DE49229C - Gasmaschine - Google Patents
GasmaschineInfo
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- F02B—INTERNAL-COMBUSTION PISTON ENGINES; COMBUSTION ENGINES IN GENERAL
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-
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- F02B2710/03—Two stroke engines
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Fig. ι zeigt einen Verticalschnitt durch eine Gaskraftmaschine.
Fig. 2 ist ein ähnlicher Schnitt, central durch den Kraftcylinder und rechtwinklig gegen den
Schnitt von Fig. 1 geführt.
Fig. 3 zeigt die untere Seite der perforirten Wand der Verbrennungskammer, wodurch die
in letztere eintretenden Ströme verzögert, expandirt und an der gekrümmten Wandung parallel
in und durch den Cylinder geführt werden.
Fig. 4 zeigt den Kraftcylinder im Verticalschnitt; derselbe hat einen sich erweiternden
Durchtritt für die Einströmung, und die Pfeile bezeichnen die in Bewegung befindlichen Ströme
der Ladung, welche sich mit den entweichenden verbrauchten Gasen untermischt, wenn perforirte
Platten nicht in Anwendung kommen.
Fig. 5 und 6 zeigen Diagramme, welche von der Maschine entnommen sind, wenn die Ladung
mit den entweichenden verbrauchten Gasen gemischt wird oder nicht.
Fig. 7 stellt den den Einlafsschieber bethätigenden Mechanismus dar.
Fig. 8 zeigt das Schiebergehäuse im Schnitt.
Fig. 9 und 10 zeigen Schnittdarstellungen des Schiebers und Gehäuses bei verschiedenen Stellungen
des Schiebers.
Fig. 11 ist ein Querschnitt durch den Schieber
und sein Gehäuse nach der Linie x-x von Fig. 9.
Fig. 12 zeigt den Schieber im Schnitt und Fig. 13 einen Querschnitt davon durch die
Verbrennungskammer und den Zuführungskanal.
Fig. 14 ist eine Ansicht des Schieberkastens, aus welcher die Zünd- und Austrittskanäle ersichtlich
sind.
Fig. 15 und 16 sind Darstellungen des Eintrittsmischventils.
Fig. 17, 18 und 19 sind Einzeldarstellungen
der Regulirvorrichtung, welche in Fig. 1 dargestellt ist.
Der stehende Kraftcylinder ist von einem Kühlmantel W umgeben. Der Deckel D4 öffnet
sich nach dem Kraftcylinder A zu und communicirt an der einen Seite des letzteren mit
dem Schieber D. Das untere Ende des Kraftcylinders
öffnet sich nach dem Gehäuse E des Maschinengestelles, das eine Compressionszuführungskammer
F für die Maschine bildet, deren Kolben der Compressor ist.
Der Ausdruck »Kraftcylinder oder Kammer« wird im Verlauf der Beschreibung ausdrücklich,
angewendet, nicht nur um den Cylinder, sondern auch den hornartig gebogenen Kanal
C C1 zu bezeichnen, da die Verbrennung und Expansion de\ Gase auch in diesem vor sich
geht.
Ein Ausblasekanal G wird durch den Mantel um den Cylinder herum gebildet und öffnet
sich nach der Kammer des letzteren durch eine Reihe von Kanälen 2, ungefähr in der Mitte
der Länge des Cylinders; der Mantel hat einen
oder mehrere Auslafskanäle für den Austritt der Gase, wie aus Fig. 2 ersichtlich.
Die die Kraft übertragende Kurbelwelle H ist in dem Maschinengehäuse F montirt, so dafs
ihre Kurbel H1 und die Verbindungstange / derselben mit dem Kolben in der Zuführungs-Verdichtungskammer
eingeschlossen sind und in derselben laufen.
Das Schwungrad / ist auf der Kurbelwelle aufserhalb des Maschinengestelles befestigt, und
das den Zuführungsschieber bewegende Excenter K sitzt auf dieser Welle innerhalb einer
Kammer L des Gestelles, in der auch die Schieberstange M läuft, so dafs die den Kolben
und den Schieber bewegenden Theile eingeschlossen sind, um ein Verspritzen des Schmiermaterials
zu verhindern.
Die Verbrennungskammer ist verengt und hat die Form eines gekrümmten Hornes, dessen
engeres Ende C1 mit dem Zuführungskanal a eines Schiebers D communicirt, welcher sowohl
den Zuführungs- wie Zündschieber bildet. Die Verdichtungskammer F ist durch einen
Kanal b mit einem Rohr P verbunden, welches nach dem Schieberkastenkanal c führt (Fig. 1,
9 und 10), und diese Verbindung wird durch ein Regulirventil Q geregelt, das in diesen
Kanal b eingesetzt ist, um den Durchlafs bx
des Kanales b zu öffnen und zu schliefsen und den Zutritt der Ladung unter dem Einflufs
des Regulators zu vermehren oder zu vermindern.
Dieses Ventil Q dient dazu, den Zutritt einer gewissen Menge des verbrennbaren Gemisches
zur Bildung der Ladung zu gestatten und den Ueberschufs der Mischung in der Verdichtungskammer zurückzuhalten.
Der in Fig. 12 dargestellte Schieber ist von cylindrischer Form und hat Kanäle d d, welche
offen sind und in einen centralen Kanal e münden; aufserdem hat der Schieber einen
centralen Kanal g, der mit dem äufseren Zünder y, sowie einen centralen Austrittskanal h,
welcher mit einem nach aufsen offenen Gehäusekanal communicirt. Der Kanal g steht
mit einem Zuführungskanal s und einem Zündkanal r in Verbindung, welcher sich tangential
in die runde Zündkammer / öffnet, wie aus Fig. 13 ersichtlich. Das Schiebergehäuse, Fig. 8,
hat einen Zuführungskanal c, welcher durch das Rohr P mit der Verdichtungskammer F
der Maschine in Verbindung steht. Ein Kanal a steht in Verbindung mit dem Kraftcylinder, und
ein Zündkanal g geht nach dem äufseren Zünder, wobei ein Austrittskanal m mit der äufseren
Luft durch die Kanäle η, Fig. 11, in Verbindung
steht und ein Austrittskanal ρ durch die Gehäusewand nach aufsen geht.
