-
Handanlasser Gegenstand der Erfindung ist ein Handanlasser für Flugzeugmotoren,
der in besonders hervorragender Weise die an ihn gestellten Bedingungen hinsichtlich
Gewicht, Größe und Stärke erfüllt.
-
Der Anlasser nach der Erfindung ist trotz seiner geringen Größe und
seines leichten Gewichtes sehr kräftig und arbeitet zuverlässig. Ferner kann er
bequem, auch bei beschränktem Raum, untergebracht und in verschiedene Winkellagen
gebracht werden. Weiterhin ist der Anlasser so eingerichtet, daß er normalerweise
von der Maschine entkuppelt ist; die Kupplung erfolgt selbsttätig und zwangsläufig
durch das Ingangsetzen des Anlassers selbst. Der Anlasser und seine Bedienung sind
gegen jeden Schaden geschützt, der durch Rückschlag der Maschine eintreten kann.
Ebenso sind Mittel vorhanden, eine Rückdrehung der Kurbelwelle der Maschine zu verhindern.
-
Weitere Merkmale und Vorteile des Anlassers nach der Erfindung ergeben
sich aus der nachstehenden Beschreibung und beiliegenden Zeichnung, in denen ein
Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt ist. Fig. i ist ein Mittellängsschnitt
durch einen Handanlasser nach der Erfindung.
-
Fig.2 ist eine Seitenansicht mit teilweise weggebrochener Darstellung
zur Verdeutlichung der Anordnung des Getriebes.
-
Fig.3 ist eine schaubildliche Einzelansicht der Kupplungsmuffe.
-
Wie sich aus Fig. i ergibt, hat das Gehäuse i o des Anlassers im wesentlichen
die Gestalt einer Tasse mit einem radialen Flansch i i. In diesem Flansch ist eine
Reihe von öffnungen 12 vorgesehen, durch die Bolzen 13 zum Festspannen des Anlassers
am Maschinengehäuse 14 durchgeführt werden können. Der äußere Umfang des Gehäuses
io ist mit einem vorspringenden Rand 15 versehen, gegen den sich ein Deckel 16 mit
einer Oberfläche 1; dicht anlegt; die Befestigung des Deckels 16 am Gehäuse io geschieht
durch Schrauben 18, welche durch Bohrungen im Deckel 16 durchtreten
und bei 19 in das Gehäuse io reingreifen.
-
Das Gehäuse io und der Deckel 16 sind so ausgebildet, daß. zwischen
ihnen ein geneigt verlaufendes abgesetztes Gehäuse 20 (Fig. 2) entsteht. Dieses
Gehäuse 2o besitzt in dem zum Gehäuse io gehörigen Teil eine Lagerfläche
2
t und in dem zum Deckel 16 gehörigen Teil eine etwas weitere Lagerfläche
22.
-
Im Gehäuse 20 wird von den in den Sitzflächen 2 i und 22 untergebrachten
Lagerschalen 24 bzw. 25 .ein Antriebsglied in Gestalt einer Ritzelwelle 23 aufgenommen.
Diese Welle ist zu ihrem Antrieb mit einem kugelförmigen Kopf 26 versehen, durch
den ein Stift 27 quer durchgesteckt ist. Dieser Stift dient dazu, die Ritzelwelle
23 mit irgendeiner Anwurfvorrichtung, beispielsweise einer Handkurbel oder einer
Motorwelle, zu verbinden.
-
Der Deckel 16 trägt in seiner Mitte ein Auge 28, das gegen das Gehäuse
io gerichtet ist und eine Lagerfläche 29 für ein Kugel= druck- und Traglager 3o
darstellt. Dieses Lager ist durch geeignete Mittel, z. B. einen Ring 3 i, der auf
den Rand des Auges 28 aufgeschraubt ist, festgehalten, wobei der feststehende Teil
des Kugellagers 3o gegen eine Schulter des Auges gepreßt wird. Das Auge
28 kann gegebenenfalls mit Verstärkungsrippen 32 versehen sein, die eine
starre Verbindung mit dem Deckelkörper 16 bewirken.
