-
Vollautomatische Maschine zum Zerschneiden von Bogenstapeln Es ist
bekannt, an Maschinen oder sonstigen technischen Einrichtungen vorhandene, zur Bewegungsübertragung
bestimmte Maschinenteile zu verriegeln, um unbeabsichtigte Bewegungen zu verhindern.
Derartige Anordnungen sieht man auch bei Papierschneidmaschinen vor, bei denen man
beispielsweise das :Messer am Ende jedes Aufwärtshubes selbsttätig verriegelt oder
bei Anordnung eines Drehtisches, das Messer gegenüber dem Drehtisch verriegelt oder
auch die Hauptkupplung gegenüber dem Preßbalken sperrt.
-
Vollautomatische Maschinen zum Zerschneiden von Bogenstapeln müssen
in folgenden verschiedenen Schaltungen arbeiten können: z. vollautomatisches Zerschneiden
des Stapels in zahlreiche Streifen, a. Handauslösung der Messerbewegung für jeden
einzelnen Schnitt, 3. selbsttätige Verschiebung des Sattels bei ausgeschaltetem
Messer, q.. stetiger Sattelvorschub vorwärts bzw. rückwärts mit erhöhter Geschwindigkeit,
5. Feineinstellung des Sattels von Hand. Ist die Maschine für eine dieser Schaltungen
eingestellt, so muß dafür gesorgt werden, daß die für die anderen Schaltungen vorhandenen
Schaltgestänge verriegelt werden, Die Verriegelung geschieht an verschiedenen Stellen
der Maschine je nach dem Anordnungsort des betreffenden Schaltgestänges an der Maschine.
Die Übersicht über die Verriegelungseinrichtungen ist dadurch erschwert, und es
ist möglich, daß die Bedienungsperson an der stillgesetzten Maschine nicht ohne
weiteres feststellen kann, für welchen Arbeitsgang sie zuletzt geschaltet war. Es
kommt daher vor, daß die Bedienungsperson falsche Schaltungen vornimmt, wodurch
die Leistung der Maschine beeinträchtigt wird.
-
Die Erfindung betrifft eine vollautomatische Maschine zum Zerschneiden
von Bogenstapeln, bei welcher die Gestängeteile für die Bewegungen der einzelnen
Maschinenteile, z. B. für die Messerbewegung, für den Sattelschnellgang und für
den schrittweisen Vorschub des Sattels verriegelt werden, und besteht darin, daß
die Gestängeteile durch einen einzigen beweglichen Maschinenteil verriegelt werden,
der über eine Skala bewegt wird, die jeweils angibt, für welchen Arbeitsgang die
Maschine eingestellt ist. Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird die Verriegelung
aller Schaltgestänge zentralisiert und kann von einer einzigen Stelle der Maschine
aus vorgenommen und kontrolliert werden. Hierdurch wird die Bedienung der Maschine
vereinfacht und die Leistung erhöht. Die Erfindung wird insbesondere in der Weise
-ausgebildet, daß der bewegliche Maschinenteil, welcher die Verriegelung bewirkt,
aus einer mit Handrad versehenen Welle besteht, auf der Nockenscheiben sitzen, durch
die unter Federwirkung stehende Schubstangen in ihrer Längsrichtung verschoben werden,
welche die Gestängeteile sperren oder freigeben.
-
Die Verriegelung mehrerer Schalthebel durch ein einziges Sperrorgan,
das von einer Kurvenscheibe gebildet wird,t ist bereits bei Geschwindigkeitswechselgetrieben
bekannt. Dort handelt es sich aber um Vorrichtungen,
bei denen die
einzelnen Schalthebel unmittelbar nebeneinander angeordnet sind und daher die Verriegelung
aller Schalthebel mühelos an ein und derselben Stelle vorgenommen werden kann. Demgegenüber
sind bei den räumlich weit größere Ausdehnung besitzenden und weit komplizierteren
vollautomatischen Maschinen zum Zerschneiden von Papierstapeln die Schaltgestähge
an voneinander zum Teil erheblich entfernten Stellen der Maschine angeordnet, so
daß bei Durchführung der erfindungsgemäßen Anordnung weit größere Schwierigkeiten
zu überwinden waren.
-
Die Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform der Erfindung,
und zwar zeigt: Abb. i eine Seitenansicht des einen Pfeilers der Papierschneidmaschine,
Abb. 2 eine Vorderansicht desselben Pfeilers, Abb. 3 bis 6 Einzelheiten der Verriegelungseinrichtung,
Abb. 7 einen Teil der Maschine in Draufsicht, mit waagerechtem Schnitt durch die
beiden Pfeiler, Abb. 8 eine weitere Einzelheit der Verriegelungseinrichtung.