Die Vorrichtung zur Bewegung des Schiebers ist am besten aus Fig. 7 ersichtlich und
besteht aus einem Excenter K auf der Kurbelwelle H und einer Rolle 4, welche von einem
Winkelarm 6 getragen wird, der an dem Maschinengestell durch die Stifte 7 und 9 befestigt
ist, welch letzterer an der Schieberstange M verzapft ist, wobei letztere mit dem
unteren Ende des Schiebers D durch den Stift 10 verbunden wird (Fig. 1). Eine Feder 11
ist mit ihrem einen Ende an der Stange M und mit dem anderen am Maschinengestell
befestigt, so dafs sie die Schieberstange fortwährend nach unten auf das Excenter
zieht und so den Schieber nach unten bewegt, während dessen Bewegung nach oben durch das Excenter veranlafst wird.
Die Maschine, welche auf den Zeichnungen Darstellung gefunden hat-, ist mit allen bei
Maschinen dieser Art gebräuchlichen Theilen und besonders mit einem Bett versehen, welches
Wassermäntel besitzt, wobei die Kammer der letzteren mit dem Kühlmantel des Kraftcylinders
in der Weise verbunden ist, dafs das Wasser von einem Mantel nach dem anderen
circuliren kann. W2 ist ein Raum für die Kühlflüssigkeit des Kraftcylinders und W1 sind
die ebenfalls mit Wasser gefüllten Räume des Gestelles. Diese Räume communiciren durch
einen Wandkanal, so dafs das Wasser von dem einen nach dem anderen entweder durch natürlichen
oder künstlich erzeugten Umlauf gelangen kann. Das Wasser nimmt die Wärme des Kraftcylinders auf und giebt sie an das Maschinengestell
ab, so dafs letzteres die Wärme ausstrahlt und die Maschine eine gleichmäfsige kühle Temperatur behält. Der Kolben ist ein
Tauch- oder Röhrenkolben und kann eine passende Pleuelstangenverbindung mit der Kurbelwelle
erhalten.
Die Verdichtungskammer F wird durch ein Mischventil mit einem verbrennbaren Gemisch
gespeist, wobei das Mischventil aufserhalb liegt und so eingerichtet ist, dafs es das richtige Verhältnifs
von Gas und Luft in den Kraftcylinder einläfst, so dafs die Ladung des verbrennbaren
Gemisches von gleichmäfsiger Beschaffenheit und Dichtigkeit ist. Die Mischvorrichtung ist mit
der Verdichtungspumpe der Maschine, wie aus Fig. 2 ersichtlich, bei 18 verbunden, so dafs
die Pumpe ihre Ladung durch die Mischvorrichtung einzieht, welche mit. dem Gaszuführungsrohr
bei 19 in Verbindung steht und einen ständig offenen Lufteinlafs bei 20 hat.
Nach den Fig. 1 5 und 16 hat das Gehäuse e'2
der Vorrichtung eine innere Kammer /2 und zwei Ventilkanäle g1 /?' von ungleicher Weite,
welche durch ein konisches Ventil, das mit entsprechenden besonderen Ventilsitzen z1 undy1
ausgebildet ist, den Durchtritt des Gases durch die engere Ventilöffnung h1 und den Durchtritt
von Luft durch die gröfsere Ventilö.ffnungg·1
regeln. Bei der dargestellten Construction ist die Kammer /2 so zwischen den Ventilsitzen
hergestellt, dafs sich der gröfsere direct über dem kleineren befindet und das Ventil selbst
central zu beiden liegt. Das Gehäuse e2 ist zweckmäfsig von runder Gestalt und mit einer
horizontalen Scheideplatte K1 versehen, welche den Boden der Kammer f- bildet und eine
centrale Oeffnung h1 besitzt, welche sich in
dem engeren, nach oben konisch erweiternden Ventilsitz und nach der Kammer hin öffnet
und mit dem Gaszuführungskanal 19 in der Theilplatte verbunden ist. Die Kammer wird
durch eine Anzahl Oeffnungen f3 in der Platte K1 mit Luft gespeist, welche eine bestimmte
Weite gegen die Ventilöffnung der Gaszuführung erhalten. Der obere Ventilsitz i1
erweitert sich ebenfalls nach oben zu und ist mit konischen Sitzöffnungen versehen, welche
mit den Sitzflächen des Ventils übereinstimmen, so dafs dasselbe eine Art Schwimmerventil darstellt,
das durch einen festen mittleren Stift geführt wird, der in den Ventilkörper hineintritt.
Die Ventilkammer wird durch einen Deckel geschlossen, welcher mit dem erwähnten FUhrungsstift
für das Ventil versehen ist. Die Gaszuführung nach der Kammer wird durch einen Schraubenstöpsel I1 geregelt (Fig. 16), der in
eine mit Gewinde versehene Oeffnung in dem Gehäuse eingeschraubt ist, so dafs das innere
Ende des Schraubenstöpsels die Oeffnung hl unterhalb des Ventilsitzes schneidet und diese
Oeffnung mehr oder weniger freilegen kann. Die Adjustirung des Stöpsels geschieht von
aufsen (Fig. 16).
Die Zuführung von Luft zur Kammer /2
wird durch eine Schraubenkappe m1 geregelt,
welche in das untere offene Ende des Gehäuses eingeschraubt ist, um die Oeffnung der
Bodenplatte der Kammery2 mehr oder weniger zu schliefsen. Das innere Ende dieser Kappe
ist zu diesem Zwecke mit einem nach innen gerichteten vorspringenden Rand m2 versehen,
der weit genug ist, um die Oeffnungen f3 zu schliefsen, wenn die Kappe an die Bodenplatte
herangeschraubt wird. Tritt der Mischer in Function, so wird durch das Ansaugen der
Pumpe das Ventil gehoben, um die Verbindung der Compressionspumpe mit der Kammer
/2 herbeizuführen, welche dadurch die Verbindung der Gas- und Luftwege h1/3 mit
der Pumpe herstellt. Es hängt danach die Menge Gas und Luft, welche in die Kammer f2
eingezogen wird, von der bezüglichen Gröfse der Zuführungskanäle hlf3 ab.
Das Doppelsitzventil hat ein ausreichendes Gewicht, um den Druck des Gases in dem
Rohr ig leicht zu überwinden, so dafs, wenn die Vorrichtung in Thätigkeit ist, die Saugkraft
ganz erheblich sein mufs; daher haben auch die geringen Aenderungen in dem Druck
der Gasleitung, wie sie z. B. gewöhnlich bei städtischen Gasleitungen vorkommen, wenig
Wirkung im Vergleich mit der Saugewirkung der Pumpe beim Controliren der Gas- und
Luftströmung. Es ist deshalb thatsächlich nur erforderlich," darauf zu achten, dafs das Gas
annähernd denselben Druck wie die Luft hat, unter welchen Umständen die Durchtrittsgeschwindigkeit
des Gases und der Luft proportional dem Querschnitt der Zuführungskanäle sein wird. Wird die Saugepumpe abgestellt,
so schliefst sich das Doppelsitzventil durch sein Eigengewicht und schneidet sowohl
den Gas- als auch den Luftzutritt ab, bis die Pumpe wieder in Action tritt. Da die Gröfse
der Oeffnungen h1/3 im Boden der Kammer
den Durchtritt von Gas und Luft controliren, so mufs die Gestalt der Ventilsitze derart gewählt
werden, dafs die Einlafsöffnungen schnell und vollständig freigelegt werden.
