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Maschine zur Herstellung von Furnieren Es sind Furnierschälmaschinen
bekannt geworden, die durch Regelung eines Antriebselektromotors eine gleichförmige
Geschwindigkeit des ablaufenden Furnierbandes anstreben, ohne jedoch dieses Ziel
zu erreichen. Auch sind Furnierscheren bekamst sowohl mit selbsttätiger Zeitauslösung
als auch mit selbsttätiger Steuerung durch das durchlaufende Furnier. Letztere Maschinen
arbeiten mit mechanischer Messerbewegung durch sehr komplizierte und empfindliche
Mechanismen, deren Auslösung zum Teil auf elektrischem Wege erfolgt. Die Arbeitsgeschwindigkeit
dieser Scheren ist beschränkt. In. der Praxis hat sich gezeigt, daß ganz moderne
Scheren mit mechanischer Messerbewegung, selbst bei elektrischer Auslösung des Schnittvorganges,
nur eine durchlaufende Bandgeschwindigkeit von 40 m/Min. als alleräußerste oberste
Grenze gestatten, während der Schälprozeß selbst wesentlich höhere Geschwindigkeiten
(bis 8o m/Min. und mehr) zuläßt.
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Die Ausnützung dieser dem Schälprozeß eigentümlichen und bei ihm möglichen
hohen Arbeitsgeschwindigkeit, abhängig von der der mit ihm zusammenarbeitenden Schere,
wird nun durch die vorliegende Erfindung ermöglicht. Diese stellt eine Maschine
dar, "die als organische Einheit die seither die von zwei Maschinen mit dem für
diese erforderlichen vermehrten Bedienungspersonal geleistete Arbeit bei erhöhter
Arbeitsgeschwindigkeit mit geringerem Bedienungsaufwand liefert.
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Als Mittel zur Erreichung des vorgegebenen Ziels dient eine an sich
bekannte Schälvorrichtung für Furniere, die infolge erfindungsgemäßer hydraulischer
Kraftübertragung vom Antrieb auf die Stammdrehung vermittels irgendeines der an
sich bekannten Flüssigkeitsgetriebe mit stufenloser Drehzahlregelung, mit konstanter
Geschwindigkeit des ablaufenden Furnierbandes arbeitet und in welche so gekennzeichnete
Schälvorrichtung, ebenfalls erfindungsgemäß, eine rein elektromagnetisch gesteuerte
und betätigte Schere als organischer Bestandteil eingegliedert wird.
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Die Anordnung des Hydroantriebes ist dabei gemäß der Erfindung derart
getroffen, daß eine durch Riemen oder normalen Elektromotor beliebiger Stromart
mit konstanter Drehzahl angetriebene Pumpe auf je einen auf jedem Blockhalter (Pinole)
drehend wirkenden Hydromotor arbeitet. Vom Messerschlitten aus wird in Abhängigkeit
von dessen
Stellung bzw. vom Stammhalbmesser zur Drehzahlregelung
entweder der Lieferungsgrad der Pumpe oder auch die Füllung der Motoren oder, beides
zusammen selbsttätig ohne besonders erforderliche Bedienung eingestellt.
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Die im einzelnen weiter unten näher beschriebene und auf den Zeichnungen
dargestellte neue Maschine gestattet infolge der erhöhten Arbeitsgeschwindigkeit
der Schere eine Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit der Schälvorrichtung.
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Die mit der elektrischen Stammdrehzahlregelung erforderliche Verfügbarkeit
von Gleichstrom ist vermieden und der beim elektrischen Regelantrieb nicht durchführbare
Transmissionsantrieb der Maschine ermöglicht worden.
