-
Grabenbagger zum Ziehen und Räumen von beiderseits beliebig abgeböschten
Gräben. Gegenstand der Erfindung ist ein Bagger zur Herstellung genauer, dreieckiger
oder trapezförmiger Profile von Entwässerungsgräben mit beiderseitigen beliebig
geneigten Böschungen.
-
Es sind schon Geräte ohne Eirnerkette für die Herstellung kleinerer
Feldgräben, wie auch solche Grabenbagger bekannt geworden, bei denen für die Erzeugung
der beiden Böschungen je eine in der Neigung nicht verstellbare Eimerleiter vorhanden
ist. Eine Veränderung des Böschungswinkels ist bei den Grabenbaggern bekannter Bauart
nicht möglich.
-
Der Grabenbagger nach vorliegender Erfindung ist bestimmt zum Ziehen
und Räumen von größeren Gräben, wie z. B. Vorflutern von Entwässerungsanlagen. Mit
Rücksicht auf das meist nur geringe zur Verfügung stehende Gefälle und die verschiedenartige
Beschaffenheit des Erdreiches ist der Bagger so ausgebildet, daß er nach einer die
Seitenrichtung und Höhenlage des Grabens festlegenden Absteckung das verlangte Grabenprofil
von beliebiger Böschung und beliebiger Sohlenbreite ohne besondere Nacharbeit herstellt.
Der Bagger wird mit besonderem Vorteil bei größeren Grabenquerschnitten zu verwenden
sein, bei denen infolge ihrer seitlichen Abmessungen das Erdreich mehrmals mit der
Schaufel geworfen werden müßte. Abb. i stellt die Seitenansicht des vollständigen
Baggers in -Arbeitsstellung dar.
-
Abb.2 zeigt den Bagger mit zusammengeklappter Baggerleiter -Lind gedrehten
Fahrgestellen beim Fahren zur Arbeitsstelle.
-
Abb. 3 ist der Grundriß zu Abb. r, Abb. q. ein Querschnitt durch die
Mitte. Abb. 5 stellt eine Baggerschaufel in Ansicht dar sowie deren Führung an der
Baggerleiter, Abb.6 die Seitenansicht einer Baggerschaufel, Abb.7 den Grundriß eines
Stückes der Baggerkette mit einigen Baggerschaufeln. Abb.8 zeigt eines der beiden
Längsfahrwerke mit der Hebevorrichtung für den Tragrahmen, Abb.9 den Antrieb für
die Baggerkette und das Becherwerk in Seitenansicht, Abb. ro den Grundriß zu Abb.
9 und außerdem die Anordnung der Handwinden zum Längs- und Querfahren und zur Winkelverstellung
der Baggerleiter.
-
Abb. II ist die Vorderansicht der Handwinde für das Längsfahren des
Baggers, Abb. 12 ein Querschnitt durch die Mitte mit der Seitenansicht der Handwinden,
Abb. 13 ein Querschnitt in der Nähe des Antriebes für die Baggerkette und
das Becherwerk.
-
Abb. 1q. und Abb. 15 zeigen in schematischer Weise, wie durch
Winkelverstellung,
Querverschiebung und Höhenverstellung der Baggerleiter
verschiedenartige Grabenquerschnitte hergestellt werden können.
-
Der vierseitige, in den vier Ecken starr verbundene Tragrahmen a,_
bis a4 wird gebildet durch die Längsträger a,. und die Querträger a2. An den vier
Eckpunkten sind zwischen den Verbindungsblechen a3 die Rollen a, angeordnet (Abb.8
und 9), durch die eine senkrechte Führung für die Eckpfosten b1 der beiden Längsfahrwerke
b,. bis b, gebildet wird. Die Eckpfosten b,. stützen sich mittels eines unteren
Drehzapfens auf je ein aus den Trägern b2 und den Leitrollen b, bestehendes Drehgestell,
das in einer Laufschiene b," z. B. einem flachliegenden Doppel-T-Träger (Abb.9),
seine Unterstützung und seitliche Führung findet. Die Endender beiden Querträger
a2 sind mittels j e eines Hebezeuges an den Fahrwerken heb- und senkbar aufgehängt
(Abb. 8). Beispielsweise kann hierfür ein Schraubenflaschenzug verwendet werden.
