-
Koksofenbatterie mit stehenden Kammern Die Erfindung bezieht sich
auf eine Koksofenbatterie mit stehenden Kammern und mit von senkrechten Heizzügen
durchsetzten Heizwänden, die mit längs der Batterie angeordneten Regeneratoren verbunden
sind.
-
Wegen der verhältnismäßig großen Höhe derartiger Ofen ist die Aufgabe,
eine gleichmäßige Beheizung in den langen senkrechten Heizzügen aufrechtzuerhalten,
schwieriger zu lösen als bei liegenden Kammeröfen.
-
Es ist schon vorgeschlagen worden, bei liegenden Kammeröfen die Heizwände
mit Gruppen von Heizzügen zu versehen, die so angeordnet sind, daß die Heizgase
durch die eine Gruppe von unten nach oben und darauf durch eine andere Gruppe von
oben nach unten hindurchgehen. Eine solche Anordnung der Heizzüge bei stehenden
Kammeröfen würde nur eine recht ungleichmäßige Beheizung liefern, wobei eine Hälfte
der Heizzüge gewissermaßen nur als Abzugskanal für die Verbrennungsgase aus der
anderen Hälfte dient.
-
Es sind auch schon kontinuierlich arbeitende Vertikalöfen mit Beheizung
nach dem Regenerativsystem bekannt geworden, bei denen Heizgas und Verbrennungsluft
in vertikaler Strömung oberhalb der halben Höhe der Entgasungsräume zugeführt und
entzündet werden.
-
Auch ist ein liegender Koksofen bekannt, der nur für Starkgasbeheizung
eingerichtet ist und in den Heizwänden obere und untere Brennstellen für Starkgas
und Luft an den gruppenweise zu gegenläufiger Stromrichtung verbundenen Heizzügen
derselben Heizwand hat. Dabei wirken also nur in der zweiten Gruppe die Abgase der
ersten als Verdünnungsmittel des Starkgases.
-
Nach der vorliegenden Erfindung ist die Aufgabe der gleichmäßigen
Beheizung von stehenden Kammeröfen in der Weise gelöst, daß Paare von mit gleicher
Stromrichtung arbeitenden Regeneratoren mit oberen und unteren Brennstellen der
gruppenweise zu gegenläufiger Stromrichtung zusammengefaßten Heizzüge der Kammerheizwand
verbunden sind, während Zuleitungen für Starkgas sowohl zu oberen als auch unteren
Brennstellen und eine Rückleitung für Abgas zu der im Sinne der Stromrichtung jeweils
ersten Starkgasbrennstelle vorgesehen sind, wobei die Anordnung so getroffen ist,
daß wahlweise entweder nicht vorgewärmtes Starkgas und Luft gleichzeitig zu den
oberen und unteren Brennstellen oder im Regenerator vorgewärmtes Armgas und Luft
zu den oberen bzw. vorgewärmtes Armgas gleichzeitig zu den unteren Brennstellen
zugeführt wird.
-
Gemäß der Erfindung sind also die Luft-und Gaszuleitungen zu den einzelnen
Gruppen so ausgebildet, daß, gleichgültig, ob der Ofen mit reichem Gas oder mit
armem Gas oder mit einem Gemisch aus reichem Gas und einem gasförmigen Verdünnungsmittel
betrieben -wird, die Flamme in beiden Heizzügen
gleichzeitig und
möglichst auf die volle Höhe der Heizzüge während der Perioden zwischen dem Umkehren
der Strömungsrichtung aufrechterhalten wird.
-
In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise
dargestellt.
-
Abb. i ist ein senkrechter Schnitt durch den Ofen nach der Linie B-B
von Abb.2 und q..
-
Abb.2 ist ein senkrechter Schnitt durch den Ofen nach' der Linie A-A
von Abb. i und 4.
-
Abb.3 ist ein senkrechter Schnitt nach der Linie C-C von Abb. 2 und
4.
-
Abb. q. zeigt eine Anzahl von waagerechten Schnitten, die in verschiedenen
waagerechten Ebenen nach den Linien D-D, E-E, F-F und G-G von Abb. i genommen sind.
-
Abb. 5 ist ein waagerechter Schnitt nach der Linie H-H von Abb. i.
-
Abb. 6 ist eine Draufsicht auf den Ofen. Abb. 7 ist ein Grundriß.
