DE588069C - Verfahren und Einrichtung zur elektrischen Fernzwangsteuerung - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur elektrischen FernzwangsteuerungInfo
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- G08C—TRANSMISSION SYSTEMS FOR MEASURED VALUES, CONTROL OR SIMILAR SIGNALS
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- G08C19/38—Electric signal transmission systems using dynamo-electric devices
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
zur Erzielung gleicher oder verhältnisgleicher Winkelgeschwindigkeiten an voneinander
entfernten Orten mit Hilfe eines als Sender dienenden Einankerumformers, dessen
Läuferwjcklung an äquidistanten Punkten mit äquidistanten Punkten der Läuferwicklung
synchroner Empfängermotoren verbunden und an einen umlaufenden oder ruhenden
Kollektor angeschlossen ist, auf dem ein verstellbarer Bürstensatz schleift. Die Erfindung
kennzeichnet sich im wesentlichen dadurch, daß die Winkelgeschwindigkeit des Senderläufers und der Empfängerläufer zwisehen
Null und einem Höchstwert durch Verstellung des Bürstensatzes gemeinsam geregelt
wird. Der wesentliche Vorteil dieser Art der Regelung besteht darin, daß die bei
den bekannten Einrichtungen der erwähnten Art erforderlichen Hilfsorgane zwischen dem
Sender und den Empfängern in Fortfall kommen können. Diese Hilfsorgane werden durch
die Wirkung der Drehung des Bürstensatzes auf die Beschleunigung- der Drehfelder ersetzt,
die das gleichzeitige Anlassen und die synchrone Regelung der Geschwindigkeiten sichert.
Bei Verwendung eines Repulsionsmotors
' als Sender werden zur Regelung der Drehgeschwindigkeiten die Ständer der Empfängermotoren
zweckmäßig durch Wechselströme gespeist, die ein Drehfeld von derselben Geschwindigkeit
wie das im Sender wirksame erzeugen. Dies Drehfeld wird vorzugsweise durch Überlagerung zweier nach Richtung
und Phase in Quadratur zueinander stehender Felder im Ständer der Empfängermotoren
oder durch deren Speisung mittels eines Mehrphasenstromes erzielt, dessen eine Phase
den.Sender speist.
Im nachstehenden sind verschiedene Ausführungsformen der neuen Einrichtung beispielsweise
beschrieben. Ferner wird ein Anwendungsbeispiel für die Fernsteuerung
einer Reihe von Maschinen, die eine hohe Gesamtleistung voraussetzen, gegeben.
Abb. ι veranschaulicht eine Fernsteuerung
mit Gleichstrom, bei der der Sendermotor als Nebenschlußmotor arbeitet.
Abb. 2 zeigt dieselbe Einrichtung mit einem Reihenschlußmotor.
Die Abb. 3 und 4 stellen ähnliche Einrichtungen zur Speisung mit Einphasenwechselstrom
dar. Der als Sender benutzte Motor ist ein Nebenschlußmotor in Abb. 3, ein Reihenschlußmotor in Abb. 4.
Die Abb. 5 und 6 zeigen zwei Vorrichtungen,
bei welchen die Speisung des Senders und des Empfängers ebenfalls durch Einphasenwechselstrom
erfolgt und der Sender . als Repulsionsmotor oder als kompensierter Repulsionsmotor ausgeführt ist, wobei der
Empfänger in beiden Fällen eine besondere Wicklung erhält.
Abb. 7 zeigt eine Einrichtung, bei welcher derselbe Sender wie in Abb. 5 verwendet
wird, bei welcher aber das Drehfeld des Empfängers durch einen Dreiphasenstrom
hervorgebracht wird, welcher dieselbe Frequenz besitzt wie der Einphasenstrom, welcher
den Sender speist.
Abb. 8 betrifft eine Ausführungsform des Senders der Abb. 2 mit zwei Kollektoren. Die Drehbürsten gehören zum Ständer, die Kollektorbürsten des Läufers sind stillstehend.
Abb. 8 betrifft eine Ausführungsform des Senders der Abb. 2 mit zwei Kollektoren. Die Drehbürsten gehören zum Ständer, die Kollektorbürsten des Läufers sind stillstehend.
Abb. 9 ist eine Ausführungsform, bei welcher die Verschiebung des Senderfeldes elektrisch
aus der Ferne veranlaßt wird, mittels einer, der Zwangsübertragungen, die in älteren
Vorschlägen beschrieben sind. 2rf Abb. 10 ist ein mit Dreiphasenstrom gespeister
Sender riebst dem zugehörigen Empfänger.