Die in den Ketten oder Drahtseilen hängende Last wird mittels der Schneckenwelle
ba, in welche zweckmäßigerweise eine ausrückbare Kupplung b7 eingebaut ist, durch
Ziehen an der Handkette b8 gehoben und gesenkt. Die Kupplung b; hat den Zweck, die
beiden Hebezeuge eines Fahrgestells einzeln oder gemeinsam betätigen zu können,
je nachdem nur eine oder beide Seiten des Querträgers a, gehoben oder gesenkt werden
sollen. Die beiden Hebezeuge sind an einem Kragträger ba befestigt, der gelenkig
die beiden Pfosten b, verbindet. Auf den Längsträgern a,. laufen zwei Querfahrwerke
c,. bis c4. Ein aus Längsträgern c,_ und Querträgern c2 gebildetes Tragwerk stützt
sich mittels der Laufrollen c, auf Schienen, die auf den Längsträgern a,_ befestigt
sind. Auf je zwei an den Querträgern c., befestigte Kragstücke c4 (Abb. 3 und ro)
stützt sich die als gleichseitiges Gelenkviereck ausgebildete Baggerleiter d,. bis
d,,. Die beiden oberen Schenkel d, und die beiden unteren Schenkel d2 tragen an
den Gelenkpunkten vier Kettenradpaare. Da deren Durchmesser gleich groß ist, behält
die über die vier Räderpaare laufende Baggerkette bei jeder Neigung der Schenkel
d,. und d, zueinander stets die gleiche Spannung. Drei von den Räderpaaren sind
Umlenkräder d3,, während das vierte Räderpaar d4 als Antrieb dient. An den beiden
unteren Schenkeln d@ sind einseitig Bohlen d, (Abb. q. und 5) angeordnet, die verhindern,
daß das losgelöste Baggergut seitlich aus dem Bereich der Baggerschaufeln entweicht.
Die äußere Kante der Bohlen bestimmt also die genaue Umgrenzung des freigebaggerten
Grabenprofils. Die Baggerkette el bis e, wird gebildet durch die doppelte Laschenkette
e,_, deren beide -Kettenstränge in gewissen Abständen durch Querstäbe e. verbunden
sind. Diese Querstäbe tragen an den Enden Gleitstücke es, die auf den Schenkeln
der Baggerkette laufen. Die an dem einen Ende zu Arbeitsschneiden ausgebildeten
Baggerschaufeln e4 sind mittels der Schaufelhalter e" an den Kettengliedern in der
Weise befestigt, daß sie mit der Bewegungsrichtung einen spitzen Winkel bilden.
Hierdurch wird bewirkt, daß sich das von der Schaufelspitze gelöste Erdreich an
der Vorderfläche der Schaufel entlangschiebt, bis- es an der Bohle d, anstößt, um
alsdann in der Bewegungsrichtung der Kette bis zur Abwurfstelle mitgenommen zu werden.
Die Baggerkette wird angetrieben durch den Motor f,. unter Zwischenschaltung eines
Vorgeleges f,. Von diesem Vorgelege aus wird auch das Becherwerk g,_ bis g, bewegt,
das den Zweck hat, das Baggergut seitlich des Grabens so hoch zu fördern, daß es
durch bereitgestellte Kippwagen aufgefangen oder auch zu einem seitlich am Graben
entlanglaufenden Damm aufgeschüttet werden kann. Das Becherwerk wird getragen von
dem Ausleger g,, an dessen unterem Ende die Schurre g2 starr befestigt ist. Die
Schurre ist mittels eines Bügels g3 an dem Schenkel d#. der Baggerleiter verschiebbar
aufgehängt, so daß bei höher oder tiefer eingestelltem Tragrahmen a,, bis a4 die
Schurre g2 doch stets unmittelbar in Erdbodenhöhe eingestellt werden kann. Die Becher
g, sind in bekannter Weise an Ketten g5 befestigt. Der Antrieb erfolgt in gleichfalls
bekannter Art mittels ausziehbarer Kette von einem Vorgelege g" aus.
