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Maschine zum Blasen von Hohlglaskörpern, insbesondere Glühlampenkolben
Die Erfindung betrifft eine Maschine zum Blasen von Hohlglaskörpern, insbesondere
Glühlampenkolben, bei der eine Anzahl Blaspfeifen an einem um eine ortsfeste mittlere
Steuertrommel umlaufenden Drehgestell im Kreise befestigt ist und die Entnahme des
Glases aus dem Ofen mittels eines einzigen an der Steuertrommel der Maschine gelagerten
Schöpfarmes erfolgt, der in bekannter Weise einen durch Druckluft radial gegen den
Ofen vorbewegbaren Schlitten besitzt, der seinerseits die den Glasposten durch Saugwirkung
aufnehmende Form mit schwingendem Abtrennmesser trägt, Die Erfindung bezweckt, einesteils
solche nur eine Schöpfeinrichtung aufweisende Maschinen durch Ersatz des verwickelten
und geräuschvollen Zahnstangenantriebes durch einen Druckluftantrieb, wie dies für
Maschinen mit mehreren mitumlaufenden Schöpfeinrichtungen bereits an sich bekannt
ist, zu vereinfachen und andernteils auch gleichzeitig die Postenabgabe an die Blaspfeifen
zu verbessern. Im wesentlichen wird dies durch Verwendung eines an der ortsfesten
Steuertrommel gelagerten, in der Umlaufsrichtung der Blaspfeifen verschwenkbaren,
die Schöpfeinrichtung tragenden Armes erreicht, auf dem ein Zylinder starr befestigt
ist, dessen durch Druckluft vor- und zurückbewegter Kolben durch seine Kolbenstange
und den Kreuzkopf mit dem radial verschiebbaren Schöpfarmschlitten verbunden ist.
Der die Saugform tragende Schlitten wird demgemäß durch Zuleitung von Druckluft
auf die eine oder andere Seite des an seinem Schwingarm starr gelagerten Druckluftzylinders
ein- oder auswärts zum Ofen bewegt und jeweils nach vollzogener Zurückziehung durch
Verschwenken seines ihn tragenden Schwingarmes seitlich verstellt, so daß die am
Schöpfarmschlitten angeordnete Saugform oder Saugformen ein Stück zusammen riiit
den Blaspfeifen wandern. Da während dieser Zeit des gemeinsamen Wanderns keine Relativbewegung
zwischen Saugform und Blaspfeifen eintritt, so wird der Posten weit sicherer von
den Blaspfeifen aufgenommen.
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Der zum Ansaugen des Külbels in die Form des Schöpfarmschlittens erforderliche
Unterdruck wird hierbei zweckmäßig unter Fortfall einer besonderen Unterdruckquelle
einfach durch die Bewegung des Schöpfarrnschlittens selbst erzeugt, und zwar mittels
eines oder mehrerer am Schwingarm desselben parallel zum Druckluftzylinder gelagerter
Zylinder, deren Kolben an dem Kreuzkopfe des Schöpfarmschlittens befestigt sind
und dadurch bei der Vorbewegung des letzteren den für das Ansaugen der Külbel
erforderlichen
Unterdruck hinter sich in ihren Zylindern erzeugen.
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Am Kreuzkopf des Schöpfarmschlittens sind zweckmäßig mehrere kleinere
Druckluftzylinder gelagert, die durch Vermittlung der hohlen Kolbenstange des Hauptdruckluftzylinders
ständig mit Druckluft versorgt werden und dazu dienen, den Formboden für gewöhnlich
in angeklappter Stellung und das Abstreifmesser für gewöhnlich in hochgehobener
Stellung zu halten. Der durch Anschläge des umlaufenden Maschinengestelles mitgenommene
Schwingarm für den Schöpfarmschlitten wird jeweils nach erfolgter Ausschwingung
durch Wirkung eines Druckluftzylinders selbsttätig in seine Anfangslage zurückgezogen.
