DE457266C - Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geroestetem Kaffee - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geroestetem KaffeeInfo
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- Tea And Coffee (AREA)
Description
- Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geröstetem Kaffee. Es ist bereits bekannt, daß man, um die Aromastoffe des gerösteten Kaffees zu gewinnen, denselben im Vakuum erhitzt. Die sich dabei verflüchtigenden Aromastoffe wurden in Vorlagen aufgefangen, die man in der üblichen Weise mit Eis oder auf - 20° C, also mit Eiskochsalzmischung, kühlte. Eine Notwendigkeit, bessere Kühlmittel anzuwenden, lag nach den früheren Erfahrungen über die -Natur des Kaffeearomas nicht vor. denn man hielt den für das Kaffeearoma wesent-1-ichen Riechstoff für relativ schwerflüchtig.
- Neue umfangreiche Untersuchungen zeigten aber, daß diese Auffassung nicht stimmt. Das Kaffeearoma ist nicht einheitlich, sondern ein Gemisch, von dem wesentliche Bestandteile, z. B. aliphatische o-Diketone, wie das Diacetyl, aliphatische Aldehyde, wie Acetaldehyd und llethvläthvlacetaldehyd, weiter hlerkaptane, wie das llethylmerkaptan, viel leichter flüchtig sind, als daß sie nach der früheren Arbeitsweise hätten gewonnen werden können.
- Erst wenn man zum Abkühlen der au-;-getriebenen Aromastoffe tiefere Temperaturen anwendet, so gelingt es, diese wertvollen flüchtigen Produkte zu kondensieren. und schon bei - 25° iSt die Kondensation eiiic vollkommenere als bei - 2o°. Die Resultate «-erden jedoch günstiger, wenn noch tiefere Temperaturen, zweckmäßig von - 8o und - i 8o° C, zum Verdichten der Aromastoffe angewandt werden.
- Beim Erhitzen des gerösteten Kaffees im Vakuum entweichen die Aroinastofte mit geringen 'Mengen von Wasser, die iin Kaffee enthalten sind. Die Hauptmenge des Wassers wird natürlich in der ersten finit Eis gekühlten Vorlage kondensiert, während die flüchtigeren Aromastoffe größtenteils in die weit stärker gekühlten Vorlagen übergehen und dort zurückgehalten werden. Durch Zusammenmischen sämtlicher Kondensate kann dann ein Produkt gewonnen werden. (las v ällig dein Kaffeearoma gleicht. (ia es alle Bestandteile desselben enthält. Diese Wirkung war mit der früheren Arbeitsweise nicht zu erreichen, da hierbei die leichtflüchtigen Bestandteile, die für das Aroma wesentlich sind. verloren-ingen.
- Zur völligen Austreibung der Aromastoffe aus geröstetem Kaffe(: können während des Evakuieren-.; geringe -Mengen Wasserdampf eingeleitet werden, auch kann inan in die Destillationsanlage Wasser unter geeigneter Durchniischung zuführen. Es ist al;er auch möglich. so vorzugehen, (Maß inan vor (lein Erhitzen (Icii Kaffee etwas befeuchtet. ihin also
1%(#ispicls,\cibe i bis ; Pr(@zelit \\-asser zuctz t. \Vird dic#er it#uchte l#:<<:ee im Vakuum er- hitzt, und külinrn so werden in (len (lies @@I:üla;cn _\i-@@maaoitr Vorlagen a1,- - 0 ätlf- ;gefan-cn werden. AI#cr auch hier intiii zur vollständigen I@o#1(lensati<l@i lief leichttl;ichti- gen Arotliastoft@e wieder st-rl:(#t-eküttlt @@-rr- (len als nach den früheren Angaben: es müs- .,en also hühlvorla-en. die auf - =i` und darunter altgti:ühltsi:ul. vot;geschaltet wer- (1011. .Schließlich ist es auch möglich, so vor7u- -ellen, (laß nian nach .1@121 Abtreiben (ler ersten, leichtflüchtigen Aromastof@e im Va- kuum den nun völlig getrockneten Kaifee von neuem mit einer s,erinca \lellge von Wasser behandelt und (tann erneut evakuiert, wo':ei die :@romastoite ühergetriehcn werden. Die- ses Verfahren läil:it sich natürlich illehrinals wiederholen. Die Höhe der Temperatur, auf die der ge- röstete Kaffee erhitzt würden muß. uni die Arornastoife zu entfernen. richtet sich nach (lein Vakuum: Ausbeute und Qualität der Aromastoffe sind hei flenn Arbeiten bei tiefer 'feinperatur und gutem @-al;uuni besonders `iinstif. Wenn 1#,eispielsweise ein Vakuum von 2 his min in der Apparatur herrscht, ge- nügt ein Erhitzen auf ioo bis iio° C. um (lie Aromastoffe abzti,#lestillieren. Die weitere Isoli&un-" der in den kondensierten Aromastoffe ist leicht durchzuführen. z. B. lassen sie sich von dem Wasser durch Abliehen trennen. besser wer- den sie in geringer, Mengen von Lö:un,=- mitteln, wie Äther. Benzol.