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Schaltungsanordnung für Verstärkereinrichtungen mit Elektronenröhren
Schaltungsanordnungen mit Elektronenröhren, bei denen eine mehrfache- Ausnutzung
einzelner Röhren oder aller Röhren stattfinden kann, sind bekannt. Das in der Praxis
fast allein verwendete Prinzip der Mehrfachausnutzung von Röhren ist das der sog.
Reflexschaltungen, bei denen einige oder alle Röhren einer Schaltung mit zwei oder
mehreren Frequenzen beschickt werden, die so weit auseinanderliegen, daß sie sich
gegenseitig nicht stören.
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Gelegentlich wurde jedoch auch noch eine zweite Art von Mehrfachausnutzung
vorgeschlagen, die bisher auf der Ausnutzung der Sonderumstände eines bestimmten
Falles beruhte. Sie besteht darin, die Röhren eines zusammenarbeitenden Röhrenpaares,
z. B. eines in Gegentaktschaltung arbeitenden Paares, noch außerdem durch einen
Gleichtaktschaltweg miteinander zu verbinden.
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Die Erfindung hat ein Schaltungsprinzip für Verstärkereinrichtungen
mit Elektronenröhren zum Gegenstand, dessen Anwendung die mehrfache Ausnutzung der
innerhalb der einzelnen Stufen verwendeten Röhren ganz im allgemeinen möglich macht.
Sie besteht in einer Schaltungsweise, bei welcher in jeder Stufe mindestens zwei
Elektronenröhren zur Wirkung kommen, wobei jedoch von den in dieser Röhrengruppe
verwendeten Elektronenröhren mindestens eine auch in einer in einer anderen Stufe
zur Wirkung gebrachten Röhrengruppe benutzt wird.
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Unter einer Gruppe ist hierbei ein innerhalb einer Verstärkerstufe
tätiger Verband von Röhren verstanden, die nur gemeinsam zur Wirkung gelangen und
die die Verstärkung in dieser Stufe durch diese ihre gemeinsame Wirkung herbeiführen.
Jede Röhre wirkt hierbei bloß als Teil. Wird sie in gleicher Weise mit anderen Röhren
gemeinsam innerhalb eines weiteren Verbandes für eine andere Verstärkungsstufe wirksam
gemacht, so ist sie eben mehrfach, d. h. innerhalb verschiedener Verstärkungsstufen,
ausgenutzt. Selbstverständlich bleibt daneben noch die Möglichkeit erhalten, den
Röhren einzeln oder auch innerhalb des genannten Gruppenverbandes einander nicht
störende Funktionen bekannter Art z. B. mit Hilfe von Reflexschaltungen zuzuweisen.
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DieVerwirklichung der angegebenen Schaltungsweise erfolgt vorteilhaft
in der Art, daß alle Röhrengruppen aus einer geraden Anzahl von Elektronenröhren
bestehen, die durch Gegentaktschaltwege miteinander verbunden sind. Wie bereits
erwähnt, kann jede Gruppe überdies neben der neuen Funktion auch nach dem Reflexprinzip
gleichzeitig zur Verstärkung verschiedener Frequenzen dienen. Neben Röhrengruppen,
die zwei Röhren in Gegentaktschaltung enthalten, können auch solche
Röhrengruppen
vorgesehen werden, bei denen j e zwei der erstgenannten Röhrengruppen dadurch zu
einer neuen Gegentakt- oder Gleichtaktgruppe verbunden sind, daß zwischen die elektrischen
Mittelpunkte der erstgenannten Gegentaktgruppen neue Gegentaktschaltwege oder Gleichtaktschaltwege
eingeschaltet werden. Der elektrische Mittelpunkt eines Gegentaktschaltweges, der
selbst zwischen die elektrischen Mittelpunkte von andere Elektronenröhren verbindenden
Gegentaktschaltivegen eingeschaltet wurde, kann mit dem Anschlußpunkt aller Anoden,
z. B. mit dem einen Pol der Anodenbatterie, oder aller Gitter oder aller Kathoden,
z. B. mit dem gemeinsamen Pol aller Batterien, verbunden werden. Diese Verbindung
kann gegebenenfalls selbst wieder einen weiteren Gleichtaktschaltw eg bilden, durch
den alle vermittels der verschiedenen Schaltwege angeschlossenen Röhrengruppen zu
einer weiteren Röhrengruppe, die unabhängig von den angeschlossenen Röhrengruppen
ist, zusammengefaßt werden.
