-
Wie hier verwendet, sind die "teilweise aktiven" Substrate Glas-
oder Plastiksubstrate, die chemisch und/oder strukturell modifiziert
sind, um einen gemusterten Array von Proteinbindeorten, getrennt
durch zytophobe Bereiche, zu erhalten.
-
Proteinbeschichtung
-
- 1. Die teilweise aktiven Substrate werden inkubiert
in einer Protein-, Proteinfragment- oder Peptidlösung, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf Fibronectin, Laminin, Collagen, Vitronectin, Osteopontin oder Fragmenten
davon, genauso wie RGD-Peptiden,
RGDS-Peptiden, YIGSR-Peptiden bei Konzentrationen im Bereich von
1 μg/ml
bis 25 μg/ml
für 1–2 Stunden.
- 2. Nach der Inkubation werden die Substrate in einem Strom PBS
gespült.
- 3. Die Protein/Peptid-beschichteten Substrate werden lyophylisiert,
um die Protein/Peptidstruktur zu konservieren. Diese "quasiaktiven" Substrate können in
einer trockenen Schachtel für
mehr als 30 Tage gelagert werden. Die Silanverbindungen sind kovalent
und keiner Degradation unterworfen, wie es die Thiole auf Gold sind,
die über
die Zeit aufgrund von Unreinheiten und der Tatsache, dass Thiolbindungen
koordiniert sind und nicht kovalent sind, degradieren. Wie hier
verwendet, sind "quasiaktive" Substrate Glas-
oder Plastiksubstrate, die chemisch und/oder strukturell modifiziert
sind, um einen gemusterten Array von Proteinen oder proteinreichen
Bereichen, getrennt durch zytophobe Bereiche, zu erreichen.
-
Zellaussaat
-
- 1. Zellen werden hergestellt zum Aussäen durch
Standardtechniken.
- 2. Teilweise aktive oder quasiaktive Substrate werden re-hydriert
in Zellkulturmedium für
5 Minuten.
- 3. Die Zellen werden inkubiert bei jeder gewünschten Saatdichte mit dem
teilweise oder quasiaktiven Substrat für 30 Minuten bis 2 Stunden
(abhängig
von dem Zelltyp) in Voll-Zellkulturmedium
bei 37°C
und 5% CO2.
- 4. Die "vollaktiven" Substrate, die mit
Zellen angeordnet sind, können
dann verwendet werden für
Zellscreeningassays. Nach Kryopräservation
oder Raumtemperaturtrocknung können
die vollaktiven Substrate für lange
Zeit gelagert werden. Wie hier verwendet, sind "vollaktive Substrate" Glas- oder Plastiksubstrate, die chemisch
und/oder strukturell modifiziert sind, um einen gemusterten Array
von Zellen, getrennt durch zytophobe Bereiche, zu erhalten. Sie
können
abgeleitet sein von entweder teilweise oder quasiaktiven Substraten,
obwohl die Verwendung von quasiaktiven Substraten bevorzugt ist.
-
Beispiel 5. Gemusterte
Stammzelle und differenzierte Zellsubstrate
-
Stammzellen besitzen die intrinsische
Eigenschaft: (1) Zellerneuerung zu durchlaufen oder (2) differenzierte
Nachkommen zu erzeugen. Extrinsische Faktoren (Kulturmedium, Wachstumsfaktoren,
physikochemische Signalstoffe von umgebendem zellulären Milieu)
vermitteln das entwicklungsgemäße Schicksal
von Stammzellen. Gewebespezifische Stammzellen, auch determinierte
Stammzellen genannt, zeigen auch Pluripotenz, jedoch keine Totipotenz.
Determinierte Stammzellen besitzen die Fähigkeit, eine primäre, teilweise festgelegte
Zelle anzusteuern, die entweder zur Selbstreplikation in Kultur
gebracht werden kann oder selektiv in eine Vielzahl von gewebespezifischen
Nachkommen differenziert werden kann, die in vitro nah, genotypisch und
phänotypisch
zu dem Gesamtorganismus sind, im Gegensatz zu immortalisierten Zellen,
die sowohl genotypisch als auch phänotypisch weit entfernt von
ihren Vorläuferzellen
in dem Organismus sind.
-
Die pharmakologische Relevanz der
Verwendung von Stammzell-abgeleiteten gewebespezifischen Nachkommen
oder immortalisierten Zellen resultiert aus dem genotypischen und
phänotypischen
Passen, das von den ersten gefordert wird. Wenn eine neue chemische
Verbindung als "aktiv" in einem primären Arzneimittelscreen
identifiziert wurde, muss sie zahlreiche Tests durchlaufen, die
dazu ausgelegt sind, ihr pharmakologisches Profil zu bestimmen.
Anzeichen der Biorelevanz, wie Zytotoxizität, Bioverfügbarkeit und Spezifität werden
zusammen ausgewertet mit der Potenz, dieses Profil zu erzeugen und
erfordern die Verwendung von Zellen, die genotypisch und phänotypisch
zu dem Organismus passen. Dies steigert die Wahrscheinlichkeit,
dass die Verbindung therapeutisch bedeutsam sein wird, wenn es in
die Klinik geht, nach dem Stadium der Tierversuche. Die Verwendung
von primären
Zellen (Hepatozyten, Neuronen, Chondrozyten, Myozyten, Adipozyten) ist
gut dokumentiert in sekundären
und tertiären
Tests. Allerdings bleibt die Schwierigkeit in der Erhaltung der geeigneten
Zellen (Zugang und Menge) und der Kultivierung von ihnen in ausreichender
Qualität,
um die Kapazität
von Assays abzudecken, ein Hauptproblem. Die Verwendung von Stammzell-abgeleiteten
primären Zellen
kann eine Lösung
sowohl für
höhere
Relevanz als auch als Quelle von primären Zellen bieten.
-
Unsere Arbeit hat sich auf die Produktion
von räumlich
orientierten neo-vaskulären
Kapillaren von endothelialen Zellen konzentriert, die an Zelladhäsionspromotoren
gebunden sind, die auf einem Substrat gemustert sind (Rudolph et
al., U.S.-PS Nr. 5,721,131). Allerdings erhielt das resultierende
Substrat nur einen einzelnen Typ differenzierter Zellen, da dieses
Verfahren nicht die individuelle Ansteuerung von Zellbindeorten mit
differenzierenden Reagenzien erlaubt.
-
Die vorliegende Erfindung stellt
Verfahren zur Herstellung gemusterter Zellsubstrate zur Verfügung, umfassend
eine Vielzahl von ausdifferenzierten Zellen von einem geordneten
Array von Stammzellen, genauso wie die Substrate selbst. Die Verwendung
von diesen gemusterten Zellsubstraten für Arzneimittelentdeckung steigert
das Niveau der Zuverlässigkeit
und Relevanz von in vitro pharmakologischen Screeningdaten zur Extrapolation
in in vivo Studien.