Abb. 11 zeigt eine Anwendung des Reihenschluß-
oder Nebenschlußsenders für eine Zwangssteuerung mehrerer Maschinen, die eine große Kraftleistung voraussetzt, wobei
der Sender von der Senderstation aus mit Hilfe einer Zwangsübertragung geringer Leistung oder einer beliebigen anderen Fernsteuerung
betrieben wird.
Abb. ι zeigt eine Anlage mit Sender und Empfänger. Der Sender M besteht aus einem
Ständer mit ausgeprägten Polen 1 und 2 oder einer gleichförmig verteilten Wicklung,
welche durch die Gleichstromleitung L. gespeist wird-, und aus einem mit Wicklung versehenen
Läufer 3. Der Läufer 3 besitzt einen Kollektor 4, auf welchem zwei Drehbürsten S
und 6 schleifen. Diese sind an die Leitung L angeschlossen. Der Läufer trägt außerdem
drei Ringe 7, 8, 9, welche mit der Leitung L1 durch drei Bürsten 10, n, 12 verbunden sind.
Der vom Sender M gesteuerte Empfänger R besteht aus dem Ständer mit ausgeprägten
Polen 13, 14 oder mit gleichmäßig verteilter Wicklung, der durch dieselbe Gleichstromleitung
L gespeist wird, und aus einem mit Wicklung versehenen Läufer 15, dessen drei
Ringe 16, 17, 18 an drei feststehenden Punkten
der Wicklung angeschlossen sind. Der Strom der Leitung L1 wird den Ringen durch
die Bürsten 19, 20, 21 zugeführt.
Die Arbeitsweise der Anlage ist folgende: Wenn die beweglichen Speisebürsten 5, 6
in die Ebene senkrecht zur Neutralen eingestellt sind, entsteht durch den Strom des
Ankers, der auf einen bestimmten Wert beschränkt werden muß, mit Hilfe eines Wider-■
Standes r, der· mit der Verstellung der Bürsten. veränderlich ist, im Läufer ein Feld,
welches mit dem des Ständers nach Richtung übereinstimmt. Es entsteht infolgedessen
kein Drehmoment, und der Läufer bleibt in Ruhe.
Verstellt man die Bürsten, so nimmt der Winkel zwischen dem Ständerfeld und dem
Läuferfeld zu, und es entsteht ein Drehmoment. Bei einem bestimmten Werte dieses
Winkels läuft der Läufer an und dreht sich, wie ein Nebenschlußmotor, mit einer dem Winkel
der Felder entsprechenden Geschwindigkeit. Verstellt man die Bürsten um 90 ° bis zur
neutralen Linie, so steigt die Geschwindigkeit und erreicht ihr Maximum. Wenn man die
Bürsten statt in der betrachteten Richtung zu verstellen, sie in entgegengesetztem Sinne
verstellt, so wiederholen sich dieselben Erscheinungen, nur daß das Läuferfeld seine
Richtung ändert uiid das Kräftefeld sowie die Geschwindigkeit umkehren.
Die Richtung des entstehenden Feldes bleibt wesentlich dieselbe wie das Feld der
Erregerspulen; jedenfalls kann es beiderseitig nicht um mehr als 90° abweichen. Infolgedessen
kann man den in Drehung befindliehen Läufer als in einem Feld laufend betrachten,
welches wesentlich im Räume feststeht. Der an den drei Ringen 7, 8, 9 abgenommene
Strom ist ein Dreiphasenstrom, dessen veränderliche Frequenz gleich der der Drehung des Läufers ist. Dieser Sender verhält
sich im Grunde wie ein umgekehrter Umformer veränderlicher Frequenz, die von der
Bürstenverstellung abhängt.
Sobald der Motor M in Bewegung gesetzt ist, fließt durch den Läufer des Empfängers
ein Dreiphasenstrom, dessen Frequenz durch die Geschwindigkeit des Läufers des Senders
bestimmt wird. Ein Drehfeld gleicher Frequenz passiert den Läufer des Empfängers.
Da der Läufer mit einer Geschwindigkeit beginnt, die gleich Null ist, ebenso wie dies
für das Drehfeld der Fall ist, so erfolgt das gegenseitige Anhängen. Wenn das Widerstandsmoment
einen bestimmten Wert nicht überschreitet, so arbeitet der Empfänger R wie ein selbstanlaufender Synchronmotor und
bleibt in Tritt. Der Sendermotor, dessen Geschwindigkeit von der Verstellung der
Bürsten abhängt, kann somit ein bestimmtes Drehmoment liefern und einen oder mehrere
Empfängermotoren treiben.
