-
Elektrischer Wellenanzeiger Es sind Wellenanzeiger (Detektoren, Fritter
u. dgl.) bekannt geworden, bei welchen die beiden Elektroden entweder durch einen
mit losen Metallkörnchen ausgefüllten Luftspalt oder an der Stelle geringster Entfernung
durch eine Glimmerzwischenlage getrennt sind. In letzterem Falle wurden bisher hohlkegelförmige
oder röhrenförmige Elektroden verwendet, welche am besten mit Metallblättchen als
Reagensmasse beschickt «erden, die unter dem Einfluß elektrischer Wellen infolge
der Ionisation der zwischen den Blättchen gelagerten Luft die Glimmerzwischenlage
gut leitend überbrücken. Mit Hilfe solcher Anordnungen kann man elektromagnetische
Verstellarbeiten der verschiedensten Art, z. B. bei drahtlos gesteuerten Uhren,
ausführen, wobei der Ionisationswellenan= zeiger die Wirkung des Relais übernimmt.
-
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ebenfalls. einen
elektrischen Wellenanzeiger des Ionisationsprinzips, welcher jedoch eine höhere
Empfangsempfindlichkeit und eine größere Gleichmäßigkeit in seiner Wirkung aufweist;
außerdem kann dieses Wellenanzeiger mit noch größeren Strömen belastet werden, als
es bisher möglich war. Erreicht werden diese Vorteile in erster Linie dadurch, daß
der Wellenanzeiger einen oder mehrere getrennte Längsspalte als Reagensstellen besitzt,
wie sie beispielsweise entstehen, wenn man einen Metallzylinder seiner Länge nach
durchschneidet und mit der Grundfläche auf einen Isolierboden aufsetzt.
-
Der Metallzylinder wird mit Metallspänen, Metallpulver, am besten
jedoch mit Metallblättchen als Reagensmasse gefüllt. Die Empfindlichkeit eines derartigen
Wellenanzeigers kann man ganz erheblich steigern, indem man die beispielsweise als
Reagensmasse Verwendung findenden Metallblättchen unter Druck setzt, wodurch die
zwischen den Blättchen gelagerte Luft zum Teil verdrängt wird und demgemäß die noch
zurückgebliebene geringe Luftschicht -leichter ionisiert. Dieser Druck kann durch
Gewichtsbelastung, regelbare Federspannung o. dgl. erreicht werden; ebenso kann
ein zylindrischer Kolben gegen die Reagensmasse bewegt werden. Eine Vermehrung der
Reagensstellen erhöht die Empfindlichkeit des Wellenanzeigers und gestattet auch
die Verwendung stärkerer Ströme. Die Zahl der Reagensstellen kann man u. a. auch
durch Parallelschaltung mehrerer Wellenanzeiger erreichen.
-
Endlich werden die physikalischen Vorgänge in dem Wellenanzeiger ganz
besonders dadurch begünstigt, daß die Gesamtreagensmasse nicht auf einem Querspalt
aufruht.
sondern entlang der Längsspalte lagert. Es ist daher möglich,
die Elektrodenbehälter recht hoch bzw. lang zu wählen und sie mit einer großen Menge
Reagensmasse zu füllen, ohne daß dadurch die Spalte besonders belastet werden, weil
der Gesamtdruck der Reagensmasse sich bei stehender Anordnung in der Hauptsache
nach dem isolierten Boden des Gefäßes hin auswirkt.
-
Bei allen früher bekannt gewordenen Vorschlägen, insbesondere auch
bei dem aus zwei hohlkegelförmigen, mit ihrer Grundfläche unter Zwischenfassung
eines Isolierringes gegeneinander gestoßenen Elektroden bestehenden Fritter, ruhte
die Reagensmasse auf dem Spalt, so daß deren Füllmenge beschränkt war, weil die
Eigenschwere der Masse bereits Stromdurchlässe ermöglichte. Da zudem durch Anklopfen
der Elektroden der Stromdurchgang aufgehoben werden mußte, so gelang das sogenannte
Entfritten nur sehr schwer.
-
Bei dem Erfindungsgegenstand gelingt die Entionisierung schon mit
den allerfeinsten, kaum hörbaren Anschlägen.
-
Der Wellenanzeiger eignet sich daher ganz besonders für den Betrieb
elektrischer Uhren, deren Gang durch elektrische Wellen geregelt wird.
-
Eine beispielsweise Ausführung der Erfindung wird durch die Zeichnung
veranschaulicht. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Elektroden bzw. das von
diesen gebildete Gehäuse stehend angeordnet. Die liegende Anordnung ist aber ebenfalls
denkbar, wenn schon sie auch nicht ganz so vorteilhaft als die stehende Anordnung
ist.
-
Abb. i ist eine Ansicht und Abb. z ein Grundriß des neuen Wellenanzeigers.
-
Abb. 3 ist eine Ansicht desselben mit Uminantelung, und Abb. q. zeigt
den Grundriß einer Anordnung, bei der mehrere Wellenanzeiger parallel geschaltet
sind.
-
Auf der aus Isoliermaterial bestehenden Grundplatte a sind die Elektrodenfüße
b, c befestigt. Mit dem Fuß bist der aus Metall bestehende Halbzylinder d verbunden,
während mit dem Fuß c der andere Halbzylinder e verbunden ist. Beide Halbzylinder
sind derart zueinander angeordnet, daß sie zusammen ein röhrenförmiges oben offenes
Gehäuse bilden. An den Stoßkanten sind sie durch Isolierstreifen f getrennt, so
daß das Gehäuse aus zwei gegeneinander isolierten Halbzylindern besteht. Der Innenraum
dient zur Aufnahme der Reagensmasse. Die eine Elektrode b, d
ist mittels der
Kontaktschraube g mit der zum Empfangskreis führenden Leitung k verbunden, während
die a-idere Elektrode c, e mittels der Schraube h durch die Leitung
l am Empfangskreis liegt.
-
Abb. 3 zeigt das röhrenförmige Elektrodengehäuse mit der Reagensmasse
- hier aus ganz dünnen Metallblättchen bestehend - gefüllt und von einem aus Isoliermaterial
bestehenden Zylinder m umgeben. Dieser äußere Mantel ist höher als das darin befindliche
Elektrodengehäuse und durch einen besonderen Deckel n geschlossen. Zur Belastung
der Reagensmasse ist im Elektrodengehäuse selbst ein Gewicht i vorgesehen, welches
nach Abnahme des Deckels n zugänglich und beeinflußbar wird.
-
Bei der durch Abb. q. veranschaulichten Parallelschaltung mehrerer
Wellenanzeiger ist a wieder die Grundplatte aus hochwertigem Isoliermaterial, auf
welcher der aus Metall bestehende gemeinsame Elektrodenfuß b mit den in kleinen
gegenseitigen Abständen voneinander darauf angeordneten halbzylindrischen Elektroden
dl, d2, ds befestigt ist. Parallel dazu ist auf der Platte a der andere Elektrodenfuß
c mit den halbzylindrischen Elektroden e1, e2, e3 befestigt, und zwar derart, daß
dadurch in seitlichem Abstand nebeneinanderstehende Elektrodengehäuse gebildet %verden,
welche an ihren Stoßstellen durch die Isolierstreifen f, f1, f2, f3 getrennt
sind. Die Elektrodenfüße b, c sind durch h, l einerseits und durch g, k andererseits
mit dem Empfangskreis verbunden. Bei dieser Mehrfachnebeneinanderreihung des Wellenanzeigers
in Parallelschaltung sind alle durch die Doppelspalte gebildeten Reagensstellen
in der gleichen Ebene liegend angeordnet.