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Als eine in den Ansprüchen nicht besonders angeführte, jedoch sich
aus dem Vorstehenden bereits ergebende bloße Variation der dargelegten Grundsätze
und Ausführungen sei noch erwähnt, daß die mehrfache Eingliederung ein und derselben
Elektronenröhre in verschiedene Gruppen (Stufenverbände) auch durch Anordnung einer
Mehrzahl von unabhängigen Schaltwegen zwischen denselben Röhren oder durch Verbindung
jeder Röhre mit weiteren Elektronenröhren mittels mehrerer Schaltwege oder durch
Verbindung von als Einheit wirksamen Gruppen (Stufenverbänden) mit anderen Gruppen
(Stufenverbänden) oder anderen Elektronenröhren durch mehrere Schaltwege erzielbar
ist.
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Die nähere Erläuterung der Erfindung erfolgt mit Hilfe der schematischen
Zeichnungen, in denen Abb. i das prinzipielle Schema eines Zweiröhrenverbandes,
Abb.2 ein ausführliches Schaltungsschema für eine der Verwendungsarten dieses Zweiröhrenverbandes,
Abb.3 das prinzipielle Schema eines Dreiröhrenv erbendes, Abb. q. das prinzipielle
Schema eines Vierröhrenverbandes und Abb. 5 schließlich das Schaltungsschema für
eine bestimmte Anwendung des Vierröhrenverbandes zeigt.
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Da die Röhrengruppen nicht nur durch die Kombinationen verschiedener
Elemente, sondern auch durch physikalisch unabhängige Kombination gebildet werden
können, indem mehrere gleichartige Schaltwege, z. B. mehrere Gegentaktschaltwege,
zwischen denselben körperlichen Elementen vorgesehen sind, so enthält der an Röhren
ärmste und einfachste Verband zwei Röhren, die zwei physikalisch verschiedene Gruppen
bilden müssen. Jede Röhre dieses Verbandes ist daher mit der anderen zumindest durch
zwei Gegentaktschaltwege verbunden, und jeder der Gegentaktschaltwege ist daher
ein Mittel, um die beiden Röhren zu einer Gruppe zusammenzufassen. In den schematischen
Abbildungen sind die Röhren durch Kreise angedeutet, in welche eine Ziffer eingeschrieben
ist, die die Ordnungszahl der Röhre bezeichnet. Die eingezeichneten Linien bedeuten
Schaltwege. Da es genügend ist, in einem Röhrenverband entweder die Gitter- oder
die Anodenkreise zu betrachten, wurde diese vereinfachte Darstellung gewählt, und
die Kreise bedeuten daher entweder die Gitter oder die Anoden der Röhren. Der weiter
dargestellte Doppelkreis, welcher mit dem Buchstaben a. bezeichnet ist, bedeutet
denjenigen Punkt, an welchem entweder die Kathoden angeschlossen sind oder der positive
Pol der Anodenstromquelle, an welchem alle Anoden der Röhren angeschlossen werden.
Es ist auch eine zyklische Vertauschung der Elektroden möglich, so daß unter Umständen
die bezifferten Kreise einerseits die Kathoden, andererseits die Gitter bedeuten
können, wobei dann der Doppelkreis den gemeinsamen Punkt aller Anoden darstellen
kann. Dies ist z. B. bei Schaltungen der Fall, die die Verwendung einer gemeinsamen
Heizbatterie nicht erlauben. Es ist dabei selbstverständlich, den Erfindungsgedanken
auch auf Elektronenröhren mit mehr als drei Elektroden, also z. B. auf Doppelgitterröhren,
anzuwenden.
