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Gewindewalzmaschine Jede der bekannten Walzmaschinen mit quer zur
Walzrichtung ein- und feststellbarer Gegendruckbacke und hin und her gehender Wälzbacke
zum Anwalzen des Gewindes an Schraubenwerkstücke ist nur für Schrauben von sehr
geringen Durchmessergrenzen brauchbar. Ihr unveränderlicher Wälzbackenhub ist etwas
größer als die Walzstrecke für die größte Schraube der jeweiligen Schraubengruppe.
Erfahrungsgemäß muß zur Erzielung sauberer Gewinde der Schraubenbolzen je nach seiner
Gewindetiefe etwa dreibis viermal um seine Achse gewälzt werden. Wenn nun die Länge
der Wälzbacken nach diesem Gesichtspunkt bemessen ist und die stärksten Schraubenwerkstücke,
die mit der betreffenden Maschine herstellbar sind, sich bis zur völligen Gewindeherstellung
drei- bis viermal abwälzen, so erfahren dünnere Schraubenwerkstücke eine häufigere
Umwälzung, als zum völligen Auswalzen ihres Gewindes unbedingt erforderlich wäre;
denn infolge des unveränderlichen Hubes müssen die Backen für dünnere Schrauben
ebenso lang sein wie'diejenigen für die dicksten.
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Die Einstellung der Maschine auf den jeweiligen Schraubendurchmesser
erfolgt durch Querverstellung der Gegendruckbacke, indem je nach der Maschinengröße
vier bis sechs seitlich über den Backenhalter vorstehende Kopfschrauben einzeln
mit dem Schraubenschlüssel verstellt werden.
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Außerdem ist die Gegendruckbacke noch der Höhe nach, ebenfalls mittels
Kopfschrauben einzustellen, damit die Walzriefen der Gegendruckbacke in genaue Übereinstimmung
mit denjenigen der der Höhe nach nicht verstellbaren Wälzbacke kommen.' Die unentbehrliche
genaue Einstellung der Gegendruckbacke der Quere und der Höhe nach ist eine langwierige
Arbeit, welche nur von sehr erfahrenen Arbeitern mit feinem Einstellgefühl richtig,
d. h. so ausführbar ist, daß nicht nur der Backenabstand, sondern auch die Parallelität
der arbeitenden Backenstirnflächen und deren gegenseitige Höhenlage stimmt. Schraubenfabriken,
welche gewalzte Schrauben von sehr verschiedenen Durchmessern zu liefern haben,
müssen sich wegen der engen Durchmessergrenze, für welche eine Maschine nur vorgesehen
ist, eine ganze Reihe von Schraubenwalzmaschinen halten. Diese Anschaffungskosten
machen sich nur bezahlt, wenn außerordentlich hohe Stückzahlen von Schrauben einer
bestimmten Größe in Betracht kommen.
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Auf diesen Maschinen lassen sich mit Gewinn nur Werkstücke bearbeiten,
welche nach einmaligem Durchlaufen durch die Backen fertig sind. Für Werkstücke,
deren Gewinde oder Fassonrotationskörper mehrmals bei stufenweise enger eingestellten
Backen durchlaufen müssen, kommt die häufige Backennachstellung 'zu teuer, wenn
diese auch nur nach jedesmaligem Durchlaufen der ganzen Werkstückreihe erfolgen
muß. Mindestens läßt sich die Nachstellung nur während entsprechend langer Betriebsunterbrechung
durchführen.