An dem Schwungrad der Maschine ist zweckmäfsig die Regulirvorrichtung zur Regelung des
Ganges der Maschine angebracht. Bei dieser Regulirvorrichtung ist ein Bolzen n1 radial in
dem Radkranz befestigt und hat ein erweitertes kolbenartiges Ende n2, auf das ein Gewichtpl
aufgesetzt ist, welches eine Kammer ^1 besitzt,
die länger als der Kopf η2 des Bolzens ist.
Diese Construction giebt dem Gewicht zwei cylindrische Führungen, eine auf dem Bolzen nl
und die andere auf seinem Kopf η2, so dafs das Gewicht frei auf dem Bolzen gleiten kann.
Das innere Ende der Kammer q1, welches die weitere cylindrische Führung bildet, wird durch
einen Stöpsel geschlossen, der in der Mitte eine Stange r1 aufnimmt, welche mit dem Gewicht
durch einen Bolzen s1 verbunden ist. Die Gewichtskammer bildet" ein Luftkissen und wird
zu diesem Zwecke durch den Kopf η2 des Bolzens in zwei Kammern getheilt, von denen
jede ein Luftkissen gegen den festen Kopf bildet, je nachdem sich das Gewicht bei der
Drehung des Schwungrades nach innen oder aufsen bewegt. Diese beiden Kissenkammern
communiciren dadurch, dafs der Kopf η2 in der Kammer gehörig lose geht, wodurch sich
das Gewicht bei langsamerem Gang der Maschine frei bewegen kann, jedoch einen erheblichen
Widerstand erfährt, wenn die Bewegung eine schnelle wird. Auf der Nabe des Rades
ist ein frei beweglicher Ring ί1, Fig. 18, angebracht,
der mit einer Nuth t2 am Umfange versehen ist, in welche ein Stift u\ Fig. 1,
greift. Dieser Stift ist an dem unteren Ende eines Hebels u3 angebracht, welcher an dem
Maschinengestell bei w4 drehbar angebracht ist
und eine freie Verbindung mit dem Ventilhebel Q hat. Der Ring hat eine innere vortretende
Leiste i3, welche schräg zur Achse
steht und in eine Nuth r2 der verbindenden Stange r1 pafst. Um das untere Ende der
letzteren in Stellung zu halten, ist dieselbe in eine Nuth der Radnabe eingepafst, so dafs dadurch
die Stange bei ihren Bewegungen mit dem Gewicht geführt wird. Eine Spiralfeder w
verbindet das freie Ende der Stange r1 mit dem Radkranz an einem Punkte, welcher diametral
dem Gewichte gegenüberliegt, zu dem Zwecke, die Centrifugalkraft des Gewichtes aufzunehmen;
die Spannung der Feder ist durch eine Schraube und Mutter wx regulirbar. Sobald
die Geschwindigkeit des Schwungrades zunimmt, wird das Gewicht p1 mit seiner
Stange r1 nach aufsen bewegt, so dafs die Nuth r2 und die darin steckende Leiste den
Ring t1 nach aufsen bewegt und dadurch den Hebel u 3 derart bethätigt, dafs er das Ventil Q
nach innen drückt und den Zuführungskanal bl nach Mafsgabe der Bewegung schliefst und dadurch
den Zutritt durch das Ventil regelt. Nimmt die Umfangsgeschwindigkeit des Schwungrades
ab, so tritt das Entgegengesetzte ein, d. h. der Zutritt zum Cylinder wird vergröfsert und
dadurch die Geschwindigkeit der Maschine erhöht.
Die Verdichtungskammer -F wird, wie beschrieben,
mit einem verbrennbaren Gemisch durch ein Mischventil JR, Fig. 2, gespeist, das
aufsen angebracht und so eingerichtet ist, dafs es den Zutritt von Gas und Luft nach dem
Kraftcylinder in der Weise regelt, dafs die Ladung von brennbarem Gemisch stets von
gleichmäfsiger Beschaffenheit und Dichtigkeit ist.
Die Maschine zieht bei dem Hube des Kolbens nach oben durch das Mischventil R ein
verbrennbares Gemisch in die Verdichtungskammer F ein, in welcher das Gemisch durch
den Hub des Kolbens nach unten verdichtet wird, bis letzterer die in Fig. 1 und 2 angegebene
Lage einnimmt, in welcher der Schieber D die Kanäle d α geöffnet hat, so dafs die
Ladung durch die Kanäle c eda in die Verbrennungskammer
gelangt, wie durch Pfeile angegeben ist, und vor sich die Verbrennungsproducte durch die Auslafskanäle G austreibt.
Nun verdichtet der Kolben die Ladung durch den Hub nach oben, während welcher Zeit der
Schieber die in Fig. 9 dargestellte Lage einnimmt, so dafs der Kanal g in Verbindung mit
dem äufseren Zündstrahl y ist und etwas von der, Ladung durch den Kanal g tritt.
Die Gröfse jeder Ladung wird durch den Regulator geregelt, welcher den Kanal b öffnet
und schliefst, der die Verdichtungskammer mit dem Einlafsventil verbindet. Wenn dieser Kanal
durch das Ventil Q nahezu geschlossen ist, kann nur eine geringe Menge des verbrennbaren Gemisches
aus der Verdichtungskammer in die Verbrennungskammer gelangen, so dafs etwas von dem Gemisch in der Zuführungskammer
unter Druck zurückbleibt und wieder expandirt, sobald der Kolben wieder nach oben geht.
Bei dieser Expansion bleibt das Mischventil während eines Theiles der Kolbenbewegung
geschlossen, während bei Vollendung der Bewegung nach oben nur eine solche Menge von
verbrennbarem Gemisch durch das Mischventil eingezogen wird, als der Menge entspricht,
welche aus der Kammer ausgetreten ist, um die Ladung im Cylinder zu bilden. Auf diese
Weise wird ein verbrennbares Gemisch von gleichmäfsigen und constanten Verhältnissen
nach dem Kraftcylinder geführt, gleichgültig, wie die Maschine arbeitet, und deshalb ist die
Wirkung der Zündung der Ladung und die Wirksamkeit der expandirenden Gase stets dieselbe,
gleichgültig, ob die Maschine mit schneller Tourenzahl oder langsam geht.