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Um zu verhindern, daß bei Betriebsstörungen oder beim beabsichtigten
Stillsetzen des Schöpfarmschlittens der Kopfteil desselben samt Saugform im Ofeninnern
oder in Nähe des Ofens stehenbleibt, ist eine im Betriebsstromkreis der Maschine
liegende und durch Unterbrechung desselben ausgelöste Arretierv orrichtung vorgesehen,
die einerseits den Schöpfarmschlitten in zurückgezogener Stellung festhält und andererseits
eine zwischen dem Maschinendrehgestell und dem Schwingarm vorgesehene Kupplung geöffnet
hält.
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In der Zeichnung ist eine Maschine gemäß der Erfindung in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht.
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Abb. i zeigt die den Oberteil der Maschine bildende Schöpfeinrichtung
in Seitenansicht. Abb. 2 ist ein Längsschnitt durch die Schöpfeinrichtung.
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Abb. 3 zeigt eine teilweise Oberansicht der gesamten Maschine, wobei
nur die zum Verständnis erforderlichen Teile veranschaulicht sind.
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Abb. q. ist ein Schnitt nach Linie A-A der Abb. 3.
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Abb.5 zeigt einen Vakuumzylinder der Schöpfeinrichtung in Draufsicht,
zum Teil im Schnitt.
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Abb. 6 ist ein Schnitt nach Linie E-E der Abb. 9.
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Abb. 7 ist ein Querschnitt durch den Hauptdruckluftzylinder, zwei
Vakuumzylinder und einen Bremszylinder.
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Abb. 8 ist ein Querschnitt durch den Kreuzkopf des Schöpfarmschlittens.
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Abb.9 zeigt die auf das Abtrennmesser einwirkenden Teile in anderer
Stellung, als in Abb. 2 gezeigt.
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Abb. io zeigt eine die Schwingbewegung des Schöpfarmschlittens außer
Wirkung setzende Verriegelungseinrichtung.
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Die Glasblasemaschine besitzt, wie üblich, ein um eine ortsfeste Steuertrommel
12 umlaufendes Gestell io, an dem eine Anzahl Blaspfeifen i i paarweise im Kreise
um die zentral stehende Steuertrommel angeordnet sind. Mit den die Külbel aufnehmenden
und umformenden Blaspfeifen arbeitet eine einzige, unabhängig vom Drehgestell gelagerte,
radial bewegliche und verschwenkbare Schöpfeinrichtung zusammen, die durch eine
Seitenöffnung des Ofens hindurch in diesen eingeführt und nach Zurückführung vom
Drehgestell eine kurze Strecke mitgenommen wird, um die angesaugten Glaskülbel an
die Blaspfeifen genau abzugeben. Der Schöpfarm ist mit zwei Saugformen ausgestattet,
die die angesaugten Külbel vorformen und an die paarweise angeordneten Blaspfeifen
abgeben.
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Das Ansaugen der Külbel aus dein Ofen wird in bekannter Weise durch
Vakuum bewirkt, das jedoch zweckmäßig durch die Hinundherbewegung des Schöpfarmes
selbst erzeugt und durch am Schöpfarm angebrachte Teile selbsttätig geregelt wird.
Die Hinundherbewegungen des Schöpfarmes werden in gleichfalls bekannter Weise durch
Druckluft bewirkt, deren Regelventil - was auch bekannt ist - vom Drehgestell der
Maschine selbsttätig gesteuert wird. Die der Ofenhitze ausgesetzten Teile des Schöpfarmes,
nämlich die Saugform und die Messer, werden, wie ebenfalls bekannt, durch Wasser
ständig gekühlt, das durch in diesen Schöpfarmteilen vorgesehene Kanäle und Kammern
ständig hindurchgeführt wird.
