DE476255C - Verfahren zur Herstellung von Alkalicellulose fuer die Gewinnung von Viskose - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Alkalicellulose fuer die Gewinnung von ViskoseInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Alkalicellulose für die Gewinnung von Viskose Bei der üblichen Herstellung von Alkalicellulose ,geht ein Teil der alkalilöslichen, sogemannten Hemiaelludose in die Tauchlauge über und wird mit dem überschuß derselben durch Abpressen oder Abschleudern entfernt, während der andere Teil der Hemvcellulose in der Alkalicellulose verbleibt. Bisher gelangte zwar bei der nur einmaligen Benutzung der Tauchlauge nur eine verhältnismäßig geringe Menge von Hemicellulosen in dieselbe, trotzdem konnte dieselbe schon wegen dieses geringen Gehaltes nicht wieder als Tauchlauge verwendet werden, da eine bereits hetnicellulosehaltige Tauchlauge die Hemicellulose nicht genügend gut aus. dem Behandlungsgut auslaugt. Dieser Umstand verursachte einen sehr starken Bedarf an Frischlauge und mithin auch einen großen Anfall an Abfallauge.
- Entgegen den bisherigen Anschauungen weist das vorliegende Verfahren einen Weg, nach welcbem die Abfallaugen im AlkalicelluloseherstellungspTozeß mit Nutzen wieder Verwendung finden können. Das Verfahren besteht darin, daß diese Abfallaugen zur Mercerisi,erung wohl wieder verwendet werden, aber ohne daß vorerst auf eine genügende Entfernung der Hemicellulosen Wert gelegt wird. Der Hemicelludosegehalt der so mercerisierten Celludose wird alsdann duarch eine Nachbehandlung mit einer reineren Mercerisierlaug e, welche weniger Hemicellulose enthält als die vorher benutzte Lauge, erniedrigt bzw. ausgewaschen. Auf diese Weise kann man mit einer ganzen Reihe von Mercerisierlaugen verschiedener Reinheit nacheinander vorgehen, indem man zuerst die stark verunreinigte Tauchlauge zur Einwirkung bringt und dann zunehmende reinere Laugen verwendet, bis zuletzt reine Tauchlauge zur Anwendung kommt, welche den. erforderlichen praktischen Reinheitsgrad der Alkalicellulose an Hemi cellulose garantiert. Bei der Behandlung der Alkalicellulose mit den letzten Gliedern der Tauchlaugenrehe, insbesondere der letzten reinen Tauchlauge, können auch die Hemieellulosen entfernt werden, welche sich .auf Grund eines sogenannten Reifungsprozesses seit der ersten Berührung mit der Mercerisierlauge gebildet haben. Unter Umständen ist es nicht erforderlich, daß die ersten Tauchlaugen bereits den endgültig erfordierlichen Mercerisierungsgrad ergeben; sie können daher auch verdünnter sein. Es tritt dann eine stufenweise Mercerisation ein, und es ist dann bloß wichtig, daß bei der letzten entscheidenden Tauchung der endgültig zu erzielende Mercerisäerungsgrad durch Anwendung der entsprechenden Laugenkonzentration erreicht wird. Bei dieser Arbieitsweise erfahren die einzelnen Lauglenportiomen zweierlei Veränderungen. Einmal. werden sie infolge der Einwirkung auf die Cellulose bzw. AJkalicellulose ärmer an Ätzalkahgehalt und anderseits reicher an Hemioellulosen. Statt daß man nach. dem früheren 'Verfahren bereits eine Lauge, die nur wenig schwächer war als die ursprüngliche Tauchlauge und nur wenig Hemi cellulose enthielt, als Abfallauge verwerfen maßte, fallen nach dem vorliegenden Verfahren Abfallaugen an, welche erheblich niedriger an Ätzalkalvgehalt sein könnten als die ursprüngliche Tauchlauge, und welche auf alle Fälle einen viel höheren Gehalt an Hemicellulosen. aufweisen, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens gewährleistet ist.
- Nebst denn hohen wirtschaftlichen Wert der besseren Ausnutzung der Laugen hat das neue Verfahren noch den großem Vorteil, daß so auich solche Cellulosen auf Viskose verarbeitet werd. können, die sonst wegen ihres hohen Gehaltes an Hemicellulase nicht verwendet werden könnten. Die durch das Verfahren hergestellte Viskose liefert eine Kuns,tseide von hoher Festigkeit und besonders schönem Glanze.