-
Die Ofenbatterie besteht aus stehenden Kokskammern 12 und Heizwänden
i i. Die schmalen Seiten der Kammern und der Heizwände sind durch feuerfeste Wände
i 3 verstärkt. Außerhalb dieser feuerfesten Seitenwände 13 sind zu beiden Seiten
der schmalen Kammerwände von oben bis unten Hohlräume vorgesehen _die_als Regeneratoren
und, zu anderen Zwecken, wie nachher beschrieben, dienen.
-
Wie insbesondere aus Abb: i und 4-zu--ersehen, -sind die Heizzüge
16 jeder Heizwand i i in zwei Gruppenl und K zusammengefaßt; die Heizzuggruppen
I der verschiedenen Heizwände liegen auf einer Seite der mittleren Längsscheidewände
17 und die Gruppen K auf der anderen Seite dieser Scheidewände.
-
Wie in Abb. 5 gezeigt, sind die Regeneratoren 18 in zwei Reihen I'
und K' an den Schmalseiten der Kammern angeordnet. Eine Reihe I' dieser Regeneratoren
entspricht der Gruppe der Heizzüge I; die andere Reihe K' der Regeneratoren entspricht
den Heizzügen der Gruppe K. Jede Reihe dieser Regeneratoren ist überdies paarweise
gruppiert, wobei (Abb. 5) die abwechselnden Paare jeder Reihe von Regeneratoren
mit L und die dazwischenliegenden Paare mit NI bezeichnet sind. Jedes dieser Regeneratorenpaare
ist von dem anderen benachbarten Paar durch eine starke, senkrechte, gasdichte Scheidewand
ig getrennt, und die einzelnen Regeneratoren jedes Paares sind voneinander mittels
einer senkrechten, gasdichten Scheidewand 2o geschieden.
-
Die Regeneratoren 18 bestehen aus Kammern, die mit Gitterwerk 21 ausgesetzt
sind, wobei Bodenkanäle 22 (Abb. i) ausgespart sind, die sich nach oben zu in das
Gitterwerk öffnen.
-
Wie in den Abb. i und 5 dargestellt, öffnet sich der obere Teil jedes
Regenerators 18 in einen Ouerkanal 23, der sich über die zu dem betreffenden Regenerator
gehörigen Heizzüge erstreckt und mit diesen mittels der Durchlässe 24 in Verbindung
steht. Die Kanäle z3 der beiden Reihen I' und K' der Regeneratoren führen nach innen
aufeinander zu und sind durch die mittlere Scheidewand 17 getrennt. Der eineKana123
einer jedenGruppeL von Regeneratoren steht mit einer einzigen benachbarten Gruppe
von Heizzügen in Verbindung, und ein Kanal 2,3 der Regeneratoren der nächstliegenden
Gruppe M führt zu den Heizzügen derselben Gruppe derselben Heizwand. Infolge dieser
Anordnung ist jede Gruppe von Heizzügen mittels eines Paares von Kanälen 23 mit
zwei Regeneratoren der entsprechenden Reihe verbunden, wobei die mit derselben Gruppe
von Heizzügen derart verbundenen Regeneratoren zu beiden Seiten der starken Scheidewand
ig liegen. Der Vorteil dieser Anordnung wird bei der weiter unten angegebenen Arbeitsweise
der Ofenbatterie ersichtlich.
-
Am Fußende jeder Heizwand ist ein waagerechter Kanal 25 vorgesehen,-
der-iTr-Verbinf dung mit alleg Heizzügen 16 der Heizwand, steht. Infolge
dieser Einrichtung können die abwärts streichenden, brennenden Heizgase aus einer
der Gruppen I und K der Heizzüge in die andere Gruppe eintreten und
dort aufwärts gehen.
-
Am oberen Teil jeder Heizwand i i ist eine Reihe von senkrechten Gaszuführungen
26 (Abb. 3) vorgesehen, welche mit den oberen Enden der einzelnen Heizzüge 16 in
Verbindung stehen. Jede Gaszuführung 26 ist mit einer Düse versehen, die zu einer
Mischkammer 28 führt, deren Auslaß 29 mit dem oberen Teil des entsprechenden Heizzuges
in Verbindung steht. Wie aus Abb.2 ersichtlich, ist jede Kammer 28 oberhalb jedes
Heizzuges zwischen zwei Auslässen 24 angeordnet, welche die Verbindung zwischen
dem Heizzuge und den von den Regeneratoren kommenden Kanälen 23 herbeiführen.