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Der in Abb. i dargestellte Zweiröhrenv erbend besteht aus den Röhren
i und ä und zeigt die beiden diese Röhren verbindenden gleichartigen unabhängigen
Schaltwege, -welche aus den Linien i-c-z und i-d--9 bestehen. Es sind Gegentaktschaltwege,
deren elektrische Mittelpunkte bei c und d liegen. Der Zweiröhrenverband besitzt
demnach hinsichtlich dieser beiden Gegentaktschaltwege zwei physikalisch verschiedene
Röhrengruppen, die durch das gleiche Röhrenpaar, d. h. dieselben körperlichen Elemente,
dargestellt -werden. Die Tatsache, daß Gegentaktschaltungen stets elektrische Mittelpunkte
aufweisen, gestattet nun eine Schaltivegv erbindung von c nach b und von
d nach b und schließlich die Verbindung dieser beiden Wege von
b aus mit a. Dadurch werden drei Gleichtaktschaltwege erzielt, indem zwischen
c und b, zwischen b und d und zwischen a und b Gleichtaktschaltungen
eingebaut werden können. Sämtliche Schaltstufen führen zu denselben zwei Röhren,
und es sind somit zwei Gegentaktschaltstufen und drei Gleichtaktschaltstufen, also
im ganzen fünf Schaltstufen, erzielbar. Ohne die gemäß der vorenden Erfindung durchgeführte
Anordlieg
nung würde man für die gleiche Schaltungsanordnung ohne
Mehrfachausnutzung der Röhren zehn Röhren benötigen, so d'aß also jede Röhre des
die Mindestzahl von Röhren und physikalisch verschiedenen Gruppen enthaltenden Zweiröhrenverbandes
fünfmal ausgenutzt werden kann.
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Der in der Zeichnung dargestellte Zweiröhrenverband kann beispielsweise
für den Verstärkerteil eines Transponierungsempfängers in der Weise verwendet werden,
daß man in einem der beiden Gegentaktschaltwege und in einem der beiden Gleichtaktschaltwege
c, b oder b, d zunächst die Fernwelle zweimal verstärkt, dann in den anderen
angeführten Gleichtaktschaltweg und zweiten Gegentaktschaltweg die Zwischenfrequenz
zweimal verstärkt und schließlich in dem letzten. Gleichtaktschaltweg, dem das Wegstück
a, b angehört, die Niederfrequenz einmal zur Verstärkung bringt. Jede der beiden
Röhren führt auf diese Weise drei verschiedene Frequenzen und wird von zweien dieser
Frequenzen doppelt ausgenutzt. Es ist somit ersichtlich., daß man mit dem Zweiröhrenverband
eine Röhre, ,zum Durchgang mehrerer unter sich verschiedener Frequenzen und überdies
zum mehrmaligen Durchgang ein und derselben Frequenz heranziehen kann.
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Überdies gestattet der Zweiröhrenverband auch das Problem einer ausschließlich
in Gegentaktschaltung arbeitenden Reflexschaltung zu lösen, wenn man die verfügbaren
Gleichtaktschaltwege unbenutzt läßt.