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Wie aus den Abb. 1, 2 und 3 hervorgeht, ist das die Blaspfeifen ii
tragende Drehgestell mit io bezeichnet. Auf der feststehenden, zentralen Steuertrommel
12 ist ein armartiger Träger 13 befestigt, von dem eine Hohlnabe 1,4 sich nach oben
erstreckt, auf welcher ein Schwingarm 15 drehbar befestigt ist, welcher den Lagerarm
16 für den Schöpfarm trägt und mit diesem den Schwing- und Lagerarm 15, 16 bildet.
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Die Oberseite des Lagerarmes 16 ist nach außen zu abwärts geneigt
und mit Schlitzführungen 17 für den Schöpfarmschlitten i8 versehen, dessen Unterseite
mit entsprechenden Gegenführungen ausgestattet ist. Der Schlitten 18 endet an seinem
äußeren Ende in einem Kreuzkopf 2o. Von diesem Kreuzkopf gehen nach außen gerichtet
zwei Rohrstücke 21 aus, welche an ihren äußeren Enden mit Anschlußflanschen 22 ausgestattet
sind, an welchen die beiden Saugformen 23 angeschlossen sind.
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Die beiden Saugformen sind hinsichtlich Bauart und Betätigung sowie
hinsichtlich des Abschneidens des Glasüberschusses wie die bekannten ausgebildet
und nicht Gegenstand der Erfindung.
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, Der Schöpfarmschlitten i8 mit seinen Saugformen
23
wird durch eine Öffnung 33 in der Seitenwand des Ofens 32 in letzteren radial eingeführt
und auch radial aus diesem zurückbewegt, und zwar mit Hilfe von Druckluft, die von
irgendeiner nicht dargestellten Druckluftquelle dem am Lagerarm 16 starr befestigten
Zylinder 3.1. (Abb. 2) zugeführt wird. In diesem Hauptdruckluftzylinder 34 befindet
sich ein Kolben 35, der mittels einer hohlen Kolbenstange 36 mit dem Kreuzkopf 2o
des Schöpfarmschlittens 18 verbunden ist. Die Bewegungen des Schlittens 18 werden
durch das Drehgestell 1o geregelt, das zu diesem Zwecke auf seinem obersten Ring
eine Anzahl Platten 37 (Abb. 3) besitzt, von denen jede zwei Daumen 38 und 39 trägt.
Diese Daumen dienen zur aufeinanderfolgenden Einwirkung auf eine Rolle 40, die von
einer Gleitschiene 4 1 getragen wird, welche zu einem auf dem Träger 13 vorgesehenen
Ventil 4.2 (Abb. 3 und 4.) gehört. Die Kammer 4.3 des Ventils .42 erhält Druckluft
durch eine Leitung 44, die im Trägerarm 13 vorgesehen ist. Ferner sind im Trägerarm
r3 Gehäusekanäle ,I5, 4.6 vorgesehen, die mit dem Zylinder 34 durch Schläuche .47,
.48 in Verbindung stehen. Der Schlauch 47 (Abb. i) ist mit einem Rohr .49 verbunden,
das zum hinteren Zylinderdeckel 5o führt, der eine entsprechende Durchtrittsöffnung
besitzt. Der Schlauch 48 steht in ähnlicher Weise mit einem Rohr 51 in Verbindung,
das an dem vorderen Zylinderdeckel 52 angeschlossen ist, der gleichfalls eine entsprechend
angeordnete Bohrung aufweist.
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Während des Umlaufs des Drehgestelles 1o werden die Blaspfeifen i
i nacheinander paarweise gegenüber der Wandöffnung 33 des Ofens in Stellung gebracht.
