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Herstellung von Reservefärbungen Bei der Fabrikation von ReservefÄrbungen,
wie z. B. Ratikfärbungen, verwendet man natürliche oder künstliche Harzprodukte
oder Wachse als Reservierungsmittel, w#elche mehr oder weniger alkahlöslich bzw.
verseifbar sind. Hieraus ergeben sich beim Färben, welches in alkalischen Bädern
erfolgt, verschiedene Nachteile, wie z. B. unscharfe Konturen bzw. teilweises Ablösen
der Reserve. Auch ist es nicht möglich, mit den bisherigen Harzreserven den bei
der Batikherstellung im großen Umfang verwendeten Indigo auf der Hydrosulfitküpe
zu färben. Man mußte vielmehr sich der umständlichen Zinkkalkküpe bedienen, die
bekanntlich kein kontinui.'erliches Arbeiten gestattet. Beim Überdrucken der Harz-
oder Wachsreserve mit alkalisch-en Druckfarben (Nitrosamindruckfarben, Küpenfarben
usw.) löst sich das Harz oder Wachs unter Verseifung teilweise auf, wodurch nur
unvollkommene Reserveeffekte erreicht werden.
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Es wurde nun gefunden, daß alle die Nachteile, die mit der AlkaRunbeständigkeit
der bisherigen Wachs- und Harzprodukte zusammenhängen, durch Verwendung von alkaliunlöslichen
synthetischen Harzen, welche in Säuren oder in organischen Lösungsmitteln oder in
beiden löslich sind, beseitigt werden können. Mit Hilfe der alkalibeständigen Harzie
ist es möglich, solche Reserveartikel auf der Hydrosulfitküpe zu färben bzw. auch
mit stark alkalischen Echtfarben zu überdrucken. Hierdurch erreicht man eine bedeutende
Vereinfachung der Arbeitsweise, somit eine erhebliche Steigerung der Produktion,
und ist ferner in der Lage, durch Heranziehung solcher Farbstoffe -, deren Aufbringung
auf die Faser unter alkalischen Bedingungen erfolgen muß -. neuartige und vielseitige,
echte Reserveeffekte von besonderer Farhenfreudigkeit und Abwechslung zu erzielen.
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Beispiel i.
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Eine Harzreserve, bestehend aus geschmolzenem künstlichen Harz, dargestellt
nach der französischen Patentschrift 612 3o6-, wird in geeigneter Weise auf Baumwollstoff
aufgedruckt und nach dem Erkalten gebrochen, dan ' n wird der BaumwoRstoff
in üblicher Weise i Stunde bei 30' C mit einer Lösung grundiert, die im Liter
1 5 g 2 - 3-Oxynaphthoesäure-a-naphthalid und 45 cem Natronlauge
34#" B6 enthält, und in bekannter Weisie mit einer Diazolbsung entwickelt -, die
i o g
p-Nitro-o-anisidin im Liter enthält. Nach dem Fertigmachen der Färbung
wird die Harzreserve durch Schmelzen oder Waschen mit Säuren oder organischen Lösungsmitteln
entfernt.
Man erhält so ein schönes, reinweißes Batikmuster mit
scharfen Zeichnungen auf bordeauxrotem Grunde.
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Beispiel 2.
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Die gleiche Hamreserve wie im BeispielI wird auf Baumwollstoff aufgedruckt
und gebrochen. Danach wird in einer Natriumhydrosulfitküpe, die im Liter iog Indigopulver
enthält, in üblicher Weise gefärbt.
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Man erhält nach Entfernung der Harzreserve ein schönes, scharfes,
reinweißes Batikmuster auf Indigogrund.
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Beispiel 3.
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Der Baumwollstoff wird wie im Beispie12 behandelt; nach dem Färben
mit Indigo wird die Harzreserve teilweise entfernt und du,rch geeignetes Einpassen
einer Druckfarbe, die 11, 4 g Nitrosanannatnunisalz des 5-Dichloranflins
und 24g Diacetoa-cetyl-o-tolidin mit der erforderlichen Menge Natronlauge in i ooog
Paste enthält, von Hand überdruckt, verhängt und in einem Essigsäure und Glaubersalz
enthaltenden Bade entwickelt.
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Nach Entfernen der Harzreserve erhält man ein Batikmuster aus reinweißen,
gelben und grünen Farbtönen auf Indigogrund.
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-. Beispiel 4.
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Der Baum-wollstoff wird wie im Beispiel z behandelt. Als Druckfarbe,
die auf die Harzreserve,eingepai3t wird, kommt eine solche zur Verwendung, die 15
o g einer nach der Patentschrift --91 076 hergestellten konzentrierten
Mischung aus dem Nitrosamü-lnairiumsalz von m4Nitro-p-toluidin und dem Natriumsalz
von 2 - 3,-Oxynaplithoesäureanilid in i ooo g enthält. Die 'Entwicklung
erf olgt in gleicher Weise.
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Man erhält auf Indigogrund ein Batikmuster aus reinweißen und roten
Farbtönen. , Beispiel 5.
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Die gleiche Harzreserve wie in den vorhergehenden Beispielen wird
auf Baumwollstoff aufgedruckt und gebrochen. Danach wird i.n üblicher Weise beietwa
5o' C in einer Hydrosulfitküpe gefärbt, die --og 3.3'-Dibrom - N!-dibydr#o.-
i - 2 - i' - 2-,a!nthsacXnonazin im Teig im Liter enthält.
Man erhält ein scharfes, reinweißes Batikniuster auf blauem Grunde.
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Beispiel 6.
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Die gleiche Harzresierve wie in den vorhergehenden Beispielen wird
auf Baumwollstoff aufgedruckt und gebrochen. Darauf wird mit einer Druckfarbe überdruckt
oder geklotzt, die 15 o g einer nach der Patentschrift 29 1 o7.6 hergestellten
konzentrierten Mischung aus dem Nitrosaminnatriumsalz von m-Nitro-p-toluidin und
dem Natriunisalz von 2 -3-Oxynaphtlioesäureanffid in i ooog enthält, und in gleicher
Weise entwickelt.
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Man erhält ein reinweißes Batikmuster auf tiefrotem Grunde.
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Mit anderen Harzen der oben angegebenen Eigenschaften kann das Verfahren
in gleicher Weise ausgeführt werden. Die Elastizität der verwen'deten Harze-kann
dem ji#weils erstrebten Zweck angepaßt werden durich die Art der Herstellugg der
HaTze oder durch Zusatz von Weichmachungsmitteln. _