- Das Vemfahmen kann. auch in der Weise werden, daß die Alblaugen nach jedeenaliger Einwirkung wieder auf die ursprüngliche Konzentration gebracht werden. Die Einwirkung der Mercerisierlauge kann vorteilhafterweise nach deal GegenstrompTinzip@ erfolgen, oder es kann in Gefäßzen nach Art der Diffusionsbattierien gearbeitet werden. Auch ist es möglich, die Einwirkung in einer Zentrifuge oder auch in mehreren Zentrifugen vorzunehmen. Beispiel
Der Inhalt der Zentrifuge i wird mit frischer Lauge extrahilert, und zwar beispielsweise fünfmal mit je 5o kg frischer Lauge. Vorteilliaft vereint man die zwei ersten Extraktionsablaugen mit der Lauge in Zentrifuge 2, so daß auch dorrt wieder 30o kg Lauge zur Verfügung stehen. Die Zentrifuge i kann nach fünfmaliger Extraktion ausgepackt und die Alkaliaellulose weiterverarheitet werden. Man extrahiert dann in der Zentrifuge 2 dreimal mit ,den jeweils abfallenden Laugen von ZentrHuge i und dann noch zweimal mit frischer Lauge. In dieser Art arbeitet man weiter, bis die erhaltene Ablauge einen Hemicellulosegehalt von 6o g im Liter besitzt.Man. verwendet zwei Extraktionsoentrifu- gen i und 2. 5okg Zellstoff (Sulfiteellulose) werden in einer Zerkleineruagsvorriatung gleichmäßig zermahlen. und mittels durchstrei- chender Luft vorgetrocknet. Die trockne ge- mahlene Gellulose wird mittels Druckluft, För- derband oder ,ähnlich in die Zentrifuge i, welche siech in Bewegung befindet, gleich- mäßig eingetragen. Aus einem Laugenbiehäl- ter läißt man nun 30o kg Mercerisiedauge einströmen. Die Lauge zirkuliert dann einige Zeit in .der Extraktionszentrifuge. Inzwischen hat man die Zentrifuge 2 in gleicher Weise mit Zellstoff beschickt. Die Lauge aus, der Zentrifuge i tritt nunmehr in die Zentrifuge 2 ein., wo man sie ebenfalls einige Zeit umlau- fen läßt. Ihre Menge hat sich hierdurch um etwa ioo kg verringert. - Die Konzentration der Lauge an Atznatron sinkt ungefähr auf i35 bis 140g im Liter und weniger, während die nach dem üblichen Verfahren -,erhaltenen Ablaugen noch Zoo bis 210 g Ätznatron im Liter und nur So g Hemieellulose enthalten. Die gesamten Verluste an Atznatron betragen bei dem vorliegenden Verfahren bei einer Produktion von ioookg Kunstseide am Tage etwa i25 kg Natronlauge, wahrend sie sonst etwa 40o bis 45o kg gtznatron erreichen.
- In der Zeitschrift »Kunststoffe«, Jahrgang 1912, ist auf Seite 2o3, linke Spalte, bereits ein Verfahren beschrieben, Holzstoff in zwei Trögen nacheinander zunächst mit Natronlauge von 15° B6 bei o° und dann mit einer Natronlauge von 2o bis, 25° B6 bei 25° zu meroerisierien. Bei diesem älteren Verfahren gelangt indessen keine bereits zum Mercerisieren. anderer Cellulose gebrauchte Natronlauge zur Anwendung, und es fehlt vollkommen das Charakteristikum des vorliegenden Verfahrens, die Tauchlauge in mehremen Arbeitsgängen auf neue Cellulosechargen einwirken zu-lassen, um hierdurch eine rationkellle Ausnutzung der Lauge und einen Uöheren Gehalt an Hemiicellulose in der Ablauge zu erzielen. .
Claims (1)
-
PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung und Reini- gung von Alkalicellulose für die- Gewin- nung von Viskose, dadurch ,gekennzeichnet, daß in voneinander scharf getrennten Ar- beitsgäng_ en die Mercerislerlauge bei sin- kendem Gehallt an Ätznatron und, steigen- dem Gehalt arm. Hemieellulose mehrmals auf Zellstoff zur Einwirkung gelangt, wor- auf die so vo,rge"bildete A2kalcellulose .einer Reinigung durch planmäßige Ex- traktion mittels neuer Memcerisicrlaugen unterzogen wird. .
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CS476255X | 1924-02-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE476255C true DE476255C (de) | 1929-05-24 |
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ID=5453015
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEH100574D Expired DE476255C (de) | 1924-02-18 | 1925-02-14 | Verfahren zur Herstellung von Alkalicellulose fuer die Gewinnung von Viskose |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE476255C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE749924C (de) * | 1937-10-24 | 1944-12-11 | Glanzstoff Ag | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden unter Verwendung von hemicellulosearmer Viskose |
| DE746574C (de) * | 1940-04-05 | 1944-12-22 | Verfahren zur Herstellung von veredelter Alkalicellulose |
-
1925
- 1925-02-14 DE DEH100574D patent/DE476255C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE749924C (de) * | 1937-10-24 | 1944-12-11 | Glanzstoff Ag | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden unter Verwendung von hemicellulosearmer Viskose |
| DE746574C (de) * | 1940-04-05 | 1944-12-22 | Verfahren zur Herstellung von veredelter Alkalicellulose |
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