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Stehmappe, insbesondere für Karteizwecke, mit den Mappendeckeln angelenkten,
beim Öffnen bzw. Schließen der Mappe selbsttätig spreizbaren bzw. einziehbaren Stützen
Für Karteien, Registraturen u. dgl. sind Mappen vorgeschlagen worden, welche sowohl
im Schrank wie beim Gebrauch auf ihrem Rücken stehen und mit Stützen versehen sind,
die bei geschlossener Mappe an dem Mappenkörper anliegen, beim Öffnen derselben
aber selbsttätig in die Stützlage abgespreizt werden; wird die Mappe wieder geschlossen,
dann schwenken die Stützen selbsttätig wieder in die Ruhelage. Die bekannten Einrichtungen
dieser Art haben verschiedene Mängel: z. Die Stützen sind außen an den Mappendeckeln
angeordnet. Stehen solche Mappen in üblicher Weise dicht nebeneinander im Schrank,
dann behindern die Stützvorrichtungen gegenseitig das Herausnehmen und Wiedereinstellen
der Mappen, sie sind außerdem in Gefahr, abgerissen zu werden.
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a. Beim öffnen der Mappe stellt sich leicht der Fehler ein, daß sich
die Stützen nicht genau in die richtige Stützlage einstellen, wodurch ein Wackeln
der- Mappe eintreten würde; dies ist die Folge des Fehlens von Anschlägen, welche
das Ausschlagen ein für allemal und sicher abgrenzen.
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3. Die aus zweiarmigen Hebeln bestehenden Stützen werden dadurch bewegt,
daß ihr oberes Ende durch Lenker mit dem Mappenrücken in der Nähe des Gelenks des
gegenüberliegenden Deckels verbunden ist, so daß die Stützen beim Öffnen der Mappe
aus-, beim Schließen eingeschwenkt werden. Das ist aber ausreichend und sicher nur
zu erreichen, wenn die Mappenrücken reichlich breit sind; bei schmalen Rücken würden
die Stützen nur unsicher und wenig gespreizt werden, so daß ein Wackeln der Mappe
entstehen würde.
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Die Erfindung beseitigt diese Mängel. Die Stützvorrichtungen sind
erfindungsgemäß derart an den Stirnwänden der in geschlossenem Zustande kastenförmigen
-Mappe angeordnet, daß sie in der Ruhelage den Mappenkörper weder seitlich noch
nach unten und oben überragen. Dadurch sind sie durch den Mappenkörper geschützt,
und andererseits sind die Mappendeckel vollkommen eben wie beispielsweise bei Briefordnern.
Ferner begrenzen erfindungsgemäß Anschläge das Spreizen der Stützen so, daß sich
diese beim öffnen der Mappe selbsttätig in die richtige Stützlage stellen, womit
zugleich das Öffnen der Mappe begrenzt wird; auch das Ausgleiten der Stützen und
damit das Wackeln -der Mappe wird dadurch verhindert. Schließlich spreizen sich
erfindungsgemäß die zweiarmige Hebel bildenden Stützen beim Öffnen und Schließen
der Mappe gegenseitig selbst aus bzw, ein, indem ihre den Fußpunkten gegenüberliegenden
Enden unmittelbar und so miteinander
verbunden sind, daß die Stützen
beim Öffnen der Mappe gespreizt, beim Schließen eingeschwenkt werden. Die Breite
des Mappenrückens ist bei dieser Gestaltung im Rahmen des Erforderlichen belanglos.
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Einige der möglichen Ausführungsformen des Erfindungsgedankens sind
auf der Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. z schaubildlich die geöffnete
Stehmappe; Fig. a und 3 stellen die Stützvorrichtung von vorn gesehen in der Schließ-
bzw. Öffnungslage der Mappe dar; Fig. .I und 5 sind waagerechte Teilschnitte durch
eine der Mappenstirnwände mit dem anschließenden Teil der Mappenseitenwand; Fig.
6 und '7 zeigen eine andere Verbindungsart der beiden Stützen in Öffnungs-und Schließlage.
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In diesen Beispielen sind die beiden Mappenseitenwände oder -deckel
a und b durch den Rücken c gelenkig miteinander verbunden. Die Tappe
steht auf dem Rücken c. Die Stirnseiten d und e sind durch die beispielsweise aus
Holz bestehenden, an der Innenseite der Mappendeckel a, b befestigten Leistend"
d. sowie. ei und e2 geschlossen. Die Stoßkanten dieser Leisten sind zweckmäßig (bei
f, Fig. 4. und 5) in beliebiger Form überblattet; dies sichert den Zusammenhalt
der geschlossenen Mappe und behindert das Eindringen des Staubes.
