DE474473C - Verfahren zur Herstellung von gravierten Platten, z. B. fuer die Gravierung von Noten oder von gewoehnlichen Original- oder Pauszeichnungen, die als Kopiervorlage fuer Tiefdruckformen dienen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gravierten Platten, z. B. fuer die Gravierung von Noten oder von gewoehnlichen Original- oder Pauszeichnungen, die als Kopiervorlage fuer Tiefdruckformen dienenInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
Bibliothek
Bur Ind. E;qendorr.
2-8 MEI1929
2-8 MEI1929
AUSGEGEBEN AM
3. APRIL 1929
3. APRIL 1929
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVr 474473 KLASSE 57d GRUPPE
für Tiefdruckformen dienen
Patentiert im Deutschen Reiche vom 27. Oktober 1927 ab
ist in Anspruch genommen.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von gravierten Platten,
z. B. für die Gravierung von Noten oder von gewöhnlichen Original- oder Pauszeichnungen,
die als Kopiervorlagen für Tiefdruckfarmen dienen.
Für ein derartiges Gravierverfahren wurden bisher in der Hauptsache Platten aus
Zinnlegierungen verwendet. Diese Zinnlegierungsplatten haben aber Xachteile: Sie sind
verhältnismäßig teuer und haben ein so hohes spezifisches Gewicht, daß ihre Beförderung·
von einem Ort zum anderen, besonders in größeren Mengen, stets recht umständlich
ist. Dadurch ist es auch fast unmöglich, die Gravierarbeit etwa zu teilen und
sie von Spezialarbeitern durchführen zu lassen, die nicht in der gleichen Werkstatt
sich befinden.
ao Bei dem Verfahren nach der Erfindung
sind diese Nachteile dadurch vermieden, daß die Gravierung auf lichtundurchlässigen oder
lichtdurchlässigen Blättern von Azetylcellu-3ose wann oder kalt mit Notenstichwerkzeugen
oder bei gewöhnlichen Zeichnungen mit lithographischen Werkzeugen vorgenommen wird.
Die besondere Bedeutung des Verfahrens besteht darin, daß im Gegensatz zu bekannten
Gravierverfahren die Zeichen nicht schwarz auf lichtdurchlässigem Grunde, sondern
durchscheinend auf lichtundurchlässigem Grunde erscheinen, so· daß eine photographische
Umkehrung nicht mehr nötig ist. Dieses wird so erreicht, daß man lichtundurchlässige
Azetylcelluloseplatten verwendet. Diese Platten werden in üblicher
Weise graviert, worauf auf die gravierte Seite ein lichtdurchlässiges Deckblatt aufgeklebt
und die Platte dann parallel zum Deckblatt so durchgeschnitten wird, daß die eingravierten
Zeichen auf der dem Deckblatt abgewandten Seite der Platte geöffnet werden.
Das Verfahren nach der Erfindung kann zur Herstellung von Notendruckplatten, ferner
zur Reproduktion von Originalen oder Kopien irgendwelcher Zeichnungen, Kupferstiche,
Holzschnitte, Landkarten u. dgl. ver- · wendet werden. Durch die Verwendung von Azetylcellulose, also eines bis zu einem gewissen
Grade plastischen Stoffes, kann die Gravierung warm oder kalt vorgenommen
werden, und zwar ebenso wie auf Zinnplatten mit Hilfe von Punzen, die man schlägt, um
Vertiefungen zu erzeugen, und mittels Stichel
oder Nadeln.
Die Gravierung kann auf der Platte auch nach den unter der Bezeichnung »Pyrogravierung«
bekannten Verfahren mit Hilfe von besonders für diesen Zweck geeigneten Werkzeugen
vorgenommen werden. Dieses Verfahren ist insbesondere für die Gravierung von Texten brauchbar, wobei die genannte
ίο Gravierungsart sogar für eine ganze Reihe
mit Winkelhaken ausgeführt werden kann.
Man kann schließlich die Gravierung auch so vornehmen, daß man mit kalten Punzen
arbeitet, jedoch nachdem man die Platten auf eine geeignete Temperatur erwärmt hat.
Das Verfahren kann auf verschiedene Weise ausgeführt werden. Man kann Platten
aus plastischem, undurchsichtigen· Werkstoff (z. B. schwarzem) oder auch Platten aus dem
gleichen, diesmal aber durchsichtigen Werkstoff verwenden. Die Hauptkennzeichen des
Verfahrens, die weiter unten angeführt sind, bleiben in allen Fällen dieselben, nur die Ausführungsform
zeigt kleine Abänderungen. Zur 2S Verdeutlichung des Gesagten soll im folgenden die Arbeitsweise gemäß verschiedenen
Ausführungsformen des Verfahrens beschrieben werden.
i. Wenn man zur Herstellung von Gravierplatten einen undurchsichtigen, plastischen.