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Zur Verminderung der toten Zeiten beim Ein- und Ausspannen des Stammes
wird erfindungsgemäß das verfügbare Drucköl der Pumpe auch zum Zusammen- und Auseinanderbewegen
der Blockhalter verwendet. An Stelle der hydraulischen kann auch vorteilhaft eine
durch besondere Luftpumpe gespeiste pneumatische Blockspannung angewandt werden,
gegebenenfalls unter Verwendung von Vakuum, insbesondere zum Festsaugen des Stammes
an die entsprechend ausgebildeten Blockhalterköpfe, bei welchem Verfahren die bei
Klauenbefestigung des Stammes erheblichen Einspanndrücke auf das Maschinengestell
vermieden sind und ein müheloses Ausspannen der Restrollen erreicht ist.
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In allen Fällen ist die Bedienung der Maschine auf die einfache, keinen
Kraftaufwand erfordernde Betätigung von zwei Ventilen reduziert.
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Unmittelbar hinter dem Messerschlitten und gleichzeitig eine zugaufnehmende
Verbindung der Ständer bildend, ist die Schere in die Maschine eingefügt. Die Betätigung
des beweglichen Messers erfolgt rein elektromagnetisch, grundsätzlich :erfindungsgemäß
in der Weise, daß das Messer der Verschiebung elektromagnetischer Felder folgt.
Beispielsweise wird durch zwei Haltemagnete (Solenoide) der bewegliche, vorteilhaft
obere Messerträger der Schere in der Bereitschaftsstellung gehalten und zur Ausübung
des Schnittes der Erregerstrom dieser Magnete auf zwei darunter angeordneteSchnittmagnete
übergeschaltet. Das Messer folgt der Feldverschiebung nach unten. Nach erfolgtem
Schnitt heben die Haltemagnete infolge Rückschaltung des Stromes auf ihre Wicklungen
unter gleichzeitiger Abschaltung der Schnittmagnete das Messer wieder an. Die Schnittauslösung
erfolgt in bekannter Weise entweder durch das an Anschläge anstoßende durchlaufende
Furnier oder von Hand; der Rückgang des Messers wird durch den bewegten Messerträger
auf bekannte Art selbst gesteuert. Steht die Schere in Ruhe, so wird das Messer
in der Bereitschaftsstellung bei Abschaltung des Erregerstromes mechanisch blockiert.
An der Stelle von je zwei Magneten zum Halten und Schneiden wird zweckmäßig bei
dem erforderlichen nur geringen Hub des Messer nur je ein Magnet (Solenoid) angeordnet,
dessen Feld zur Erzeugung der beabsichtigten Messerbewegung durch Ab- und Zuschalten
der Endwindungen der Wicklung eine entsprechende Verschiebung erfährt. Die, Anordnung
läßt sich dabei so treffen, daß keine hochbelasteten Kontakte geöffnet werden müssen
bzw. kein Schaltfeuer auftritt. Die Arbeitsgeschwindigkeit der Schere ist im Gegensatz
zu der einer solchen mit mechanischer Messerbetätigung nicht durch Trägheitswirkungen
bewegter Massen begrenzt und kann bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit der Schälvorrichtung
betriebssicher gesteigert werden.
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Die Abb. i und :2 der Zeichnung stellen den schematischen Aufbau der
Maschine in der Seiten- und Rückansicht dar. Ein Elektromotor mit konstanter Drehzahl
a (an dessen Stelle auch eine Riemenscheibe) treibt eine Pumpe b, von der die auf
den Blockhaltern c und cl angeordneten Hydromotoren d und dl angetrieben werden.
Abhängig von der Bewegung bzw. Stellung des Messerschlittens e (und damit vom Schälhalbmesser)
wird entweder der Lieferungsgrad der Pumpe b. beispielsweise durch ein. Zugorgan
f, wie dargestellt, oder auf ähnliche Weise die Füllung der Motoren d und dl derart
eingestellt, daß die Geschwindigkeit des ablaufenden Bandes stets die gleiche bleibt.
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Das zum Antrieb der Hydromotoren dienende Drucköl wird erfindungsgemäß
auch zur Einspannung des Stammes bzw. den dazu erforderlichen Blockhalterbewegungen
ausgenutzt, wie an sich bei Holzbearbeitungsmaschinen bekannt. Beispielsweise wird
in Abb.3 durch einen feststehenden Kolben hindurch das Drucköl einmal vor, einmal
hinter den Kolben g geleitet, so daß die als Zylinder ausgebildeten Blockhalter
c sich aufeinander zu bzw. voneinander weg bewegen.