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Die Erfindung bezweckt nun, eine Walzmaschine mit quer zur Walzrichtung
ein- und
feststellbarer Gegendruckbacke und hin und her gehender
Wälzbacke so auszubilden, daß bei Einsetzung von Gewindewälzbacken das Schraubengewinde
an Schraubenwerkstücke von allen verlangten Durchmessern in einem einzigen Wälzhube
angewalzt werden kann und das einmalige Einstellen der Gegendruckbacke auf den jeweiligen
@Bolzendurchmesser und außerdem die Einstellung des jeweiligen günstigsten Wälzhubes
auch jedem ungeübtem Arbeiter in kürzester Zeit ermöglicht wird. Die Maschine soll
auch dazu brauchbar sein, die Gegendruckbacke für Werkstücke, welche mehrmals durchlaufen
müssen, ohne Betriebsunterbrechung auf die jeweilige Verdünnungsstufe und die Wälzbacke
auf die beste Hublänge einzustellen. Es sollen also z. B. stärkere Gewindeschneidbohrer
oder bei Einsetzung entsprechend anders profilierter Backen Fassonrotationskörper,
z. B. Kugeln, ohne zeitweise Betriebseinstellung in der jeweils erforderlichen Anzahl
von Stufen gewalzt werden können. Schließlich ist die Maschine zum stufenweisen
Einwalzen von Gewinderiefen und -rippen in ungehärtete Wälzbacken mit ebenen Druckflächen
bestimmt, wozu die Einstellung auf den Backenabstand und den Wälzhub auch bei laufender
Maschine und nur die einmalige Einstellung auf den Anfangspunkt des Wälzhubes bei
stehender Maschine auszuführen ist.
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Zur Erzielung einer solchen Universal-Backenwalzinaschine sind die
folgenden Ne_ uerungen vorgesehen: i. Die Gegendruckbackeneinstellung erfolgt wie
bei der bekannten Einstellung einer kurzen Gewindewalzrolle von einem Handrade mit
gegenüber einer Festmarke sich mitdrehendem Skalenring aus. Wie die Radialvefstellung
von Gewindeschneidbacken oder Gewinderollbacken oder von uinlaufenden Gewinderollen
wird die Verstellung der Gegendruckbacke durch ins Langsame übersetzenden Zahnräderantrieb
bewirkt. Während die genannten Gewindeherstellungswerkzeuge jedoch nur an je einer
Flachspindel sitzen, von denen jede für sich mittels Drehens einer Mutter und Schneckengetriebantriebs
einer jeden einzelnen dieser Muttern verschoben wird, sitzt die Gegendruckwälzbacke
hier mittels eines Querschlittens und dreier in diesem undrehbarer Muttern an ebenso
vielen unverschieblichen Flachspindeln, die von dem einzigen Handrade und einer
von diesem anzudrehenden Stirnräderübersetzung ins Langsame gleichmäßig links- bzw.
rechtsherum gedreht werden. Der Sitz des die Gegendruckbacke tragenden, breiten
Schlittens auf mehreren, z. B. auf drei Spindeln und deren gemeinsamer Antrieb von
dem einzigen Handrade aus ist zur Vermeidung des Eckens der Gegendruckbacke unter
ihrer großen, an ihrem einen Ende plötzlich einsetzenden Druckbeanspruchung bei
Ermöglichung des Verstellens der Backe während des Betriebes außerordentlich vorteilhaft.
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2. Der Hub des die Wälzbacke haltenden Längsschlittens ist während
des Betriebs von einem zweiten Handrädchen aus verstellbar. Eine Hubverstellvorrichtung
für gegenläufige Wälzbacken ist bekannt, doch läßt sich mit der bekannten Vorrichtung
der Hub nicht bei laufender Maschine verstellen. Zur Verstellung des Wälzbackenhubes
während des Betriebes ist hier der Schwingungsausschlag einer lotrecht unter ihrer
Antriebskurbelnabe ortsfest angelenkten Schwingenschleife mittels Radialverstellung
ihres kreisenden Antriebskurbelzapfens durch Kegelräderübersetzung und Spindelverdrehung
einstellbar.
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3. Der Ausgangspunkt des Wälzbackenschlittens ist durch Verstellung
der Länge der den oberen Schwingenschleifenzapfen mit dem Kreuzkopfzapfen des Wälzbackenschlittens
gelenkig verbindenden Schleifenschubstange mittels Verschiebens eines Lagersteines
des oberen Schwingenschleifenzapfens durch Verdrehen einer unverschieblichen, die
Stangenschleife und den Lagerstein durchsetzenden Stellschraube bei ruhender Maschine
verstellbar.