-
Durch das Fußende einer jeden Heizwand i i ist eine Reihe von Gasleitungen
30 hindurchgeführt, die im einzelnen mit den unteren Enden der Heizzüge 16
der Heizwand in Verbindung stehen. Die Gaszuleitungen 26 und 3o dienen zu dem Zweck
der Beheizung der Ofenbatterie mit Eigengas.
-
Wie insbesondere aus den Abb. 1 und 5 zu ersehen, verbinden senkrechte
Kanäle 31 die oben gelegenen waagerechten Kanäle 23 der abwechselnden Regeneratorenpaare,
also der
Gruppen L der Reihen I' und der Gruppen M
der Reihen K' mit waagerechten Kanälen 32, die unterhalb der waagerechten, die Heizzüge
16 der einzelnen Heizwände miteinander verbindenden Kanäle 25 liegen. Jeder dieser
waagerechten Kanäle 32 ist mit Auslässen 33 versehen, welche sich in den darüber
befindlichen Kanal 25 öffnen. Diese Auslässe 33 liegen auf der zu den Regeneratoren
18 der Reihe I' entgegengesetzten Seite der senkrechten Mittelscheidewand 17, so
daß diese Regeneratoren 18 durch die senkrechten Kanäle 31 mit den waagerechten
Kanälen 25 in Verbindung stehen. Es sind also infolge dieser Anordnung die abwechselnden
Gruppen L der Regeneratoren der Reihen I' durch Kanäle und Auslässe mit den unteren
Enden der Heizzüge der Gruppen K verbunden, während die dazwischenliegenden Gruppen
JU der Regeneratoren der Reihen K' durch ähnliche Kanäle und Auslässe mit den unteren
Enden der verschiedenen Heizzüge der Gruppen I in Verbindung stehen.
-
Die unteren Enden der Heizzüge der beiden Gruppen I und K sind je
mit einem senkrechten Kanal 34 (Abb. 3) verbunden, welcher mit der zugehörigen Mischkammer
28 über dem Heizzug mittels eines Auslassies 35 in Verbindung steht. Diese senkrechten
Kanäle 34 und ihre Auslässe 35 haben den Zweck, einen Teil der Verbrennungsgase
von dem unteren Teil der abwärts beflammten Heizzüge zu den Kammern 28 über diesen
Heizzügen zurückzuführen zu dem Zweck, dem diesen Kammern zugeführten frischen Starkgas
ein neutrales gasförmiges Verdünnungsmittel zuzusetzen, welches die Aufgabe hat,
in bekannter Weise die Flamme in den abwärts brennenden Heizzügen zu verlängern.
-
In der Längsrichtung der Ofenbatterie erstrecken sich unterhalb der
Regeneratoren der Reihen I' und K' Abgaskanäle 36 und 37 (Abb. i). Der Abgaskanal
36 ist mit den Bodenkanälen 22 der Regeneratoren der Reihe I' mittels der Zugrohre
38 verbunden. Der Abgaskanal 37 steht mit den Bodenkanälen 22 der Regenerato.ren
der Reihe K' mittels der Zugrohre 39 in Verbindung. In jedem Zugrohr 38 ist ein
Muschelschieber 4o vorgesehen und in jedem Zugrohr 39 ein Muschelschieber 41. Die
Schieber 4o sind mit Hebeln 42 und die Schieber 41 mit Hebeln 43 versehen. Ein Drahtseil
dient in üblicher Weise zur gleichmäßigen Einstellung der verschiedenen Hebel der
Reihe 42 und ein anderes Drahtseil zur Einstellung der verschiedenen Hebel 43. Längs
der Ofenbatterie sind an der Innenseite der Regeneratorenreihe I' Lufteinlässe 44
(Abb. 7 und i) vorgesehen, die mit den Regeneratoren in Verbindung stehen.