Wenn die Blaspfeifen sich dieser Öffnung nähern, so wirkt der Daumen 38 auf die
Rolle qo ein, so daß letztere und ihr Arm 4.1 zurückgedrückt werden, wodurch der
an dem Arm mittels einer Stange 54. (Abb. 4.) angeschlossene Schieber 53 gleichfalls
zurückbewegt wird. Der in der Ventilkammer 4.3 sich bewegende Schieber 53 bewirkt
bei seiner Zurückbewegung eine Freigabe des Gehäusekanals 45, so daß die in der
Kammer 4.3 befindliche Druckluft durch den Kanal -15 nebst angeschlossenem
Schlauch 4.7 auf die Rückseite des Zylinders 34. gelangen kann, wodurch der Schöpfarmschlitten
18 mit der Form 23 vorgeschoben wird und somit in den Ofen 32 gelangt.
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Die für das Öffnen und Schließen des Formbodens 27 an der Form 23
dienende Einrichtung weist zwei gleichartig ausgebildete Zylinder 55 (Abb. i und
8) auf, die zu beiden Seiten des Kreuzkopfes 2o angeordnet sind. In jedem Zylinder
55 befindet sich ein Kolben 56, der durch seine Kolbenstange 58 mit einer Lenkerstange
57 verbunden ist. Die Stange 57 ist mittels einer auf dem Bolzen 28 gelagerten Kurbel
59 mit dem Formboden 27 verbunden. Mit der Kolbenstange 58 ist auch noch ein bei
61 drehbar gelagerter zweiarmiger Hebel 6o verbunden, auf dessen freies Ende 62
eine ortsfeste Rolle 63 zwecks Zurückbewegens des Kolbens 56 und damit Offenhaltens
des Formbodens 27 einwirkt.
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Bei der Vorwärtsbewegung des Schlittens 18 wird das untere Ende 62
des Hebels 6o von der ortsfesten Anschlagrolle 63 abgehoben, so daß der unter Druckluftwirkung
stehende Kolben 56 sich vorbewegt, was ein Anklappen des Formbodens zur Folge hat.
Die Zuführung der Druckluft zu den beiden Zylindern 55 erfolgt von einer zwischen
ihnen im Kreuzkopf 2o eingelagerten Kammer 64. (Abb. 12) aus, die durch Kanäle 65
mit den Zylindern 55 in Verbindung steht. Die Kammer 64. steht durch eine Bohrung
64' mit dem Innenraum 67 (Abb. 2) der hohlen Kolbenstange 36 in Verbindung, in die
ein von einer Druckluftquelle kommendes Rohr 66 einmündet. Das Offnen der Saugform
erfolgt gegen Ende des Rückhubes des Schlittens 18, und zwar durch Anlegen des Hebels
6o an die ortsfeste Anschlagrolle 63. Der Hebel 6o wird dabei um seinen Drehpunkt
61 gedreht, was ein Zurückschieben des Kolbens 56 unter Überwindung der Druckluftwirkung
und dadurch ein Zurückschieben der Lenkerstange 57 unter Abklappen des Formbodens
27 zur Folge hat.
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Für das Ansaugen des Glaspostens im Ofen dienen zwei Vakuumzylinder
68 (Abb. r und 7), welche auf dem Lagerarm 16 des Schlittens 18 zu beiden Seiten
des Zylinders 34 angeordnet sind. Im Nachstehenden wird nur einer dieser Zylinder
beschrieben. Wie aus den Abb. 5 bis 6 hervorgeht, befindet sich im Zylinder 68 ein
mit den üblichen Abdichtungsringen 7o ausgestatteter Kolben 69. Dieser Kolben ist
mit dem Kreuzkopf 2o durch eine hohle Kolbenstange 71 verbunden, so daß bei der
Vorwärtsbewegung des Schlittens 18 der Kolben 69 mit vorbewegt wird. Hierdurch wird
nun hinter dem Kolben 69 im Zylinder 68 ein Vakuum erzeugt. Wenn der Schlitten 18
seinen Vorwärtshub beendet hat, so befindet sich der Kolben 69 in der in Abb. 6
gezeigten Lage. Hierbei steht eine Querbohrung 72 des Kolbens 69 in übereinstimmung
mit einer Anzahl Bohrungen 73 im Zylinder 68. Die Bohrungen 73 stehen mit einer
Kammer 74 in Verbindung, die zwischen der Zylinderwandung und einem Deckel 75 gebildet
