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Fahrbare Fördervorrichtung für feinkörniges Gut mit elektromotorisch
angetriebener Förderschnecke und Druckluftzuführung Gegenstand der Erfindung ist
eine fahrbare Fördervorrichtung für feinkörniges Gut, und zwar von der Art, bei
der eine elektrisch angetriebene Förderschnecke das durch Beimischung von Druckluft
o. dgl. fließbar gemachte Gut durch den mechanischen Schnekkendruck durch die Förderleitung
bewegt. Fördervorrichtungen mit einer das fließbar gemachte Gut durch die Förderleitung
drückenden Förderschnecke sind bisher nur als stationäre Anlagen ausgeführt worden.
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Andererseits sind zwar fahrbare Fördervorrichtungen für Schüttgut
bekannt; bei diesen handelt es sich aber um Saugluftfördervorrichtungen mit einem
elektromotorisch angetriebenen Fräser in der Düsenmündung. Derartige Fördervorrichtungen
sind für staubförmiges Gut, wie Zement u. dgl., für die der Erfindungsgegenstand
hauptsächlich bestimmt ist, vollkommen ungeeignet.
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Die Erfindung besteht darin, daß das Schneckengehäuse durch seine
zur Förderleitung führende Abzweigung mit dem zwischen den Rädern gelagerten Motorrahmen
an der Abgabeseite der Schnecke verbunden ist und Schneckenwelle und Motoranker
in zwei gemeinsamen, beiderseits des Ankers angeordneten Lagern laufen, von denen
mindestens eines, z. B. das der Schnecke abgewandte Lager, ein Kugeldruck- und Schub-Lager
ist. Hierdurch ist erreicht, daß trotz des verhältnismäßig erheblichen Gewichts
der Schnecke die Gesamtvorrichtung bequem zu handhaben ist und sich insbesondere
leicht. von einer Stelle zur anderen fahren und am jeweiligen Benutzungsort mit
der Schnecke auch an verhältnismäßig flache Zementhaufen wirksam heranbringen läßt.
Zweckmäßig trägt die Schneckenwelle den Motoranker unter Vermittlung einer mit der
Welle mittels eines Abstützbundes und einer auf das Wellenende aufgeschraubten Mutter
axial unverschiebbar und undrehbar kuppelbaren Buchse. Dies hat den Vorteil, daß
die Schneckenwelle aus dem Motor herausgezogen werden kann, ohne den letzteren auseinandernehmen`
zu müssen.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel in Abb. i im
Längsschnitt, während Abb. z einen Teil der Luftzuführung, Abb. 3 einen Querschnitt
in der Ebene 3-3 der Abb. 2, Abb. 4 in vergrößertem Maßstab einen Längsschnitt in
der Ebene ¢-.4 der Abb. i und Abb. 5 eine Rückansicht der Vorrichtung darstellt.
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Die Vorrichtung besteht aus einem Gehäuse io mit dem am äußeren Ende
offenen zylindrischen Vorderteil i i und einem hinteren
kegeligen
Teil i2, der bei 13 mit der Abzweigung 1.4 verbunden ist, die bei 15 als Kupplung
für den Verbindungsschlauch 16 ausgebildet ist. Das vordere Ende i i des Gehäuses
io kann mit der abnehmbaren Schaufel 17 oder direkt mit dem Auslauf eines Behälters
verbunden werden.
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Das Fördergut wird von der Schnecke 18 aufgenommen, die auf der geeignet
gelagerten Welle ig befestigt ist. Um eine möglichst große Menge zu fördern und
den Abschluß durch ruhendes Fördergut in einem möglichst kleinen Raum zu erzielen,
haben die vorderen Gänge 20 und 21 einen größeren Durchmesser als die im kegeligen
Teil des Gehäuses 12 liegenden Gänge 22. Der letzte Gang 23 hat den kleinsten Durchmesser
und endet kurz vor der Lufteinlaßstelle, so daß ein toter Raum entsteht.
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Die Welle ig verjüngt sich gegen das Einlaßende, um ein Schwingen
der Welle zu verhindern und um den Fässungsraum des Gehäuses fortschreitend zu verkleinern,
wodurch das Fördergut sich verdichtet. Abb.2 zeigt eine bei 23' gebildete Stufe
im Flansch 24 des kegeligen Teils 12, die in einen kreisförinigen Ansatz 25 im Flansch
26 der Abzweigung 14 paßt. Diese Anordnung in Verbindung mit dem üblichen Dichtungsring
verhindert den Austritt von Druckluft. Die 1-'lansche 2-. und 26 sind ebenfalls
ausgespart und bilden den inneren Kanal 27, in den Luft durch die Einlaßdüse 28
eintritt.