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Von den bekannten Schaltungsanordnungen unterscheidet sich der hier
beschriebene Zweiröhrenverband dadurch, daß zwei Gegentaktschaltwege vorgesehen
sind. Würde einer derselben weggelassen werden, so würde keine Mehrzahl von physikalisch
verschiedenen Röhrengruppen mehr möglich sein, und der Röhrenverband würde seinen
Charakter verlieren. Es würde in diesem ' Fall mit einem einzigen Röhrenpaar oder
mit zwei einzelnen Röhren gearbeitet werden, die zur Verwirklichung der bisher bekanntgewordenen
Röhrenschaltungen dienen können, wobei die für bestimmte Schaltungen erzielbare
Röhrenersparnis innerhalb der eingangs angedeuteten Grenzen bleibt. Wohl aber können
die gleichartigen Schaltwege eines Zweiröhrenverbandes, anstatt wie in Abb. r nebeneinanderzuliegen,
auch ganz oder zum Teil zusammenfallen. Dieser Fall tritt dann ein, wenn etwa bloß
der Gegentaktschaltweg 1-c-2 und der Gleichtaktschaltweg c-b-a übrigbleiben. Wird
dann in einem oder auch in beiden Schaltwegen eine Reflexschaltung eingebaut, so
erhält man einen Zweiröhrenverband, der im Minimum insgesamt drei physikalisch verschiedene
Röhrengruppen enthält, die durch das gleiche Röhrenpaar, d. h. durch, dieselben
körperlichen Elemente, dargestellt werden; der hinsichtlich Röhrenausnutzung am
bescheidensten arbeitende Zweiröhrenverband besteht demnach aus einem Röhrenpaar,
das dreimal als solches ausgenutzt wird, also drei physikalisch verschiedenen Röhrengruppen,
wobei jede Gruppe die im Sinne des Röhrenverbandes geforderte Minimalzahl von zwei
Röhren enthält. Von den bisher bekannten Schaltungen zweier Röhren im Gleich- und
Gegentakt unterscheidet sich daher der beschriebene Zweiröhrenverband mit ganz oder
zum Teil zusammenfallenden gleichartigen Schaltwegen dadurch, daß mindestens in
einem der verschiedenartigen Schaltwege eine Reflexschaltung vorgesehen ist.
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Abb. 2 zeigt eine schalttechnische Ausführungsform des früher für
den Verstärkerteil eines Transponierungsempfängers angegebenen Zweiröhrenverbandbeispieles.
Die Wechselspannung der Fernwelle wird bei dieser Schaltungsanordnung vermittels
einer aperiodischen Antenne R und eines induktiv mit ihr gekoppelten, auf die Fernwelle
abgestimmten Kreises M über den elektrischen Mittelpunkt c eines Kreises N und über
die Übertragungskondensatoren K, K den Gittern G1 und G2 der Röhren in Gleichtaktschaltung
zugeführt. Im Anodenkreis der beiden Röhren findet sich die verstärkte Fernwelle
nunmehr in der Spule S1 wieder, zu der sie von den Anoden A1 und A2 über die Übertragungskondensatoren
K", K" und über den elektrischen Mittelpunkt c' der Spule S2 gelangt und schließlich
über den Übertragungskondensator K ihren Weg nach +A, also dem positiven Pol der
Anodenbatterie, findet. Die Spule S1 dient dazu, die nunmehr einmal im Gleichtakt
verstärkte Fernwelle induktiv mit dem auf sie abgestimmten Gegentaktgitterkreis
N zu koppeln und sie so neuerdings, nunmehr aber im Gegentakt über die übertragungskondensatoren
K', K' den beiden Gittern zuzuführen. Die im Gegentakt verstärkte Fernwelle arbeitet
nunmehr auf die Anodenspule S2, in die sie über die Übertragungskondensatoren K",
K" gelangt. Die Schwingung wirkt nun induktiv auf den auf die Fernwelle abgestimmten
Gitterkreis 0 eines angedeuteten Transponierungseinganges T, in dessen Anodenkreis
in bekannter Weise ein auf die durch den Transponierungseingang gewonnene Zwischenfrequenz
abgestimmter Filter F mit seiner Primären PP eingeschaltet ist. Für die Zwischenfrequenz
wiederholt sich nun das gleiche Spiel wie früher für die Fernwelle. Die Filtersekundäre
SF arbeitet über den elektrischen Mittelpunkt d des Kreisen H und über die Fernwellendrosseln
D', D' auf die beiden Gitter der Röhren
zunächst im Gleichtakt.