Bei dieser Arbeitsweise der Maschine wirkt die Druckpumpe gemeinsam mit dem Regulator,
um genau diejenige Menge des verbrennbaren Gemisches in die Verdichtungskammer zu ziehen,
welche für jede Ladung entnommen worden war. Da die Druckpumpe und der Aufspeicherungsbehälter
in freier Verbindung mit einander sind, so wird, wenn der Kraftcylinder nur
einen kleinen Theil der Ladung aus dem Behälter erhalten hat, der Rest der Gase in demselben
zurückgehalten und während eines Theiles des Hubes seines Kolbens zurück in die Verdichtungskammer
expandiren; auf diese Weise wird danach die Verdichtungskammer zum Theil von den Gasen in dem Behälter angefüllt, bis
der Druck in demselben unter Atmosphärendruck gebracht ist. Hierauf fängt der Kolben
an, eine neue Ladung durch das Mischventil anzusaugen, um den Raum anzufüllen, welcher
durch den Rest des Hubes des Kolbens freigemacht worden ist. Wenn hierbei der Regulator
den Zuführungskanal bei einem Hube der Pumpe schliefsen würde, so würde die ganze
Ladung in der Verdichtungskammer zurückgehalten werden und es würde beim nächsten
Hube der Pumpe keine neue Ladung durch das Mischventil treten.
Dagegen würden die zurückgehaltenen Gase einfach expandiren und wieder verdichtet werden,
bis etwas von der Mischung in den Kraftcylinder treten könnte, worauf eine neue, zum
Ausgleich gerade ausreichende Zuführung beim nächsten Hube der Pumpe eingezogen werden
würde. Es ist ersichtlich, dafs, wenn ein Rückschlagventil zwischen der Pumpe und dem Aufspeicherungsbehälter
(Aufnehmer) angeordnet würde, die angedeutete Wirkung unmöglich sein würde, weil ein solches Zwischenventil
verhindern würde, dafs die Ladung aus dem Aufnehmer in die Pumpe zurücktritt, und die
Pumpe würde nur die ganze Ladung, die bei jedem Hub aufgenommen wird, in den Aufnehmer
drücken, gleichgültig, ob die Ladung in dem letzteren gebraucht worden war oder nicht. Diese Arbeitsweise der Maschine ist
wichtig und von Vortheil, insofern dadurch eine Accumulation der Ladung im Aufnehmer
verhindert und die Notbwendigkeit vermieden
wird, gegen Ueberdruck der Ladung Vorkehrungen zu treffen und die Regulirung der Zuführung
selbstthätig eintreten zu lassen.
Bezüglich des Abziehens der Verbrennungsproducte aus dem Kraftcylinder ist anzuführen,
dafs, wenn der Kolben zuerst die obere Kante der Exhaustkanäle freilegt, die Ladung aus den
Kanälen so schnell entweicht, dafs ein Stofs oder Schlag' erzeugt und die Reduction des
Druckes auf den der Atmosphäre veranlafst wird, die häufig ein Saugen in dem Cylinder
erzeugt. Wenn nun ein Rückschlagventil angewendet wird, um die Ladung einzulassen,
so tritt das frische verbrennbare Gemisch sofort in den Cylinder über, während die verbrauchten
Gase noch heifs sind, und die Ladung wird zu früh gezündet; werden jedoch die Gase durch ein direct bewegliches Ventil
an dem Eintritt in diesem Zeitpunkt und ehe der Schlag des Auspuffs Vorbei ist und die
Verbrennungsgase etwas abgekühlt sind, verhindert, so kann die neue Ladung alsdann
ohne Gefahr der vorherigen Zündung eingelassen werden. Der Zeitunterschied ist gering;
er entspricht jedoch einer beträchtlichen Bewegung der Kurbel und sichert das erwünschte
Ergebnifs.
Die frischen Gase, welche in die Verbrennungscylindereintreten,
treiben vor sich her und aus den Kanälen die alten Gase heraus, welche in der Kammer bleiben, nachdem, die
Verbrennung stattgefunden hat; dies rührt davon her, dafs der Einlafs und die Exhaustkanäle
an gegenüberliegenden Enden der Kammer angeordnet sind. Bei Maschinen dieser Art werden
die Exhaustkanäle gewöhnlich durch den Kolben bei seinem Vorwärtshub geöffnet, und
dieser Art Maschinen soll auch die dargestellte zugerechnet werden.
Wie dicht man nun auch den Zuführungsschieber einer Gasmaschine laufen läfst, es nutzt
sich die Anlagefläche doch derart ab, dafs ein Rückdruck und ein Rücktritt der Verbrennungsgase eintreten kann, der erhebliche Störungen
veranlassen könnte. Bei dieser Anordnung können, wenn auch der Schieber schlecht
schliefst, die Verbrennungsgase in die Zuführung nicht zurückgedrückt werden. Die bezüglichen
Einrichtungen bestehen darin, dafs man das Schiebergehäuse mit einem besonderen Kanal c versieht, welcher sich nach dem Zuführungskanal
P öffnet, und einen besonderen Kanal α anordnet, welcher mit der Verbrennungskammer
communicirt; zwischen diesen Kanälen ist ein Auslafs ρ vorgesehen, welcher
nach der äufseren Luft offen ist (Fig. 9 und 10), während die Kanäle c und α den Schieber
umgeben.
Der Schieber hat zwei Anlageflächen, von denen eine jeden der Kanäle controlirt, und
ein Theilraum (Kanäle d) ist zwischen diesen Anlageflächen hergestellt, in welchen die Leckage
von den Schieberanlageflächen entweichen kann; auf diese Weise wird die Möglichkeit, dafs die
infolge von Undichtigkeit ausgetretenen Gase in den Zufuhrungskanal gelangen können, vermieden,
da bei dieser Lage des Schiebers beide Zuführungskanäle durch den Schieber geschlossen
sind und alle durch Undichtigkeit ausgetretenen Gase durch den Auslafskanal abgeführt
werden.
