DE47707C - Verfahren und Einrichtungen zur Herstellung gewebter elastischer Strümpfe - Google Patents
Verfahren und Einrichtungen zur Herstellung gewebter elastischer StrümpfeInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D3/00—Woven fabrics characterised by their shape
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine neue Art der Herstellung elastischer, sogenannter
Bandagenstrümpfe ohne Naht, und zwar mittelst Webeverfahrens, sowie auf neue Einrichtungen zur Ermöglichung der neuen
Herstellungsart. Die Herstellung gewebter Strümpfe im engeren Sinne, d. h. solcher
Strümpfe, bei denen das Gewebe aus einer Anzahl von meistens parallelen Fäden (der
Kette), welche durch die sie rechtwinklig kreuzenden Lagen eines einzelnen Fadens (des
Schufsfadens) zusammengehalten werden, besteht, ohne dafs also eine Maschenbildung
stattgefunden hat oder ohne dafs der Schufsfaden mit jedem Kettenfaden fest verknüpft
wird, also nicht die Verbindung entweder nur eines Fadens mit sich selbst oder mehrerer
Fäden unter einander erfolgt, war bisher unmöglich , weil solchen gewebten Strümpfen
jede Elasticität fehlte.
Durch Anwendung eines elastischen Schufsfadens, welcher nicht in parallelen Lagen eingeschlagen
wird, sondern eine fortlaufende Spirale bildet, soll nun dem gerügten Uebelstande
in einfachster und wirksamster Weise abgeholfen werden, und besteht hierin das Wesentliche der vorliegenden Erfindung.
Um nun die Verarbeitung eines elastischen Schufsfadens zu ermöglichen und dem Strumpf
die richtige Fac,on zu geben, war es nothwendig, dem bekannten Bandwebstuhl einzelne
neue Einrichtungen hinzuzufügen, um neuartige, für obigen Zweck construirte Schiffchen
verwenden zu können.
Auf beiliegender Zeichnung veranschaulichen Fig. ι und 2 die Herstellungsweise der bisher
im Handel befindlichen Bandagenstrümpfe. Dieselben werden als flaches, nicht geschlossenes
Gewebe gearbeitet und ist die Fabrikation eher ein Maschengewebe oder Flechtwerk zu nennen,
da von allen Seiten die Kanten geschlossen sind, die dann nachher zusammengenäht werden.
Die Art und Weise der Herstellung ist Geheimnifs der betreffenden Fabrikanten und
schwer zu untersuchen. Der elastische Faden ist hier in parallelen Lagen in den Stoff hineingearbeitet.
Bei diesen Strümpfen ist also immer eine Naht nothwendig, welche beim Gebrauch sich
durch Druck sehr störend bemerkbar machte, abgesehen davon, dafs eine Mehrarbeit durch
das Zusammennähen erfordert ist.
Ferner ist noch zu bemerken, dafs diese Strümpfe infolge ihrer Webart sehr wenig Luft
durchlassen und durch längeres Tragen fast luftdicht und stockig werden und ein Brennen
der Beine und Füfse erzeugen.
Dagegen ist bei dem neuen, durch Fig. 3 und 4 veranschaulichten Bandagenstrumpf das
Gewebe doppelflächig, d. h. in sich geschlossen (schlauchförmig) ausgeführt und wird ein nur
aus elastischem Material hergestellter Schufsfaden verarbeitet, während die Kettenfäden aus unelastischem
Material bestehen.
Der Schufsfaden legt sich, im Gegensatz zu oben, spiralförmig zwischen die Kettenfäden,
und zwar wird dies dadurch erreicht, dafs das den Schufsfaden enthaltende Schiffchen das eine
Mal durch- die zwei oberen, das andere Mal durch die zwei unteren Kettenfädenreihen geführt
wird.
In der Fig. 5 ist der Webstuhl mit angebrachtem zweiten Regulator in der Seitenansicht
gezeigt, während Fig. 6 den zweiten Regulator in Vorderansicht, Fig. 6 a die Führung
des Gewebes zwischen Walze und Auflageplatte, Fig. 7 denselben in der oberen Ansicht
darstellt. Fig. 8, 8 a, 9, 10 und 11 zeigen das neue Schiffchen in verschiedenen Stellungen
und Ansichten.
Fig. 12a und 12b sind zwei um 90° gegen
einander versetzte Schnitte durch die Ferse eines Strumpfes.