Der Verzweigungspunkt b gestattet der Zwischenfrequenz über den Kondensator K, und
über die Gittervorspannbatterie B' an - B, also an den negativen Pol der Heizbatterie,
zu gelangen. Der andere Weg über den Kreis IVl und N ist durch die Kondensatoren
K', K' für sie gesperrt. Im Anodengleichtaktschaltweg beider Röhren erscheint die
verstärkte Zwischenfrequenz nun in der Spule S3, in die sie über die Hochfrequenzdrosseln
D", D" und über den elektrischen Mittelpunkt d' der Spule S4 gelangt. Spule S3 koppelt
nunmehr die Zwischenfrequenz auf einen abgestimmten Zwischenfrequenzgegentaktkreis
H, der neuerdings, nunmehr aber im Gegentakt die Zwischenfrequenzspannungen über
die Hochfrequenzdrosseln D', D' den beiden Gittern zuführt. Die nunmehr im Gegentakt
verstärkte Zwischenfrequenz wird mit Hilfe der Gegentaktspule S4 auf einen auf die
Zwischenfrequenz abgestimmten Gitterkreis U eines angedeuteten Audions V übertragen,
dessen Anodenkreis die Primäre Pw eines Niederfrequenztransformators W eingeschaltet
hat. Seine Sekundäre Sw führt schließlich die im Audion erhaltene Niederfrequenz
über den Punkt b, die Spule des Filtersekundärkreises SF, den Punkt d und über die
Hochfrequenzdrosseln D', D' den beiden Gittern zur Verstärkung im Gleichtakt
zu. Die verstärkte Niederfrequenz arbeitet auf die Primäre Pz eines Ausgangstransformators
Z, an dessen Sekundäre SZ ein Lautsprecher L angeschlossen ist. In dieser Schaltung
entspricht der Punkt -f- A dem in der schematischen Abb. i angeführten Punkt a.
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Ein weiteres zurErläuterung derErfindung dienendes Beispiel ist der
in Abb. 3 dargestellte Dreiröhrenverband. Dieser enthält drei Gegentaktschaltwege,
nämlich den Schaltweg i-c-2 zwischen den Röhren i und 2, den Schaltweg i-d-3 zwischen
den Röhren i und 3 und den Schaltweg 2-e-3 zwischen den Röhren :2 und 3. Es sind
ferner noch vier Gleichtaktschaltwege verfügbar, nämlich die drei Wege b-c, b-d
und b-e und der vier lte Gleichtaktschaltiveg über b-a, welcher mit allen Röhren
gleichzeitig arbeitet. Der einfachste Dreiröhrenverband ergibt demnach sieben verfügbare
Schaltwege.
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Die technische Auswertung dieser Schaltungsanordnung eines Dreiröhrenverbandes
für Empfangsapparate kann beispielsweise in Form einer reinen Gegentaktverstärkung
erfolgen, indem man zunächst die Gleichtaktschaltwege unbenutzt läßt. Auf einem
der drei Gegentaktschaltwege wird dann etwa die modulierte Fernwelle, auf einem
zweiten die Zwischenfrequenz eines Transponierungsempfängers und auf dem dritten
die Niederfrequenz den Röhrengruppen zugeführt, welche -drei Frequenzen sämtlich
im Gegentakt verstärkt werden. Jede der drei Röhren wird in diesem Fall von zwei
verschiedenen Frequenzen durchlaufen. Die mehrfache Ausnutzung der Röhren wird
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doch zum Unterschied von den gewöhnlichen Reflexschaltungen, die bisher
auch keine Gegentaktverstärkung aufwiesen, in der Weise erzielt, daß jede Röhre
einer Zweiergruppe gleichzeitig auch einer zweiten Zweiergruppe angehört.