-
Die Verfahren und Substrate der vorliegenden
Erfindung ahmen Ereignisse in der Entwicklungsbiologie nach: Bildung
von festgelegter Reife oder ausdifferenzierten Zellen von Stammzellen
unter Verwendung von kontrollierter Lieferung von Differenzierungsfaktoren
(einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf extrazelluläre
Matrix (ECM), derivatisierte Substrate, autokrine/parakrine/endokrine
Faktoren, usw.). Frühere
Technologie lehrt die Induktion von zellulärer Heterogenität durch "Pfefferung" (peppering) einer
Zellsubstratoberfläche
mit einer Vielzahl von zelladhäsiven
Bereichen, die selektive Adhäsion
von einem oder mehreren immortalisierten, genotypisch und phänotypisch
unterschiedlichen Zelltypen einer Lösung ermöglichen. Die begrenzte Anzahl
von "zellspezifischen
zelladhäsiven
Gruppen" beschränkt die
Anzahl von verschiedener Zelltypen, die auf einem einzelnen Substrat
erreicht werden können.
Die frühere
Technologie zieht keinen Nutzen aus der intrinsischen Fähigkeit
von Stammzellen, in eine Vielzahl von differenzierten Nachkommen
zu differenzieren.
-
Im Gegensatz dazu lehrt die vorliegende
Erfindung die Induktion von zellulärer Heterogenität auf jedem
Substrat der Wahl (Keramiken, Metalle, Polymere, Zusammensetzungen,
usw.) durch die kontrollierte Differenzierung von Populationen)
von Stammzellen in eine Vielzahl von differenzierten Zellen. Die
kontrollierte Differenzierung ermöglicht die Erzeugung von "Mustern gemischter
Zelltypen" in jeder
Anzahl von Variationen und Geometrie. Die vorliegende Erfindung
ermöglicht
auch die Erzeugung von organspezifischen und gewebespezifischen
Zellsubstraten, die nahe in genotypischer und phänotypischer Relevanz zu dem
Organismus der Wahl sind, genauso wie Substrate, die in vivo Interaktionen
zwischen gewebespezifischen und/oder organspezifischen Zellen modellieren.
Dies ermöglicht
die Erzeugung einer zellbasierten Screeningplattform, die in der
Lage ist, Information mit größerer Relevanz
für den
Organismus oder die systemische Ebene zur Verfügung zu stellen.
-
Die Herstellung von Zellsubstrat
der vorliegenden Erfindung erfordert die Zur-Verfügung-Stellung eines gemusterten
Stammzellsubstrats, umfassend:
-
- (a) eine Substratoberfläche;
- (b) eine Vielzahl von Zellbindeorten auf der Oberfläche, wobei
ein Zellbindeort umfasst:
- (1) ein oder mehrere zelladhäsive
Moleküle;
und
- (2) eine Vielzahl von Stammzellen, gebunden an die zelladhäsiven Moleküle; und
- (c) eine Vielzahl von zellabstoßenden Orten auf der Oberfläche, wobei
die zellabstoßenden
Orte eine zellabstoßende
Gruppe umfassen, wobei individuelle Zellbindeorte getrennt sind
durch zellabstoßende
Orte.
-
Ein Einzeltyp oder multiple Typen
von Stammzellen sind an die Zellbindeorte in einem gemusterten Array
gebunden. Wie hier verwendet, bedeutet der Ausdruck "gemustertes Stammzellsubstrat", dass die Stammzellen
auf dem Substrat in einem kontrollierten Muster angeordnet sind.
Die Stammzellen können
eine Einzelklasse von Stammzellen umfassen oder können multiple
Stammzelltypen umfassen, in diesem Fall ist die Positionierung der
verschiedenen Stammzelltypen auch kontrolliert.
-
Wie hier verwendet, bezieht sich
der Ausdruck "Stammzellen" auf jeden Zelltyp,
der die Fähigkeit
besitzt, wenigstens einen Typ differenzierter Nachkommen zu erzeugen.
An sich schließen
Stammzellen ein, sind jedoch nicht beschränkt auf Zellen, die in der
Lage sind in jeden Zelltyp zu differenzieren und sich selbst zu erneuern
(pluripotente Zellen); Zellen, die in der Lage sind, in jeden Zelltyp
zu differenzieren, die sich jedoch nicht selbst erneuern (totipotente
Zellen); Zellen, die in der Lage sind, sich selbst zu erneuern und
in viele Zelltypen zu differenzieren (breites Potential; multipotente
Stammzellen); Zellen, die in der Lage sind, sich eingeschränkt selbst
zu erneuern und in eingeschränkte
Typen von Zellen zu differenzieren (Vorläuferzellen); und Zellen, die
begonnen haben, sich in einen spezifischen Zelltyp zu differenzieren,
jedoch noch nicht vollständig differenziert
sind (festgelegte Vorläuferzellen)
(Vergleiche zum Beispiel Gage et al., Science 287;1433.1438 (2000).
In verschiedenen Ausführungsformen
sind die Stammzellen ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus neuralen Stammzellen, neuralen Vorläuferzellen,
glialen Vorläuferzellen,
mesenchymalen Stammzellen, hämatopoetischen
Stammzellen, epithelialen Stammzellen, hepatischen Stammzellen,
embryonalen Stammzellen oder Kombinationen davon. Literaturstellen
für spezifische
Klassen von Stammzellen werden nachstehend zur Verfügung gestellt:
Hepatische
Stammzellen sind rezensiert in Thorgeirsson, FASEB J. 10: 1249 (1996).
Beispiele hepatischer Stammzellen schließen ein, sind jedoch nicht
beschränkt
auf SEC-Zellen, ovale Zellen genauso wie kultivierte WB-F344-Zellen,
L2039-Zellen und RLEΦ13-Zellen
(Coleman et al., Am. J. Pathol. 151: 353 (1997); Omori et al., Hepatology
26: 720 (1997); Fiorino et al., In Vitro Cell Dev. Biol. Anim. 34:
247–258
(1998); Agelli et al., Histochem. J. 29: 205–217 (1997); Brill et al.,
Proc. Soc. Exp. Biol. Med. 204: 261–269 (1993)).
Neurale
Stamm- und Vorläuferzellen:
Beispiele neuraler Stamm- und Vorläuferzellen schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf NT-2-Zellen (Pleasure et al., J. Neuroscience 12: 1802–1815 (1992))
und die, die in Gage, Science 287: 1433–1438 (2000); Gritti et al.,
J. of Neuroscience 16: 1091–1100
(1996); Frederiksen et al., Neuron 1: 439 (1988); Reynolds and Weiss,
Science 255: 1707 (1992); Davis und Temple, Nature 372: 263 (1994);
MeKay, Science 276: 66–71
(1997); Vicario-Abejon et al., Neuron 15: 105 (1995); Johe et al.,
Genes and Develop. 10: 3129–3142
(1996); und U.S.-PS Nr. 5,824,489; 6,001,654; 6,033,906) beschrieben
sind.