Wie aus Fig. 5 ersichtlich, ist am Brustholz a ein zweiter Regulator angeordnet, welcher mit
einer Vorrichtung zum dichten Schliefsen der Kanten combinirt ist. Diese Vorrichtung besteht
aus einem Bügel b, welcher an seiner vorderen, die Bügelarme verbindenden Seite einen Schlitz c
zeigt. Dieser Schlitz c kann, wie in vorliegendem Falle, durch Aufschrauben eines mit Ansätzen
versehenen Steges d gebildet oder auch dadurch hergestellt sein, dafs man das Querstück
selbst mit einem entsprechenden Schlitz versieht. Der Schlitz c läfst nur das Gewebe
durch und zwingt, da derselbe kürzer als die Breite des Riets e ist, die Seitenfäden f der
Kette, sich nach der Mitte zu zusammenzuschieben, wodurch der elastische Schufsfaden
an den Kanten sich entsprechend kürzer in das Gewebe einlegt. Durch das feste Vorschlagen
der Lade bezw. des Riets e gegen den geschlitzten Bügel b werden die Seitenkettenfäden
f derart um das- verhältnifsmäfsig kurze Stückchen des losen Gummifadens geprefst,
dafs die Dichtigkeit der Kanten der des übrigen inneren Gewebes gleichkommt.
Die Herstellung des neuen Bandagenstrumpfes erfolgt nun in der Weise, dafs mit Hülfe
eigenthümlich construirter Schiffchen die Fa9on
und unter zeitweiser gleichzeitiger Einwirkung des zweiten Regulators die Ferse des Bandagenstrumpfes
gebildet wird.
Das in den Fig. 8, 8 a, 9, 10 und 11 dargestellte
neue Schiffchen ist so construirt, dafs es sowohl in der Länge als in der Breite verstellbar
ist, zum Zweck, die bei einem Strumpf nöthigen verschiedenen Durchmesser und Faconstellen
herzustellen. Es wird also die durch die Abwickelung des Gummifadens von aufsen sich ergebende natürliche Verkürzung benutzt,
um die entsprechende Facon zu erlangen, und zwar verwendet man bis zur Ferse ein Schiffchen
von entsprechendem Wickelumfang. Bei sehr langen Strümpfen nimmt man ein zweites
zu Hülfe, dessen äufserer Wickelumfang gleich dem inneren des ersten Schiffchens ist und
welcher so, nach erfolgter Abwickelung des Gummifadens vom ersten Schiffchen, gewissermafsen
die Fortsetzung des ersten Schiffchens bildet.
Der Schiffchenführer g trägt zwei Zapfen h /z,
auf welche das Schiffchen mit seiner Rückseite 2 aufgesteckt wird. Die Vorderseite k
des Schiffchens wird auf die in der Rückseite angeordneten Schrauben I mehr oder weniger
weit aufgeschoben, je nach der Gröfse des erforderlichen Schufsfadenquantums, und sodann
mittelst der Muttern m festgestellt. Um nun den Wickelumfang reguliren zu können, sind
die Schiffchenseiteil mit Aussparungen η versehen, in welche mittelst Schraube 0 ein Kernstück
ρ bewegt werden kann. Je nachdem man das Kernstück ρ dem Mittelpunkte nähert
oder von demselben entfernt, wird sich der Wickelumfang verkürzen oder verlängern, so
dafs man also durch die vorbeschriebenen Einrichtungen des Schiffchens in der Lage ist,
nicht nur das Schufsfadenquantum und dementsprechend die Länge des Strumpfes, sondern
auch den Wickelumfang, also die Weite des Strumpfes genau reguliren zu können.
Nachdem nun mit Hülfe des neuen Schiffchens die Beinlänge des Strumpfes bis zur
Ferse fertig gestellt ist, wird ein neues Schiffchen, mit entsprechendem Schufsfadenquantum
versehen, eingesetzt, und kommt nunmehr der zweite Regulator, überhaupt die auf Blatt II
der Zeichnung dargestellte neue Einrichtung zur Wirkung.
Während bei Herstellung der Beinlänge der untere und obere Regulator gleichmäfsig arbeitet,
wird bei Herstellung der Ferse der obere Regulator auf schnelleren Gang eingestellt, damit
die obere Seite des Gewebes gegen die untere verzogen, d. h. die oberen Kettenfäden schneller
vorgezogen werden als die unteren.
