DE52613C - Selbstthätiger Gefällanzeiger für Lokomotiven - Google Patents
Selbstthätiger Gefällanzeiger für LokomotivenInfo
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- G01C9/00—Measuring inclination, e.g. by clinometers, by levels
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- G01C9/20—Measuring inclination, e.g. by clinometers, by levels by using liquids the indication being based on the inclination of the surface of a liquid relative to its container
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Im aufserordentlichen Betriebe, namentlich bei massenhaftem Verkehr werden manche
Maschinenführer zur Dienstleistung auf ihnen unbekannten Strecken befohlen.
Der Mangel an Ortskenntnifs von Seiten des Maschinenführers kann von betriebsgefährlichen
Folgen begleitet sein.
Obgleich zur möglichsten Verhütung von Unglücksfällen des Nachts beleuchtete Gefällsbruchanzeiger
angewendet werden können, so sind solche nicht geeignet, volle Gewähr zu bieten, da sie bei Nebel und starken Niederschlägen
leicht übersehen werden könnten.
Nach der vorliegenden Erfindung soll nun durch einen einfachen Apparat, welcher neben
dem Führerstand auf der Maschine angebracht wird und beim Einfahren auf ein Gefalle dasselbe
selbstthätig anzeigt, den erwähnten Uebelständen abgeholfen werden.
Der Apparat besteht im wesentlichen in einer
beim Führerstand angebrachten, mit Scala versehenen Röhre, welche durch ein die Lokomotive
entlang führendes Rohr mit einem am Vorderende der Maschine, etwa beim Kamin einstellbar angebrachten Behältnisse in Verbindung
steht und durch Steigen oder Fallen des Spiegels einer in dieser Röhre befindlichen
Flüssigkeit eine Steigung oder ein Gefalle der Bahn anzeigt. Der Grad dieser Steigung oder
des Gefälles wird auf der Scala abgelesen. Schwimmer, Siebe oder Ventile verhindern das
Schwanken der Flüssigkeit beim Fahren und bewirken ein langsames und ruhiges Ab- und
Zufliefsen derselben bei Betreten eines Gefällsbruches.
Mit dem erwähnten Anzeiger könnte noch eine zweite Vorrichtung in Verbindung gebracht
werden, welche beim Uebergang auf ein bestimmtes Gefalle, an welchem ein Bremsen des
Zuges nothwendig' wird, einen elektrischen Contact herstellt und so ein Läutewerk bethätigt.
.
Fig. ι zeigt eine schematische Längenansicht einer Lokomotive mit dem Gefällsbruchanzeiger:
Fig. 2 ist die Endansicht der Lokomotive mit dem beim Führerstand angebrachten, mi't Scala
versehenen Anzeiger. Die Fig. 3 bis 8 sind verschiedene Einzelheiten in vergröfsertem Mafsstabe.
Die Grundlage der Erfindung wird durch Fig. 3 veranschaulicht. Eine horizontal gestellte,
mit aufgebogenen Enden a1 a2 versehene
Röhre α wird mit einer Flüssigkeit so weit gefüllt, dafs diese zum Theil, etwa bis zur
Horizontalen xx, die beiden aufgebogenen Enden al d1 ausfüllt. Ist α das entlang der
Lokomotive angebrachte Rohr, α1 das rückwärts
beim Maschinisten und a2 das vorn beim Kamin angebrachte Ende, so bleibt der Spiegel
in den beiden Enden, so lange die Lokomotive eine horizontale Strecke befährt, gleich hoch;
gelangt aber die Lokomotive auf ein Gefälle, so neigt sich das Rohr entsprechend der durch
das Bahngefälle der Lokomotive ertheilten Neigung und nimmt etwa die in Fig. 4 gezeigte
geneigte Stellung ein, dadurch steigt (anscheinend) die Flüssigkeit bei <z2 und fällt
bei α1. Aus dem Grade des Fallens des Niveaus in a1 wird der Maschinenführer das
Bahngefälle erkennen, welches er auf einer
bei a1 angebrachten Scala ablesen kann. Umgekehrt
beim Befahren einer Steigung wird die Flüssigkeit in a1 steigen. Selbstverständlich ist
es nicht nothwendig, dafs das Rohr α gerade und horizontal ist, sondern es kann beliebige
Form und Lage erhalten, da es blofs zur Herstellung der Communication zwischen den Rohrtheilen
a2 und a1 dient.