Gliale Vorläuferzellen:
Beispiele glialer Vorläuferzellen
schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf SNB-19-Zellen und Oligodendrocyten, die in vitro differenziert
werden können
(Raible et al., J. Neurosci. Res. 34: 287–294 (1993); (Welch et al.,
In Vitro Cell. Dev. Biol.-Animal
31: 610–616
(1995).
Mesenchymale Stammzellen sind pluripotente Vorläuferzellen,
die die Fähigkeit
besitzen, in eine Vielzahl von mesenchymalen Geweben zu differenzieren,
einschließlich
Knochen, Knorpel, Sehnen, Muskel, Knochenmarkstroma, Fett und Haut.
Diese Stammzellen schließen
ein, sind jedoch nicht beschränkt
auf C2C12-Zellen (Teboul et al., J. Biol. Chem. 270: 28183–28187 (1995);
Nishimura et al., J. Biol. Chem. 273: 1872–1879 (1998); und Zellen, wie
diejenigen, die beschrieben sind in U.S.-PS Nr. 5,486,359; 5,827,740;
5,942,225; 6,022,540.
Hämatopoetische
Stammzellen beziehen sich alle hämatopoetischen
pluripotenten Vorläuferzellen,
die in der Lage sind, eine Vielzahl von differenzierten hämatopoetischen
Zelltypen zur Folge zu haben. Zelltypen nach dieser Definition schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf CD34+ mononukleare Knochenmark-Zellen (BMMC)
(Berardi et al., Blood 86: 2123–2129,
1995), PBSC (Fritsch et al., Bone Marrow Transplantation 17: 169–178, 1996),
Pflastersteinbereich-bildende Zellen (CAFC) (Lemieux et al., Blood
86: 1339–1347
(1995) und 5-FU BM-Zellen (Alcorn und Holyoake, Blood Reviews 10:
167–176,
1996); U.S.-PS Nr. 5,807,744).
Epitheliale Stammzellen bezieht
sich auf Zellen, die langlebend sind, relativ undifferenziert und
ein großes
Potenzial zur Zellteilung besitzen und die letztendlich verantwortlich
sind für
die Homeostase von Epithelium. Zellen dieses Typs schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf die, die in U.S.-PS Nr. 5,556,783; U.S.-PS Nr. 5,423,778; Rochat
et al., Cell 76: 1063 (1994); Jones et al. Cell 73: 713 (1993);
Jones et al., Cell 80: 83 (1995) und Slack, Science 287: 1431–1433 (2000)
beschrieben sind.
-
Die zelladhäsiven Moleküle dieses Aspekts der Erfindung
können
jede Verbindung umfassen, die in der Lage ist, Stammzelladhäsion an
das Substrat zu unterstützen,
wie die vorstehend beschriebenen, einschließlich Zelladhäsionsmolekülen, Co-Polymergemischen
von extrazellulären
Matrixproteinen oder Proteinfragmenten, wie RGD enthaltende Peptide,
Silane oder Thiole. In einer Ausführungsform werden Aminosilane, wie
Methoxy- oder Ethoxysilane wie vorstehend beschrieben verwendet.
-
Die zellabstoßenden Gruppen umfassen Gruppen,
die in der Lage sind, direkt Zellbindung zu inhibieren oder die
an andere Gruppen binden, die Zellbindung an die zellabstoßenden Orte
inhibieren, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf Polyethylenglycol (PEG) und andere sauerstoffreiche Verbindungen,
Zucker, Hydrogele, extrem hydrophile Oberflächen oder extrem hydrophobe
Oberflächen,
wie vorstehend beschrieben.
-
Die zellbindenden Orte können auch
Inhibitoren der unkontrollierten Differenzierung von Stammzellen umfassen,
die jede Verbindung umfassen können,
die auf dem Fachgebiet bekannt ist, um unkontrollierte Stammzelldifferenzierung
zu verhindern. Solche Verbindungen schließen ein, sind jedoch nicht
beschränkt
auf selbstzusammenbauende Einzelschichten von Thiolen oder Silanen,
gekoppelt an zelladhäsive
Liganden, die verwendet werden, um die Erzeugung von Zellbindeorten
zu ermöglichen,
während
ihre unkontrollierte Differenzierung verhindert wird.
-
Ein weiteres Beispiel ist der Zusatz
von Proteasethrombin zu Kulturen von Neuro2A-Neuroblastomzelllinie, was die Differenzierung
von Zellen in Neuriten-enthaltende neuronale Zellen inhibiert. (Gurwitz
et al., Proc. Natl. Acad. Sci 85: 3440–3444 (1988). Somit kann der
Zellbindepromotor auch als ein Inhibitor unkontrollierter Differenzierung
dienen. Alternativ werden die Zellbindeorte mit einer Feederschicht
von Zellen bedeckt, um unkontrollierte Stammzelldifferenzierung
zu inhibieren.
-
Das Substrat dieses erfindungsgemäßen Aspekts
kann hergestellt werden aus jedem Material, das im Fachgebiet bekannt
ist, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf Plastik, Glas, Keramiken und Metalle. Vorzugsweise werden solche
gemusterten Substrate auf kommerziell erhältlichen Plastiksubstraten,
wie Polystyrol oder Poly(olefin) hergestellt. In einer bevorzugten
Ausführungsform
besitzen die Substrate 100 μm – 500 μm Durchmesser
kreisförmige
Zellbindeorte, getrennt durch einen Abstand von Kante zu Kante im
Bereich von 25 μm
bis 125 μm.
Die Gesamtbasisfläche
der Substrate wird zu den Mikroplattenformaten von 96, 384 und 1536
Vertiefungen passen und kann etwa 150-fach kleiner im Oberflächenbereich sein,
verglichen mit 1536 (32 Zeilen × 48
Spalten), 384 (16 Zeilen × 24
Spalten) und 96 Vertiefungen (8 Zeilen × 12 Spalten) Mikroplatten sein.
-
In einem weiteren Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung ein gemustertes differenziertes Zellsubstrat zur
Verfügung,
umfassend:
- (a) eine Substratoberfläche;
- (b) eine erste Vielzahl von Zellbindeorten auf der Oberfläche, umfassend:
- (i) ein oder mehrere zelladhäsive
Moleküle;
und
- (ii) einen ersten differenzierten Zelltyp;
- (c) eine zweite Vielzahl von Zellbindeorten auf der Oberfläche, umfassend:
- (i) ein oder mehrere zelladhäsive
Moleküle;
- (ii) einen zweiten differenzierten Zelltyp; wobei die ersten
und zweiten differenzierte Zelltypen auf dem Substrat in einem kontrollierten
Muster angeordnet ist; und
- (d) eine Vielzahl von zellabstoßenden Orten auf der Oberfläche, wobei
die zellabstoßenden
Orte eine zellabstoßende
Gruppe umfassen, wobei individuelle Zellbindeorte durch zellabstoßende Orte
getrennt sind.
