DE497117C - Traegerfrequenzuebertragungssystem mit Phasenausgleich - Google Patents
Traegerfrequenzuebertragungssystem mit PhasenausgleichInfo
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- H04B3/146—Control of transmission; Equalising characterised by the equalising network used using phase-frequency equalisers
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Description
Bei der Übertragung von Signalströmen, z. B. beim Fernsprechen, bei der Bildtelegraphie
o. dgl., mit Hilfe von Trägerströmen können infolge der Abhängigkeit des Phasenmaßes
von der Frequenz Verzerrungen besondererArt entstehen, die sich als eine eigenartige
Beeinflussung der Dämpfung zwischen den Niederfrequenzteilen auf beiden Seiten äußern. Diese von der Frequenz abhängige
ίο scheinbare Dämpfung der durch Trägerströme
übertragenen Signale ist auch dann vorhanden, wenn die Dämpfung für einen
reinen Sinusstrom in dem betreffenden Frequenzbereich praktisch unabhängig von der
Frequenz ist. Von den Verzerrungen durch Einschwingvorgänge, die auf die Frequenzabhängigkeit
des Phasenmaßes zurückzuführen sind, unterscheiden sich die hier gemeinten
Verzerrungen dadurch, daß sie auch im ein-
ao geschwungenen Zustande vorhanden sind. Sie bilden eine besondere Eigentümlichkeit
der Trägerfrequenzübertragungssysteme und haben ihre Ursache darin, daß die Teilfrequenzen
(Träger- und Seitenbandfrequenzen) eines Signals verschiedene Phasenverschiebungen
erleiden und sich daher am Ende des Systems in anderer Weise zusammensetzen als am Anfang.
Gemäß der Erfindung können diese Verzerrungen bei der Übertragung mit Trägerfrequenzen
durch eine zweckentsprechende Beeinflussung der Abhängigkeit der Phasenverschiebung
von der Frequenz vermindert" oder beseitigt werden. Zu diesem Zweck werden durch phasenverschiebende Netzwerke
im Trägerfrequenzteil des Übertragungssystems die Phasenwinkel so abgeändert, daß die Laufzeiten, die näherungsweise
der Ableitung des Phasenwinkels nach der Frequenz entsprechen, in dem in Betracht
kommenden Frequenzbereich eine gerade Funktion von der Differenz zwischen der betreffenden
Frequenz und der Trägerfrequenz sind.
Zur Erläuterung der Erfindung sei der Einfachheit halber der Fall betrachtet, daß
man die Trägerfrequenz h mit einer einzelnen Niederfrequenz η moduliert. Hierbei entsteht
eine Schwingung, die als Gemisch von drei Schwingungen aufzufassen ist, von denen die eine die Trägerfrequenz h besitzt,
während die beiden anderen die Frequenzen h -f- η und h — η haben.
Betrachtet man das zeitliche Bild dieses Schwingungsgemisches, wie es etwa durch
einen Oszillographen aufgenommen werden könnte, so erscheint es als eine Schwingung
mit der Trägerfrequenz h, deren Amplitude mit der Frequenz η schwankt, und zwar ist
dieses Bild um so deutlicher, je höher die
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden: ''
Hans Bartels in Berlin-Bahlem.
Trägerfrequenz gegenüber der modulierenden Niederfrequenz ist. Die Berandungskurve
ist eine Sinuskurve mit der Frequenz n, deren Amplitude der Amplitude des modulierenden
Stromes entspricht.
Das Bild ändert sich jedoch im allgemeinen erheblich, wenn die gemischte Schwingung
durch ein elektrisches System mit starken Phasenverschiebungen geschickt wird, wobei
ίο die Frequenzen Ä—n, h und k-\-n verschiedene
Phasenverschiebungen erleiden, selbst wenn für diese drei Frequenzen die Dämpfun- ·
gen vollkommen gleich sind. Sind die Phasenverschiebungen für die drei Frequenzen
der Reihe nach at, a2 und as, so tritt
eine solche Änderung immer dann ein, wenn a2 — Ci1 ungleich aB — a2 ist,, d. h. wenn die
Phasenverschiebungen der Seitenbandfrequenzen relativ zur Trägerfrequenz nicht entgegengesetzt gleich sind.
