DE561487C - Verfahren zur Herstellung organischer Duengemittel - Google Patents
Verfahren zur Herstellung organischer DuengemittelInfo
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- DE561487C DE561487C DE1930561487D DE561487DD DE561487C DE 561487 C DE561487 C DE 561487C DE 1930561487 D DE1930561487 D DE 1930561487D DE 561487D D DE561487D D DE 561487DD DE 561487 C DE561487 C DE 561487C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C05—FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
- C05F—ORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
- C05F7/00—Fertilisers from waste water, sewage sludge, sea slime, ooze or similar masses
- C05F7/02—Fertilisers from waste water, sewage sludge, sea slime, ooze or similar masses from sulfite liquor or other waste lyes from the manufacture of cellulose
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Description
- Verfahren zur Herstellung organischer Düngemittel Es ist bekannt, Zellstoffablaugen durch Eindampfen mit gebranntem Kalk oder Magnesia oder Gemischen beider auf Düngemittel zu verarbeiten. Ferner ist vorgeschlagen worden, rezente und fossile Pflanzenkörper in Gegenwart von ammoniak- und sauerstoffhaltigen Gasen einer Druckoxydation zu unterziehen sowie Kohlenhydrate, wie Holzzucker, mit Ammoniak unter Druck auf hohe Temperaturen, beispielsweise 300°, zu erhitzen.
- Es wurde nun gefunden, daB man Düngemittel von hohem Wert erhält, wenn man Sulfitzellstoffablaugen nach Zusatz von Ammoniak und gegebenenfalls unter Zuführung oxvdierender Gase einer Druckerhitzung bei solchen, durchweg unterhalb aoo° liegenden Temperaturen unterwirft, daß keine kohligen Abscheidungen auftreten. Besonders vorteilhaft ist es, hierfür Ablaugen zu verwenden, die mit Ammoniumsulfit bzw. Ammoniumbisulfit, die bisher für die Zellstoffherstellung wegen des hohen Ammoniakpreises praktisch keine Beachtung fanden, gewonnen sind; derartige' Holzaufschlußverfahren erlangen durch das vorliegende Verfahren, nach dem die stickstoffhaltigen Ablaugen zu einem wertvollen Stickstoffdünger aufgearbeitet werden, eine hohe Bedeutung. Man verfährt bei Verwendung von Ammoniumbisulfit so, dä13 die ammoniakhaltige Ablauge in Gegenwart von etwas überschüssigem Ammoniak einige Stunden unter Druck erhitzt wird. Das Erhitzen erfolgt am besten bei i5o bis 16o° oder noch niedrigeren Temperaturen, weil bei zu hohen Temperaturen Kohleabscheidungen auftreten und der Stickstoff mehr und mehr in eine schwerer assimilierbare Form übergeht. Der durch Trocknung erhaltene, gegebenenfalls gemahlene Rückstand stellt ein gut streufähiges Düngemittel dar, das gegenüber dem durch Eindampfen der unbehandelten Lauge erhaltenen Rückstand durch einen höheren Stickstoffgehalt ausgezeichnet ist..
- Die Stickstoffaufnahme läßt sich noch weiter steigern, wenn man die Nacherhitzung in Gegenwart oxydierender Gase, z. B. von Luft oder Sauerstoff, ausführt. Man kann zu diesem Zwecke die Druckerhitzung in einer Rieselanlage vornehmen, in welcher der rieselnden Lauge das Gas entgegengeführt wird. Das Ammoniak kann hierbei den Weg der Lauge oder den der entgegenströmenden Luft nehmen.
- Eine weitere Anreicherung der Lauge an stickstoffhaltiger organischer Substanz kann noch dadurch erreicht werden, daß der Lauge vor der Druckbehandlung Sägespäne, Torfmull und ähnliche Stoffe zugemischt werden. In diesem Falle sind entsprechend größere Mengen Ammoniak anzuwenden. Statt die Zellstoffkochlauge unmittelbar zu verwenden, kann man sie auch zunächst ganz oder teilweise eindampfen.
- Die nach dem vorliegenden Verfahren gewonnenen Düngemittel haben sich bei Feldversuchen gut bewährt und stehen den jiblichen Düngesalzen an Wirkung nicht nach: Beispiel 1 Eine bei einem Aufschluß von Fichtenhackspänen mit 4°/oiger schwefliger Säure und o,5 °/o Ammoniak erhaltene, zweckmäßig durch Abblasen von der überschüssigen schwefligen Säure befreite Ablauge wird mit Ammoniak neutralisiert und unter Zusatz eines geringen Ammoniaküberschusses 2 Stunden auf i 5o' im Druckkocher erhitzt. Man erhält nach dem Eindampfen und Mahlen einen streufähigen Dünger mit etwa ioo/a Stickstoff.
- Beispiele Die im Beispiel i angegebene Ablauge wird nach Zugabe von etwas überschüssigem Ammoniak im Druckkocher bei einem Anfangsdruck von r8 at Luft während 2 Stunden auf i 5o° erhitzt. Nach dem Erkalten beträgt der Druck noch 14 at. Durch Eindampfen der Flüssigkeit erhält man ein gutes Düngemittel mit 12,6 % Stickstoff.
- Beispiel 3 .
- Eine bei einem Aufschluß -von Fichtenhackspänen mit 7,5 °/oiger schwefliger Säure und 0,70/, Ammoniak erhaltene, durch Abblasen vom Schwefeldioxyd befreite Ablauge wird mit Ammoniak neutralisiert, eingedickt und in Gegenwart von überschüssigem Ammoniak 4 Stunden lang unter einem Druck von 15 at Luft unter Umrühren auf iSo° erhitzt. Durch Eindampfen erhält man einen Rückstand mit einem Stickstoffgehalt von 120/,.
