DE46121C - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung endloser Gewebe ohne Naht - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Herstellung endloser Gewebe ohne NahtInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D03—WEAVING
- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D3/00—Woven fabrics characterised by their shape
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D03—WEAVING
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- D03D25/00—Woven fabrics not otherwise provided for
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- Textile Engineering (AREA)
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Description
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zur Herstellung
von endlosen Geweben ohne Naht.
In einer grofsen Anzahl von Industriezweigen verwende! man seit langer Zeit sogen. Tücher
oder Tische ohne Ende, deren Anordnung und Bestandteile je nach der Verwendung,
zu welcher sie bestimmt sind, verschieden sind.
Bei allen Geweben ohne Ende ist eine Naht vorhanden, welche dadurch bedingt wird, dafs
man die beiden Enden des Stoffes verbinden mufs, um ein kreisförmiges Band zu erhalten.
Diese Verbindungsstelle ist noch immer der wunde Punkt bei derartigen Geweben, mag
.dieselbe auch noch so .gut ausgeführt sein; siegiebi
noch immer bei gewissen Industriezweigen Veranlassung zu Mifsständen. So ist es beispielsweise
bei der Papierfabrikation infolge dieser Naht äufserst schwierig, Papier ohne
Ende von bestimmter Länge herzustellen.
Diese Uebelstände sollen durch vorliegende Erfindung vollständig vermieden werden; sie
giebt die Mittel an die Hand, einen ringr "förrriigen Stoff so herzustellen, dafs das Gewebe
überall dieselbe Dicke und Gleichmä'fsigkeit besitzt.
Diese Gewebe ohne Ende werden aus irgend einem Textilmaterial oder aus Metallfäden hergestellt;
das Charakteristische derselben ist, dafs sie wie jedes gewöhnliche Gewebe mit Webekanten
hergestellt werden.
Das Wesen der Fabrikation beruht hauptsächlich in der Anwendung eines einzigen
Kettenfadens, wie spüler gezeigt werden wird, und eines besonderen Kammes. -■;.■·....
In der beiliegenden Zeichnung stellt dar:
Fig. ι eine Seitenansicht des Scheerrahmens, Fig. 2 eine Oberansicht desselben,
Fig. 3 "Details des Kammes,
Fig. 4 einen Schnitt durch den Webstuhl,
Fig. 5 Musterkarten von zwei- und dreischäftigen Geweben.
Fig. ι eine Seitenansicht des Scheerrahmens, Fig. 2 eine Oberansicht desselben,
Fig. 3 "Details des Kammes,
Fig. 4 einen Schnitt durch den Webstuhl,
Fig. 5 Musterkarten von zwei- und dreischäftigen Geweben.
Der Scheerrahmen besteht au§ zwei horizontalen
Walzen A B, welche auf den verticalen Platten D D ruhen, die ihrerseits an dem
Gestell c c1 befestigt sind; eine dritte Walze C
ist unterhalb der Walze B in dem Gestell cl
gelagert.
Die Platten D D befinden sich in einer Coulisse, so dafs man die Entfernung der Walzen A
und B beliebig verändern kann.
Der Kamm P ist an seinem unteren Ende derart eingerichtet, dafs zwei auf einander folgende
Zähne auf eine Entfernung von 1 bis ι Y2 cm mit einander verlöthet sind. Auf
diesen Löthstellen ruht das Gewebe, wenn man an das Ende gekommen ist, und überhaupt,
wenn es sich um die Herstellung von Taffetgeweben handelt; ferner kann der Kamm
an seinem oberen Theile geöffnet werden. Zu diesem Zwecke ist jeder Zahn am oberen Ende
mit zwei kleinen Löchern 00 versehen, durch welche zwei lange Stifte r rl gesteckt sind.
Um zwischen den einzelnen Zähnen einen gleichmäfsigeii. "Zwischenraum zu erhalten, sind
zwischen denselben kleine Platten oder Splinte m m angeordnet, die gleichfalls mit Löchern ο ο
versehen sind. Die Stifte r r1 sind an einem
Ende mit einem Kopf, am anderen mit einem Gewinde mit Mutier versehen, so dafs man die
einzelnen Zähne fest zusammenfügen kann, wie
wenn der Kamm zusammcngelölhct oder auf
irgend eine Weise aus einem Stück gefertigt ware.
