DE509478C - Steuerventileinrichtung fuer Hilfskraftbremsen, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge - Google Patents
Steuerventileinrichtung fuer Hilfskraftbremsen, insbesondere fuer KraftfahrzeugeInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
9. OKTOBER 1930
9. OKTOBER 1930
REiCHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVI 509478 KLASSE 63 c GRUPPE
Zusatz zum Patent 471345
Patentiert im Deutschen Reiche vom 22. November 1925 ab Das Hauptpatent hat angefangen am 27. November 1924.
ist in Anspruch genommen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuerventileinrichtung für Hilfskraftbremsen, die
insbesondere für Kraftfahrzeuge geeignet ist. Die Erfindung bildet eine Verbesserung der
im Patent 471 345 angegebenen Einrichtung, sie besteht insbesondere darin, daß je
zwei lose auf der in dem Breinsbedienungshebel
angeschlossenen Stange sitzende Steuerventile unter Zwischenlegung eines elastisehen
Druckmittels zu einem Paare vereinigt sind und mit auf der hohlen Stange vorgesehenen
Anschlägen derart zusammenwirken, daß beim Verschieben der Stange gleichzeitig je ein Ventil der beiden Paare unter
Verstärken des Schließdruckes auf das zugehörige Ventil geöffnet wird.
Weitere Merkmale der Erfindung bestehen in der besonderen Ausbildung der Einzelteile
und sind aus den Zeichnungen ersichtlich.
In den Zeichnungen sind mehrere Ausführungsformen der neuen Einrichtung dargestellt,
welche zum Zwecke der Erläuterung als Beispiele herausgegriffen sind.
Abb. ι ist eine Schnittansicht eines Brems-Zylinders
mit einer Steuerventileinrichtung.
Abb. 2 ist ein Schnitt in größerem Maßstabe durch die in Abb. 1 gezeigte Steuerventileinrichtung.
Abb. 3 zeigt einen Schnitt durch ein Paar von Ventilen.
Abb. 4 ist ein der Abb. 3 ähnlicher Schnitt einer abgeänderten Ausführungsform.
Abb. S ist ein ähnlicher Schnitt einer anderen Ausführungsform.
Abb. 6 zeigt im Grundriß die Form der auf der rechten Seite der Abb. 1 und 2 benutzten
Spreizvorrichtung.
Abb. 7 ist ein Schnitt durch dieselbe.
Abb. 8 ist eine Schnittansicht der in Abb. 6 gezeigten und auf der linken Seite der Abb. 1
und 2 benutzten, abgeänderten Spreizvorrichtung, ehe die federnden Arme hochgebogen
sind.
Ab!). 9 ist eine der Abb. 2 ähnliche Ansicht einer anderen Steuerventileinrichtung.
Bei dem in den Abb. 1 und 2 dargestellten Beispiel ist der hohle Ventilstangenteil 20 mit
einem Paar entgegengesetzt angeordr.eter Ventile4O und41 versehen, die mit den Ventilsitzen
13 und 14 innerhalb der Ventilkam-
nier r ι zusammenarbeiten und der Teil 2oa
mit ähnlichen Ventilen 42 und 43 versehen. Die Hülsen 20, 20" der Ventilstange sind
in den Ventilkegeln 40,41, 42 und 43 beweglieh und mit den die Ventilkegel betätigenden
Anschlägen 22, 29 und 32" versehen, die so angeordnet sind, daß bei der Längsverschiehung
der Vcntilstange in einer Richtung ein Ventil eines jeden Paares geöffnet wird. Zwischen den Ventilkegel eines jeden Paares
sind federnd nachgiebige Druckfedern und abdichtende Mittel vorgesehen, um eine luft-
oder gasdichte Verbindung zwischen der Vcntilstange und dem Ventilkegel herzustellen.