Wenn der Sender zeitweise keinen Empfänger speist oder lediglich einzelne Empfänger,
so wird sich für ein und dieselbe Geschwindigkeit eine verschiedene Stellung der
Bürsten je nach der Belastung ergeben; aber bei einer bestimmten Belastung wird sich die
Geschwindigkeit nichtsdestoweniger kontinuierlich entsprechend der Verstellung der Bürsten
ändern.
Abb. 2 zeigt einen Servomotor desselben
Abb. 2 zeigt einen Servomotor desselben
Typs, der: aber als Reihenschlußmotor arbeitet. Der Empfärigermotor entspricht dem der
Abb. i. ■
Wie in der Abb. r ist das resultierende Feld ein im Raum feststehendes Feld, und
die Arbeitsweise ist dieselbe wie die oben beschriebene.
Abb. 3 zeigt einen gleichen Sender wie
■ ■ Abb. i, der jedoch mit Einphasenstrom gespeist
wird. Der "Empfänger ist ebenfalls gleich dem der Abb. i, jedoch erhält sein
Ständer Einphasenwechselstrom. Die Arbeitsweise ist ähnlich der oben beschriebenen.
• Wenn die Speisebürsten 5 und 6 in einer
Ebene festgelegt sind, welche senkrecht zur Neutralen steht, so bildet der Ankerstrom,
welcher durch die Reaktanz des Ankers auf einen bestimmten Wert herabgesetzt ist, ein
■ - im- Räume feststehendes Wechselstromfeld in
Richtung "des feststehenden Wechselstromfeldes des Ständers. Es bildet sich infolgedessen
kein Drehmoment, und der Läufer bleibt unbeweglich. ' Die Verstellung der
Bürsten in dem einen oder anderen Sinne verändert die Richtung der beiden Felder,
und es entsteht ein Drehmoment, welches den Läufer in Umdrehung versetzt. Der Drehsinn
wird bestimmt durch die -Stellungsänderung' der Bürsten. Die Geschwindigkeit hängt ab von dem Winkel der Verstellung bei
einer gegebenen Belastung. Der Verstellungswinkel der Bürsten beträgt höchstens 900 in
beiden Richtungen.
Andererseits bilden die beiden gleichphasigen Wechselstromfelder des Ständers und des
Läufers im Sender ebenfalls ein Wechselstromfeld gleicher Frequenz und Phase. Dieses
resultierende Feld bleibt wesentlich im ■ Räume feststehend. Jedenfalls ist sein größter
Abweichungswinkel in bezug auf das Erregerfeld stets kleiner als der entsprechende
Verstellungswinkel der Bürsten. Man kann somit den Läufer 'des Senders als einen Anker
·■ auffassen, der sich in einem im Räume feststehenden
Wechselstromfeld dreht.
Der Empfänger R, dessen Ständer von derselben Einphasenwechselstromquelle versorgt
wird, besitzt somit ebenfalls ein im Räume feststehendes Induktionswechselfeld.
Wenn der Motor infolge der Verstellung der Bürsten sich dreht, so dreht sich das
Wechselstromfeld des Läufers 15 des Empfängers, welches durch die Zirkulationsströme erzeugt wird, mit derselben Geschwin-
digkeit wie der Läufer des Senders.
' Nach Maßgabe dieser Drehgeschwindigkeit
entsteht ein Drehmoment, welches das Bestreben hat, ständig das Drehfeld des Läufers
• des Empfängers in die Richtung des Ständerfeldes zurückzustellen. Wenn das Widerstandsmoment
eine bestimmte Grenze nicht übersteigt, so kommt bei genügend starkem
motorischen Moment und bei einer bestimmten Stellung der Bürsten eine Drehung des
Empfängers zustande mit einer Geschwindigkeit, die synchron mit der des Senders M ist,
da die Phasenänderung des durch die Bürsten gespeisten Läuferfeldes des Empfängers ständig
der Phasenveränderung des Läuferfeldes des Senders entspricht, die durch die Verstellung
der Bürsten bestimmt wird.