Werkstoff verwendet, wird die Gravierung auf diesen Platten durch eine der genannten Mittel so vorgenommen, daß die
Vertiefungen hinreichend weit in die Platten eindringen, und zwar so weit, daß sie praktisch
über die halbe Plattenstärke hinausreichen (vgl. Abb. 1). Die auf diese Weise
gravierte Platte wird dann in der Ebene A-A zerschnitten, damit durch die Vertiefungen
zu dem weiter unten auseinandergesetzten Zweck Licht hindurchgehen kann. Diese Maßnahme würde mit keiner Schwierigkeit
verknüpft sein, wenn es sich lediglich darum handelte, Zeichen wie Viertelnoten, Notenzeilen,
Taktstriche, Viertelpausen und ähnliche Zeichen wiederzugeben, denn in diesem Falle könnten' die Vertiefungen (s. Abb. 1
bei a) von einer zur anderen Seite durchgehen, d. h. einen völligen Hohlraum ohne
Kernstück bilden. Aber bekanntlich enthält ein Xotenstück noch Zeichen wie ganze Noten,
halbe Noten, Violinschlüssel und auch Text mit Buchstaben, wie a, 0, b, die nach
der Gravierung auf der Platte eine Art Kern übriglassen, wie man in den Abb. r bis 3 bei b
erkennen kann. Wenn man nun ohne jede Vorsichtsmaßregel eine solche Platte längs
der' Ebene A-A durchschnitte, würden alle Kerne b hinausfallen, und das gewünschte Ergebnis
würde nicht erreicht werden. Zur Beseitigung dieser Schwierigkeit arbeitet man in folgender Weise, wodurch ein wesentliches
Merkmal der Erfindung gegeben ist. Auf die Platte P, die man nach dem beschriebenen
Verfahren graviert hat, klebt man (s. Abb. 2) ein dünnes lichtdurchlässiges Deckblatt F aus demselben Werkstoff so auf,
daß dadurch die Seite mit den offenen Vertiefungen verdeckt wird. Dann kann man die
Platte F längs der Ebene A-A unbedenklich durchschneiden, da die Kernstücke jetzt
durch die Leimschicht an dem Blatt F festgehalten werden. Auf diese Weise erhält man
eine Gravierplatte, wie sie aus Abb. 3 erkennbar ist. Auf einer derartigen Platte sind die
Vertiefungen lichtdurchlässig, die übrigen Teile aber lichtundurchlässig.
Anstatt nach dem Schnittverfahren zu arbeiten, kann man auch die Vertiefungen in
der Platte auf der dem Deckblatt abgewandten Seite gleichsam durchpausen, d. h. Zeichen
oder Abbildungen auch auf dieser Seite einarbeiten, bis die von beiden Seiten eingearbeiteten
Vertiefungen zu durchgehenden Aussparungen zusammenlaufen. ,
2. Wenn man durchsichtigen Werkstoff verwendet, erfolgt die Gravierung genau so
wie vorher. Nach ihrer Beendigung wird die Platte dann mittels einer Walze in bekannter
Weise mit einem lichtundurchlässigen Über-•zug versehen, der zwar ihre Überfläche bedeckt,
aber nicht in die Vertiefungen eindringt.
Die entweder nach dem ersten oder zweiten Verfahren erhaltene Schablone kann nach
Art eines gewöhnlichen photographischen Klischees entweder zum Abziehen von Proben
auf lichtempfindlichem Papier, um nötigenfalls die Platte einer verbessernden \
Durchsicht zu unterziehen, oder zur Anfertigung eines Druckstockes auf einer mit einer
lichtempfindlichen Schicht überzogenen Zinkplatte nach den in der Photograviertechnik
üblichen Verfahren verwendet werden. Das Licht geht durch die Vertiefungen hindurch,
während es durch die stehengebliebenen Stücke der Platte entweder infolge des obenerwähnten
lichtundurchlässigen Überzuges oder infolge der Lichtundurchlässigkeit des Plattenmaterials selbst abgeblendet wird.
Man kann übrigens auch Proben von der gravierten Platte mittels einer Walze nach
den gewöhnlichen Verfahren, wie sie bei Platten aus einer Zinnlegierung üblich sind, abziehen.
Die Verbesserungen, die an der gravierten Platte noch vorgenommen werden müssen,
können leicht ausgeführt werden, und zwar entweder, nachdem man die Masse in der
Kälte an den zu verbessernden Stellen zurückgestaucht hat, wie man das auch bei Platten aus einer Zinnlegierung macht, oder
nachdem man die Platten an den zu verbessernden Stellen wieder von neuem mit einem
lichtundurchlässigen Überzug bedeckt hat.
Wenn man lichtdurchlässige Platten verwendet, kann man die abzudruckende λ orlage
im Falle einer Zeichnung durchpausen, oder man kann auch auf Zeichen arbeiten, die
das bilden, was man in der Xotendrucktechnik als Vorlage bezeichnet. Iu diesem Falle
ίο brauchen die Zeichen nicht auf der Platte
selbst aufgezeichnet zu werden wie bei der Gravierung auf Platten aus einer Zinnlegierung,
sondern sie können nach einem einfachen Papierblatt ausgearbeitet werden", das
man unter die Gravierplatte legt.
