DE52171C - Geschwindigkeitsanzeiger für Eisenbahnfahrzeuge - Google Patents
Geschwindigkeitsanzeiger für EisenbahnfahrzeugeInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01P—MEASURING LINEAR OR ANGULAR SPEED, ACCELERATION, DECELERATION, OR SHOCK; INDICATING PRESENCE, ABSENCE, OR DIRECTION, OF MOVEMENT
- G01P3/00—Measuring linear or angular speed; Measuring differences of linear or angular speeds
- G01P3/02—Devices characterised by the use of mechanical means
- G01P3/04—Devices characterised by the use of mechanical means by comparing two speeds
- G01P3/06—Devices characterised by the use of mechanical means by comparing two speeds using a friction gear
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- A Measuring Device Byusing Mechanical Method (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KT ASSF -£*A—^PfSWiBJ-UJ
Vorliegender Geschwindigkeitsanzeiger zeigt die augenblickliche Geschwindigkeit des Fahrzeuges
durch einen Zeiger auf einem festen Zifferblatt an.
Seine wesentlichsten Theile sind:
ι. ein Uhrrä'derwerk, welches die eigentliche Mefsarbeit ausführt,
ι. ein Uhrrä'derwerk, welches die eigentliche Mefsarbeit ausführt,
2. ein Zeigerwerk und
3. eine besondere Vorrichtung, welche zwischen dem Triebwerk des Fahrzeuges und dem
Uhrräderwerk eingeschaltet ist, um die Geschwindigkeit des Räderwerks derart zu regeln,
dafs dieselbe zu der Geschwindigkeit in stets gleichem Verhältnifs erhalten wird, ohne dafs
eine unveränderliche Uebersetzung durch starre Glieder benutzt wird. Hierzu wird eine Spannvorrichtung
gebraucht.
Aus dem jedesmaligen Wege, welchen ein bestimmter Theil der Spannvorrichtung gegen
einen anderen Theil zurückzulegen hat, um die Geschwindigkeit des Uhrräderwerks in vorerwähnter
Weise zu ändern, ergiebt sich die gesuchte Geschwindigkeit der Maschine.
Die Spannvorrichtung besteht aus zwei Spiralfedern/ und f\ deren Windungen verschiedenen
Drehsinn haben. Das äufserste Ende einer jeden Feder ist, wie die Spiralfeder einer Uhr,
fest mit dem Umfang eines Federhauses F, welches lose um eine Federwelle w drehbar
ist, verschraubt, während das innere Ende sich um die Federwelle legt und mit derselben
durch Schraubung, Klemmung oder andere geeignete Weise fest verbunden ist. Da das
Federhaus bei seiner Drehung gezwungen wird, das Uhrräderwerk in Gang zu setzen, so wird
bei Umdrehung der Federwelle w eine der Federn immer gespannt und die andere (im
entgegengesetzten Sinne gewundene Feder) gelöst werden, und diejenige Feder, welche dadurch
die überwiegende Spannung erhalten hat, versetzt das Federhaus in Drehung, und zwar
stets im nämlichen Sinne, wie die Federwelle dreht. Wenn beide Federn gleich stark gespannt
sind, so heben sie sich in ihrer Drehwirkung auf, was zur Folge hat, dafs Federhaus
und Uhrwerk stillstehen müssen. Letzterer Fall tritt selbsttätig jedesmal ein, sobald das
Fahrzeug stillsteht, weil die Federwelle w mit dem Triebwerk des Fahrzeuges derart in Verbindung
gebracht ist, dafs ihre Drehgeschwindigkeit der Fahrgeschwindigkeit proportional
ist. In dieser Ruhestellung bezw. beim Stillstand des Fahrzeuges ist dann jede Feder halb
so stark angespannt, als die gröfste Spannung, welche sie ausüben mufs, wenn das Fahrzeug
seine gröfste Geschwindigkeit erreicht.
Nach Vorstehendem erfolgt das Anspannen und Loslassen der beiden Federn allein durch
die Bewegung des Fahrzeuges, so dafs ein Aufziehen der Federn nie erforderlich wird.
Die Uebertragung der . Fahrzeugsbewegung auf die Federwelle w durch das Triebwerk geschieht
in folgender Weise.