Abb. 4 zeigt einen Servomotor, welcher wie der der Abb. 3 durch Einphasenwechselstrom
gespeist. wird, der aber als Reihenschlußmotor arbeitet. Wie bei der voraufgehenden
Anordnung steht das resultierende Feld im Räume fest, so daß die Arbeitsweise
dieselbe ist -wie die soeben beschriebene.
Abb. 5 zeigt einen Sender, der als Repulsionsmotor arbeitet. Der Sender M besitzt
dieselben Teile wie die vorher beschriebenen Motoren. Der Ständer erhält Einphasenstrom,
die Bürsten 5 und 6 werden kurzgeschlossen und sind um den Kollektor 4 drehbar. Die bekannte Theorie der Repulsionsmotoren
zeigt, daß die Geschwindigkeit entsprechend der Verstellung der Bürsten wechselt,
und daß die Umkehr stattfindet, sobald die Bürsten die Pollinie passieren. Man weiß
andererseits, daß die Felder des Ständers und des Läufers in Quadratur in der Zeit und im
Räume und ungleichen Maximalwertes ein elliptisches Drehfeld erzeugen, dessen Pulsation
der des Stromnetzes entspricht. Damit die Fernsteuerung, wie voraufgehend, zustande
kommen kann, muß der Empfänger am Ständer gleichfalls ein Drehfeld gleicher Frequenz
aufweisen wie der Sender. Der Empfänger R' der Abb. 5 erfüllt diese Bedingung. Sein
Läufer entspricht dem der voraufbeschriebenen Empfänger, und sein Ständer besitzt
zwei Wicklungen 22, 23 in Quadratur in der Zeit und im Räume, wobei die Verstellung in
der Zeit durch eine Selbstinduktionsspule 24 erzielt wird. Jede der Wicklungen 22, 23 wird
im Nebenschluß durch die Einphasenleitung L gespeist. Man erhält auf diese Weise ein
Induktionsdrehfeld mit der Frequenz des Stromnetzes.
Dies führt wieder zur Einrichtung der n0
Abb. ι zurück, wenn man die Drehfelder der Ständer des Senders und des Empfängers als
stillstehend und beide Maschinen als mechanisch in entgegengesetzter Richtung mit derselben
Geschwindigkeit sich drehend denkt. Das resultierende Feld ist dann ein Wechselstromfeld
feststehender Richtung im Räume, auf welches die voraufgegangene Theorie anwendbar
ist.
Ein Unterschied besteht jedoch darin, daß bei einer gegebenen Geschwindigkeit der Gesamteinrichtung
das Drehmoment des Emp-
fängers, bei einer bestimmten Verstellung seines Läufers in bezug auf seine ursprüngliche
Lage, ein pulsatorisches ist infolge der elliptischen Kraft des resultierenden Senderfeldes.
Außerdem tritt am Empfänger kein Gangwechsel ein, wenn die Bürsten am Sender die
Pollinie überschreiten, denn das Drehfeld kehrt lediglich am Sender um. Man erhält
ίο den Gangwechsel dadurch, daß man beispielsweise die Drehrichtung des Drehfeldes des
Empfängers umkehrt. So kann beispielsweise der Empfänger mit einer zweiten Wicklung
25 versehen werden, welche der Wicklung 22 entspricht, die jedoch um i8o° dazu versetzt
ist. Eine der beiden Wicklungen 22, 25 wird d'ann je nach der Gangrichtung eingeschaltet.
Abb. 7 zeigt eine andere Ausführungsform des Drehfeldes des Empfängers Rf1 mittels
eines Ständers mit gleichmäßig verteilter Wicklung 26, welche mit Dreiphasenstrom
gespeist wird. In diesem Falle erfolgt die Speisung des Senders M mit Einphasenstrom
an zwei Leitungen einer Phase der Dreiphasenleitung des Empfängers /^1, damit die
Pulsationen der beiden Drehfelder gleich bleiben und Abhängigkeit zustande kommt.
Es sei bemerkt, daß der Gangwechsel hier durch die Umkehr zweier Phasen der Dreiphasenleitung
geschehen kann. Das Moment bleibt pulsatorisch, aus denselben Gründen
wie in dem voraufgegangenen Beispiel. Man kann auch entsprechend Abb. 6 einen Motor
M1 mit vier Bürsten, in Quadratur, in Betracht ziehen, wovon zwei in Reihe mit
dem Ständer geschaltet sind und die beiden anderen in Kurzschluß.
