DE48100C - Elektrische Schiffssteuermaschine - Google Patents
Elektrische SchiffssteuermaschineInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G05—CONTROLLING; REGULATING
- G05D—SYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
- G05D1/00—Control of position, course, altitude or attitude of land, water, air or space vehicles, e.g. using automatic pilots
- G05D1/02—Control of position or course in two dimensions
- G05D1/0206—Control of position or course in two dimensions specially adapted to water vehicles
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf diejenige Klasse von Steuerapparaten, welche
das Steuerruder eines Schiffes in der Weise in Thätigkeit setzen, dafs der Steuermann nur ein
verhältnifsmäfsig leicht zu bewegendes Rad in Drehung zu versetzen hat, um den Mechanismus,
welcher seinerseits auf das Steuerruder selbst wirkt, zu bethä'tigen.
Bis jetzt hat man diese Apparate nur mit Dampf- oder Wasserkraft arbeiten lassen, während
in der vorliegenden Erfindung Elektricität als motorische Kraft benutzt wird. Es ermöglicht
die Anwendung dieses Motors eine gedrängtere Construction des ganzen Apparates, als es bei den Apparaten mit Dampf oder
Wasserbetrieb der Fall ist, und es ist aufserdem in der Praxis einfacher, den elektrischen Strom
von dem Maschinenraum nach der Steuermaschine zu führen, während Dampf- und Wasserleitungen und die dabei auftretenden
unvermeidlichen Kraftverluste der Construction Schwierigkeiten in den Weg stellen. Zum
leichteren Verständnifs der vorliegenden Neuerungen mögen die beiliegenden Zeichnungen
dienen.
Fig. ι stellt eine Vorderansicht der Steuermaschine
dar; Fig. 2 ist eine Seitenansicht derselben, wobei der obere Theil im Schnitt gezeigt
ist; Fig. 3 ist ein Schema der elektrischen Leitung und der zugehörigen Verbindungen;
Fig. 4 ist eine Ansicht der Frictions- und Kettenräder und Fig. 5 zeigt das · Zeigerblatt.
Die Steuermaschine besteht im wesentlichen aus einem Handsteuerrade A, Fig. 1 und 2,
gewöhnlicher Construction, welches zweckmäfsig in einem Kasten oder einer Säule B
gelagert ist. Der Kasten B liegt dicht neben dem Steuerhause und ist entweder auf der
Commandobrücke oder auf dem Aufbaudeck aufgestellt.
Ein mit Ketten- oder Seilnuthe versehenes Rad C ist auf der Achse des Steuerrades A
aufgekeilt und eine Kette c oder ein Seil ohne. Ende läuft innerhalb des Kastens B durch das
Deck nach dem entsprechenden, ebenfalls mit Ketten- bezw. Seilnuthe versehenen Rade j,
welches auf einem Zapfen / lose aufsitzt, aber gegen axiale Verschiebung gesichert ist. Der
Zapfen / wird einerseits von der Maschinenwange, andererseits von dem Winkelstück H getragen.
Das Kettenrad j ist an seiner der Maschine zugekehrten Stirnseite mit einem Konus versehen,
welcher genau in die konische Höhlung der neben dem Kettenrad j auf demselben Zapfen Z
sitzenden Scheibe h pafst, so dafs beide, h und j, zusammen eine Frictionskupplung
bilden. Die Scheibe h sitzt mittelst Feder und Nuth axial verschiebbar auf dem Zapfen I
und wird durch Federdruck gegen den Konus des Rades j gehalten. Der Zapfen / trägt an
seinem Ende einen Querstab i, Fig. 1, welcher, sobald die Kette c nicht mittelst der Frictionskupplung
hj drehend auf den Zapfen / wirkt, durch die Quetschfedern k, Fig. 1, in die normale
Horizontallage gebracht wird. . Es ist nämlich der Druck der Feder r derartig abgepafst,
dafs bei stillstehendem Kettenrad j die Reibung zwischen den konischen Flächen der
Frictionsräder h und j nicht hinreichend ist, um den auf dem Zapfen / sitzenden Stab gegen
die Spannung der Quetschfeder k aus der Horizontallage zu verdrehen. Nur so lange
das Handrad C und damit mittelst der Kette c das Kettenrad j in Drehung gehalten wird,
wird die Reibung zwischen den konischen Flächen h und j genügend grofs, um die
Spannung der Quetschfeder k zu überwinden. Der Querstab oder die Wippe i, Fig. ι, trägt
an jedem seiner beiden Enden keilförmig zugeschärfte Contactstücke ff1 , welche sich bei
einer Senkung der Wippe i nach der einen oder der anderen Seite zwischen die Contactfedern'
g bezw. gl klemmen und den Strom schliefsen.
Besteht jede der Contactfedern g g1 aus zwei
von einander isolirten Schenkeln y1 y2 bezw. y3y4,
von denen je einer mit der Wippe i und diese ihrerseits mit einem Pol der Elektrizitätsquelle
verbunden ist, während die beiden anderen Schenkel durch separate Leitungsdrähte und
die Elektromotoren E und E1 mit dem anderen
Pol in Verbindung stehen, so wird der Strom bei der Bewegung der Wippe i durch
metallische Verbindung der Schenkel y1 y2
bezw. γ3 γ4" geschlossen. In Fig. ι ist dieser
Fall angenommen. Ist dagegen die elektrische Leitung in der durch das Schema Fig. 3 erläuterten
Weise angeordnet, d. h. sind die beiden Schenkel y1 und y2 bezw. y3 und y4
nicht von einander isolirt, so hat eine Depression der Wippe i nach der einen oder der
anderen Seite eine Schliefsung des Stromes durch die Verbindung von i und g bezw. i
und g·1 zur Folge.
