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Vorrichtung zur Prüfung der menschlichen Stimme Die Vorrichtung nach
der Erfindung wird beim Gesangsunterricht benutzt und dient in erster Linie dazu,
die Stimme zu prüfen. Es soll damit erreicht werden, daß der Sänger der eigenen
Stimme besser zuhören kann, um ihre Verlegung, d.h. .das sogenannte Knödeln, besser
beurteilen zu können. Ungeübte Sänger haben Schwierigkeiten, die eigene Stimme in
ihrem vollen Umfang und mit allen Eigenschaften wahrzunehmen; denn der in der Mundhöhle
erzeugte Ton wird durch die eustachischen Röhren zu dien Ohren geführt und beeinträchtigt
also durch diese von innen aus zu den Ohren geführten Schallwellen die Beurteilung
der Stimme, wie sie vom äußeren Ohr wahrgenommen wird.
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Zur Abgabe einer möglichst reinen, klaren Gesangsstimme ist es notwendig,
die Stimme in den Vorderteil der Mundhöhle zu verlegen, so daß es dien Anschein
erweckt, als ob die Töne unmittelbar hinter den Zähnen erzeugt werden und in der
Mundhöhle und in den Hohlräumen der Nase widerhallen. Wenn das nicht der Fall ist,
und die Stimme ist weiter hinten in der Mundhöhle verlegt, so bemerkt man den Einfluß
der Kehle auf die Stimme, so daß die sogenannten Kehltöne erzeugt werden.
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Zur Erzeugung klarer Töne ist es auch notwendig, daß die Zunge möglichst
flach gegen den unteren Teil des Mundes gedrückt wird, so daß die durch die Stimmbänder
erzeugten Töne im Mund selbst einen möglischst großen Durchgang finden und eine
sogenannte freie Stimme entsteht.
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Nach der Erfindung wird .ein Hohlspiegel mit dem unteren Rand leicht
gegen die Zähne des Oberkiefers gepreßt. Dieser Hohlspiegel liegt unmittelbar vor
der Nase und gerät, wenn die Stimme im Vorderteil des Mundes verlegt ist, infolge
der Schwingungen der Zähne ebenfalls in Schwingungen. Diese Schwingungen beeinflussen
nun die Schallwellen, welche aus dem Mund austreten und von dem Hohlspiegel reflektiert
werden. Diese Beeinflussung wird dem Ohr des Sängers übermittelt, so daß derselbe
feststellen kann, ob die Stimme tatsächlich in den Vorderteil der Mundhöhle oder
in die Kehle verlegt ist.
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Mit diesem Hohlspiegel ist ferner ein anderer Hohlspiegel verbunden,
der in einem etwas größeren Abstand vom Munde angeordnet ist und sich bis unter
die Ebene des Mundes hinunter erstreckt, damit die den Mund verlassenden Schallwellen
in ihrem ganzen Umfange .auf den Hohlspiegel auftreffen und reflektiert werden.
Der Sänger kann also mit Hilfe der neuen Vorrichtung alle Eigenschaften seiner Stimme
selbst 'wahrnehmen und beurteilen.
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Zur Anbringung der beiden Hohlspiegel ist vorzugsweise eine gemeinsame
Stütze vorgesehen, wodurch sie beide gleichzeitig und in der richtigen Stellung
mit Bezug auf den Mund gehalten werden können.
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Das obenerwähnte Niederdrücken der
Zunge beim Singen,
welches besonders bei Anfängern notwendig ist, durch welche Maßnahme der freie Rauminhalt
der Mundhöhle vergrößert wird, wird gemäß der Erfindung durch eine mit den Hohlspiegeln
verbundene, an sich bekannte, bei ärztlichen Instrumenten benutzte löffelartige
Platte besorgt, die in ,den Mund eindringt und die Zunge nach unten hält. Diese
löffelartige Platte kann jedoch zu jeder Zeit von den Hohlspiegeln abgenommen werden;
denn Gesangübungen können nicht für lange Zeit ausgeführt werden, wenn die Zunge
beständig nach unten gedrückt wird.