-Petroläther, Chloro- form, lIethylchlorid, :@tlivlclilorid. aui:ge- nommen und dann erst v,,11 (lein Wasser a 1,_ -etrennt. Dabei lassen sich -für flas Aroma schädliche Beinien-ungen auf physikalischem oller chemischem Weg abscheiden. z. B. wer- den durch <fiteres Schütteln mit Wasser oller durch Behandeln mit einer Carbonat- oder Bi- carbonatlö sung Säuren. wie z. L. Iss ig:äure, entfernt, die den Geruch heeinträchtil-en und auch beim Stehen zerstören(I auf (las Ka$ee- aronia citiwirken. Die Aromastoffe könneil auch in bekannter Weise durch Aufnehmen in Fetten oller ölen von (leni Wasser al:gescliie@k#ti werden. Die mit (lern Aromastoff imprägnierten Fette und t lle können dann sofort für die sp;iter ange- gel:eneit Zwecke Verwendua- finden. Weiter ist rmöglich. zur Isolierung (lcr Aronia,#tofte derart vorzugehen. daß nlati (las Gemisch derselben finit \Vasser destilliert, e vtl. unter Durchleiten von Wasserdampf. wollet inan zweckmäßig im Vakuum arbeitet. .#atttrlieh müssen auch hier wieder zur völli- ,clIen Kondensation der rlüchti,en Teile -tat g-(#- kühlte Vorlagen vorgelegt werden: @ # ach die- flüchtige Aromastoffe kondensiert, während in den weiteren auf - 8o° und - 18o° C gekühlten Vorlagen gerade die für das Zustandekommen des feinen Aromas wertvollen. leichtflüchtigen Substanzen befinden. Der Inhalt sämtlicher Vorlagen kann vereinigt direkt verwandt werden. Günstiger ist es. die leichtflüchtigenden Anteile durch nochmalige Destillation ini Vakuum abzutrennen, wobei zur völligen Kondensation wieder stark abgekühlt werden muß, z. B. auf - 8o° oder - 180F..zur erneuten Destillation läßt sich (las Aroma, Glas als gelbes ()1 auf (lein Wasser schwimmt, entweder leicht direkt abtrennen. oder es kann flach Zusatz von @östin-;niittcln. fetten oller (-)Ion abgeschieden «-erlen. Man kann aber auch beide Verfahren koni- bitiieren tind nur (lie leichtflüchti-en Aroma- stoffe mit Wasserdampf evtl. im Vakuum itbertreii;en und in gekühlten Vorlagen auf- fan-en, die schwcrflüchti-en in Lö.;ungSmit- telli oller Fetten oder Ülen aufnehmen u11(1 so von dem Wasser trennen. Die nach dem eilten oder anderen Verfahren erhaltenen Aromastoffe stellen je nach der Art der Darstellung ein gelbliches bis braun ge- färbte-, Öl dar, das sehr intensiv nach gerÖste- tein Kaitee riecht.- Die Aromastötte werden in bekannter Weise entweder rein oller nach Vermischen mit ol,-anischen Lösun"sinitteln festen oder flüssigen \ahrungs- und Genuß- mitteln zugesetzt, um diesen (las Aroma des gebrannten Kaitees zu verleihen. Dazu kön- nen auch die Kondensate samt (lern Wasser ohne vorherige Trennun-- angewandt werden. Endlich können die mit den Aroniastoffen des Kaffees beladenen Fette oder Öle den \ah- rungs- oder Genußmitteln zugesetzt ,-erden. Beispiel. In einem mit einem Rührwerk versehenen zvlindrischeit Vakuumkessel, rler derart elek- trisch erhitzt werden kann. daß die Innentem- peratur bis auf genau zu regeln ist, werden 8o bis ioo k- --cinahlener. gerösteter Kaffee hineingebracht. Dann .werden einige Kühl- vorlaZen vorgeschaltet, deren erste auf o°, eine oder weitere auf - 20', schließlich wei- tere (z. B. mittels flüssiger Luft) auf - So' und - i8o° C abgekühlt werden. Der Appa- rat wird dann mit einer Hochvakuumpumpe