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Rückschlagsichere Kurbel Die rückschlagsicheren Kurbeln, wie sie z.
B. zum Anwerfen von Brennkraftmaschinen Verwendung finden und bei denen die Kurbel
durch eine lösbare Kupplung mit dem zu drehenden Körper sich verbindet, müssen vor
allem der Bedingung genügen, daß bei einem Rückschlag des sich drehenden Körpers
die Kurbel selbst nicht die geringste Rückwärtsbewegung machen kann, da namentlich
in denjenigen Fällen, wo größere Drehwiderstände zu überwinden sind, wie z. B. beim
Anwerfen schwerer Brennkraftmaschinen oder bei der Bedienung schwerer Lastwinden
u. dgl., der die Kurbel Bedienende sich mit großer Kraft gegen die Kurbel stemmt
und infolgedessen auch ein ganz feiner, äußerlich kaum wahrnehmbarer Rückschlag
oft äußerst schmerzhaft ist und oft schwere Verletzungen oder Verstauchungen verursacht.
Jener Bedingung einer Verhütung auch der geringsten Rückwärtsdrehung der Kurbel
genügen daher sämtliche Kurbelkupplungen nicht, bei denen irgendeinBestandteil bei
einemRückschlag der zu drehenden Welle einen Weg zurücklegen muß, um die Verbindung
zwischen der Kurbel und dem zu drehenden Körper zu lösen, da die Bewegung irgendeines
Bestandteils immer eine gewisse Zeit erfordert, und während dieser Zeit muß in jenem
Fall die Kurbel entweder eine entsprechende Rückwärtsbewegung machen oder wenn ihr
Rücklaufgesperre derart beschaffen ist, daß es die Kurbel gegen jede Rückwärtsbewegung
sperrt, muß bis zur Lösung der durch das Gesperre festgehaltenen Kurbel von der
rückschlagenden Welle o. dgl. irgendein Bestandteil nachgeben, also beschädigt oder
gar zerstört werden. Verwendet man zum Kuppeln der Kurbel mit dem zu drehenden Körper
eine Klemmkupplung, so hat eine solche Kupplung zwar die Eigenschaft, daß zu ihrem
Lösen kein Bestandteil einen Weg zurücklegen braucht, sondern lediglich ihr Klemmdruck
aufgehoben werden muß, aber eine derartige Kupplung hat andererseits die Eigenschaft,
daß sie sich auch bei einem Rückschlag des durch die Kurbel in Drehung versetzten
Körpers festzuziehen strebt, weil bei einer Rückwärtsdrehung dieses Körpers dieselben
Relativbewegungen zwischen ihm und der Kurbelkupplung auftreten, wie bei einer Drehung
des Körpers im entgegengesetzten Sinn mittels der Kurbel. Hemmt man also bei Verwendung
einer Klemmkupplung als Kurbelkupplung die Kurbel gegen jegliche Rückwärtsbewegung,
so bedeutet dies, daß bei einem Rückschlag der. zu drehenden Welle o. dgl. diese
die auf sie wirkende Klemmkupplung festzuziehen strebt, was gleichfalls, je nach
der Größe der wirksamen Rückschlagkraft, zu einer Zerstörung irgendeines Bestandteils
führen kann.
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Gemäß der Erfindung ist unter Verwendung der an sich als Kurbelkupplung
vorteilhaften Klemmkupplung jene hier auftretende Schwierigkeit dadurch behoben,
daß zwischen die Kurbelkupplung und die von der Kurbel zu drehende Welle ein die
Welle zylindrisch umgebender in radialer Richtung nachgiebiger
Zwischenkörper
eingefügt ist, der die Kurbel bei ihrer Drehung in dem einen Drehsinn unter dem
Einfluß der Klemmkupplung mit der Welle klemmend verbindet. In diesem Fall kann
die Welle sich in einem dem Kurbeldrehsinn entgegengesetzten Sinn in jenem /.wischenkörper
ungehemmt bzw. lediglich unter Überwindung des Klemmdrucks dieses Zwischenkörpers
dienen, ohne daß sie hierbei die auf den Zwischenkörper wirkende und in dieser Drehrichtung
von dem Rückschlaggesperre gehaltene Klemmkupplung selbst zu beeinflussen vermag.
Infolgedessen ist im vorliegenden Fall die Verwendung eines die Kurbel an jeglicher
Rückwärtsbewegung hindernden Rücklaufgesperres möglich, ohne daß selbst bei einem
Auftreten einer großen Rückschlagkraft die Gefahr der Beschädigung irgendeines Bestandteiles
besteht, da die Welle bei ihrer Rückwärtsdrehung immer nur den Klemmdruck des auf
sie wirkenden Zwischenkörpers zu überwinden hat, der nie größer sein kann als der
durch die Kurbelkupplung auf den Zwischenkörper ausgeübte Klemmdruck. Da andererseits
aber bei Verwendung eines entsprechenden Rücklaufgesperres die Kurbel selbst an
jeglicher Rückwärtsbewegung gehindert ist, so ist die die Kurbel bedienende Mannschaft,
selbst wenn sie mit großer Kraft an der Kurbel eingreift, völlig ungefährdet. Um
das Lösen derWelle von dem Zwischenkörper bei einem Rückschlag nach Möglichkeit
zu erleichtern, ist es zweckmäßig, den Zwischenkörper nur auf demjenigen Teil, auf
welchem er die Kurbelkupplung trägt, mit der Welle klemmend zu verbinden.