-
Wie hier verwendet, bedeutet der
Ausdruck "gemustertes
differenziertes Zellsubstrat",
dass die differenzierten Zellen auf dem Substrat in einer kontrollierten
Weise angeordnet sind, wobei die Enddifferenzierung durch Nachmusterung
erreicht wird.
-
In einer Ausführungsform sind die differenzierten
Zellen abgeleitet von Stammzellen, die selektiv auf dem Substrat
differenziert wurden. In dieser Ausführungsform ist der Stammzelltyp
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus neuralen Stammzellen, neuralen Vorläuferzellen,
glialen Vorläuferzellen,
mesenchymalen Stammzellen, hämatopoetischen
Stammzellen, epithelialen Stammzellen, hepatischen Stammzellen,
embryonalen Stammzellen, oder Kombinationen davon. Alternativ kann
die Differenzierung vor der Plattierung der Zellen auf das Substrat
initiiert werden (festgelegte Vorläuferzellen). Der Fachmann auf
dem Gebiet ist in der Lage, sich viele Veränderungen dieser Ausführungsform
auszumalen, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf die folgenden:
- 1. Selektive Differenzierung
eines einzelnen Stammzelltyps in zwei oder mehrere differenzierte
Zelltypen in vorbestimmten Orten auf einem Einzelsubstrat.
- 2. Selektive Differenzierung von zwei oder mehr Stammzelltypen,
die auf einem Einzelsubstrat angeordnet sind, um zwei oder mehr
differenzierte Zelltypen zu erzeugen.
- 3. Sequentielle, selektive Differenzierung eines einzelnen oder
multipler Stammzelltyps, wobei ein einzeln differenzierter Zelltyp
zunächst
produziert wird, gefolgt von selektiver Differenzierung des (der)
Stammzelltyp(en) in anderen Zellbindeorten.
-
Somit resultiert die vorliegende
Erfindung in einer bevorzugten Ausführungsform in einem Substrat
mit multiplen Typen von differenzierten Zelltypen, angeordnet in
einer vorbestimmten Weise. Die Anzahl von differenzierten Zelltypen,
die angeordnet werden können,
ist nur durch das Differenzierungspotential der Stammzelle begrenzt,
da die verschiedenen Zellbindeorte individuell mit differenzierenden
Agenzien angesteuert werden können,
unter Verwendung von Vorrichtungen, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf
Microspotter (Cartesian TechnologiesTM,
Hewlett PackardTM, Genetic MicroSystemsTM) und ein Flüssigkeitslieferungssystemen
wie die hier offenbarten, jedoch nicht auf diese beschränkt, und
die in U.S.-PS Nr.
5,858,188; und 6,007,690 offenbarten. Die selektive Ansteuerung
von den Stammzellen mit differenzierenden Agenzien ermöglicht die
kontrollierte Differenzierung in die Nachkommen der Wahl. In einer
bevorzugten Ausführungsform ist
das Flüssigkeitslieferungssystem
kombiniert mit dem gemusterten Zellsubstrat, um eine Mikroflüssigkeitskassette
zu erzeugen, die differenzierende Verbindungen zu den gemusterten
undifferenzierten Stammzellen liefern kann.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
sind die ersten und zweiten differenzierten Zelltypen Zelltypen, die
in einem Einzelgewebe gefunden werden, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf
Gehirn, Vaskulargewebe, Haut, Pankreas, Niere, Leber, Lunge, Herz,
Darm und Magen.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
sind die ersten und zweiten differenzierten Zelltypen Zelltypen,
die in verschiedenen Geweben gefunden werden, die in vivo interagieren,
einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf periphere glatte Nerven und/oder Skelettmuskeln; glatte Epithelialgewebe
Muskeln; glatte Vaskularendothelium Muskeln; gliale Zellen – endotheliale
Zellen von Blutkapillaren; Fettzellen-Axone von peripheren Nervenzellen
und/ oder Schwannschen-Zellen; und Pankreas B-Zellen – Pankreas
A-Zellen.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
sind die ersten und zweiten differenzierten Zelltypen ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus glialen Zellen, Neuronen, Adipozyten, glatten
Muskelzellen, Skelettmuskelzellen, Osteoblasten, Chondrozyten, Stromazellen
und Myozyten.
-
In verschiedenen am stärksten bevorzugten
Ausführungsformen
ist, (a) der erste abgeleitete differenzierte Zelltyp ist eine Gliazelle
und der zweite differenzierte Zelltyp eine neuronale Zelle, was
ein Zellsubstratmodell für
das Gehirn erzeugt; (b) der erste differenzierte Zelltyp ist ein
Adipozyt und der zweite differenzierte Zelltyp eine Muskelzelle;
(c) der erste differenzierte Zelltyp eine neuronale Zelle und der
zweite differenzierte Zelltyp eine Muskelzelle.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist das gemusterte Stammzellsubstrat oder das gemusterte Zellsubstrat
mit einer Flüssigkeitslieferungskammer
verbunden, um eine Kassette zu bilden, wobei das Flüssigkeitslieferungssystem
Reagenzien zu den Stammzellen oder differenzierten Zellen liefert
und umfasst:
- (i) eine Vielzahl von Domänen, die
zu den Zellbindeorten auf der Oberfläche des Substrats passen; und
- (ii) Mikroflüssigkeitskanäle, die
Reagenzien zu den Zellbindeorten bringen.
-
Wie hier verwendet, schließen "Reagenzien" differenzierende
Mittel ein, genauso wie Zellkulturmedium und jeden Zellkulturzusatz
für Zellkultur
und Testverbindungen zum Screenen auf die Wirkungen von Arzneimittelverbindungsbibliotheken
und Toxinen auf Zellen.
-
In einer am stärksten bevorzugten Ausführungsform
bringt ein einzelner Mikroflüssigkeitskanal
Flüssigkeit
zu einem einzelnen Zellbindeort auf dem Substrat, um getrennten
Flüssigkeitsfluss
zu jedem Zellbindeort zu ermöglichen,
wodurch die selektive Differenzierung von den Stammzellen und/oder
selektive Behandlung von den Stammzellen oder differenzierten Zellen
in ein oder mehreren Zellbindeorten mit einem Testmittel der Wahl
ermöglicht
wird.