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Anstatt hydraulisch kann vorteilhaft auch, durch eine besondere Pumpe
bedient, die Blockhalterbewegung pneumatisch erfolgen. Bei reinem Preßluftbetrieb
ist die Anordnung nach Abb. 3 ohne weiteres zu Übernehmen; verwendet man jedoch
zum Einspannen Druck und zum Ausspannen Vakuum, so ist mit einer einfacheren konstruktiven
Ausbildung der Blockhalter ohne Stopfbüchse nach Abb. q. auszukommen.
Die
Befestigung des zu schälenden Stammes an den Blockhaltern kann zur weiteren Verminderung
der Spannzeiten ebenfalls durch Vakuum erfolgen, dergestalt, daß der etwa gemäß
Abb. 5 ausgebildete Blockhalterkopf, bestehend aus dem Flansch i und den Gummiringen
h und 1, nach dem Anfahren an den Stamm m unter Vakuum gesetzt und
dadurch die Blockhalter an den Stamm angesaugt werden. Die Anordnung erreicht neben
schneller Festspannung ein ganz besonders rasches Ausspannen der Restrollen und
vermeidet die bei Klauenbefestigung erheblichen Einspanndrücke auf das Maschinengestell.
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Die Schere ist unmittelbar hinter dem Messerschlitten angeordnet.
Der untere Messerträgern (Abb. i und a) bildet zugleich eine zugaufnehmende Ständerverbindung.
Die Bewegung des oberen Messerträgers p erfolgt durch beiderseitig angeordnete,
von der Stromart unabhängige Elektromagnete (Solenoide) q.
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Je ein Haltemagnet r (Abb. 6) hält das mit dem oberen Messer verbundene
Ankergestänget in der Bereitschaftsstellung fest. Zum Schnitt wird der Erregerstrom
auf die darunter angeordneten Schnittmagnete s umgeschaltet. Nach dem Schneidvorgang
heben die Haltemagnete r durch Zurückschaltung des Erregerstromes auf ihre Wicklung
unter gleichzeitiger Abschaltung der Schnittmagnete s das Messer wieder an. Der
Schaltvorgang wird in bekannter Weise zum Auslösen des Schnittes entweder durch
das durchlaufende Furnierband oder von Hand gesteuert. Die Rückschaltung zum Heben
des Messers wird in ebenfalls bekannter Weise durch die Messerbewegung selbst ausgelöst.
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Bei dein erforderlichen nur geringen Hube des Messers werden statt
je zweier Magnete vorteilhaft nur je einer angeordnet, dessen Feld eine der beabsichtigen
Messerbewegung entsprechende Verschiebung erteilt wird. Abb.7 zeigt ein Anordnungsbeispiel.
Eine Spule q ist an zwei Stellen 2t und v angezapft. Gespeist wird in der Bereitschaftsstellung
an den Wicklungsenden w und v. Zum Schnitt wird durch das Relais y die Wicklungsgruppe
w -= 7t ab- und die Gruppe v =x zu-
geschaltet. Das Magnetfeld erfährt eine
dem Scherenhub entsprechende Verschiebung H, welcher der mit dem beweglichen Messer
verbundene Anker t folgt. Nach erfolgtem Schnitt erhalten die Pole w und v wieder
Spannung, so daß sich der Ankert mit dem Messer wieder hebt. Die elektrisch hochbelasteten
Kontakte h sind so ausgebildet, daß zc, und v beim Schnitt erst dann geöffnet werden,
wenn u und x bereits geschlossen sind; entsprechend umgekehrt beim
Hub, so daß kein der Gesamtbelastung entsprechendes Schaltfeuer an den Kontakten
auftreten kann, da nur kurze Spulenteile geschaltet werden.