Die senkrechte Antriebswelle A, welche in bekannter Weise von einer Laufachse des
Fahrzeuges aus durch Kegelräder in Drehung versetzt wird, trägt an ihrem oberen, im Ge-
häuse gelagerten Ende eine Schnecke s, und
letztere treibt das Schneckenrad 5 um, welches auf der Federwelle befestigt ist.
Sobald das Fahrzeug sich in Bewegung setzt, überträgt sich die Drehung seiner Laufachse
auf die Federwelle und dadurch wird, wie angegeben, immer die eine Feder stärker gespannt,
während die andere in gleichem Mafse sich löst. Welche der Federn gespannt oder gelöst wird, hängt von der Bewegungsrichtung
des Fahrzeuges ab, ob es vor- oder rückwärts läuft.
Die stärker gespannte Feder treibt das Federhaus um, und letzteres setzt mit Hülfe seines
Bodenrades B das Uhrräderwerk in entsprechender Richtung in Gang.
Die Anspannung der einen und das Loslassen der anderen Feder dauert dabei so lange
fort, bis infolge der wachsenden Federspannung die Winkelgeschwindigkeit des Federhauses
genau gleich der Winkelgeschwindigkeit der Federwelle geworden ist. Von diesem Augenblicke
an drehen sich Federhaus und Federwelle mit gemeinschaftlicher Winkelgeschwindigkeit
und ein relativer Ausschlag der Federwelle ist nicht mehr möglich. Umgekehrt müssen
Federhaus und Federwelle so lange gegen einander sich verdrehen, bis infolge der veränderten
Federspannung die Winkelgeschwindigkeit beider wieder gleich geworden ist.
Das Uhrräderwerk hat den Zweck, den treibenden Federn einen entsprechenden Widerstand
zu bieten bezw. durch seine Drehung die Federn eine mefsbare Arbeit verrichten zu
lassen. Es besteht aus einfachen Rädern, die, wie die Abbildungen erläutern, in mehrfacher
Uebersetzung einen Windfang W treiben. Der letztere ist in bekannter Weise verstellbar einzurichten
, um die Gröfse seiner Geschwindigkeit regeln zu können. Auch ist es angängig, den Windfang durch bekannte Uebertragungsmechanismen
von der Zeigerwelle Z aus selbstthätig zu verstellen, zu dem Zwecke, um seine
Geschwindigkeit gleichförmig zu erhalten.
Das Zeigerwerk dient dazu, den relativen Drehwinkel der Federwelle bei ihrer Verdrehung
gegen das Federhaus auf einem festen Zifferblatt anzuzeigen. Zu dem Zwecke wird die Geschwindigkeit des Federhauses vom
Bodenrade B aus auf das Kegelrad K derart übertragen, dafs das letztere immer in einer
Richtung umläuft, welche dem jedesmaligen Drehsinn der Federwelle entgegengesetzt ist.
Das Kegelrad k sitzt lose auf der Zeigerwelle Z und ihm gegenüber dreht sich das Kegelrad /c1,
welches fest mit der Schnecke verbunden ist und daher stets entgegengesetzt dreht wie das
Kegelrad k. Zwischen den Zahnkränzen beider Kegelräder bewegt sich das Lauf kegelrädchen I,
welches lose auf einem mit der Zeigerwelle Z fest verbundenen Kurbelarm α drehbar und
daher (sobald die beiden Kegelräder bezw. Federhaus und Federwelle) ungleiche Winkelgeschwindigkeit
haben, gezwungen ist, auf den Zahnkränzen zu rollen, wobei es die .Zeigerwelle
Z mit dem Zeiger zur Umdrehung bringen mufs. Sobald beide Kegelräder gleiche Geschwindigkeit
erlangt haben, mufs das Laufrädchen, sich lose um seine Welle α drehend,
stehen bleiben. In diesem Augenblicke steht auch der Zeiger still und zeigt auf der Theilung
des Zifferblattes die entsprechende Fahrgeschwindigkeit an.