Es bleibt jetzt nur noch übrig, die Anwendung des Scheerrahmens darzustellen. Man
setzt den geöffneten Kamm P vertical in eine, der Nuthen der Walze A, nimmt die den
Kettenfaden enthaltende Spule und befestigt ' das Ende des Fadens in dem ersten Zwischen- ■
raum der Kammzähne und rollt den Faden von der Spule entsprechend ab, indem man den Faden über die Leisten s s, die Schienen
pp, die Rolle B, die Rollen C und A
führt und auf diese Weise die erste Windung bildet; darauf legt man denselben in den
zweiten Zwischenraum der Kammzahne und bildet die zweite Windung und so fort, bis so
viel Kettenfaden auf den Rahmen aufgebracht sind, als für die gewünschte Breite erforderlich
sind. Hierbei mufs besonders darauf Sorgfalt verwendet werden, dafs die einzelnen Windungen
genau neben einander und nicht etwa über einander liegen.
Gleichzeitig wahrend des Scheerens bildet
man auch die Litzen, wie aus Fig. t und 2 zu ersehen ist. Zu diesem Zwecke stellt man
g-egenüber dem unteren Thcil der ersten Litze,
welche mit einer Seite auf ihrer Latte I1, mit
der anderen auf einem Stift U1 ruht, und dem
unteren Thcil der zweiten Litze, die gleichfalls auf ihrer Latte I2 und einem Stift a2
liegt, auf der gegenüberliegenden Seite des Kettenfadens ein zweites, diesem entsprechendes
System auf; diese Systeme seien Ci1 I1 a2I2
und b1 L1 K2 L2. Um die Zeichnung nicht undeutlich
zu machen, sind die Supports für die Stifte und Latten weggelassen, zumal dieselben
irgend eine der gebräuchlichen Formen haben können.
Der Einfachheit halber soll das Verfahren beschrieben werden, welches bei der Verfertigung
der glatten, leinwandartigen Gewebe angewendet wird. Bei der ersten Windung
läist der Weber den Kettenfaden zwischen den beiden Nadeln U1 b1 durchgehen und legt ihn
ganz nahe an die erste Schleife des unteren Theiles des ersten Schaftes; dann bildet er mit
dieser ersten Schleife und einem besonderen Faden auf der Latte L1 und dem Stift bx eine
zweite Schleife, welche den Kettenfaden einschliefst und dem oberen Theil der ersten Litze
entspricht. Bei der zweiten Windung läfst dcr
Weber den Kettenfaden zwischen den beiden Stiften a2 b2 durchgehen und wiederholt die
vorige Operation und bildet so eine dem oberen Theil des zweiten Schaftes entsprechende
Litze. Bei der dritten Windung beginnt er wieder bei der ersten Litze u. s. w.
Auf diese Weise bildet man zugleich mit dem Scheeren die Schufte. An Stelle der zwei
Schäfte, wie es hier der Einfachheit halber geschehen, kann man auch eine gröfscre Anzahl
derselben herstellen, wie sie bei den anderen bekannten Gewebearten angewendet wird. Dieses
ringförmige Scheeren der Kette mit einem Faden würde auch sehr gut auf dem in Fig. 4
dargestellten . Webstuhl vorgenommen werden können, oder a'uf einem anderen Apparat, da
vorliegende Erfindung nicht auf dem Scheerrahmen, sondern auf dem eigentümlichen
Scheerverfahren beruht.
Nachdem das Scheeren der Kette beendet ist, nimmt man die Stifte Ci1 b1 a, b2, schliefst
den Kamm P und bringt das Ganze, Kette, Schalte und Kamm, auf den in Fig. 4 dargestellten Webstuhl. Derselbe besitzt fünf bewegliche
Walzen 1, 2, 3, 4 und 5, von welchen die letztere auf dem Gestell des Stuhles
parallel verstellt werden kann, wodurch die Kelte immer in einer bestimmten Spannung
erhalten wird. Ferner enthält der Webstuhl eine Vorrichtung zum Heben und Senken der
Schäfte und eine Lade für den Kamm. Die beiden Traversen der Kammlade, welche den
Kamm aufnehmen, können zu einem noch näher zu beschreibenden Zweck* aus einander
genommen werden.