An der anderen Seite der Ofenbatterie sind gleichfalls Lufteinlässe 45 angeordnet,
die der Regeneratorenreihe K' entsprechen. Die Einlässe 44 stehen in Verbindung
mit waagerechten Kanälen .1.6, die das Fußende der entsprechenden Heizwand einschließen,
wie aus Abb. 4 zu ersehen, und mit zwei senkrechten Kanälen 47 in Verbindung stehen,
welche zu den Bodenkanälen 22 der Regeneratoren der Reihe I' führen. Die Einlässe
45 stehen an ihren oberen Enden mit in ähnlicher Weise herumlaufenden Kanälen 48
in Verbindung, welche unterhalb der Kanäle 46 liegen und deren jeder mit zwei senkrechten
Kanälen 49 in Verbindung steht, die zu den Bodenkanälen 22 der Regeneratoren der
Reihe K' führen. Die verschiebbaren Ziegel 5o, die am Boden der Kanäle 22 der Regeneratoren
der Reihe I' liegen, regeln den Zug von den senkrechten Kanälen 47. Entsprechend
gelagerte verschiebbare Ziegel 51 regeln bei den Regeneratoren der Reihe K' den
Zug aus den senkrechten Kanälen 49. Längs der Regeneratoren I' ist eine Fremdgashauptleitung
52 vorgesehen, die mit durch Ventile geregelten Rohren 53 mit den Zugrohren 38 der
Regeneratoren dieser Reihe in Verbindung steht. Auf der entgegengesetzten Seite
der Batterie ist eine zweite Fremdgaszuleitung 54 angeordnet, die mit durch Ventile
geregelten Rohren 55 mit den Zugrohren 39 der Reihe K' der Regeneratoren verbunden
ist.
-
Wie aus den Abb. i bis 3 ersichtlich, können oberhalb der Heizzüge
16 Kanäle 56 vorgesehen werden, welche von den waagerechten Kanälen 23 durch die
Decke des Ofens nach oben durchgeführt sind. Diese Kanäle 56 sind paarweise, wie
aus Abb. i zu ersehen, über den Heizzügen 16 angeordnet. Ähnliche Kanäle 57 gewähren
Zutritt zu den senkrechten Kanälen 34, und Kanäle 58 sind wiederum zur Verbindung
mit den senkrechten Kanälen 31 angeordnet. Verschiebbare Ziegel 59 regeln den Zug
durch die Durchlässe 24 der Heizzüge 16 und durch die Kanäle 3i.
-
Die Arbeitsweise der Ofenbatterie ist bei Benutzung eines verhältnismäßig
armen Gases, wie z. B. eines gewöhnlichen Erzeugergases, als Brennstoff die folgende:
Die Zufuhr des Destillationsgases zu den Hauptzuführungsrohren, welche die Gasleitungen
26 und 3o bedienen, wird abgestellt, und Erzeugergas wird in die Gasleitungen 52
und 54 einströmen gelassen. Angenommen, dar die Regeneratoren der Reihe I' mit Einströmung
arbeiten und daß die Heizzüge der Gruppen I mit Abwärtsgang brennen, während die
Regeneratoren der Reihe K' mit Abwärtszug arbeiten und die Heizzüge der Gruppen
K
aufwärts brennen, wie oben beschrieben, so folgt daraus, daß während
dieser Arbeitsperiode abwechselnd Regeneratoren der Reihe I' zum Vorwärmen des Erzeugergases
benutzt werden, welches dann später in die Heizzüge eintritt. Die Regenerätoren,
die zwischen diesen abwechselnden Regeneratoren in derselben Reihe liegen, werden
gleichzeitig benutzt, um die Verbrennungsluft vorzuwärmen, während alle Regeneratoren
der Reihe K' die heißen Verbrennungsabgase zu dem Abgaskanal 37 führen. Beim Einstellen
der Batterie zum Arbeiten mit einem besonderen Generatorgas als Brennstoff werden
die Schiebersteine 5o der abwechselnden Generatorenpaare L der Reihe
I' so verschoben, daß sie die Auslaßenden der senkrechten Luftkanäle47 schließen,
welche zu diesen Regeneratoren führen, während die Schiebersteine 5o der dazwischenliegenden
Paare ill derselben Reihe von Regeneratoren so verstellt werden, daß die Ausgangsenden
