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Kippsicherung für aufricht-, auszieh- und drehbare Feuerwehrleitern
mit Kraftantrieb Gegenstand der Erfindung ist eine weitere Ausbildung der Kippsicherung
nach Patent 399 786. Bei dieser Kippsicherung ist im Drehgestell ein die Abstellmittel
für die Getriebe betätigender Gleitschieber senkrecht verschiebbar gelagert, der
durch einen vom Aufrichte- und Auszugsgetriebe beeinflußten Steuerhebel gesteuert
wird und an dem ein Lot aufgehängt ist. Das Lot, das bei der Aufstellung der Leiter
auf schrägem Gelände den Gleitschieber entsprechend einstellt, wirkt unmittelbar
auf die Steuerhähne ein, so daß bei schrägem Gelände die Steuerhähne schon vor Beginn
des Ausziehens teilweise geschlossen sind und ein einwandfreies Arbeiten des Getriebes
nicht gewährleistet ist.
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Dieser Nachteil wird gemäß der Erfindung dadurch beseitigt, daß der
doppelarmige Steuerhebel, dessen einer Arm mit einem Langloch auf einem Zapfen der
mit dem Auszugsgetriebe verbundenen Steuerscheibe geführt ist und dessen andererArm
beiErreichung der Kippgrenze gegen einen Zapfender mit dem Aufrichtegetriebe verbundenen
Steuerscheibeanschlägt" aneinerauf dem Gleitschieber verschiebbaren Muffe drehbar
gelagert ist, die durch einen Lenker mit einem oberhalb des :\ufhängezapfens der
Lotstange befindlichen schrägen Ansatz derselben verbunden ist, und daß der mit
den Abstellmitteln für die Getriebe zwangsläufig, z. B. durch Zahntrieb und Stangen,
verbundene Gleitschieber unter der Wirkung einer ihn in der Grundstellung haltenden
Kraft, z. B. einer Feder, steht.
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Hierdurch wird erreicht, daß das Lot bei schrägem Gelände lediglich
den doppelarmigen Steuerhebel verstellt, der auf einer auf dem Gleitschieber gleitenden
Muffe drehbar gelagert ist. Eine Einwirkung auf die Abstellgetriebe erfolgt hierbei
nicht. Bei entsprechender Ausbildung der Verbindungsglieder zwischen der Lotstange
und der Muffe können beim Drehen der Steuerhähne auftretende Widerstände die von
der Geländeneigung abhängige Einstellung des Lotes nicht behindern, da das Gewicht
des Lotes groß, der Hebelarm des mit der Lotstange ein Stück bildenden Ansatzes
dagegen klein ist. Durch diese Anordnung wird außerdem bei der Steuerung des doppelarmigen
Hebels durch die Steuerscheiben und der hierdurch bewirkten Bewegung der Muffe nach
unten ein Ausschwenken des Lotes verhindert, und die von der Muffe ausgeübte, nach
unten wirkende Kraft wird über den Lenker und den schrägen Ansatz der Lotstange
auf deren Aufhängezapfen
und damit auf den Gleitschieber übertragen,
wodurch dieser ebenfalls nach unten bewegt wird.
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An dem Gleitschieber kann ein Kontakt angebracht sein, der bei der
Verschiebung des Gleitschiebers in die Ausschaltstellung einen eine Anzeigevorrichtung
betätigenden elektrischen Stromkreis schließt. Die Anzeigevorrichtung ist besonders
für die Benutzung der Leiter bei Nacht von großem Vorteil, da durch ein Lichtzeichen
auf die Nähe der Kippgrenze aufmerksam gemacht wird.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Abb. i zeigt eine Seitenansicht der Kippsicherung bei eingezogener
und abgelegter Leiter auf waagerechtem Untergrund.
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Abb. 2 zeigt eine Draufsicht zu Abb. i. In Abb. 3 ist eine ausgezogene
Leiter auf abfallendem Gelände dargestellt, während aus Abb. 3a die durch die Geländeneigung
hervorgerufene Einstellung des Lotes und die entsprechende Verschiebung der Steuerteile
ersichtlich ist. Die Abb. 4 und qa zeigen die Leiter bzw. die Einstellung der Steuerteile
auf ansteigendem Gelände. In den Abb. 5 und 6 ist die Anzeigevorrichtung nebst Anordnung
der Kontakte ersichtlich.
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Der in Lagern 2 geführte Gleitschieber r weist in seinem mittleren
Teil eine Verzahnung auf, in die Zahnsegmente i i eingreifen, an welche zu den Abstellmitteln
der Leitergetriebe führende Stangen 12 angelenkt sind. Der Gleitschieber r ist mit
einem Aufhängezapfen 7 versehen, an dem die Lotstange 2o mit dem Lot s drehbar angehängt
ist. Die Lotstange 2o weist oberhalb des Aufhängezapfens 7 einen schrägen Ansatz
8 auf, der mit dem einen Ende eines Lenkers i o verbunden ist, dessen anderes Ende
auf einem Zapfen 21 der auf dem Gleitschieber r verschieblichen Muffe 3 drehbar
gelagert ist.