-
In einem weiteren Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung ein gemustertes differenziertes Zellsubstrat zur
Verfügung,
hergestellt durch ein Verfahren der selektiven Differenzierung von
gemusterten Stammzellen, wobei das Verfahren umfasst:
-
- (a) Zur-Verfügung-Stellung eines gemusterten
Stammzellsubstrats, umfassend
- (1) eine Substratoberfläche;
- (2) eine erste Vielzahl von Zellbindeorten auf der Oberfläche, umfassend
- (i) ein oder mehrere zelladhäsive
Moleküle;
- (ii) einen ersten differenzierten Zelltyp;
- (3) eine zweite Vielzahl von Zellbindeorten auf der Oberfläche, umfassend:
- (i) ein oder mehrere zelladhäsive
Moleküle;
- (ii) einen zweiten differenzierten Zelltyp, wobei der erste
und zweite differenzierte Zelltyp auf dem Substrat in einem kontrollierten
Muster angeordnet sind;
- (b) selektives In-Kontakt-Bringen der Zellbindeorte mit differenzierenden
Mitteln, um kontrollierte Differenzierung von Stammzellen in einen
Nachkommen der Wahl zur Verfügung
zu stellen, wobei das selektive In-Kontakt-Bringen ein gemustertes
differenziertes Zellsubstrat erzeugt.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das gemusterte Zellsubstrat mit einem Flüssigkeitslieferungssystem,
wie vorstehend beschrieben, verbunden. In weiteren bevorzugten Ausführungsformen
der vorstehenden Aspekte besitzen die Stammzellen und die resultierenden
differenzierten Zellen wenigstens ein lumineszierendes Reportermolekül zur Verwendung
in Zellscreeningassays, um die Verteilung, die Umgebung oder Aktivität der lumineszierenden
Reportermoleküle
auf oder in den Zellen oder in oder zwischen subzellulären Kompartimenten
der Zellen in Antwort auf ein Testmittel der Wahl zu bestimmen.
Eine Vielzahl solcher lumineszierenden Reportermoleküle kann
in diesem Aspekt der Erfindung verwendet werden, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf diejenigen, die beschrieben sind in U.S.-PS Nr. 5,989,835; anhängige U.S.-Patentanmeldungen
Nr. 09/031,271 (eingereicht am 27. Februar 1998); 09/352,171 (eingereicht
am 12. Juli 1999); 09/293,209 (eingereicht am 16. April 1999); 09/293,209
(eingereicht am 16. April 1999); 09/398,965 (eingereicht am 17.
September 1999); 09/430,656 (eingereicht am 29. Oktober 1999); 09/513,783
(eingereicht am 24. Februar 2000); Giuliano et al., Ann. Rev., Biophys.
Biomol. Struct. 24: 405–434
(1995); und Giuliano et al., Trends in Biotech. 16: 135–140 (1998).
-
Die lumineszierenden Sonden können kleine
Moleküle
sein, markierte Makromoleküle
oder genetisch veränderte
Proteine, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf grün
fluoreszierende Proteinchimären.
Wie hier verwendet, schließen "lumineszierende" Sonden fluoreszierende,
lumineszierende und chemilumineszierende Sonden ein.
-
In einer weiteren Ausführungsform
besitzt nur einer der differenzierten Zelltypen ein lumineszierendes Reportermolekül und wenn
zwischen den ersten und zweiten differenzierten Zell typen Interaktion
auftritt, berichtet nur einer der Zelltypen die Interaktion durch
das Lumineszenzreportermolekül.
-
Die lumineszierend markierten Reportermoleküle können von
den Zellen exprimiert werden oder diesen zugesetzt werden, entweder
vor, zusammen mit oder nach In-Kontakt-Bringen der Zellen mit einer
Testverbindung. Beispielsweise kann das Reportermolekül als eine
lumineszierend markierte Proteinchimäre von transfizierten Stammzellen
exprimiert werden. Alternativ kann das lumineszierend markierte
Reportermolekül exprimiert
werden, isoliert oder gesamtgeladen werden in Stammzellen oder das
Reportermolekül
kann lumineszierend markiert werden nach der Isolierung. Als eine
weitere Alternative können
die Reportermoleküle
von der Stammzelle exprimiert werden, die nachfolgend mit einer
lumineszierenden Markierung in Kontakt gebracht wird, wie mit einem
markierten Antikörper,
der das Reportermolekül
nachweist.
-
Vorzugsweise sind die lumineszierenden
Reportermoleküle
in dem ersten differenzierten Zelltyp spektral unterscheidbar von
den lumineszierenden Reportermolekülen in dem zweiten differenzierten
Zelltyp.
-
Die vorliegende Erfindung stellt
auch Verfahren zur selektiven Stammzelldifferenzierung zur Verfügung, umfassend,
Zur-Verfügung-Stellen
eines gemusterten Stammzellsubstrats, wie vorstehend offenbart, und
selektives In-Kontakt-Bringen der Zellbindeorte mit differenzierenden
Mitteln, um kontrollierte Differenzierung von Stammzellen in die
Nachkommen der Wahl zu ermöglichen,
wobei das selektive In-Kontakt-Bringen ein gemustertes differenziertes
Zellsubstrat erzeugt. Jedes auf dem Fachgebiet bekannte Verfahren
zur Differenzierung von Stammzellen in differenzierte Zellen kann
verwendet werden. Literaturhinweise, die Bedingungen zur Differenzierung
von verschiedenen Stammzellen in differenzierte Nachkommen ermöglichen,
können gefunden
werden beispielsweise in den folgenden Referenzen:
Mesenchymale
Stammzellen: U.S.-PS Nr. 5,827,740 (adipogene Differenzierung);
U.S.-PS Nr. 6,022,540 (osteogene Differenzierung); U.S.-PS Nr. 5,942,225
(osteogene, chondrogene, tendenogene, Knochenmarkstromazellen- und
myogene Differenzierung); Cuenda et al., J. Biol. Chem. 274: 4341–4346 (1999)
(C2C12 myogene Differenzierung); Nishimura et al., J. Biol. Chem.
273: 1872–1879
(1998) (C2C12 Osteoblastendifferenzierung); Teboul et al., J. Biol.
Chem. 270: 28183–28187
(1995) (C2C12 adipogene Differenzierung).
Neurale Stamm- und
Vorläuferzellen:
U.S.-PS Nr. 5,824,489 (Neurone und Glia); U.S.-PS Nr. 6,001,654
(Neurone und glatte Muskelzellen); U.S.-PS Nr. 6,033,906 (Gliazellen);
Pleasure et al., J. Neurosci. 12: 1802–1815 (1992) (NTera2-Differenzierung
in Neurone);
Gliale und neurale Stamm- und Vorläuferzellen:
Welch et al., In Vitro Cell. Dev. Biol.-Animal 31: 610–616 (1995) (SNB-19-Gliadifterenzierung);
U.S.-PS Nr. 5,824,489 (Neurone und Glia).
Hämatopoetische Stammzellen:
Lawman et al., J. Hematother. 1: 251–259 (1992); Huss, Stem Cells
18: 1–9 (2000);
Zhang et al., Blood 95: 138–146
(2000); Zhang et al., Blood 92: 118-128 (1998).