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Werden als weiteres Beispiel auch die drei für die Zweiergruppen vorhandenen
Gleichtaktschaltwege etwa noch zu einer Gleichtaktverstärkung der früher im Gegentakt
verstärkten drei Frequenzen herangezogen, so ist leicht ersichtlich, daß nunmehr
jede Röhre von zwei unter sich verschiedenen Frequenzen und außerdem zweimal von
jeder dieser Frequenzen ausgenutzt wird.. Dies liefert eine vierfache Röhrenausnutzung,
die hinsichtlich des kombinierten Gleich- und Gegentaktes mit den bisherigen Mitteln
überhaupt undurchführbar wäre. Zur Erzielung der gleichen Schaltung ohne mehrfache
Röhrenausnutzung wären zwölf Röhren erforderlich.
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Als weiteres Beispiel für einen Dreiröhrenverband, bei welchem auch
die Nutzbarmachung des vierten Gleichtaktschaltweges erfolgt, soll die Verwendung
des Dreiröhrenverban.des zur Verstärkung der Frequenzen eines Zweifachtransponierungsempfängers
herangezogen werden. In diesem Beispiel wird außer den drei bereits ausgenutzten
Gruppen noch idie vierte, aus allen,drei Röhren z, 2, 3 bestehende Gruppe verwertet.
Während die Zweiröhrengruppe mit der Fernwelle und,den beiden Zwischenfrequenzen
beschickt werden können, wird in diesem Fall zweckmäßig die Niederfrequenz in den
Gleichtaktschaltweg für alle drei Röhren verlegt. Ein solcher Verstärker würde ohne
mehrfache Röhrenausnutzung nicht weniger als 1s Röhren benötigen.
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In diesem Schaltbeispiel gehört jede Röhre drei verschiedenen Gruppen
an, wobei sie fünfmal ausgenutzt wird: nämlich durch drei verschiedene Frequenzen
und von je zweien dieser Frequenzen doppelt.
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Die Ausmutzbarkeit dieses einfachsten Dreiröhrenverbandes ist damit
aber noch nicht erschöpft; denn eine Erhöhung der physikalischen Gruppenanzahl durch
Hinzufügen weiterer Gegentaktschaltwege in einer Zweiergruppe nach dem Musterdes
in Abb. i dargestellten Zweiröhrenverbandes ist ohne weiteres möglich. Schließlich
kann. man noch in allen Schaltwegen Reflexschaltungen anwenden, was bei den bisherigen
Beispielen unterlassen worden ist.
Aus den bisher .erwähnten Beispielen
ergibt sich, daß sowohl der Zwei als auch der Dreiröhrenverbandschon in seiner einfachsten
Form imstande ist, sowohl reine Gegentaktrefiexschaltungen zu verwirklichen als
auch bei Benutzung mehrerer Frequenzen einige. oder auch alle in j eder Röhre mindestens
zweimal zu verstärken. Aus: dem in Abb. 4 dargestellten Beispiel soll nunmehr hervorgehen,
daß es auch möglich ist, ein und dieselbe Frequenz .durch eine Röhre mehr als zweimal
zu verstärken. Als Beispiel für diesen Fall wird ein einfacher Vierröhrenverband
gewählt, bei dem bloß so viele Röhrengruppen gebildet und so viele Schaltwege herangezogen
werden, als zum Nachweis eines dreimaligen Durchganges ,durch eine Röhre mit ein
und derselben Frequenz erforderlich sind. Die übrigen Kombinationen, die bei einem
Vierröhrenverband bereits außerordentlich zahlreich sind, werden weggelassen.
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Aus dein Vierröhrenverband werden zu dem angegebenen Zweckdrei Röhrengruppen
herausgegriffen, und zwar die Gruppe der Röhren i und 3, die Gruppe, der
Röhren 2 und 4 und die aus sämtlichen Röhren bestehende Gruppe i, 2, 3, 4. Hierbei
sind lauter .Gruppen verwendet, die aus einer geraden Anzahl von Röhren bestehen,
so daß alle drei Gruppen in Gruppenhälften geteilt werden können, die durch Gegentaktschaltwege
miteinander verbindbar sind.