-
Das Gehäuse i o ist mit einer Lagerfläche 33 ausgestattet, die im
wesentlichen gleichachsig zum Lager 3o liegt; eine Tromme134 wird sowohl von dem
Lager 3o als auch von einem von der Fläche 33 aufgenommenen Lager 3 5 getragen.
Eine Längsverschiebung der Trommel nach rechts in Fig. i wird durch das Lager 3o
verhindert, während das Lager 35 .eine entsprechende Bewegung nach links unmöglich
macht. Ein Zahnrad 36 ist mit der Tromme14 entweder aus einem Stück hergestellt
oder, wie in Fig. i ersichtlich, mit Nieten 37 an ihr befestigt. Die Zähne 38 dieses
Rades kämmen mit den Zähnen 39 der Ritzelwelle 23, so daß diese die Trommel 34 in
Umlauf setzen kann. Die relative Größe der Ritzelwelle 23 und des Zahnrades -36
sowie die Neigung der Zähne 38, 39 werden so bemessen, daß zwischen der Welle 23
und der Trommel34 die erforderliche Reduktion des Antriebs entsteht und die Kraftquelle
das für den Erfindungszweck ausreichende Drehmoment nebst einer gewissen zulässigen
Belastung entwickeln kann. Jedoch empfiehlt es sich, die Neigung der Zähne 38, 39
so zu wählen, daß, keine Selbsthemmung eintritt.
-
Das Zahnrad 36 an der dem Gehäuse io benachbarten Seite ist mit einem
Ring von Sperrzähnen 4o besetzt. Ein Ring 4i, der ebenfalls Sperrzähne 42 trägt,
ist im äußeren Ende des Gehäuses io untergebracht und ist in diesem durch die Schrauben
18 gehalten. Auf diesen kann der Ring 4 1 entlang gleiten, um seine Zähne
42 in und außer Eingriff mit den Zähnen 40 zu bringen. Zwischen dem Gehäuse io und
dem Ring 41 ist eine Tellerfeder 43 eingefügt, die die beiden Sperrzahnkränze 40
und 42 elastisch miteinander in Eingriff bringt. Die Neigung der Sperrzähne ist
derart, daß das Zahnrad 36 den Ring 4i im Gegensinne des Uhrzeigers überlaufen kann,
wenn man in Fig. i von rechts auf das Zahnrad sehen würde; jedoch wird eine Drehung
im entgegengesetzten Sinne verhindert. Der Deutlichkeit halber sind die Zahnkränze
beide außer Eingriff dargestellt; es wird jedoch betont; daß die Feder 43 die Zahnkränze
normalerweise in elastischem Eingriff hält.
-
In der Trommel34 liegt gleitend ein Verbindungsorgan in Form einer
Kupplungshälfte 44. Die Mitnahme dieser Hälfte durch die Tromme134 ,erfolgt durch
zwei Sätze von Reibungslamellen 45 und 46, die in die Trommel 34 .bzw. die Kupplungshälfte
44 eingreifen. Die Lamellen werden durch geeignete Mittel, z. B. durch Tellerfedern
47, unter einem vorbestimmten Druck gehalten. Diese Federn legen sich mit der einen
Seite gegen einen Ring 48, der von einer am Ende der Tromme134 angeordneten Schulter
gehalten wird; am anderen Ende der Trommel ist ein Stellring 49 .eingeschraubt.
Die Kupplung wird so eingestellt, daß, sie bei Überbelastung zu gleiten beginnt,
wie sie beim Rückschlag der Maschine eintreten kann.
-
Die Kupplungshälfte 44 ragt durch eine Öffnung 50 des Gehäuses io
und ist mit Klauen 5 i versehen, die beim Einrücken den Antrieb der Maschinenwelle
ausschließlich in einer Richtung bewirken. Ein geschlitzten nachgiebiger Muffenkörper
52 (Fig.3) ist unter Reibungsschluß auf die Kupplungshälfte 44 aufgesetzt, und zwar
innerhalb der öffnung 5o; die Muffe ist ferner noch mit -einem schrägen Schlitz
53 versehen. Ein Führungsglied 54 ragt durch einen Vorsprung 55 des Gehäuses i o
und ist an seinem inneren Ende mit einer glatten zylindrischen Fläche 56 versehen,
die in dem schrägen Schlitz 53 geführt ist. Die Steigungen des Schlitze 53 und des
Teiles 56 sind so bemessen, daß die Muffe 52 bei ihrer durch Reibungsschluß mit
der Kupplungshälfte 44 bewirkten Drehung nach links außen verschoben wird, dadurch
die Kupplungshälfte selbst mitnimmt und in den hier nicht dargestellten umlaufenden
Teil der Maschine einrückt. Die Drehung der Muffe findet dabei im Gegensinne des
Uhrzeigers statt, wenn man auf sie in Fig. i von rechts sieht.