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Das Innere des Kanals 27 wird durch eine in Absätzen 30 und
31 der Flansche 24 und 26 befestigte Ringdüse 29 verschlossen, die an ihrer äußeren
Fläche eine Eindrehung 32 aufweist, die mit dem Kanal 27 in Verbindung steht. Eine
abgestufte Kegelfläche 33 ist an der Innenwand ausgebildet, und Luftkanäle 38, die
annähernd senkrecht zur Fläche 33 verlaufen, stehen mit den Eindrehungen 32 in Verbindung,
um dem Fördergut in der Zone der größten Dichte Luft zuzuführen. Die Luftkanäle
38 sind im unteren Teil der Ringdüse 29 stärker zur Achse der Düse geneigt als im
oberen, wenn, wie hier dargestellt, die Abzweigung 14 aufwärts führt. Die Anordnung
ergibt eine gleichmäßigere Durchlüftung und arbeitet der Neigung des Gutes entgegen,
sich unten festzusetzen. Geht die Abzweigung dagegen nach abwärts, so wird die Bohrung
umgekehrt angeordnet. Die Luft wird durch den Kanal 27
und ein Rohrsystem
39 mit Hilfe des Regulierventils 4.o durch einen biegsamen Gummischlauch eingelassen.
Das T-Stück 41, die Kegeldüse 4 : und die Nebenrohrleitung 43 dienen zur Abführung
einer geringen Luftmenge, um Staub aus den Lagern zu entfernen, was unten noch näher
erläutert werden wird. Das unterste Ende des Luftkanals 27 steht durch eine Ausflußöffnung
44 mit der Abzweigung 45 und dem Ventil 46 in Verbindung, das gewöhnlich geschlossen
ist und dazu dient, das während des Stillstandes der Maschine angesammelte Fördergut
auszublasen.
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Der Antrieb ist aus Abb. i und 4 ersichtlich. Die Welle ig geht durch
das Gehäuse 47, das mit der Abzweigung 14. aus einem Stück gegossen ist. Der Motor
und die Lager werden auf geeignete Weise, z. B. durch Bolzen, befestigt.
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Der Ständerrahmen So des Motors ist mit Bolzen 53 an den Stirnwänden
51 und 52 befestigt. Die an diesen angebrachten Stege 5¢ und 55 stützen das vordere
und hintereLagergehäuse 56 und 57. Der Raum zwischen den Stegen 54 ist durch ein
Schutzblech 58 verschlossen, um den Motor vor Staub zu schützen; die hinteren Stege
55 tragen kein Schutzblech, damit Luft zur Kühlung des Motors eintreten kann.
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Die Welle ig verjüngt sich bei 6o und ist von der Läuferbuchse 61
umgeben. Bei 6-2
(s. Abb. i) ist der Rotor auf die Buchse innerhalb des Lagergehäuses
57 aufgekeilt. Die Welle und die Läuferbuchse sind in einem Kugeltrag- undSchublager63
gelagert, dessen Spur bei 64 in die Läuferbuchse 61 und bei 66 in die Unterlagsscheibe
65 eingelassen ist. Die Kugelrillen dieses Lagers sind verhältnismäßig tief ausgebildet,
und die äußere Lagerspur stützt sich gegen eine Schulter des rückwärtigen Endes
des Motorgehäuses ab, damit das Lager zur Aufnahme von Schubkräften imstande ist.
Das Ende der Welle ist verjüngt und hat ein Gewinde; Welle und Unterlagsscheibe
sind durch die Mutter 6; befestigt. Eine Kappe 68 verhindert das Eindringen von
Staub.
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Das vordere Kugeltraglager, das gegebenenfalls gleichfalls als Kugeltrag-
und Schublager ausgebildet sein kann, besteht aus einer in einem Absatz des Lagergehäuses
56 durch die Lagerkappe7o befestigten äußeren Kugelspur 69 und aus einer inneren
Spur 71, die die Läuferbuchse 61 umgibt, welche eine Stufe bildet, um die Befestigung
der Spur durch den auf der Läuferbuchse angebrachten Stauring 72 zu ermöglichen.
Die Lagerkappe 70 weist die gewöhnliche Schmierdichtung 73 auf, um ein Austreten
von Schmiermittel längs der Hülse zu verhindern.