Bei dieser Vorrichtung ist es unwesentlich, ob der Auslafskanal in dem Schieberkasten oder
in dem Schieber hergestellt wird, so lange nur die Zuführungskanäle durch den Schieber geschlossen
gehalten werden. Die Construction, wodurch das erreicht wird, dient auch der wichtigen Aufgabe, dafs die Flamme aus der
Verbrennungskammer nach der Zuführung zurückschlägt. Bei meinen Versuchen habe ich
ein gewöhnliches Hubcontrolventil in dem Zuführungsrohr angewendet, welches mit der Verbrennungskammer
in directer Verbindung stand, so dafs der Rückdruck der Gase in der Verbrennungskammer
das Ventil schlofs. Ich fand, dafs ein solches Ventil selbst bei guter Dichtung nicht zuverlässig ist, da es sich ausarbeitet,
und dafs sich auch fremde Stoffe, wie Staub, verbrannte Oeltheile etc., ansammeln konnten,
die ein dichtes Schliefsen des Ventils verhinderten. Die veranlafste Undichtigkeit störte die
Zuführung und gestattete auch, dafs die Flamme unterhalb fortging und die Mischung in dem
Zuführungsreservoir zündete. Ich fand, dafs eine plötzliche Zündung der Ladung in der
Verbrennungskammer häufig die Flamme unter die Anlagefläche des Ventils führt, wenn dasselbe
auch dicht schlofs, und dafs dies auch durch den Rückschlag veranlafst wurde, welcher
infolge der plötzlichen Explosion eintritt.
Gegen diese Schwierigkeiten werden durch die Anwendung eines direct beweglichen (zweckmäfsig
gleitenden) Schiebers zur Controle des Zutrittes der Ladung Vorkehrungen getroffen.
Dieser Schieber kann den angeführten Uebelständen nicht unterliegen, und durch die Anbringung
eines Auslafskanales für die Flamme wird verhindert, dafs diese eine Zündung veranlassen
kann. Tritt wirklich die Flamme die Anlageflächen des Schiebers entlang aus dem Cylinderkanal a, so gelangt sie in den Auslafs
ρ und von hier an die Luft. Sie kann
nicht über diesen Kanal hinaus in- den Zuführungskanal
P gelangen, weil der Kanal c durch den "oberen Theil des Schiebers geschlossen
ist, und weil der Druck, welcher die Flamme fortträgt, in den Auslafskanal endet, der die
beiden Zuführungskanäle trennt. Ebenso habe ich gefunden, dafs, wenn der Druck in der
Verbrennungskammer reducirt worden ist, weil die Auspuff kanäle geöffnet wurden, und zwar
unter dem Druck in den Zuführungskanälen reducirt worden ist, die Gase aus letzteren in
die Verbrennungskammer gelangen und dort vorzeitig gezündet werden, während die Flamme
auch unter dem Schieber zurück in das Reservoir schlägt.
Durch meine Neuerungen werden diese Uebelstände beseitigt, indem ich einen direct bewegten
Schieber anbringe, der durch die wechselnden Gasdrücke nicht geöffnet werden kann,
der dagegen durch die Verbindungsstange controlirt und nur zur richtigen Zeit geöffnet wird.
Jedes andere direct bewegte Ventil, das im wesentlichen die angedeuteten Functionen verrichtet, kann natürlich als Ersatz dienen und
die Stelle des dargestellten Schiebers oder Plungerventils vertreten.
Bei Gasmaschinen der dargestellten Klasse, bei welchen die Verbrennungsproducte aus der
Verbrennungskammer durch die eintretende Ladung ausgetrieben werden, sind die Kanäle
nothwendigerweise sehr eng im Vergleich mit der Gröfse derVerbrennungskammer, und daher
kommt es, dafs die Ladung aus den Kanälen in Strahlströmen mit einer hohen Geschwindigkeit
austritt, in die Verbrennungskammer gelangt, in derselben circulirt und sich mit
den noch in derselben enthaltenen Verbrennungsgasen mischt, bevor dieselben durch die
Auslafskanäle ausgetrieben worden sind. Um dies zu vermeiden, sind nach meiner Erfindung
Vorrichtungen getroffen, um die Bewegung der Gasströme in der Verbrennungskammer zu verzögern
und die Ströme auszubreiten, indem sie unterbrochen und in parallelen Strömen von
gleichmäfsiger Geschwindigkeit durch den Kraftcylinder gerichtet werden. Dies geschieht mittelst
einer oder mehrerer durchlochter Theilplatten, die an jedem Ende und innerhalb des
Kanales oder in dem Cylinder vorgesehen sind. Die eintretenden Gase führen dann die Verbrennungsgase
vor sich her, ohne dafs Wirbelströme entstehen.
In Fig. 4 ist durch Pfeile die Art und Weise angedeutet, wie ohne die durchlochten Platten
die Ladung eintritt und in Contact mit den Verbrennungskammerwänden circulirt, so dafs
sie sich zum gröfsten Theil mit den austretenden Verbrennungsgasen mischt; in Fig. ι und 2
dagegen sind Vorrichtungen zur Darstellung gelangt, welche eine derartige Untermischung
verhindern. Diese Vorrichtungen bestehen aus einer oder mehreren perforirten Platten 'N, die
quer zur Richtung der eintretenden Ladung angebracht sind, so dafs sie eine Ausbreitung
derselben über die Platte veranlassen, damit die Ladung durch alle Löcher tritt und in
parallelen Strömen weiter geht. Es empfiehlt sich, eine der perforirten Platten an der Verbindungsstelle
des Kraftcylinders innerhalb der Verbrennungskammer und eine zweite, N1, in
dem Kanal C1 der Verbrennungskammer vorzusehen, ebenso empfiehlt es sich, die Löcher 12
in Richtung des Stromes weiter werden zu lassen, um das Gasgemisch besser in dem Cylinder
zu verbreiten und durch die Löcher frei hindurchtreten zu lassen.
Die Wirkung dieser eine Mischung verhindernden Platte ist folgende: Die Ladung, welche
mit einer hohen Geschwindigkeit durch den Schieber eintritt, hat die Neigung, an den concaven
Flächen der Kammer zu bleiben (Fig. 1); sobald jedoch die durchlochten Platten N1 getroffen
werden, wird die Bewegung ein wenig verzögert und das Gemisch breitet sich über die ganze Fläche der Platte aus, wobei die
Wirbel gebrochen werden und das Gas durch die Löcher tritt, um mit gröfserer Gleichmäfsigkeit
weiter zu strömen. Dasselbe geschieht beim Passiren der zweiten Platte, so dafs das
in den Cylinder eintretende Gasgemisch in parallelen Strömen verläuft und die Verbrennungsgase
vor sich her austreibt, ohne sich mit denselben zu untermischen. Es ist zu erwähnen,
dafs die Aufnahmeflächen dieser Theilplatten zweckmäfsig nicht gebrochen, d. h. flach
sind, und dafs die Gröfse der Löcher eine derartige sein mufs, dafs ein freier Durchtritt der
Gase und der Flamme vom Eingang nach dem Cylinder stattfinden kann. An Stelle der durchbrochenen Platten können eventuell
auch Gazelagen aus Draht benutzt werden. Da der Kanal zugleich den ZUndflammenkanal
bildet, so wird die Flamme auf ihrem gekrümmten Wege durch die Berührung mit den
durchlochten Platten ausgebreitet und tritt in parallelen Zündstrahlen in die Ladung des
Kraftcylinders, um hier eine vollkommene Verbrennnng und ganze Wirkung der Ladung zu
erzeugen, indem die Gase in dem Cylinder ' gleichmäfsig und augenblicklich entzündet werden.