Dies läßt sich durch ein Vektordiagramm veranschaulichen. Denkt man sich z. B. den
Spannungsvektor c„ der Trägerschwingung feststehend, so lassen sich die Spannungsvektoren
der beiden Seitenbandschwingungen als Vektoren mit einander gleichen Amplituden C1 und cs darstellen, die sich mit der
Frequenz — η >zw. -f- η gegenüber den feststehenden
Vektoren drehen. Zu einer willkürlich annehmbaren Zeit Null hat dann gegenüber c2 der Vektor C3 die
Phasenverschiebung as — a2 und der Vektor
C1 die Phasenverschiebung G1 — a2 (Aibb. 1).
Da die beiden Vektoren c8 und C1 sich von
dieser Anfangslage aus mit entgegengesetzt gleichen Geschwindigkeiten drehen, setzen
sie sich für jeden Zeitaugenblick zu einem Vektor c zusammen, der die Richtung der
Halbierenden 2 des Winkels zwischen ihren Anfangslagen hat, während seine Länge im
Rhythmus der Frequenz η schwankt. Fällt diese Winkelhalbierende w auf den Vektor c2,
so äußert sich die Modulation in einer rein sinusförmigen Schwankung der Amplitude
des Vektors c2 zwischen den beiden Grenzamplituden C2 -f~ ^i ~h *3 lm<^ C2
Ct — CS'
Dies ist der Fall bei der sinusförmig modulierten Welle, die dem Übertragungssystem
am Anfang aufgedrückt wird.
Bildet jedoch die Winkelhalbierende w einen Winkel mit der Richtung C2, so erreicht
zwar der Summenvektor c immer noch den Maximalwert C1 + cs, jedoch ändert der
Summenvektor 5 aller drei Teilschwingungen seine Länge zwischen einem kleineren Maximalwert
und einem größeren Minimalwert (Abb. 2).
In dem zeitlichen Bild des Frequenzgemischesj
wie es wiederum in einem Oszillographen aufgenommen werden könnte, erscheint
also die Amplitude der Berandungskurve am Ende des Übertragungssystems gegenüber der Amplitude der Berandungskurve
am Anfang des Übertragungssystems verkleinert, auch wenn die Amplituden der drei Teilschwingungen für sich im gleichen
Verhältnis übertragen (gedämpft oder verstärkt) werden. Diese relative Verminderung
der Amplitude der Berandungskurve wirkt so, als ob die Trägerwelle von vornherein
weniger ausgesteuert wäre wie tatsächlich der Fall ist und macht sich daher in derselben
Weise bemerkbar wie eine Vergrößerung der Dämpfung zwischen dem niederfrequenten
Modulationsorgan (z. B. Mikrophon) und dem niederfrequenten Empfänger (z. B. Telephon).
Da diese Erscheinung aber in Wirklichkeit nicht von der Dämpfung, sondern von der Phasenverschiebung im Übertragungssystem
abhängt, wurde sie als schein- So bare Dämpfung bezeichnet.
In Abb. 3 ist z. B. der Verlauf der scheinbaren Dämpfung l· in Neper als Funktion der
Niederfrequenzen w dargestellt, die mit der Trägerkreisfrequenz h = 8000 über ein stark
pupinisiertes Fernsprechkabel von 500 km Länge übertragen werden. Bei den drei
durch die gestrichelten Senkrechten bezeichneten Frequenzen werden die Grundwellen
ausgelöscht. .