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Auf dem Zapfen 21 der Muffe 3 ist ferner lose drehbar der doppelarmige
Steuerhebel x gelagert, dessen einer Arm eine Schlitzführung 13 aufweist, in die
der Zapfen 5a der Steuerscheibe 5 für das Auszugs- und Einlaßgetriebe eingreift
und dessen anderer, mit einer Gleitführung 22 versehener Arm gegen den Zapfen 6a
der Steuerscheibe 6 des Aufrichte- und Neigegetriebes anschlägt. Eine am unteren
Ende des Gleitschiebers r angreifende Ausgleichvorrichtung, z. B. eine Feder 14#
hält die an dem Gleitschieber r angehängten Teile im Gleichgewicht und drückt diese
in die Nullage zurück, sobald eine Kippgefahr für die Leiter nicht mehr besteht.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Wird die Leiter auf
waagerechtem Gelände aufgerichtet, so dreht sich die Steuerscheibe 6 mit dem Zapfen
6a im Sinne des eingezeichneten Pfeiles (Abb. i) und gibt entsprechend dem Neigungswinkel
der Leiter zur Waagerechten das rechte Ende des Steuerhebels x frei. Hiernach kann
das Auszugsgetriebe der Leiter in Tätigkeit gesetzt werden, wobei die Steuerscheibe
5 mit dem Zapfen 5a im Sinne des eingezeichneten Pfeiles (Abb. i ) gedreht wird.
Bei dieser Bewegung der Steuerscheibe 5 wird das linke Ende des Steuerhebels x durch
den in seinem Langloch 13 geführten Zapfen 5a mitgenommen. Hierbei legt sich entsprechend
dem jeweiligen Neigungswinkel der Leiter zur Waagerechten das rechte Ende des Steuerhebels
x früher oder später gegen den Zapfen 6a der Steuerscheibe 6. Wird nun die Steuerscheibe
5 weitergedreht, so wird der Steuerhebel x durch den Zapfen 5- und durch
das Anschlagen seines rechten Armes gegen den Zapfen 6a zusammen mit der Muffe 3
aus der Grundstellung nach unten verschoben. Die Bewegung der Muffe 3 nach unten
wird durch den an ihr angelenkten Lenker i o auf den schräg nach oben, gerichteten
Ansatz 8 der Lotstange 2o und von hier auf den am Gleitschieber r befestigten Zapfen
7 übertragen, wodurch auch der Gleitschieber r nach unten bewegt wird. Hierdurch
werden die in die Verzahnungen des Gleitschiebers r eingreifenden Zahnsegmente i
i gedreht, und die an sie angeschlossenen Stangen 12 stellen die Steuerhähne des
Aufrichte-, Auszugs- und Drehgetriebes ab. Durch diese Vorrichtung ist ein Überschreiten
der zulässigen Auszugslänge der Leiter bei einer bestimmten Neigungslage zur Waagerechten
verhindert. Soll die Leiter weiter ausgezogen werden, so muß zunächst das Aufrichtegetriebe
wieder in Gang gesetzt werden, d. h. der Neigungswinkel der Leiter zur Waagerechten
muß vergrößert werden, wobei gleichzeitig der Gleitschieber r durch die Feder 14
in seine Grundstellung zurückgebracht wird.
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Bei geneigtem Gelände wird infolge des sich stets senkrecht einstellenden
Lotes s die Muffe 3 und der drehbar an ihr gelagerte Steuerhebel x durch den an
der Lotstange 20 befindlichen schrägen Ansatz 8 und den Lenker io je nach der Geländeneigung
in eine andere Höhenlage gebracht, wodurch die Abstellung der Leitergetriebe früher
oder später erfolgt, da der Steuerhebel x sich entsprechend früher oder später gegen
den Zapfen 6a anlegt. Auf abfallendem Gelände mit dem Neigungswinkel (3 (Abb. 3)
wird die Muffe 3 durch das Lot s weiter nach oben verstellt, als dies auf waagerechtem
Gelände der Fall ist, und auf ansteigendem Gelände bei gleichem Steigungswinkel
(Abb. q.) dagegen nach unten gezogen, wie dies aus den Abb. 3a und ¢a zu ersehen
ist. Kann also die Leiter auf
waagerechtem Gelände bei einer bestimmten
Auszugslänge bis auf den Winkel a geneigt «-erden, so ist bei abfallendem Gelände
(Abb. 3 ) der zulässige Neigungswinkel, bei dem die Getriebe abgestellt werden,
gleich a + ß, bei ansteigendem Gelände (Abb. ¢) gleich a - 13.
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An dem Gleitschieber r ist ein elektrischer Kontakt 15 angeordnet,
der beim Verschieben des Gleitschiebers r einen am Leitergestell angeordneten Kontakt
16 berührt und dadurch eine Anzeigevorrichtung in Tätigkeit setzt, die aus einer
Lampe i 7 und einem Lichtzeichen 18 besteht.