Da das gröfste Bahngefälle der Lokomotive eine verhältnifsmä'fsig geringe Steigung ertheilt
und infolge dessen auch der Flüssigkeitsstand bei a1 nur geringe Unterschiede zeigen würde,
welche an der Scala nur unvollständig abgelesen werden könnten, empfiehlt es sich, dieses
Ende a1 schief zu stellen oder demselben die
in Fig. 5 gezeigte wellen- oder buckeiförmige Gestalt zu geben, in welch letzterem Falle der
Symmetrie wegen noch ein zweites gleichgeformtes Rohr a1 beigefügt werden könnte.
Durch diese schiefe Lage der Rohrenden mufs die Flüssigkeit einen längeren Weg durchlaufen,
um ein bestimmtes Gefälle anzuzeigen, infolge dessen fallen die Theilstriche an der
Scala gröfser aus. Die Theilstriche können horizontal, wie in Fig. 5 rechts, oder normal
zum Rohr, wie in derselben Figur links gezeigt, angebracht werden.
Eine längere Säule, ohne das neben dem Führerstand befindliche Rohrende schief zu
stellen oder zu krümmen, erreicht man auch, indem man, wie in Fig. 6, das Rohr α und
zum Theil auch die aufwärts gerichteten Enden a' α2 etwa bis zur Linie 11 mit Quecksilber
füllt und das rückwärtige Ende αλ,
welches oben in ein engeres Rohr u ausläuft, über dem Quecksilber mit einer specifisch
leichteren Flüssigkeit versieht, welche bei der Horizontalstellung der Lokomotive den Nullstrich
ο erreicht. Ist der Querschnitt des Rohres u rc-mal kleiner, als der von al
(bezw. a2), so wird die Flüssigkeit im Rohr u
η-mal mehr steigen und fallen, als die Quecksilbersäule in den erweiterten Rohrenden αΛ α 2.
Das vordere, beim Kamin befindliche Rohrende α2 dient blofs als Behälter und wird, um
eine gröfsere Flüssigkeitsmenge aufnehmen zu können, breiter als die Röhre α ausgeführt.
Die beiden Rohrenden sind verschlossen und je mit einer kleinen Oeffnung a3 ai versehen.
Die Oeffnungen α3 α4 gestatten nur ein langsames
Ein- und Ausströmen der Luft.
Durch diese Einrichtung wird erreicht, dafs beim Uebergang auf ein Gefälle die in dem
einen Ende aufsteigende Flüssigkeit nur langsam die Luft austreiben und infolge dessen nur
langsam und ruhig ohne Stöfse emporsteigen kann.
Man hat auf die Weise eine Art Luftpolster geschaffen, welche ein starkes Aufwallen der
Flüssigkeit verhindert.
Das ruhige Ab- und Zufliefsen der Flüssigkeit könnte auch in der Weise erreicht werden,
dafs man an einer beliebigen Stelle, am besten in dem vorderen Behälter a2, eine gelochte
(siebartige) Scheidewand a9, Fig. 6, einsetzt oder aber an dieser Stelle ein Ventil α10,
Fig. 7, einsetzt, welch letzteres beim plötzlichen Andrang der Flüssigkeit gegen den
Ventilsitz a" gedrückt wird und den Zuflufs abschliefst, und erst, wenn der durch diesen plötzlichen
Andrang hervorgebrachte Stofs aufhört, wieder in seine ursprüngliche Lage (da es specifisch
schwerer ist als die Flüssigkeit) zurückfällt und die Flüssigkeit durchläfst.
Um den Flüssigkeitsstand während der Fahrt in Ruhe zu erhalten, sind Schwimmkugeln as
oder sonstige Schwimmer angebracht, welche in bekannter Weise das Spritzen verhindern.
Die Rohrenden sind, um das Eindringen von Unreinigkeiten in dieselben zu verhindern,
mit Schutzkappen α 6 versehen, welche jedoch
von dem Rohrende ein wenig abstehen, um Luft durchlassen zu können.
Gegen Frost und Bereifung wird der Behälter α2 geschützt, indem man es mit einem
Mantel überdeckt. Die ausstrahlende Wärme des Kessels schützt sodann ausreichend vor
dem Gefrieren der Flüssigkeit.
Um den Anzeiger auf Null einstellen zu können, wenn die Lokomotive auf einer horizontalen
Strecke sich befindet, ist das eine Ende, vorzugsweise das vordere a2, bei a1 mit
dem übrigen Rohrtheil gelenkig verbunden und durch ein Stellschräubchen as stellbar,
und zwar wird, wenn das Flüssigkeitsniveau bei a1 bei horizontaler Stellung der Lokomotive
unter dem Nullstrich der Scala sich befindet, der Behälter α2 durch das Stellschräubchen
as etwas gehoben, im entgegengesetzten
Falle dagegen gesenkt. Bemerkt wird, dafs diese Berichtigung vor der Fahrt, also noch im
Heizhause vorzunehmen ist.