wird, welcher mittels Schrauben 76 am Zylinder befestigt ist. Der Zylinder weist
ferner eine zweite Gruppe von Bohrungen 77 auf, die gleichfalls mit der Kammer 74
in Verbindung
stehen. Diese Bohrungen 77 liegen nach dem Zylinderinnern
frei, wenn sich der Kolben 69 in seiner äußersten Stellung (Abb. 6) befindet. Der
hinter dem Kolben 69 erzeugte Unterdruck pflanzt sich daher über die Kammer 74 hinweg
durch die hohle Kolbenstange 71 zum Kreuzkopf 2o fort, der zu diesem Zwecke eine
mit dem Innenraum der Kolbenstange 71 in Verbindung stehende Bohrung 78' (Abb. 8)
besitzt, an welche ein Rohr 78 angeschlossen ist. Das vordere Ende des Rohres 78
führt zu dem Anschlußflansch 22 (Abb. i) des Schöpfarmschlittens 18. Eine in diesem
Anschlußflansch vorgesehene Bohrung, die gewissermaßen eine Fortsetzung des Rohres
78 bildet, steht mit einem im Saugformgehäuse 25 vorgesehenen Kanal 79 in Verbindung,
so daß das Glas in bekannter Weise in die Form gesaugt wird. Der Schlitten 18 wird
dann zurückgezogen, bis seine beiden Saugformen genau über einem Blaspfeifenpaar
des ununterbrochen angetriebenen Drehgestelles zu stehen kommen. Im Augenblick,
wo die Zurückziehung des Schlittens 18 beendet ist, setzt ein Verschwenken des Schwingarmes
15 nebst Lagerarm 16 und Schlitten 18 ein, so daß die von dem letzteren gehaltenen
Saugformen gemeinsam mit dem Blaspfeifenpaar synchron wandern. Hierdurch ist eine
genügend lange Zeit zur sorgfältigen Abgabe der Külbel an die Blaspfeifen gegeben.
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Diese Verschwenkung bzw. Teildrehung des Schwingarmes 15 wird durch
das Drehgestell io bewirkt, welches zu diesem Zwecke auf seinem obersten Ring eine
Anzahl Anschläge 83 (Abb. 2 und 3) besitzt, die an den Unterseiten der Platten 37
befestigt sind. Die Stellung eines jeden Anschlages am Drehgestell ist so gewählt,
daß dem Schlitten 18 samt Saugform 24, 27 genügend Zeit gewährt ist, in den Ofen
einzudringen, worauf die Nase 84 (Abb. 3) des Anschlages 83 an einer flachen, an
der Unterseite des Schwingarmes i 5 gleitbar befestigten Schiene 85 angreift, wodurch
der Schwingarm samt Schlitten i8 gegen die Wirkung eines am festen Trägerarm 13
angebrachten Druckluftzylinders 86 gedreht wird. Der im Zylinder 86 befindliche
Kolben ist mit dem Schwingarm 15 durch die Kolbenstange 87 verbunden. Im geeigneten
Zeitpunkt wirkt einer der früher erwähnten Daumen 39 auf die Rolle 40 ein, wodurch
die Gleitschiene 41 auswärts gezogen und der Schieber 53 (Abb. 4) des Ventils 42
nach außen verstellt wird. Wenn der Schieber 53 vorbewegt wird, stellt er eine Verbindung
zwischen der Druckluftkammer 43 und dem Kanal 46 her, so daß Druckluft alsdann durch
diesen Kanal in den vorderen Teil des Zylinders 34 gelangen kann, und zwar durch
den Schlauch 48 und das Rohr 51. Wenn die Luft in dem vorderen Ende des Zylinders
34 eintritt, so wird der Kolben 35 zurückbewegt, wobei der Schlitten 18 aus der
Seitenöffnung des Ofens zurückgezogen wird. Die im Zylinder 34 befindliche verbrauchte
Druckluft entweicht dabei durch die Schieberhöhlung 53', da diese den Kanal 45 mit
dem in die Atmosphäre führenden Gehäusekanal 88 verbindet. Der Schlitten 18 wird
bei seiner Vor- und Zurückbewegung mit Hilfe eines Dämpferzylinders 89 (Abb. i und
2) aufgefangen, dessen Kolben go mittels der Kolbenstange gi mit dem Kreuzkopf 2o
des Schlittens 18 verbunden ist. Die Druckverminderung im Zylinder 89 wird mittels
einer Anzahl einstellbarer Auspufföffnungen 92 bewirkt.
