DE496819C - Elastischer Kern zur Herstellung von Rohren aus echter Bronze - Google Patents
Elastischer Kern zur Herstellung von Rohren aus echter BronzeInfo
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Description
- Elastischer Kern zur Herstellung von Rohren aus echter Bronze Gegenstand der Erfindung ist ein elastischer Kern zur Herstellung von Rohren aus echter Bronze, der im wesentlichen aus einer Mischung .aus Sand und Holzmehl hergestellt ist und vor der Verwendung gebrannt wird.
- Erfindungsgemäß wird dieser Kern dreiteilig gestaltet, und zwar so, daß sein Boden und Kopf aus feist aufgestampftem reinen Sand besteht, während sein die Hauptmasse bildender Mittelteil aus einem lose aufgestampften Gemisch aus Sand und Holzmehl besteht. Der .ganze Kern wird dann mit einem Cberzug aus Graphit und Ton versehen und, wie bereits erwähnt, vor der Verwendung gebrannt.
- Für allgemeine-Gußzwecke sind schon vielfach elastische Kerne vorgeschlagen worden. So ist ein Kern bekannt, der aus Holzmehl und Sand besteht und einen Überzug aus Siliciumcarbid und Aluminiumnitrit aufweist.
- Weiter wurde schon vorgeschlagen, aus Holzmehl und Sand hergestellte Kerne vor dem Einsetzen in !die Form zu brennen, um ihnen die nötige Widerstandsfähigkeit zu verleihen. Alle diese bekannten Kerne sind aber zum Gosse echter Bronzen nicht brauchbar, da sich gezeigt hat, .daß ein in seiner ganzen Masse gleichmäßig aufgebauter Kern nicht geeignet ist, die Bildung fester rissefreier, starkwandiger Rohre aus echter Bronze zu ermöglichen. Es ist vielmehr erforderlich, daß, wie dies jetzt vorgeschlagen wird, der Kern im wesentlichen dreiteilig erzeugt wird und daß (dann die drei Teile durch einen gemeinsamen überzog aus Graphit und Ton zu einem einheitlichen Körper verbunden werden. Die Erzeugung des Bodens und Kopfes des Kernes aus reinem, fest aufgestampftem Sand ist nötig, um diese am stärksten beanspruchten Teile widerstandsfähig genug zu machen. Andererseits muß der an Masse bei weitem überwiegende Mittelteil sehr hochelastisch sein, um den beim Abkühlen der Güsse auftretenden Bewegungen des Metalls widerstandslos zu folgen.
- Die neuen Kerne wenden aus Sand und Sägemehl hergestellt, und zwar werden gewöhnlich z-#veiTeile des üblichen etwas tonigen Formsandes auf ein Teil Sägemehl angewendet. Das Sägemehl wird in Wasser so länge aufgeweicht, bis es sein größtes Volumen erreicht hat. Dann wird .durch Auspressen mit einer kleinen Presse, eine .gewöhnliche Obstpresse ist für diesen Zweck ausreichend, der größte Teil des Wassers entfernt. Die Mischung nvischen .dem Sägemehl und dem Sand muß möglichst innig sein. Es wird dadurch erreicht, daß ,das Gemisch wenigstens dreimal durch feine Siebe gerüttelt wird. Die so erhaltene gleichmäßige Sägemehl-Sand-Mischung wird dann in den Kernkasten eingefüllt. Der Kernkasten besteht aus zwei durch Präzisionsstifte und Keile zusammengehaltenen Teilen. Er wird auf ;den Boden aufgestellt, und es wird die mit Zentrierscheibe versehene Kernstange eingeführt. Zur Erleichterung der Einfüllung .der Masse kann oben ein kleiner Blechtrichter aufgesetzt werden. Bevor die Mischung aus Sägemehl und Sand eingeführt wird, wird eine Schicht reinen Sandes eingegeben und mit einer Eisenstange so hart als möglich gestampft. Dann wird der Kasten bis nahe an das obere Ende der Form mit der Sägemehl-Sand-Mischung gefüllt, die mit einem Holzstab nur lose gestampft wird. Ist :dies geschehen, so wird wiederum reiner Sand eingeführt, Ader hart gestampft werden muß. Es ist somit die Sand-Sägemehl-Mischung oben und unten mit einem harten Ring aus reinem Sand versehen. Der untere harte Ring ist zum späteren Einsetzen des Kernes in das Untersatzstück der Kokille, der obere harte Ring zum Einsetzen in den Zentr ierring der Kokille bestimmt. Diese Teile müssen genübende Festigkeit haben, um beim Einsetzen in die sie umfassenden Teile nicht zerstört zu werden.