Um die Flüssigkeit im Rohr sichtbar zu machen, empfiehlt es sich, dieselbe zu färben.
Aufserdem soll dieselbe noch die Beschaffenheit besitzen, dafs sie bei unseren Kältegraden nicht
gefriert.
Eine die beiden Eigenschaften besitzende Flüssigkeit erhält man, wenn man Wasser mit
Glycerin (welches den Gefrierpunkt herabsetzt) und Anilin (welches diese Mischung färbt) mengt.
Eine weitere Vervollständigung des Anzeigers wäre zu erzielen, wenn man denselben mit
einem zweiten, ebenfalls mit aufgebogenen Enden versehenen Rohr b, Fig. 1 und 8, verbände,
welches, ähnlich dem beschriebenen construirt und einstellbar, jedoch mit Quecksilber
gefüllt, bei einem gewissen Gefälle durch die Quecksilbersäule den Stromkreis eines elektrischen
Läutewerkes schliefsen würde, durch
welches der Maschinenführer aufmerksam gemacht wird, dafs der Zug eine Strecke von
dem Gefälle betreten hat, für das irgend welche Vorsichtsmafsregeln, namentlich das Bremsen
nothwendig und vorgeschrieben sind.
In Fig. 6 und 8 ist die Einrichtung zur Herstellung des Contactes durch das Quecksilber
angedeutet. Das rückwärtige Ende des Rohres, etwa bei s, ist mit der einen Drahtleitung
in Verbindung, während das vordere aufwärts gerichtete Ende oberhalb der Quecksilbersäule
in einem seitlichen Ansatz s1 mit einem Contactplättchen oder Stiftchen s2, Fig. 6,
versehen ist, welcher mit der anderen Drahtleitung in Verbindung steht.
Erreicht nun bei einem bestimmten Gefälle die aufsteigende Quecksilbersäule den Contact
s2, so wird der elektrische Stromkreis geschlossen, welcher die Quecksilbermasse, eine
Batterie und ein Läutewerk enthält.
Selbstverständlich können die Einzelheiten der Construction mannigfach abgeändert werden,
ohne vom Wesen der Erfindung abzuweichen.
Selbstverständlich entfällt bei der Einrichtung Fig. 6 das in Fig. 8 gezeigte kürzere Rohr b,
indem das Quecksilber mit der specifisch leichteren Flüssigkeit in ein und demselben
Rohr verbunden sind. .Das Rohr u kann in beliebiger Weise weiter geleitet werden, so dafs
das Rohr α in Fig. 6 beliebig kurz ausgeführt werden kann.
Zum Zwecke eines bequemen Füllens und Entleerens des Rohres α wird dasselbe mit
Füll- und Auslafshähnen versehen.
Claims (2)
1. Eine zum Gebrauch auf Lokomotiven bestimmte, das Bahngefälle selbsttätig anzeigende
Vorrichtung, bei welcher an einer am Führerstande befindlichen Röhre al,
welche mit einer das Gefälle anzeigenden Scala versehen ist und durch ein längs der
Lokomotive angeordnetes Rohr a mit einem einstellbaren Behältnifs a1 in Verbindung
steht, durch Steigen oder Fallen des Spiegels einer in der Rohrleitung befindlichen Flüssigkeit
das Gefälle oder die' Steigung der Bahn angezeigt wird, während Luftpolster
und Schwimmer α5, nötigenfalls auch Siebe α2 oder ein Ventil a10, eine übermäfsig
rasche Bewegung der Flüssigkeit verhindern und an den Enden angebrachte Schutzkäppen das Eindringen von Schmutz
in die Rohre und das Behältnifs hintanhalten.
2. In Verbindung mit dem in Anspruch i. gekennzeichneten Gefällanzeiger eine mit
aufwärts gerichteten Enden versehene, mit Quecksilber gefüllte Röhre b, um bei einem
bestimmten Gefälle der Bahn durch die Quecksilbersäule einen elektrischen Contact
herzustellen und dadurch ein elektrisches Läutwerk in Thätigkeit zu setzen.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE52613C true DE52613C (de) |
Family
ID=327317
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT52613D Expired - Lifetime DE52613C (de) | Selbstthätiger Gefällanzeiger für Lokomotiven |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE52613C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4466197A (en) * | 1980-10-17 | 1984-08-21 | Valinor, S.A | Device for measuring or detecting the degree of inclination of an object |
-
0
- DE DENDAT52613D patent/DE52613C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4466197A (en) * | 1980-10-17 | 1984-08-21 | Valinor, S.A | Device for measuring or detecting the degree of inclination of an object |
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