Aus dem Diagramm der Abb. 2 läßt sich weiterhin ersehen, daß die Berandungskurve
verzerrt wird. Wenn der Vektor c über den Nullpunkt P hinaus schwankt, der dem An- r
f angspunkt 0 am nächsten liegt, geht die Amplitude des Vektors .? durch ein Minimum sm.
Hieraus folgt, daß die Berandungskurve Oberwellen bekommt und nicht mehr sinusförmig
ist. Wenn w' senkrecht zu c2 steht,
enthält die Berandungskurve die Frequenz κ ioo überhaupt nicht mehr, sondern nur noch
höhere Harmonische. Die zu übertragende Signalfrequenz» ist dann völlig ausgelöscht.
Gemäß der Erfindung können diese Störungen beseitigt werden, wenn man dafür
sorgt, daß die Halbierende w oder tsf des
durch a% — a2 und a± — a2 bestimmten Winkels
in die Richtung von C2 fällt. Man hat demnach nur diese beiden Differenzen gleich
zu machen. Dies kann in ähnlicher Weise wie bei der sogenannten Phasenentzerrung
zur Beseitigung der Einschwingvorgänge durch verschieden große Erhöhung der Phasenwinkel bei den verschiedenen Frequenzen
im betrachteten Frequenzbereich geschehen. Jedoch sind die Bedingungen anders als bei der Beseitigung der Einschwingvorgänge.
In diesem Falle kam es darauf an, den Phasenwinkel a zu einer linearen Funktion
der Kreisfrequenz w zu machen, wodurch die Laufzeiten t für die betreffenden
Frequenzen, die näherungsweise durch den
Differentialquotienten des Phasenwinkels nach der Zeit gegeben sind, nahezu konstant
werden.
Für den Zweck der Erfindung genügt es, daß die Phasenwinkeldifferenzen aa — a„ und
a„ — Gt1 in dem benutzten Frequenzbereich
gleich gemacht werden.
Stellt z. B. die Kurve ι in Abb. 4 die Abhängigkeit
des Phasenwinkels im Trägerfrequenzteil des Übertragungssystems von der
Kreisfrequenz tv dar, so hat man für die Frequenzen
h — n, h und h + η die durch die
Ordinaten der Punktet, C, E gegebenen Phasenwinkel. Hierbei sind die Strecken
A-B und D-E ungleich groß. Man kann aber die Phasenwinkel so vergrößern, daß die gestrichelte
Kurve 2 entsteht, bei der die Differenzen der Ordinaten der Punkte C" und B'
und der Punkte E' und C gleich sind. Ist dies der Fall für alle Frequenzen zwischen
den Grenzen h — W1 und h + W1, so verschwinden
bei der Übertragung aller Niederfrequenzen zwischen Null und W1 mit Hilfe
der Trägerfrequenz h die erwähnten Störungen.
Die Kurve 2 ist in dem betrachteten Frequenzbereich symmetrisch zum Punkt C.
Dies ist ein einfacher Ausdruck für die von der Erfindung geforderte Frequenzabhängigkeit
des Phasenwinkels.
Zum Unterschied vom Phasenausgleich zur Beseitigung der Einschwingvorgänge ist es
nicht nötig, daß die Kurve 2 einer geraden Linie möglichst nahe kommt. Um einen Phasenausgleich zu erzielen, hätte man z. B.
die strichpunktierte Kurve 3 herzustellen, die einer Geraden sehr nahe kommt und somit
sowohl die Bedingung für die Beseitigung der Einschwingvorgänge erfüllt, als die gemäß
der Erfindung erforderliche Symmetrie zeigt. Die Herstellung der Kurve 2 wird jedoch mit
geringerem Aufwand erfolgen können als die der Kurve 3. Zur Erläuterung ist die Abb. 5
gezeichnet worden, die für die drei Phasenkurven der Abb. 4 die Laufzeiten t angibt.
Da die Laufzeiten praktisch durch dajdw gegeben
sind, kommt es darauf an, die Laufzeiten — Kurve ι des ursprünglichen Übertragungssystems
so zu verändern, daß sie symmetrisch zu der Ordinatengeraden für die Trägerfrequenz h ist.