-
Das Gestell der Papierschneidmaschine ist mit i, der Tisch mit 2 bezeichnet.
Mit 3 ist die in den Pfeilern i vorgesehene Führung für das Messer angedeutet.
-
In dem einen Pfeiler i ist eine ihn waagerecht durchdringende und
parallel zum Tisch 2 verlaufende Welle ,4 drehbar gelagert, die auf der einen Seite
des. Pfeilers ein Handrad 5 und auf der anderen Seite eine Anzahl Nockenscheiben
6 trägt. Gegen den Umfang jeder Nockenscheibe 6 stützt sich das eine Ende je einer
Stange 7, die in einem Konsul 8 senkrecht und längsverschiebbar gelagert sind. Auf
den. Stangen 7 sitzende Federn 9 halten die Stangenenden in ständiger Anlage an
den Umfang der zugehörigen Nockenscheiben 6.
-
Eine der Stangen 7 besitzt am unteren Ende einen keilförmigen Ansatz
io. Dieser greift in einen entsprechenden Ausschnitt einer Schubstange i i ein,
die den Pfeiler i parallel zur Welle 4 durchdringt und in Längsrichtung hin und
her beweglich ist. Die Schubstange i i ist mit -dem einen Ende an einem Schalthebel
15 angelenkt. Mit diesem Schalthebel kann über ein nicht dargestelltes Gestänge
.die bekanntlich zwischen der Maschine und der Antriebsvorrichtung vorgesehene Kupplung
ein- bzw. ausgerückt werden, die in jedem Falle zu betätigen ist, wenn die Maschine
eingerückt oder stillgesetzt werden soll. Wird durch die betreffende Nockenscheibe
6 das Keilstück i o aus der in Abb.4 ersichtlichen Stellung in die in der Abb. 5
dargestellte Stellung gebracht, d. h. vollständig in den Ausschnitt der Schubstange
i i eingetrieben, so ist die Schubstange i i und damit der Schalthebel i S gegen
Bewegung verriegelt.
-
Die Bedeutung der anderen Stangen 7 innerhalb der dem Ausführungsbeispiel
zugrunde liegenden Konstruktion wird weiter unten erläutert. Hier sei nur bemerkt;
daß auch diese Stangen durch Verdrehen der Nockenscheiben 6 wahlweise die anderen
Gestängeteile der Maschine verriegeln können, und daß durch die Verriegelung bzw.
Entriegelung des einen oder anderen Gestängeteils durch die Stangen 7 die Schaltung
der Maschine für den einen oder anderen Arbeitsgang beeinflußt wird. Um zu erkennen,
welche der Stangen 7 jeweils als verriegelnde Stange wirksam ist, d. h. welcher
Arbeitsgang jeweils eingestellt ist, läuft das Handrad 5 über einer Skala 13, welche
die jeweils eingestellte Schaltung angibt. Das Handrad 5 ist als Scheibenrad ausgebildet
und besitzt einen sektorartigen Ausschnitt 14. Die Skala ist unmittelbar unter dem
Scheibenrad angebracht und wird von ihm verdeckt bis auf den Teil, über dem sich
gerade der sektorartige Ausschnitt 14 befindet. Bei dieser Einrichtung läßt sich
mit einem einzigen Blick erkennen, für welchen- Arbeitsgang die Maschine jeweils
eingestellt ist.
-
Die Wirkungsweise der Schalt bzw. Verriegelungseinrichtung ist im
übrigen aus den Abb. 7, 8 ersichtlich. Dort ist mit 17 die Welle bezeichnet, auf
der die Riemenscheiben 18 sitzen, die über die Riemen i9 und die Scheiben 2o die
Welle 2i antreiben. Zwischen den Scheiben 2o ist die bekannte Ausrück-bzw. Umschaltkupplung
22 vorgesehen, die über das Gestänge 23 mittels des Handhebels 24 bestätigt wird.
Von der Welle 2i kann über Zahnräder 25 eine Welle 26 gedreht werden.. Auf ihr sitzt
die Schnecke 27, die mit dem Schneckenrad 28 der Seiltrommel 29 für das am Sattel
angreifende Seil 30 in Eingriff steht. Mittels. Handrad 31 der Welle 26 wird
in bekannter Weise die Einstellung des Sattels von Hand bewirkt.