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Anstatt daß das Rücklaufgesperre unmittelbar auf die Kurbel wirkt,
kann es im vorliegenden Fall auch jenem Zwischenkörper zugeordnet werden; in diesem
Fall ändert sich an der Wirksamkeit des Rücklaufgesperres in bezug auf die rückschlaghemmende
Wirkung auf die Kurbel nichts, diese Anordnung bietet jedoch den besonderen Vorteil,
daß man die Kurbel durch Rückwärtsdrehen auf jenem Zwischenkörper in beliebig für
den Kraftangriff jeweilig am besten geeignete Winkelstellungen bringen kann, da
bei jener Rückwärtsdrehung der Kurbel auf jenem Zwischenkörper dieser durch das
Rücklaufgesperre an einer Drehbewegung in jener Richtung gehemmt ist, während die
Kurbel selbst, durch dieKlemmkupplung ungehindert, sich im rückläufigen Sinn auf
dem Zwischenkörper drehen kann.
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Der Zwischenkörper kann beispielsweise die Gestalt einer zylindrischen
Büchse haben, welche auf demjenigen Teil, auf dem sie die Kurbelkupplung trägt,
längsgeschlitzt ist, so daß die Kurbelkupplung bei Drehung der Kurbel in dem einen
Drehsinn durch den geschlitzten Büchsenteil hindurch klemmend auf die in der Büchse
befindliche Welle wirkt.
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Das Rücklaufgesperre kann in beliebiger geeigneter Weise ausgebildet
sein, beispielsweise kann es gleichfalls aus einer Klemmkupplung bestehen.
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Die Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform der Vorrichtung,
bei welcher die Kurbelkupplung wie das Rücklaufgesperre in an sich bekannter Weise
je aus einer an ihrem einen Ende gehaltenen Spiralfeder besteht, in Abb. i in einem
Längsschnitt durch das Kurbelgehäuse, in Abb. 2 in einem Längsschnitt durch die
ganze Vorrichtung und in Abb. 3 in einem Querschnitt nach A-B der Abb. a als ein
Ausführungsbeispiel.
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In die Nabe a der Kurbel ist ein zylindrischer Körper b eingefügt,
der seinerseits auf einen mit der zu drehenden Welle zu kuppelnden Körper g passend
aufgeschoben ist. Der Körper b trägt hintereinander zwei im entgegengesetzten Sinn
gewundene Schraubenfedern c und d, und er ist auf demjenigen Teil, auf welchem er
die Feder c trägt, mit Längsschlitzen f versehen. Die Feder c ist, wie insbesondere
die Abb. i erkennen läßt, an der Kurbel a befestigt und, im Sinn der Abb. i von
links gesehen, links gewunden, die Feder d ist entgegengesetzt, also im Sinn der
Abb. i rechts gewunden und an einem Körper e befestigt, welcher in die Nabe
a lose drehbar eingefügt ist. Der Körper g weist beispielsweise einen Quersteg
h auf, welcher zwecks Verbindung des Körpers g mit der zu drehenden Welle oder einem
sonstigen zu drehenden Bestandteil in einen entsprechenden Schlitz dieses Körpers
einzuschieben ist. Der Körper e der Kurbel muß alsdann undrehbar mit irgendeinem
Bestandteil vereinigt werden; zu diesem Zweck kann er beispielsweise mit einer vierkantigen
Aussparung b1 versehen sein, mit welcher er sich auf einen entsprechenden feststehenden
Vierkantkopf aufsetzt, wenn die Kurbel mit dem zu drehenden Körper vereinigt wird.
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Wird die Kurbel a im Sinn der Abb. i rechtsherum gedreht, so wird
die Feder c hierbei mitgenommen und auf der Büchse b gespannt, die den hierdurch
auf sie ausgeübten Preßdruck infolge ihrer durch die Längsschlitze bewirkten Nachgiebigkeit
auf den Körper g und hierdurch auf den mit dem Körper g gekuppelten, nicht mehr
dargestellten, zu drehenden Körper überträgt. Der Zylinder b schleift hierbei gegenüber
der durch den Körper e an einer Drehung gehinderten Schraubenfeder d, indem er,
falls diese eine gewisse Vorspannung besitzt, hierbei deren Vorspannungsreibungsdruck
überwindet. Vollführt der zu drehende Körper einen Rückschlag, so überträgt sich
diese Drehbewegung,
solange die Kurbelfeder c unter einer gewissen
Spannung steht, auf den Körper b; versucht dieser aber sich in einem dem Drehsinn
der Kurbel a entgegengesetzten Sinn zu drehen, so wird er hieran sofort durch die
sich spannende bzw. stärker spannende Feder d gehindert, so daß auf die Kurbel a
selbst keinerlei Rückschlag zur Wirkung kommen kann, andererseits aber vermag sich
der Körper g lediglich unter Überwindung des etwaig noch durch die Feder c und die
Büchse b auf ihn ausgeübten Klemmdrucks, im übrigen aber ungehemmt im Sinn des Rückschlags
zu drehen.