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Eine besondere Vorrichtung ermöglicht es, den gehärteten Werkzeugschraubenbolzen,
mittels dessen stufenweise Gewinderiefen und -rippen in die ungehärteten Wälzbacken
eingewalzt werden sollen, in genauer Höhenlage gegenüber den teilweise fertigen
Backenriefen zwischen die Backen einzuführen. Das wesentlich Neue an dieser Vorrichtung
besteht in der Anordnung mindestens zweier Spitzen, gegen welche das Gewinde der
Werkzeugschraube passend von Hand zu drücken ist und welche durch einen eigenen
Antrieb die Werkzeugschraube zwischen eine Ausweichfeder und die Wälzbacke einführen,
welche dann die weitere Einführung der Werkzeugschraube zwischen die Backen übernimmt.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der neuen Walzmaschine
veranschaulicht.
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Abb. i zeigt dieselbe in Seitenansicht und Abb. 2 in Oberansicht.
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Abb.3 ist ein Querschnittmach A-B der Abb. i und .
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Abb. q. ein solcher nach C-D der Abb. 3. Abb.5 läßt die Vorrichtung
zur Einführung der Werkzeugschraube von der Seite erkennen.
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Abb.6 ist die Seitenansicht einer Spitzen zur Höheneinstellung der
Werkzeugschraube tragenden Hand und
Abb.7 ein Querschnitt nach E-F
der Abb. 6.
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Abb. 8 läßt im Querschnitt nach G-H der Abb. 5 die Einspannung eines
Stieles dieser Hand in deren Träger erkennen.
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Abb. 9 zeigt in Oberansicht und Abb. io in Seitenansicht einen Träger
für die erwähnte Ausweichfeder.
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Abb. i i zeigt unten im senkrechten Schnitt nach 1-K und oben im senkrechten
Schnitt nach L-M der Abb. z die eigene Antriebsvorrichtung für die Spitzentraghand.
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I. Die Gegendruckbackeneinstellung Im Maschinenkörper a ist ein Schlitten
b, welcher die Gegendruckbacke c unter Einschaltung von Beilagen d hält, der Quere
nach verschiebbar. Ein Ansteigen des Schlittens ist dadurch verhindert, daß er einerseits
schwalbenschwanzförmig unter den Maschinenkörper greift und andererseits niedergehalten
wird durch eine Winkelschiene f, die durch einen Keil g einstellbar und durch Stellschrauben
h feststellbar ist.
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Auf einer Büchse i (Abb. z) sitzen fest ein größeres Handrad k, eine
mit Skaleneinteilung m versehene, durch eine Klemmschraube n festgestellte Skalenscheibe
o und ein Zahnrädchen p. Die Büchse i ist in dem Auge q eines an den
Maschinenkörper angeschraubten Lagerarmes y gelagert. Das Lagerauge q trägt eine
Festmarke s, an welcher abgelesen werden kann, um wie viele Teilstriche die Skala
rn von ihrem Nullpunkt aus verdreht wurde. In, der Büchse i ist ein Dorn
t
einer linksgängigen Flachspindel ic gelagert. Auf den Dorn v .einer rechtsgängigen
Flachspindel w ist ein mit dem Zahnrädchen p kämmendes größeres Zahnrad x
aufgekeilt. Auf den Dorn v ist ferner ein Zahnrad y aufgekeilt, in welches ein auf
den Dorn t aufgekeiltes Zahnrad z und ein auf den Dorn 3 einer linksgängigen Flachspindel
4 aufgekeiltes Zahnrad 5 eingreifen. Die Spindeln u, w, 4 greifen in im Schlitten
b unverschiebliche und unverdrehbare Muttern 6 ein und sind durch Einbettung ihrer
Bunde 7 gegen Längsverschiebung gesichert.