evakuiert und die Heiztang eingeschaltet. Bei etwa 6o bis 8o° destilliert bei einem Vakuum von 2o inin der Hauptteil <les Wassers und ein --roßer Teil der Aroinastofe über, die in den Kühlvorlagen kondensiert «-erden. N 'ach- dem die Hauptdestillation beendet ist, wird auf ioo bis ro5° erhitzt. Das Vakuum er- höht sich schließlich auf 2 bis 3 111111. Die Ge- samtdestillation dauert in (ler I@e@cl ; bis 8 Stunden. Wäliren(I des ganzen Prozesses wird das Kaffeepulver ourch (las Rührwerk, das mit einer @tol>fbüch.e gut abgedichtet ::ein muß, ab und zu durch,Jerührt. ach Bcen(ligting der 1)e:tillzition hat das KaFfecpulver seine Aroniastoffe fast völlig verloren. dieselben sind in den Vorla-en kon- (len:iert, und zwar haben sich in den ersten auf o° u11(1 - 2o' gekühlten Vorlagen neben -eringen DTengen Isotfein und höher siedenden Teilcii, haupt-slclllich @NasSer und schwer- - Das Aroma schwimmt als gelbes ()l auf der wäßrigen Schicht und läßt sich von derselben durch Abheben trennen. Es kann aber auch in organischen Lösungsmitteln aufgenommen werden. Die schwerflüchtigen Aroniastoffe werden ebenfalls in organischen Lösungsmitteln gelöst und so von dem Wasser getrennt und die Petrolätherlösungen vereinigt.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung der Aroniastoffe aus geröstetem Kaffee durch Erhitzen desselben im Vakuum und Kondensation der entweichenden Aromastoffe, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensation der ausgetriebenen Aromastoffe bei einer Temperatur von - 25° C und darunter, zweckmäßig bei einer Temperatur von - 8o und - 18o' C erfolgt. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Erhitzen im Vakuum in bekannter Weise unter gleichzeitiger Durchleitung von Wasserdampf erfolgt. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzrichnet, daß dem gerösteten Kaffee vor dem Erhitzen im Vakuum eine geringe Menge Wasser zugesetzt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEI25661D DE457266C (de) | 1925-01-24 | 1925-01-24 | Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geroestetem Kaffee |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEI25661D DE457266C (de) | 1925-01-24 | 1925-01-24 | Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geroestetem Kaffee |
Publications (1)
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| DE457266C true DE457266C (de) | 1928-03-09 |
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| DEI25661D Expired DE457266C (de) | 1925-01-24 | 1925-01-24 | Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geroestetem Kaffee |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE457266C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1123895B (de) * | 1959-11-03 | 1962-02-15 | Gen Foods Corp | Verfahren zur Gewinnung eines fuer die Aromatisierung von pulverfoermigen Nahrungsmitteln geeigneten Kaffeearomas |
| DE1126228B (de) * | 1959-06-25 | 1962-03-22 | Borden Co | Verfahren zur Herstellung von gebrauchsfertigem, vollaromatischem Kaffee-Extraktpulver |
| DE1126227B (de) * | 1960-02-12 | 1962-03-22 | Michele Bonotto | Verfahren zum Abtrennen einer leicht fluechtigen Saeurefraktion |
-
1925
- 1925-01-24 DE DEI25661D patent/DE457266C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1126228B (de) * | 1959-06-25 | 1962-03-22 | Borden Co | Verfahren zur Herstellung von gebrauchsfertigem, vollaromatischem Kaffee-Extraktpulver |
| DE1123895B (de) * | 1959-11-03 | 1962-02-15 | Gen Foods Corp | Verfahren zur Gewinnung eines fuer die Aromatisierung von pulverfoermigen Nahrungsmitteln geeigneten Kaffeearomas |
| DE1126227B (de) * | 1960-02-12 | 1962-03-22 | Michele Bonotto | Verfahren zum Abtrennen einer leicht fluechtigen Saeurefraktion |
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