der senkrechten Luftkanäle 47 geöffnet sind, derart, daß diese Kanäle in Verbindung
mit den Regeneratoren gelangen, und demgemäß gestattet das Öffnen der Ventile der
Gasrohre 53, welche zu den abwechselnden Paaren L der Reg,eneratoren der Reihe I'
führen, dem jeweils gewählten Generatorgas in die Regeneratoren einzutreten und
durch diese aufwärts zu -steigen. Gleichzeitig strömt Luftdurch abwechselnde Einlässe
4.4. und von dort durch die Luftkanäle 46 und die senkrechten Abführungskanäle 47
in die dazwischenlie--enden Paare i11 der Regeneratoren der Reihe I'. Von
den Regeneratoren der Reihe I'
gehen Gas und Luft getrennt durch die waagerechten
oberen Kanäle 23 zu den einzelnen Heizzügen der Gruppen I und treten durch die Paare
von Auslässen 24 über den Kanal 23 nun in die Heizzüge der Gruppen 1 ein. In diesen
Heizzügen brennt das Gas mit abwärts gerichteter Flamme, die heißen Verbrennungsabgase
treten in die waagerechten Kanäle 25 am unteren Ende der Heizzüge. Aus diesen Kanälen
25 treten die heißen Gase in die aufwärts beflammten Heizzüge der Gruppen K, welchen
frisches Gas aus den waagerechten Gaskanälen 32 zugeführt wird, die mittels der
Kanäle 31 mit den oberen Kanälen 23 der abwechselnden Paare L der Regeneratoren
der Reihe I' (Gasgeneratoren) in Verbindung stehen. Das frische Gas, welches in
die aufwärts beflammten Heizzüge der Gruppen K durch die Einlässe 33 eintritt, entzündet
sich an den heißen, aus den Kanälen 25 kommenden Abgasen, die noch genügend unverbrauchten
Sauerstoff enthalten, um die Verbrennung des Gases in den aufwärts beflammten Heizzügen
zu ermöglichen. Vom oberen Teil der aufwärts beflammten Heizzüge, d. h. also aller
Heizzüge der Gruppen K, gelangen die heißen Abgase durch die Durchlässe 24 in die
waagerechten Kanäle 23, welche zu den Regeneratoren der Reihe K' führen. Hier geben
die heißen Abgase ihre Wärme zum größten Teil ab und werden schließlich durch die
Bodenkanäle 22 und die offenen Muschelschieber 41 der Zugrohre 39 in den Abgaskanal
37 eingeleitet. Nach dem Umstellen der Zugrichtung arbeiten die Regeneratoren der
Reihe I' mit Ausströmung, und die Heizzüge der Gruppen I brennen aufwärts. Während
dieser Zeit sind alle Muschelschieber 4o der Zugrohre 38 offen, und die Gaszuführungsverbindungen
sind geschlossen. Die Schieber 41 der Zugrohre 39 der nunmehr mit Einströmung arbeitenden
Regeneratoren der Reihe K' sind geschlossen, und die Gasventilverbindungen der zwischenliegenden
Paare M dieser Regeneratoren sind geöffnet, um den - Gaseintritt zu gestatten. Luft
tritt in die abwechselnden Paare L der Regeneratoren der Reihe K' ein. Die weitere
Luft- und Gasführung von diesen Regeneratoren in die jetzt abwärts beflammten Heizzüge
der Gruppen K und die Weiterführung der Heizgase in die nun aufwärts brennenden
Heizzüge der Gruppen I, von wo aus die heißen Verbrennungsgase in die mit Abwärtsströmung
arbeitenden Regeneratoreri - zier -Gruppen-l'_gelangen, geschieht-ganz, entsprechend,
wie vorher beschrieben.
-
Wenn das eigene Destillationsgas der Batterie als Brennstoff benutzt
wird, ist die Arbeitsweise wie folgt: Die Zufuhr des verhältnismäßig armen Gases
zu den Erzeugergasleitungen 52 und 54 wird abgestellt, und die Zuleitung des Destillationsgases
zu den Gasleitungen 26 und 30 wird geöffnet. Die Schiebersteine 5o und
5 1 der beiden Regeneratorreihen I' und K' werden so eingestellt, daß alle
Regeneratoren beider Reihen in Verbindung mit den Luftkanälen 47 und 49 kommen.