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Wie aus Abb. 4 ersichtlich, ist die Röhre i durch einen Gegentaktschaltweg
1-c-3 mit der Röhre 3 und die Röhre :2 .durch einen ebensolchen Weg 2-d-4 mit der
Röhre 4 verbunden. Die beiden elektrischen Mittelpunkte c und d dieser beiden Gegentaktschaltwege
ergeben verbunden einen dritten Gegentaktschaltweg c-b-d, der die halbe Röhrengruppe
der Vierröhrengruppe, nämlich die Röhren i und 3, mit der anderen Hälfte, nämlich
mit den Röhren 2 und 4, verbindet. An den elektrischen Mittelpunkt b dieses dritten
Gegentaktschaltweges schließt sich noch ein Gleichtaktschaltweg b-a an, der neuerdings
auf alle vier Röhren wirkt. Wird nun .der Erfindung gemäß unter Benutzung dieser
vier Schaltwege der Reihe nach mit ein und .derselben Frequenz durch die drei Röhrengruppen
hindurchgegangen, was wegen der vorliegenden Brückenschaltung störungsfrei möglich
ist, so wird jede Röhre, beispielsweise etwa die Röhre i, in der Röhrengruppe i,
3; einmal im Gegentakt und in der Gruppe i, 2, 3, 4 einmal im Gegentakt und einmal
im Gleichtakt, im ganzen also dreimal, von ein und derselben Frequenz ,durchlaufen,
was .an diesem Beispiel gezeigt werden sollte.
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Die Erfindung ist besonders geeignet zur Verwirklichung mehrstufiger
Gegentaktschaltungen, wie schon eingangs bemerkt. Die technische Durchführung dieses
Gedankens erfolgt hier stets in der Weise, daß man von einem Röhrenverband lediglich
diejenigen physikalischen Röhrengruppen schalttechnisch verwendet,,die aus einer
geraden Anzahl von Röhren bestehen. Dann kann man jede dieser Gruppen in zwei oder
mehrere Untergruppen gleicher Röhrenanzahl zerlegen und sie durch reine Gegentaktschaltwege
verbinden. Ein Ausführungsbeispiel reiner mehrstufiger Gegentaktschaltungen, und
zwar in Form einer ausgeführten Schaltung für den Vierröhrenverband, ist in Abb.
5 dargestellt, bei welchem Beispiel zwei verschiedene Frequenzen, etwa ,die Zwischenfrequenz
und die Niederfrequenz eines Transponierungsempfängers, jede dreistufig, in reinem
Gegentakt verstärkt werden soll. Eine solche Schaltung würde, da zwei von den Gegentakten
je vier Röhren besitzen, ohne mehrfache Ausnutzung 16 Röhren erfordern. Das in Abb.
5 dargestellte Schaltungsschema stellt einen Teil eines solchen Transponierungsempfängers
dar, bei dem, wie bekannt, die Fernwelle auf eine lokal erzeugte Welle überlagert
wird, so daß eine Differenzwelle entsteht, die dann der Verstärkung und der Demodulation
unterzogen wird. Die vom nicht dargestellten Transponierungseingang T kommende Differenzwelle
wird über den Filter I geleitet, der aus den abgestimmten Kreisen P, und S, besteht
und dessen Sekundärkreis S, in Gegentaktschaltung liegt. Die Differenzwelle wird
über die beiden Übertragungskondensatoren K' an @die Gitter der Röhren i und 3 gebracht.