Durch die Anwendung mehrerer solcher durchlochten Wände in der Kraftkammer A C
wird dieselbe in eine Anzahl besonderer Kammern getheilt, was folgenden Zweck hat.
Das Gas, welches in die Kammer C1 gelangt, wird durch die erste Wand aufgehalten,
so dafs sich die Wirbelströme selbst ausbreiten, indem, sie um diese Kammer circuliren; sie
heben sich dabei auf oder vereinigen sich, so dafs das Gas durch diese Wand in directen
Strömen zu treten bereit ist, und zwar nicht durch die Wirkung oder Gegenwirkung der
Strahlströme, sondern durch die Differenz des Druckes, welcher in den Kammern C und C1
herrscht. Das Gas in der Kammer C1 tritt durch die Wand iV1 allein infolge der Druckdifferenzen
in den betreffenden Kammern und es passirt deshalb diese Wand leicht und gleichmäfsig,
weil die Druckdifferenz nicht sehr erheblich ist. Dasselbe ist der Fall, wenn die
Gase durch die Kammer C gehen, so dafs das Gas in die Kammer A nicht nur in directen
Strahlen, sondern in leichter und gleichmäfsiger Strömung frei von Strahlung oder Wirbelbildung tritt.
Es ist zu bemerken, dafs die frischen Gase, welche in den Verbrennungscylinder treten, die
verbrauchten Gase aus den in der Kammer nach der Verbrennung zurückgebliebenen Exhaustkanälen
vor sich heraustreiben.. Dies rührt daher, dafs die Ein- und Auslafskanäle im
wesentlichen an entgegengesetzten Enden der Kammer angebracht und beide gleichzeitig für
eine kurze Zeit geöffnet werden. Bei Maschinen dieser Klasse werden die Exhaustkanäle gewöhnlich
durch den Kolben bei seinem Vorwärtshub geöffnet. Die Vortheile dieser Einrichtung
sind am besten aus den in Fig. 5 und 6 dargestellten Diagrammen ersichtlich, von denen
Fig. 5 ein Diagramm einer Maschine zeigt, bei welcher die eintretende Ladung sich mit den
austretenden Verbrennungsproducten zu mischen gezwungen wird (Fig. 4), während Fig. 6 ein
Diagramm derselben Maschine darstellt, nachdem dieselbe eine durchlochte Platte (Fig. 1
und 2) erhalten hat. Ein Vergleich dieser Diagramme zeigt, dafs durch diese Einrichtung ein
Kraftgewinn von etwa 20 pCt. herbeigeführt wird.
Nach der Darstellung hat der Kanal, welcher die Ladung nach dem Kraftcylinder führt,
die Gestalt eines gekrümmten Hornes; diese Form braucht jedoch nicht beobachtet zu werden.
Wenn die durchlochte Scheidewand in Anwendung kommt, so controlirt sie den Strom
ohne Rücksicht auf die Gestalt des verbindenden Kanales; es wird jedoch ein weiter werdender
Kanal irgend welcher Gestalt vorgezogen.
Die Zündkammer hat folgende Einrichtung. Sie hat eine derartige Form und ist zu dem
Zuführungskanal in derartige Beziehung gebracht, dafs die Gase eine wirbelnde oder
circulirende Bewegung, und zwar zu dem wichtigen Zwecke darin erhalten, einen Brenner
zu bilden, welcher durch die wechselnden Drucke der Zuführung nicht zum Erlöschen
gebfacht wird, so dafs der Betlieb der Maschine niemals aussetzen kann und eine Zündung
der Ladung stets eintritt. In der Praxis habe ich gefunden, dafs ein Strahl von Gasgemisch,
welcher eine Kammer in gekrümmter oder kreisförmiger Bahn durchlaufen mufs, in
dieser Kammer mit einer rapide rotirenden Flamme brennt, dafs er brennen bleibt, gleichgültig,
wie auch die Durchflufsgeschwindigkeit und der Druck des Strahles geändert wird,
und dafs er permanenter ist als irgend einer der bis jetzt zur Anwendung gekommenen
Zündstrahlen.
Es ist nicht nothwendig, dafs diese Zündkammer rund, oder dafs der Strahlkanal, welcher
damit in Verbindung steht, tangential ist, da eine Kammer jeder Form Anwendung finden
kann, bei welcher das eintretende Gas in der Kammer herumgeführt wird. Der Kanal s
dieser Kammer ist enger als die Kammer /, so dafs das Gas, welches in letztere an der
Seite eintritt, auf die runden Wände trifft und dadurch in einen schnell rotirenden Flammenstrahl
übergeht, der die Zündung der Ladung durch den Kanal r bewirkt. Bei seinem rund verlaufenden Wege in der Kammer behält er
Zusammenhang und hält die Flamme beständig innerhalb der Zündkammer /, die stets und
unter allen Umständen die Zündung bewirken müfs. Die Zündung des Gases in der Kammer
f findet bei jeder vollständigen Bewegung des Schiebers statt. Ich habe gefunden, dafs,
um ein verbrennbares Gemenge mit einer Kerzenflamme etc. zu zünden, der Gasstrom
eine geringe Geschwindigkeit haben mufs, und dafs eine solche Flamme sich nicht selbst durch
einen Verbindungskanal schnell genug gegen den Strom überträgt. Ich habe auch gefunden,
dafs, wenn die Geschwindigkeit der Gase eine sehr mäfsige ist oder ganz aufgehört hat,
die Flamme durch den Verbindungskanal sehr schnell zurückschlägt, und dafs, wenn der
Strom ausgedehnt wird, so dafs die Flamme in derselben Richtung wie der Strom läuft, die
Flamme durch die Oeffnung mit augenblicklicher Geschwindigkeit übertragen wird, und
dafs unter diesen Umständen die Zündung durch eine sehr kleine Oeffnung eintritt; eine
Oeffnung, die selbst nicht mehr als 1,5 mm im Durchmesser beträgt, würde vollkommen ausreichen,
die Zündung der Ladung zu bewirken. Es scheint danach, dafs zur Uebertragung der
Flamme von einem Partikel des Gasgemisches nach dem anderen eine merkliche Zeit erforderlich
ist, und dafs zur Zündung eines solchen Gemisches die Partikelchen mit der Zündflamme
genügend lange in Berührung bleiben müssen, um ihre Zündung zu bewirken, und dafs endlich
zur Zündung eines strömenden Gasgemisches die Bewegung des brennbaren Gemisches keine schnellere sein darf, als die Uebertragungsgeschwindigkeit
der Flamme von Partikel zu Partikel.