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Während der Zurückbewegung des Schlittens 18 wird in bekannter Weise
die überschüssige Glasmenge, die über der Saugöffnung jeder der beiden Saugformen
vorsteht, durch je ein Messer abgeschnitten. Der Messerarm 94 ist durch eine Gabel-
und Zapfenverbindung 97 (Abb. 2) an eine Stange 98 angelenkt, die ihrerseits an
einem zweiarmigen Schwinghebel 99 angeschlossen ist. Dieser Hebel ist bei ioo am
Schlitten 18 drehbar gelagert und an die Kolbenstange ioi eines Kolbens 102 angeschlossen,
der in einem der beiden Zylinder 103 (Abb. 8) spielt. Jedes Messerblatt 96
wird normalerweise in der in Abb.2 veranschaulichten Stellung gehalten, und zwar
mittels des zugehörigen DDruckluftzylinders 103, dessen Kolben ständig unter Druckluft
steht, die auf die Rückseite des Kolbens einwirkt. Die Druckluft wird jedem der
beiden Zylinder 103 durch eine Bohrung 104 (Abb.8) zugeleitet, die über die Ringkammer
64 und die hohle Kolbenstange 36 mit der Druckluftleitung 66 (Abb. 2) in Verbindung
steht. Bei der Vorbewegung des Schlittens 18 trifft der daumenartige Ansatz 99'
des Hebels 99 auf eine Klinke io5 (Abb. i bis 9) auf, die an dem Bolzen 107 einer
Platte io6 gelagert ist. Durch den gegenlaufenden Ansatz 99' wird die Klinke i o5
umgelegt, so daß der Hebel 99 über sie ungehindert hinwegzugleiten imstande ist.
Nach Vorbeigang des Hebels 99 klappt die umgelegte Klinke io5 durch Eigengewichtswirkung
wieder in die in Abb. i und 9 gezeigte Lage zurück, in welcher der längere Arm io8
der Klinke io5 auf einer abstützenden Bodenfläche io6' des Schwingarmes 16 flach
aufliegt. Bei der Zurückbewegung des Schlittens legt sich der aufwärts gerichtete
kürzere Arm der Klinke io5 sperrend in den Weg des Hebels 99 (Abb. 9) und zwingt
diesen, sich zu verdrehen. Dies hat aber auch gleichzeitig durch Vermittlung der
Stange 98 ein Verdrehen des Messerarmes
94 mit Ausschwingen des
Messerblattes 96 zur Folge, wobei dieses über die Mündungsfläche des Formbodens
27 in Richtung nach dem Ofeninnern zu hinwegstreicht. Die Drehung des Hebels 99
erfolgt so lange, bis sein Daumenansatz 99' über den aufwärts gerichteten Arm der
Klinke io5 hinweggleitet, worauf der durch die Verdrehung des Hebels 99 zurückgedrückte
Kolben zog durch Drucklufteinwirkung von neuem vorbewegt und infolgedessen das Messer
96 wieder zurück in die Hochlage geschwungen wird, bis es seine normale Stellung
erreicht hat. Im Zylinder 103 ist eine Auspufföffnung i i o vorgesehen, welche
die Geschwindigkeit des wieder voreilenden Kolbens io2 regelt, so daß die Zurückbewegung
des Messers gedämpft wird. Damit Störungen vermieden werden, wie diese sich einstellen,
wenn das Messerblatt nicht ungehindert über die Mündung des Formbodens zufolge mangelhafter
