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Wandkaffeemühle Wandkaffeemühlen üblicher Bauart bestehen in der Regel
aus einem gegossenen oder gepreßten ein- oder zweiteiligen Gehäuse zur Aufnahme
des Mahlwerkes und einem Steingut- oder Glasbehälter, der auf das Gehäuse aufgesetzt
wird und zusammen mit diesem an einem Wandbrett aus Holz befestigt ist. Die Einfüllöffnung
wird durch Aufstecken eines aus Blech oder Holz bestehenden, mit Gummidichtungsring
versehenen Haubendeckels auf den nach oben fiberstehenden Rand der Einfüllöffnung
verschlossen. Zum Auffangen des gemahlenen Gutes dient ein in zwei seitliche Nuten
des Gehäuses einschiebbarer Glasbehälter.
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Durch diese zusammengesetzte Bauart und die Eigenheit der verwendeten
Baustoffe sind verschiedene Mängel bedingt, die sich bei der 1-ferstellung und dem
Zusammenbau unangenehm bemerkbar machen und eine verhältnisi m äß ig hohe Vorbereitungs-
und Zusammenbauzeit erfordern. Die Holzteile, insbesondere die Wandbretter, erfordern
eine sorgfältige Auswahl des Baustoffes und eine geeignete Lagerung. Sie müssen
zugeschnitten, behobelt, gefräst. gebohrt, geschliffen, gestrichen und lackiert
werden und neigen leicht zum Reißen und Verwerfen, besonders da nur eine Seite lackiert
wird und die Rückseite den Einflüssen der Atmosphäre frei ausgesetzt ist. Zum Lackieren
sind ferner geeignete staubfreie Trockenräume unentbehrlich. Die zerbrechlichen
Vorratsbehälter erfordern ebenfalls große Lagerräume, vorsichtige Beförderung und
bringen ziemlich erheblichen Bruchverlust. Außerdem erschwert die Ungenauigkeit,
die durch Verziehen der Behälter beim Brennen eintritt, den Zusammenbau, da Einfüllöffnung
und Ausfallöffnung nicht gleichmäßig rund sind und zumeist der Deckel, sogar der
mit Gummidichtung versehene, nicht dicht anliegt und das Aroma des Kaffees sich
verflüchtigt. Dieser Fehler wird noch vergrößert durch die Teilfuge zwischen Behälter
und Gehäuse, die oft recht breit ist und einen genauen Zusammenbau dieser beiden
Teile infolge der Ungenauigkeit des Behälters nicht ermöglicht.
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Zur Verbilligung und Vereinfachung des Zusammenbaues wurden verschiedene
Bauarten geschaffen. So wurde das Gehäuse einteilig gegossen hergestellt und so
auf das Wandbrett aufgeschraubt, daß dieses die Rückwand des Gehäuses bildete. Zum
Ableiten des gemahlenen Gutes in den Auffangbehälter waren dazu aber besondere Ablenkbleche
erforderlich, die zwischen Behälter und Brett mit eingeklemmt wurden. Statt der
Steingut- oder Porzellanbehälter wurden auf das Gehäuse aufschraubbare Trichter
verwandt, wobei aber wieder der Fortfall des Vorratsbehälters unangenehm empfunden
wurde. Auch wurden Mühlen samt Mahlwerkgehäuse und Vorratsbehälter aus Blech hergestellt,
was jedoch durch die bedingte Ziehfähigkeit des Materials eine Zerlegung in mehrere
Einzelteile, wie Brett, Gehäuse und Vorratsbehältervorderteil, Deckel zum
Vorratsbehälter,
Führung für den Auffangbehälter usw., erforderlich machte und keine Ersparnis beim
Zusammenbau und bei der Lackierung brachte. Andere Bauarten verwenden bei einer
von der üblichen Bauform abweichenden Ausbildung und Anordnung der Einzelteile eine
aus einem Stück bestehende Vorderwand, wodurch jedoch ein umständlicher und teurer
Einbau verschiedener Zusatzteile erforderlich wird.
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Bei der im folgenden beschriebenen und auf der Zeichnung dargestellten
Wandmühle gemäß der Erfindung werden alle die vorerwähnten Mängel beseitigt, die
Vorarbeiten auf ein Geringstmaß beschränkt, die Lagerhaltung äußerst vereinfacht
und eine in bezug auf geringes Maß, geringes Gewicht, äußerste Einfachheit, Sauberkeit
und Billigkeit unerreichte Wandmühle geschaffen. Um von allen Vorarbeiten, wie Hobeln,
Fräsen, Bohren, Schleifen, Polieren und Lackieren, Einpassen u. dgl., völlig frei
zu sein, ist als Baustoff das für den Bau von Kaffeemühlen bekannte hygienisch einwandfreie,
völlig geruchlose Phenolkunstharz Bakelit oder ein ähnlicher in Formen gepreßter
oder gegossener und zum Erhärten gebrachter Baustoff verwendet. Erfindungsgemäß
ist die ganze Vorderwand der Mühle, also ein Teil des Wandbrettes, der Behälter
und das Mahlwerkgehäuse, aus einem Stück hergestellt, so daß sich eine saubere naht-
und fugenlose Fläche ergibt. Die Rückseite wird durch eine Wand gebildet, die den
Behälter nach hinten gegen die Zimmerwand und nach unten gegen das Mahlgehäuse abschließt.