. Die beiden Elektromotoren EE1, durch
welche die Drehung der Kettenwelle erfolgt, sind so angeordnet, dafs sie sich in entgegengesetzten
Richtungen drehen, während beide Inductoren derselben auf ein und derselben Welle befestigt sind. Auf dieser letzteren sitzt
ein Triebrad F1 welches seine Drehung auf
das Zahnrad D überträgt. Dieses Zahnrad ist fest mit der Kettentrommel G verbunden, auf
welche sich die Kette J aufwickelt. Die beiden Enden der letzteren gehen unter den Führungsrollen JJ1 seitwärts und führen von dort zur
Ruderpinne.
. Die genaue Stellung der Pinne ersieht der Steuermann aus der Stellung des Zeigers d,
Fig. 5. Der Zeiger d wird durch eine senkrechte Welle b gedreht, indem an dem anderen
Ende derselben das Kegelrad K befestigt ist, welches durch das Kegelrad e, das
seinerseits auf die Welle der Kettentrommel G aufgekeilt ist, in Drehung versetzt wird.
Die Anordnung der Leitungsdrähte ersieht man am besten aus dem Schema Fig. 3. Die
. Wippe i kann sowohl mit g als auch g1 Contact
machen, je nachdem dieselbe links oder rechts geneigt ist. Die Stellung der Wippe
hängt, wie gesagt, von der Drehung des Steuerrades A ab. Die Contactfedern g g1 sind
durch Leitungsdrähte pp1 mit je einer Contactbürste
mm1 jedes der beiden Motoren EE1
verbunden, während die entgegengesetzten Bürsten Ot2Ot3 jedes Motors durch den Leitungsdraht
0 mit der Klemmschraube S der Dynamomaschine verbunden sind.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende.
Bei jeder Steuermaschine, welche auf grofsen Schiffen Verwendung- findet, ist es wesentlich,
dafs die Bewegung des Steuerrades dieselbe ist, als ob mittelst eines direct mit dem Ruder verbundenen
Steuerrades gesteuert wird.
Wird daher z. B. das Steuerrad A nach Backbord gedreht, so schlägt die Wippe i nach
links infolge der Drehung des Nuthenrades j und der während der Drehung derselben genügend
starken Reibung zwischen den konischen Flächen der Frictionsräder j und h und
macht bei f Contact mit den Contactfedern g. Dieser Contact und die daraus resultirende
Drehung des Motors E währt aber, wie oben erklärt, nur so lange, als der Steuermann das
Steuerrad in Drehung erhält. Der auf diese Weise geschlossen gehaltene Strom versetzt den
Elektromotor E in Drehung, während der Inductor des Motors E1 innerhalb der Polenden
der inducirenden Magnete leer läuft. Das Triebrad F, welches mit dem Zahnrad D zusammen
arbeitet, überträgt seine Drehung auf die Kettentrommel G, und dadurch wird das eine"
Ende der Kette J angezogen, während das andere Ende' der Kette gelockert wird. Hierdurch
wird das Ruder im verlangten Sinne gedreht.
So lange der Steuermann das Steuerrad in derselben Richtung dreht, wird elektrischer
Contact an dem Ende der Wippe i erhalten und der Elektromotor, welchem der betreffende
Contact angehört, dreht das Ruder in entsprechender Richtung; hört aber die Drehung
des Steuerrades auf, so bringt die Feder k die Wippe i in ihre normale Horizontallage zurück,
der elektrische Contact wird gebrochen und der Elektromotor tritt aufser Thätigkeit.
In ganz derselben Weise erfolgt durch eine Drehung des Steuerrades nach der entgegengesetzten
Richtung eine Drehung des Helmstockes nach der anderen Seite, indem nun
der zweite Elektromotor in Thätigkeit tritt, und das Ruder dreht sich nach Steuerbord. Der
Winkel, unter welchem das Steuerruder steht, läfst sich direct aus der Stellung des Zeigers
ersehen.
Die beschriebene Maschine kann in geänderter Form auftreten, indem nur ein Motor verwendet
wird, dessen Drehungsrichtung durch Reversion des das magnetische Feld erregenden Stromes
Claims (4)
1. Die Anwendung eines oder mehrerer Elektromotoren E E1 in Verbindung mit
einer Ketten- oder Seiltrommel G, zum Zweck, die letztere in Drehung zu versetzen.
2. Bei der unter i. geschützten Anordnung die Anwendung der Contactwippe i, Fig. ι
und 2, und der Contactstücke g g1 in Verbindung mit den Frictionsrädern j und h
und der Feder k, zum Zweck, der besagten Kettentrommel eine beliebige Drehung
zu ertheilen.
3. Bei der unter 1. geschützten Steuermaschine die Anwendung eines durch die Kettentrommel
beeinflufsten Zeigers, Fig. 5.
4. Die unter 1. und 2. geschützte Anordnung in Verbindung mit dem Kettentrieb c Cj.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE48100C true DE48100C (de) |
Family
ID=323096
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT48100D Expired - Lifetime DE48100C (de) | Elektrische Schiffssteuermaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE48100C (de) |
-
0
- DE DENDAT48100D patent/DE48100C/de not_active Expired - Lifetime
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