- Nachdem der Kern fertiggestampft ist, wird der Kernkasten ,geöffnet und der Kern herausgehoben. Er ist im frisch gestampften Zustande sehr empfindlich und muß :deshalb sehr vorsichtig behandelt werden, damit er nicht wieder von der Kernstange abfällt. Um die Weiterverarbeitung zu ..ermöglichen, wird der Kern 24 Stunden an der Luft trocknen gelassen. Dabei wird seine Festigkeit so stark erhöht, daß er weiterbearbeitet werden kann. Diese weitere Bearbeitung besteht darin, daß er in eine :dickflüssige Mischung aus Ton und Graphit rasch eingetaucht wird. Dabei saug die Kernoberfläche so viel von ,dieser dickflüssigen Mischung ein, d:aß auf ihr eine zusammenhängende Haut entsteht. Der mit dieser Haut versehenen Kern kommt dann in die Trockenk ,ammer. Diese Trockenkammer weist schon beim Einhängen der Kerne eine Temperatur von 6o bis So° C auf. Bei .dieser Temperatur trocknen die Kerne sehr rasch und erhalten eine harte Oberfläche. Ist dieser Zustand erreicht, so wird der Ofen angeheizt, und zwar so, daß die ganze Trokkenkamm.er ins Glühen kommt. Dabei werden auch die in ihr hängenden Kerne glühend, und es verbrennt die in ihnen vorhandene Holzmasse, so daß der Kernkörper mit zahlreichen Poren versehen ist. Der gebrannte Kern hat sozusagen eine Art schwammiges Gefüge. Er. besitzt eine vollkommen genügende Festigkeit, um später in die Kokille eingesetzt werden zu können. Die beim Brennen der Kerne aus der organischen Substanz entwickelten Gase entweichen durch die öffnung, die durch das Einstechen eines dünnen Eisenstabes zur Bildung eines Abzugskanals entstanden ist, bevor der Kern ,aus der Kernöffnung entfernt worden ist.
- Auf beiliegender Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Kernes und des zu seiner Erzeugung dienenden Kernkastens dargestellt, und zwar zeigt: Abb. i den Kern, Abb. 2 eine Längsansicht des Kernkastens, Abb. 3 :die Draufsicht .auf Abb. 2.
- Der gewöhnlich aus Grauguß bestehende Kerirkasten besteht aus den beiden Hälften i und 2, die konische Präzisionsstifte 3 tragen und durch die Preßkeile d. zusammengehalten werden. 5 ist die Kernstange, die zentrisch in die Form eingesetzt ist. Im unteren Ende der Form sitzt :das zweiteilige Einsatz.stücl.: 6, das zweckmäßig aus Stahl hergestellt wird. Zur Herstellung :des Kernes wird zunächst so viel reiner Sand eingeführt, daß er nur das Einsatzstück und noch einen kleinen Teil der darüber befindlichen Form ausfüllt. Dieser Sand wird, wie schon erwähnt, so hart als möglich eingestampft, damit der Unterteil ? des fertigen Kernes die genügende Festigkeit zum Einsetzen .in das Unterstück der Kokille erhält. Dann wird die gleichmäßige Mischung aus Holzmehl und Sand eingebracht, die den Hauptteil 8 des Kernes bildet. Diese Masse wird nur lose eingestampft. Auf sie kommt wieder eine Schicht möglichst fest zu stamp-f en:den reinen Sandes, der .den Oberteil 9 des Kernes bildet. Wenn der Kern vollkommen gestampft ist, wird durch einen Stab geeigneter Dicke :ein Kanal io, gewöhnlich in der Nähe der Kernstange 5, eingestoßen, der zur Ableitung :der sich beim Brennen entwickelnden Gase dient. Nachdem der aus der Form entfernte Kern an der Luftgetrocknet ist, wird er in die Ton-Graphit-Mischung eingetaucht, die nach :dem Brennen die äußere Formhaut i i bildet.
- Wenn der Kern beim Gießen in der Kokille benutzt wird, so verhalten sich seine Wände vollkommen federnd, bieten demnach dem Metall beim Zusammenziehen keinen merklichen Widerstand; trotzdem reicht aber die Festigkeit während des Gießens aus, .um den gewünschten Innendurchmesser des Gußstükkes zu gewährleisten.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Elastischer Kern zur Herstellung von Rohren aus echter Bronze, :der Im wesentlichen aus einer Mischung aus Sand und Holzmehl hergestellt ist und vor der Verwendung gebrannt wird, dadurch gekennzeichnet, daß Boden und Kopf des Kernes aus fest aufgestampftem reinem Sand, sein die Haraptmasse bildender Mittelteil aus einem lose aufgestampften Gemisch .aus Sand und Holzmehl besteht und ,der ganze Kern mit .einem Überzug aus Graphit und Ton versehen ist.
- 2. Kern nach Anspruch r, .dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch aus Sand und Holzmehl aus zwei Teilen Sand und einem Teil Holzmehl besteht, wobei das Holzmehl vor der Verwendung .durch Aufweichen in Wasser auf sein größtes Volumen gebracht und der Überschuß des Wassers durch Auspressen entfernt ist.
Priority Applications (1)
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| DEB134191D DE496819C (de) | 1927-11-05 | 1927-11-05 | Elastischer Kern zur Herstellung von Rohren aus echter Bronze |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEB134191D DE496819C (de) | 1927-11-05 | 1927-11-05 | Elastischer Kern zur Herstellung von Rohren aus echter Bronze |
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| DE496819C true DE496819C (de) | 1930-04-28 |
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| DE (1) | DE496819C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102015201949A1 (de) * | 2015-02-04 | 2016-08-04 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Gießkern, Verfahren zur Herstellung und Verwendung des Gießkerns, Verfahren zur Herstellung eines Bauteils und ein nach dem Verfahren hergestelltes Bauteil |
-
1927
- 1927-11-05 DE DEB134191D patent/DE496819C/de not_active Expired
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