Schließung der Form streichen kann, ist die Befestigungsplatte io6 für die kippbare
Klinke io5 an einem Zylinder i i i gelagert, welcher auf einen von einer Stange
113 gehaltenen Kolben 112 verschiebbar geführt ist. Wenn der Hebel 99 an
die Klinke 105 anschlägt und die Ausschwingung des Messers 96 durch schlechten
Schluß der Form behindert ist, so wird alsdann durch den anschlagenden Hebel 99
der Zylinder i i i samt Platte i o6 und Klinke 1o5 zurückbewegt. Der längere Arm
io8 der Klinke io5 gleitet hierbei auf der Bodenfläche i o6', bis er ein Loch i
o6" (Abb. 9) in der Bodenfläche i o6' erreicht, die ein Abkippen der Klinke io5
ermöglicht. Der Hebel 99 wird dadurch für die Wirkung des Kolbens io2 frei, was
dann ein Zurückführen des nur teilweise vorgeschwungenen Messers 96 zur Folge hat.
Der Zylinder i i i wird hierauf durch Druckluft, welche durch eine Leitung 114 zugeführt
wird, in seine normale Stellung -zurückgebracht.
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Vor der Abgabe des Glaskülbels aus der Saugform an die Blaspfeifen
werden die Saugformen, wie bereits erwähnt, in Übereinstimmung mit den Blaspfeifen
eine kurze Strecke fortbewegt. Während dieser Zeit stehen der Querkanal 72 jedes
der beiden Kolben 69 und die Schlitze 73 der beiden Zylinder 68 versetzt zueinander,
weil jeder Kolben 69 infolge der Zurückbewegung des Schlittens 18 gleichfalls zurückbewegt
wurde. Durch diese Bewegung wird nun aber die Vakuumleitung selbsttätig abgeschlossen.
Sobald der Kolben 69 das Ende seines Rückhubes erreicht hat, steht der Querkanal
72 mit Schlitzen 163 des Zylinders 68 in Verbindung. Die Abgabe der Külbel an die
Blaspfeifen geht alsdann durch Wirkung eines Ventils 164 selbsttätig vonstatten,
welches etwas Druckluft aus der Leitung 165 durch die Schlitze 163 hindurch in den
Kolbenkanal 72 leitet. Diese Druckluft fließt durch die hohle Kolbenstange zur Saugform,
um die Abgabe der Külbel aus der Saugform zu erleichtern. Die Einrichtung für die
Steuerung des Ventils 164 ist nicht Gegenstand der Erfindung.
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Nach der Abgabe der Külbel an die Glaspfeifen wirkt eine Rolle 175
(Abb. 2 und 3), die an der Unterseite der Schiene 85 vorgesehen ist, auf einen im
ortsfesten Trägeraren 13 angeordneten Daumen 176 ein. Die Form dieses Daumens ist
derart gewählt, daß die Schiene 85 einwärts und damit außer Berührung mit der Nase
84 des Anschlages 83 gebracht wird, worauf der Schlitten 18 in seine normale Stellung
mit Hilfe des Druckluftzylinders 86 gedrückt wird (Abb.3). Die Schiene 85 wird sofort
wieder in ihre normale Stellung vorgedruckt, und zwar mittels eines Druckluftzylinders
178, dessen Kolben an diese Stange mittels einer Kolbenstange 179 angeschlossen
ist (Abb. 2).