-
Zum Zwecke des Längsfahrens des ganzen Baggers in der Grabenrichtung,
und zwar sowohl rückwärts als auch vorwärts, ist auf einem in der Mitte des Tragrahmens
angeordneten Trägergerüst ein Windwerk h, bis ha vorgesehen, dessen Windentrommeln
h, und lag unter Zwischenschaltung eines Vorgeleges h3 mit einer Handkurbel.angetrieben
werden. Die beiden Trommeln hl und h@ sind in bekannter Weise unter Verwendung zweier
Kettenräder h4 und h, sowie einer Treibkette h" miteinander gekuppelt. Werden für
die beiden Kettenräder verschiedene Zähnezahlen gewählt, so können auch bogenförmige
Gräben gebaggert werden. Die auf die beiden Trommeln h, und hz auf- bzw. ablaufenden
Seilenden h7 und h$ werden unter Zuhilfenahme von mehreren Umlenkrollen h, beiderseits
des Grabens in der Richtung der Schiene b4 geführt und nach hinten und vorn, in
der Fahrtrichtung gedacht, am Erdboden verankert. Hierdurch wird eine zwangläufige
Führung des Baggers erzielt und ein einseitiges Voreilen oder Zurückbleiben der
Fahrgestelle vermieden. _,-
C m die beiden Querfahrwerke c,. bis
c, auf dem Tragrahmen a1 bis a¢ seitlich zwangläufig verschieben zu können, sind
in der Mitte des Rahmens zwei Windentrommeln il und i, angeordnet, die in bekannter
Weise, z. B. mittels Schneckenradantriebes, betätigt «-erden können. Die Befestigung
der über Umlenkrollen i" geführten Seilenden i.4 und i. sowie i" und i7 an den beiden
Trommeln ist so gewählt, daß durch die eine der beiden Winden die Querfahrwerke
einander genähert werden, während durch die zweite Winde eine gleichzeitige Verschiebung
beider Querfahrwerke und also auch der Baggerleiter in der einen oder anderen Seitenrichtung
erfolgt. Im ersten Falle erfolgt eine Steilerstellung der Baggerleiter, im letzteren
eine Querverstellung derselben zum Zwecke der Sohlenverbreiterung eines Grabens
auf der erreichten Tiefe.
-
Um die Baggerleiter flacher stellen zu können und ihr gleichzeitig
eine seitliche Versteifung zu geben, sind noch zwei Windentrommeln k1 angeordnet,
auf die sich die Seile k.= aufwickeln lassen.
-
Beim Baggern von Erdreich, das leicht nachrutscht, wird die Baggerleiter
gleich auf die volle Tiefe gebracht und das vorgeschriebene Grabenprofil unter langsamem
Vorwärtsfahren mit einem einzigen Baggerschnitt fertiggestellt. Hierbei streichen
die Arbeitsschneiden der Baggerschaufeln am Fuße des stetig nachrutschenden, in
das Grabenprofil hineinragenden Erdkegels entlang. Beim plötzlichen Nachrutschen
größerer Mengen Erdreich muß der Bagger um das erforderliche Maß rückwärts gefahren
werden, bis die Schaufeln genügend entlastet sind. Bei Erdreich, das weniger leicht
nachrutscht, kann, wenn nötig, mit der Hand nachgeholfen werden. Wenn das zu baggernde
Erdreich senkrecht steht, also keinen Erdkegel bildet, kann in der Weise gebaggert
werden, daß in bekannter Weise ein Baggerschnitt von der Höhe einer Baggerschaufel
um den andern gemacht wird, bis die volle Tiefe erreicht ist. Hierbei ist in üblicher
Weise nach jedem Schnitt an die Ausgangsstellung zurückzufahren und die Baggerleiter
um eine Schnitthöhe zu senken.