Hepatische Stammzellen:
Brill et al., Proc. Soc. Exp. Biol. Med. 204: 261–269 (1993);
Brill et al., Dig. Dis. Sci., 44: 364–371 (1999); Fiorino et al.,
In Vitro Cell Dev. Biol. Anim. 34: 247–258 (1998).
-
In verschiedenen bevorzugten Ausführungsformen
ist das Substrat in Kontakt mit einem Flüssigkeitsliefersystem, wie
vorstehend offenbart, und die Stammzellen besitzen wenigstens ein
lumineszierendes Reportermolekül,
das dazu dient, den Phänotyp
von den Nachkommen der Wahl zu identifizieren.
-
In diesen Ausführungsformen werden die Stammzellen
mit differenzierenden Mitteln in Kontakt gebracht, um Differenzierung
von transfizierten gemusterten Zellen in differenzierte Nachkommen
zu bewirken, unter Verwendung der geeigneten differenzierenden Mittel,
die entweder homogen zu dem Substrat verabreicht werden (für Einzelnachkommen)
oder selektiv zu spezifischen Zellbindeorten (multiple Nachkommen). Differenzierung
von einem einzelnen Stammzelltyp in verschiedene Nachkommen oder
von verschiedenen Stammzellen in verschiedene Nachkommen erlaubt
die Bildung von Substraten mit Zellbindeorten, die verschiedene
Zelltypen in jeder gewünschten
Nebeneinanderstellung hervorbringen. Auf diesem Weg werden einfache
bis gemäßigt komplexe
Modelle der zellulären
Differenzierung verwendet, um multizelluläre gewebespezifische oder organspezifische
Zellsubstrate zur Verwendung in der zellbasierten Analyse der Arzneimittelentdeckung
und Biowissenschaften herzustellen.
-
In einem Modellsystem werden neuronale
und gliale Stammzellen konstruiert, um fluoreszierende Proteinreportermoleküle zu exprimieren,
um die Dynamik ihrer Zytoskelettproteine zu messen. Das Cytoskelett wurde
gut charakterisiert und ein zuverlässiges Arzneimittelentde ckungsziel,
für das
wahrscheinlich viele Leitverbindungen in der Arzneimittelentdeckungspipeline
zu jedem Zeitpunkt vorliegen. Jede der Stammzelllinien exprimiert
spektral unterschiedliche Reportermoleküle, so dass sie in getrennten
Orten in einem Zellarray gemustert werden können, genauso wie sie zusammen
in dem gleichen Ort gemustert werden können (co-kultiviert). Alternativ
können
die unterschiedlichen Stammzellen in getrennten Orten gemustert
werden, wobei die Orte nahe genug zueinander sind, um Interaktion
zwischen den Zellen in den verschiedenen Orten zu ermöglichen.
Die letzten beiden Aspekte ermöglichen
die gleichzeitige Messung von Arzneimittelantworten von den zwei
Zelltypen in einem organgemäßen Kontext,
worin es den Zellen ermöglicht
wird zu interagieren, als wären sie
in dem Gehirngewebe eines lebenden Tieres. Da die Reportermoleküle, die
in jedem Zelltyp enthalten sind, spektral unterschiedlich sind,
weist die Plattform jeden Zelltyp in der Co-kultur nach und ordnet
jedem Zelltyp eine Funktion zu.
-
In einem zweiten Modellsystem wird
eine pluripotente Zelllinie, die Maus C2C12-Zellen, mit einem lumineszierenden
Reportermolekül
konstruiert, in Mikroarrays gemustert und differenziert in zwei
Zelltypen, Skelettmuskelmyozyten und Adipozyten. In diesem Fall
werden die Stammzellen konstruiert, um ein Lumineszenzreportermolekül des Kohlenhydrat – metabolischen
Flusses zu exprimieren, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf
Reporter des Phosphorylierungsstatus von PFK-1 und PFK-2, der Messung
von zellulären ATP-Spiegeln
(Energieladung), dem Verhältnis
von Oxidations – Reduktions
Co-Faktoren, wie NAD+/NADH, und der Konzentration
von dem Second Messenger cAMP, die sowohl in Zeit als auch in Raum
in jedem Zelltyp gemessen werden. Der Kohlenhydratmetabolismus spielt
eine wichtige Rolle in der Regulation der physiologischen Funktion
von jedem Zelltyp für
Muskel- und Fettzellen,
Kontraktion und Relaxion von Muskelzellen und Fettspeicherung und
Mobilisierung von Adipozyten. Deshalb ermöglicht dieses Modellsystem
die Messung der Wirkung von Leitverbindungen auf dem gleichen molekularen
Signalweg in zwei Gewebetypen. Darüber hinaus erlaubt diese multiple
Gewebetyp-Screeningplattform die effiziente Ansteuerung von Leitverbindungswirksamkeit,
Spezifität
und Toxikologie.
-
Ein drittes, komplexeres Modellsystem
schließt
die Co-Kultivierung von neuronalen und Skelettmuskelstammzellen
ein, wobei beide Typen konstruiert sind, um spektral unterschiedliche
lumineszierende Reportermoleküle
zu exprimieren. Die Zellen werden gemustert und differenziert auf
dem Substrat. Die Wirkung von Leitverbindungen auf die komplexe
Interaktion von Neuronen und Skelettmuskelzellen wird gemessen unter Verwendung
der lumineszierenden Reportermoleküle, die in jeden Zelltyp eingebracht
wurden. Die Co-Kultivierung von differenzierten neuronalen und Muskelzellen
erlaubt die direkte Messung von Anre gungskontraktions-Kopplungsereignissen
und der Wirkung, die Leitverbindungen auf diese Ereignisse haben.
-
Diese Ansätze können verallgemeinert werden
auf Interaktionen zwischen anderen Gewebetypen und Interaktionen
zwischen multiplen Zelltypen in einem Organ, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf glatten peripheren Nerven oder Skelettmuskel; glatten Epithelialgewebe
Muskel; glatten vaskulären
Endothelium Muskel; gliale Zellen – endotheliale Zellen der Blutkapillaren;
Fettzelt-Axone der peripheren Nervenzellen und Schwannschen-Zellen;
und Pankreas B-Zellen – Pankreas
A-Zellen.