Dabei ergibt sich die weitere Wirkung, daß bei einer Bewegung der Ventilstange in
irgendeiner Richtung ein Ventil eines jeden Paares geöffnet und dadurch die dazwischen
angeordneten federnd nachgiebigen Mittel zusammengepreßt werden, wodurch ihr
Druck auf das andere Ventil desselben Paares erhöht und so dieses Ventil fest geschlossen
gehalten und Undichtigkeit vermieden wird. Die federnd nachgiebigen Mittel bewegen
ferner die Ventilstange wieder in ihre Ruhestellung zurück, wenn sie freigegeben wird.
In den Abb. 3, 4, 5 sind mehrere Ausführungsformen dieser Mittel veranschaulicht.
So ist bei dem in Abb. 3 gezeigten Beispiel die Ventilstange 120 zwischen einem Paar
von Ventilen 140, 141 mit einem Paar entgegengesetzt
gerichteter konischer Federteller 150 versehen, deren innere Ränder an
der Ventilstänge 120 festgelötet sind, während ihre äußeren Ränder an den benachbarten
Flächen der Ventilkegel 140, 141 angelötet
sind. In diesem Fall üben die biegsamen Federteller die Funktion sowohl der Druckfeder
als auch des Abdichtungsmittels aus. In Abb. 4 ist ein Paar entgegengesetzt gerichteter
schalenförmiger Körper 250 angeordnet, die mit mittleren auf die Ventilstange 220 passenden öffnungen versehen sind und
eine luftdichte Verbindung mit dieser bilden, ■*5 und deren Umfangsränder sich gegen die benachbarten
Flächen der Ventilkegel 240 und 241 legen und auch mit diesen eine luftdichte
A'erbindung bilden.
In Abb. s sind die Ventilkegel 340 und 341
mit einer zwischen ihnen angeordneten und als Druckfeder für beide Ventile wirkenden
Schraubenfeder 350 versehen, während eine Hülse 351 aus geeignetem Material, wie
Gummi, Leder o. dgl., die Ventilstange 320 umschließt und eine luftdichte Verbindung
mit dieser bildet, wobei sie an ihren entgegengesetzten Enden mit ringförmigen Flanschen 351 versehen ist, deren Ränder sich
gegen die benachbarten Flächen der Ventilkegel legen und abdichtend wirken.
Die Flanschen dieser Dichtungshülse können verlängert und mit Hilfe einer besonderen
Spreizvorrichtung gegen die Ventilteller gedrückt werden. Wie in Abb. 8 und auf der
linken Seite der Abb. 1 und 2 gezeigt, kann eine solche Spreizvorrichtung in der Weise
gebildet werden, daß ein Zylinder 53 aus federndem Metall an den entgegengesetzten
Enden geschlitzt wird, so daß Finger 54 entstehen und daß diese Finger nach außen in
die in Abb. 8 mit punktierten Linien angedeuteten Stellungen gebogen werden. Diese
U-förmige Spreizvorrichtung wird innerhalb der ringförmigen Nut der Dichtungshülse
angeordnet, und die Finger 54 pressen die Flanschen derselben fest gegen die Ventilkegel.
Eine andere Ausführungsform der Spreizvorrichtung, welche als Gabelspreizvorrichtung
bezeichnet werden mag, ist auf der So rechten Seite der Abb. 1 und 2 und in Abb.'»
und 7 in Ansicht und Schnitt dargestellt. Diese Spreizvorrichtung wird durch Ausslanzen
einer Ringscheibe 55 aus federndem Metall hergestellt, die mit radialen von dem
Innenrand nach außen sich erstreckenden nn.i
Finger 56 bildenden Schlitzen versehen ist. Diese Finger werden abwechselnd nach entgegengesetzten
Richtungen nach außen er·'-bogen und in die ringförmige Nut der Dichtungshülse
eingesetzt, wo sie den gleichen Zweck wie die U-förmige Spreizvorrichtung erfüllen.