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Die Vor- und Zurückbewegung und die Drehung des Schöpfarmschlittens
18 kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt angehalten werden, ohne die Bewegung des Drehgestelles
1o aufzuhalten, und zwar mit Hilfe einer elektrisch betätigten Einrichtung, die
mit einem Solenoid i8o (Abb. 2, 3, io) ausgestattet ist. An den Kern 181 dieses
Solenoids ist ein auf einer Welle 183 befestigter Arm 182 angeschlossen. Das andere
Ende dieser Welle trägt einen Hebel 18d., dessen oberes Ende mit einer Rolle 185
ausgestattet ist, welche auf der geneigten Endfläche einer Platte i86 aufruht. Von
letzterer geht eine in einem Lager 187 gleitbar gehaltene Spindel i88 aus, deren
oberes Ende an eine Verriegelungsklinke 189 angelenkt ist. Die Klinke 189 ist bei
igo drehbar gelagert und dient dazu, in einen Einschnitt i91 an der Unterseite des
Schlittens 18 einzugreifen. Bei normalem Betriebe der Maschine wird das Solenoid
i8o durch einen von der Hauptnetzleitung abgezweigten Strom erregt, die auch den
Betriebsstrom für den Antrieb des Drehgestelles io liefert. Bei der Erregung des
Solenoids wird der Kern 181 gegen die Wirkung einer Feder 192 (Abb. 2 und 3) zurückgezogen.
Hierbei wird der Hebel 182 nach links gezogen, demzufolge die Welle 183 und der
Arm 184 gleichfalls nach links gedreht. so daß die Rolle 185, die Platte 186 und
damit die Spindel 188 und die Klinke 189 abwärts bewegt werden, gegen die Wirkung
einer auf der Spindel vorgesehenen Feder 193.
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In Fällen von Störungen in der Netzleitung oder ungewolltem Unterbrechen
des Stromes, der ein Anhalten des Drehgestelles zur Folge hätte, wird das Solenoid
18o
stromlos, wodurch der Feder z92 ermöglicht wird, den Kern 181
herauszuziehen, wobei die Bewegung des Kernes durch den Hebel r82, Welle 183, Hebel
184, Rolle 185 und Platte 186 auf die Spindel 188 übertragen wird, die .durch ihre
Feder 193 angehoben wird, so daß die Klinke 189 an die Unterseite des Schlittens
18 sich anlegt. Sobald letzterer aus dem Ofen zurückkehrt, gleitet er über die Klinke
189 hinweg, bis diese in seinen Einschnitt 191 einschnappt, wodurch der Schlitten
18 dann an jeder Vorbewegung gehindert ist, wie Abb. 2 zeigt.
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Es kann mitunter wünschenswert sein, von Zeit zu Zeit die Bewegung
des Schlittens 18 anzuhalten, jedoch den Umlauf des Drehgestelles 1o nicht zu stören,
bis alle Blaspfeifen des letzteren ihr Blasgut abgegeben haben. In diesem Falle
hat die Bedienungsperson lediglich die zum Solenoid führende Leitung abzuschalten,
wodurch der Antrieb der Maschine in keiner Weise gestört wird. DieSchwing- oder
teilweiseUinlaufbewegung des Schlittens kann gleichzeitig durch einen Hebel 194
(Abb.2 und 1o) verhindert werden, der ebenfalls auf der Welle 183 befestigt ist
und dazu dient, mit einer Nase 19q.' in eine Auskerbung 195 (Abb. 3) der Schiene
85 einzugreifen, wenn diese durch Wirkung des Anschlages 176 auf die Rolle 175 zurückgedrückt
ist. Sobald nämlich die Auskerbung 195 der zurückgedrückten Schiene 85 unter, die
Nase 194' gelangt, wird der Hebel 194 durch Wirkung der auf der Stange 181 aufgeschobenen
Feder 192 etwas abwärts gedreht unter geringfügiger Abhebung der Rolle 185 von der
Platte 186, wie in Abb. 1o dargestellt. Der Hebel 194 hält dann in seiner abwärts
gedrehten Lage die Schiene 85 in ihrer zurückgezogenen Stellung fest, so daß diese
von dem Anschlag 83 nicht beeinflußt werden kann.