-
Die Kupplungshälfte 44 ist mit einer Mittelbohrung 57 versehen, in
der sich eine Schraubenfeder 58 befindet, welche mit ihrem einen Ende gegen eine
innerhalb der Kupplungshälfte vorgesehene Schulter 59 anliegt. Ein Zapfen 6o durchsetzt
die Bohrung 57 und ist in eine zu seiner Achse ausgerichtete Öffnung
des
Deckels 16 eingeschraubt. Der Kopf 61 des Zapfens 6o wird von dem anderen
Ende der Feder 58 belastet, dergestalt, daß die Kupplungshälfte 44 normalerweise
in der unwirksamen Lage zurückgehalten wird.
-
Die Einrichtung wirkt wie folgt: Eine Drehung der Ritzehvelle 23 im
Simse des Uhrzeigers ergibt eine Drehung des Zahnrades 36 im Gegensinne des Uhrzeigers,
die . euch der Trommel 34 mitgeteilt wird. Diese Drehung überträgt sich durch die
Reibungslamellen 45, 46 normalerweise ohne Gleiten auf die Kupplungshälfte 44. Die
ersten Drehungen der Kupplungshälfte 44 bringen die Muffe 52 zum Anliegen an das
Führungsglied 54, so daß sich die Muffe infolge der Steigung ihres Schlitzes 53
nach außen bewegt. Dabei nimmt sie auch die Kupplungshälfte 44 mit und bringt sie
zum Einrücken in die Kupplungshälfte ,auf der Maschinenwelle, so daß sich die Drehung
der Kupplungshälfte 44 auch auf diese überträgt. Sollte die Maschine aus irgendwelchen
Gründen während des Eingriffs der Klauen 51 mit den Gegenklauen der Maschinenwelle
zurückschlagen, so wird die Kupplungshälfte 44 in umgekehrter Richtung in Drehung
versetzt und sucht dementsprechend auch die Trommel34 zurückzudrehen. Eine Rückdrehung
der Trommel34 jedoch wird durch die Sperrzahnkränze 4o und 42 verhindert, und infolgedessen
beginnen die Reibungsscheiben 45, 46 aufeinander zu gleiten, so daß die umgekehrte
Drehung der Maschine rasch aufhört und gleichzeitig die Anwurfeinrichtung und ihre
Bedienung vor Beschädigung geschützt werden. Sobald die Maschine zu laufen beginnt
und die Kupplungsklauen 5 r überholt, wird auch infolge der Steigung dieser Klauen
unter Einfluß der Rückholfeder 58 die Kupplungshälfte 54 ausgerückt.
-
Es ist zu beachten, daß, da der Antrieb umkehrbar ist. die Sperrzähne
42 beim Rückschlagen die gesamte Last aufnehmen und sie unmittelbar auf das Gehäuse
übertragen, so daß keine longitudinalen oder wellenförmigen Beanspruchungen auftreten
können. Es ist ferner darauf hinzuweisen. daß durch die geneigte Anordnung der Ritzelwelle
23 in Verbindung mit der winkligen Einstellbarkeit des Gehäuses i o, die sich aus
der kreisrunden Aufsatzfläche dieses Gehäuses am Maschinengehäuse ergibt, es auch
möglich gemacht ist, die Winkellage der Welle 23 in weiten Grenzen zu ändern. Die
Lage des Anlassers zu den Tragflächen eines Flugzeuges und zum Maschinengehäuse
kann im Bedarfsfalle beliebig geändert werden.