Es ist bei dem Ausführungsbeispiel der
Erfindung zu bemerken, daß, wenn dor Bremskolben durch Unterdruck bewegt wird
und für gewöhnlich in der Unterdruckkammer 17 ein teilweises Vakuum herrscht, die
Wirkung des Unterdruckes nicht nur darin besteht, daß die Ventilkegel 41 und 42 auf
ihren Sitzen und die Ventilstange auf der. entgegengesetzten Seiten der Unterdruckkammer
in ihrer Mittelstellung gehalten werden, sondern auch darin, daß sie fest auf die
Sitze gepreßt und Undichtigkeiten verhindert werden.
In Abb. 9 ist eine Anordnung einer Ventileinrichtung
dargestellt, die mit Vorteil anwendbar ist, wenn größerer Druck als Atmosphärendruck auf einer Seite des Kolbens nc
gegen atmosphärischen Druck oder teilweises Vakuum benutzt wird. In dieser Abbildung
stellt 403 die Kolbennabe dar, welche mit zwei Sätzen gleichgerichteter Ventilsitze 413,
414,415,416 versehen ist, in die Ventilkegel "5
440, 441, 442, 443 passen, welche paarweise auf entgegengesetzten Seiten einer mittleren
Druckkammer 417 in der Mitte der Kolbe.nnabe angeordnet sind. Die auf entgegengesetzten
Seiten der Druckkammer 417 liegenden Ventilsitze 414 und 415 sind mit radialen
Bohrungen 434,435 versehen, die auf ent-
gegengesetzten Seiten des Kolbens in den Zylinder münden, während die Ventilsitze 413
unj 41Ü durch Kanäle433, 436 auf beiden
Seiten des Kolbens mit dem Zylinder in Verbindung stehen. Die Kolbennabe ist ferner
mit einer I Unterdruckkammer 41S ausgestattet.
Die \*entilstange 420, 420° ist wie bei der Einrichtung nach Abb. 2 eingerichtet,
da aber in diesem Falle die Stellungen der '" Ventile denen der in Abb. 2 gezeigten Ventile
entgegengesetzt sind, ist die sich lose durch einsprechende Öffnungen in allen vier Ventilkegeln
erstreckende Ventüstange mit einem Ring 422 zwischen den Ventilen 440 und 441
'5 und einem ähnlichen Ring422" zwischen den
Ventilen 442 und 443 versehen, um ein Ventil eines jeden Ventilpaares zu öftren, wenn die
Ventilstange in irgendeiner Richtung verschoben wird. Das Druckmittel wird der Druckkammer 417 mittel? eines Längskanals
in der Ventilstange 420 zugeführt, der mittels einer oder mehrerer Bohrungen 424 mit der
Druckkammer zwischen den Ventilen 441 und 442 in Verbindung steht und die demzufolge
durch das Druckmittel in ihrer Stellung auf ihren Sitzen gehalten werden. Die Unterdruckkammer
418 steht durch eine Öffnung 43'"» mit dem Innern der \~entilstange 420"
in Verbindung und von da entweder mit der Außenluft oder einer Unterdruckleitung, wie
z. B. der Saugleitung einer Verbrennungskraftmaschine. Die Unterdruckkammer 41S
ist durch Verbindungsleitung 419 mit dem Ventilsitz 413 verbunden und steht mit dem
Ventilsitz 416 in unmittelbarer Verbindung, so daß die Ventilkegel 440 und 443 auf ihren
Sitzen gehalten werden. Jedes tier Ventile ist mit Mitteln versehen, durch welche die
Ventilkegel nachgiebig auf ihren Sitzen gehalten werden und durch welche die mittlere
• 'trnung zum Durchgange der Ventilstang?