Mit Bezug auf die Fig. 1,8,9, l0i 11I 12J '3
und 14 isty die Zündkammer, welche von
dem Kraftcylinder mit einem Strahl von verbrennbarem Gemisch durch den Kanal s gespeist
wird, wenn der Schieber die in Fig. 9 bezeichnete Lage hat.
Der Kanal ist gegen die Kammer derart bemessen, dafs der Strahl, welcher hindurchtritt,
nach Eintritt in die Kammer wirbelartig in derselben herumgeführt wird, r ist ein Kanal,
welcher in ähnlicher Beziehung zur Kammer steht, und g ist der Zündkanal, durch welchen
die Kammer intermittirend mit der Flamme oder der Zündvorrichtungy in Communication
gebracht wird, h ist ein Auslafskanal, welcher
mit der Zündkammer auf der entgegengesetzten Seite der Flamme communicirt, wenn diese Kammer mit derselben in Verbindung
steht; der Auslafs öffnet sich dabei durch die Kanäle mn η nach der Luft hin. α ist ein
Kanal im Schiebergehäuse des Schiebers, welcher die Zündkammer, enthält; dieser Kanal
steht in Verbindung mit der Verbrennungskammer und zeitweise in Verbindung mit dem
Kanal s, um den Wirbelstrahl in der Kammer f zu speisen, sowie mit dem Kanal r,
durch welchen Kanal und den Weg a die Flamme nach der Verbrennungskammer übertragen
wird, c c sind Kanäle in dem Schieberkasten, welche in Communication mit der Leitung
P sind, durch welche das Gas von der Verdichtungskammer nach der Verbrennungskammer
gelangt; diese Kanäle c c stellen, wenn der Schieber die in Fig. 1 bezeichnete Lage
hat, Verbindung zwischen P und der Verbrennungskammer durch das hohle obere Ende e
des Schiebers und die Kanäle d und a her. ρ ist ein Kanal in dem Schieberkasten zwischen
den Kanälen α und c, mit welchen der Kanal d
communicirt, wenn die Kanäle c und α geschlossen
sind, und mittelst welcher, wenn verbrauchte Gase durch die Kanäle α entweichen
sollten, diese an die Luft treten können, so dafs sie nicht in die Kanäle c treten und die
in der Leitung P enthaltenen frischen Gase verderben.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende :
Wenn der Schieber die in Fig. 9 bezeichnete Lage hat, so tritt ein Gasstrahl durch den
Kanal s in die Kammer/, Fig. 11, und wirbelt in dieser Kammer umher, während ein Theil
dieser Gase durch den Kanal g mit einer spiralartigen Wirbelbewegung austritt. Die Flamme
des Zünders y schlägt durch den Kanal g zurück, wodurch die wirbelnden Gase in der
Kammer / gezündet werden; der hintere Auslafskanal h ist dabei durch die Kanäle m und η
nach der Luft offen. Bei fortgesetzter Bewegung des Schiebers nach oben stellt derselbe
zunächst Verbindung zwischen der Zündkammer und der Verbrennungs- oder Kraftkammer
durch den Kanal r her, welcher auch eine tangentiale Lage gegen die Zündkammer hat;
die erste Wirkung davon ist, da der Druck in der Verbrennungskammer den Druck in der
Kammer f übersteigt, den Austritt von Gas aus der Verbrennungskammer in die Zündkammer/zu
veranlassen, welches, indem es durch den Kanal r tangential eintritt, anstatt
die Flamme auszublasen, dazu dient, die wirbelnde Bewegung der gezündeten Gase zu beschleunigen
und die Flamme zu speisen. Sobald der Druck in der Zündkammer im wesentlichen gleich ist demjenigen in der Verbrennungskammer,
nimmt die Geschwindigkeit der Gase in dem Kanal r ab oder es hört die Strömung überhaupt auf, worauf die Flamme
sofort durch den Kanal r in den Verbrennungscylinder zurückschlagen wird und die Ladung
zündet. Nun geht der Schieber nach unten in die in Fig. 1 angegebene Lage und
läfst eine frische Ladung in den Verbrennungscylinder durch die Kanäle cedα, welche die
Verbrennungsproducte vor sich hertreibt. Dann geht der Schieber wieder hoch und empfängt
und zündet von neuem eine Ladung in der Zündkammer, um darauf wieder die Ladung in dem Verbrennungscylinder zu zünden.
Anstatt besondere Kanäle s und r zur Speisung der Verbrennungskammer mit einer wirbelnden
Ladung von Gas und zum Zünden der Ladung durch ,dieselbe anzuwenden, kann
man einen einzigen Kanal anwenden, der die doppelte Aufgabe der beiden getrennten Kanäle
hat, d. h. das Gas kann nach der Verbrennungskammer durch einen Kanal s oder r zugelassen
und die Ladung dadurch entzündet werden.
Die Arbeitsweise des Zünders hat zwei Phasen: ι. die Zündung der Flamme in der Zündkammer
f durch den Brenner j" und 2. die Zündung der Ladung von der Flamme aus in
der Kammer. Die erste Phase ist durch die Fig. 9 gekennzeichnet, in welcher der Schieber
in einer Lage ist, welche den Austritt des verbrennbaren Gemisches aus dem Verbrennungscylinder
durch den Kanal s und den Entritt in die Zündkammer f mit einem tangentialen
Wirbel gestattet, der durch den Kanal g nach der Zünddüse y führt. Dann schlägt die
Flamme sofort in die Kammer/ zurück, in welcher sie als stetige Kerzenflamme brennt. ■
Diese permanente Flamme rührt von der wirbelnden Bewegung der Gase her, wodurch diese
in der Zündkammer genügend lange zurückgehalten werden, um vollständig gezündet zu
werden.
Die Flamme wird, wie ausgeführt, nicht schnell durch einen Kanal gegen den Strom
des verbrennbaren Gemisches mitgetheilt. Aber die wirbelnde Bewegung der entweichenden
Gase bietet den Vortheil, dafs während ein nach auswärts gerichteter Umfangsstrom in dem
Verbindungskanal vorliegt, auch ein nach innen gerichteter centraler Strom durch die Mitte desselben
Kanales gleichzeitig austritt, und gerade mittelst dieses Innenstromes wird die Flamme
von dem äufsersten Zündstrahl sofort auf die Zündkammer übertragen.
