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Verfahren zur Herstellung von an Weichen und in deren Nähe verwendbaren
Schienenunterlagsplatten mit Stützleisten für den Schienenfuß Es ist bereits bekannt,
Schienenunterlagsplatten mit Stützleisten für den Schienenfuß aus einem flachen,
auf einer Breitseite mit längsverlaufenden leistenförmigen Vorsprüngen versehenen
Walzeisen in der Weise herzustellen, da$ das Walzeisen in einzelne, je ein Unterlagsplattenwerkstück
ergebende Stützen zerschnitten wird. Die nach diesem bekannten Verfahren hergestellten
Unterlagsplatten weisen sämtlich eine übereinstimmende Entfernung der Stützleisten
auf, und ihre Stützleisten laufen stets genau parallel zur Achsenrichtung des Walzeisens.
Sie sind infolgedessen an Weichen und in deren Nähe nicht verwendbar, denn hier
ist einerseits die gegenseitige Entfernung der Anschlagleisten einem starken Wechsel
unterworfen, anderseits müssen die Anschlagleisten vielfach einen mehr oder weniger
schrägen Verlauf besitzen.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, das obenerwähnte Verfahren
auch zur Herstellung von solchen Schienenunterlagsplatten mit Stützleisten geeignet
zu machen, welche an Weichen und in deren Nähe verwendet werden sollen. Um hierbei
den Stützleisten der Unterlagsplatten unabhängig von der Entfernung der Leisten
am Walzeisen den jeweils erforderlichen größeren Abstand zu geben, wird gemäß der
Erfindung das Walzeisen an einer zwischen je zwei benachbarten Leisten liegenden
Stelle, aber auf der den Leisten entgegengesetzten Breitseite mit einer ebenfalls
längsverlaufenden Wulst versehen, und der so verdickte Teil der durch Zerschneiden
des Walzeisens gewonnenen Plattenwerkstücke wird dann in der Breitenrichtung der
Platte ausgestreckt, und zwar je nach der gewünschten Entfernung der Stützleisten
um einen mehr oder weniger großen Betrag. Der Betrag der vorzunehmenden Streckung
kann dabei dem gewünschten Abstand der Stützleisten entsprechend in einfacher Weise
dadurch genau geregelt werden, daß der jeweils überschüssige Teil der Wulst vor
dem Ausstrecken entfernt wird. Das Ausstrecken der Unterlagsplattenwerkstücke geschieht
zweckmäßig durch sektorförmig ausgebildete Walzen.
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Um weiterhin den gewünschten mehr oder weniger schrägen Verlauf der
Stützleisten zu erzielen, erhalten die längsverlaufenden Leisten am Walzeisen zunächst
eine größere Breite als die gewünschten Stützleisten. An den Seiten der Leisten
der durch Zerschneiden des Walzeisens gewonnenen Plattenwerkstücke wird dann durch
Fräsen oder in ähnlicher Weise so viel Werkstoff entfernt, daß mehr oder weniger
schrägverlaufende Stützleisten verbleiben.
Das neue Verfahren ist
nachstehend an Hand der Zeichnung näher beschrieben. Auf der Zeichnung zeigen die
Abb. i und a je den Querschnitt eines zur Herstellung von Unterlagsplatten dienenden
Walzeisens und Abb. 3 einen Grundriß von einem Abschnitt des Walzeisens nach Abb.
z.
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Das als Ausgangswerkstück für eine Unterlagsplatte mit zwei Stützleisten
dienende Walzeisen a gemäß Abb. i besitzt an seiner Oberseite zwei längsdurchlaufende
leistenförmige Vorsprünge b, deren gegenseitige Entfernung dem kleinsten vorkommenden
Abstand der Anschlagleisten an den Unterlagsplatten entspricht. Das Walzeisen a
weist weiterhin an seiner Unterseite und an einer zwischen den beiden Leisten b
liegenden Stelle (zweckmäßig in der Mitte seiner Breite) eine ebenfalls längsdurchlaufende
Wulst c auf. DieseWulst,welchevorteilhaft, wie gezeichnet, eine größere Breite als
Höhe hat, besitzt einen solchen Querschnitt, daß ihr Werkstoff ausreicht, um das
Walzeisen in der Breite so auszustrecken, wie es der größten vorkommenden Entfernung
der Stützleisten an den Unterlagsplatten entspricht. Das Walzeisen a wird zunächst
durch rechtwinklig zu seiner Längsachse verlaufende Schnitte in einzelne Stücke
zerschnitten, die je ein Unterlagsplattenwerkstück ergeben. Soll nun die gegenseitige
Entfernung der Stützleisten an den Unterlagsplatten größer sein als der Abstand
der Leisten b am Walzeisen a, dann werden die durch die Wulst c verdickten
Mittelteile der Plattenwerkstücke in der Breitenrichtung der Platten, d. h. quer
zur Wulst, ausgestreckt, und zwar je nach Bedarf um einen kleineren oder größeren
Betrag. Um den Betrag der vorzunehmenden Streckung genau zu regeln, wird vor dem
Strecken eines jeden Walzeisenabschnittes von der Wulst c so viel Werkstoff entfernt,
daß nur die jeweils erforderliche Werkstoffmenge übrigbleibt. Diese Werkstoffentfer-nung
kann am besten durch Fräsen, aber auch in anderer geeigneter Weise erfolgen. Soll
der Abstand der Stützleisten an den Unterlagsplatten nicht vergrößert werden, dann
wird die Wulst c ganz weggefräst. Wie ersichtlich, ist es durch diese neue Arbeitsweise
möglich, aus einem und demselben Walzeisen Schienenunterlagsplatten herzustellen,
bei welchen die gegenseitige Entfernung der Stützleisten je nach Bedarf mehr oder
weniger groß sein kann.