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Durch Rechtsdrehung des Handrades k erfahren das größere Übersetzungsrad
x und das -Rad y eine Linksdrehung und die Räder z, 5 eine Rechtsdrehung. Die linksgängigen
Spindeln u, 4 werden also rechtsherum gedreht, während die rechtsgängige Spindel
w eine Linksdrehung erfährt. Infolge dieser Spindelverdrehungen wird der Schlitten
b in Richtung des Pfeiles 8, d. h. quer auf die Wälzbacke 9 zu verschoben, welche
in dem durch die ganze Maschinenkraft anzutreibenden Schlitten io festsitzt. Handelt
es sich z. B. um das Einwalzen von Gewinderiefen in die beiden Backen c, 9 mittels
einer gehärteten Werkzeugschraube i i, so wird die Backe c zunächst nur so weit
vorgeschoben, daß die Werkzeugschraube ii gerade anfängt, die beiden Backen zu berühren,
was an dem am Handrad k auftretenden Drehwiderstand gefühlsmäßig feststellbar ist.
Nun wird die Klemmschraube iz gelöst und der Nullstrich der Skala m auf die Festmarke
s eingestellt. Ist der Skalenring o dann durch Festziehen der Klemmschraube n wieder
auf der Büchse i festgestellt, so läßt sich das Maß des Vorschiebens der Gegendruckbacke
c gegen das Werkzeug ii durch Verdrehen des Handrades lz um die jeweils erforderliche
Anzahl von Teilstrichen genau bestimmen. Beispielsweise können die Übersetzungsverhältnisse
so gewählt sein, daß die Verdrehung des Handrades um einen Teilstrich eine Verschiebung
der Backe um 120o mm ergibt. Die Gewinderiefen lassen sich also in genau vorgeschriebenen
Tiefenstufen einwalzen, indem die Gegendruckbacke c um die einer gewissen Skalenverdrehung
entsprechende Strecke jeweils vorgerückt wird, während der durchgelaufene Bolzen
von Hand wieder hinter die Gegendruckbacke gebracht und von neuem zwischen die Backen
eingeführt wird. Zu dieser Nachstellung ist ein Stillsetzen der Maschine nicht erforderlich,
ja sie kann schließlich sogar auch während des Durchlaufens der Werkzeugschraube
durch die Backen geschehen, um festzustellen, ob die Riefen schon tief genug sind
und nur noch einer Glättuns bedürfen. An dem auftretenden Glanze erkennt man, daß
die Glättuns sich soeben vollzieht, die Riefen also fertig sind.
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Wie ersichtlich, erfordert die genaue Einstellung der Gegendruckbacke
c gegenüber der Wälzbacke 9 weder einen großen Zeitaufwand noch besonders geschickte
und erfahrene Arbeiter; denn der Grad der Backenverschiebung läßt sich ja an der
jeweils der Festmarke s gegenüberstehenden Skalenzahl ohne weiteres ablesen. Dabei
sorgt die Anordnung mehrerer Verschiebungsspindeln u, w, 4 von selbst für
haargenaue Parallelverschiebung der arbeitenden oder zu bearbeitenden Stirnfläche
der Gegendruckbacke c. Die Anordnung mehrerer Vorschubspindeln ist auch deshalb
wichtig, weil der auf die Backe c ausgeübte Druck vbn deren Anfang bis zu deren
Ende wandert. Ohne ein mehrfaches Abstützen der Backe c könnte leicht ein Ecken
und Einklemmen des Querschlittens b eintreten, das die Schlittennachstellung sehr
erschweren oder gar vereiteln könnte und die Entstehung ungenau bearbeiteter Werkstücke
zur Folge haben könnte.
II. Einstellung des Hubes der Wälzbacke
Von einem nicht dargestellten Elektromotor aus wird mittels Übersetzung ins Langsame
durch ebenfalls nicht aufgezeichnete Zahnrädervorgelege das Zahnrad 12 angetrieben.
Dessen Nabe 13 (Abb. 2) sitzt fest auf einer Büchse 14, die im Maschinenkörper a
drehbar gelagert ist. In der Büchse 14 ist eine Welle 15 drehbar, auf deren freiem
Ende ein Handrädchen 16 festsitzt. Auf dem gegenüberliegenden Ende der Welle 15
sitzt fest ein Kegelrädchen 17 (Abb. 3), welches mit einem Kegelrädchen i8 kämmt.
