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Chlorieren von Erzen. Das Verfahren der clilorierenden Röstung von
Erzen mit anschließender Auslaugung von Metallen, wie Blei, Kupfer, Zink, ist bekannt
und allgemein für die Aufarbeitung kupferhaltiger Abbrände in Anwendung. Der Prozeß
ist jedoch bei Erzen mit geringerem Kupfergehalt als i O/o nicht mehr wirtschaftlieh
durchführbar, so daß man gezwungen ist, diese Erze auf die Halde zu fahren. Eine
Nutzbarmachung des Eiseninhaltes ist aber auch unmöglich, da dem Hochofen nur Erze
mit maximal 0,i bis 0,2 ()i'o CU ZUgeführt werden dürf en.
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Bekannt ist ferner, Erze, die durch irgendein Bindemittel in Stückforin
gebracht sind, mit einem Chlorierungsmittel unter Verflüchtigung von Metall-Chlor-Verbindungen
zu be-
handeln, wobei das Erz selbst nach der Behandlung in Stückfonn verbleibt.
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Gegenüber den bekannten Verfahren beruht das Wesen der Erfindung darin,
daß die (71ilorierung des durch Brikettierung oder sonstwie in Stückfonn gebrachten
Gemisches in einem Kanalofen erfolgt, wobei die, Temperatur in an sich bekannter
Weise so hoch gesteigert wird, daß die in Chlorverbindungen übergeführten 1,1,etallverbindungen
verflüchtigt werden und durch geeignete Einrichtung ,en aufgefangen werden können,
während das ge-;Z forinte Gut auch nach der Behandlung seine Brikett- und Stückform
behält.
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Hierbei hat es sich gezeigt, daß die Chlorierung der Metalle genau
so -wirksam ist wie in der bisherigen Ausführungsart, die in ihrem Rostteil ja bekanntlich
Wert darauf legt, daß durch intensive Krählung dauernd neue Oberflächen geschaffen
werden. sollen. Der Auslaugeprozeß kommt bei der Neuerfindung ganz in Fortfall.
Die Briketts werden im gleichen Ofen und im gleichen Arbeitsgang weiter bis zur
Verflüchtiggungstemperatur der gebildeten Metallehloride erhitzt und diese Temperatur,
die etwa zwischen iooo bis io5o' C liegt, eine Zeitlang eingehalten, wobei
unter Einstellung genauerRostluftverhältnisse restlose Entfernung der Metalle eintritt.
Die verflüchtigten Metalle, wie Kupfer, Blei, Zink, werden in geeigneten Kondensationsvorrichtungen
niedergeschlagen. Die so gereinigten Briketts werden durch' weitere Steigerung der
Temperatur auf etwa iioo' zur Sinterung gebracht.
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Die Vorteile des Verfahrens sind einleuchtend, wenn man bedenkt, daß
jedes Feinerz für den Hochofenprozeß brikettiert oder agglomeriert werden muß. Bei
&-r Neuerfindung wird aber gleiclizeitig bei diesem vorbereitenden Prozeß eine
Reinigung des Eisenerzes
von schädlichen Beimischungien w#d sogar
Gewinming-dieser schädlichen Metalle erreicht, wodurch allein die Kosten des gesamten
Agglomerierverfahrens gedeckt werden.
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Ein weiterer Vorteil liegt in der Ersparung von Zusatzbrennstoff,
da infolge der beigemischten Chloride die Sinterungstemperatur bedeutend niedriger
ist als bei Behandlungvon ungemischten Erzen.
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Zur Ausführung des hier beschriebenen Verfahrens,eignen sich besonders
gerade oder ringf ö nnige Kanalöf en, die letzteren mit einem gegen die Ofenwände
gedichteten beweglichen Herd oder einer solchen Bahn, auf welcher das stückförmige
Gut eirigeführt wird, um nach beendet-er Behandlung wieder, zweckmäßig selbsttätig,
entfernt zu werden, während die in dem Ofenraum verflüchtigten Chloride Kondensatoren
zi#geführt werden.
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Die Erhitzungsverfahren, die sich beim Chlorieren. bisher als zweckmäßig
erwiesen haben, können auch in Zusammenhang mit dein vorliegenden Verfahren verwendet
werden, jedoch mit den Änderungen, die, von dem Kanalofen selbst bedingt werden.
Die Erhitzung kann also in derselben Weise wie in einem üblichen Kanalofen zum Brikettieren
von Erz durch Verbrennen von zweclanäßig in Gegenstrom zu dem Gut strömenden Gas
oder Kohlenpulver oder durch überhitzte Luft, Lichtbogen oder auf anderem elektrischen
Wege erzeugte Wärme vollzogen werden. Eine mittelbare Heizung kann auch in der Weise
benutzt werden, daß die Ofenwände auf eine der erwähnten Arten erhitzt werden, so
daß der Ofen als Muffelofen arbeitet. Endlich können die soeben erwähnten Heizverfahren
kombiniert werden, besonders derart, daß das Gut in dem vorderen Ende des Ofens
durch Rauchgase getrocknet und vorgewärmt wird, während die letzte Erhitzung und
das Chlorieren durch Reaktionswärme, mittelbar zugeführte Wärme oder überhitzte
Luft erfolgt.
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Der Ofen soll durch Klappen o. dgl. verschließbar sein,
die während der Bewegung des Herdes intermittierend geöffnet werden, so daß die
Vorwärmungsgase und die chlorierenden Gase je für sich entfernt werden können.
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Es kann auch - unter irn übrigen denselben Bedingungen wie
vorstehend angegeben - eine bewegliche Rostbahn benutzt werden, wobei die
Erhitzung zweckmäßig in folgender Weisie stattfinden kann.
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Auf den - Rost wird eine Brennstoffschicht von solcher Dicke aufgebracht,
daß sie zur Erhitzung des obexhalb derselben hefindlichen stückförriiigen, mit Cliloriden
vermischten Gutes ausreicht. Diese Schicht wird angezündet, und durch sie wird gegebenenfaUs
vorgewärmte Luft gepreßt oder gesaugt, wodurch das Gut erhitzt, chloriert und endlich
gesintert wird.