Federstärke und geringste Länge des relativen Federweges bestimmen sich aus der
Forderung, dafs es möglich sein mufs, durch die Federkraft die' Federhausgeschwindigkeit
mindestens in der nämlichen Zeit und dabei auch in gleichem Mafse zu. verändern, wie es
im regelmäfsigen Betriebe beim Laufe des Fahrzeuges mit der Fahrgeschwindigkeit geschehen
kann. Nimmt man z. B. als geringste Zeit, in welcher die Fahrgeschwindigkeit um ι km in der Minute bei regelmäfsiger Fahrt
verändert werden kann, so mufs der in einer Secunde zu erzielende relative Ausschlag der
Federwelle ausreichen, um in dieser Zeit die Federhausgeschwindigkeit der Gröfse von ι km
in der Minute entsprechend zu verändern.
In den Fig. ι und 2 wurde angenommen, dafs der Zeiger auf dem Zifferblatt eine halbe
Umdrehung machen mufs, um die Fahrgeschwindigkeit von ο bis zu 100 km in der
Minute anzuzeigen, und dafs dabei beide Federn zusammen eine ganze (jede Feder eine halbe)
Windung machen müssen, um die Geschwindigkeit des Federhauses von ο auf eine Ge- ■
schwindigkeit zu bringen, welche der Fahrgeschwindigkeit von 100 km entspricht.
In der Fig. 3 ist ein Triebwerk gezeichnet, welches bei eintretender Veränderung der Fahrgeschwindigkeit
eine raschere Drehung der Federwelle als bei der vorbeschriebenen Grundanordnung,
ohne dafs dabei die Schnecke s und das Schneckenrad S rascher als vorher zu
laufen brauchen, bewirkt. Diese eigenthUmliche Wirkung wird durch Einlegung eines Kegelradvorgeleges,
bestehend aus dem Laufrade L und den Winkelrädern kl und k, erzielt.
Das Laufrad L sitzt fest auf seiner Achse a
und schwingt mit derselben um die Federwelle, wobei die Welle α in der Hülse h, die
lose um die Federwelle drehbar ist, ein Fufslager findet. Das Laufrad L kann sich also
um die Achse α nicht -drehen, so länge die Geschwindigkeit der Kegelräder K und K1, von
denen K mit der Schnecke s verbunden, lose um die Federwelle dreht, gleich grofs ist. Es
wird vielmehr in diesem Falle, ohne dafs .sich die Welle α um sich selbst dreht, um die Feder-
Claims (3)
1. An Geschwindigkeitsanzeigern für Eisenbahnfahrzeuge
zwei in entgegengesetzter Richtung gespannte Spiralfedern (ff1,
Fig. ι und 3) auf einer Triebachse (w),
von deren gemeinschaftlichem Federhause aus die Weiterleitung der Bewegung an
ein von einem Windflügel W oder gleichwerthigen Mechanismus gebremstes Laufwerk
erfolgt, so dafs durch die Drehung des Federhauses gegen die Antriebswelle der Widerstand des Laufwerks und dadurch
die Geschwindigkeit gemessen wird.
2. In Verbindung mit der unter 1. gekennzeichneten Anordnung ein Mechanismus zur
Uebertragung der Relativbewegung der Antriebswelle und des Federhauses auf einen
Zeiger, bestehend in einem Differentialgetriebe (k k1 P), Fig. i, dessen beide conaxiale
Räder (k klj proportional mit Federhaus
und Triebachse gedreht werden, und bei welchem die schwankende Achse des mittleren Rades (P) die Zeigerachse dreht.
3. Der Ersatz des in Anspruch 2. gekennzeichneten Mechanismus durch eine Schraube,
deren Mutter m, Fig. 3, am Federhause, und deren Spindel (h) auf der Triebachse
angeordnet sind, so dafs die axiale Verschiebung derselben als Mafs der Geschwindigkeit
, dienen kann.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE52171T | 1889-08-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE52171C true DE52171C (de) | 1890-05-24 |
Family
ID=34624655
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188952171D Expired DE52171C (de) | 1889-08-11 | 1889-08-11 | Geschwindigkeitsanzeiger für Eisenbahnfahrzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE52171C (de) |
-
1889
- 1889-08-11 DE DE188952171D patent/DE52171C/de not_active Expired
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