- Beispiel 4 Eine bei dem im Beispie13 angegebenen Aufschluß erhaltene Ablauge wird nach Zusatz von etwas überschüssiger Phosphorsäure bis zum Aufhören der Schwefeldioxydentwicklung erhitzt, neutralisiert und in Gegenwart von etwas überschüssigem Ammoniak unter einem Druck von 4 at Luft 4. Stunden lang auf i 5o bis 17o° erhitzt. Der beim Eindampfen erhaltene Rückstand enthält 14. °!o Stickstoff, von dem etwa 82 °/o mit Kalilauge als Ammoniak ausgetrieben werden können. Beispiel s Calciumbisulfitablauge wird mit Ammoniak neutralisiert und auf einen Gehalt anTrockensubstanz von 2o bis 30 % konzentriert. Diese Lauge behandelt man in Gegenwart von überschüssigem Ammoniak 2 bis 4 Stunden lang bei i2o bis 16o° mit Luft und erhält nach dem Trocknen und Mahlen einen streufähigen Dünger mit einem Stickstoffgehalt von io,6°/0. Durch eine an sich bekannte Umsetzung der Calciumbisulfitabläuge mit Ammoniumsalzen von Säuren, die schwerlösliche Kalksalze geben, z. B. mit Ammonsulfat, Ammoncarbonat oder Diammonphosphat, kann man noch stickstoffreichere Produkte, z. B. solche mit einem Stickstoffgehalt von 13,5 °/o, erhalten. Die unlöslichen Kalksalze kann man abtrennen oder in der Masse belassen und die Umsetzung mit den Ammoniumsalzen vor oder nach der Behandlung mit Ammoniak und Luft vornehmen.
- Beispiel 6 Eine Calciumbisulfitablauge, der zwecks Gewinnung von Sulfitsprit ein Teil der gelösten Kohlenhydrate durch Gärung entzogen wurde, wird 2'/2, Stunden lang bei i2o bis 14o° mit Ammoniak und Luft unter Druck erhitzt. Durch Eindampfen und Mahlen des Rückstandes erhält man einen streufähigen Dünger mit 13 °/o Stickstoff.
- Statt der Calciumbisulfitschlempe kann man mit gutem Erfolg auch eine Schlempe aus Ammonbisulfitablauge verwenden.
- Beispiel ? ioo Teile eines durch Eindampfen von Sulfitablauge erhaltenen trockenen Rückständes werden mit 15 Teilen flüssigem oder gasförmigem Ammoniak im geschlossenen Gefäß auf i8o° erhitzt. Man erhält Produkte mit einem Stickstoffgehalt von 7 bis io °/a.
- Beispiel 8 ioo Teile eines Trockenrückstandes von Sulfitablauge werden mit 6o Teilen Ammoncarbonat oder Ammoncarbamat im geschlossenen Gefäß auf i8o° erhitzt. Der so erhaltene Dünger enthält etwa 9 % Stickstoff.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Düngemitteln aus Sulfitzellstoffablaugen, insbesondere aus ammoniakhaltigen Zellstoffablaugen, dadurch gekennzeichnet, daß diese Ausgangsstoffe nach Zusatz von Ammoniak und gegebenenfalls unter Zuführung oxydierender Gase einer Druckerhitzung bei solchen, durchweg unterhalb 2oo° liegenden Temperaturen unterwor- !en werden, daß keine kohligen Abscheidungen auftreten, worauf man die erhaltene Masse in streufähige Form überführt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Lauge vor der Druckerhitzung Torfmull, Sägespäne und ähnliche Stoffe zugemischt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Zellstoffablauge zunächst teilweise oder ganz eindampft.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE561487T | 1930-02-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE561487C true DE561487C (de) | 1932-10-14 |
Family
ID=6566241
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930561487D Expired DE561487C (de) | 1930-02-18 | 1930-02-18 | Verfahren zur Herstellung organischer Duengemittel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE561487C (de) |
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1230045B (de) * | 1962-07-19 | 1966-12-08 | Metallgesellschaft Ag | Vorrichtung zur Gewinnung von organischen stickstoffreichen Duengemitteln aus Zellstoffkocherablaugen oder aehnlichen Stoffen |
| DE1247353B (de) * | 1962-08-18 | 1967-08-17 | Metallgesellschaft Ag | Verfahren zur Gewinnung von organischen, stickstoffreichen Duengemitteln aus Zellstoffkocherablaugen oder anderen aehnlichen organischen Stoffen |
| DE1745632B1 (de) * | 1959-01-19 | 1970-07-16 | Flaig Dr Wolfgang | Verfahren zur Herstellung von stickstoffreichen Ligninprodukten |
| US4002457A (en) * | 1974-08-19 | 1977-01-11 | International Telephone And Telegraph Corporation | Soil conditioners and fertilizers from spent sulfite liquor |
| DE2811235A1 (de) * | 1977-03-24 | 1978-09-28 | Chisso Corp | Verfahren zur herstellung von organischen duengemitteln |
| DE4308951A1 (de) * | 1993-03-19 | 1994-09-22 | Fischer Klaus Prof Dr Ing Habi | Organisches Düngemittel und Verfahren zu seiner Herstellung |
| DE102009051885A1 (de) | 2009-11-04 | 2011-05-05 | Blue Globe Energy Gmbh | Organo-mineralisches Düngemittel und Verfahren zu dessen Herstellung |
-
1930
- 1930-02-18 DE DE1930561487D patent/DE561487C/de not_active Expired
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| DE1745632B1 (de) * | 1959-01-19 | 1970-07-16 | Flaig Dr Wolfgang | Verfahren zur Herstellung von stickstoffreichen Ligninprodukten |
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