Mittels der Drosselspulen D' wird der Weg zu den Gittern der beiden anderen Röhren
2 und 4 gesperrt. Im Anodenkreis der Röhren i und 3 wird die Zwischenfrequenz verstärkt
und hierauf über die Übertragungskondensatoren K" der Primärspule "eines Gegentaktzwischenfrequenztransformators
II zugeführt. Von dem abgestimmten Sekundärkreis S" dieses Transformators gelangt
die Zwischenfrequenz zu den Gittern der Röhren 2 und 4 über die Übertragungskondensatoren
K" und K"'. Im Anodenkreis des Röhrenpaares 2, 4 liegt in Gegentaktschaltung' der
Zwischenfrequenztransformator III, dessen abgestimmte Sekundärspule Slll die Zwischenfrequenz
einerseits über den elektrischen Mittelpunkt der Filtersekundärspule S, den Gittern
des Röhrenpaares i, 3 und anderseits über den elektrischen Mittelpunkt der Sekundärspule
S" des Zwischenfrequenztransformators II den Gittern des Röhrenpaares 2, 4 im Gegentakt
zuführt. Die Anodenkreise dieser beiden Röhrenpaare arbeiten ebenfalls im Gegentakt
auf den letzten Zwischenfrequenztransformator IV, dessen abgestimmte Sekundärwick-
Jung
SiV `den Gitterkreis G des Gleichrichters bildet. Die im Anodenkreis G' des Gleichrichters
erhaltene Niederfrequenz wird nun mit Hilfe sdes NiederfrequenztransformatorsX dem
Röhrenpaar i, 2 zur Verstärkung im Gegentakt zugeführt. Die Übertragun.gskondens.atoren
K' bzw. K"' verhindern hierbei die Verschleppung .der Niederfrequenz zu den Gittern
des Röhrenpaares 3, 4. Die im Röhrenpaar i, 2 verstärkte Niederfrequenz wird nun
mittels eines Niederfrequenztransformators Y dem Gitterkreis des Röhrenpaares 3,
4 zur weiteren Verstärkung im Gegentakt zugeführt und nach erfolgter Verstärkung
zum Niederfrequenztransforinator C geleitet. Die Sekundäre S, dieses Transformators
wirkt nun einerseits auf das Röhrenpaar i, 2 und anderseits auf das Röhrenpaar 3,
4 bezüglich ihrer Gitterkreise im Gegentakt. Die so erzielte verstärkte Niederfrequenz
gelangt in den. Gegentaktnederfrequenztransformator E, dessen Sekundäre SE an einen
Indikator-I, etwa an ein Telephon, angeschlossen ist.
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Es erfolgt demnach zunächst eine Verstärkung der Zwischenfrequenz
in der Röhrengruppe i, 3, :danach eine weitere Verstärkung in der Röhrengruppe 2,
4 und eine dritte Verstärkung in der Röhrengruppe i, 2, 3, 4, wobei .diese mehrstufige
Verstärkung der Zwischenfrequenz durchweg im Gegentakt durchgeführt wird. Das gleiche
gilt für die Niederfrequenz, mit dem einzigen Unterschied, daß die Verstärkung in
anderen Röhrengruppen erfolgt. Die erste Gruppe für die Nie-derfrequenzverstärkung
ist die aus -den Röhren i, 2 gebildete Gruppe, die zweite, die aus den Röhren 3,
4 gebildete Gruppe, während. die dritte Gruppe aus allen Röhren i, 2, 3, 4 gebildet
wird. Dabei wird die letztere Gruppe in solcher Weise verwendet, @daß die Röhrenpaare
i, 2 und 3, 4 parallel geschaltet sind. Diese Gruppe weicht daher physikalisch von
der entsprechenden Gruppe i, 2, 3, 4 für die Zwischenfrequenz ab, bei ,der das Röhrenpaar
i, 3 und das Röhrenpaar 2, 4 parallel geschaltet waren. Jede einzelne der vier Röhren
wird demnach viermal ausgenutzt; und zwar von zwei Frequenzen je zweimal.
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Wie aus dem Vorsteheriden ersichtlich, gestattet daher die vorliegende
Erfindung, die bisher bestandenen Beschränkungen in der Ausnutzung der Röhren, insbesondere
in der Ausnutzung von Gegentaktschaltungen, weitgehend. zu beseitigen, und ergibt
außerdem die Möglichkeit einer die Zahl der verfügbaren Frequenzen übersteigende
Mehrfachausnutzung einer Röhre.