Wenn zur Speisung des Ganzen Einphasenstrom verwendet wird, entsteht ein kompensierter
Repulsionsmotor. Die drei Ringe 7, 8, 9 gestatten, die Empfänger R' (Abb. 5) und
Rf1 (Abb. 7) in Abhängigkeit zu bringen, da
das resultierende Feld dem des Repulsionsmotors entspricht, so daß die obigen Ausführungen
in bezug auf diesen Motor auch für den kompensierten Motor zutreffen.
Abb. 8 zeigt eine besondere Einrichtung für
Sendermotoren der obengenannten Art. Die Abbildung zeigt beispielsweise einen Reihenschlußsender.
Der Ständer mit gleichmäßig verteilter Wicklung 31 trägt einen Kollektor
34, auf welchem zwei Drehbürsten 37 und 38 schleifen. Der Läufer 30 besitzt ebenfalls
einen Kollektor 33, auf dem zwei feststehende Bürsten 35 und 36 schleifen. Die Ringe 39,
40, 41 sind an drei feststehende, in gleichem Abstand befindliche Punkte der Wicklung des
Läufers angeschlossen und dienen wie vorher zur Speisung der Fernsteuerung. Die Verschiebung der Felder des Ständers und
des Läufers erfolgt durch Verstellung der
Bürsten 37, 38 auf dem Kollektor 34. Die Regulierung der Geschwindigkeit und des
Gangwechsels erfolgen somit durch die Bürsten 37, 38, während die Bürsten 35, 36, die
in passender Weise festgekeilt sind, in Ruhe bleiben. Diese Einrichtung ist besonders von
- Bedeutung, wenn das die Ingangsetzung bewirkende Organ ein nur schwaches Kräftemoment
besitzt, denn da der Kollektor 34 feststeht, wird das Reibungsmoment der Bürsten sehr erheblich verringert.
Die Abb. 9 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, bei welcher das Feld des Ständers
3 elektrisch verstellt wird mit Hilfe eines statischen Senders der in früheren Vorschlägen
beschriebenen Art. Dieser Sender besteht beispielsweise aus einem Selbstumformer 42
mit Kollektor 43, auf dem zwei Bürsten 45 schleifen, die an die Einphasenstromquelle L
angeschlossen sind. Letztere speist gleichzeitig den Läufer 4 des Sendermotors. Die
drei feststehenden Punkte 47, 48, 49 der Wicklung 42 sind mit drei feststehenden
Punkten des Ständers 3 des Sendermotors verbunden. Die Drehung der Bürsten 45 bewirkt
die Phasenverschiebung in der Speiseleitung des Ständers 3 und damit die Ingangsetzung·
des Läufers 4 in derselben "Weise wie die mechanische Verstellung der Bürsten
in dem vorauf angeführten Beispiele.
Abb. 10 zeigt einen Sendermotor und einen
abhängigen Empfänger, die mit Mehrphasenstrom (in dem dargestellten Beispiel mit
Dreiphasenstrom) gespeist werden. Diese Einrichtung besteht:
a) aus dem SendermotorM' mit Ständer 1',
dessen Wicklung an drei Punkten durch die Leitung L gespeist wird, und aus einem Läufer
2' mit Kollektor 3', auf dem drei bewegliehe Bürsten 4', 5', 6' schleifen, die ebenfalls
an die LeitungL angeschlossen sind; die drei Ringe 7', 8', 9' sind ihrerseits ebenfalls
mit drei festen Punkten der Läuferwicklung verbunden,
b) aus einem Empfängermotor R mit Ständer 10' gleichmäßig verteilter Wicklung, der
an drei Punkten durch die Leitung L gespeist wird, und mit Läufer 11' mit drei Ringen 12',
13', 14', die durch die Leitung L1 der Fernsteuerung
gespeist werden.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Der Ständer und der Läufer des Senders,
welche beide mit Dreiphasenstrom der Leitung!, versorgt werden, erzeugen beide
ein Drehfeld. Die gegenseitige Verschiebung dieser beiden Drehfelder ist eine konstante
und wird bestimmt durch die Stellung der beweglichen .Bürsten4.', 5', 6', so daß der
Läufer des Senders mit bestimmter Geschwindigkeit umgetrieben wird. Verstellt man die
Bürsten auf dem Kollektor, so kann man
diese Geschwindigkeit von ihrem Höchstwerte auf Null herabsetzen. Wenn man die
Nullzone passiert, so wird die gegenseitige Stellung der Drehfelder des Ständers und
des Läufers verändert; das Drehmoment sowie die Drehbewegung wechseln die Richtung,
jedoch dreht sich der hierbei entstehende Strom stets in gleichem Sinne mit der
Pulsation des Netzes.