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An den beiden Enden der Mappe, also an den Stirnseiten, sind in bekannter
Weise-Führungsbleche g angebracht, zweckmäßig in der Form, daß je ein Winkelblech
mit seinem einen Schenkel g1 auf der Innenseite des Rükkens c befestigt ist, während
der andere, g2, das eigentliche Führungsblech, senkrecht zu der Fläche des Rückens
c aufrecht steht. In der Nähe des Rückens c und der Stoßkanten f der Leisten ist
in jeder dieser letzteren ein mit einem Kopf versehener Führungsstift h angebracht.
Diese Stifte gleiten in den in den Führungsblechen g befindlichen, zu den Gelenken
i konzentrisch verlaufenden Schlitzen k1 und k2 und mit ihren über die Ränder der
Schlitze k1 und k. fassenden Köpfen auf den Führungsblechen g. Durch diese Ausbildung
wird das seitliche Schwenken der Stirnleisten ei, e2 und di, d2 verhindert, und
außerdem wird das öffnen der Mappendeckel durch .die oberen Enden der Schlitze k1,
k2, an welche die Führungsstifte h anstoßen, begrenzt. Mittels des überfalldeckels
L wird die Mappe zusammengehalten; sie ist in geschlossenem Zustande vollkommen
staubdicht.
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An jeder der beiden Stirnleisten e1, e2 einer Stirnseite sind in den
Drehpunkten in" en,. die beiden Stützen zal und n2 angebracht. Diese sind nach oben
hin über die Drehpunkte mi und m2 hinaus verlängert und tragen in den Enden dieser
Verlängerungen in den Drehpunkten o1 und o. ein Kniegelenk, das aus den beiden Gliedern
p und q besteht und in r seinen Drehpunkt hat. Der in p befestigte
Anschlagstift s sorgt dafür, daß die Glieder p und q sich nur bis zu einem bestimmten
Winkel öffnen können.
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Wird die Mappe ganz geöffnet, dann öffnet sich .das Kniegelenk p,
q bis zum Anschlag an den Stifts, und da die Entfernung zwischen den beiden Drehpunkten
o, und o2 bei ganz geöffneter Mappe kürzer ist als die Entfernung der beiden Drehpunkte
nzi und 1n., so werden die Stützen n1 und sag zum selbsttätigen Ausschlagen gezwungen.
Dieses Ausschlagen findet seine Begrenzung in den zu diesem Zweck und zur Sicherung
des Ganzen angebrachten Anschlagstiften zti und u2. Liegen die Verlängerungen der
Stützen n1 und 112 an den Anschlagstiften u1 und u2 ordnungsmäßig an, dann ist die
Mappe ganz offen, und die Fußpunkte der Stützen nl und ya, liegen in gleicher Ebene
mit der Außenfläche des Rükkens c. Die Führungsstifte lz liegen dabei an den oberen
Enden der beiden Schlitze k1 und k2 an. Die Mappe ist infolge der verschiedenen
Anschläge auch in geöffnetem Zustande vollkommen stabil.
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Wird die Mappe geschlossen, dann schließt sich das Kniegelenk p,
q bis zu dem Anschlagstift t, und die Entfernung der beiden Drehpunkte o1
und o2 ist dann so, daß die beiden Stützen n, und n2 sich zwangsläufig gleichlaufend
zu der Fläche der Deckel legen; sie werden selbsttätig eingezogen. Die Anschlagstifte
v1 und v2 sichern dabei die ordnungsmäßige Einstellung der Stützen sai und zag bei
geschlossener Mappe.
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Statt der zwangsläufigen Verbindung der beiden Stützen, von der im
vorstehenden ein Beispiel beschrieben wurde, kann auch, wie Fig. 6 und 7 beispielsweise
zeigen, eine teilweise oder ganz auf Kraftschluß beruhende Stützenverbindung verwendet
werden. Als Verbindungsglied der Stützen 7a1, aal dient in diesem Falle ein Stab
w :mit einem Schlitz w1. Er ist bei ngelenkig an die Verlängerung der einen Stütze,
z. B. %, angeschlossen. In seinen Schlitz greift ein Zapfen rot,', der an der Verlängerung
der Stütze aal sitzt. Der Stab w dient als Schleife. Die Länge des Schlitzes wl
ist kleiner als der Weg, den die Zapfen aal', n2' beim öffnen der Mappe ohne Vorhandensein
der Schleife w beschreiben würden, und zwar um so viel, daß sich das Ende der Schleife
gegen Schluß der Öffnungsbewegung gegen den Zapfen iti legt und die oberen Arme
der Stützen n1, n2 einander nähert. Hierdurch spreizen sich die Stützen um das gewünschte
Maß. Beim Schließen der Mappe werden sie
durch den Druck der Schlitzführung
7e, gegen den Zapfen 7z,' wieder selbsttätig eingezogen. Die Spreizstellung der
Stützen kann durch eine kleine Ausbauchung w2 am Ende des Schlitzes gesichert werden,
in welche der Zapfen st,' in dieser Stellung fällt.
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An Stelle der einen Stützvorrichtung kann an jeder der beiden Stirnseiten
eine solche Stützvorrichtung angebracht werden.