al cedichtet wird. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Ventilstange in der
Mitte der Druckkammer zwischen den Ventilen 441 und 442 mit einem festen Ring 425,
auf der Außenseite des Ventils 443 mit einem festen Ring 426 und auf -der Außenseite des
Ventils 440 mit einem ähnlichen Ring 427 versehen, und zwischen diesen Ringen und
den dazugehörigen Ventilen sind Dichtungsvorrichtungen 450 aus elastischem Gummi
angeordnet, die mit mittleren Öffnungen versehen sind und mit Reibung die Ventilstange
umschließen und Flanschen besitzen, mittels welcher sie mit ihren Ventilkegeln in Berührung
stehen. Wenn die \7entilstange 420, 420" in irgendeiner Richtung bewegt wird,
wird ein Ventil eines jeden Paares geöffnet, wobei die Federn für die beiden anderen geschlossen
bleibenden Ventile etwas zusammengepreßt werden, so daß ihr Druck auf die
\rentile vergrößert wird und die Ventile fest
geschlossen gehalten werden.
Claims (1)
- Patentansprüche:1. Steuervcntileinrichtung für PTiIfskraftbremsen, insbesondere für Kraftfahrzeuge nach Patent 471 345, dadurch gekennzeichnet, daß je zwei lose auf der an dem Bremsbedienungsheliel angeschlossenen hohlen Stange (20, 20") sitzende Steuerventile (40, 41 und 42, 43) unter Zwischenlegung eines elastischen Druckmittels zu einem Paare vereinigt sind und mit auf der hohlen Stange (20, 2Oa) vorgesehenen Anschlägen {22, 29, 32) derart zusammenwirken, daß beim Verschieben der Stange (20, 20°) gleichzeitig je ein Ventil der beiden Paare unter Verstärken des Schließdruckes auf das zugehörige Ventil geöffnet wird.2. Steuerventileinrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das elastische Druckmittel zwischen den Ventilen eines Ventilpaares aus zwei konischen Federtellern (150) ader aus zwei schalenförmigen Körpern aus elastischem Material, wie z. B. Gummi (250), besteht, die mit einer Öffnung für den Durchgang der Antriebsstange versehen sind, und deren äußere Ränder sich gegen die einander zugekehrten Flächen der Ventilkegel in der Weise legen, daß beim öffnen des einen Ventils eine Abdichtung zwischen den Ventilen und der verschiebbaren Kolbenstange bewirkt wird.3. Steuerventileinrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das elastische Druckmittel zwischen den Ventilen eines Ventilpaares aus einer Schraubenfeder (350) besteht und zur Abdichtung der Ventile gegen die Kolbenstange eine über diese geschobene Hülse (351) aus elastischem Material, wie z. B. Gummi, mit Flanschen angeordnet ist.4. Steuerventileinrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der ringförmige Körper aus elastischem Material, wie z. B. Gummi, zwischen den no Ventilen eines jeden Ventilpaares (J-förmigen Querschnitt besitzt, dessen Flanschen sich gegen die gegenüberliegenden Flächen der Ventilkegel legen und die Abdichtung zwischen den Ventilen und der Antriebsstange bewirken.5. Steuerventileinrichtung nach Anspruch ι bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen die Flanschen des federnden und abdichtenden Ringkörpers eine ringförmige Spreizvorrichtung aus Metall (55· 5°) eingesetzt ist, die den Druck derFlanschen gegen die Ventilflächen verstärkt.O. Steuerventileinrichtung nach Anspruch r, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Spreizvorrichtung aus einer ringförmigen metallischen Scheibe (55Ί besteht, die durch von dem inneren Rand ausgehende radiale Schlitze in einzelne Finger (56") unterteilt ist, die abwechselnd nach entgegengesetzten Seiten aus der Ebene der Scheibe herausgebogen sind und sich gegen die Flanschen des federnden und abdichtenden Gliedes legen.7. Steucrventileinrichtung nach Anspruch 1,4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Spreizvorrichtung aus einem metallischen Zylinder (53) besteht, dessen Ränder durch axiale Einschnitte zu Fingern (54) gestaltet sind, die nach außen umgebogen sind.Hierzu 1 Blatt ZeichnungenBERLIN. GKDPrCKT IS DER
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