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Um Luft im Gegenstrom längs der Welle ig zu leiten, läßt man sie aus
der Nebenrohrleitung 43 in das Gehäuse 47 durch die Einlaßdüse 74 eintreten, die
in die Luftabschlußkammer 75 mündet. Ein Kanal 76 an der Innenwand dieser Kammer
umgibt die Läuferbuchse 61 und gestattet das Entweichen
der Luft
nach vorn. Die Luft wird durch eine an der Läuferbuchse angebrachte Labvrinthdichtung
77 in gleicher Menge und unter gleichem Druck eingelassen und bewegt sich längs
der Welle i9 durch einen engen Raum 78 zwischen Welle und Wand des Gehäuses
47.
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Ein Entweichen der Luft nach hinten gegen die Lager wird durch die
Dichtungsringe 79 verhindert, die durch die Feder 8o und die Stauringe 8i gehalten
werden. Die Dichtung 79, Feder 8o und Stauringe 81 werden von der Platte 82 gehalten,
deren äußere Kante mit der Luftverschlußkammer 75 verschraubt ist.
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Wie aus Abb. 5 ersichtlich, ist die Vorrichtung auf der Achse 85 der
Räder 83 und 84 montiert. Diese Achse ist nach unten durchgebogen (86 in Abb. i
und 5) und umgibt die untere Hälfte des Ständerrahmens 5o. Die Vorrichtung wird
außerdem von einem an den Deichseln 89 und 9o angebrachten Querteil 87 gehalten,
der bei 88 am Ständerrahmen 5o befestigt ist. Da der Schwerpunkt der Vorrichtung
etwas vor ihrem Unte?rstützungspunkt liegt, kippt sie leicht nach vorn über, was
die Aufnahme von Fördergut erleichtert.
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L'tn (las Gesamtgewicht herabzusetzen, können viele Teile der Vorrichtung
aus leichten Material hergestellt werden, z. B. die Motorstirnwände 51 und 52, das
Gehäuse io und die, Abzweigung 1.1. aus Aluminium: für die Förderung von reibendem
Gut, z. B. Zement, sollte das Gehäuse io aus Gußeisen oder Stahl bestehen. Da die
Schneckengänge und die Innenfläche der Ringdüse 29 der größten Abnutzung ausgesetzt
sind, werden sie zweckmäßig durch eine dünne Auflage eines widerstandsfähigen Metalls,
z. B. Stellit, verstärkt. Die Schneckengänge werden zweckmäßig in zwei Hälften aus
Gußstahl hergestellt. .
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Bei der Inbetriebsetzung der `'orrichtung wird zuerst Luft durch das
Ventil .lo in das Gehäuse und die Abzweigung eingelassen. Sie strömt durch die Ringdüse
a9, um die Welle i 9 und geht durch die Wand der Abzweigung. Dann öffnet man das
Ventil -.6 einen Augenblick und bläst den angesammelten Staub aus dem Luftkanal
27, um ein Verstopfen der Luftkanäle 38 zu verhindern. Nun wird der Motor
angelassen und die Fördervorrichtung in das Material hineingeschoben oder die ,Schaufel
r; abgenommen und der Gehäuseteil i i mit dem Auslauf eines Behälters verbunden.
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Die gemeinsame Lagerung von Motor und Welle verringert das Gewicht,
vereinfacht die Bauart und vermeidet Schwierigkeiten beim-Ausrichten dieser Teile.
Um ein Abmontieren der Luftdichtungen und Lagerteile bei einer Erneuerung der Schnecke,
die der größten Abnutzung ausgesetzt ist und öfter instand gesetzt werden muß als
irgendein anderer Maschinenteil, zu vermeiden, ist die Läuferbuchse 61 abnehmbar
vorgesehen. Beim Auswechseln oder bei einer Reparatur der Welle müssen nur die Mutter
67, die Unterlagsscheibe 65 und der Längskeil 62 entfernt werden.
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Das Ausflußrohr ist aufwärts geführt, damit die Räder neben dem Luftschlauch
zugleich auch einen Teil des Förderschlauches stützen. Die Schneckengänge, die das
':Material aufnehmen, sind besonders groß, um möglichst große Mengen zu fördern,
und außerdem ist durch den kegeligen Schneckenteil die Bildung eines Materialverschlusses
im engsten Raume möglich, um das Ausströmen der Luft nach vorn zu verhindern.