Das -.\Iühlengehäuse besteht also lediglich aus zwei Teilen, die, da das gewählte
Material sich maßhaltig herstellen läßt, dicht ineinanderpassen. Die Befestigung
der beiden Teile erfolgt durch Einpressen von drei Hohlnieten, die gleichzeitig
als Öffnung und Unterlage für die Schrauben zur Befestigung der Mühle an der Wand
dienen.
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Der mit einem Gummiring versehene Verschlußdeckel ist mit zwei sich
gegenüberliegenden, nach unten in den Behälter greifenden Armen versehen, die die
Form einer schiefen Ebene haben. Er wird nach Art eines Bajonettverschlusses auf
den Behälter aufgesetzt und durch Drehen befestigt.
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Die Form der Mühle ist eckenlos und glatt gehalten; die äußeren Abmessungen
sind dem geringen, besonders in Reformküchen zur Verfügung stehenden Raum angepaßt
und betragen i;'.= bis '=(3 derjenigen üblicher Mühlen mit gleichem Fassungsvermögen.
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Auf der Zeichnung ist eine Mühle gemäß der Erfindung in Fig. i in
Vorderansicht und in Fig.2 in Seitenansicht dargestellt. Die äußere Form ähnelt
derjenigen der üblichen Bauart, jedoch fehlen Nähte, Trennfugen und Unterbrechungen
sowie jedes Befestigungsmittel. Die Vorderwand io ist aus einem Stück hergestellt.
Der Glasbehälter i i zum Auffangen des Mahlgutes ist in bekannter Art in die Nuten
12 und 13 eingeschoben. Die Kurbel 14. und die Einstellvorrichtung 13 ist ebenfalls
in bekannter Weise angeordnet.
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Fig. 3 zeigt ein Mühlengehäuse gemäß der Erfindung im Längsschnitt.
Die Vorderwand verläuft von dem umgelegten Rand des zur Befestigung der .Mühle oben
angeordneten Lappens 16 in den Deckel des Behälters 17, in den die Einfüllöffnung
eingepreßt ist, und geht in die Vorderwand i9 des Behälters über, an die sich unten
etwas zurückliegend die Vorderwand 2o des Mahlgehäuses anschließt. Die Seitenwände
des Mahlgehäuses laufen unten in die Nuten 21 aus, die zum Einschieben des Auffangbehälters
dienen. Zum Durchtritt und zur Führung der Malilspindel22 ist in die Vorderwand
des Gehäuses eine Tülle eingepreßt, in die zur besseren Lagerung der Spindel die
Metallbüchse 23 eingesetzt ist, die jedoch bei genügend großer Festigkeit des verwendeten
Baustoffes fortgelassen werden kann. Nach innen liegt zentrisch hinter der Lagertülle
die zvliridrische Büchse 24 zur Aufnahme des Mahlringes 26. An der Büchse 24. sitzen
Nocken, die in Aussparungen 38 des Mahlringes 26 eingreifen und so ein Mitdrehen
des Ringes verhindern. Zum Einlassen des 1lahlgutes in das Mahlgehäuse besitzt die
Büchse 2 einen Ausschnitt 18, der sich mit der Einfallaussparung des Mahlringes
deckt.
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Die Rückwand ist in die durch die Räder 27 gebildete konisch verlaufende
Vertiefung der Rückwand des Vorderteiles genau passend eingesetzt und wird durch
drei Hohlnieten 28 zusammengehalten, von denen zwei seitlich des Mahlgehäuses sitzen
und die obere im Schnitt sichtbar ist. Die Bohrung der Hohlnieten 28 bildet gleichzeitig
die Öffnung zum Durchstecken der Befestigungsschrauben zum Anschrauben der Mühle
an der Zimmerwand. Die Rückwand der Mühle ist so ausgebildet, daß eine vorspringende,
mit Gefälle zur Einfallöffnung verlaufende Zunge 29 sich auf die Mahlwerlbüchse
24. 'auflegt und den Boden des Vorratsbehälters sowie den Abschluß des Behälters
gegen das Mahlwerkgehäuse bildet. Die an der Unterseite der Zunge sitzenden, hinter
den Mahlring greifenden Nocken 39 hindern diesen am Zurückweichen. In Höhe des Mahlwerkes
ist eine vorspringende, schräg nach unten verlaufende Wand 30 eingepreßt,
die etwa vom :Mahlwerk abgeschleudertes Mahlgut in die Witte des Auffangbehälters
leitet und so vom hinteren Rand desselben abhält. An dieser
schrägen
Wand 30 kann eine Tülle mit eingesetzter Metallbüchse 31 angeordnet werden, falls
eine Lagerung der verlängerten MahlsPindel 3 2 gewünscht wird.
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Fig. 4. zeigt eine Aufsicht auf das Mühlengehäuse. Die Einfüllöffnung
18 besitzt rechts und links einest Ausschnitt 33 zum Durchtritt der Verschlußarme
des in Fig.3 teilweise im Schnitt dargestellten Deckels 35 mit Gummiring 34, Haltering
36 und den beiden uni i go -' versetzten Armen 37. die sich nach dem Aufsetzen
und Drehen des Deckels nach Art eines Bajonettverschlusses unter den Rand des Behälterdeckels
schieben.