Auf diesem Stuhl webt man ganz in der . gewöhnlichen Weise, sobald man aber am
Ende angekommen, d. h. dort, wo der Zwischenraum zwischen dem Anfang und Ende des Gewebes nur noch ein geringer ist, verwendet
man ganz kleine Schulzen. Sobald der Moment eintritt, in welchem'auch für diese
Schützen die Schäfte die Kettenfäden nicht genügend aus einander halten können, entfernt
man die Schäfte und den Kamm. Zu diesem Zwecke durchschneidet man die oberen Theile
der Schäfte (die unteren können für ein zweites Gewebe verwendet werden), entfernt
dann die obere Traverse der Kammlade, zieht die Stifte r rl heraus, hebt die Platten m in
ab, entfernt darauf die untere Traverse und läfst den Kamm fallen.
Den kleinen, noch übrig bleibenden Zwischenraum füllt man leicht dadurch aus, dafs man
die Schufsfäden vermittelst einer Nadel oder einer anderen geeigneten Vorrichtung durch die
Kettenfäden zieht.
Wie schon oben erwähnt, läfst sich dieses Verfahren für jede Gewebeart verwenden, jedoch
ist es unumgänglich nothwcndig, nur mit einem einzigen Faden zu scheeren, damit bei
der Verbindung der beiden Enden kein Kreuzen der Fäden eintreten kann. Auf letzteren Umstand
mufs besonders geachtet werden, weil im anderen Falle beim Gebrauch des endlosen
Gewebes leicht Uebelstände eintreten können. Nichtsdestoweniger kann man selbst bei dem
vorliegenden Scheeren der Kelle mehrere Fäden verwenden, jedoch nur unter der Bedingung,
dafs dasselbe ringförmig ausgeführt wird. Eine
Ausnahme ist dann möglich, wenn es sich um die Herstellung gemusterter Stoffe handelt, und
zwar verwendet man in diesem Falle an Stelle des einen Fadens entweder zwei Fäden bei
zweischäftigen oder drei Fäden bei dreischäftigcn Mustern. Immer ist aber die Bedingung
vorhanden, dafs das Scheeren kreisförmig vor sich gehen mufs.
Claims (3)
- Patent-An sp RU che:ι. ■ Ein Verfahren zur Herstellung eines end-. losen Gewebes ohne Naht, gekennzeichnet durch die eigenthümliche Art des Ketten-"scheerens mit einem einzigen fortlaufenden. . ■ Faden', wobei gleichzeitig mit dem Scheeren die Schäfte hergestellt werden, während die Schufsfäden auf gewöhnliche Weise bis auf eine kurze Entfernung, wo die Schufsfäden: mit einem geeigneten Werkzeug durch die Kette gezogen werden, eingewebt werden.
- 2. Ein Scheerrahmen zur Herstellung von endlosen Geweben ohne Naht, gekennzeichnet durch die Anordnung der in Platten D verstellbaren Rollen AB, sowie der dritten Rolle C, der Leisten ss und Schienen jpp und der zur Herstellung der Litzen notwendigen Latten /, /2 L1 L2 und der Stifte Ci1 a2 by b2.
- 3. Zur Herstellung eines endlosen Gewebes ohne Naht die specielle Construction des Webekammes, gekennzeichnet durch die in der Lade befestigten, den eigentlichen Kamm aufnehmenden löslichen Traversen, den aus einzelnen, unten auf eine Strecke zusammengelötheten Zähnen, welche oben . durch mit Kopf und Mutter versehene • Bolzen fest verbunden sind, bestehenden Kamm, bei welchem zur genauen Rcgulirung der Zwischenräume kleine Platten hi m zwischen die Zähne gelegt sind, zum Zwecke, am Ende des Gewebes den Kamm demontiren und aus dem Gewebe herausziehen zu können.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE46121C true DE46121C (de) |
Family
ID=321249
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT46121D Expired - Lifetime DE46121C (de) | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung endloser Gewebe ohne Naht |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE46121C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2903021A (en) * | 1955-12-23 | 1959-09-08 | F C Huyck & Sons | Fourdrinier cloth |
-
0
- DE DENDAT46121D patent/DE46121C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2903021A (en) * | 1955-12-23 | 1959-09-08 | F C Huyck & Sons | Fourdrinier cloth |
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