-
Die vorliegende Erfindung stellt
weiterhin Verfahren zum zellbasierten Screening zur Verfügung, wobei die
Stammzellen und/oder differenzierten Zellen wenigstens ein lumineszierendes
Reportermolekül
besitzen zur Verwendung in Zellscreeningassays, um die Verteilung,
die Umgebung oder Aktivität
der lumineszierenden Reportermoleküle auf oder in den Zellen oder
in oder zwischen subzellulären
Kompartimenten der Zellen zu bestimmen, in Antwort auf ein Testmittel
der Wahl. Eine Vielzahl solcher lumineszierenden Reportermoleküle kann
verwendet werden in diesem Aspekt der Erfindung, einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf die, die beschrieben sind in U.S.-PS Nr. 5,989,835; anhängige U.S.-Patentanmeldungen
Nr. 09/031,271 (eingereicht am 27. Februar 1998); 09/352,171 (eingereicht
am 12. Juli 1999); 09/293,209 (eingereicht am 16. April 1999); 09/293,209
(eingereicht am 16. April 1999); 09/398,965 (eingereicht am 17.
September 1999); 09/430,656 (eingereicht am 29. Oktober 1999); 09/513,783
(eingereicht am 24. Februar 2000); Giuliano of al., Ann. Rev., Biophys.
Biomol. Struct. 24: 405–434
(1995); und Giuliano et al., Trends in Biotech. 16: 135–140 (1998).
-
In dieser Ausführungsform dieses Verfahrens
werden die gemusterte Stammzellarrays und gemusterte differenzierte
Zellarrays verwendet, um Veränderungen
in der Verteilung, der Umgebung oder Aktivität von lumineszierenden Reportermolekülen auf
oder in Zellen oder in oder zwischen subzellulären Kompartimenten von den
Zellen in Antwort auf eine Testverbindung zu analysieren. Die Zellen
werden abgebildet und/oder gescannt unter Verwendung von einem Zellscreeningsystem,
umfassend ein optisches System mit einer Bühne, die angepasst ist zum
Halten von Zellen, die ein Substrat enthalten, einer Nachweisvorrichtung,
die in der Lage ist, ein digitales Bild zu erzeugen, einer Vorrichtung
zur Steuerung von Fluoreszenz oder Lumineszenz, die von den Zellen
zu der Nachweisvorrichtung emittiert werden und einen Computer zum
Erhalten und zum Prozessieren von Daten von der Nachweisvorrichtung.
Eine bevorzugte Ausführungsform
einer solchen Vorrichtung ist offenbart in U.S.-PS Nr. 5,989,835; und in der anhängigen U.S.-Patentanmeldung
Nr. 09/031,271 (eingereicht am 27. Februar 1998). Unter Verwendung
des Zellscreeningsystems werden Lumineszenzsignale von den Reportermolekülen in digitale
Daten konvertiert; und die digitalen Daten werden verwendet, um
Veränderungen
in der Verteilung, der Umgebung oder Aktivität von den Reportermolekülen in Antwort
auf das Testmittel zu bestimmen.
-
Solche digitalen Daten können verwendet
werden, um die Wirkung einer Testverbindung auf die Verteilung von
den Reportermolekülen
zwischen: Zytoplasma – Kern,
Zellmembran – Zytoplasma,
endoplasmatisches Retikulum – Golgi-Apparat
zu berichten, genauso wie Apoptose; Rezeptorinternalisierung; Transkriptionsfaktoraktivierung;
Proteinkinaseaktivierung; Proteaseaktivität; Organellenstruktur, Verteilung
und Funktion; Makromolekülverteilung;
Genexpression; Mikrotubuli-Zytoskelettstruktur; Aktin-Zytoskelettstruktur;
Kernform; Kernbereich; Kerngröße; Kerndurchmesser;
mitochondriales Potential; Zellform; Zellbeweglichkeit; Zellgröße; und
Zelldurchmesser zu berichten (vergleiche z.B. U.S.-PS Nr. 5,989,835;
anhängige
U.S.-Patentanmeldungen Nr. 09/031,271 (eingereicht am 27. Februar
1998); 09/352,171 (eingereicht am 12. Juli 1999); 09/293,209 (eingereicht
am 16. April 1999); 09/398,965 (eingereicht am 17. September 1999);
09/430,656 (eingereicht am 29. Oktober 1999); und 09/513,783 (eingereicht
am 24. Februar 2000).
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Die Verwendung eines Flüssigkeitslieferungssystems
in dem Verfahren, einschließlich,
jedoch nicht beschränkt
auf das vorstehend Diskutierte, oder die Verwendung von automatisierten
Präzisionsinstrumenten, wie
Microspottern (Cartesian Technologies, Hewlett PackardTM,
Genetic MicroSystemsTM) erlaubt die Lieferung eines
differenzierenden Mittels der Wahl an spezifische Zellbindeorte.
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Beispiele
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Modellsysteme der organgemäßen Differenzierung
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Gliale Differenzierung. Es wurde
gezeigt, dass Zellen, die auch aus einem hochaggressiven humanen Glioblastomtumor
entnommen wurden, unbegrenzt in Kultur wachsen und veränderte morphologische
und Wachstumseigenschaften in Anwendung eines Differenzierungsmittels
zeigen. Diese Zellen, SNB-19 genannt (Welch of al., 1995) werden
konstruiert, um ein lumineszierendes Reportermolekül (siehe
nachstehend) zu exprimieren und auf Zellsubstrate gemustert, entweder
allein oder in Kombination mit neuralen Stammzellen. Um Differenzierung
zu induzieren, wird ein Gemisch von 1 mM Dibutyl-cAMP und 1 mM Isobutylmethylxanthin
(ein Phosphodiesteraseinhibitor) zugegeben zur Kultur und den Zellen
wird es ermöglicht,
für 12–24 Stunden
zu inkubieren. Diese Mittel induzieren in den Zellen multiple Ver fahren,
die häufig
mit anderen Glia in der gleichen Zellkultur interagieren (Welch
et al., 1995), genauso wie sie die Zellen dazu veranlassen, sich
nicht mehr zu teilen.
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Die glialen Stammzellen werden transfiziert,
um eine grünfluoreszierendes
Protein (GFP) – gliales – fibrilläres saures
Protein (GFAP) – Chimäre zu exprimieren.
GFAP ist eine Verbindung des intermediären Filamentzytoskeletts und
ist ein Hauptzytoskelettprotein, das in glialen Stammzellen und
differenzierten Glia gefunden wird.
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Neuronale Differenzierung: Verschiedene
neuronale Stammzelllinien existieren, die in der vorliegenden Erfindung
verwendet werden können.