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Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Vorrichtung gemäß
der Erfindung dargestellt Abb. i zeigt eine solche Vorrichtung im Gebrauich, wobei
die Vorrichtung gegen die Zähne gedrückt wird, während die entfernbare, löffelartige
Platte die Zunge nach abwärts drückt. Die Vorrichtung wird vorzugsweise von der
Hand gehaltem., wobei die Finger die löffelartige Platte überwachen.
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Abb.2 ist eine Draufsicht auf eine solche Vorrichiung, Abb.3 ein senkrechter
Mittelschnitt nach 3-3 der Abb. 2.
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Abb. ¢ ist eine Vorderansicht derselben Vorrichtung.
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Abb. 5 und 6 zeigen schaubildlich eine abgeänderte Ausführungsform,
in welcher die beiden Hohlspiegel .einstellbar an einem Gestell befestigt
sind.
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Bei der Vorrichtung nach Abb. i bis .4 ist ein Hohlspiegel i mit einem
anderen Hohlspiegel 2 verbunden, indem die unteren Ränder derselben durch .einheitlich
mit denselben ausgebildete Seitenschienen 3 und 4 in dem gelt ünschten Abstand voneinander
gehalten werden. Die Hohlspiegel i und 2 sind mit ihren konkaven Flächen dem Munde
zugekehrt. Von vorn gesehen, haben die beiden Hohlspiegel ovale Gestalt (Abb.4).
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Der dem Gesicht näher gelegene Hohlspiegel i ist gegen die Vertikale
vorzugsweise mehr geneigt wie der andere Hohlspiegel 2. Es wird dadurch ermöglicht,
daß die Zähne des Sängers nahe dem unteren Rand i o (Abb. 3) des Hohlspiegels i
eingreifen können, wie beispielsweise durch die in Abb.2 gestrichelte Linie 9 angedeutet
ist. Der Hohlspiegel i befindet sich dann .in .einem gerürg@en Abstand von der Nase.
Die Abbiegung dieser Schienen ist eine derartige und ihr Abstand seitlich voneinander
ist so gewählt, daß sie die Oberlippe gar nicht oder nur ganz wenig berühren. Durch
diese Anordnung der Seitenschienen 3 und 4 mit Bezug auf die Oberlippe wird eine
weitere richtige Einstellung der ganzen Vorrichtung ermöglicht. Der andere Hohlspiegel
2 hat nach Abb. 3 in geringem Abstand über der unteren Kante 14 einen Schlitz
13, in welchen der Stiel 15 einer löffelartigen Platte 16 hineinragt. Diese
Platte 16 ist am anderen Ende bei 17 verbreitert, um die Zunge nach unten zu drücken.
Der Schlitz 13 ist genügend groß, um dem breiteren Ende 17 dieser Zungenplatte eine
kleine Schwingbewegung nach auf-und abwärts zu gestatten.
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Beim Gebrauch der Vorrichtung werden die Kanten der oberen Vorderzähne
mit dem Hohlspiegel i ungefähr entlang der Linie 9 in Eingriff gebracht, "und der
Kopf wird so gehalten, daß die Schallwellen im wesentlichen waagerecht oder ,etwas
nach oben hin den Mund verlassen. Der andere Hohlspiegel 2 wird dann so eingestellt,
daß die untere Kante 14 desselben unter der Eben;. des Mundes liegt, damit alle
aus der Mundhöhle kommenden Schallwellen unmittelbar auf den Hohlspiegel 2 auftreffen.
Bei Abgabe .einer Stimme, welche in dein Vorderteil der Mundhöhle verlegt ist, schwingt
der Hohlspiegel i ungefähr in Übereinstimmung mit den Schwingungen der Zähne. Die
aus der Mundhöhle austretenden Schallwellen werden durch den Hohlspiegel 2 üi Richtung
auf das Gesicht des: Sängers zurückgeworfen. Die Schwingurigen des-Hohlspiegels
i heeinfluss:en nun die Schallwellen, welche von dem Hohlspiegel 2 reflektiert verdien,
und diese Bceinflu@ssung wird dem Ohr !des Sängers übermittelt, so daß derselbe
feststellen kann, ob seine Stimme tatsächlich im Vordertb der Mundhöhle . verlegt
ist oder ob die Verlegung eine w_enigex günstigenahe dem rückwärtigen Teil der Kehle
o der in der Kehle ist. Der Hohlspiegel 2 dient also hauptsächlich dazu, die den
Mund verlassenden Schallwellen auf die ,äußeren Ohren zurückzurefiektiexen, so daß
der Sänger hierdurch die Klangfarbe seiner Stimme beurteilen kann.