Dieses ist auf den Schaft 19 einer Flachspindel 19, 2o aufgekeilt. Der Schaft 2o
ist in einem an dem Körper des Rades 12 festsitzenden Lager 21 drehbar. Die Enden
der Spindel i9, 2o sind durch den Kranz des Rades 12 gegen Verschieben abgestützt.
Auf der Spindel 20 sitzt eine Mutter 22 in Form eines Schlittens (vgl. Abb.4), der
zwischen aus dem Radkörper gebildeten Backen 23 entsprechend der radialen Spindelanordnung
radial geführt ist.. Der Mutterschlitten 22 geht in einen Zapfen 24 über, der in
einem Gleitstein 25 gelagert ist. Dieser ist durch einen auf den Zapfen 24 aufgeschraubten
Deckel 26 - gegen Abziehen von diesem Zapfen gesichert und zwischen den Arbeitsleisten
27 einer Schwinge 28 verschiebbar. Die Schwinge 28 hat ihren nicht aufgezeichneten,
ortsfesten Drehpunkt lotrecht unter der mit der Welle 15 zusammenfallenden Achse
des Antriebszahnrades 12. Ein in der oberen Schwingengabel 29 festsitzender Zapfen
30 greift durch einen Stein 31, der in dem Rahmenkopf 32, der Schubstange 33 geführt
ist. Der Rahmenkopf 32 hat einen oberen Längsschlitz 34 und einen unteren Längsschlitz
35, in welchen ein den Stein 31 durchsetzender Schraubenbolzen 36 verstellbar ist.
Der untere Längsschlitz geht in eine Erweiterung 37 zur Aufnahme des Schraubenkopfes
38 über, und die Schraubenmutter 39 sitzt auf einer den Schlitz 34 überbrückenden
Unterlagsscheibe 4o. Seiner Länge nach ist der Stein von dem Gewinde - einer Stellschraube
41. durchsetzt, die innen an der vorderen Kopfleiste 42 abgestützt und durch ihren
von einer angeschraubten Platte 4.3 abgedeckten Bund 44 gegen Verschieben gesichert
ist. Die Schraube 41 läßt sich an ihrem Kopfe 45 mit dem Schraubenschlüssel verdrehen.
Die Schubstange 3.3 ist mit ihrem Auge 46 an den Querzapfen 47 des Kreuzkopfes 48
des Schlittens io angelenkt, der mit durchlaufenden sches albenschwanzförmigen Längsschienen
49 (Abb. 2) in seinem Führungsbett So geführt ist.
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Durch Drehen des Antriebsrades 12 wird die Schwinge 28 mittels des
Kurbelzapfens 24 und des Steines 25 hin und her geschwungen. Durch Verstellung des
Abstandes des Kurbelzapfens 24 von der Mitte der Antriebskurbelnabe 13 läßt sich
die Größe des Schwingungsausschlages der Schwinge 28 und ihres Endzapfens
30 und damit des Hubes des die Wälzbacke 9 haltenden Schlittens io - verstellen.
Diese Verstellung erfolgt durch Drehen des Handrädchens 16. Das mittels der Welle
15 mitgedrehte Kegelrädchen 17 dreht das Kegelrädchen i8 und damit die Spindel 2o.
Die Verdrehung der Spindel bewirkt die Verschiebung des Mutterschlittens 22 und
des Schwingenantriebszapfens 24. Wie ersichtlich, läßt sich dessen Verstellung während
des Betriebs ausführen. Damit kann man den Wälzbackenhub jeder beliebigen Länge
der Backen 9, io anpassen. III.. Einstellung des Ausgangspunktes des Wälzbackenhubes
Da die Anfangskante c' verschieden langer Gegendruckbacken c an verschiedenen Punkten
liegt, muß die Anfangskante g' der Wälzbacke 9 auch gegen die Lage der jeweiligen
Anfangskante c' eingestellt werden können. Diese Einstellung erfolgt bei gelöster
Mutter 39 der Schraube 36 durch Drehen der Stellschraube 41 an ihrem Kopfe 45, was
eine Verstellung des Kreuzkopfzäpfens 47 gegenüber dem Schwingenendzapfen 30, also
eine Verlängerung oder Verkürzung der wirksamen Länge der Schubstange 33 zur Folge
hat. Sollen an Bolzenwerkstücke Gewinde' angewalzt werden, so läßt sich also rasch
auf den für den jeweiligen Werkstückbolzen passenden Wälzhub und außerdem auf den
richtigen Ausgangspunkt desselben einstellen, so daß die Maschine Schraubenwerkstücke
durchschnittlich rascher herstellt als die bekännten Maschinen, bei denen- der Hub
sowohl für die dünnste als auch für die dickste Schraube immer gleich ist.