ίο Dieser Sendermotor verändert somit Geschwindigkeit
und Gang durch Verstellung • der Bürsten. Da das Feld des Senders ein Drehfeld ist und ebenso das Induktionsfeld
des Empfängers R ein solches gleicher Frequenz ist, so hat das induzierte Feld eine
konstante Phasenverschiebung in bezug auf das induzierende Feld, welche durch Verstellung
der Bürsten des Senders bestimmt wird, so daß der Empfänger mit derselben
Geschwindigkeit wie der Sender sich umdreht oder mit einer proportionalen Geschwindigkeit,
wenn er eine größere Anzahl Pole besitzt. Dieser Fall deckt sich mit dem der Abb. 1, wenn man annimmt, daß Sender
und Empfänger umgekehrt zum Drehfeld mitgenommen werden. Die betreffenden Felder
stehen dann still, und hieraus erklärt sich, daß der Empfänger R dann von der Bewegung
des Läufers des Senders M' abhängig wird.
Abb. 11 zeigt eine Anwendung des vorliegenden
Übertragungssystems auf die zwangsläufige gleichzeitige Steuerung einer bestimmten
Anzahl Maschinen sowie der Senderstation, wobei aber eine wesentliche Kraft Voraussetzung ist. M ist der Sendermotor
der Fernsteuerung der früher beschriebenen Art mit Gangwechsel; er kann an beliebiger
Stelle angebracht werden. Die Ringe B sind durch die' LeitungL1 mit den Empfängern
R1, R2, Ra verbunden, die die abhängigen
Maschinen T1, T2 sowie die Station TB
steuern. Die Speisung des Sendermotors und der Empfänger kann mit beliebigen Strömen,
wie oben ausgeführt wurde, erfolgen. Die Steuerung der Bürsten des Sendermotors M
geschieht von der Station T3 aus durch eine
Zwangsübertragung geringer Kraft. C ist der Sender, D der Empfänger dieser Zwangs-
5.0 übertragung, welcher mit den Bürsten 'des
Sendermotors gekuppelt ist, falls man die Bürsten verstellen will. Zur Zwangssteuerung
der Bürsten kann man eine der in den älteren Patenten beschriebenen Vorrichtungen
benutzen. Die Verstellung eines Organs geringer Kraft des Senders C gestattet somit
die gleichzeitige Zwangssteuerung der abhängigen Maschinen und die synchrone Mitnahme
des Empfängers der Senderstation.
Man kann selbstverständlich auch hier, statt die Bürsten zu verstellen, elektrisch die
Speisephase eines der Elemente des Sendermotors verschieben.
Claims (2)
1. Verfahren zur Erzielung gleicher oder verhältnisgleicher Winkelgeschwindigkeiten
an voneinander entfernten Orten mit Hilfe eines als Sender dienenden Einankerumformers,
dessen Läuferwicklung an äquidistanten Punkten mit äquidistanten Punkten der Läuferwicklung synchroner
Empfängermotoren verbunden und an einen umlaufenden oder ruhenden KoI-lektor
angeschlossen ist, auf dem ein verstellbarer Bürstensatz schleift, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelgeschwindigkeit
des Senderläufers und der Empfängerläufer zwischen Null und einem Höchstwert durch Verstellung des Bürstensatzes
gemeinsam geregelt wird.
2. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 unter Verwendung
eines Repulsionsmotor als Sender, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ermöglichung
der Regelung der Winkelgeschwindigkeiten durch Verschiebung der Kurzschlußbürsten des Senders die Ständer
der Empfängermotoren durch Wechselströme gespeist werden, die ein Drehfeld von derselben Geschwindigkeit wie das
im Sender wirksame Drehfeld erzeugen, welches insbesondere durch Überlagerung
zweier nach Richtung und Phase in Quadratur zueinander stehender Felder im Ständer der Empfängermotoren oder
durch deren Speisung mittels eines Mehrphasenstromes erzielbar ist, dessen eine Phase den Sender speist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR588069X | 1927-03-19 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE588069C true DE588069C (de) | 1933-11-15 |
Family
ID=8961821
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG71066D Expired DE588069C (de) | 1927-03-19 | 1927-08-21 | Verfahren und Einrichtung zur elektrischen Fernzwangsteuerung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE588069C (de) |
-
1927
- 1927-08-21 DE DEG71066D patent/DE588069C/de not_active Expired
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