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Die ganze Vorrichtung besteht vorzugsweise aus Metall, damit sich
die Schienen 3 und 4. leicht so verbiegen -lassen, da,ß sie den verschiedenen Benutzern
der Vorrichtung angepaßt werden können.
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Der Sänger ist vermittels des Stieles 15 in der Lage, die Zunge
während der Übung in der richtigen Lage zu halten. Diese löffelartige Platte kann
jedoch ohne weiteres von der ganzen Vorrichtung abgenommen werden; denn die Prüfung
der Verlegung der Stimme sowie die Wahrnehmung der Stimme durch das äußere Ohr des
Sängers kann auch ohne diese Platte 17 vorgenommen werden.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 5 und 6 besteht ein starres Gestell
2o, welches die beiden Hohlspiegel 24 und 25 trägt, aus zwei Seitenleisten 21, 22
und einer Querleiste 23. Die beiden Hohlspiegel 24 und 25
haben
im wesentlichen dieselbe Gestalt wie die Hohlspiegel i und 2 der ersten Ausführungsform.
Die unteren Ränder dieser Hohl-Spiegel 24 und 25 sind jedoch hier mit Querschienen
26 und 27 einheitlich ausgebildet, und an den Enden dieser Querschienen befinden
sich äsen 28, vermittels deren sie die Seitenleisten 21 und 22 umfassen, um darauf
verschiebbar zu sein. In diesen Ösen können Federn 29 angeordnet sein, damit die
Hohlspiegel in der gewünschten Stellung auf den Leisten :!i und 22 durch Reibung
festgehalten werden. Bei dieser Vorrichtung können die beiden Hohlspiegel 24 und
25
genau so benutzt werden wie bei der ersten Ausführungsform, oder einer
der beiden Hohlspiegel, beispielsweise der vordere, 24, kann vom Gestell abgenommen
werden, so daß nur die Prüfung der Klangfarbe der Stimme durch das .äußere Ohr erfolgt,
oder .es kann der größere Hohlspiegel 25 abgenommen werden, so daß lediglich die
Verlegung der Stimmte mit Bezug auf die Mundhöhle durch den Hohlspiegel 24 geprüft
wird. Auch bei dieser Vorrichtung kann eine Zungenplatte benutzt werden, die sich
mit ihrem Stiel durch einen Schlitz 3o durch den Hohlspiegel 25 hindurch erstreckt.
Diese Ausführungsform wird derart gebraucht, daß die freien Enden 31 der Seitenleisten
:!1, 22 schwach gegen die Wangen gepreßt werden, so daß der Sänger sich von
der richtigen Stellung der Vorrichtung überzeugen kann.
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Auch in der ersten Ausführungsform kann der Abstand der beiden Hohlspiegel
i und 2 voneinander geändert werden, indem die Seitenschienen 3 und 4. mehr oder
weniger durchgebogen werden. Auch kann infolge der Herstellung der Vorrichtung oder
eines Teiles derselben aus biegsamem Metall die Winkellage der beiden Hohlspiegel
mit Bezug aufeinander durch Abbiegen verändert werden. Diese Veränderung der Winkellage
durch Abbiegen kann auch in der Ausführungsform nach Abb. 5 und 6 vorgenommen werden,
während dort die Veränderung des Abstandes der Hohlspiegel voneinander durch Verschieben
der Querschienen a6, 27 mit Bezug auf die Seitenleisten 21, 22 erfolgt. Statt
aus Metall kann die Vorrichtung auch aus einem anderen leicht biegsamen Material
erzeugt werden, z. B. aus gepreßtem Gummi und anderen biegsamen Materialien, welche
gute tonreflektierende Eigenschaften haben. Es ist auch möglich, die Hohlspiegel
aus einem Material herzustellen, das vom Material dies Gestelles verschieden ist.