Im Falle der Verwendung einer lichtundurchlässigen Überzugsschicht wäre zu beachten,
daß diese sich leicht mit der aus Azetylcellulose bestehenden Platte verbindet.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß der unter der .Bezeichnung »Plastilac« bekannte Lack, der
am besten mittels einer Pistole aufgespritzt wird, sich zur Herstellung derartiger Schichten
ganz besonders gut eignet.
In der Praxis bedient man sich vorzugsweise Platten von größeren Abmessungen,
als das Xotendruckblatt erhalten soll. Zur Anfertigung eines Druckstockes photographiert
man dann einen photographischen Abzug, den man durch Auflegen der fertigen Platte und Belichtung erhalten hat.
Die Erfindung kann auch auf die Anfertigung von Platten als Ersatz für Holzschnitte
angewendet werden. Die aus plastischem
Werkstoff bestehende Platte wird je nach dem Fall kalt oder warm verarbeitet (oder
auch in beiden Zuständen abwechselnd). Nach der Gravierung wird'sie so verwendet, daß
man sie mit Farbe bestreicht und damit dem Holzschnitt täuschend ähnliche Abzüge
macht.
Im folgenden sollen rückblickend die Vorteile aufgezählt werden, die durch die Erfinddung
erzielt werden:
i. Azetylcelluloseplatten sind bei gleicher Oberfläche billiger als Zinnplatten.
2. Das spezifische Gewicht der Azetylcellulose ist wesentlich niedriger als das vorr
Zinn. d. h. Platten von gleicher Oberfläche und gleichem Volumen haben ein sehr viel
geringeres Gewicht, was ihren Transport und ihre Verschickung erleichtert.
3. Infolge der Durchsichtigkeit des entweder für die Platten selbst oder für die
Deckplatte der lichtundurchlässigen gravierten Platte verwendeten Werkstoffes kann
man die übertragung, die bei Verwendung von Zinnplatten in der Photograviertechnik
notwendig ist, vermeiden; unter diesem Gesichtspunkte weist die Erfindung auch eine
Überlegenheit hinsichtlich des unter der Bezeichnung »Simili-Gravierung« bekannten
Verfahrens auf, das für den Notendruck verwendet wird.
4. Im Vergleich mit Glas, das man in gleieher
Weise mit einer lichtundurchlässigen Lackschicht überziehen und dann mit einer Nadel bearbeiten könnte, bietet der plastische
Werkstoff den Vorteil, daß die' Spitze des Werkzeuges nicht abgestumpft wird.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von gravierten Platten, z. B. für die Gravierung
von Noten oder von gewöhnlichen Original- oder Pauszeichnungen, die als Kopiervorlage
für Tiefdruckformen dienen, dadurch gekennzeichnet, daß die Gravierung auf lichtundurchlässigen oder lichtdurchlässigen
Blättern von Azetylcellulose warm oder kalt viit Notenstichwerkzeugen
oder bei gewöhnlichen Zeichnungen mit lithographischen Werkzeugen gemacht wird.
2. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bei Verwendung lichtundurchlässiger
Platten, dadurch gekennzeichnet, daß auf die gravierte Seite der Platte ein lichtdurchlässiges Deckblatt aufgeklebt
und dann die Platte parallel zum Deckblatt so durchgeschnitten wird, daß die
eingravierten Zeichen auf der dem Deckblatt abgewandten Seite der Platte geöffnet
werden.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR474473X | 1926-10-27 |
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE474473C true DE474473C (de) | 1929-04-03 |
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| DEP56346D Expired DE474473C (de) | 1926-10-27 | 1927-10-27 | Verfahren zur Herstellung von gravierten Platten, z. B. fuer die Gravierung von Noten oder von gewoehnlichen Original- oder Pauszeichnungen, die als Kopiervorlage fuer Tiefdruckformen dienen |
Country Status (2)
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| FR (2) | FR637030A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE758571C (de) * | 1942-06-18 | 1952-04-21 | Hans Wieneke | Verfahren zum Herstellen kartographischer Zeichnungen als Reproduktions- und Kopiervorlage |
-
1926
- 1926-10-27 FR FR637030D patent/FR637030A/fr not_active Expired
-
1927
- 1927-07-09 FR FR34118D patent/FR34118E/fr not_active Expired
- 1927-10-27 DE DEP56346D patent/DE474473C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE758571C (de) * | 1942-06-18 | 1952-04-21 | Hans Wieneke | Verfahren zum Herstellen kartographischer Zeichnungen als Reproduktions- und Kopiervorlage |
Also Published As
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| FR34118E (fr) | 1929-05-02 |
| FR637030A (fr) | 1928-04-21 |
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