Um nun die für die Ferse erforderliche Länge herzustellen, läuft das Gewebe von
Schlitz c unter die gerippte Walze q, die sich auf eine unter dem ganzen Gewebe liegende
Platte r ziemlich fest aufdrückt. · Die Walze q wird durch ein Räderwerk, auf welches der
mit der sich hin- und herbewegenden Lade s in Verbindung gebrachte Hebel t wirkt, begrenzt
und wird so, je nach Einstellung des Hebels t, die obere Seite des Gewebes und
somit auch die oberen Kettenfäden mehr oder weniger verziehen, während der auf die untere
Seite des Gewebes einwirkende untere Regulator in gleichem Tempo, wie anfangs der
Arbeit eingestellt, weiter arbeitet. Damit der zweite, obere Regulator bei seinem schnelleren
Gang als der untere das Einziehen der zur Fersenbildung verwendeten Kettenfäden mit
Erfolg bewirkt, wird in den Strumpf eine vorn umgebogene glatte Platte P eingeschoben, deren
umgebogenes Ende auf dem Brustholz α, Fig. 7a, aufliegt und in den senkrechten Führungsschlitz f1 desselben für das Gewebe hineinreicht.
Auf einem Absatz dieses Führungsschlitzes ruht die senkrecht stehende Vordruck-
platte ν, die an ihrem oberen Ende durch Riemchen r mit der Lade verbunden ist. Da
die glatte Platte P ganz lose in dem geschlossenen Gewebe liegt, so wird sie von der fortschreitenden
Bewegung desselben mit fortgenommen, jedoch nur so weit, als die im Schlitz des Brustholzes bewegliche Vordruckplatte
ν zuläfst (s. punktirte Stellung). Da, wie erwähnt, die Vordruckplatte durch Riemchen r
mit der Lade verbunden ist, so wird dieselbe auch nach jedem Schufs, also beim Rückgang
der Lade, und mit ihr die lose Platte P innerhalb des Gewebes, in die alte Lage zurückgedrängt,
worauf sich das Spiel von neuem wiederholt. Infolge der Einlage der glatten Platte P in dem Gewebe können sich die
beiden Gewebeseiten unabhängig von einander verschieben und den verschiedenen Einwirkungen
der Regulatoren folgen. Hierdurch wird erreicht, dafs die Schufsfäden auf der unteren,
jetzt kürzeren Gewebeseite, d. h. auf dem Spann dichter an einander liegen als auf der oberen,
längeren, die Ferse bildenden Gewebeseite.
Es ist dieses in den Fig. 12 a und 12 b
schematisch dargestellt, und zwar ist S die untere, den Spann bildende, und F die obere,
die Ferse bildende Gewebeseite.
Nach Bildung der Ferse und des Spannes wird der obere Regulator wieder auf den Gang
des unteren eingestellt und der Strumpf kann unter Anwendung eines entsprechend regulirten
Schiffchens bis zur Spitze fertig gewebt werden.
Die Enden des Strumpfes werden dadurch gegen Ausriffeln geschützt, dafs einzelne Kettenfäden
der oberen mit einzelnen der unteren Gewebelage zusammengeknüpft, den zwischen ihnen befindlichen elastischen Schufsfäden festhalten.
Die nach vorbeschriebenem Verfahren angefertigten Bandagenstrümpfe sind angenehm
zu tragen, weil die Ventilation der Haut durch dieselben in keiner Weise behindert wird.
Claims (3)
1. Das Verfahren, elastische Strümpfe (Bandagenstrümpfe)
ohne Naht in solcher Art herzustellen, dafs zwei Kettfadensysteme mit einem stark elastischen Schufsfäden, welcher
schraubenlinig durch den Strumpf verläuft, verwebt werden, unter Bildung der Ferse
mittelst zeitweilig ungleicher Aufarbeitung der beiden Kettfadenreihen.
2. Ein zur Ausführung dieses Verfahrens dienender Webstuhl, bei welchem die zeitweilig
stärkere Aufarbeitung der oberen Kettfäden durch das Zusammenspiel einer in den Strumpf eingelegten biegsamen
Platte (P) mit Transportwalze (q) und einer mit der Lade federnd verbundenen Schwingplatte
(v, Fig. ya) zu Stande kommt.
3. Ein zu demselben Verfahren dienendes Webschiffchen, dessen Wickelumfang mittelst
eines verstellbaren Kernstückes (p) nach Bedarf abgeändert werden kann.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE47707C true DE47707C (de) |
Family
ID=322731
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT47707D Expired - Lifetime DE47707C (de) | Verfahren und Einrichtungen zur Herstellung gewebter elastischer Strümpfe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE47707C (de) |
-
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- DE DENDAT47707D patent/DE47707C/de not_active Expired - Lifetime
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