Die Wirkungsweise dieser Erscheinung soll in folgendem näher aus einander gesetzt werden.
Die wirbelnde Bewegung des Stromes veranlafst eine Verdünnung des Gases in der Mitte
des Wirbelstromes, wodurch ein Strom erzeugt wird, der nach innen gegen die Zündkammer
gerichtet ist. In dem Augenblicke, wo die Flamme des Zündstrahles y der Mitte dieses
Wirbelstromes mitgetheilt wird, geht sie den Kanal entlang nach der inneren Kammer. Die
zweite Phase 'bei der Zündung der Cylinderladung ist in Fig. ι ο dargestellt; hier hat der
Schieber die Verbindung zwischen der Zündkammer und dem äufseren Zündstrahl geschlossen
und die Verbindung zwischen den Kanälen α und r nach der Verbrennungskammer
hergestellt. In dem Augenblicke, wo der Durchtritt durch den Kanal aufhört, schlägt
die Flamme durch denselben nach der Ladung in die Verbrennungskammer zurück. Der
Kanal h, welcher mit der Luft durch die Kanäle m und η communicirt, die gleichzeitig
mit dem Kanal g offen sind, vermindert den Austritt durch diesen Kanal g, wodurch die
Flamme von dem Zünder nach der Kammer/ schneller übertragen wird.
Es ist nicht erforderlich, dafs die Kammer rund ist, oder dafs sie eine besondere Form
hat, oder dafs der dahin führende Kanal von besonderer Construction oder tangential dagegen
gerichtet ist, so lange nur ihre Construction und Beziehung eine derartige ist, dafs
Wirbelströme gebildet werden oder eine Circulation in denselben stattfinden kann. Die
Ausbildung, Gestalt und Lage der Zündkammer ist an eine besondere Construction nicht gebunden
und sie kann entweder in dem Schieber oder Schieberkasten oder in der Gleitfläche
etc. hergestellt sein.
Um das Anlassen der Maschine zu erleichtern, ist ein Reservoir d1 vorgesehen, welches mit
der Verbrennungskammer durch einen durch ein Ventil oder Hahn/1 controlirten Kanal in
Verbindung steht. Es empfiehlt sich, dieses Reservoir über dem Durchtritt der einströmenden
Ladung anzubringen und es mit diesem Kanal durch ein Rohr zu verbinden, in welchem
der Hahn oder ' das Ventil f1 liegt.
Wenn die Maschine angelassen werden soll, so wird das Schwungrad von Hand gedreht,
was Veranlassung ist, dafs die Ladung in der Verdichtungskammer F eingezogen wird, wo
die Ladung durch den Rückhub des Kolbens verdichtet wird. Da die Maschine mit hoher
Verdichtung arbeiten mufs, würde es eine erhebliche Kraft erfordern, den Kolben beim
Anlassen zurückzubewegen, besonders in grofsen Maschinen, und um diesen Druck beim Anlassen
abzustellen, wird der Hahn fl geöffnet,
so dafs etwas Gas aus dem Einlafskanal C1 in die Kammer el tritt; dadurch wird der Druck
während des Rückhubes der Maschine vermindert; sobald jedoch die Maschine im Gang
ist, wird der Hahn/1 geschlossen, und die Maschine comprimirt nun ihre Ladung in stärkerem
Mafse.
In Fig. ι und 2 ist ein Lager der Pleuelstange
mit dem Kolben dargestellt; dasselbe besteht aus einem inneren Lagerbock 25 an dem oberen Ende der Stange J und einem
äufseren Lagerbock 26, sowie einem Schneidenlagerstück 27, das an dem Kolben zwischen
den Lagerböcken 26 und 27 befestigt ist, von denen der letztere in Oeffnungen zweier Zugstangen
28 und 29, Fig. 4, angebracht ist, deren untere Enden an den Lagern des Kurbelzapfens
befestigt sind. Das Schneidenstück 27 des Kolbens hat sein unteres Lager auf dem
unteren Bock 25, der convex ausgebildet ist, und die obere Schneide liegt in einer V-förmigen
Nuth in dem oberen Bock 26; diese beiden Lagerböcke werden durch die Zugstangen in Stellung gehalten.
Die Druckbeanspruchungen werden durch die Stange J und die Zugbeanspruchungen der
Stange J durch die beiden Zugstangen aufgenommen, welche mit erweiterten offenen Enden
versehen sind, um die Lagergehäuse des Kurbelzapfens und der Lagerschneidenvorrichtung für
den Kolben aufzunehmen. Sobald die Stange J zurück und nach vorwärts schwingt, oscillirt
der obere Bock 26 auf dem Schneidenstück 27 und der untere Lagerbock rollt auf seiner
convexen Fläche; es treten also keine gleitenden Bewegungen dieser Theile, sowie keine
Reibung noch Abnutzung auf, so dafs eine Schmierung nicht erforderlich ist.
Claims (1)
- Pate nt-Anspruch:Eine Gaskraftmaschine, an welcher sich gleichzeitig folgende Merkmale befinden:i. Die Anordnung der Zündkammer f und Schieber D in Verbindung mit eventuell tangential in dieselbe mündenden Kanälen s und r, zum Zwecke, durch dieselben die Zuführung von Gas aus der Verbrennungskammer nach der Zundkammer so zu be-wirken, dafs die wirbelnde Bewegung der gezündeten Gase erhöht und die Ladung der Verbrennungskammer durch Rückschlag der Flamme durch den Kanal r gezündet wird, während ein durch die Rückexpansion bethätigtes Mischventil die Zuführung des Gasgemisches nach der Verdichtungskammer und das geöffnete äufsere Reservoir d1 zwischen dem Zuführungskanal und der Verbrennungskammer den Druck in letzterer beim Anlassen der Maschine regelt.Die Anbringung gelochter Platten im Kraftcylinder, zu dem Zwecke, die Wirbelströme der eintretenden Ladung zu brechen und letztere im 'Kraftcylinder gleichmäfsig zu vertheilen.Das Arbeitsverfahren, dadurch gekennzeichnet, dafs nach der Verbrennung des Gasgemisches die Verbrennungsgase zunächst an dem einen Ende der Verbrennungskammer abgezogen und der Zutritt der neuen Ladung bis nach dem Auspuff und der Abkühlung der Verbrennungsgase verzögert wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE49229C true DE49229C (de) |
Family
ID=324163
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT49229D Expired - Lifetime DE49229C (de) | Gasmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE49229C (de) |
-
0
- DE DENDAT49229D patent/DE49229C/de not_active Expired - Lifetime
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