NT2-Zellen einer humanen Teratocarcinomzelllinie (Pleasure et al., 1992)
sind insofern einzigartig, dass sie induziert werden können, um
in stabile, postmethodische humane Neuronen zu differenzieren und
es wurde gezeigt, dass sie ein Vehikel für die Expression von verschiedenen Genprodukten
sein können
(Pleasure et al., 1992). NT2-Zellen werden konstruiert, um eine
blaufluoreszierendes Protein (BFP) – (3-Tubulin-Chimäre zu exprimieren. β-Tubulin
ist ein Hauptbestandteil des Cytoskeletts. Die Zellen werden dann
auf Zellsubstraten gemustert, entweder allein oder in Kombination
mit glialen Stammzellen. Um Differenzierung zu induzieren, treten
NT2-Zellen ursprünglich
in ein Programm der Differenzierung ein, das mit einer zweiwöchigen Behandlung
mit Retinsäure
(10–5 Mol),
mitotischen Inhibitoren und einer spezialisierten extrazellulären Matrix
beginnt. Die teilweise differenzierten Zellen werden auf die Substrate
transferiert, wo sie die endgültigen
Stadien der Differenzierung erreichen durch Durchführung von
Verfahren, die Axone und Dendriten bilden. Die Zellen werden post-mitotisch,
behalten jedoch die Fähigkeit,
funktionelle Proteine, wie das lumineszierende Proteinreportermolekül, zu exprimieren.
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Gemischte gliale – neuronale Differenzierung:
NT2-Stammzellen in dem Endstadium der Differenzierung werden mit
SNB-19-Zellen dem gleichen Substrat zugegeben. Nachdem beide Zelltypen
angeheftet sind, werden die Co-Kulturen mit 1 mM Dibutyryl-cAMP
und 1 mM Isobutylmethylxanthin behandelt. Es wird den zwei Zelltypen
ermöglicht
zu interagieren, wie sie differenzieren. Da die NT2-Zellen auf Differenzierung
beschränkt
sind, hat das Dibutyryl-cAMP
geringe oder keine Wirkung auf neurale Zelldifferenzierung und kann sie
sogar noch steigern, da cAMP dafür
bekannt ist, die Differenzierung von verschiedenen Zelltypen zu
induzieren.
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Fett- und Skelettmuskelgewebe einer
herkömmlichen
Stammzelle: Die Maus C2C12-Zelllinie ist pluripotent und es wurde
gezeigt, dass sie in der Lage ist, in Skelettmuskel (Cuenda und
Cohen, 1999), Adipozyten (Teboul et al., 1995) und Osteoblasten
(Nishimura et al., 1998) zu differenzieren. Die C2C12-Zellen werden zunächst konstruiert,
um ein lumineszierendes Re portermolekül des Kohlenhydratmetabolismus
zu exprimieren (siehe nachstehend). Die Zellen werden auf Substraten
gemustert, in denen das Wachstumsmedium <1% Kälberserum enthält. Diese
starke Verringerung der Serumkonzentration (10% ursprünglich)
induziert die C2C12-Zellen über
einen Zeitraum von 24–48
Stunden die Teilung zu stoppen, in verlängerte, Multikernzellen zu
fusionieren und kontraktile Myotuben zu bilden. Um Adipozytendifferenzierung
zu induzieren, werden die Zellen mit einem Gemisch aus 5 μM Thiazolidindion
und 100 μM
Fettsäure
behandelt (Teboul et al., 1995). Die Differenzierung tritt nach
24–48
Stunden auf und wird begleitet von einer Verlangsamung des Zellwachstums und
der Aufnahme von Fettsäuren
durch die Zellen und ihre Inkorporation in Lipidtröpfchen.
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Die C2C12-Zellen werden transfiziert
mit einem Reportermolekül,
umfassend 6-Phosphofructo-2-kinase/fructose-2,6-bisphosphatase
(PFK-2), die eine Schlüsselrolle
in dem Gleichgewicht zellulärer
Energiebereitstellung und Speicherung spielt. Die Aktivität dieses
bifunktionalen Enzyms kann bewirken, dass eine Zelle zwischen Kohlenhydratoxidation
(Energieerhalt) und Kohlenhydratsynthese (Energieerforderung) wechselt. Der
Phosphorylierungsstatus von PFK-2 bestimmt, ob das Enzym den zellulären Kohlehydratabbau
oder die Synthese stimuliert. (Kurland und Pilkis, Protein Science
4: 1023–1037
(1995). Die Aminosäuresequenz,
die die PFK-2-Phosphorylierungsstelle enthält, wird in eine bestimmte
Stelle in der kodierenden Sequenz von GFP inseriert, die Insertionen
toleriert (Baird et al., Proc. Natl. Acad. Sci., 96: 11241–11246 (1999)),
wodurch die Fluoreszenzeigenschaften von GFP nach Phosphorylierung
von PFK-2 verändert
sind.
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Nerven- und Muskelgewebeinferaktion:
Zelluläre
Bestandteile von anderen Modellsystemen werden kombiniert, um Gewebe-Gewebeinteraktionen
zu modellieren. Neuronale NT2-Zellen werden mit C2C12-Zellen kombiniert,
um ihre Interaktion während
der Differenzierung zu ermöglichen, ähnlich Geweben,
die während
der normalen Entwicklung interagieren. Drei Szenarien werden getestet:
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- 1. NT2- und C2C12-Zellen werden zusammen angeordnet
und es wird ihnen ermöglicht,
zusammen zu differenzieren;
- 2. NT2-Zellen werden angeordnet auf dem Substrat und differenziert,
gefolgt von einem Zusatz und Differenzierung von C2C12-Zellen;
- 3. C2C12-Muskelstammzellen werden angeordnet auf dem Substrat
und differenziert, gefolgt von Zusatz und Differenzierung von neuronalen
NT2-Stammzellen.
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Andere Beispiele
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Stammzellen der Neuralleiste können mit
poly-D-Lysin und Fibronectin behandelt werden, um periphere Neurone
und Glia zu erzeugen, wie diskutiert in U.S.-PS Nr. 6,033,906. Die
gleichen Stammzellen produzieren nur gliale Zellen, jedoch keine
Neurone, wenn sie mit Fibronectin alleine behandelt werden.
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Mesenchymale Stammzellen werden mit
100 nM Dexamethason + 10 mM (3-Glycerophosphat
induziert, um Osteogenese zu durchleben (U.S.-PS Nr. 5,942,225).
Die gleichen mit 5 ng/ml BMP behandelten Stammzellen werden induziert,
um Chondrogenese zu durchlaufen; wenn sie mit 5-Azacytidin behandelt
werden, werden sie induziert, um Myogenese zu durchlaufen: Letztlich
werden die gleichen Stammzellen mit 10 μ/ml IL-1α behandelt, um in Stromazellen
zu differenzieren.
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U.S.-PS Nr. 5,827,740 lehrt die Behandlung
von mesenchymalen Stammzellen mit Glucocorticoiden und mit Phosphodiesteraseinhibitor
um Adipogenese zu induzieren.
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Die vorliegende Erfindung ist nicht
auf die zuvor erwähnten
bestimmten bevorzugten Ausführungsformen
beschränkt.
Der Fachmann weiß,
dass verschiedene Modifikationen der offenbarten bevorzugten Ausführungsformen
durchgeführt
werden können,
ohne von dem Konzept der Erfindung abzuweichen. All diese Modifikationen
sind dazu gedacht, im Rahmen der vorliegenden Erfindung zu liegen.