Angenommen, daß die Regeneratorreihen I' mit Einströmung arbeiten, die Heizzüge
der Gruppen I mit Abwärtsströmung, die Heizzüge der Gruppen K mit Aufwärtsströmung
und die Regeneratorreihen K' mit Ausströmung, so ist der Zug der Gase wie folgt:
Die Luft tritt zu den verschiedenen Regeneratoren der Reihen I' durch die Luftkanäle
47 und geht aufwärts durch diese Regeneratoren, strömt durch die Kanäle 23 und wird
zu den abwärts brennenden Heizzügen der Reihen 1 mittels der Auslässe 24 geführt.
Destillationsgas wird zu den Heizzügen der Gruppen I mittels der Gasleitungen 26
geleitet; das Gas strömt durch die Düsen 27 in die Kammern 28, in denen es mit dem
neutralen gasförmigen Verdünnungsmittel gemischt wird, welches in diese Kammern
durch
die Auslässe 35 der oberen Enden der Kanäle 34 für das Verdünnungsmittel,
wie oben beschrieben, hinzutritt. Die Verbrennungsgase, die in diese Kanäle 34 eintreten,
kommen von den unteren Enden der Heizzüge 16 der Gruppen I. Das mit den Abgasen
gemischte Gas entzündet sich an den oberen Enden der Heizzüge der Gruppen I und
brennt in diesen Heizzügen abwärts mit langen Flammen. Die Abgase gehen von den
unteren Teilen der abwärts brennenden Heizzüge hauptsächlich durch die waagerechten
Kanäle z5 zu den unteren Teilen der aufwärts beflammten Heizzüge der Gruppen K.
Zu den unteren Enden dieser aufwärts brennenden Heizzüge wird zusätzlich Destillationsgas
aus den am Boden befindlichen Gasleitungen 3o hinzugeführt -und weitere vorerhitzte
Luft aus den waagerechten Kanälen 3-2 und den senkrechten Kanälen 31, welche von
den abwechselnden Regeneratorenpaaren der Reihe I' kommen, wird gleichfalls hinzugesetzt.
-Es findet also an den unteren Teilen der aufwärts brennenden Heizzüge eine Zufuhr
von Destillationsgas, Luft und Abgas statt, mit dem Ergebnis, daß lange Flammen
auch in den aufwärts brennenden Heizzügen erhalten werden. Diese Verlängerung der
Flamme des verhältnismäßig reichen Gases, welche sowohl beim Aufwärts- als beim
Abwärtsbrennen stattfindet, bringt eine besondere Gleichmäßigkeit der Temperatur
über einen sehr großen Teil der Heizwände mit sich und verhindert eine Überhitzung
an den oberen und an den unteren Teilen der Wände. Wegen der Möglichkeit dieser
gleichn i,- ßigen Wärmeverteilung können die Heizwände und die dazwischenliegenden
Verkokungskammern besonders hoch bemessen werden, und es wird so eine erheblich
vermehrte Kokserzeugung erreicht.
-
Die Abgase aus den aufwärts beflammten Heizzügen gehen durch die oberen
Auslässe 24 in die Kanäle 23 und abwärts durch alle Regeneratoren der Reihe K',
welche sie in den Abgaskanal 37 abgeben. Nach dem Zugwechsel arbeiten die gesamten
Regeneratoren K' mit Einströmung, die Heizzüge der Gruppen K brennen abwärts, die
Heizzüge der Gruppen I brennen aufwärts, und die gesamten Regeneratoren I' arbeiten
mit Ausströmung.
-
Die wichtigen Vorzüge, die durch die Erfindung erreicht werden, bestehen
darin, daß eine kontinuierliche Verbrennung in allen Heizzügen jeder Heizwand erhalten
wird; der Betrieb der Ofenbatterie besitzt eine außerordentlich große Anpassungsfähigkeit
an die gegebenen Bedingungen; so läßt sich, wie gezeigt, der Ofen sowohl mit einem
Fremdgas, wie Erzeugergas, als Brennstoff betreiben oder mit dem aus der Destillation
der Kohle innerhalb der Retortenkammern erhaltenen Eigengas. Die Verbrennung wird
besonders wirksam innerhalb der Heizzüge durchgeführt, gleichgültig, welcher Brennstoff
benutzt wird, und es wird eine außerordentlich gleichmäßige Wärmeverteilung über
die gesamte Heizfläche der Heizwände herbeigeführt und die Konzentration der Flammen
an einzelnen Punkten der Heizwände vermieden.