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Das in Abb. z dargestellte, zur Herstellung von Schienenunterlagsplatten
mit drei Stützleisten dienende Walzeisen weist auf der Oberseite außer zwei seitlichen
Leisten b noch einen mittleren längsdurchlaufenden leistenförmigen Vorsprung b1
auf, der zweckmäßig einen größeren Querschnitt als die seitlichen Leisten b besitzt.
Entsprechend der erhöhten Zahl von Leisten ist auch die Zahl der Wulste an der Unterseite
des Walzeisens vergrößert, und zwar sind hier zwei längsdurchlaufende Wulste vorgesehen,
die je in der Mitte zwischen zwei Leisten angeordnet sind. Hierbei kann durch entsprechendes
Ausstrecken der einen oder beider Hälften der aus dem Walzeisen gewonnenen Abschnitte
wahlweise der Abstand der einen oder anderen oder auch beider seitlichen Stützleisten
b von der mittleren Stützleiste b' dem jeweiligen Bedürfnis entsprechend vergrößert
werden. Die jeweils überschüssige Werkstoffmenge der Wulste c wird wiederum vor
dem Strecken durch Fräsen weggefräst. Auf derjenigen Plattenhälfte, wo der Abstand
der Leisten nicht vergrößert zu werden braucht, wird die Wulst c ganz entfernt.
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Das Strecken der Plattenwerkstücke in der Breitenrichtung geschieht
am besten durch Walzen. Hierbei gelangen an ihrem arbeitenden Teil sektorförmige
Walzend (Abb. a) zur Anwendung, deren Bogenlänge gleich oder kleiner ist als der
Abstand der Leisten an dem zwischen die Walzen einzuführenden Werkstück. Das Walzen
kann dabei je nach Bedarf in mehreren Stufen erfolgen, zu welchem Zweck in einem
gemeinsamen Walzengerüst eine geeignete Zahl von Walzensektorpaaren mit verschieden
großer Bogenlänge nebeneinander angeordnet werden können. Das Werkstück wird dann
je nach der erforderlichen Streckung durch ein, zwei oder mehr Walzenpaare bearbeitet.
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Sollen die Stützleisten an den Unterlagsplatten schräg verlaufen,
dann. erhalten die leistenförmigen Vorsprünge b, bi am Walzeisen a eine größere
Breite als die gewünschten Stützleisten: Nach dem Zerschneiden des Walzeisens in
einzelne Plattenwerkstücke wird dann von den Leisten b, b1 auf einer oder auch auf
beiden Seiten so viel Werkstoff entfernt, daß die Leisten oder mindestens ihre den
Schienenfüßen benachbarten Seitenflächen den gewünschten schrägen Verlauf besitzen.
Ein Beispiel hierfür zeigt Abb. 3, wo die zu entfernenden Teile der Leisten b, bl
durch Schraffur, die verbleibenden Stützleisten durch strichpunktierte Linien angedeutet
sind.
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Die Unterlagsplatten können, wie üblich, mit Löchern für den Durchtritt
der Befestigungsschrauben für die Schienen versehen sein. Es können aber auch -
z. B. bei auf eisernen Schwellen aufzuschweißenden Unterlagsplatten - in den Stützleisten
geeignete Aussparungen zur Aufnahme der I#(-öpfe der Schienenschrauben angebracht
werden.
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Natürlich sind im Rahmen der Erfindung
noch mancherlei
andere Ausführungen mÖglich. So ist es z. B. möglich, Unterlagsplatten mit schrägverlaufenden
Stützleisten auch in der Weise herzustellen, daß das Walzeisen durch geneigt zu
seiner Längsachse geführte Schnitte in einzelne Plattenwerkstücke zerschnitten wird.
In diesem Falle laufen aber sämtliche Stützleisten an der Unterlagsplatte parallel
zueinander, wohingegen bei dem Verfahren nach Abb.3 die verschiedenen Stützleisten
oder ihre Seitenflächen im Bedarfsfalle eine verschiedene Richtung besitzen können.
Gegebenenfalls kann die Arbeitsweise nach Abb. 3 auch mit dem schrägen Zerschneiden
der Walzeisen kombiniert werden.