-
Damit bei Trennarbeiten keinerlei Verstellung des Sattels möglich
ist, wird die Seiltrommel 29 festgeklemmt, indem die Bügel 32, die bei 33 gelagert
sind, sich unter der Wirkung der Federn 34 fest um die mit der Seiltrommel29 ein
Ganzes bildende Bremsscheibe 35 legen. Die Bremsung wird durch Verdrehung des bei
36 gelagerten Knebels 37 aufgehoben.
-
Ferner ist auf der Zeichnung die bekannte Kurbelschleifenvorrichtung
zum absatzweisen und veränderlichen Antrieb des Sattels dargestellt. Diese besteht
aus der Kurbelschleifenkulisse
38, in deren Schlitz der Kurbelzapfen
39 einer ständig umlaufenden Welle 4o eingreift und an deren Kulissenstein eine
Zahnstange 41 angelenkt ist, die über Zahnräder auf ein Kegelradpaar 42 einwirkt,
das mittels einer Kupplung 43 mit dem einen der Zahnräder 2,5 und dadurch
mit der Schnecke 27 und Schneckenrad 28 gekuppelt werden kann. Die Schaltung der
Kupplung 43 erfolgt mittels des Kupplungshebels 44.
-
Erfindungsgemäß sind mehrere Blockierungsvorrichtungen vorgesehen.
Die Stange 23 kann mittels des federbeeinflußten, in einen Schlitz der Stange eingreifenden
Keiles 45 durch Verschieben des Keiles entgegen der Wirkung der Feder gesperrt werden.
Eine entsprechende Anordnung ist mittels Keiles 46 zum Blockieren des Hebels 44
getroffen.
-
Die Kulisse 38 kann mittels eines Bolzens 47 festgestellt werden,
der gleichfalls unter der Wirkung einer ihn in Sperrstellung haltenden Feder steht.
An den Teilen 37, 45, 46 und 47 greifen Seilzüge 48 an, die über Leitrollen 49 hinweg
so geführt sind, daß sie an der Zentralschaltstelle zusammenkommen. In Abb. 8 ist
eine einfache Art des Anschlusses der Seile an die einzelnen senkrechten Stangen
7 dargestellt. Die Abwärtsbewegung der Stangen 7 - veranlaßt durch die Nocken 6
der Welle 4 - wird mittels der im Gehäuse 8 bei So gelagerten Winkelhebel 51 auf
die an diese angeschlossenen Seile übertragen.
-
Unter Umständen kann das Keilstück io auch als Kupplungsorgan zweier
getrennter Teile dienen, wie aus Abb. i ersichtlich ist. Hier besteht die von dem
Gesamteinrückhebel 15 zu bewegende Stange i i aus einem hülsenförmigen Teil und
einer mit dem einen Ende an diesen angreifenden Stange. Die Bewegungen der Hülse
werden auf die Stange durch das Keilstück io übertragen, das aus diesem Grunde bei
12 gelenkig an der Schubstange 7 angebracht ist. Ist die Stange 7 gehoben, so kann
bei der Bewegung der Hülse und des mitgenommenen Keilstückes io dieses nicht bis
an die Stange gelangen. I"st sie aber gesenkt, so legt sich das Keilstück io an
die Stirnseite der einen Stange an und überträgt damit die Bewegungen der Hülse
auf die Stange (vgl. Abb. 4 bis 6).
-
Ist die Papierschneidmaschine mit mehreren Nockenscheiben versehen,
wie es z.B. notwendig ist, wenn ein Schnitt wahlweise nach einmaligem, zweimaligem
oder mehrmaligem Vorschub des Stapels eintreten soll, so wird vorteilhaft die von
den einzelnen Nockenscheiben zu betätigende Schubstange 7 zweiteilig ausgeführt
und der nicht mit den einzelnen Nockenscheiben in Verbindung stehende Teil durch
eine der Keilstücke io so beeinflußt, daß er, entgegen der Wirkung einer Feder,
vom anderen Teil so weit abgezogen werden kann, daß sich die Stoßbewegungen des
von der Nockenscheibe beeinflußten Teiles nicht mehr auf ihn übertragen können.
Wird aber das Keilstück io in den Stangenausschnitt hineingezogen, so kann der Schubstangenteil,
in den das: betreffende Keilstück eingreift, unter der Wirkung der es beeinflussenden
Feder und infolge der keilförmigen Gestaltung des Ansatzes io mit dem von der Nockenscheibe
bewegten Teil in direkten Kontakt kämmen und an dessen Bewegungen teilnehmen.