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IV. Vorrichtung zum wiederholten Einstellen der Höhenlage eines Wälzwerkzeuges
auf die von ihm teilweise fertiggestellten Backenriefen oder -nuten bzw. zum Einstellen
eines mehrfach durchlaufenden Werkstükkes auf die fertigen, gehärteten Backennuten
Sollen die Riefen von Schrauben-walzbacken mittels mehrmaligen Durchlaufens eines
gehärteten Schraubenwerkzeuges durch die nodh weichen Backen hergestellt werden,
so besteht beim Einführen der Werkzeugschraube von Hand die Gefahr, daß die Schraubengänge
nicht in die schon teilweise eingewalzten Riefen gelangen, sondern in von
deren
Anfang abweichender Höhenlage von den Backen erfaßt werden, worauf natürlich eine
unausbesserbare Zerstörung der herzustellenden Backen unausbleiblich wäre. Zur Vermeidung
solcher Vorkommnisse ist eine Vorrichtung geschaffen, welche die von Hand an sie
angesetzte Werkzeugschraube in stets gleicher Höhenlage selbsttätig der sie erfassenden
Wälzbacke darbietet. In eine Platte 51 (Abb. 6), welche im folgenden als Hand bezeichnet
ist, sind Nuten 52, 53 zur Aufnahme von Stählen 54, 55 eingearbeitet, welche in
Spitzen 56, 57 auslaufen, deren Längsschnitt dem Profil der Werkzeugschraube angepaßt
ist. Aus den Stählen 54, 55 ist je eine Nut 58 herausgearbeitet, in welche eine
in die Hand versenkte Deckleiste 59 eingreift. Diese ist mit Schrauben 6o an über
den Grund der Nuten 58 etwas vorstehende Handleisten gespannt. Die Nuten 58 sind
länger als die Deckleiste 59 breit ist, so daß die Stähle mit ihren Spitzen der
Länge nach verstellt werden können. Während des Betriebes sind die Stähle durch
obere Klemmschrauben 61 bzw. untere Klemmschrauben 62 in der eingestellten Stellung
gegen ihre Führungsnuten geklemmt. Die Höhenlage des einen der beiden Stähle, nach
Abb. 6 des oberen Stahles 54, läßt sich durch Unterlegung von mehr oder weniger
Lamellen 63 verstellen. Die Hand 51 läuft in einen schwalbenschwanzförmigen Stiel
64 aus, der mittels eines Deckels 65 und diesen niederdrückender Klemmschrauben
66 in die Schwalbenschwanznut 67 einer Handtragstange 68 eingespannt werden kann
(Abb. 8 und 5). Die Stange 68 ist in einem Maschinenlager 69 geführt, auf welchem
zwei Anschlagschrauben 70 und 71 verstellbar sind. Auf der Stange 6$ sitzt
fest ein Anschlagkörper 72 und verschiebbar und festklemmbar ein Anschlagkörper
73. Die Stange 68 läuft. in eine dünnere Stange 74 aus, auf welcher mittels eines
Querzapfens 75 und eines Längsschlittens 76 eine Büchse 77 in gewissen Grenzen verschiebbar
ist. In der Büchse 77 sitzt eine starke Druckfeder 78. An das vordere Büchsenende
ist mittels einer Klemmschraube 79 eine Schelle 8o (vgl. Abb. i) fest aufgeklemmt.