Dies ist bei der Kurve 2 der Fall, die etwa den Differentialquotienten der Kurve 2 von
Abb. 4 darstellt. Kurve 3 gibt die Laufzeiten für die Kurve 3 von Abb. 4 an. In diesem
Fall sind für den in Frage kommenden Frequenzbereich die Laufzeiten praktisch konstant. Nun entspricht bekanntlich der
Aufwand für die Phasenausgleichmittel dem Flächeninhalt zwischen der ursprünglichen
und der verschobenen Laufzeitenkurve, d. h. der Aufwand zur Herstellung der Kurve 2
entspricht dem von links oben nach rechts unten schraffierten und der Aufwand zur
Herstellung der Kurve 3 aus Kurve 2 dem von links unten nach rechts oben schraffierten
Flächenteil in Abb. 5. Man ersieht daraus, daß die Herstellung der Kurve 2 mit geringerem
Aufwand möglich ist als die der Kurve 3.
Will man nicht nur die hier beschriebenen Störungen beseitigen, sondern auch die Einschwingvorgänge
verkürzen, so empfiehlt es sich, zunächst eine symmetrische Kurve (entsprechend den Kurven 2) durch Phasenverschiebungen
im Trägerfrequenzteil des Systems herzustellen und die weitere Phasenergänzung durch Phasenverschiebungen in
Niederfrequenzteilen des Übertragungssystems zu bewerkstelligen. Dies ist möglich
und vorteilhaft, weil, wie man aus Abb. 5 ersieht, beide Seitenbandfrequenzen in diesem
Fall die gleichen zeitlichen Verzögerungen erhalten müssen, was man durch Verzögerung
der Niederfrequenz vor oder nach der Modulation mit einfacheren Mitteln erzielen kann.
Claims (2)
- Patentansprüche:ι. Trägerfrequenzübertragungssystem mit Phasenausgleich, dadurch gekennzeichnet, daß im Trägerfrequenzteil des Systems phasenverschiebende Netzwerke angeordnet sind, die die Phasenwinkel derart ergänzen, daß gleichweit ober- und unterhalb der Trägerfrequenz liegende Frcquenzen entgegengesetzt gleiche Phasenverschiebung gegenüber der Trägerfrequenz aufweisen.
- 2. Übertragungssystem nach Anspruch i, gekennzeichnet durch weitere phasenverschiebende Mittel in einem oder mehreren Niederfrequenzteilen des Übertragungssystems, die die Laufzeiten bis auf praktisch gleichen Betrag vergrößern.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES86334D DE497117C (de) | 1928-07-01 | 1928-07-01 | Traegerfrequenzuebertragungssystem mit Phasenausgleich |
| GB1950329A GB314350A (de) | 1928-07-01 | 1929-06-25 | |
| FR677387D FR677387A (fr) | 1928-07-01 | 1929-06-25 | Système de transmission à fréquences porteuses avec compensation des phases |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES86334D DE497117C (de) | 1928-07-01 | 1928-07-01 | Traegerfrequenzuebertragungssystem mit Phasenausgleich |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE497117C true DE497117C (de) | 1930-05-03 |
Family
ID=7512940
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES86334D Expired DE497117C (de) | 1928-07-01 | 1928-07-01 | Traegerfrequenzuebertragungssystem mit Phasenausgleich |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE497117C (de) |
| FR (1) | FR677387A (de) |
| GB (1) | GB314350A (de) |
-
1928
- 1928-07-01 DE DES86334D patent/DE497117C/de not_active Expired
-
1929
- 1929-06-25 GB GB1950329A patent/GB314350A/en not_active Expired
- 1929-06-25 FR FR677387D patent/FR677387A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB314350A (de) | 1930-07-24 |
| FR677387A (fr) | 1930-03-07 |
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