An dieser liegt ein Zapfen 8i an, der in dem Auge 82 des oberen Armes 83 einer bei
-84 ortsfest gelagerten zweiarmigen Schwinge 83, &5, 86 festsitzt, deren unterer
Arm 86 eine Gleitrolle 87 trägt. An einen Aufsatz 88 (Abb. 5) des vorderen Anschlagkörpers
72 ist - eine Zugfeder 89 angehängt, deren hinteres Ende an einem ortsfesten Dorne
9o befestigt ist. Diese Zugfeder ist ständig bestrebt, die Gleitrolle 87 in Berührung
zu halten mit einer Daumenscheibe 9i (Abb. i i und 2), die auf die Lagerungsbüchse
15 aufgespannt ist. Auf dieser läßt sich die Nockenscheibe auch verdrehen und in
der verdrehten Stellung wieder feststellen. Ihren Drehantrieb erhält die Nockenscheibe
von dem Hauptantriebszahnrade 12 aus mittels der sie tragenden Büchse oder Hohlwelle
14.
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Wird bei Rechtsdrehung der Nockenscheibe der untere Arm 86 nach rechts
geschwenkt, so führt der obere Schwingenarm 83 und dessen Zapfen 8.1 eine Schwenkung
nach links aus. Der auf die Schelle 8o drückende Zapfen 8-1 schiebt die Büchse 77
vor. Dabei gleitet die Büchse 77 in dem ortsfesten Maschinenlager 92. Mittels der
starken Druckfeder 78 wird auch die Stange 74, 68 vorgeschoben, bis der Anschlagkörper
73 auf die Anschlagschraube 7o auftrifft. Durch dieses Auftreffen ist der Hub der
Hand 51 auch dann begrenzt, wenn der Büchse 77 ein etwas größerer Hub erteilt wird.
Der Unterschied zwischen den Längsverschiebungen der Büchse 77 und der Stange 74,
68 wird durch die Pufferfeder 78 elastisch ausgeglichen.
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Auf den Schlitten b ist mittels einer Schraube 93 ein Winkel stück
94 aufgeklemmt, das sich bei gelöster Schraube 93 mittels seines Längsschlitzes
95 verschieben läßt (vgl. Abb. 9 und io). Ein von dem Winkelstück 94 herabgewinkelter
Schenkel 96 trägt auf seiner Platte 97 eine Blattfeder 98. Er hat einen Durchbruch
99, durch welchen hindurch die außen angeschraubte Blattfeder nach innen vortritt.
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Setzt man die Werkzeugschraube i i an die Spitzen 56, 57 an, so steht
sie genau lotrecht. In dieser Stellung wird sie durch die durch die geschilderte
Vorschuhrichtung vorgeschobene Hand 51 (vgl. Abb. 2) zwischen die Blattfeder 98
und die Stirnflache der auch soeben sich vorwärts bewegenden Wälzbacke 9 eingeschoben
und eingeklemmt. Die Wälzbacke erfaßt die nun freie Werkzeugschraube und wälzt sie
auf die Gegendruck-backe c. Der Beginn des Hubes der Hand 51 muß gegenüber dem Beginn
des Hubes des Wälzbackenschlittens io genau eingestellt sein, was durch entsprechende
Einstellung der Nockenscheibe '9i ermöglicht ist. Andererseits muß der Endpunkt,
bis zu welchem die Werkzeugschraube zwischen Blattfeder 98 und Wälzbacke eingeschoben
wird, der verschiedenen Anfangsstellung der Anfangskante verschieden langer Backen
anpaßbar sein. Dies wird durch Verlängerung oder Verkürzung des Gestänges mittels
Lockerns des Klemmdeckels 65 und Verschiebens des Handstieles 64 ermöglicht. Entsprechend
dieser Längeneinstellung muß auch das Winkelstück 94 mit der Ausweichfeder 98 der
Länge nach verstellbar sein.
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Da die Werkzeugschraube stets lotrecht und in durch die Lage der Spitzen
56, 57 genau bestimmter Höhenlage zwischen die
Wälzbacken gelangt,
ist die richtige Einführung der Werkzeugschraube zwischen die von ihr schon teilweise
gewalzten Backenriefen gewährleistet.